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title: "Wochenausblick: KW 38"
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updated: 2026-09-28
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Wochenausblick
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# Wochenausblick: KW 38

Wochenausblick 11. September 2026 © Helaba | Research | 11. September 2026 1 von 10 Helaba Research → Auf dem Radar → Industrie: Großaufträge und Flusspegel prägen den Juli → FOMC-Entscheidung: Die Unsicherheit ist groß → Reindustrialisiert Präsident Trump die US-Wirtschaft? → Regierungswechsel in Schweden? → Finanzmarktkalender → Prognosetabelle: BIP und Inflation → Kapitalmarktprognosen → Neues von Helaba Research Auf dem Radar sw/ Die EZB hat geliefert. Mit einer Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte stemmen sich die europäi- schen Währungshüter gegen den neuerlichen Inflationsdruck. Das wurde im Vorfeld von Marktteil- nehmern eindeutig erwartet, daher war der zweite Teil des Notenbanktreffens von stärkerem Interesse. Allerdings ließ sich Präsidentin Lagarde bei der Pressekonferenz nicht allzu tief in die Karten schauen. Mit dem üblichen Ver- weis auf die Datenabhängigkeit der EZB ließ sie die Märkte im Unklaren über die weitere Leitzinsentwick- lung. Ob ihr amerikanisches Pendant in der Berichtswoche ebenfalls den Leitzins erhöht, ist noch ungewiss. Da Warsh aber mehrfach die Stabilität der Wirtschaft be- tont und die Inflation als Problem benannt hat, gehen wir von einem Zinsschritt um 25 Basispunkte aus (S. 3). Andernfalls könnten die Märkte die Kredibilität der Fed in Frage ziehen, was auf langlaufenden US-Staatsanlei- hen und auf dem US-Dollar lasten würde. Auf Glaubwürdigkeit hofft auch der US-Finanzminister Scott Bessent. Um den Renditeanstieg der Treasuries einzufangen, warnte er Marktteilnehmer mit der Äuße- rung „I am the House” – frei übersetzt: er ist die Bank, die anderen Marktteilnehmer die Spieler. Bessent möchte wohl darauf hinaus, dass er als Finanzminister einen Informationsvorsprung gegenüber dem Markt hätte. Doch die Anleihen- und Aktienmärkte achten genauer auf die Fakten als die Politik. Der deutlich über 100 US-Dollar pro Fass gestiegene Ölpreis erhöhte den Inflations- druck und lastete auf Staatsanleihen sowie auf den Aktienmärkten. Technologietitel hielten sich besser als die „Old Economy“ – gut für die technologielastige USA, auch wenn Trump die Wirtschaft gerne reindustrialisieren würde (S. 4). Kapitalmärkte im Wochenrückblick \*10.09.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research 0,1 1,0 0,0 -0,5 1,16 179 0,86 0,94 Devisen jeweils gg. Euro: aktueller Stand\*, % gg. Vw US-Dollar Jap. Yen Brit. Pfund Schw. Franken -1 16 19 2,64 3,50 4,96 Zinsen/Renten in %: aktueller Stand\*, Bp. gg. Vw 3M Euribor 10j. Bundesanleih. 