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Happy Birthday, MAIN TOWER

Ein Wolken­kratzer feiert Jubiläum

Kaum zu glauben – Frankfurts erstes öffentlich zugängliches Hochhaus wird im November 20 Jahre alt. Wie mit allen guten Dingen, die man tagtäglich erfährt und die einfach zum Leben gehören, ist es auch hier: Was man nicht missen möchte, kennt keine Zeit.

Rund 1000 Mitarbeiter der Helaba arbeiten tagtäglich im MAIN TOWER. Als wir im Redaktions­büro darüber sprachen, dass „unser Turm“ bald Geburtstag feiert, gab es großes Erstaunen. Besonders bei denen, die den Umzug 1999 noch (oder fast noch) miterlebt haben: „Was, wirklich schon so lange? Mir kommt es vor, als sei es erst gestern gewesen“. Eine jüngere Kollegin überlegte laut: „Es hat den MAIN TOWER mal NICHT gegeben? An diese Zeit kann ich mich nicht erinnern.“

Ein anderer Kollege sagte: „Ich weiß noch genau, wie das damals war“, und begann zu erzählen. Während wir gespannt und teils amüsiert den Geschichten zuhörten wurde uns klar: Fast jeder hat eine Verbindung zum MAIN TOWER. Ganz egal, ob man damals mit umgezogen ist, heute jeden Tag hier arbeitet, ihn hauptsächlich als festen Bestandteil der Frankfurter Skyline kennt oder schon mal auf der Besucherplattform war.

Und darum – ja, wir wollen das Jubiläum „20 Jahre MAIN TOWER“ feiern – mit informativen Beiträgen rund um die Architektur und die Baustelle, Anekdoten von Zeitzeugen und mit Einblicken in den Turm.

"Das Thema Hochhäuser wird seit jeher ambivalent diskutiert. Hochhäuser werden angebetet und gefürchtet – sie begeistern und stoßen ab. Sie entzünden die Phantasie und erregen Ablehnung. Nur eines ist man ihnen gegenüber selten, nämlich gleichgültig."

Ingeborg Flagge
Architekturkritikerin und -publizistin

Ein Bildband für den MAIN TOWER

Also machte sich das Redaktions­team auf die Suche nach „Zeitzeugen“ in jeglicher Form, auch in Form von archiviertem Material. Das war gar nicht schwer. Die Online-Chefredakteurin griff hinter sich ins Regal und zog einen großen Bildband zur Entstehung des MAIN TOWER hervor, herausgegeben von der deutschen Architekturkritikerin und -publizistin Ingeborg Flagge. Auf Nachfrage erlaubte uns Frau Flagge freundlicherweise, Seiten aus dem Buch für unser Vorhaben abzubilden und daraus zu zitieren. Der Band ist spannend - ein heute zeitgeschichtliches Porträt der damaligen Frankfurter Stadtplanung, des Baus des MAIN TOWER und seiner architekto­nischen Highlights.

MAIN TOWER

herausgegeben von Ingeborg Flagge. 

Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen/Berlin 2000, ISBN 3-8030-0199-4.

Das Buch kam im Jahr 2000 heraus, kurz nach der Fertigstellung des MAIN TOWER. Im gleichen Jahr wurde Ingeborg Flagge Direktorin des Deutschen Architektur­museums Frankfurt.

Das ehrlichste Hochhaus Europas

Spannend ist zum Beispiel, dass Architekt Peter P. Schweger seinen Beitrag mit „Das ehrlichste Hochhaus Europas“ überschrieben hat. Er nennt darin Dialogizität, Transparenz und den am Menschen ausgerichteten Einsatz von moderner Technik als leitende Prinzipien der Konstruktion.

"Der Entwurf für den Neubau zuerst der Helaba, dann des MAIN TOWER […] sucht den Ausdruck für die Stadt und das Unternehmen nicht in Dekoration, sondern in sozialer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und den Menschen Frankfurts."

