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title: "Kapitalmärkte 2013 With a little help from my friends"
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updated: 2026-09-28
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Kapitalmarktausblick
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# Kapitalmärkte 2013 With a little help from my friends

KAPITALMÄRKTE 2013 WITH A LITTLE HELP FROM MY FRIENDS Volkswirtschaft/Research Dezember 2012 Kapitalmarktausblick\_K1.indd 1 21.11.2012 11:09:54 Herausgeber: Landesbank Hessen-Thüringen Volkswirtschaft/Research Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Leitung Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52 – 58, 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24, Telefax: 0 69/91 32-22 44 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr über- nehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Kapitalmarktausblick\_K1.indd 2 21.11.2012 11:10:21 KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 3 Editorial Sehr geehrte Leserinnen und Leser, vor fünfzig Jahren veränderten die Beatles die Welt. Im Jahr 1962 veröffentlichten sie ihre erste Single. Im Jahr darauf gelang ihnen mit „I Want to Hold Your Hand“ der weltweite Durchbruch. Diese vergleichsweise braven Worte des Titels stehen in deutlichem Kontrast zu dem, was die Beatles damals auslösten, denn Ton, Bewegung und Aussehen machten bei ihnen die Musik. Diese Kombination war für damalige Verhältnisse revolutionär und für viele Menschen beängsti- gend. Manche sahen darin sogar den Untergang der westlichen Kultur. Aus heutiger Sicht ist dies kaum noch nachzuvollziehen. Obwohl sich die Beatles bereits 1970 trennten, gelten sie heute als eine der erfolgreichsten Bands überhaupt. Ihr Stil inspirierte viele nachkommende Musikgruppen. Fünfzig Jahre später verunsichern nicht Musik, sondern die Finanz- und Schuldenkrise die Welt. Viele als stabil erachtete Strukturen scheinen in sich zusammenzufallen. Alles Neue wirkt beängs- tigend. Kaum jemand vermag sich vorzustellen, dass die aktuelle Krise rückblickend als kreative Schaffensphase gewertet würde und der Euro gestärkt in die Geschichte einginge. Wer hätte sich vor fünfzig Jahren ausgemalt, dass die Beatles bereits 1965 von der Queen mit dem Orden „Mem- ber of the British Empire“ ausgezeichnet werden würden? Unruhige und rebellische Zeiten herrschen jetzt wie vor fünfzig Jahren. Regierungen rund um den Globus müssen sich den Respekt ihrer Wähler erarbeiten, ansonsten droht Protest in friedlicher oder auch in gewalttätiger Form. In dieser zum Teil aufgeheizten Stimmung heißt es, britische Tugenden wie Ruhe und Besonnenheit walten zu lassen. Denn abseits der stürmischen Titel wa- ren die Beatles auch Meister der ruhigen, aber ausdrucksstarken Töne. So haben sie es mit ihren zahlreichen Werken geschafft, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. In Ruhe und Besonnenheit heißt es aber auch zu den Werten zurückzukehren, die für eine langfristi- ge Finanzstabilität notwendig sind. In diesem Jahr haben wir entsprechend unsere Kapitalmarkt- szenarien 2013 mit Beatles-Songs unterlegt. In unserem Hauptszenario „With a Little Help from My Friends“ erwarten wir 2013 eine weltwei- te Konjunkturerholung. So gewinnen die Schwellenländer mit Hilfe einer wieder expansiveren Geld- und Fiskalpolitik an Dynamik. Die USA bleiben trotz Gegenwind von der Fiskalpolitik auf Wachstumskurs. Immerhin bleibt dort, wie auch in der Eurozone, die Geldpolitik sehr expansiv. In den Worten des Beatles-Songs „With a Little Help from My Friends“ erweisen sich die Notenban- ken als freundliche Helfer. Für die Solidarität unter Freunden stehen aber auch die inzwischen aufgespannten Rettungsschirme. Die Chancen auf ein erfolgreiches Agieren mit Hilfe der Geldpoli- tik und Transfers sehen wir bei 75 Prozent. Die Aktienmärkte profitieren von der hohen Liquidität, die Risikoprämien in der Eurozone sinken weiter und der Euro gewinnt an Stärke. KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 4 KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 5 Allerdings gibt es keine Garantie für die Wirksamkeit der freundschaftlichen Hilfe. Sollte diese ohne Erfolg sein, bliebe nur noch der melancholische Blick zurück auf die schöne Zeit vor der Krise: „Gestern schienen alle meine Sorgen so weit weg; jetzt sieht es so aus, als ob sie für immer blie- ben.“ Diese Übersetzung der ersten Zeilen des Beatles-Songs „Yesterday“ steht für unser Nega- tivszenario. Die Rettungsversuche sind vergeblich und die Weltkonjunktur fällt 2013 in eine Rezes- sion mit deflationärer Entwicklung. Die Leidtragenden sind die Aktienmärkte sowie der Euro. Die Flucht in die sicheren Häfen führt zu einem weiteren Rückgang der Renditen deutscher Staatsan- leihen. Diesem Szenario messen wir jedoch nur eine Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent bei. Die Beatles liefern auch für den Fall, dass es zu einem raschen Ende der Krise kommt, den richti- gen Song: „Here Comes the Sun“. Viel schneller als erwartet erholt sich die Weltwirtschaft. Die- ses positive Wachstumsszenario bringt jedoch so viel Sonnenschein, dass die Welt einen Sonnen- brand bekommt: Inflation wird den Aufschwung begleiten. Allerdings lässt dies die Aktienmärke erstrahlen, während Renten unter Druck kommen. Der Euro setzt zu einem Höhenflug an. Das Sonnenscheinszenario hat eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 10 Prozent. Mit dem freundlichen Hinweis der Beatles “We Can Work it Out” wünsche ich Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2013. Ihre Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin / Leitung Research KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 6 Inhalt Zusammenfassung ......................................................................................................................... 9 1 Rückblick 2012 mit Kassensturz ............................................................................................ 10 2 Helaba Kapitalmarktszenarien und -prognosen ................................................................... 11 2.1 Hauptszenario: With a Little Help from My Friends (75 %) ................................................ 12 2.1.1 Szenario und Prognosen ........................................................................................ 12 2.1.2 Kapitalmarktprognosen des Hauptszenarios in Zahlen .......................................... 14 2.2 Alternativszenario: Yesterday (15 %) ................................................................................ 15 2.3 Alternativszenario: Here Comes the Sun (10 %) ............................................................... 16 3 Länderanalysen ....................................................................................................................... 17 3.1 USA: Déjà-vu? ................................................................................................................... 17 3.2 Deutschland: Weiterhin überdurchschnittlich ..................................................................... 18 3.2.1 Hessen: Darf’s ein bisschen mehr sein? ................................................................ 19 3.2.2 Thüringen: Chancen für die Industrie ..................................................................... 19 3.2.3 Nordrhein-Westfalen: Arbeitsmarkt tut sich schwer ................................................ 20 3.2.4 Brandenburg: Erfolge im Ausland........................................................................... 20 3.3 Europa: Vor weiteren Anpassungen .................................................................................. 21 3.3.1 Frankreich: Herausforderungen werden nur zögerlich angegangen ...................... 21 3.3.2 Italien: Erste Schritte sind getan ............................................................................. 22 3.3.3 Spanien: Ambitionierte Sparpolitik – erste Erfolge ................................................. 23 3.3.4 Griechenland: Strukturelle Anpassung dauert ........................................................ 24 3.3.5 Irland: Vorbild oder Sonderfall? .............................................................................. 25 3.3.6 Portugal: Leistungsbilanz reagiert nach Plan ......................................................... 26 3.3.7 Großbritannien: Keine Loslösung vom Kontinent ................................................... 27 3.3.8 Schweiz: Im Herzen von Europa ............................................................................ 