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title: "Branchen-Update Oktober 2026"
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type: dd_research
language: de
updated: 2026-10-09
keywords: Branchen
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# Branchen-Update Oktober 2026

Adrian Keppler | Helaba Research Oktober 2026 (Datenstand: August 2026) Branchen-Update Der August trägt Tarnfarben Branchen-Update | 07.10.2026 2 August-Daten 2026: Überblick • Die deutschen Auftragseingänge der Industrie sind wie im Vormonat von Großaufträgen geprägt. Nachdem maritime Rüstungsaufträge zuletzt einen starken Zuwachs bescherten, prägt der Rebound das negative Gesamtergebnis von -10,6 % gg. Vm. • Die deutsche Industrieproduktion legt im August um 2,0 % gegenüber dem Vormonat zu. Haupttreiber ist das Baugewerbe (+ 9,3 %), sowohl im Tief- als auch Hochbau. • Im Verarbeitenden Gewerbe bleibt die Dynamik überschaubar. Die Produktion steigt ggü. Juli um 0,6 %, was primär dem Maschinenbau (+5,3 %) zu verdanken ist. Belastend wirkt hingegen die Automobilproduktion (-5,4 %). • Der starke Auftragsrückgang ist ein Dämpfer. Es zeigt, dass die Aufschwungstendenzen und das Gesamtbild derzeit von Rüstungsaufträgen geprägt sind. • Von einer vollständigen Rüstungsabhängigkeit sollte aber nicht gesprochen werden, da man damit die zuletzt wieder schwächeren, aber insgesamt gestiegenen Auslandsaufträge nicht allein erklären kann. Branchen-Update | 07.10.2026 3 Produktionsupdate: Maschinenbau rettet Gesamtergebnis Deutschland: Produktionsindex August 2026 saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*WZ 24+25, \*\*WZ 26+27 Quellen: Macrobond, Helaba Research -1,2 0,6 5,3 -5,4 2,7 -0,7 0,6 -3,2 -2,9 -0,6 -7,0 0,1 5,6 -0,2 Chemie Pharma Maschinenbau Auto Metall\* Elektro\*\* Verarbeitendes Gewerbe gg. Vm. gg. Vj. Branchen-Update | 07.10.2026 4 Auftragsupdate: Großaufträge prägen erneut das Gesamtbild Deutschland: Auftragseingänge August 2026, saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*WZ 24+25, \*\*WZ 26+27, gewichtet mit Umsatzanteilen Quellen: Macrobond, Helaba Research -1,5 -2,4 -4,4 2,8 -3,7 -3,4 -10,6 -1,8 -2,3 6,7 1,0 -6,8 13,6 3,0 Chemie Pharma Maschinenbau Auto Metall\* Elektro\*\* Insgesamt gg. Vm. gg. Vj. Branchen-Update | 07.10.2026 5 Auftragsaufschwung gedämpft; Auftragsbestand weiter auf Rekordhoch Verarbeitenden Gewerbe, saisonbereinigt, 2021 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 07.10.2026 6 Maritimer Rebound prägt die Auftragseingänge Auftragseingänge Deutschland, saisonbereinigt, 3M-geglättet, 2021 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 07.10.2026 7 Nicht nur Rüstung, sondern auch globale Industriekonjunktur und KI-Nachfrage stützen PMIs Manufacturing (links) bzw. Auslandsaufträge Deutschland, Index: 2021 = 100, sb, geglättet (rechts) Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 07.10.2026 8 Chemie: Sonderkonjunktur ade? Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Chemieproduktion sinkt im August um 1,2 % gegenüber dem Vormonat (-3,2 % gg. Vj.). • Auch der Auftragseingang ist mit -1,5 % gg. Vm. bzw. -1,8 %. gg. Vj. rückläufig. • Die Produktion sinkt den dritten Monat infolge. Zum Teil könnte das an den im August spürbaren Auswirkungen der niedrigen Flusspegelstände liegen, da die Branche besonders auf die Binnenschifffahrt angewiesen ist. • Andererseits stellt sich die Frage, ob die durch den Iran-Krieg ausgelöste Sonderkonjunktur schon wieder ihr Ende gefunden hat. Allerdings befanden sich die Produktionserwartungen zuletzt noch im leicht positiven Bereich, weshalb hier das letzte Wort vielleicht noch nicht gesprochen ist. Branchen-Update | 07.10.2026 9 Pharma: Auslastung unter Druck Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Pharmaproduktion wächst im August zwar leicht gegenüber dem Vormonat (+0,6 %), der Vorjahresmonat wird aber nicht erreicht (-2,9 %). • Die Auftragseingänge sind rückläufig (-2,4 % gg. Vm. bzw. -2,3 % gg. Vj.). • Die Branche zeigt im gesamten Jahresverlauf keine nennenswerte Dynamik im Inland. Entsprechend niedrig ist derzeit auch die Kapazitätsauslastung der deutschen Pharmaproduktionsstätten, die mit knapp 74 % ein gutes Stück von ihrem langfristigen Mittelwert (ca. 80 %) entfernt ist. • Auch in der Pharmaindustrie dürften sich die Auswirkungen der Rheinpegelstände zunehmend bemerkbar machen, da die Branche maßgeblich auf chemische Vorleistungen angewiesen ist. Branchen-Update | 07.10.2026 10 Metall: Lichtblicke ohne Trendwende Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Das Metallgewerbe verzeichnet im Augst ein Produktionsplus von 2,7 % gegenüber Juli (+0,1 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge geben hingegen um 3,7 % gg. Vm. nach (-6,8 % gg. Vj.). • Nach wie vor schlägt sich die energieintensive Metallerzeugung und -bearbeitung im Jahresverlauf 2026 besser als die breit gefasste Schwestersparte der Metallerzeugnisse. •„Besser“ ist hier jedoch relativ, da das Metallgewerbe insgesamt derzeit noch auf ein im besten Fall Nullwachstums auf Jahressicht zusteuert, was nach den starken Einbrüchen der Vorjahre kein wirklicher Erfolg wäre. Branchen-Update | 07.10.2026 11 Elektro: Auf Wachstum gepolt Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion der Elektroindustrie sinkt im August zwar leicht gegenüber dem Vormonat (-0,7 %), liegt aber 5,6 % über dem Vorjahresmonat. • Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Auftragseingängen (-3,4 % gg. Vm., +13,6 % gg. Vj.). • Das Auftragsplus ist wie im Vorjahr bereits zweistellig, die Produktion folgt trotz des leichten August-Rücksetzers zunehmend und befindet sich auf Jahressicht bereits im positiven Wachstumsbereich. Branchen-Update | 07.10.2026 12 Maschinenbau: Erreicht der Aufschwung nun die Werkshallen? Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion des Maschinenbaus steigt im August um 5,3 % gg. Vm. (-0,6 %. gg. Vj.). • Die Auftragseingänge waren gegenüber dem Vormonat rückläufig (-4,4 %), liegen aber 6,7 % über dem Vorjahresmonat. • Die Produktion steigt damit den zweiten Monat infolge und es mehrt sich die Hoffnung, dass sich das starke Auftragsplus allmählich in Produktion und Umsatz niederschlägt. • Die Export- und Produktionserwartungen der Unternehmen machen hier Hoffnung, da beide inzwischen klar den positiven Bereich erreicht haben. Branchen-Update | 07.10.2026 13 Automobil: Wer zu halbherzig elektrifiziert... Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die deutsche Automobilproduktion fällt erneut um 5,4 % gegenüber Juli (-7,0 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge wachsen leicht um 2,8 % gg. Vm. (+1,0 % gg. Vj.), allerdings ist der Dreimonatstrend weiter abwärtsgerichtet. • Durch den Iran-krieg haben sich Hoffnungen auf ein positives Produktionswachstum 2026 der Branche endgültig erledigt. Die Pkw-Neuzulassungen entwickeln sich in Deutschland zwar sogar recht ansehnlich. Allerdings werden aufgrund der Spritpreiskapriolen (Entlastungen des Staates hin oder her) primär alternative Antriebe nachgefragt. Und diese Party wird aufgrund der verschlafenen technologischen Transformation derzeit weitgehend im Ausland gefeiert. Branchen-Update | 07.10.2026 Helaba Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32-01 F +49 69 / 29 15-17 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt T +49 3 61 / 2 17-71 00 F +49 3 61 / 2 17-71 01 www.helaba.com 14 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Ansprechpartner Adrian Keppler Senior Economist Branchenanalyse Helaba Research Tel.: 069 / 91 32-41 83 adrian.keppler@helaba.de Redaktion: Dr. Stephan Brand

Die Industrieproduktion überrascht im August positiv, getragen vor allem vom Baugewerbe und dem Maschinenbau. Bei den Auftragseingängen sorgt die hohe Abhängigkeit von Großaufträgen weiter für starke Schwankungen. Insgesamt sind die Erholungstendenzen von der Rüstung und dem Ausland geprägt.
