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Brooklyn in Bayern

Das Projekt „Die Macherei“  in München

Wie verwandelt man ein ehe­maliges Gewerbe­areal in ein ur­banes und belebtes Büro- und Geschäfts­quartier? Die Ent­wickler des Projekts „Die Macherei“ machen es vor: Bis 2019 errichten sie im auf­stre­benden Berg am Laim ein belebtes Quartier, das diesen Münchner Stadt­teil zukünftig aufwerten soll. Ihr Vorbild: ehe­malige Industrie­gebiete wie Brooklyn in New York. Die Helaba finan­ziert das Projekt mit einem Dar­lehen in drei­stelliger Millionen­höhe.

Projekt die Macherei in München

Berg am Laim hat auf den ersten Blick wenig Ge­mein­sam­keiten mit den ange­sagten Stadt­teilen wie Schwabing, Maxvor­stadt oder dem Glocken­bach­viertel. Wer den Ort durch­streift, entdeckt jedoch bald seine charmanten Seiten – den histor­ischen Orts­kern, die vielen Grün­flächen oder St. Michael, eine der prächtigsten Rokoko-Kirchen Deutsch­lands. Außerdem liegt Berg am Laim ver­kehrs­günstig: Zum Ost­bahn­hof mit U- und S-Bahn sind es nur ein paar Schritte, mit dem Wagen ist man in wenigen Minuten auf der Stadt­auto­bahn.

Seitdem Ende der 90er Jahre im benach­barten Riem die Neue Messe ihre Tore öffnete, erwacht der Stadt­teil langsam aus dem Dorn­röschen­schlaf. Die Stadt tut viel, um den einstigen Arbeiter- und Industrie­bezirk lebens­werter zu machen: In­dustrie­anlagen und Ver­kehrs­flächen wurden umge­widmet; ein früheres Gelände der Bahn ver­wan­delte sich in ein Wohn- und Büro­quartier, auf einem brach­liegen­den Park­platz entstand ein öffent­licher Platz.

Christian Buck
Immobilienfinanzierung München

Ge­werbe­immo­bilien finan­zieren

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Eine Leer­stelle so groß wie vier Fuß­ball­felder

Große Hoffnungen setzen die Stadt­planer auch in die „Macherei“: Im Herbst 2017 rückten die ersten Kräne an. Der Projekt­ent­wickler, ein Joint Venture aus Art-Invest Real Estate mit Haupt­sitz in Köln und der Münchner Accu­mu­lata Immo­bilien, plant eine Mischung aus Büro-Lofts, Gewerbe, Läden, Freizeit, Gastro­nomie und einem Hotel.

Als Bau­platz dient das ehe­malige Industrie­areal der Temmler-Werke. Zuletzt lag das Gelände brach. Eine fast vier Fußball­felder große Leer­stelle in der Stadt. „Wir haben Stunden und Tage auf dem Grund­stück verbracht. Dann kam uns plötzlich die Idee: Das Gelände ist so groß, dass wir in der Mitte einen zentralen Platz schaffen können und außen herum ein Quartier“, sagt Dieter Weiß, Geschäfts­führer von Accu­mu­lata Immo­bilien.

Wo Laien nur ein ehe­maliges Ge­werbe­areal erkennen, witterte der 52-jährige Immo­bilien­profi das Poten­zial des Grund­stücks: „Eine so große Fläche mitten in München, das ist selten!“ Weiß arbeitet seit 25 Jahren als Immo­bilien­ent­wickler in der Isar-Metro­pole und kennt die Stadt wie seine Westen­tasche. München, sagt er, wächst Richtung Osten, da die östlichen Stadt­ränder näher am Zentrum liegen. Hier will die Stadt Gewerbe an­siedeln und neue Flächen er­schließen.

Als das Temmler-Areal zum Verkauf stand, setzten sich Accu­mu­lata Immo­bilien und Art-Invest Real Estate in einem Aus­schrei­bungs­wett­bewerb durch. Die Helaba sicherte die Finan­zierung mit einem Darlehen in drei­stelliger Millionen­höhe.

Im Zuge eines Archi­tektur­wett­be­werbs nomi­nierten die Investoren drei inter­national renom­mierte Büros für die Bebauung: HWKN Hollwich Kushner aus New York, msm meyer schmitz-morkramer aus Köln/Frankfurt und OSA Ochs Schmid­huber Archi­tekten aus München. Die Land­schafts­archi­tektur ge­staltet das Züricher Büro Vulkan.