28 3.3.9 Schweden: Zeit für Lockerungsübungen? .............................................................. 29 3.3.10 Norwegen: Die de luxe-Edition ............................................................................... 30 3.3.11 Polen: Verminderter Schwung, aber weiter überdurchschnittlich ........................... 31 3.3.12 Ungarn: Warten auf Einigung mit dem IWF ............................................................ 32 3.3.13 Tschechien: Konjunktur kaputtgespart? ................................................................. 33 3.3.14 Russland: Nur zaghafte Liberalisierung .................................................................. 34 3.4 Asien: Gemischtes Bild ...................................................................................................... 35 3.4.1 Japan: Normalisierung nach Sonderkonjunktur ...................................................... 35 3.4.2 China: Wie reformbereit ist die neue Führung? ...................................................... 36 3.5 Brasilien: Wirtschaftspolitische Stimuli .............................................................................. 37 KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 7 4 Prognosen im Überblick ......................................................................................................... 38 4.1 Bruttoinlandsprodukt und Inflation ..................................................................................... 38 4.2 Leistungsbilanz- und Budgetsalden ................................................................................... 39 4.3 Kapitalmarktprognosen ...................................................................................................... 40 4.4 USA ................................................................................................................................... 41 4.5 Europa ............................................................................................................................... 41 4.5.1 Deutschland ........................................................................................................... 41 4.5.2 Frankreich .............................................................................................................. 42 4.5.3 Italien ...................................................................................................................... 42 4.5.4 Spanien .................................................................................................................. 42 4.5.5 Griechenland .......................................................................................................... 43 4.5.6 Irland ...................................................................................................................... 43 4.5.7 Portugal .................................................................................................................. 43 4.5.8 Großbritannien ....................................................................................................... 44 4.5.9 Schweiz .................................................................................................................. 44 4.5.10 Schweden .............................................................................................................. 44 4.5.11 Norwegen ............................................................................................................... 45 4.5.12 Polen ...................................................................................................................... 45 4.5.13 Ungarn ................................................................................................................... 45 4.5.14 Tschechien ............................................................................................................. 46 4.5.15 Russland ................................................................................................................ 46 4.6 Asien ................................................................................................................................. 46 4.6.1 Japan ..................................................................................................................... 46 4.6.2 China ...................................................................................................................... 47 4.7 Brasilien ............................................................................................................................. 47 Redaktionsschluss: 26. November 2012 KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 8 KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 9 Zusammenfassung In unserem Hauptszenario „With a Little Help from My Friends“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 75 %) gelingt die von der Geld- und Finanzpolitik angelegte konjunkturelle Wende der Weltwirt- schaft. Die Zinssenkungen setzen in den Schwellenländern den Investitionszyklus in Gang. Gleichzeitig haben die Notenbanken der Industrieländer mit unkonventionellen Maßnahmen – allen voran den Anleihekäufen – zu einer Stabilisierung der Finanzmärkte und zu einer Rückkehr des Vertrauens beigetragen. Das Auseinanderbrechen des Eurosystems bzw. ein Kollaps des globalen Finanzsystems ist unwahrscheinlicher geworden. 2013 werden insbesondere die EZB und die Fed in ihren Bemühungen nicht nachlassen und die Rentenmärkte mit weiteren Anleihe- käufen verzerren. Dies sorgt zusammen mit einer Belebung der Weltwirtschaft für nachlassende Risikoprämien. Insgesamt zeichnet sich für 2013 angeführt von China und Brasilien ein klassi- scher Aufschwung ab. Das globale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) dürfte moderat von knapp 3 % (2012) auf 3,3 % steigen. Die USA werden um 2 % wachsen, während die Euro- zone nur um 0,4 % zulegt. Das Wachstum in Deutschland bleibt mit 1,2 % solide. Rentenmärkte: Der geringe Inflationsdruck gibt den Notenbanken freie Bahn, ihre expansive Geldpolitik fortzusetzen. Die EZB wird den Leitzins vermutlich bei 0,75 % festzurren und sich auf das Aufkaufprogramm von Staatsanleihen konzentrieren. Die Risikoaufschläge bei europäischen Staatsanleihen sollten im Jahresverlauf weiter sinken. Die Luft für Bundesanleihen wird gleichzei- tig immer dünner. Bei einer Entspannung der Euro-Schuldenkrise ist mit einer rückläufigen Nach- frage nach überbewerteten deutschen Staatsanleihen zu rechnen. Zudem nimmt der Konjunktur- pessimismus spürbar ab. Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen dürfte 2013 in Deutschland zwischen 1,3 % und 2,3 % und in den USA zwischen 1,5 % und 2,5 % schwanken. Euro: Die EZB nimmt mit ihrer Geldpolitik Unsicherheit aus dem Markt und reduziert die Angst vor dem Währungszerfall. Die sinkenden Risikoprämien auf Peripherieanleihen stützen die Ge- meinschaftswährung. Auch wird sich im Jahresverlauf der Wachstumsvorsprung der USA gegen- über der Eurozone verringern. Die expansive Geldpolitik der Fed in Form von Wertpapierkaufpro- grammen sollte sich negativ auf den US-Dollar auswirken. Fehlende Zinsfantasie auf beiden Seiten des Atlantiks dämpft die Schwankungsbreite für dieses Währungspaar, der Euro-Dollar- Kurs dürfte sich 2013 im Bereich von 1,25 bis 1,40 bewegen. Aktienmärkte: Gemessen an der eigenen Historie wie im Vergleich zu den gängigen Anlageal- ternativen erscheinen Aktien noch immer günstig. Mit einer Wende der konjunkturellen Frühindi- katoren hellen sich auch die Ertragsperspektiven der Unternehmen auf und bieten Raum für eine moderate Bewertungsexpansion. Zudem spricht der weiter vorherrschende Anlagenotstand für steigende Notierungen. Der DAX dürfte in diesem Umfeld 2013 die alten zyklischen Höchststände der Jahre 2000 bzw. 2007 in Angriff nehmen (DAX-Spanne: 6.800 bis 8.200 Punkte). Asset Allocation: Der Risikoappetit der Investoren wird 2013 auch angesichts der Beseitigung von Wachstumshemmnissen eher noch zunehmen. Deshalb sollten Aktien zu Lasten von Renten übergewichtet werden. Bei Staatsanleihen empfiehlt sich aufgrund des relativ ungünstigen Chan- ce-Risiko-Verhältnisses eine Untergewichtung und bei der Geldmarktanlage eine neutrale Positi- onierung. Gleichzeitig ist eine defensive Laufzeitenallokation bei Renten angesagt. Rohstoffe sollten aus strukturellen Gründen leicht unter und das monetär getriebene Gold leicht über Benchmark-Niveau dotiert werden. Szenario Wahrschein- lichkeit Wachstum Inflation dt. Renten Euro Aktien With a Little Help from My Friends 75% Autoren: Dr. Gertrud R. Traud Christian Apelt Barbara Bahadori Marion Dezenter Patrick Franke Ulf Krauss