10j. US-Treasuries -2,5 -1,8 -3,0 1,6 25.361 6.269 52.064 65.271 Aktien in Landeswährung: aktueller Stand\*, % gg. Vw DAX Euro Stoxx 50 Dow Jones Nikkei 225 -3,5 12,7 4.318 108 Rohstoffe/Gold: aktueller Stand\*, % gg. Vw Gold $/oz Brentöl $/bbl Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 2 von 10 Für das Verarbeitende Gewerbe stehen in der Berichtswoche mit dem Empire-State-Index und dem Philadelphia- Fed-Index zwei wichtige regionale Stimmungsindikatoren auf der Agenda. Sie werden Hinweise darauf liefern, wie sich die industrielle Dynamik angesichts der hohen Energiepreise entwickelt. Außerdem stehen US-Einzelhandel- sumsätze im Kalender, die Aufschluss über die Entwicklung des privaten Konsums geben können. Hierzulande zeigte die Industrie nach zwei guten Quartalen im dritten Quartal erste Schwächezeichen. Das Nied- rigwasser im Rhein macht sich hier bemerkbar (S. 2). Insgesamt steht in Europa eine datenarme Woche an. Ledig- lich die ZEW-Konjunkturerwartungen könnten die Märkte bewegen. Wir erwarten zwar eine Verbesserung des In- dex, allerdings wird diese wohl geringer als allgemein erwartet ausfallen. Die Wahlen in Schweden sind nach dem Rechtsruck in Sachsen-Anhalt der politische Hingucker des Wochenendes (S. 5). Industrie: Großaufträge und Flusspegel prägen den Juli ak/ Die deutsche Industrie ist schwach ins dritte Quartal gestartet. Zwar stützten Großaufträge die Nachfrage, gleichzeitig belastete aber das Niedrigwasser im Rhein die Produktion. Die Industrie ist schwach ins dritte Quartal gestartet.1 Zunächst das Positive: Die Auftragseingänge legten gegen- über dem Vormonat um 2,5 % zu und lagen damit 13 % über dem Vorjahreswert. Der Wermutstropfen: Der An- stieg war nicht breit getragen. Maßgeblich verantwortlich waren Großaufträge aus dem sonstigen Fahrzeugbau (Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge etc.), allen voran im rüstungsgetriebenen Schiffbau. Der Auftragseingang ohne Großaufträge gab dagegen nach. Das Negative: Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe sank um 2,3 % gegen- über dem Vormonat (3,3 % gegenüber Vorjahresmonat). Ein Sondereffekt war die mehrwöchige Produktionspause in Teilen der Automobilindust- rie aufgrund einer Werksum- stellung auf Elektromobilität. Zudem dürften die niedrigen Flusspegelstände erstmals spürbare Auswirkungen auf die Produktion gehabt haben. Der Pegelstand des Rheins an der wichtigen Engstelle Kaub fiel am 10. Juli unter die kritische Marke von 78 cm und über- schritt sie seitdem nur an drei Tagen. Das aktuelle Wetter sollte nicht über die anhalten- den Risiken hinwegtäuschen, denn die Pegelstände erholen sich nur mit Verzögerung. Der Tiefstand wurde zudem erst im August erreicht, wes- halb die negativen Produktionsauswirkungen in den nächsten Monaten anhalten dürften. Direkt vom Niedrigwasser betroffen sind Wirtschaftszweige, bei denen ein hoher Anteil des Transportaufkommens auf die Wasserstraße entfällt. Neben Rohstoffen und Mineralölerzeugnissen betrifft dies vor allem die Chemie- und Metallindustrie. Das passt zu den aktuellen Produktionszahlen, die im Juli in beiden Branchen rückläufig wa- ren. Die Chemie leidet dabei besonders, da sie selbst ihr wichtigster Abnehmer ist. Transportstörungen wirken daher wie ein negativer Multiplikator. 