07.05.2026

Die Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) haben gemeinsam die Finanzierung von 27 neuen elektrischen Regionaltriebzügen für die Regionaltangente West (RTW) realisiert. Die Finanzierung der RTW-Fahrzeuge war von der RMV-Tochter Fahrzeugmanagementgesellschaft Region Frankfurt RheinMain mbH (fahma) zuvor europaweit ausgeschrieben worden.
Die Regionaltangente West ist seit Jahrzehnten die erste neue Schienenverbindung im Rhein-Main-Gebiet, die nicht über den Frankfurter Hauptbahnhof verläuft. Sie umfährt den überlasteten Knoten Frankfurt und verbindet Bad Homburg, Frankfurt-Höchst und den Flughafen mit Neu-Isenburg und nutzt teils bestehende Infrastruktur, teils werden neue Streckenabschnitte gebaut. Das bedingt auch die Besonderheit der neuen Fahrzeuge: Die Zweisystem-Triebzüge können sowohl auf klassischer Eisenbahninfrastruktur als auch auf Straßenbahninfrastruktur mit unterschiedlicher Stromversorgung eingesetzt werden. Ende 2030 sollen die ersten Bahnen der RTW fahren und einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main leisten.
Das Finanzierungsvolumen beträgt rund 300 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 25 Jahren. Die Helaba hat die Finanzierung strukturiert und gezielt regionale Sparkassen eingebunden, um die Wertschöpfung im Sparkassenverbund zu halten und die regionale Verankerung des Projekts zu stärken. Die Helaba wurde in einer internationalen Ausschreibung als Finanzierungspartnerin ausgewählt und unterstreicht damit ihre Kompetenz als Sparkassenzentralbank und verlässliche Partnerin für Infrastrukturprojekte im öffentlichen Sektor.
Ein weiterer Baustein der Gesamtstruktur ist die Refinanzierung über Mittel der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), die als Teil des Helaba-Konzerns und Förderbank des Landes Hessen gezielt nachhaltige und zukunftsweisende Infrastrukturprojekte unterstützt. Damit bleibt die Finanzierung in der Region und trägt zudem zur Umsetzung der hessischen Förderziele bei, indem sie Investitionen in die öffentliche Infrastruktur langfristig sichert.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird der RMV einen Verkehrsvertrag mit einem Verkehrsunternehmen ausschreiben und abschließen, das dann für die Leistungserbringung verantwortlich ist. Die fahma stellt dem Verkehrsunternehmen die Fahrzeuge zur Verfügung.
Christian Schmid, Mitglied des Vorstands der Helaba, betont: „Die Finanzierung der Fahrzeuge für die Regionaltangente West zeigt eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des regionalen Verbunds. Als Sparkassenzentralbank bringen wir unsere Strukturierungs- und Finanzierungskompetenz gezielt ein und ermöglichen gemeinsam mit den Sparkassen im Rhein‑Main‑Gebiet ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt, das nachhaltige Mobilität stärkt. Mit dem erfolgreichen Abschluss setzen RMV und Helaba zudem ein starkes Zeichen für innovative Mobilitätslösungen und die erfolgreiche Zusammenarbeit regionaler Partner.“
Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, sagt: „Ich freue mich sehr, dass die Finanzierung der Zweisystem-Fahrzeuge, die sowohl auf Straßenbahn- als auch Eisenbahngleisen mit unterschiedlicher Stromversorgung verkehren können, gesichert ist. Damit kommen wir der Inbetriebnahme der Regionaltangente West einen entscheidenden Schritt näher. Fahrgäste profitieren künftig von direkten, umsteigefreien Verbindungen quer durch die Region – insbesondere auch zum Flughafen. Die RTW wird das Verkehrsangebot im Rhein-Main-Gebiet spürbar verbessern. Ich danke der Helaba für die gewohnt konstruktive Zusammenarbeit.“