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title: "Wochenausblick: KW 44"
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updated: 2026-10-23
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Wochenausblick
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# Wochenausblick: KW 44

Wochenausblick 23. Oktober 2026 © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 1 von 10 Helaba Research → Auf dem Radar → EZB: Über Monster und Zinserhöhungsspielräume → Brasilien vor der Stichwahl: Lula oder Bolsonaro? → Devisen: US-Dollar bleibt Leitwährung → Finanzmarktkalender → Prognosetabelle: BIP und Inflation → Kapitalmarktprognosen → Neues von Helaba Research Auf dem Radar cw/ Es wird ungemütlich an den Finanzmärkten. Ein ungutes Gemisch aus geopolitischen Spannun- gen, dem schier unstillbaren Kapitaldurst im KI-Sektor sowie fortgesetzte Bedenken hinsichtlich Frankreichs Bonität zerren an den Nerven der Anleger. Sicherheit war deshalb stark gefragt in der abgelaufenen Handelswoche, während Risiko gemieden wurde. Von Safe-Haven-Zuläufen profitierten dabei vor allem die 10- jährigen Staatsanleihen in den USA und Deutschland, deren Renditen zuletzt nachgegeben haben. Hingegen konnten klassische sichere Häfen wie Gold nicht profitieren. Auf Wochensicht gab es einen Verlust von rund 3 %, das Edelmetall hält sich nur noch knapp über 4.000 US-Dollar je Feinunze. Es sind die anhaltend hohen Ölpreise in Verbindung mit den nicht enden wollenden Konflikten in den Ver- sorgerregionen des Nahen Ostens und Russlands, die zu nicht nachlassenden Inflationserwartungen führen. Das wiederum belastet das konjunkturelle und politi- sche Klima. US-Präsident Trump gerät vor den Zwi- schenwahlen Anfang November unter Zugzwang. Die USA und Israel planen wohl eine Wiederaufnahme der Luftangriffe nach den Wahlen, zwischenzeitliche Ge- rüchte um ein Vorziehen dessen hat weitere Drohun- gen und Attacken seitens Iran in der Straße von Hor- mus ausgelöst. Folglich zieht der Ölpreis in der abge- laufenen Handelswoche mit einem Plus von gut 7 % weiter nach oben. Ölpreise von über 100 US-Dollar befördern nicht nur Inflationssorgen, sondern auch Zinsspekulationen. Mit einer Leitzinsanhebung der in der Berichtswoche statt- findenden geldpolitischen Sitzungen der Fed oder der EZB (S.2) wird jedoch nicht gerechnet. Der außerge- wöhnlich starke Renditerückgang sowohl in den USA wie auch in Deutschland ist dem Ausverkauf bei US-Technologieaktien geschuldet. Darüber hinaus profitieren Bundesanleihen noch vom Druck, den derzeit französische Staatsanleihen (OAT) ausge- setzt sind. In der abgelaufenen Handelswoche rentierte die 10-jährige OAT mit in der Spitze knapp 5,15 % noch Kapitalmärkte im Wochenrückblick \*22.10.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research -0,2 0,6 0,9 0,7 1,12 176 0,84 0,92 Devisen jeweils gg. Euro: aktueller Stand\*, % gg. Vw US-Dollar Jap. Yen Brit. Pfund Schw. Franken 4 -8 -11 2,68 3,33 4,95 Zinsen/Renten in %: aktueller Stand\*, Bp. gg. Vw 3M Euribor 10j. Bundesanleih. 