1 Mehr Infos gibt’s in unserem aktuellen Branchen-Update vom 9. September. Wasserstand des Rheins immer früher immer niedriger cm \*Tiefstwerte des jeweiligen Monats Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 3 von 10 Indirekt können jedoch auch andere Branchen betroffen sein, wenn Vorprodukte ausbleiben. Allerdings lässt sich der Einfluss der Niedrigwasserstände kaum von den Lieferkettenproblemen infolge des Kriegs im Persischen Golf trennen. Laut ifo Institut lag die industrielle Materialknapp- heit im Juli etwa auf dem Niveau von April. So oder so dürfte die Produktion belastet worden sein. Allerdings sind zum Jah- resende gewisse Nachholeffekte denkbar. FOMC-Entscheidung: Die Unsicherheit ist groß uw/ Die US-Notenbank wird in der kommenden Woche über die Höhe der Leitzinsen entscheiden. Eine Erhöhung erscheint möglich und gerechtfertigt, ist jedoch keineswegs sicher. Die Konjunktur in den USA befindet sich in einer soliden Verfassung und die Inflation liegt klar oberhalb des No- tenbankziels. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es bei der anstehenden FOMC-Sitzung zu einer Zins- erhöhung kommen wird. Der neue Fed-Chef Warsh hat sich von der etablierten Praxis verabschiedet, den Finanz- märkten durch eine „forward guidance“ Hinweise auf den geldpolitischen Kurs zu geben. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass eine Zinserhöhung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 % eskomptiert wird. Eine weniger berechenbare Fed erhöht die Verunsicherung und sorgt tendenziell für eine hö- here Marktvolatilität. Zudem könnten Befürchtungen auf- kommen, dass die US-Noten- bank im Kampf gegen die Infla- tion zu wenig unternimmt, was wiederum Inflationssorgen be- günstigt. Dies war nach der letz- ten FOMC-Sitzung der Fall. Da- mals sind die Renditen vor al- lem von US-Staatsanleihen mit langen Laufzeiten deutlich ge- stiegen. Vor diesem Hintergrund könnten die Währungshüter einen gewissen Handlungsdruck verspüren. Dies gilt auch mit Blick darauf, dass die Federal Reserve vonseiten des Weißen Hauses unter Druck steht. Sollten die Leitzinsen nicht erhöht werden, könnte der Eindruck entstehen, der Fed mangele es an Entschlossenheit und vor allem an Unabhängigkeit. Wir halten eine Erhöhung der Leitzinsspanne um 25 Basispunkte auf 3,75-4,00 % für wahr- scheinlich. Mit Interesse werden auch die neuen Projektionen verfolgt, insbesondere die der Leitzinsen. Bei den zuletzt veröffentlichten Projektionen im Juni haben die FOMC-Mitglieder im Mittel leicht höhere Zinsen bis Ende dieses Jahres für gerechtfertigt gehalten. Für Ende 2027 wurde wieder ein Leitzinsband von 3,50-3,75 % als ange- messen erachtet. US-Geldpolitik: Zinserhöhung voraus? % % Quellen: LSEG, Helaba Research Binnenschifffahrt für Rohstoffe und Chemikalien besonders wichtig Anteil Binnenschifffahrt am gesamten Verkehrsaufkommen, Prognose 2030\* \*Verfügbar sind die Ist-Werte von 2010 und die Prognose für 2030. Die Abweichungen sind im Schnitt gering, daher wird das zeitlich nähere Datum verwendet. Quellen: Bundesministerium für Verkehr, Helaba Research 70,2% 62,1% 36,8% 23,9% 12,0% 9,8% 8,1% 6,3% 4,5% 3,6% 2,9% 1,0% 0,7% Steinkohle Erze Erdöl &amp; Erdgas Mineralölerzeugnisse Düngemittel Chemische Erzeugnisse Land- &amp; forstwirtsch. Erzeugn. Insgesamt Metalle &amp; Metallerzeugnisse Steine &amp; Erden Nahrungs- &amp; Genussmittel Maschinen &amp; Ausrüstungen Fahrzeuge Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 4 von 10 