Dr. Stefan Mütze Heinrich Peters Ulrich Rathfelder Markus Reinwand Viola Julien Claudia Windt KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 10 1 Rückblick 2012 mit Kassensturz Nach einem positiven Jahresauftakt erwies sich 2012 ab dem Frühjahr zeitweilig als unerwartet turbulent für die Finanzmärkte. Die erneute Eskalation der Euro-Schuldenkrise und mangelnde Wachstumsimpulse auch in Industrieländern außerhalb der Eurozone und den Schwellenländern trübten zum Sommer hin die Konjunkturperspektiven ein. Der Hoffnungsträger China erwies sich nicht als Konjunkturlokomotive, vielmehr kam es im Reich der Mitte auch angesichts einer zurück- haltenden Wirtschaftspolitik im Herbst zu einer seit Jahren nicht beobachteten Wachstumsberuhi- gung. Ebenso wie in anderen Schwellenländern waren die Erinnerungen an die inflationären Aus- wirkungen der Konjunkturmaßnahmen 2009/2010 noch zu frisch. Außerdem sollte das Pulver zunächst trocken gehalten werden. Selbst in den USA sackte die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe zeitweilig bis auf die Kontraktionsschwelle ab. Unsicherheiten infolge von Wahlen (Frank- reich, USA) und des Führungswechsels in China mündeten außerdem in einem gewissen Atten- tismus. Geringe Investitionsdynamik und Lagerabbau prägten bis in den Herbst die Weltwirtschaft. Nach der Jahresmitte griffen die westlichen Notenbanken, vor allem die EZB beherzt, in das Ge- schehen ein. Nachdem die EZB bereits im Dezember 2011 einen beachtlichen Schritt gewagt hatte, setzte ihr Präsident Ende Juli mit dem Versprechen der Rettung der Eurozone zum großen Sprung an. Hiernach kam es zu einer deutlichen Entspannung an den Finanzmärkten, zumal die Konjunkturüberraschungen unterdessen ein Tief zu markieren schienen. Die impliziten Aktienvola- tilitäten reduzierten sich in den Sommermonaten recht deutlich. Die Zinsaufschläge für Euro- Staatsanleihen aus den Peripherieländern bildeten sich gleichzeitig zumeist sichtbar zurück. Mitte September wurde die Ankündigung des EZB-Programms unbegrenzter Käufe von Staatsanleihen aus der Eurozone durch den Beschluss der Fed über den Kauf von hypothekenbesicherten Wert- papieren (QE 3) und einer Nullzinspolitik bis Mitte 2015 flankiert. Seitdem befinden sich zwar die meisten Notierungen mehr oder weniger in Wartestellung. Dennoch dürfte das Jahr 3 nach der großen Rezession durch eine positive Performance der meisten Anlageklassen gekennzeichnet sein. Bemerkenswert aus globaler Sicht ist außerdem, dass die Mittelzuflüsse in „sichere Häfen“ (Staatsanleihen höchster Bonität, Gold) und vermeintlich weniger riskante „Renditebringer“ (Schwellenländer- und US-Unternehmensanleihen) zuletzt an Grenzen gestoßen sind. Gleichzeitig haben sich Aktien als durchaus robust erwiesen. Wechselhaftes Börsenjahr 2012 Indexiert, 2.1.2012 = 100 Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research, Schlusskurse 23.11.2012 Unter den Anlageklassikern schnitten Aktien gemessen an der kumulierten Jahresperformance per 23.11.2012 am besten ab. US-Werte (+14,5 %), Euroaktien (+14,4 %) und Schweizer Valoren (+14,0 %) lagen auf Eurobasis im Spitzenfeld, dicht gefolgt von britischen Titeln (+11,9 %). Japani- sche Dividendenpapiere waren das Schlusslicht (+3,7 %). Nicht gerade viel gab es mit Festver- zinslichen erster Güte zu verdienen. Geldmarktengagements (+0,5 %) lagen real sogar leicht im Minus. Mit Bundesanleihen war insgesamt noch ein Plus zu erzielen (iBoxx Deutschland: +3,2 %). Bei Rohstoffen machten sich weniger günstige fundamentale Verhältnisse bemerkbar (CRB-Index: -1,9 %). Gold war wie schon 2011 eindeutig auf der Gewinnerseite (+11,2 %). 85 90 95 100 105 110 115 85 90 95 100 105 110 115 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Rohstoffe (CRB-Index) Renten (iBoxx D) Liquidität (3M EUR) Aktien (ES 50) Gold Ausgeprägte Wachstumszweifel Aktien und Gold vorne Notenbanken als Anker KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 11 2 Helaba Kapitalmarktszenarien und -prognosen In unserem Hauptszenario „With a Little Help from My Friends“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 75 %) gelingt die von der Geld- und Finanzpolitik angelegte konjunkturelle Wende der Weltwirt- schaft. Die zum Teil kräftigen Zinssenkungen in den Schwellenländern setzen dort den Investiti- onszyklus in Gang. Gleichzeitig haben die Notenbanken der Industrieländer mit ihren unkonventio- nellen Maßnahmen – allen voran den Anleihekäufen – zu einer Stabilisierung der Finanzmärkte und zu einer Rückkehr des Vertrauens beigetragen. Das Auseinanderbrechen des Eurosystems bzw. ein Kollaps des globalen Finanzsystems ist unwahrscheinlicher geworden. 2013 werden insbesondere die EZB und die Fed in ihren Bemühungen nicht nachlassen und die Rentenmärkte mit weiteren Anleihekäufen verzerren. Dies sorgt zusammen mit einer Belebung der Weltwirtschaft für nachlassende Risikoprämien. Insgesamt zeichnet sich für das Jahr 2013 ange- führt von China und Brasilien ein klassischer Aufschwung ab. Das globale BIP-Wachstum dürfte moderat von knapp 3 % (2012) auf 3,3 % ansteigen. Der Risikoappetit der Anleger wird 2013 zu- nehmen. So dürften sich Aktien als attraktivste Anlageklasse erweisen, während Bundesanleihen die Gunst der Anleger verlieren. Die sinkenden Risikoprämien auf Peripherieanleihen befördern die Gemeinschaftswährung. In unserem negativen Szenario „Yesterday“ (15 %) springt der Investitionszyklus nicht an. Zu sehr sind Unternehmen über die hohe Staatsverschuldung verunsichert und scheuen sich, Risiken einzugehen. Die Notenbanken scheitern in ihren Bemühungen, die Risikoprämien nachhaltig zu drücken. Die Fehler der Vergangenheit lassen sich doch nicht einfach ganz wegmonetisieren. Folglich kommt die Weltwirtschaft nicht in Schwung. Die Industrieländer geraten in ein deflationä- res Umfeld. Geopolitische Risiken könnten zudem die Konjunktur zusätzlich belasten. Anleger suchen Sicherheit, wovon der US-Dollar und Anleihen mit höchster Bonität profitieren, während die Aktienmärkte unter Druck geraten. In unserem positiven Szenario „Here Comes the Sun“ (10 %) schießen die Notenbanken übers Ziel hinaus: Der von der Geldpolitik weit geöffnete Kreditkanal sorgt dafür, dass der globale Investi- tionszyklus rasch an Breite und Tiefe gewinnt. Die üppige Liquiditätsausstattung befeuert nicht nur die Kapitalmärkte, sondern treibt sukzessive auch die Teuerung in der Realwirtschaft. Im Euro- raum wird die Krise damit schneller als erwartet überwunden, zumal weitere Konsolidierungsschrit- te in die Zukunft verschoben werden. Aktien und auch der Euro strahlen heller denn je, während deutsche Renten im Dunkeln bleiben. Investmentszenarien 2013 Szenarien 2013 Wahrschein- lichkeit Wachstum Inflation Renten Deutschland Euro Aktien With a Little Help from My Friends 75% Yesterday 15% Here Comes the Sun 10% Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Hauptszenario: With a Little Help from My Friends Alternativszenario: Here Comes the Sun Alternativszenario: Yesterday KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 12 2.1 Hauptszenario: With a Little Help from My Friends (75 %) 2.1.1 Szenario und Prognosen In unserem Hauptszenario „With a Little Help from My Friends“ gelingt 2013 die von der Geld- und Fiskalpolitik angelegte konjunkturelle Wende der Weltwirtschaft. Noch im zweiten Halbjahr 2012 hatte sich das globale Umfeld eingetrübt. Verantwortlich für die Wachstumsdelle waren nega- tive Wechselwirkungen zwischen den Industrie- und den Schwellenländern. Aufgrund vorangegan- gener restriktiver geldpolitischer Maßnahmen schafften es die Schwergewichte Brasilien, Russ- land, Indien und China (BRIC-Länder) 2012 nicht, die globale Führungsrolle zu übernehmen. 2013 sollten nun vor allem China und Brasilien diese Rolle der globalen Wachstumslokomotive füllen können, da Geld- und Fiskalpolitik wieder expansiver sind. So zeichnet sich eine Belebung des Wirtschaftswachstums über eine stärkere Investitionsnachfrage ab. Zudem ist mit einem stabi- len Konsumwachstum in den BRIC-Ländern zu rechnen. In den USA dürfte das fiskalische Kliff durch einen Kompromiss umschifft werden. Trotzdem wird der konjunkturelle Gegenwind von der Fiskalpolitik 2013 eher zunehmen. Die Stabilisierung im Immobiliensektor wirkt jedoch stützend auf den Konsum. Darüber hinaus sollten die Unterneh- mensinvestitionen wieder Fahrt aufnehmen. In der Eurozone lässt der Gegenwind von der Fiskal- politik 2013 dagegen nach. Die Reformen tragen erste Früchte. Der weltweite Industriezyklus dürf- te im Laufe des Jahres auch in der Eurozone zu einer konjunkturellen Wende führen. Geldpolitik der Industrieländer: Bilanzausweitung als Wachstumsprogramm Bilanzsummen der jeweiligen Notenbanken, indexiert 2007 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Maßgeblich für die weltweite Entwicklung ist die expansive Ausrichtung der Geldpolitik. Bereits 2012 ist es gelungen, die Finanzmärkte zu stabilisieren und Vertrauen zurückzugewinnen. 