10j. US-Treasuries 0,0 -1,3 1,3 -2,4 25.372 6.087 52.868 62.908 Aktien in Landeswährung: aktueller Stand\*, % gg. Vw DAX Euro Stoxx 50 Dow Jones Nikkei 225 -2,6 6,8 4.038 113 Rohstoffe/Gold: aktueller Stand\*, % gg. Vw Gold $/oz Brentöl $/bbl Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 2 von 10 über den 10-jährigen US-Treasuries. Der Druck könnte sich nach der erwarteten Herabstufung durch die Ratinga- gentur Moody`s noch verstärken, falls der Verlust des Doppel-A-Bereichs weitere Verkäufe auslöst. So steht Frank- reich wohl vor einem weiteren Protestwochenende und es steht zu bezweifeln, dass angesichts der letzten Ausei- nandersetzungen Sparmaßnahmen beschlossen werden. Fed wie EZB dürften vermehrt unter dem Eindruck der angespannten Staatshaushalte agieren. Solange der Ölpreis auf diesem hohen Niveau verharrt, dürfte die Lage an den Kapitalmärkten angespannt bleiben. Die Fed hat den Vorteil, dass die US-Wirtschaft trotz der Energiekrise besser läuft. In der Berichtswoche dürfte sich dies in den Da- ten zum BIP für Q3 zeigen. Während für die USA erneut mit einem soliden Wachstum gerechnet wird, kann für Deutschland sogar ein leichter Rückgang nicht ausgeschlossen werden. Vor allem die nachgebenden Einzelhan- delsumsätze lassen eine energiepreisbedingte Konsumzurückhaltung befürchten. Die Rentenanleger dürften dar- über hinaus die französischen BIP-Daten begutachten. Der Fall der französischen EMI-Umfragen unterhalb der Ex- pansionsschwelle könnte ein Indiz dafür sein, dass die angespannte Stimmungs- und Haushaltslage durch eine schwache Wirtschaft noch angeheizt wird. Schließlich steht noch das Ergebnis aus der anstehenden Stichwahl in Brasilien (S.3) in der Berichtswoche an. EZB: Über Monster und Zinserhöhungsspielräume uk/ Angesichts der jüngsten Entwicklungen in Frankreich dürfte eine Zinsanhebung durch die EZB im Oktober wohl kein Thema sein. Insgesamt wird der Spielraum für Straffungen kleiner. In einem alten Schulungsvideo der EZB ist von einem Inflations- und einem Deflationsmonster die Rede. Nun hebt jedoch ein anderes Monster sein Haupt, vor dem die EZB vielleicht noch mehr Angst hat. Nennen wir es das „Euro- Schuldenkrisenmonster“. Warum ist es so gefährlich? Wenn es sehr groß wird, hat es möglicherweise sogar die Kraft, die gesamte Währungsunion zu verschlingen. Wenn sich der EZB-Rat in Frankfurt zum vorletzten Mal in diesem Jahr zur Zinsentscheidung trifft, dürften da- her vor allem die hohen französischen Kapital- marktzinsen und die steigenden Risikoaufschläge im Fokus stehen. Die Rendite 10-jähriger französischer Staatsanleihen hat inzwischen die 5 %-Marke über- schritten. Es ist aus Sicht der Geldpolitik jedoch nicht nur eine weitere ernste Bedrohung. Es steht zudem im diamet- ralen Gegensatz zu dem anderen Problemfeld, nämlich den aufgrund der geopolitischen Lage anhaltend ho- hen Energiepreisen, die die Inflation anheizen (+3,8 % im September). Während Letzteres eine geldpolitische Straffung erfordert, macht die Krise des zweitgrößten EU-Landes im Zwei- felsfall eher unterstützende Maßnahmen notwendig. Ein Rückblick zeigt, dass die EZB während der Euro-Schul- denkrise 2011/12 