Reindustrialisiert Präsident Trump die US-Wirtschaft? pf/ Zentraler Bestandteil der „Make America great again“ (MAGA)-Agenda Donald Trumps ist eine Wiedergeburt der industriellen Macht der USA? Wie läuft das so? Zu den wenigen von Donald Trump klar und konsistent kommunizierten wirtschaftspolitischen Zielen gehört eine “Renaissance“ des Verarbeitenden Gewerbes in den USA, dessen Hochzeit er mit einem „Goldenen Zeitalter“ der amerikanischen Wirtschaft und mit „guten Jobs für einfache Leute“ verbindet. Inwieweit diese Beschreibung der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem die verklärende Nostalgie eines Achtzigjährigen reflektiert, ist ein Thema für einen anderen Artikel. Hier beschränken wir uns auf die Frage: Hat Trumps Politik in seiner ersten Amtszeit (2017-21) und in den knapp 20 Monaten sei- ner zweiten Amtszeit hinsichtlich Produktion und/oder Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe „etwas ge- rissen“? Um dies zu beantworten, bietet es sich an, den Sektor für die Analyse in zwei (ungleiche) Teile zu trennen: die IT-Branche2 und den Rest. Zunächst ein paar Rahmen- daten: Der US-High-Tech-Sektor verzeichnet aktuell rund 1 Mio. Beschäftigte, der Rest des Verarbeitenden Gewerbes rund 11,5 Mio. Gemessen an seiner Wert- schöpfung („value added“) erwirtschaftete der Gesamt- sektor 2025 gut 9 % des US-Bruttoinlandsproduktes, dazu steuerte die Tech-Branche weniger als zwei Pro- zentpunkte bei. Der Chart oben zeigt, warum es sich lohnt, den Tech-Sektor separat zu betrachten. Seit 2000 hat sich hier der reale Output laut dem Produktionsindex der Fed fast verfünfzehnfacht. Aber diese dynamische Entwicklung war mit ei- ner absolut und relativ klar rückläufigen Zahl an Beschäftigten verbunden. Der Anteil an allen Beschäftigten in der Privatwirtschaft fiel von 1,7 % im Jahr 2000 auf zuletzt 0,7 %. Der sektorale Boom dieses Industriezweigs hat also dank einer spektakulären Produktivitätssteigerung (sprich: zunehmender Kapitalintensität) netto keine neuen Jobs geschaffen, im Gegenteil. Ein Einfluss von Trumps Politik auf diese Zahlen ist derzeit ebenso we- nig zu erkennen wie eine Auswirkung der sehr um- fangreichen Subventionen der Biden-Ära. Zuletzt hat vor allem der KI-Boom die Branche gestützt. Ganz anders ist das Bild im Verarbeitenden Gewerbe ohne die High-Tech-Branchen. Hier ist die Produktion – unter teilweise starken Schwankungen – seit 2000 im Trend um gut 10 % gefallen. Trumps Handelskrieg ab 2018 leitete eine der schwächeren Phasen ein. Seit Anfang 2025 ist eine gewisse Stabilisierung zu erken- nen. Zuletzt war der Output 3 % höher als bei Trumps Amtsantritt im Januar 2025.3 Dies hat aber am Job- markt keine erkennbaren Spuren hinterlassen. Der Anteil der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe exkl. High-Tech an der US-Gesamtbeschäftigung fällt im Trend weiter – wenn auch schon seit einiger Zeit nicht mehr mit demselben Tempo wie in den 2000er Jahren. Mit 9,3 % stellen die jüngsten Werte das Allzeittief dar. 2 „Computers &amp; electronic products“ bzw. “Computers, communications equipment &amp; semiconductors” 3 Zum Vergleich: Die US-Wirtschaft insgesamt ist von Q4 2024 bis Q2 2026 mit einer ähnlichen Rate