2013 werden Fed und EZB nicht mehr mit Zinssenkungen agieren, sondern vielmehr die Bilanzauswei- tungen fortführen. Entsprechend gehen die Risikoprämien an den Finanzmärkten weiter zurück. Das wachsende Vertrauen trägt dazu bei, dass die daniederliegende Kreditvergabe belebt wird. Auch die üppig ausgestatteten Rettungsschirme sind hilfreich. Auf die konjunkturellen Besonderheiten der einzelnen Länder und die jeweiligen Hilfen durch die Geld- oder Fiskalpolitik sowie etwaige Reformfortschritte gehen wir im dritten Kapitel dieser Studie ein. Sie finden Analysen für 19 verschiedene Staaten sowie die Bundesländer Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Vertrauen! Die Geldpolitik KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 13 Wirtschaftswachstum: Angeführt von China und Brasilien zeichnet sich für 2013 ein klassischer globaler Aufschwung ab: Der einsetzende Lagerzyklus führt zur Belebung der Industriekonjunktur. Die expansive Geldpolitik befördert den globalen Investitionszyklus, so dass das globale BIP- Wachstum moderat von knapp 3 % (2012) auf 3,3 % zulegen dürfte. Dieser Aufschwung dürfte allerdings weniger dynamisch verlaufen, als es vor der Finanzkrise 2007 der Fall war. Die Konjunk- tur reagiert nun stärker auf kurzfristige Lagerschwankungen und es fehlen positive Rückkopplun- gen von Vermögenseffekten. Für 2014 ist deshalb lediglich mit einer weiteren moderaten Besse- rung der Weltwirtschaft zu rechnen. In den USA nimmt 2013 der konjunkturelle Gegenwind von der Fiskalpolitik zwar zu, dennoch sollte ein BIP-Wachstum von rund 2 % realisiert werden. Sowohl die Stabilisierung im Immobilien- sektor als auch die Belebung der Unternehmensinvestitionen sind eine Stütze. Im Gegensatz zu den USA ist das konjunkturbereinigte Defizit in der Eurozone bereits 2012 kräftig zurückgeführt worden, so dass die Sparpolitik nun weniger restriktiv wirken wird. Positive Wachstumsimpulse für den Euroraum gehen vom Außenhandel aus. Die Wettbewerbsfähigkeit in Spanien hat sich erhöht, in Italien wurden erste Reformmaßnahmen gestartet. Frankreich entfaltet 2013 nur wenig Dynamik. Für die gesamte Eurozone ergibt sich nach einer Schrumpfung von 0,4 % im zurückliegenden Jahr endlich wieder etwas Wachstum in Höhe von 0,4 % 2013. Die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland war 2012 gespalten. Während die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise das Wachstum gedämpft haben, kamen Impulse für den Export aus den USA und aus vielen Schwellenländern. Darüber hinaus stimulierten die privaten Konsumausgaben die Konjunktur. Dennoch verschlechtert sich das BIP-Wachstum gegen Jahresende. Von diesem nied- rigen Ausgangsniveau für 2013 zeichnet sich eine spürbar anziehende Dynamik ab. Hierfür spricht nicht nur die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch der lebhafte private Woh- nungsbau. Die sehr niedrigen Kapitalmarktzinsen entlasten die Unternehmen, deren Ausrüstungs- investitionen nach einer Schwächephase ab 2013 wieder kräftiger zulegen. Inflation: Vor dem Hintergrund des moderaten Wachstumsausblicks bleiben die Inflationsrisiken verhalten. Zwar baut sich in den Schwellenländern ein gewisser Druck auf, der jedoch durch die Entwicklung in den Industrieländern mehr als ausgeglichen wird. Global werden die Verbraucher- preise 2013 nicht stärker zulegen als im Vorjahr. Die Inflation in der Eurozone dürfte auf 2,2 % zurückgehen und damit in etwa dem Ziel der EZB von rund 2 % entsprechen. In den USA wird sich die Teuerung auf 1,7 % verlangsamen. Rentenmärkte: Der geringe Inflationsdruck erlaubt es den Notenbanken, ihre Geldpolitik fortzuset- zen. Die EZB wird den Leitzins vermutlich bei 0,75 % festzurren und sich auf das Aufkaufpro- gramm von Staatsanleihen konzentrieren: 2013 steht eine Anschlussfinanzierung für Portugal an und vermutlich wird die EZB auch bei spanischen Anleihen zugreifen. Die Risikoaufschläge bei europäischen Staatsanleihen sollten im Jahresverlauf sinken, bleiben aber von Rückschlägen begleitet. Die Luft für Bundesanleihen wird gleichzeitig dünner. Bei einer zu erwartenden Entspan- nung der Euro-Schuldenkrise ist mit einer rückläufigen Nachfrage nach vermeintlich sicheren, aber extrem teuren deutschen Staatsanleihen zu rechnen. Der Konjunkturpessimismus nimmt ebenso ab wie der Rückenwind vom US-Rentenmarkt. Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen wird 2013 in Deutschland zwischen 1,3 % und 2,3 % schwanken, in den USA zwischen 1,5 % und 2,5 %. Euro: Die EZB nimmt mit ihrer Geldpolitik Unsicherheit aus dem Markt und reduziert die Angst vor dem Währungszerfall. Die sinkenden Risikoprämien auf Peripherieanleihen stützen die Gemein- schaftswährung. Auch wird sich im Jahresverlauf der Wachstumsvorsprung der USA gegenüber der Eurozone verringern, da letztere ihre Rezession überwindet. Die sehr expansive Geldpolitik der Fed in Form von Wertpapierkaufprogrammen sollte sich negativ auf den US-Dollar auswirken, zumal die Notenbank ihre quantitativen Maßnahmen womöglich noch ausweitet. Der Euro-Dollar- Kurs dürfte sich 2013 im Bereich von 1,25 bis 1,40 bewegen. Klassischer Aufschwung dank Investitionszyklus Geldpolitik dominiert Kapitalmärkte KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 14 Aktienmärkte: Aktien haben mit ihrem Anstieg in der zweiten Jahreshälfte 2012 zwar bereits einen Teil der zuvor massiven Unterbewertung abgebaut. Gemessen an der eigenen Historie wie auch im Vergleich zu den gängigen Anlagealternativen erscheinen gerade deutsche und europäische Dividendentitel noch immer günstig. Zudem dürften die negativen Gewinnrevisionen ihren Höhe- punkt erreicht haben. Mit einer Wende der konjunkturellen Frühindikatoren hellen sich auch die Ertragsperspektiven der Unternehmen wieder auf. Zwar spricht die verhaltene Wachstumsdynamik lediglich für einen Anstieg der Nettoergebnisse im einstelligen Bereich. In Verbindung mit einer moderaten Bewertungsexpansion dürfte dies aber für ansehnliche Kurszuwächse ausreichen. Neben fundamentalen Gründen spricht auch der weiter vorherrschende Anlagenotstand für stei- gende Notierungen. So haben sich die Aktienquoten in den Portfolios privater und institutioneller Anleger bislang lediglich auf dem Durchschnittsniveau der letzten zehn Jahre eingependelt. Hier besteht somit Nachholpotenzial. Der DAX dürfte in diesem Umfeld die zyklischen Höchststände aus den Jahren 2000 und 2007 in Angriff nehmen (Spanne 2013: 6.800 bis 8.200 Punkte). Asset Allocation: Zusammen mit der Erholung der Weltkonjunktur wird der Risikoappetit der Anleger in 2013 zunehmen. So dürften sich Aktien als attraktivste Anlageklasse im traditionellen Dreigestirn erweisen. Sie sollten daher zu Lasten von Renten übergewichtet werden, zumal im Hauptszenario das Chance-Risiko-Verhältnis von Renten relativ ungünstig erscheint. Je nach Bonität ist entweder kein Ertragspotenzial auszumachen oder das Schwankungsrisiko nicht trag- bar. Bei Bundesanleihen ist eine Untergewichtung und für die Geldmarktanlage eine neutrale Do- tierung empfehlenswert. Der Anlageschwerpunkt bei Festverzinslichen sollte auf kurze bis mittlere Laufzeiten gelegt und eine Duration unter Benchmark-Niveau angestrebt werden. Da mittelfristig wohl keine großen Währungswetten angesagt sind, drängen sich im internationalen Aktienportfolio für 2013 trotz leichter Vorteile bei Euro-Aktien auch keine klaren regionalen Favoriten auf. Das seit 2009 monetär getriebene Gold verfügt gerade angesichts der auch 2013 ultralockeren US- Geldpolitik noch über ein gewisses Aufwärtspotenzial und verdient damit eine gute neutrale Positi- onierung. Rohstoffe dürften aufgrund struktureller Faktoren dagegen 2013 bestenfalls eine leichte Preiserholung erfahren. Sie sollten somit etwas unter Benchmark-Niveau dotiert werden. 