nach kurz vorher erfolgten Zinsanhebungen diese relativ schnell wieder zurückgenommen hat. Die Inflationsrate im Euroraum lag damals bei 3,0 %. Später kamen dann noch die umfangreichen Anleihenkäufe hinzu. Ein Rückblick auf 2011/12 % bzw. Prozentpunkte \*Zinsdifferenz zu 10-jährigen Bunds Quellen: LSEG, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 3 von 10 Die EZB hat mit dem Transmission Protection Instrument (TPI) vor vier Jahren ein wirksames Instrument in ihren Waffenschrank gestellt. Es erlaubt der EZB, bei entsprechendem Konsolidierungswillen des Krisenlandes, dessen Anleihen in unbegrenzter Höhe auf dem Sekundär- markt zu kaufen, um eine einheitliche Wirkung der Geldpolitik im gesamten Euroraum zu sichern. Die Be- dingungen, die Frankreich im fiskalischen Bereich er- füllen müsste, sind allerdings streng. Würde Paris diese Kriterien, wie die Einhaltung des EU-Finanzrah- mens und eine tragfähige Staatsverschuldung, erfül- len, würde sich der Spread vermutlich auch ohne den Einsatz von TPI wieder einengen. Das Instrument ist daher eher als Rettungsmaßnahme für den Fall einer weiteren Eskalation zu verstehen, ganz im Sinne von Draghis „Whatever it takes”. Die positive Wirkung des Instruments leitet sich eher daraus ab, dass Investo- ren diese Maßnahme vorab in ihre Überlegungen ein- beziehen und es daher erst gar nicht zu einer übertrie- benen Spreadausweitung kommt. Mit rund 170 Basis- punkten liegt die aktuelle Zinsdifferenz zwischen 10- jährigen französischen Staatsanleihen und Bundesanleihen immer noch deutlich unter dem damaligen Spread von Italien. Dieser erreichte Ende 2011 Niveaus von über 500 Basispunkten. Deutlich wird jedoch, dass die Zinserhöhungsspielräume der EZB in diesem insgesamt fragilen Umfeld vermutlich kleiner sind als von vielen angenommen. Die an den Terminmärkten eingepreisten Erwartungen mehrerer weiterer Zinsanhebungen könnten sich als übertrieben erweisen. Die Finanzierungsbedingungen sind inzwischen nicht nur in Frankreich und Italien sehr schlecht. Auch hierzulande gibt es aufgrund des veränderten Kapitalmarktzinsni- veaus bereits restriktive Effekte, beispielsweise an den Immobilienmärkten. Die EZB muss daher trotz des umher- streifenden Inflationsmonsters umsichtig agieren. Selbst die von ihr für Dezember voraussichtlich angestrebte Zinsanhebung ist unter diesen Bedingungen keineswegs ausgemachte Sache. Brasilien vor der Stichwahl: Lula oder Bolsonaro? lr/ Flávio Bolsonaro hat die besseren Karten. Die Märkte honorieren die Aussicht auf mehr Fiskal- disziplin, obwohl sein Programm entscheidende Fragen offenlässt. Am Sonntag, dem 25. Oktober, entscheidet Brasilien in einer Stichwahl über das Präsidentenamt. Der linksgerich- tete Amtsinhaber Lula trifft auf den rechtsgerichteten Herausforderer Flávio Bolsonaro, den ältesten Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Inhaltlich prallen zwei grundverschiedene Politikansätze aufeinander. Lula will seine stark auf Sozialprogramme ausgerichtete Agenda fortführen und kann Erfolge bei der Armutsbekämpfung sowie der Eindämmung der Regen- waldabholzung