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title: "Branchen-Update November 2026"
url: https://www.helaba.com/de/branchen-update-november-2026
type: dd_research
language: de
updated: 2026-11-06
keywords: Branchen
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# Branchen-Update November 2026

MITEINANDER MEHR MÖGLICH MACHEN! Frankfurt, 06. November 2026 ADRIAN KEPPLER HELABA RESEARCH BRANCHEN-UPDATE NOVEMBER 2026 (DATENSTAND: SEPTEMBER 2026) MEHR RÜCKENWIND, NOCH KEIN DURCHBRUCH Adrian Keppler | 06.11.2026 ▪ Die Industrieproduktion steigt im September um 0,7 % gegenüber August (+0,4 % gg. Vj.). Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnet einen Zuwachs von 1,7 % gg. Vm (+0,3 % gg. Vj.). ▪ Positiv beigetragen hat vor allem die Automobilindustrie (S. 13), wobei es sich aber weitgehend um eine Gegen- bewegung zu den aufgrund von Werksumstellungen schwachen Vormonaten handelt. ▪ Erfreulich ist das Auftragsplus von 4,4 % gegenüber dem Vormonat (+3,3 % gg. Vj.). Hierzu trug vor allem der Maschinenbau bei (S. 12). Hervorzuheben ist zudem, dass die Kernaufträge (ohne Großaufträge) nochmal stärker um 5,1 % zulegten. Gemeinsam mit dem Maschinenbauplus, das besonders stark inländisch geprägt war, sind das gute Nachrichten für einen heimischen Industrieaufschwung ▪ Auch die Produktionserwartungen aus den ifo Umfragen machen Hoffnung, da diese inzwischen im positiven Bereich verharren (S. 7). 2 Gestiegene Kernaufträge und inländische Maschinenbau- aufträge machen Hoffnung Adrian Keppler | 06.11.2026 3 PRODUKTION Deutschland: Produktionsindex\* September 2026, saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*Der Produktionsindex erfasst näherungsweise das Produktionsvolumen. Die gesamte Wertschöpfung wird nicht erfasst. Siehe Methodische Hinweise. Quellen: Macrobond, Helaba Research 2,9 8,0 -6,5 17,1 -0,1 0,6 1,7 -1,7 -1,1 -4,1 2,8 0,3 4,7 0,3 Chemie Pharma Maschinenbau Auto Metall\* Elektro\*\* Verarbeitendes Gewerbe gg. Vm. gg. Vj. Adrian Keppler | 06.11.2026 4 AUFTRAGSEINGANG Deutschland: Auftragseingang September 2026, saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*WZ 24/25, \*\*WZ 26/27, gewichtet mit Umsatzanteilen Quellen: Macrobond, Helaba Research 3,9 10,1 8,3 10,5 -1,0 0,9 4,4 3,9 0,7 12,2 -0,7 4,8 4,3 3,3 Chemie Pharma Maschinenbau Auto Metall\* Elektro\*\* Insgesamt gg. Vm. gg. Vj. Adrian Keppler | 06.11.2026 5 KERNAUFTRÄGE STEIGEN WIEDER Verarbeitendes Gewerbe Deutschland, 2021 = 100, saisonbereinigt Quellen: Macrobond, Helaba Research Adrian Keppler | 06.11.2026 6 INLANDSPLUS IM MASCHINENBAU Auftragseingänge Deutschland September 2026, sb, % gg. Vm. Auftragseingänge Deutschland September 2026, sb, % gg. Vj. \*WZ 24+25, \*\*WZ26+27, gewichtet mit Umsatzanteilen Quellen: Macrobond, Helaba Research 12,4 -3,2 -4,7 -11,8 10,1 4,5 12,3 9,2 18,7 1,2 22,1 5,6 6,7 23,0 -3,4 1,5 0,1 2,3 -40 -20 0 20 40 Automobil Maschinenbau Elektro\*\* Metall\* Pharma Chemie Inland Euro- Ausland Nicht-Euro- Ausland 0,9 1,9 -3,9 1,1 -3,4 4,7 11,1 9,4 5,3 5,5 15,4 4,6 -10,5 27,8 9,1 6,0 -5,8 2,9 -30 -20 -10 0 10 20 30 40 Automobil Maschinenbau Elektro\*\* Metall\* Pharma Chemie Inland Euro- Ausland Nicht- Euro- Ausland Adrian Keppler | 06.11.2026 7 VERBESSERTE PRODUKTIONSERWARTUNG Produktionsindex 2021 = 100 (sb) Ifo Produktionserwartung\* \*Ein positiver Wert bedeutet, dass befragte Unternehmen per Saldo steigende Produktion in den nächsten drei Monaten erwarten. Quellen: Macrobond, Helaba Research Adrian Keppler | 06.11.2026 8 CHEMIE: SCHALL UND RAUCH Produktion\*, Auftragseingang, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion der chemischen Industrie steigt im September um 2,9 % gg. Vm. (-1,7 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge wachsen sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahr um 3,9 %. Das ist der erste Anstieg seit April 2026. • Die Branche zeigt weiterhin, dass die positiven Signale des bisherigen Jahres- verlaufs instabil sind und maßgeblich am Irankrieg hängen. Für Unterstützung seitens der heimischen Konjunktur ist die Inlands- nachfrage (Privater Konsum, Investitions- und Staatsausgaben) noch zu gering. Adrian Keppler | 06.11.2026 9 PHARMA: PILLEN KAUFEN? IRGENDWER? Produktion\*, Auftragseingang, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Pharmaproduktion steigt um 8,0 % gg. Vm. (-1,1 % gg. Vj.). Der Produktionstrend ist dennoch abwärtsgerichtet. • Das Auftragsplus beträgt im September 10,1 % gg. Vm. (+0,7 % gg. Vj.). • Die Pharmaindustrie gilt häufig als eine der „Hoffnungsbranchen Deutschlands“. In den harten Daten sieht man davon derzeit jedoch wenig. • Zu Beginn des Jahres gaben rund 10 % der befragten Unternehmen an, unter Auftrags- mangel zu leiden. Inzwischen liegt der Wert bei über 30 % – die Nachfrage am deutschen Pharmastandort schwächelt stark. Adrian Keppler | 06.11.2026 10 METALL: CHROM, MANGAN UND NICKEL Produktion\*, Auftragseingang, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Bei der Produktion des Metallgewerbes tut sich im September nicht viel (-0,1 % gg. Vm. bzw. +0,3 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge sinken gegenüber August um 1,0 % (+4,8 % gg. Vj.). • Von einem geringen Niveau ausgehend zeigt der Dreimonatstrend jüngst einen kleinen Aufwind bei den Aufträgen. Dieser ist aber nicht breit angelegt – er stammt weitgehend aus der Erzeugung und Bearbeitung von sonstigen Nichteisenmetallen (z.B. verschiedene Legier- ungen aus Chrom, Mangan oder Nickel). • Nachfrager dürften hier zuletzt die chemische und Automobilindustrie sein, wovon die restliche Branche aber noch nicht in der Breite profitiert. Es zeigt aber, dass wohl auch im Metallgewerbe die Spezialisierung eine der Lösungen für die Zukunft ist. Adrian Keppler | 06.11.2026 11 ELEKTRO: KI-BOOM – FLUCH ODER SEGEN? Produktion\*, Auftragseingang, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Elektroindustrie kann im September ihre Produktion gegenüber August um 0,6 % ausweiten (+4,7 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge wachsen gegenüber dem Vormonat um 0,9 % (+4,3 % gg. Vj.). • Das Auftragsplus der Branche liegt im bisherigen Jahresverlauf im zweistelligen Bereich. Die Produktion folgt inzwischen, allerdings ist der Aufschwung nicht ohne Gefahren. Die Materialknappheit erreichte in der halbleiterrelevanten Sparte der Elektronik/ Optik zuletzt 40 % der befragten Unternehmen. • Ursächlich dürfte unter anderem der akute Mangel an Leiterplatten sein. Die KI-Nachfrage fegt den asiatischen Markt derzeit leer und in Europa gibt es kaum noch heimische Produk- tion. Was die Branchen also derzeit stützt, kann zur Gefahr werden. Adrian Keppler | 06.11.2026 12 MASCHINENBAU: KONJUNKTUR-HOFFNUNG Produktion\*, Auftragseingang, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Maschinenbauproduktion gibt nach dem starken Plus im Vormonat um 6,5 % nach (-4,1 % gg. Vj.). • Die Maschinenbauaufträge legen um 8,3 % gegenüber dem Vormonat zu (+10,5 % gg. Vj.). • Bei den Neuaufträgen stammt die Nachfrage vor allem aus dem Inland, was eine positive Nachricht für den inländischen Konjunktur- aufschwung darstellt. Vor allem die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren (ohne Kfz) und Turbinen sorgte für das