2.1.2 Kapitalmarktprognosen des Hauptszenarios in Zahlen Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research aktueller Stand\* Q1/2013 Q2/2013 Q3/2013 Q4/2013 Zinsen USA Federal Funds Rate 0,25% 0,25% 0,25% 0,25% 0,25% 3-Monats-USD-Libor 0,31% 0,40% 0,40% 0,40% 0,40% 10-jähr. Treasuries 1,67% 1,90% 2,10% 2,20% 2,20% Zinsen Eurozone EZB-Mindestbietungssatz 0,75% 0,75% 0,75% 0,75% 0,75% 3-Monats-Euribor 0,19% 0,20% 0,30% 0,30% 0,40% 10-jähr. Bundesanleihen 1,43% 1,70% 1,90% 2,00% 2,00% Währungen US-Dollar je Euro 1,30 1,30 1,35 1,40 1,35 Aktien DAX 7.309 7.500 7.700 8.000 8.200 Euro Stoxx 50 2.557 2.650 2.750 2.900 3.000 \* 26.11.2012 Risikopapiere mit Vorteilen KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 15 2.2 Alternativszenario: Yesterday (15 %) In unserem negativen Szenario „Yesterday“ (15 %) springt der Investitionszyklus nicht an. Zu sehr sind die Unternehmen über die hohe Staatsverschuldung verunsichert und scheuen sich, Risiken einzugehen. In den USA gelingt es nicht, die fiskalische Klippe zu umschiffen; in China könnte es aufgrund von Fehlallokationen zu einer harten Konjunkturlandung kommen und die Eurozone be- kommt ihre Staatsschuldenkrise nicht in den Griff. Die Notenbanken scheitern in ihren Bemühun- gen, die Risikoprämien nachhaltig zu drücken. Die Fehler der Vergangenheit lassen sich doch nicht einfach ganz wegmonetisieren. Folglich kommt die Weltwirtschaft nicht in Schwung. Die In- dustrieländer geraten in ein deflationäres Umfeld. Geopolitische Risiken könnten zudem die Kon- junktur zusätzlich belasten. Wirtschaftswachstum: Das weltwirtschaftliche Wachstum wird zwar dank der Geldpolitik nicht vollends zum Erliegen kommen, aber die Rate wird kaum die Marke von 1 % überschreiten. So- wohl die Schwellen- als auch die Industrieländer schwächeln. Deutschland gelingt es nicht, den Euroraum zu stabilisieren, da sich die zerstörerischen Kräfte in der Peripherie als zu stark erwei- sen. Die Gefahr des Auseinanderbrechens der Eurozone bleibt dennoch 2013 gering, allerdings werden umfangreiche zusätzliche Hilfsmaßnahmen seitens der EZB und der Fiskalpolitik einge- setzt. Die Wirtschaft in der Eurozone wie auch in Deutschland schrumpft um etwa 2 %. Auch in den USA kommt es zu einem Rückgang des BIP. Inflation: Ein fallender Ölpreis und spürbar zunehmende globale Überkapazitäten üben Druck auf das Preisniveau aus. Die Eurozone gerät in ein deflationäres Umfeld. Für die USA ist bei einem kräftigen Einbruch des Ölpreises ein absoluter Rückgang des Preisniveaus zu erwarten. Rentenmärkte: Im Zuge einer sich weltweit verschlechternden Konjunktur sowie einer erneuten Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise werden die Renditen in Deutschland auf neue histori- sche Tiefstände gedrückt. In den Euro-Krisenländern setzt eine massive Kapitalflucht ein. Die Nachfrage nach Bundesanleihen und US-Treasuries verstärkt sich. Die EZB senkt den Leitzins auf das Niveau in den USA ab. Die Zinsstrukturkurven flachen ab. Die Rendite 10-jähriger Bunds sinkt unter die Marke von 1,0 %. Euro: Die eskalierende Schuldenkrise in der Eurozone setzt die Gemeinschaftswährung deutlich unter Druck. Internationale Anleger ziehen sich sowohl aus dem Euro als auch aufgrund der welt- weit unsicheren Situation aus den Schwellenländern zurück. Mangels Alternativen profitiert der US-Dollar von seinem Status als „Safe Haven“. Die Kaufprogramme der US-Notenbank begrenzen in einem solchen Umfeld allenfalls die Aufwertung des Greenback. Der Euro-Dollar-Kurs fällt unter die Parität. Aktienmärkte: Umsatzrückgänge und Margendruck führen zu spürbaren Gewinneinbußen der Unternehmen. Die Risikoaversion nimmt deutlich zu und sorgt für eine Bewertungskontraktion. An den Aktienmärkten brechen die Kurse ein. Der DAX fällt ähnlich wie 2011 bis auf die Höhe seines Buchwertes von 5.200 Punkten zurück. Asset Allocation: Aktienengagements sind weitgehend zu meiden, die Untergewichtung in den Mischportfolien sollte ausgeschöpft werden. Trotz gegen Null tendierender Nominalrenditen un- termauern positive Realzinsen die Attraktivität relativ hochwertiger Staatsanleihen. Langlaufende Festverzinsliche höchster Bonität bilden in diesem Szenario eindeutig den Anlageschwerpunkt. Tiefgreifende Wachstumskrise KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 16 2.3 Alternativszenario: Here Comes the Sun (10 %) In unserem positiven Wachstumsszenario „Here Comes the Sun“ (10 %) nimmt der globale Kon- junkturzug enorm an Fahrt auf, so dass der Investitionszyklus rasch an Breite und Tiefe gewinnt. Die Notenbanken schießen übers Ziel hinaus und zögern ihre Geldpolitik zurückzufahren. Die üppige Liquiditätsausstattung befeuert damit nicht nur die Kapitalmärkte, sondern treibt sukzessive auch die Teuerung in der Realwirtschaft. Wirtschaftswachstum: Der schwungvolle Industriezyklus treibt das Wachstum der Weltwirtschaft in die Nähe ihrer Vorkrisenniveaus. Sowohl die USA als auch die Schwellenländer weisen eine hohe Dynamik auf. Die USA wachsen um mehr als 3 %. Aber auch die Stimmung im Euroraum verbessert sich schneller und deutlicher. Das Krisenmanagement funktioniert, die erforderlichen Rettungsmaßnahmen werden im Konsens durchgesetzt und entfalten rasch die gewünschte Wir- kung. In den Krisenländern sinken die Risikoprämien kräftig, so dass sich Staat und Unternehmen leichter Mittel an den Kapitalmärkten beschaffen können. Die abnehmende Unsicherheit wirkt sich positiv auf die Nachfrage von Unternehmen und Verbrauchern aus. Die Eurozone überwindet die Rezession und kann um rund 2 % wachsen. Deutschland schneidet dabei weit überdurchschnitt- lich ab. Inflation: Die kräftige Belebung der Weltkonjunktur führt an den Rohstoffmärkten zu steigenden Preisen. Allein die deutlich höheren Energiepreise schieben die Teuerung in den USA über 3 %. Die stärker zunehmende Kapazitätsauslastung wirkt sich erst verzögert auf den Verbraucherpreis- anstieg aus. In den Krisenländern der Eurozone, wo die Überkapazitäten nach mehreren Rezes- sionsjahren noch hoch sind, dürfte der Preisauftrieb weniger stark ausfallen. Rentenmärkte: Überraschend positive Konjunkturzahlen heizen die Inflationserwartungen an. Wegen der hohen Staatsverschuldung sammeln die Notenbanken in den Industrieländern die in den letzten Jahren bereitgestellte Liquidität nur sehr zögerlich wieder ein. Wachsende Inflations- ängste sowie die deutlich gesunkene Risikoaversion führen zu einem kräftigen Renditeanstieg an den internationalen Anleihemärkten. Die Rendite 10-jähriger Bunds bewegt sich relativ zügig in Richtung 3 %-Marke, während die Risikoaufschläge der Peripherieanleihen signifikant sinken. Euro: Die konjunkturelle Erholung weltweit verdrängt die Sorgen über die europäische Schulden- krise. Die Geld- und Kapitalmärkte in der Eurozone normalisieren sich, die Risikobereitschaft wächst. Trotz des eher inflationären Umfelds halten die führenden Notenbanken an ihren niedrigen Leitzinsen fest, insbesondere die Geldpolitik in den USA ist zu expansiv, weshalb der US-Dollar stärker unter Inflationsängsten leidet. Der Euro-Dollar-Kurs könnte bis auf 1,50 ansteigen. Aktienmärkte: Aufgrund einer dynamischen Weltwirtschaft können die Unternehmen Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Die Bewertungsunsicherheit baut sich ab und die Risikoprämien bilden sich merklich zurück. Es kommt zu massiven Umschichtungen zuvor unterinvestierter Anleger in Aktien. Der DAX nimmt Kurs auf die 10.000er Marke. Asset Allocation: Aktien sind klar zu favorisieren. Sie sollten in Mischportfolien in dem maximal möglichen Umfang dotiert werden. Der Anteil der Renten wird angesichts zunehmender Inflations- gefahren möglichst gering gehalten. Festverzinsliche Anlagen mit mittel- und langfristigen Laufzei- ten sollten aufgrund der drohenden Verluste gemieden werden. Weltwirtschaft kommt auf Touren KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 17 3 Länderanalysen 3.1 USA: Déjà-vu? In den USA ist es inzwischen zum Normalfall geworden, dass am Anfang des Jahres eine massive Straffung der Finanzpolitik droht. Schon in den vergangenen zwei Jahren einigten sich Präsident und Kongress jeweils Abgabenerhöhungen, die in erheblichem Umfang die Konjunktur belastet hätten, temporär abzuwenden. 