vorweisen. Wirtschaftlich fällt seine Bilanz jedoch weniger überzeugend aus: Das für 2026 erwar- tete Wachstum von 2,0 % erscheint für ein großes Schwellenland verhalten. Hinzu kommen Ermittlungen gegen seinen Sohn und anhaltende Korruptionsvorwürfe aus früheren Amtszeiten. Flávio Bolsonaro profitiert dagegen von der Mobilisierungskraft seines Vaters, der nach dem Versuch, das Wahlergebnis von 2022 zu kippen, zu über 27 Jahren Haft verurteilt wurde. Zusätzlichen Rückenwind erhält er durch die öffentliche Unterstützung Donald Trumps. Wirtschaftspolitisch verspricht Bolsonaro eine orthodoxere Fiskalpolitik. Zudem setzt er auf ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität und den weitreichenden Abbau von Umweltauflagen.1 1 Für eine ausführlichere Analyse siehe unseren Im Fokus: Länder – Brasilien: Wahl mit offenem Ausgang vom 1. Oktober 2026. Insgesamt bereits ein restriktives Zinsumfeld % Prozentpunkte \*5Y5Y Inflation Forwards, Euroraum \*\*5-jährige Bundesanleihen, Veränderung ggü. Renditestand vor 5 Jahren Quellen: LSEG, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 4 von 10 Vor der Stichwahl liegt der Vorteil klar bei Bolsonaro. Notwendig wurde der zweite Wahlgang, weil am 4. Ok- tober keiner der 13 Kandidierenden die absolute Mehr- heit erreichte. Bolsonaro ging mit 47 % als stärkster Bewerber aus der ersten Runde hervor und hat seine Ausgangsposition seither weiter verbessert. Die unter- legenen Kandidaten Cury und Caiado rufen ihre Anhä- nger zu seiner Unterstützung auf. Lula konnte dagegen lediglich den Rückhalt von Bewerbern mit marginalen Stimmenanteilen gewinnen. Lulas letzter Strohhalm besteht nun darin, möglichst viele bisherige Nichtwäh- ler zu aktivieren. Zugleich haben die parallel abgehal- tenen Kongress- und Gouverneurswahlen zu einer deutlichen Rechtsverschiebung geführt. Ein Wahlsieg würde es Flávio Bolsonaro daher erleichtern, einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel durchzusetzen. Überschattet wird der Wahlkampf vom Banco-Master-Skandal. Dem ehemaligen Bankchef Vorcaro wird vorgewor- fen, ein Pyramidensystem betrieben zu haben. Die schrittweise offengelegten Verbindungen des Bankers zu Akt- euren beider Lager – darunter Flávio Bolsonaro selbst – geben beiden Seiten neue Munition für gegenseitige Kor- ruptionsvorwürfe. Jenseits der Personendebatte rücken die strukturellen Schwächen der öffentlichen Finanzen in den Fokus. Hohe Defizite, eine steigende Schuldenquote und ein neues fiskalisches Regelwerk mit zahlreichen Schlupflöchern überzeugen Investoren nicht. Seit Lulas Amtsantritt ist der Primärüberschuss einem Defizit gewichen. Wiederkeh- rende Ausnahmen, diskretionäre Sonderprogramme und zusätzliche Ausgaben im Wahljahr lassen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Konsolidierungskurses wachsen. Entsprechend sensibel reagieren die Kapitalmärkte auf die fiskalischen Aussichten. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bewegte sich weitgehend parallel zu Lulas auf Polymarket gehandelter Wiederwahlwahr- scheinlichkeit. Auch der brasilianische Real sowie der Aktienindex Ibovespa reagierten positiv auf die gestie- genen Chancen eines politischen Kurswechsels: Beide legten nach dem ersten Wahlgang deutlich zu. Der Vertrauensvorschuss für Bolsonaro ist allerdings beträchtlich. Wie eine orthodoxere Fiskalpolitik unter seiner Präsidentschaft konkret aussehen soll, bleibt bislang offen. Angekündigt sind Privatisierungen, Aus- gabendeckel und die Abschaffung mehrerer Ministe- rien. Gleichzeitig verspricht Bolsonaro Steuerentlas- tungen und den Erhalt zentraler Sozialprogramme. Eine Reform des Rentensystems, dem Haupttreiber der Pflicht- ausgaben, ist ebenso ausgeschlossen wie eine Entkopplung der Sozialleistungen vom dynamisch steigenden Min- destlohn. Ob sich die auf rund 82 % des BIP gestiegene Schuldenquote unter diesen Voraussetzungen nachhaltig stabilisieren oder sogar zurückführen lässt, ist daher fraglich. Flávio nun in der Pole-Position Stimmenanteil bei der Präsidentschaftswahl am 4.10., % Quellen: Oberstes Wahlgericht (Brasilien), Helaba Research 47,0 45,2 2,9 2,2 2,2 0,5 0 10 20 30 40 50 Bolsonaro Lula Cury Santos Caiado Andere Anleger sehen Lula skeptisch % % \*gemäß Wettquote Quellen: Macrobond, Polymarket, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 5 von 10 Devisen: US-Dollar bleibt Leitwährung sw/ Der US-Dollar ist weiterhin ein sicherer Hafen in Krisenzeiten. Euro und Renminbi können zwar in einzelnen Kategorien punkten, aber keiner bietet das Gesamtpaket des Dollars.2 Obwohl die Staatsverschuldung der USA als Anteil am BIP auf dem höchsten Stand seit dem zweiten Weltkrieg liegt, bleibt der US-Dollar ein sicherer Hafen. Investoren suchen in Krisen traditionell Schutz im US-Dollar und in US-Staatsanleihen – so auch in diesem Jahr, in dem die geopolitische Situation weiter an Komplexität zugenom- men hat. Der Grund dafür ist der Leitwährungsstatus des Dollars. Er hat in der Weltwirtschaft eine herausragende Rolle, ca. 89 % aller Devisentransaktionen werden in Dollar abgewickelt und knapp 60 % der weltweiten staatli- chen Devisenreserven werden in Dollar gehalten. Was müsste passieren, damit der Status als Leitwäh- rung ins Wanken kommt? Eine Voraussetzung wären maßgebliche geopolitische Umbrüche. Erhalten hat der Dollar seinen Status mit Abschluss des Bretton- Woods-Abkommens 1944, in dem weltweit viele Wech- selkurse an den Dollar gebunden wurden. Geopolitisch scheint aktuell China der größte Rivale und der wahr- scheinlichste Kandidat für einen Umbruch zu sein. Über die notwendige wirtschaftlich relevante Größe verfügt neben China auch die EU, die jedoch stärker in den bestehenden internationalen Ordnungsrahmen eingebunden ist als die Volksrepublik. Eine weitere Voraussetzung für eine Leitwährung ist ein offener, großer und liquider Kapitalmarkt, um Investoren at- traktive Anlagemöglichkeiten zu bieten. Hier hat die USA nach wie vor die Nase gegenüber anderen Kandidaten vorn. Mit über 34 Billionen US-Dollar an handelbaren Staatsanleihen sind die USA der mit Abstand größte und liquideste Markt. Das ist ein Vorteil für Investoren, die Geld parken, dabei gleichzeitig eine auskömmliche Rendite