Nachhaltigkeit Energiewende

Meilenstein für Kölns Wärmewende

In Köln-Niehl entsteht Europas größte Flusswasserwärmepumpe. Ein Projekt, in dem zusammenkommt, was die Helaba ausmacht: gesellschaftlicher Mehrwert, finanziert mit regionalen Partnern und umgesetzt aus einer langjährigen Kundenbeziehung heraus.

Lebendige Abendansicht von Köln im Winter mit Lichtspuren und dem ikonischen Kölner Dom bei Sonnenuntergang.

Als größte Wasserstraße Deutschlands trägt der Rhein nicht nur eine gewaltige Menge Wasser an Köln vorbei, sondern auch viel Wärmeenergie. Ab 2028 will der Energieversorger RheinEnergie einen Teil davon nutzen – und 50.000 Haushalte mit Wärme versorgen.

Premiere für ein erfahrenes Team

Wenn Martin Steinebach seine Laufrunde dreht, kommt er an der großen Baustelle vorbei, auf der die drei 50-Megawatt-Module für die Wärmepumpe entstehen.

„In den vergangenen sechs Jahren haben wir etwa 20 vergleichbare Großprojekte finanziell strukturiert: vom altholzgefeuerten Heizkraftwerk bis zu Offshore-Windparks. Doch eine Flusswasserwärmepumpe war noch nicht dabei“, sagt der Projektfinanzierer.

Bekanntes Prinzip, neue Dimensionen

Die Wärmepumpe in Köln-Niehl ist ein Leuchtturmprojekt. Dabei unterscheidet sich ihre Funktionsweise nicht von den Anlagen, die neben modernen Einfamilienhäusern zu finden sind. Nur dass die Pumpe in Köln die Wärme nicht der Luft oder dem Erdreich entzieht, sondern dem Rhein. Mit einem Kältemittel und stromgetriebenen Verdichtern hebt sie diese Wärme auf über 100 Grad Celsius an und speist sie ins Kölner Fernwärmenetz ein. Wie das genau funktioniert, zeigt das Video.

Warme Häuser ohne fossile Energieträger

Durch den Einsatz der Rheinwärme spart die Flusswasserwärmepumpe große Mengen Kohlendioxid ein. Aus einer Einheit Strom gewinnt sie zwei bis drei Einheiten Wärme. Im Vergleich zur fossil befeuerten Erzeugung spart sie nach Angaben von RheinEnergie mindestens 100.000 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr.

Besonderes Projekt, besondere Finanzierung

Ein Projekt dieser Größenordnung braucht eine langfristig aufgestellte Finanzierung, um die Gesamtinvestition von 280 Millionen Euro zu decken. Die Helaba hat die Finanzierung als Strukturiererin, Konsortialführerin und Kreditgeberin aufgesetzt – gemeinsam mit der NRW.BANK und der Sparkasse KölnBonn.

Wie Martin Steinebach war auch Silke Grundmann entscheidend am Projekt beteiligt: Sie ist die verantwortliche Kundenbetreuerin und steuert die gesamte Geschäftsbeziehung der Helaba mit den Stadtwerken Köln und deren Tochtergesellschaft RheinEnergie.

„Besonders war für mich, wie passgenau die Finanzierung funktionierte. Mit den beiden Partnerbanken arbeiten wir seit Jahren vertrauensvoll zusammen, deshalb war ihre Beteiligung an der Gesamtfinanzierung absolut sinnvoll.“

Refinanzierung mit Nachhaltigkeits­bezug

Bund und EU fördern den Bau der Flusswasserwärmepumpe in Köln-Niehl. Als Fremdkapitalgeberin stellt die Helaba einen Corporate-Kredit mit Assetbezug bereit. Die Finanzierung ist zu 100 Prozent nachhaltig strukturiert, sie leistet einen Beitrag zum Sustainable Development Goal (SDG) Nr. 7 „Bezahlbare und saubere Energie“. Durch diese klare Zweckbindung profitiert das Konsortium von Sonderkonditionen bei der Refinanzierung: Die beteiligten Banken können auf zinssubventionierte Mittel von Förderbanken – etwa der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder Mittel der NRW.BANK – zugreifen.

Das Prinzip

Das Prinzip der Anlage lässt sich – etwas vereinfacht – in wenigen Schritten erklären.

Ein Modul von innen

Die Wärme erzeugt ein Modul mithilfe eines Kältemittels, das in einem geschlossenen Kreislauf fließt. 

Verdampfer

 Schon die geringe Wärme des Rheinwassers im Winter genügt, um das Kältemittel zu erhitzen bis es verdampft. 

Verdichter

Das gasförmige Kältemittel wird verdichtet. Dabei steigt seine Temperatur deutlich an. 

Verflüssiger

Das heiße Gas gibt seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Wasser des Fernwärmenetzes ab. Dabei erreicht es bis zu 110°C. Gleichzeitig kühlt das Kältemittel ab und wird wieder flüssig.

Ventil

Das Ventil senkt den Druck, das Kältemittel erkaltet weiter. So ist es bereit, wieder Wärme aufzunehmen.

Der Kreislauf

Der Kreislauf schließt sich: Das Wasser fließt leicht abgekühlt zurück in den Rhein

Die Anlage

Das erwärmte Wasser strömt über die Leitungen ins Fernwärmenetz. 

Ins Netz

Und verteilt sich von Köln-Niehl aus Richtung Innenstadt.

Wärme für Köln

Auf diese Wiese versorgt die Stadt Köln ab 2028 tausende Wohnungen mit Rheinwärme.

Bis zu

50.000

Haushalte können ab 2028 Fernwärme aus der Anlage erhalten.

100.000t

Treibhausgase werden pro Jahr mindestens eingespart (Angabe der RheinEnergie, im Vergleich zu fossiler Erzeugung der gleichen Energiemenge)

3×50MW

Leistung erzeugen die drei Module der Flusswasserwärmepumpe

Ein Muster für die Zukunft

Für Silke Grundmann ist das Projekt ein Muster für künftige Vorhaben: „In Köln-Niehl haben wir eine Blaupause geschaffen für weitere Konsortialfinanzierungen, bei denen wir wieder als Strukturiererin und Konsortialführerin bereitstehen können. Weitere Stadtwerke und Energieversorger planen bereits den Bau einer Flusswasserwärmepumpe.“

Sie und Martin Steinebach verfolgen das Projekt weiterhin gespannt, ob bei der Laufrunde oder im Austausch mit den Projektpartnern.

Die Finanzierung ist klar und gut strukturiert, und wir haben die Zusammenarbeit auf allen Ebenen als äußerst lösungsorientiert und pragmatisch empfunden.

Wolfgang Paul

Leiter Finanzen RheinEnergie

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