2013 kommen noch automatische Ausgabenkürzungen hinzu. Verglichen mit den Vorjahren ist diesmal das Volumen der finanzpolitischen Straffung deutlich höher – im schlimmsten Fall könnte der negative Impuls annualisiert über 600 Mrd. Dollar ausma- chen. Da dies jedoch ein erhebliches Rezessionsrisiko mit sich bringen würde, ist wahrscheinlich, dass das so genannte „fiscal cliff“ durch einen Kompromiss umschifft wird. Trotzdem dürfte der konjunkturelle Gegenwind von der Fiskalpolitik 2013 eher zunehmen. Während dies vor allem die Zuwächse beim privaten Konsum dämpfen dürfte, wird sich die bereits spürbare deutliche Erholung im Wohnungsbau 2013 fortsetzen. Die gesamtwirtschaftlichen Impul- se werden allerdings überschaubar sein, denn durch den Einbruch des Baus ist sein Anteil am BIP so stark geschrumpft, dass selbst hohe Zuwachsraten keine großen Wachstumsbeiträge liefern. Stützend dürfte die Entwicklung aber auf den Konsum wirken – denn Rückgänge beim Immobilien- vermögen scheinen der Vergangenheit anzugehören. Auch die Unternehmensinvestitionen, die in der zweiten Jahreshälfte 2012 merklich an Schwung verloren haben, sollten 2013 wieder Fahrt aufnehmen. Die Faktoren, die negativ auf die Investitionsneigung wirken – Unsicherheit durch die Schuldenkrise in Europa und die Verlangsamung der chinesischen Konjunktur sowie die Furcht vor dem „fiscal cliff“ – werden nach der Jahreswende an Bedeutung verlieren oder ganz entfallen. Insgesamt erwarten wir 2013 für die USA ein moderates Wachstum von rund 2 %. Bau im Aufwind, Ausrüstungen trudeln Solider Stellenaufbau, Arbeitslosenquote gesunken Reale Investitionen, % gg. Vj. % gg. Vj. % Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Notenbank wird in diesem Umfeld ihr Wertpapier-Kaufprogramm 2013 fortsetzen und eher noch einmal aufstocken. Eine nachhaltige und spürbare Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt ist vor dem Hintergrund des konjunkturellen Ausblicks nicht in Sicht. Ende 2013 wird die Arbeitslo- senquote voraussichtlich kaum niedriger sein als im vierten Quartal 2012 (knapp 8 %). Das gedämpfte Wachstum verhindert trotz der sehr lockeren Geldpolitik bis auf Weiteres einen Anstieg der Inflation. Wenn der Ölpreis wie von uns erwartet tendenziell nachgibt, wird die Teue- rungsrate auf der Verbraucherebene fallen. Im Jahresdurchschnitt 2013 rechnen wir mit einem Preisauftrieb von 1,7 %. Die Risiken, die von der kräftigen Bilanzausweitung der Fed ausgehen, sind eher langfristiger Natur: Sollte es der Notenbank nicht gelingen, die Liquidität rechtzeitig wie- der einzusammeln, dürfte die Inflation tatsächlich anziehen – aber erst in der ferneren Zukunft. -30 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 -30 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 2001 2003 2005 2007 2009 2011 Ausrüstungen und Software Wohnungsbau 0 2 4 6 8 10 12 -7 -6 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Arbeitslosenquote (RS) Beschäftigte in der Privatwirtschaft (LS) Wende am Bau Fed bleibt expansiv KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 18 3.2 Deutschland: Weiterhin überdurchschnittlich Die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland war 2012 gespalten. Während die Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise das Wachstum gedämpft haben, kamen reichlich Exportimpulse aus den USA und aus vielen Schwellenländern. Auch die privaten Konsumausgaben stimulierten die Dynamik. Trotzdem hat sich das Wachstum des BIP auf nur noch rund 1 % verringert (2011: 3,1 %). Das zweite Halbjahr war von einer deutlichen Abschwächung geprägt. Damit ist das Aus- gangsniveau für 2013 verhältnismäßig niedrig. Trotz der zu erwartenden wieder zunehmenden Dynamik dürfte damit die Jahresrate 2013 mit 1,2 % kaum höher ausfallen. Damit bleibt Deutsch- land allerdings weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Eurozone, die 2013 nur um voraus- sichtlich 0,4 % wachsen wird. Hierfür spricht nicht nur die hohe internationale Wettbewerbsfähig- keit. Deutschland leidet auch nicht wie andere Mitgliedstaaten an einer Baukrise. Ganz im Gegen- teil: Der Wohnungsbau dürfte auch in Zukunft für weitere Wachstumsimpulse sorgen. Immobilien werden zur Zeit als „sichere“ Anlage geschätzt. Hinzu kommt der anhaltende Trend zur energeti- schen Sanierung. Beides lässt sich bei niedrigen Hypothekenzinsen leichter finanzieren als in den vergangenen Jahren. Die im europäischen Vergleich sehr niedrigen Kapitalmarktzinsen entlasten auch die Unternehmen, deren Ausrüstungsinvestitionen nach der Schwächephase 2012 ab 2013 wieder zulegen dürften. Erste Erholung in der Industrie – Dienstleister stabil Erheblicher Teil des Wachstums kommt vom Konsum Einkaufsmanagerindizes, Saldo % bzw. Prozentpunkte Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2012 und 2013 eigene Schätzung bzw. Prognose Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Obwohl die Staatsverschuldung mittlerweile bei über 80 % liegt, ist im Gegensatz zu den Krisen- staaten, die ihre Konsolidierung im erheblichen Maße fortsetzen müssen, hierzulande von der Fiskalpolitik kein Gegenwind zu erwarten. Die staatlichen Konsumausgaben dürften damit – wenn auch schwächer als das BIP – weiter zulegen. Weniger Dynamik geht im neuen Jahr vom Arbeitsmarkt aus. So ist der Beschäftigungszuwachs im Herbst 2012 zum Erliegen gekommen. Gleichwohl dürfte dies nur ein temporäres Phänomen sein, bedingt durch die Wachstumsabschwächung im zweiten Halbjahr. Im Verlauf von 2013 dürften die Unternehmen wieder verstärkt Arbeitskräfte suchen. Zudem wird sich der Lohnanstieg bei einem weiterhin in Teilbereichen engen Arbeitsmarkt fortsetzen. Daher sind die Chancen gut, dass die privaten Konsumausgaben 2013 um gut 1 % zulegen werden. Damit kämen 2013 fast drei Viertel des Wachstums von den gesamten Konsumausgaben. Die Dynamik des Welthandels hat sich 2012 deutlich abgeschwächt. Mit einem Exportzuwachs von etwa 5 % hat Deutschland besser abgeschnitten als der globale Handel. So konnten 2012 Markt- anteile gewonnen werden. 2013 dürfte der Welthandel etwas stärker zulegen. Hiervon wird die deutsche Exportwirtschaft mit einem Ausfuhrzuwachs von 5,5 % erneut profitieren können. Bei leicht niedrigeren Importzuwächsen wird der Außenhandel 2013 einen positiven Wachstumsbeitrag liefern. Allmähliche Belebung 2013 Fiskalpolitik mehr oder weniger neutral KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 19 3.2.1 Hessen: Darf’s ein bisschen mehr sein? Hessen entwickelte sich im ersten Halbjahr 2012 mit einem realen BIP-Wachstum von 1,3 % etwas besser als der gesamtdeutsche Durchschnitt mit 1,1 %. Als konjunkturelle Stütze dürfte sich das Dienstleistungsgewerbe erwiesen haben. Dies hat in Hessen einen erheblich höheren Anteil an der Bruttowertschöpfung als im Bundesdurchschnitt. Signifikant für das hessische Dienstleistungsge- werbe sind der Flughafen und der Finanzplatz Frankfurt. Beide dürften positive Impulse gesetzt haben: So zeigt die Kapazitätserweiterung am Frankfurt Airport Wirkung – steuert doch die Passa- gierzahl 2012 auf einen neuen Rekordwert zu. Das Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie die Unternehmensdienstleister sind auf Bundesebene wachstumsstark, was auch für Hessen gelten dürfte. Die hessische Industrie blieb jedoch hinter den Zuwächsen anderer Bundesländer zurück. Insgesamt ist somit für 2012 bestenfalls mit einem leicht überdurchschnittlichen Wachstum zu rechnen. Die Belebung 2013, die auch aus dem Ausland kommt, trifft in Hessen mit einer Export- quote von über 50 % auf international wettbewerbsfähige Unternehmen. Damit stehen die Zeichen für Hessen auf Wachstum, das sogar etwas höher als der Bundesdurchschnitt ausfallen kann, da zum einen der Flughafen Frankfurt 2013 die stürmischen Zeiten aufgrund von Streiks hinter sich gelassen hat und sich das Frachtgeschäft konjunkturell bedingt erholen dürfte. Zum anderen zeichnet sich der hessische Arbeitsmarkt bis zuletzt durch sinkende Arbeitslosenzahlen und stei- gende Beschäftigung aus. Dies dürfte den Konsum beleben, selbst wenn sich 2013 der Trend auf dem Arbeitsmarkt abflacht. Strukturunterschiede zwischen den Bundesländern Anteil an der nominalen Bruttowertschöpfung 2010, in % Quellen: Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder“, Helaba Volkswirtschaft/Research 3.2.2 Thüringen: Chancen für die Industrie Thüringen weist unter den hier dargestellten Bundesländern den höchsten Industrieanteil auf. Entsprechend litt das Bundesland 2012 besonders unter der Abschwächung in diesem Wirt- schaftszweig. Nachdem 2011 noch die Umsätze in der Thüringer Industrie um 11 % zulegten, stagnierten sie in den ersten neun Monaten 2012. Die Exportquote blieb mit 32 % unverändert. Ähnlich wie in Hessen nahmen die Umsätze in der Thüringer Automobilindustrie spürbar ab, was auf den gemeinsamen Kfz-Hersteller zurückzuführen sein dürfte. Besser entwickelten sich die Branchen Metall, Elektrotechnik/Optik und das Ernährungsgewerbe. Die Auftragseingänge sinken gegenüber dem Vorjahr seit Längerem, so dass für 2013 zunächst keine Besserung zu erwarten ist. Mit der weltwirtschaftlichen Erholung im weiteren Jahresverlauf dürften sich aber wieder Chan- cen für Thüringen auftun. Angesichts der angespannten Haushaltslage sowie der Reformprozesse in vielen Industrieländern sind jedoch keine Wachstumswunder zu erwarten. In Thüringen dürfte 2013 der BIP-Zuwachs in Deutschland von gut 1 % bestenfalls erreicht werden, nachdem die Ab- schwächung 2012 zu einem unterdurchschnittlichen Wachstum führen wird. Der Arbeitsmarkt erweist sich als vergleichsweise robust. Die Thüringer Arbeitslosenquote lag 2012 (Januar bis Oktober) mit 8,6 % unter dem ostdeutschen Durchschnitt und die Anzahl der sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigten ist bis zuletzt gestiegen. Aufgrund der älteren Arbeitnehmerschaft in Thürin- gen dürfte sich die Arbeitslosenquote 2013 bei tendenziell gleicher Beschäftigtenzahl weiter ver- bessern. 