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06.06.2018

Helaba-Studie: Mitarbeiter ≙ Mitmenschen für Thüringen

Thüringer Wirtschaftswachstum 2018 mit 1,5 Prozent fast auf Vorjahresniveau - Arbeitsmarkt nähert sich Vollbeschäftigung - Engpassfaktor Arbeitskräfte fordert Unternehmen und Regionen

Das Wachstum des Thüringer Brutto­inlands­produkts (BIP) dürfte 2018 mit 1,5 Prozent etwas geringer ausfallen als 2017 (1,6 Prozent). „Die Konjunktur hat ihren Zenit über­schritten. Wir erwarten zwar, dass die Industrie in Thüringen wieder spürbare Zuwächse verzeichnen wird. Diese dürften allerdings weniger dynamisch sein als im Vorjahr“, erläutert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba und Leiterin des Bereichs Volks­wirtschaft­/ Research, bei der Präsentation der Studie in Erfurt.

Dank der stabilen Wirtschafts­lage in den vergangenen Jahren hat sich die Lage am Thüringer Arbeitsmarkt deutlich verbessert. Die Arbeits­losen­quote liegt heute bei 5,4 Prozent (2005: 17 Prozent). Damit herrscht in weiten Teilen des Bundes­landes Voll­be­schäftigung. Parallel steigt die Zahl der nicht besetzten Stellen seit 2014 kontinuierlich. Der Faktor Arbeit entwickelt sich für die Thüringer Wirtschaft damit zunehmend zum Engpassfaktor.

Antworten auf die Frage, wie Unternehmen in Thüringen auf diese Ent­wicklung reagieren können, gibt die aktuelle Helaba-Studie „Mitarbeiter ≙ Mitmenschen für Thüringen“, die damit das Thema der diesjährigen Erfurter Wirtschafts­konferenz erwicon aufgreift – „Scharf stellen: Fokus Arbeits­markt, wie Unter­nehmen heute Mitarbeiter finden“.

Die Erwerbs­beteiligung in Thüringen liegt mit 75 Prozent bereits leicht über dem Bundes­durch­schnitt und im EU-Vergleich nach Schweden auf Rang zwei. Um den Anteil der Erwerbs­tätigen weiter zu erhöhen, bedarf es deshalb gezielter Programme.

Einen vielver­sprechenden Ansatz stellt nach Ansicht der Helaba-Experten die Kombination von Arbeits­zeit­modellen und Digitali­sierung dar. Insbesondere mit Blick auf Teilzeit­be­schäftigung können die Thüringer Unter­nehmen künftig noch stärker von ihrer grund­sätzlich guten IT-Aus­stattung profi­tieren. Dies legt den verstärkten Ausbau von Heim­arbeits­plätzen nah und kommt gleichzeitig den Bedürf­nissen vieler Arbeit­nehmer entgegen.

Darüber hinaus hängt die Attraktivität von Arbeits­plätzen auch an der Verfüg­barkeit bezahlbaren Wohn­raums. Hier hat Thüringen im Vergleich zum restlichen Bundes­gebiet durchaus Vorteile. Wer die Städte Jena und Erfurt für den Wohn­eigentums­erwerb zu teuer findet, kann in das weitaus günstigere und nahe Umland mit guter Erreich­bar­keit des Ober­zentrums ausweichen.

Insbe­sondere mit Blick auf den Fachkräfte­mangel erhöhen berufs­spezifische Weiter­bildungs­möglich­keiten und eine ange­messene Ent­lohnung die Attrakti­vität der zu besetzenden Stellen. Letzteres gilt umso mehr, wenn Unter­nehmen auch Beschäftigte aus anderen Teilen Deutschlands gewinnen möchten. Wollen Unter­nehmen Mitarbeiter aus dem Ausland rekrutieren, zeigt sich schnell, dass der Arbeits­markt vieler östlicher EU-Nachbarn mit Erwerbs­losen­quoten zwischen 3 Prozent und 5 Prozent bereits sehr eng ist. „Wir werden deshalb künftig eine Inter­natio­nali­sierung der Beleg­schaften sehen, die weit über die nahen euro­päischen Länder hinaus­geht. Hier kommt den Führungs­kräften eine Schlüssel­rolle zu. Eingebettet in einen respekt­vollen Umgang müssen sie klar kom­muni­zieren und Feedback geben. Denn Mitarbeiter wollen als Mitmenschen wahr­ge­nommen werden – da gibt es keine nationalen Unter­schiede“, so Traud.

Die komplette Studie finden Sie als Download hier:


Mike Peter Schweitzer
Leiter Kommunikation und Pressesprecher
Ursula-Brita Krück
Stv. Pressesprecherin
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