27.08.2026
Die Helaba verzeichnet für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2026 ein deutlich rückläufiges Ergebnis. Das Konzernergebnis vor Steuern ging deutlich auf 194 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 458 Mio. Euro). Der Rückgang ist maßgeblich bedingt durch Belastungen im gewerblichen Immobiliengeschäft und einen Rückgang des Fair Value-Ergebnisses.
„Die Auswirkungen der herausfordernden gesamtwirtschaftlichen und kapitalmarktbezogenen Rahmenbedingungen haben insbesondere unser gewerbliches Immobiliengeschäft belastet und das Fair Value-Ergebnis gedrückt. Dieses Halbjahresergebnis entspricht nicht unseren Erwartungen“, sagt Thomas Groß, CEO der Helaba. „Die dynamische Entwicklung des Neugeschäfts und des Provisionsüberschusses bestätigt jedoch unsere strategische Ausrichtung. Durch gezieltes Portfoliomanagement konnten wir darüber hinaus unsere NPL-Quote spürbar reduzieren“, so Groß weiter.
Das Ergebnis ist deutlich geprägt von den Auswirkungen der anhaltenden geopolitischen Verwerfungen, dem damit einhergehenden Anstieg des Marktzinsniveaus und der weiterhin verhaltenen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Die operativen Erträge gingen um 8,9 Prozent zurück auf 1.368 Mio. Euro (Vorjahr: 1.502 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss sank moderat um 6,4 Prozent auf 770 Mio. Euro (Vorjahr: 823 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss legte dagegen auch aufgrund einer positiven Entwicklung im Kredit- und Avalgeschäft deutlich um 10,0 Prozent auf 319 Mio. Euro zu (Vorjahr: 290 Mio. Euro). Bewertungseffekte infolge des Zinsanstiegs im ersten Halbjahr und eine vorübergehende Zurückhaltung im relevanten Kundengeschäft führten dazu, dass das Fair Value-Ergebnis um 67,1 Prozent auf 54 Mio. Euro fiel (Vorjahr: 164 Mio. Euro). Im nichtzinstragenden Geschäft wuchs das Ergebnis aus als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien, in erster Linie die von der GWH gehaltenen Wohnimmobilien, um 22,2 Prozent auf 163 Mio. Euro (Vorjahr: 134 Mio. Euro).
Wachstumsinvestitionen sowie tarif- und inflationsbedingte Kostensteigerungen führten zu einem Anstieg des Verwaltungsaufwands um 6,6 Prozent auf -975 Mio. Euro (Vorjahr: -915 Mio. Euro).
Die Netto-Zuführung zur Risikovorsorge ist deutlich um 53,0 Prozent auf -198 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr: -129 Mio. Euro). Die Zunahme ist überwiegend getrieben von erhöhten Belastungen aus dem Immobiliengeschäft. In der Zuführung zur Risikovorsorge wurden zudem geopolitische Risiken berücksichtigt.
„Wir sehen die Helaba weiterhin strategisch gut für die Zukunft aufgestellt. Aktuell schärfen wir unseren Investitionsfokus, beschleunigen unsere Wachstumsinitiativen und haben konsequente Sparmaßnahmen eingeleitet“, sagte Groß. „Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass wir im Gesamtjahr 2026 ein Ergebnis vor Steuern von rund 500 Mio. Euro erzielen werden. Wir halten an unserem Mittelfristziel fest, das Ergebnis in den nächsten fünf Jahren auf eine Milliarde Euro vor Steuern zu steigern.“
Die CET1-Quote betrug 15,8 Prozent (Vorjahr: 16,3 Prozent) und lag damit weiterhin deutlich über den regulatorischen Anforderungen.
Der Return on Equity lag bei 3,5 Prozent (Vorjahr: 8,5 Prozent).
Die Cost-Income Ratio betrug 70,8 Prozent (Vorjahr: 60,5 Prozent).
Das sonstige Ergebnis ging um 26,6 Prozent auf 64 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 87 Mio. Euro).
Das Konzernergebnis nach Steuern sank auf 148 Mio. Euro (Vorjahr: 342 Mio. Euro).
Die Konzernbilanzsumme erhöhte sich leicht auf 205,0 Mrd. Euro (31. Dezember 2025: 201,8 Mrd. Euro).
Teile der gewerblichen Immobilienmärkte befinden sich vor dem Hintergrund des gestiegenen Zinsniveaus und anhaltend erhöhter Marktunsicherheit weiterhin in einer herausfordernden Lage. Das Segment Immobilien verzeichnete ein Ergebnis vor Steuern von -26 Mio. Euro (Vorjahr 106 Mio. Euro). Die Zuführung zur Risikovorsorge hat sich deutlich auf -113 Mio. Euro erhöht (Vorjahr: -26 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss lag mit 179 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 206 Mio. Euro). Das mittel- und langfristige Neugeschäft hat sich in den ersten sechs Monaten mit 3,9 Mrd. Euro positiv entwickelt (Vorjahr: 3,0 Mrd. Euro).
Das Vorsteuerergebnis im Segment Corporates & Markets lag bei 58 Mio. Euro nach 84 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Zinsüberschuss stieg auf 316 Mio. Euro (Vorjahr: 299 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss legte auf 99 Mio. Euro zu (Vorjahr: 83 Mio. Euro). Das mittel- und langfristige Neugeschäft verzeichnete mit 5,5 Mrd. Euro einen starken Anstieg (Vorjahr: 4,5 Mrd. Euro). Belastend wirkten ein geringeres Handelsergebnis, der Anstieg des Risikovorsorgeaufwands und der gestiegene Verwaltungsaufwand. Der Risikovorsorgeaufwand stieg auf -57 Mio. Euro (Vorjahr: -44 Mio. Euro).
Im Segment Retail & Asset Management stieg das Ergebnis vor Steuern auf 209 Mio. Euro (Vorjahr: 194 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss erreichte 209 Mio. Euro (Vorjahr: 205 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss legte auf 171 Mio. Euro zu (Vorjahr: 162 Mio. Euro). Der Aufwand aus der Risikovorsorge reduzierte sich auf -4 Mio. Euro (Vorjahr: -9 Mio. Euro).
Im Segment Fördergeschäft wurde ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 21 Mio. Euro erzielt (Vorjahr: 22 Mio. Euro). Das Segment wird maßgeblich von der WIBank geprägt, die bedeutende Förderaufgaben für das Land Hessen übernimmt. Neben dem Förderkreditgeschäft, das einen entsprechenden Zinsüberschuss generiert, nimmt die WIBank als Dienstleisterin weitere Aufgaben des Landes Hessen und anderer öffentlicher Verwaltungsträger wahr.
Das Vorsteuerergebnis im Segment Sonstige (inklusive Konsolidierung) lag mit -69 Mio. Euro deutlich unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 51 Mio. Euro). Das Ergebnis war geprägt von einem Rückgang des Zinsüberschusses auf 25 Mio. Euro (Vorjahr: 72 Mio. Euro) und des Fair Value-Ergebnisses auf -13 Mio. Euro (Vorjahr: 69 Mio. Euro) sowie von Belastungen aus der Neuausrichtung des Immobilienprojektgeschäftes der OFB. Zudem ist der Risikovorsorgeaufwand aus der Zuführung zum Post Model Adjustment in diesem Segment reflektiert.