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01.10.2019

Helaba-Finanzplatzstudie: Mehr als Brexit

Der Bereich Volkswirtschaft/Research der Helaba unter der Leitung von Chefvolkswirtin Dr. Gertrud R. Traud legt seine aktuelle Studie zum Finanzplatz Frankfurt vor.

  • Erste Brexit-Banker in Frankfurt angekommen
  • 31 ausländische Brexit-­Banken haben sich für Frankfurt ent­schieden
  • Nur leichter Anstieg der Bank­beschäftigten bis Ende 2021
  • An der Attraktivität des Finanz­platzes muss ge­arbeitet werden

Die Brexit-Banker in Frankfurt – es gibt sie wirklich. Im Stadt­bild Frank­furts sind die Brexit-­Banken in­zwischen pro­minent vertreten und haben Büros meist in Pre­mium­lagen an­gemietet. Mittler­weile haben 31 aus­ländische Brexit-Banken aus 14 verschiedenen Ländern Frankfurt aus­erkoren. Das Ranking der europä­ischen Finanz­plätze in der Gunst der Aus­lands­banken ist eindeutig: Mit großem Ab­stand hinter Frankfurt folgen Paris (elf), Dublin und Luxemburg (neun bzw. acht) sowie Amster­dam (fünf). Das ist das Ergebnis der aktuellen Finanz­platz­studie der Helaba.

Der Frankfurter Büro­markt profitiert weiter­hin von einer regen Flächen­nach­­frage bei moderate Bau­tigkeit, so dass die Büro­mieten steigen und der Leerstand auf rund 7 % gesunken ist. Die positive Ent­wicklung sollte sich fortsetzten. Dazu tragen die Impulse durch die Brexit-­­­­Banken schon im Vor­feld des EU-­Austritts bei. Stärker noch wirkt allerdings der Stellen­zuwachs in anderen Dienst­leistungs­branchen. An­gesichts einer Reihe von größeren Projektentwicklungen dürfte allerdings in den nächsten Jahren keine echte Knappheit an Büroflächen entstehen.

Die Konsolidierung in der Banken­welt wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Dennoch sollte bis Ende 2021 die Zahl der Bank­beschäftigten in Frankfurt noch zu­nehmen. Dies ist in erster Linie dem Stellen­aufbau von Londoner Auslands­banken in Frankfurt zu verdanken. Da­gegen fällt das Ausmaß der Re­patri­ierung­en deutscher Banken im Zuge des Brexit-­Prozesses wohl niedriger aus als noch vor einem Jahr geschätzt wurde.

Alles in allem rech­nen die Helaba-Volkswirte bis Ende 2021 mit einem Brexit-bedingten Beschäftig­ungs­impuls in Frankfurt von etwa 3.500 Stellen. Ein Teil dieser Personal­auf­stockung hat angesichts des ur­sprüng­lichen Brexit-Termins im Frühjahr 2019 schon stattgefunden, ist von der Arbeits­markt­statistik aber noch nicht erfasst. In den kommenden beiden Jahren wird sich dieser Aufbau­prozess fortsetzen. Angesichts der anhaltenden Kon­soli­dierung dürfte die Zahl der Bank­beschäftigten bis Ende 2021 nur um insgesamt etwa 1 % gegenüber dem Stand Ende 2018 bzw. um rund 600 auf 64.500 Banker zulegen. Damit dürfte der Zenit der Bank­beschäftigung in Frankfurt erreicht sein.

„Aber nicht in jeder Hinsicht verbessern sich die Standortfaktoren in Frank­furt. Das Wachstum der Volks­wirtschaft ist hinter das von Frankreich zurückgefallen, statt einer Senkung von Unternehmens­steuern wird über Finanz­transaktions- und Vermögen­steuer diskutiert. Deshalb muss an der Attraktivität des Finanz­platzes Frankfurt kontinuier­lich gearbeitet werden“, betont Dr. Gertrud Traud, Chef­volkswirtin der Helaba.


Mike Peter Schweitzer
Leiter Kommunikation und Pressesprecher
Ursula-Brita Krück
stv. Pressesprecherin
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