gewachsen. Tech-Boom mit immer weniger Beschäftigten Index, Januar 2000 = 100 % der Gesamtbeschäftigung Quellen: Macrobond, Helaba Research 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Output "High-Tech-Sektor" (linke Skala) Beschäftigte "High-Tech-Sektor" (rechte Skala) Produktion stabilisiert, Stellenzahl fällt weiter Index, Januar 2000 = 100 % der Gesamtbeschäftigung \*ohne High-Tech-Branchen Quellen: Macrobond, Helaba Research 6 8 10 12 14 16 18 60 65 70 75 80 85 90 95 100 105 110 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Output Verarbeitendes Gewerbe (linke Skala)\* Beschäftigte Verarbeitendes Gewerbe (rechte Skala)\* Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 5 von 10 Fazit: Bei allen Bemühungen der aktuellen Regierung, die Halbleiterbranche u.a. „in die USA heimzuholen“, scheint es vor allem der Boom der amerikanischen KI-Industrie zu sein, der für die hohe Dynamik der Tech-Pro- duktion seit 2022 verantwortlich zeichnet. Hier kann sich Trump zugutehalten, dass er mit seiner „hands-off“-Hal- tung in der Regulierung von KI zumindest nicht als Bremse gewirkt hat. Als wie nachhaltig sich die jüngste Stabili- sierung beim Output im Rest des Verarbeitenden Gewerbes erweisen wird, bleibt abzuwarten. Neue, gutbezahlte Stellen für Personen mit maximal einem Highschool-Abschluss werden aber in der Industrie des 21. Jahrhunderts kaum entstehen, vor allem nicht in Hochlohnländern. Die kapitalintensiven Produktionsverfah- ren, mit denen Industrieländer international wettbewerbsfähig sein können, schaffen selbst in einem Szenario er- folgreichen „Reshorings“ von Produktion nur zahlenmäßig überschaubare Stellen mit hohen Anforderungen an die IT-Kenntnisse u.ä. der Beschäftigten. In die 1950er Jahre, als mehr als einer von drei US-Beschäftigten im Ver- arbeitenden Gewerbe tätig war, führt kein Weg zurück. Regierungswechsel in Schweden? md/ Bei den Wahlen zum Riksdag am 13. September liegt die Mitte-Links-Opposition in Umfra- gen vorn. Aber auch die aktuelle Koalition hat noch Chancen, sich in der Regierung halten. Bei den Parlamentswahlen am 13. September dürfte es laut Umfragen spannend werden. Die Sozialdemokraten liegen mit 28 % der Stimmen vorn, die rechtsnationalen Schwedendemokraten und die konservativen Moderaten mit 19 % bzw. 17 % deutlich dahinter (Stand 8.9.2026). Insgesamt würde die Mitte-Links-Opposition gut die Hälfte der prognostizierten Wählerstimmen auf sich vereinigen. Die regierende, von den Moderaten geführte Koa- lition käme derzeit auf knapp 30 %. Sie wäre für stabile Mehrheiten auf weitere Unterstützung angewiesen, hat aber ebenfalls noch Chancen, die nächste Regierung zu stellen, da zusammen mit den Schwedendemokraten nach derzeitigem Stand knapp 50 % erreicht werden und in der Opposition z.T. Uneinigkeit herrscht. Diese Verteilung war mehr oder weniger auch die Aus- gangslage bei der letzten Parlamentswahl vor vier Jahren. Damals bildeten Moderate mit Christdemokra- ten und Liberalen eine Minderheitsregierung, Minis- terpräsident ist bis heute Ulf Kristersson. Die rechts- nationalen Schwedendemokraten sind formal nicht Teil der Regierung. Im Tidö-Abkommen vom Oktober 2022 verpflichteten sie sich jedoch, die