erwirtschaften sowie die Flexibilität haben möchten, jederzeit in einem liquiden Markt die Anleihen wieder verkaufen zu können. Aufgrund der hohen Kapitalnachfrage ist es sogar notwendig, dass die USA Defizite fahren, um diese Nachfrage zu bedienen. Der europäische Finanz- markt bietet hingegen kein Instrument mit ähnlicher Größe – deutsche Staatsanleihen haben beispielsweise ein nominelles Volumen von unter 3 Billionen US-Dollar. Außerdem sind Rechtssicherheit und eine glaubwür- dige Zentralbank ein wichtiges Element für das Ver- trauen ausländischer Investoren. Trumps politisches Agieren hat an dem Vertrauen in die US-Institutionen genagt. Europa kann unter diesem Gesichtspunkt zwar grundsätzlich punkten, verschiedene nationale Regeln machen die Rechtslage jedoch unübersichtli- cher als in den USA. Für China ist das weniger entwi- ckelte Rechtssystem ein Manko. Schließlich sind die freie Konvertibilität einer Währung und offene Kapi- talmärkte eine wesentliche Voraussetzung für den Status als Leitwährung – ein klarer Vorteil für die USA und Europa. China hat hier den größten Nachholbe- darf – Kapitalkontrollen und eingeschränkten Zugang zum Onshore-Markt stehen einer größeren Relevanz des Renminbis im Weg. 2 Siehe ausführlich hierzu unsere Fokus Devisen „Weltleitwährung: Der Dollar und seine Herausforderer“ vom 22. Oktober 2026 US-Staatsanleihemarkt mit Abstand der größte Bio. US-Dollar Quellen: Macrobond, Helaba Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 USA CHN JAP UK DE Nominale Staatsschulden Anteil der Dollar-Reserven geht zurück % aller Reserven, inklusive Gold Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 6 von 10 Insgesamt spricht vieles dafür, dass der US-Dollar in den kommenden Jahren die dominante internationale Leit- währung bleibt. Trotzdem könnten geopolitische Verschiebungen und der wirtschaftliche Aufstieg anderer Regio- nen dazu führen, dass sein Anteil in einzelnen Funktionen graduell weiter sinkt. Beispielsweise könnten öffentli- che Investoren ihre Reservebestände zunehmend diversifizieren, wie schon in vergangenen Jahren zu beobachten war, oder der Handel wird regional verstärkt in Währungen von Regionalmächten abgewickelt. Finanzmarktkalender Zeit Land Periode Indikator Helaba- Prognose Bloomberg Consensus Vorperiode Montag, 26.10.2026 10:00 DE Okt ifo Geschäftsklima, Index 89,5 90,0 89,9 Dienstag, 27.10.2026 10:00 EZ Sep Geldmenge M3, % gg. Vj. 3,6 3,6 3,5 13:30 US Sep Auftragseingang langlebige Güter, % gg. Vm. 1,5 1,4 -0,1 15:00 US Okt Verbrauchervertrauen (CB); Index 80,0 80,4 81,9 Mittwoch, 28.10.2026 08:00 DE Nov GfK-Konsumklima, Index -29,0 -29,0 -30,6 19:00 US FOMC-Zinsentscheidung; % 3,75 - 4,00 3,75 - 4,00 3,75 - 4,00 19:30 US Fed-Präsident Warsh Donnerstag, 29.10.2026 11:00 EZ Okt EU-Kommission; Saldo: Industrievertrauen -4,5 k.A. -3,8 13:30 US Q3 BIP (1. Schätzung), % gg. Vq. (JR) 2,8 3,0 2,2 13:30 US Sep Persönliche Einkommen, % gg. Vm. 0,3 0,3 0,2 13:30 US Sep Persönliche Ausgaben, % gg. Vm. 0,5 0,6 0,9 13:30 US Sep Deflator privater Konsum % gg. Vm. % gg. Vj. 0,5 3,6 0,5 3,6 0,3 3,4 