Plus. Adrian Keppler | 06.11.2026 13 AUTO: REBOUND Produktion\*, Auftragseingang, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion der Automobilindustrie steigt im September um 17,1 % gegenüber August (+2,8 % gg. Vj.) und trägt damit maßgeblich zum positiven Gesamtergebnis der Industrie bei. • Die Auftragseingänge verzeichnen im September ein Plus von 10,5 % gegenüber dem Vormonat, liegen aber 0,7 % unter dem Vorjahresmonat. • Das Produktionsplus stellt maßgeblich die Gegenbewegung zu den aufgrund von Werks- umstellungen schwachen Vormonaten dar. Das zeigt sich darin, dass der Zuwachs nahezu vollständig seitens der Hersteller kam, während die Zulieferer leer ausgingen. • Insgesamt gilt nach wie vor, dass der Irankrieg auf der Branche lastet und die Aussichten trübt. Adrian Keppler | 06.11.2026 Methodische Hinweise ▪ Die hier verwendeten Daten stammen, sofern nicht anders angegeben, aus der amtlichen Statistik von Destatis. ▪ Die Produktionszahlen stützen sich auf den Produktionsindex des Verarbeitenden Gewerbes, der die preisbereinigte Entwicklung der Warenproduktion (Produktionsvolumen) von Industriebetrieben mit mindestens 50 Beschäftigten widerspiegelt. ▪ Der Produktionsindex ist weitgehend physischer Natur. Abgesehen von kleineren Dienstleistungen wie Reparaturen werden produktbegleitende Dienstleistungen und sonstige Umsätze der Betriebe nicht berücksichtigt. ▪ Die hier verwendeten Produktionszahlen dienen daher der groben Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung der Branchen, nicht jedoch der ganzheitlichen Entwicklung der Industrie, die sich strukturell inzwischen besser entwickelt. ▪ Für die gesamte industrielle Wertschöpfung müsste auf den Produktionswert und die Bruttowertschöpfung aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zurückgegriffen werden. Diese sind jedoch nicht monatlich verfügbar. ▪ Die Auftragszahlen stützen sich auf den Auftragseingangsindex des Verarbeitenden Gewerbes. Dieser gibt den Wert aller fest akzeptierten Aufträge zur Lieferung selbst hergestellter Erzeugnisse an. ▪ Die Erhebungseinheiten der Produktions- und Auftragsstatistik sind örtlich getrennte Niederlassungen. Die Daten sind daher auf Deutschland fokussiert und berücksichtigen das Geschäft ausländischer Produktionsstätten deutscher Unternehmen nur eingeschränkt. ▪ Die Branchenabgrenzung erfolgt hier weitgehend auf Zweistellerebene der Klassifikation der Wirtschaftszweige. Teilweise werden Zweisteller kombiniert, um einzelne Branchen sachgerecht abzubilden. ▪ Die Daten der amtlichen Statistik werden bei Bedarf, nach entsprechender Kennzeichnung, durch Produktions - und Auftragszahlen von Branchenverbänden sowie weiteren Quellen ergänzt. ▪ Die Branchenverbände verwenden meist andere statistische Abgrenzungen, wodurch sich die Daten teilweise deutlich von den Angaben der amtlichen Statistik unterscheiden können. 14 Adrian Keppler | 06.11.2026 IHRE ANSPRECHPERSON 15 HELABA Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main T +49 69/91 32-01 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt T +49 3 61/2 17-71 00 www.helaba.com Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Adrian Keppler Senior Economist Helaba Research T +49 69/91 32-41 83 adrian.keppler@helaba.de LinkedIn | Adrian Keppler Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos

Sowohl die Industrieproduktion als auch die Auftragseingänge legen im September spürbar zu. Das Auftragsplus war breit angelegt und vor allem der Maschinenbau sticht positiv hervor. Mit Blick auf die Produktion machen deutlich verbesserte Produktionserwartungen der Unternehmen Hoffnung.