Minderheits- regierung zu tolerieren und bekamen dadurch erst- mals Einfluss auf die Regierungspolitik. In zentralen Themen wie Migration und Innere Sicher- heit hat sich die Haltung Schwedens im Vergleich zu früheren Legislaturperioden deutlich verschärft. Noch kurz vor der Wahl wurde etwa das Alter, ab dem Ju- gendliche strafmündig werden, von 15 auf 14 Jahre gesenkt, um die zunehmende Anwerbung von Kindern und Jugendlichen für kriminelle Banden zu bekämpfen. Rückkehrprämien für die freiwillige Ausreise von Zuwanderern, die es seit längerem gibt, wurden Anfang 2026 stark angehoben und betragen nun bis zu rund 30.000 Euro pro Person. Im Sommer wurde eine „ordentliche und rechtschaffene Lebensweise“ als zusätzliche Voraussetzung für die Fortdauer eines Aufenthaltstitels festgelegt. Allerdings sind die thematischen Grenzen zwischen den Parteien z.T. weniger scharf als andernorts: Auch bei den Sozialdemokraten sind die Innere Sicherheit sowie Zuwanderung und Integration in den Fokus gerückt und da der NATO-Beitritt 2024 von beiden politischen Lagern mitgetragen wurde, sind auf diesen Gebieten unabhängig vom Wahlsieger keine größeren Wendungen absehbar. Mitte-Links-Opposition in Umfragen vorn Parteien\*, Anteile, % \*S=Sozialdemokraten, SD=Schwedendemokraten, M=Moderate, V=Linke, MP=Grüne, C=Zentrum, KD=Christdemokraten, L=Liberale Quellen: Politico (Stand 8. 9. 2026), Helaba Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 0 5 10 15 20 25 30 35 40 S SD MV MP C KD L aktuelle Koalition Sperrklausel 4 % Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 6 von 10 Aktuell benennen die Wähler jedoch andere Fragestellungen als vordringlich. Die Begriffe Recht und Ordnung so- wie Einwanderung bzw. Integration kommen in einer aktuellen Umfrage4 zu den wichtigsten Politikfeldern erst an dritter und vierter Stelle, während das Thema Gesundheitssystem vor der anstehenden Wahl ganz oben rangiert, gefolgt von Schule/Ausbildung. Als Probleme werden unter anderem lange Wartezeiten und Fachkräftemangel bzw. mangelnde Bildungsgerechtigkeit und ein starker Leistungsabfall genannt. Die Wirtschaftsthematik legte zuletzt an Bedeutung zu, scheint die Wähler aber weniger zu beunruhigen. Dabei dürfte die derzeit gute Wirt- schaftsentwicklung eine Rolle spielen: Das reale BIP-Wachstum legte im ersten Halbjahr um über 2 % zu, die Infla- tionsrate blieb mit nur rund einem halben Prozent im Durchschnitt der ersten acht Monaten moderat. In jedem Fall dürfte der Wahlausgang bis zuletzt spannend bleiben. Auch neue Konstellationen über politische Lager hinweg sind bei der Regierungsbildung denkbar. Insgesamt gestiegen ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwedendemokraten Teil der nächsten Regierung werden. Der Vorsitzende der Schwedendemokraten, Åkesson, will zwar nach eigenen Aussagen diese Beteiligung, aktuell jedoch noch nicht den Posten den Ministerpräsiden- ten. Diesen strebt er ab 2030 an. 4 Viktigaste politiska frågan augusti 2026 - Novus - Kunskap och undersökningar Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 7 von 10 Finanzmarktkalender Zeit Land Periode Indikator Helaba- Prognose Bloomberg Consensus Vorperiode Montag, 14.09.2026 Keine