13:30 US Aug Kerndeflator privater Konsum % gg. Vm. % gg. Vj. 0,3 3,1 0,3 3,1 0,2 3,0 13:30 US 24. Okt Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Tsd 200 k.A. 194 14:15 EZ EZB-Sitzung Hauptrefinanzierungssatz Einlagensatz 2,65 2,50 2,65 2,50 2,65 2,50 14:45 EZ EZB-Präsidentin Lagarde Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 7 von 10 Zeit Land Periode Indikator Helaba- Prognose Bloomberg Consensus Vorperiode Freitag, 30.10.2026 09:55 DE Okt Arbeitslose sb.; gg. Vm. in Tsd. 0 4,0 12,0 09:55 DE Okt Arbeitslosenquote; nsb/sb, % 6,3 / 6,4 k.A. / 6,4 6,4 / 6,4 10:00 DE Q3 BIP, 1. Schätzung % gg. Vq., sb, kalenderbereinigt % gg. Vj., sb, kalenderbereinigt -0,1 0,9 0,1 1,1 0,3 1,0 11:00 EZ Q3 BIP, 1. Schätzung % gg. Vq. % gg. Vj. -0,1 0,8 0,2 1,0 0,6 1,2 11:00 EZ Sep Arbeitslosenquote; % 6,4 6,4 6,4 13:30 US Q3 Arbeitskostenindex % gg. Vq. 0,8 0,8 0,9 14:00 DE Okt Verbraucherpreise % gg.Vm. % gg. Vj. 0,0 2,9 0,1 3,0 0,6 3,3 15:45 US Okt Einkaufsmanagerindex Chicago 56,0 56,1 58,8 17:00 US San-Francisco-Fed-Präsidentin Daly 17:30 US St.-Louis-Fed-Präsident Musalem JP Bank von Japan, Zinsentscheid; % 1,25 1,25 1,25 im Laufe der Woche DE Sep Einzelhandelsumsätze % gg. Vm., real sb 0,5 0,5 1,3 Quellen: Bloomberg, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 8 von 10 Prognosetabelle: BIP und Inflation 2024 2025 2026p 2027p 2024 2025 2026p 2027p Eurozone 1,0 1,3 0,8 1,2 2,4 2,1 3,1 2,8 Deutschland 0,0 0,3 0,9 1,2 2,2 2,2 2,7 2,8 Frankreich 1,4 0,9 0,6 0,8 2,3 0,9 2,6 2,6 Italien 0,6 0,7 0,9 0,5 1,1 1,6 2,9 2,3 Spanien 3,5 2,8 2,6 2,2 2,9 2,7 3,8 3,5 Niederlande 1,1 1,8 1,3 1,2 3,2 3,0 3,1 2,6 Österreich -0,8 1,0 0,7 1,3 2,9 3,6 3,2 2,7 Schweden 1,9 1,6 2,5 2,2 2,8 0,7 0,7 2,0 Polen 3,1 3,6 3,5 3,3 3,6 3,6 3,0 2,7 Tschechien 1,1 2,7 2,0 2,5 2,4 2,5 2,2 2,5 Ungarn 0,7 0,4 1,9 2,6 3,7 4,4 1,8 2,7 Großbritannien 1,1 1,2 1,2 1,4 2,5 3,4 3,2 2,7 Schweiz 1,3 1,8 1,7 1,5 1,1 0,2 0,7 1,0 USA 3,0 2,3 2,3 2,0 3,0 2,7 3,4 2,8 Japan 0,1 1,2 0,5 0,7 2,7 3,2 2,0 2,3 Asien ohne Japan 4,7 4,8 4,4 4,1 1,5 0,9 2,0 2,0 China 5,0 5,0 4,5 4,0 0,2 0,0 1,2 1,3 Indien\* 7,2 7,8 7,0 7,2 4,9 2,2 4,9 4,2 Russland 4,9 1,0 0,6 1,0 8,4 8,7 5,5 4,5 Türkei 3,3 3,6 2,7 4,0 58,5 34,9 31,0 23,0 Lateinamerika\*\* 2,0 2,4 2,0 2,4 26,2 7,8 7,2 5,8 Brasilien 3,0 2,6 2,0 2,0 4,8 4,3 4,6 4,3 Welt 3,2 3,2 2,8 2,8 4,4 2,5 3,1 2,7 Welt: gewichtet auf PPP-Basis, ab März 2025 Umstellung auf Basisjahr 2021; Verbraucherpreise Welt ohne Türkei \*Indien: Financial Year; \*\* Lateinamerika wegen Hyperinflation ohne Venezuela; p=Prognose, BIP-Wachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt Quellen: Macrobond, LSEG, Helaba Research Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr, % Veränderung gg. Vorjahr, % Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 9 von 10 Kapitalmarktprognosen aktueller 31.12.2025 Vorwoche\* Stand\*\* Q4/2026 Q1/2027 Q2/2027 Q3/2027 Zinsen % EZB Refi-Satz 50 0 2,65 2,90 2,90 2,90 2,90 EZB Einlagenzins 50 0 2,50 2,75 2,75 2,75 2,75 Tagesgeldsatz €STR 52 0 2,44 2,75 2,75 2,75 2,75 3M Euribor 65 4 2,68 2,85 2,90 2,90 2,85 6M Euribor 91 6 