Peter P. Schweger
Architekt

Ein weitere interessante "Entdeckung": Der MAIN TOWER ist einer der ersten und wenigen Wolkenkratzer überhaupt, bei dem sich die Fenster nennenswert weit öffnen lassen und man nicht ausschließlich auf eine Klima­anlage angewiesen ist. Laut Buch sind es 120 mm, die sich die Fenster öffnen. Das klingt nicht nach viel. Aber in der Online-Redaktion im 45 Stockwerk, d.h. in gut 170 Metern Höhe, spürt man die frische Luft durch 120 offene Millimeter doch deutlich - und wohltuend. Und man hört die Stadt mit ihren Geräuschen wie durch ein "normales" Fenster.

Ganzglasfassade mit geöffneten Fenstern - die Fensterflügel sind in jeder zweiten Systemachse so angeordnet, dass jede Büroeinheit mindestens über einen Fensterflügel natürlich belüftet werden kann.
Ganzglasfassade mit geöffneten Fenstern - die Fensterflügel sind in jeder zweiten Systemachse so angeordnet, dass jede Büroeinheit mindestens über einen Fensterflügel natürlich belüftet werden kann.
“Die geöffneten Fensterflügel auf den klaren geometrischen Grundkörpern geben dem Bau eine sich wandelnde Dynamik, die eine Art Atmen erkennbar macht“ – Heino Latteman, Projektleiter/Architekt Schweger + Partner
“Die geöffneten Fensterflügel auf den klaren geometrischen Grundkörpern geben dem Bau eine sich wandelnde Dynamik, die eine Art Atmen erkennbar macht“ – Heino Latteman, Projektleiter/Architekt Schweger + Partner

Der MAIN TOWER hat

2.550

zu öffnende Fenster über die volle Raumhöhe vom Boden bis zur Decke.

Schätze aus dem Archiv

Neben allen interessanten Informationen haben uns die Fotografien des Buchs fasziniert, seien es Bilder der Baustelle, oder die der neu genutzten Räume. Manche Kolleginnen und Kollegen von damals haben wir auch wieder erkannt. Davon sind nicht wenige immer noch hier.

Das hat uns neugierig auf mehr gemacht. Wir haben uns ins Archiv vergraben und wurden fündig: CD- Roms, Leitz-Ordner mit Fotoabzügen und sogar DIAS (!) kamen zum Vorschein. Was meine Kolleginnen zu Tage gefördert haben, ist erstaunlich: Bilder des Dalai Lama begleitet von Roland Koch beim Besuch der Aussichtsplattform. Bilder vom Foyer, das voll gestellt ist mit Umzugs­kartons. Ein großes weißes Festzelt auf der Baustelle. Mehr Umzugskisten. Mehr Kollegen und prominente Persönlichkeiten. Und, und, und…

Wir finden seitdem jeden Tag neues Material und wieder neue Geschichten.

Der Dalai Lama, der damalige hessische Ministerpräsident Roland Koch und der damalige Helaba-Chef Dr. Günther Merl auf der Aussichtsplattform des MAIN TOWER
Der Dalai Lama, der damalige hessische Ministerpräsident Roland Koch und der damalige Helaba-Chef Dr. Günther Merl auf der Aussichtsplattform des MAIN TOWER
Stockwerk für Stockwerk wächst der MAIN TOWER in die Höhe
Stockwerk für Stockwerk wächst der MAIN TOWER in die Höhe

Ich hoffe, ich kann Ihnen einen ungefähren Eindruck davon geben, wie spannend die Recherche ist. Wir freuen uns darauf, all die Impressionen, Informationen und schönen Erinnerungen mit Ihnen zu teilen!

Alle Bilder, Interviews und auch ein Gewinnspiel finden Sie auf unserem Instagram Kanal unter @helaba_bank oder #20JahreMT.

Ein Blick in die Zukunft

Der MAIN TOWER hatte in Frankfurt eine Vorreiterrolle, weil er zum ersten Mal öffentlichen Raum in eine Hochhaus­architektur integrierte. Jetzt steht der MAIN TOWER im Zentrum mehrerer großer Bauprojekte, die öffentlichen Raum noch viel deutlicher integrieren. Der OMNITURM ist beinahe fertig, auf der anderen Seite direkt angrenzend sind die Bauarbeiten am FRANKFURT FOUR in vollem Gange. Das Thema Wolken­kratzer scheint aktuell wie lange nicht.

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