relevanten Datenveröffentlichungen Dienstag, 15.09.2026 11:00 DE Sep ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen 38,0 40,2 34,2 14:30 US Sep Empire-State-Index 15,0 14,1 20,6 Mittwoch, 16.09.2026 08:00 GB Aug Verbraucherpreise % gg. Vm. % gg. Vj. 0,4 3,0 k.A. 3,0 0,3 2,9 11:00 EZ Jul Industrieproduktion % gg. Vm., sb % gg. Vj., sb -0,6 -0,5 -0,9 k.A. 0,0 0,1 14:30 US Aug Einzelhandelsumsätze, % gg. Vm. 1,0 0,9 -0,6 14:30 US Aug Einzelhandelsumsätze ohne Pkws, % gg. Vm. 0,5 0,5 -0,3 20:00 US FOMC-Zinsentscheidung; % 3,75–4,00 3,50–3,75 3,50–3,75 20:30 US Fed-Präsident Warsh Donnerstag, 17.09.2026 13:00 GB Bank von England, Zinsentscheid; % 3,75 3,75 3,75 14:15 EZ EZB-Chefvolkswirt Lane 14:30 US Sep Philadelphia-Fed-Index 35,0 28,6 47,4 14:30 US Aug Baubeginne % gg. Vm. Tsd (JR) 10,0 1363 6,9 1315 -12,4 1239 14:30 US Aug Baugenehmigungen % gg. Vm. Tsd (JR) -2,3 1400 -0,9 1410 4,3 1433 14:30 US 12. Sep Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Tsd 210 k.A. 206 Freitag, 18.09.2026 08:00 DE Aug Erzeugerpreise % gg. Vm. % gg. Vj. 0,3 3,8 0,3 3,8 1,1 3,0 15:15 US Aug Industrieproduktion, % gg. Vm. 0,1 0,3 0,2 15:15 US Aug Kapazitätsauslastung; % 76,4 76,4 76,3 16:00 US Aug Index der Frühindikatoren, % gg. Vm. 0,1 0,2 0,2 JP Bank von Japan, Zinsentscheid; % 1,25 1,25 1,00 Quellen: Bloomberg, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 8 von 10 Prognosetabelle: BIP und Inflation 2024 2025 2026p 2027p 2024 2025 2026p 2027p Eurozone 1,0 1,3 0,8 1,2 2,4 2,1 2,7 2,4 Deutschland 0,0 0,3 0,9 1,2 2,2 2,2 2,7 2,5 Frankreich 1,4 0,9 0,6 0,8 2,3 0,9 2,2 2,3 Italien 0,6 0,7 0,9 0,5 1,1 1,6 2,7 2,0 Spanien 3,5 2,8 2,6 2,2 2,9 2,7 3,0 2,5 Niederlande 1,1 1,8 1,0 1,2 3,2 3,0 3,1 2,6 Österreich -0,8 1,0 0,7 1,3 2,9 3,6 3,2 2,7 Schweden 1,9 1,6 2,5 2,2 2,8 0,7 0,7 2,0 Polen 3,1 3,6 3,5 3,3 3,6 3,6 3,0 2,7 Tschechien 1,1 2,7 2,0 2,5 2,4 2,5 2,2 2,5 Ungarn 0,7 0,4 1,9 2,6 3,7 4,4 1,8 2,7 Großbritannien 1,0 1,3 1,2 1,4 2,5 3,4 3,1 2,3 Schweiz 1,2 1,5 1,0 1,7 1,1 0,2 0,7 1,0 USA 2,8 2,1 2,0 1,8 3,0 2,7 3,4 2,5 Japan 0,1 1,2 0,5 0,7 2,7 3,2 2,0 2,3 Asien ohne Japan 4,7 4,8 4,4 4,1 1,5 0,9 2,0 2,0 China 5,0 5,0 4,5 4,0 0,2 0,0 1,2 1,3 Indien\* 7,1 7,7 6,4 6,7 4,9 2,2 4,5 4,3 Russland 4,9 1,0 0,6 1,0 8,4 8,7 5,5 4,5 Türkei 3,3 3,6 2,7 4,0 58,5 34,9 31,0 23,0 Lateinamerika\*\* 2,0 2,4 2,0 2,4 26,2 7,8 7,2 5,8 Brasilien 3,0 2,6 2,0 2,0 4,8 4,3 4,6 4,3 Welt 3,2 3,1 2,8 2,8 4,4 2,6 3,0 2,6 Welt: gewichtet auf PPP-Basis, ab M ärz 2025 Umstellung auf Basisjahr 2021; Verbraucherpreise Welt ohne Türkei \*Indien: Financial Year; \*\* Lateinamerika wegen Hyperinflation ohne Venezuela; p=Prognose, BIP-Wachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt Quellen: M acrobond, LSEG, Helaba Research Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr, % Veränderung gg. Vorjahr, % Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 9 von 10 Kapitalmarktprognosen aktueller 31.12.2025 Vorwoche\* Stand\*\* Q3/2026 Q4/2026 Q1/2027 Q2/2027 Zinsen % EZB Refi-Satz 50 25 2,65 2,65 2,65 2,65 2,65 EZB Einlagenzins 50 25 2,50 2,50 2,50 2,50 2,50 Tagesgeldsatz €STR 27 0 2,19 2,50 2,50 2,50 2,50 3M Euribor 62 -1 2,64 2,65 2,60 2,55 2,40 6M Euribor 70 2 2,81 2,75 2,70 