3,02 3,05 3,10 3,05 2,95 2j. Bundesanleihen 91 -8 3,04 3,20 3,20 3,20 3,00 5j. Bundesanleihen 70 -7 3,14 3,30 3,30 3,30 3,10 10j. Bundesanleihen 48 -8 3,33 3,50 3,50 3,50 3,30 2j. Swapsatz 112 0 3,38 3,45 3,45 3,40 3,20 5j. Swapsatz 85 -1 3,42 3,45 3,45 3,45 3,25 10j. Swapsatz 54 -4 3,47 3,50 3,55 3,55 3,35 20j. Swapsatz 23 -8 3,46 3,55 3,60 3,60 3,50 30j. Swapsatz 4 -11 3,28 3,45 3,55 3,55 3,45 Fed Funds Target Rate 25 0 3,88 4,13 4,13 4,13 4,13 10j. US-Treasuries 79 -11 4,95 5,00 5,00 5,00 4,80 Aktien DAX 3,6 0,0 25.372 27.000 27.250 27.500 27.750 Euro Stoxx 50 5,1 -1,3 6.087 6.700 6.730 6.760 6.790 Dow Jones 10,0 1,3 52.868 54.500 54.750 55.000 55.250 S&amp;P 500 11,9 -1,0 7.663 7.900 7.980 8.060 8.140 Nikkei 225 25,0 -2,4 62.908 68.000 68.500 69.000 69.500 Gold und Brentöl Gold €/Unze -2,2 -2,8 3.598 4.103 4.407 4.333 4.500 Gold $/Unze -6,5 -2,6 4.038 4.800 5.200 5.200 5.400 Brentöl $/Barrel 86,0 6,8 113 100 97 93 89 Devisen jeweils gg. Euro US-Dollar 4,7 -0,2 1,12 1,17 1,18 1,20 1,20 Japanischer Yen 4,5 0,6 176 181 181 180 180 Britisches Pfund 4,1 0,9 0,84 0,86 0,86 0,86 0,87 Schweizer Franken 0,9 0,7 0,92 0,96 0,96 0,97 0,98 \* 15.10.2026 \*\* 22.10.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research jeweils gg. Euro, % % Veränderung seit ... Basispunkte Landeswährung, % Wochenausblick © Helaba | Research | 23. Oktober 2026 10 von 10 Neues von Helaba Research Links zu kürzlich erschienenen Analysen → Im Fokus Devisen: Weltleitwährung – Der Dollar und seine Herausforderer → Märkte und Trends Oktober 2026 → Im Fokus Gold Wir sind für Sie da: Themengebiete Autoren/-innen Durchwahl 069/9132- Chefvolkswirtin/Head of Research Dr. Gertrud Rosa Traud (rt) 20 24 Leiter Capital Market Research Dr. Stefan Mitropoulos (sm) 46 19 Leiter Economic Research Dr. Stephan Brand (sb) 46 59 Rentenstrategie Ulf Krauss (uk) 47 28 Aktienstrategie Markus Reinwand (mr), CFA 47 23 Devisenstrategie, Großbritannien Samuel Will (sw) 74 88 Gold Claudia Windt (cw) 25 00 Immobilien Paul Richter (pr) 79 58 Rohöl Ralf Umlauf (ru) 11 19 Pfandbriefe, Covered Bonds Florian Hillenbrand (fh) 40 79 Bankanleihen Dr. Susanne Knips (sk) 32 11 Deutschland, Eurozone Simon Azarbayjani (saz) 79 76 Branchen Adrian Keppler (ak) 41 83 USA, China Patrick Franke (pf) 47 38 Nordeuropa, Zentraleuropa Marion Dezenter (md) 28 41 Emerging Markets Lucas Rauschkolb (lr) Viola Julien (vj) 39 47 20 32 Geopolitik Ralf Schuster (rs) 28 88 Finanzplatz Frankfurt Ulrike Bischoff (ub) 52 56 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Ralf Schuster Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Mail: research@helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch ledig- lich unverbindliche Analysen und Progno- sen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publika- tion getroffenen Angaben dienen der Infor- mation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen ver- standen werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

EZB: Über Monster und Zinserhöhungsspielräume. Brasilien vor der Stichwahl: Lula oder Bolsonaro? Devisen: US-Dollar bleibt Leitwährung.