Global Player

Die Hälfte der Grund­stücks­fläche wird öffent­lich zu­gäng­lich

„Wir haben uns für die Zu­sammen­arbeit mit drei Archi­tektur­büros ent­schieden, weil wir von Projekt­beginn an eine viel­fältige, aber dennoch kom­plemen­täre und nach­haltige Archi­tektur schaffen wollen, die dem gesamten Stadt­teil Mehrwert bietet und für München einzig­artig ist“, sagt Ferdinand Spies, Ge­schäfts­führer der Art-Invest Real Estate.

Die Pläne sehen sechs Neu­bauten vor, die sich um einen zentralen Platz gruppieren. Bislang schirmten hohe Zäune das Areal ab, künftig sollen es begrünte Wege durch­ziehen und zum Flanieren einladen. „Wir möchten, dass ‚Die Macherei‘ auch abends und an den Wochen­enden belebt ist. Dafür machen wir mehr als die Hälfte der Grund­stücks­fläche öffent­lich zu­gänglich, die auch nach Büro­schluss genutzt werden kann“, ergänzt Ferdinand Spies.

Damit sich die bis zu 2.000 Angestellten in dem Areal wohlfühlen, entstehen ein viel­fältiges Gastro­nomie­ange­bot, ein Lebens­mittel­sorti­menter, ein Design-Hotel und ein Fitness­studio. 55 Prozent der Miet­fläche werden Büro-Lofts. Herz­stück des Ensem­bles ist der Inku­bator, ein 15.000 Quadrat­meter großes Start-up-Hub mit Co-Working- und Kon­ferenz­räumen. Seine Klin­ker­fassade gilt als Re­minis­zenz an die früher in Berg am Laim ange­siedel­ten Ziegel­bren­nereien.

Schöne Zukunft: Ein modernes Quartier zum Leben, Wohnen, Arbeiten.
Schöne Zukunft: Ein modernes Quartier zum Leben, Wohnen, Arbeiten.

Kräuter­gärten und Industrie-Ambiente

„Die Macherei orientiert sich bewusst an typischen früheren In­dustrie­ge­bieten wie Brooklyn, die sich in den ver­gan­genen Jahren zu den urbansten und leben­digsten Bezirken der Stadt ent­wickelt haben“, sagt Guido Prummer, wie Weiß im Vorstand von Accu­mu­lata Immo­bilien. „Denn ob in New York, Oslo, Kopen­hagen, Ham­burg oder München: Mit dem Rückzug der Industrie wandeln sich überall auf der Welt ehemalige Rand­bezirke im Osten der Metro­polen zu be­gehrten Quartieren.“

Um Talente für Stand­orte außerhalb der Zentren zu gewinnen, müssen Unter­nehmen allerdings einiges bieten. Für ihr Konzept schauten sich die Projekt­entwickler daher nationale und inter­nationale Quartiers­ent­wicklungen ähnlicher Größe an – in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Brooklyn, der Bronx oder Manhattan. „Wir haben uns vor allem am Retro-Stil der 20er Jahre in New York orientiert, an Backstein und Glas“, sagt Tobias Wilhelm, zuständiger Projekt­leiter bei der Art-Invest Real Estate. „Im Inneren des Gebäudes sind Loft-Büros mit 3,50 Meter lichten Raum­höhen und freiliegen­den, indu­striell an­muten­den Leitungs­systemen geplant“.

Das Quartier muss sich ab­heben. Standard-Büro­räume und eine Aller­welts­archi­tektur ziehen keine Kreativen an, wissen die Projekt­ent­wickler. Für die Dächer haben sie sich einen besonderen Clou ein­fallen lassen: Sie sind als fünfte Fassade konzipiert – mit Kräuter­gärten, Arbeits­plätzen unter freiem Himmel und sogar einer Lauf­bahn. Es wäre die erste in München, zumin­dest in dieser Höhe.

„Wir möchten, dass ‚Die Macherei‘ auch abends und an den Wochen­enden belebt ist. Dafür machen wir mehr als die Hälfte der Grund­stücks­fläche öffentlich zu­gänglich.“

Ferdinand Spies
Ge­schäfts­führer der Art-Invest Real Estate

Das Projekt "Die Macherei" in München orientiert sich bewusst an typischen früheren Industriegebieten wie Brooklyn.
Das Projekt "Die Macherei" in München orientiert sich bewusst an typischen früheren Industriegebieten wie Brooklyn.

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