2,65 2,55 2j. Bundesanleihen 111 28 3,24 2,85 2,70 2,70 2,50 5j. Bundesanleihen 87 23 3,31 3,00 2,80 2,80 2,65 10j. Bundesanleihen 65 16 3,50 3,30 3,20 3,20 3,10 2j. Swapsatz 119 28 3,45 3,05 2,90 2,90 2,70 5j. Swapsatz 92 25 3,49 3,15 2,95 2,95 2,80 10j. Swapsatz 60 15 3,53 3,35 3,25 3,25 3,15 20j. Swapsatz 34 5 3,58 3,55 3,45 3,45 3,35 30j. Swapsatz 19 -1 3,44 3,45 3,35 3,35 3,35 Fed Funds Target Rate 0 0 3,63 3,88 3,88 3,88 3,88 10j. US-Treasuries 80 19 4,96 4,75 4,75 4,75 4,70 Aktien DAX 3,6 -2,5 25.361 26.000 27.000 27.250 27.500 Euro Stoxx 50 8,2 -1,8 6.269 6.450 6.700 6.730 6.760 Dow Jones 8,3 -3,0 52.064 53.500 54.500 54.750 55.000 S&amp;P 500 10,9 -2,0 7.592 7.700 7.900 7.980 8.060 Nikkei 225 29,7 1,6 65.271 66.000 68.000 68.500 69.000 Gold und Brentöl Gold €/Unze 1,1 -3,3 3.719 3.652 4.103 4.407 4.333 Gold $/Unze 0,0 -3,5 4.318 4.200 4.800 5.200 5.200 Brentöl $/Barrel 76,7 12,7 108 85 85 80 80 Devisen jeweils gg. Euro US-Dollar 1,2 0,1 1,16 1,15 1,17 1,18 1,20 Japanischer Yen 2,6 1,0 179 184 181 181 180 Britisches Pfund 1,4 0,0 0,86 0,87 0,86 0,86 0,86 Schweizer Franken -1,4 -0,5 0,94 0,94 0,96 0,96 0,97 \* 03.09.2026 \*\* 10.09.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research jeweils gg. Euro, % % Veränderung seit ... Basispunkte Landeswährung, % Wochenausblick © Helaba | Research | 11. September 2026 10 von 10 Neues von Helaba Research Links zu kürzlich erschienenen Analysen → Branchen-Update September 2026 → Update Helaba-BEST-Indikator Wir sind für Sie da: Themengebiete Autoren/-innen Durchwahl 069/9132- Chefvolkswirtin/Head of Research Dr. Gertrud Rosa Traud (rt) 20 24 Leiter Capital Market Research Dr. Stefan Mitropoulos (sm) 46 19 Leiter Economic Research Dr. Stephan Brand (sb) 46 59 Rentenstrategie Ulf Krauss (uk) 47 28 Aktienstrategie Markus Reinwand (mr), CFA 47 23 Devisenstrategie, Großbritannien Samuel Will (sw) 74 88 Gold Claudia Windt (cw) 25 00 Immobilien Paul Richter (pr) 79 58 Rohöl Ralf Umlauf (ru) 11 19 Pfandbriefe, Covered Bonds Florian Hillenbrand (fh) 40 79 Bankanleihen Dr. Susanne Knips (sk) 32 11 Deutschland, Eurozone Simon Azarbayjani (saz) 79 76 Branchen Adrian Keppler (ak) 41 83 USA, China Patrick Franke (pf) 47 38 Nordeuropa, Zentraleuropa Marion Dezenter (md) 28 41 Emerging Markets Lucas Rauschkolb (lr) Viola Julien (vj) 39 47 20 32 Geopolitik Ralf Schuster (rs) 28 88 Finanzplatz Frankfurt Ulrike Bischoff (ub) 52 56 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Markus Reinwand, CFA Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Mail: research@helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch ledig- lich unverbindliche Analysen und Progno- sen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publika- tion getroffenen Angaben dienen der Infor- mation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen ver- standen werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Die EZB hat geliefert. Mit einer Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte stemmen sich die europäischen Währungshüter gegen den neuerlichen Inflationsdruck. Das wurde im Vorfeld von Marktteilnehmern eindeutig erwartet, daher war der zweite Teil des Notenbanktreffens von stärkerem Interesse.