25% 26% 25% 21% 20% 4% 7% 4% 6% 3% 15% 13% 16% 15% 15% 4% 4% 4% 5% 5% 10% 12% 10% 10% 10% 13% 11% 8% 11% 8% 15% 23% 31% 23% 30% 19% Deutschland Thüringen NRW Brandenburg Hessen Baugewerbe Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Produzierendes Gewerbe (ohne Bau) Finanzierung, Versicherung Öffentliche und sonstige Dienstleister Land-, Forstwirtschaft Unternehmensdienstleister Grundstücks-,Wohnungswesen Information, Kommunikation KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 20 3.2.3 Nordrhein-Westfalen: Arbeitsmarkt tut sich schwer Nordrhein-Westfalen (NRW) weist nahezu die gleiche Wirtschaftsstruktur wie Deutschland insge- samt auf. Im ersten Halbjahr 2012 blieb das Land dennoch mit einer Wachstumsrate von 0,8 % hinter der gesamtdeutschen Entwicklung zurück. Dieser Trend ist seit der Wirtschaftskrise 2009 durchgängig zu beobachten und dürfte sich auch 2013 fortsetzten. Die Ursache liegt, wie in den Vorjahren, in der schwächeren Erholung der NRW-Industrie. In den ersten drei Quartalen 2012 sanken die Umsätze um fast 2 %, während deutschlandweit noch ein Plus von 1,2 % erreicht wur- de. Die Exportquote ist durch den hohen Anteil der Branchen Chemie und Maschinenbau über- durchschnittlich. Allerdings gingen auch die Auslandsumsätze zurück, da das Minus in den Euro- ländern nicht durch das schwache Plus aus dem Export in andere Länder kompensiert werden konnte. 2013 dürfte der zu Beginn einer wirtschaftlichen Belebung einsetzende Lagerzyklus gera- de in den Bereichen Chemie und Metall wieder positive Akzente setzen. Ob diese Effekte aber in der gewohnten Stärke eintreten, ist angesichts der Probleme in vielen Abnehmerländern fraglich. Der Arbeitsmarkt in NRW ist mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 8,1 % in den ers- ten zehn Monaten 2012 das Schlusslicht unter den alten Bundesländern. Auch stieg die Zahl der Arbeitslosen in diesem Zeitraum gegenüber dem Vorjahr an, was ansonsten nur in Rheinland-Pfalz zu beobachten war. Angesichts der hohen Verschuldung in diesem Bundesland und dem damit dürftigen finanziellen Spielraum der Kommunen sind keine staatlichen Impulse zu erwarten, um den Konsum in NRW zu stärken. Exportquoten auf hohem Niveau Nicht überall sinkende Arbeitslosenquoten Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz in % Arbeitslosenquote in % aller zivilen Erwerbspersonen \* Januar – September 2012 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research \* Januar – Oktober 2012 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research 3.2.4 Brandenburg: Erfolge im Ausland Die Brandenburger Industrie konnte seit 2010 erfolgreich ihre Exporte steigern und hat inzwischen mit 31 % fast die Thüringer Ausfuhrquote erreicht. 2012 war das Land von der Nachfrageschwäche etlicher Eurostaaten ebenfalls betroffen. Hohe Umsatzzuwächse in anderen Ländern überkompen- sierten diese Kaufzurückhaltung, so dass in den ersten drei Quartalen die Industrie in Brandenburg eine Steigerung der Auslandsumsätze von gut 6 % erreichen konnte. Dies spricht für die internati- onale Wettbewerbsfähigkeit von Produkten „Made in Brandenburg“, auf die die Hersteller in der erwarteten wirtschaftlichen Belebung bauen können. Zusammen mit der geplanten Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg im Oktober 2013 ist eine leicht überdurchschnittliche Wachstums- rate möglich, nachdem 2012 eher unterdurchschnittlich verlaufen wird. Mittelfristig ergeben sich gute Wachstumsperspektiven für die ganze Region, wenn die geplante Auslastung des Flughafens realisiert werden kann. Der Arbeitsmarkt Brandenburgs ist durch den hohen Anteil an Pendlern gekennzeichnet. Fast 30 % der in Brandenburg wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäf- tigten pendelt in andere Bundesländer. Einen derart hohen Auspendleranteil weist kein anderes Bundesland auf. Berlin ist das bevorzugte Ziel. Somit ist die Situation in Brandenburg stark von der Bundeshauptstadt geprägt. In beiden Ländern ist 2012 (Januar bis Oktober) die Zahl der Arbeitslo- sen überdurchschnittlich gesunken, mit positiven Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote in Bran- denburg, die sich mit durchschnittlich 10,3 % auf einem Tiefststand befindet. 15 20 25 30 35 40 45 50 55 15 20 25 30 35 40 45 50 55 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Deutschland Thüringen Hessen \* NRW Brandenburg 4 6 8 10 12 14 16 18 20 4 6 8 10 12 14 16 18 20 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Thüringen Brandenburg Deutschland NRW Hessen \* KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 21 3.3 Europa: Vor weiteren Anpassungen 3.3.1 Frankreich: Herausforderungen werden nur zögerlich angegangen Frankreich fällt zurück. 2012 war die Wirtschaftsentwicklung ohne Dynamik. Für das Gesamtjahr 2012 kann nur eine schwarze Null erwartet werden und 2013 dürfte das BIP lediglich um 0,7 % zulegen. Aufgrund der deutlich steigenden Arbeitslosigkeit bei tendenziell stagnierender Beschäfti- gung und einer verhaltenen Einkommensentwicklung haben die privaten Konsumausgaben 2012 nicht zugelegt. Das Konsumklima ist zuletzt von niedrigem Niveau nochmals zurückgegangen. 2013 dürften die Konsumausgaben mit 0,6 % nur wenig stärker ausfallen. Zwar wird sich der Ein- bruch am Kfz-Markt mit einem Minus von schätzungsweise 13 % bei den Pkw-Neuzulassungen 2013 nicht in diesem Ausmaß wiederholen. Gleichwohl führen die von der neuen Regierung erho- benen zusätzlichen Steuern zu einer weiteren, wenn auch kleinen Konsumdämpfung. So werden die Vermögensteuer und die Einkommensteuer für Verdienste über 1 Mio. € deutlich erhöht. Au- ßerdem werden Überstunden wieder mit Steuern und Sozialabgaben belegt. Frankreichs Konsum ohne Dynamik Frankreichs Industrieanteil deutlich geschrumpft Private Konsumausgaben, real, Index: Q1 2007 = 100 Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung in % Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Obwohl Frankreich über eine ausgezeichnete Infrastruktur, eine steigende Bevölkerungszahl und ein überdurchschnittliches Ausbildungsniveau verfügt, dürfte das Land auf mittlere Sicht wenig dynamisch bleiben. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit hat sich in den letzten Jahren weiter verschlechtert. So ist die Insolvenzquote rund doppelt so hoch wie in Deutschland und der Indust- rieanteil hat sich allein seit 2000 um fünf Prozentpunkte auf jetzt 10 % deutlich verringert, der nied- rigste Wert aller Flächenländer in der Eurozone. Dies ist problematisch, weil die Industrie zum einen im Regelfall eine höhere Produktivität aufweist als viele Dienstleistungen. Zum anderen gehen durch den Bedeutungsverlust auch industrienahe Dienstleister verloren, die sich häufig in der Nähe von innovativen Clustern niederlassen. Gründe für die französische Deindustrialisierung sind vor allem die zu stark gestiegenen Lohnstückkosten und eine verhältnismäßig niedrige Flexi- bilität auf dem Arbeitsmarkt, so dass die Reallöhne kaum auf eine steigende Arbeitslosigkeit rea- gieren. Eine niedrige Rentabilität hindert die Unternehmen zu investieren. Hinzu kommen hohe Staatsausgaben- und -einnahmequoten. So betragen die Gesamtausgaben des Staates 56 % des BIP. Sie liegen damit gut 10 Prozentpunkte höher als in Deutschland. Dies stabilisiert zwar die konjunkturellen Zyklen. Allerdings beschränkt der starke Staatseinfluss die privaten Aktivitäten. Erst allmählich beginnt ein Umdenken in der neuen französischen Regierung. Nach einem alarmierenden Lagebericht der Kommission Gallois sollen die Unternehmen bis 2014 um 20 Mrd. € entlastet werden. Nur zur Hälfte sollen diese geplanten Steuergutschriften jedoch durch sinkende Staatsausgaben finanziert werden. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist für 2014 angedacht und dürfte die Binnennachfrage weiter schwächen. Diese Maßnahmen können nur ein erster Schritt auf dem langen Weg zur Wiederherstellung der französischen Wettbewerbsfähigkeit sein. 5 10 15 20 25 5 10 15 20 25 2000 2002 2004 2006 2008 2010 Spanien Italien Deutschland Frankreich Strukturschwächen werden nur zögerlich angegangen Konsum 2013 ohne Zugkraft KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 22 3.3.2 Italien: Erste Schritte sind getan Italien steckt in einer hartnäckigen Rezession, aus der es keinen leichten Ausweg gibt. Seit mitt- lerweile fünf Quartalen sinkt das BIP. 2012 liegt der Rückgang bei rund 2 %. Grund ist die wegbre- chende Binnennachfrage. Der Konsum leidet unter der steigenden Arbeitslosigkeit und der restrik- tiven Fiskalpolitik. Die hohen Kapitalmarktzinsen haben die Investitionstätigkeit zusätzlich ge- bremst. Hinzu kommt die schwache Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Trotzdem lieferte nur der Außenhandel einen klar positiven Wachstumsbeitrag, vor allem durch die drastisch gesunkenen Importe. Die Exporte konnten nur leicht gesteigert werden. Die Sparmaßnahmen der Regierung Monti dürften sich auf rund 2 % des BIP belaufen, wobei ein Großteil der Bremswirkung auf 2012 entfällt. 2013 ist neben einer nochmaligen Mehrwertsteuerer- höhung um einen Prozentpunkt im Juni auch eine kleine Einkommensteuersenkung für Niedrigver- diener geplant. Die Belastung des Konsums dürfte insgesamt niedriger ausfallen als 2012. Durch die Ankündigung der EZB, konditionierte Anleihekäufe vorzunehmen, und das insgesamt gestärkte Vertrauen in den Fortbestand der Eurozone sind die italienischen Kapitalmarktzinsen zuletzt ge- sunken, so dass private Investitionen wieder rentabler werden. Dies dürfte sich positiv auf die Investitionen auswirken. Damit ist für die italienische Wirtschaft nach einer Phase der Stagnation eine zögerliche Belebung im zweiten Halbjahr 2013 zu erwarten. Als Gesamtjahresrate ergibt sich aber nochmals ein Rückgang des BIP von 0,5 %. Für eine Trendwende am Arbeitsmarkt reicht dies nicht. Die Arbeitslosenquote dürfte weiter ansteigen. Trotz hoher Lohnkosten: Überschuss im Warenhandel Keine Trendwende bei den Lohnstückkosten In Mrd. €, nominal Index: Q1 2000 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Regierung Monti hat seit ihrem Amtsantritt im November 2011 wichtige Reformen für das Land durchgesetzt. Neben dem Programm zur Haushaltssanierung „Salva Italia“, wurden eine Rentenre- form und die Liberalisierung einiger Berufsstände in Angriff genommen. Die Arbeitsmarktreform dürfte allerdings nicht die gewünschten positiven Effekte erbringen. Zuletzt hat die Regierung mit dem für Italien wichtigen Bürokratieabbau begonnen. Diese Maßnahmen werden sich erst mittel- fristig positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Keine Besserung ist bislang bei den Lohn- stückkosten festzustellen. Zwar dürften die Löhne 2012 nur um gut 1 % erhöht worden sein und damit deutlich weniger als in den Vorjahren. Bei der noch schwächeren Produktivitätsentwicklung steigen allerdings die Lohnstückkosten, bei denen zuvor bereits eine Stagnation erreicht worden war. Italien gibt mit rund 1,3 % des BIP zu wenig für Forschung und Entwicklung aus. Im OECD- Durchschnitt liegt dieser Anteil um mehr als einen Prozentpunkt darüber. Entsprechend dürftig ist die Anzahl der angemeldeten Patente. Der wichtigste Patentanmelder ist die Industrie. Und obwohl diese – gemessen am Umsatz – in Italien genauso groß ist wie in Frankreich, liegt die Zahl der Patente nur bei 30 % der französischen. Erste Reformen durch Regierung Monti Fiskalpolitik bremst 2013 weniger KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 23 3.3.3 Spanien: Ambitionierte Sparpolitik – erste Erfolge Spanien steht vor noch größeren Problemen als Italien. Neben der hartnäckigen Rezession sind vor allem die Probleme der Banken zu nennen. Die Immobilien- und Wirtschaftskrise verschärft die Situation. Mittlerweile sind die Kreditausfälle auf den Rekordwert von über 10 % gestiegen. Mit einer bis zu 100 Mrd. € schweren europäischen Kreditlinie soll den Problemen entgegengetreten werden. Trotzdem steht zu befürchten, dass die Sanierung der Banken die Kreditvergabe auf län- gere Zeit bremsen wird. Immerhin sind die Kapitalmarktzinsen wie in Italien zurückgegangen. Spa- nien dürfte erst ab Ende 2013 wieder wachsen. Damit wird das BIP im Gesamtjahr nochmals um 1,0 % sinken, nach -1,3 % in 2012. Für 2014 ist dann mit einer Steigerung der gesamtwirtschaftli- chen Leistung von 0,8 % zu rechnen. 2013 ist damit ein Übergangsjahr. Der Einbruch im Bausektor hat mittlerweile ein derartig hohes Ausmaß angenommen, dass die Bremswirkung nun abnimmt. So dürfte der Anteil der Bauinvesti- tionen 2012 bei rund 11 % liegen und sich damit seit 2006 halbiert haben. Zudem sollte 2013 der Rückgang der realen Bautätigkeit nicht mehr so stark ausfallen wie 2012 (-10 %). So hat die Bau- produktion bereits einen Tiefpunkt ausgelotet. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen in Ausrüs- tungen wird jedoch weiter von der niedrigen Kapazitätsauslastung, dem schwierigen Zugang zu Krediten und der schlechten Ertragslage gebremst. 2013 ist hier nur eine Stabilisierung auf niedri- gem Niveau möglich. Investitionszuwächse sollten nicht vor 2014 erwartet werden. Spanisches Wachstum 2013 nochmals negativ Bauproduktion lotet Boden aus Reales Bruttoinlandsprodukt, % gg. Vj. Index: 2005 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Die spanische Konjunktur wird 2012 durch die ambitionierten Konsolidierungsmaßnahmen stark gedämpft. Diese dürften sich auf mehr als 60 Mrd. € und damit rund 6 % des BIP belaufen. Auch wenn die Maßnahmen noch im Folgejahr belasten, fällt doch die Bremswirkung 2013 schwächer aus, selbst wenn Spanien noch einen Antrag auf Rettungsmittel stellen sollte. Die privaten Kon- sumausgaben dürften damit 2013 nur noch um 1,0 % schrumpfen nach 1,7 % in 2012, auch wenn die Arbeitslosigkeit nochmals leicht ansteigt. Den sinkenden verfügbaren Einkommen bei gleichzei- tig steigenden Steuern wirkt nur die zurückgehende Spartätigkeit entgegen. Trotz der erheblichen Sparanstrengungen sinkt das Budgetdefizit 2012 nur um rund 1,5 Prozentpunkte auf 8 %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für Bankenhilfen schätzungsweise ein Prozentpunkt fällig wurde. Spanien hat zuletzt seine Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Hierzu hat die Wirtschaftspolitik beispiels- weise mit den Arbeitsmarktreformen beigetragen. Die Produktivität der Unternehmen ist deutlich gestiegen, während gleichzeitig die Lohnsteigerungen schwächer ausfallen. Die Lohnstückkosten sind seit 2010 deutlich zurückgekommen. Erste Früchte konnten hierdurch geerntet werden. So hat Spanien die stärksten Exportsteigerungen beim Warenhandel seit der Krise 2009 zu verzeich- nen. Auch für 2013 sind positive Effekte aus dem Außenhandel zu erwarten. Bankenprobleme noch nicht gelöst Spanien wird wettbewerbsfähiger KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 24 3.3.4 Griechenland: Strukturelle Anpassung dauert Der notwendige Sparkurs und die wirtschaftlichen Reformen belasten das innenpolitische Klima schwer. Unsicher ist, wie lange die seit den Neuwahlen im Sommer 2012 amtierende Koalition aus bürgerlicher Nea Dimokratia, sozialdemokratischer Pasok und Demokratischer Linken „durchhält“. Um die Auflagen des im März 2012 abgeschlossenen zweiten Beistandsabkommens mit der Troi- ka (EU, EZB und IWF) für 2012 bis 2014 über insgesamt knapp 165 Mrd. € zu erfüllen, werden weitere einschneidende Sparmaßnahmen und strukturelle Reformen insbesondere auf dem Ar- beitsmarkt erforderlich. Die erstarkende Oppositionspartei Syriza im Nacken, die die Vereinbarun- gen mit der Troika grundsätzlich ablehnt, fällt es der Koalition schwer die Korrekturen umzusetzen. Allerdings ist die Regierung angetreten, Griechenland im Euroraum zu halten, so dass es letztlich keine Alternative gibt. Da die politischen Unsicherheiten im Sommer 2012 die Durchführung des Anpassungsprogramms verzögerten, musste vorübergehend die Auszahlung vorgesehener Kredit- tranchen verschoben werden. Das BIP dürfte nach voraussichtlich 6,5 % 2012 auch 2013 nochmals deutlich um etwa 4 % zu- rückgehen. Sinkende Einkommen und die auf ein sehr hohes Niveau gestiegene Arbeitslosenrate von 25 % im Sommer 2012 hinterlassen ihre Spuren beim privaten Verbrauch. Das in den Jahren vor der Krise auf dem Konsum basierende Wirtschaftswachstum war jedoch ohnehin nicht durch- zuhalten. Kritischer zu werten sind die gesunkenen Investitionen, denn mit einer Investitionsquote von lediglich gut 10 % am BIP hat Griechenland ein äußerst niedriges Niveau erreicht. Positive Wachstumsbeiträge kommen notgedrungen infolge der fallenden Importe vom Außenbeitrag. Von einer stärkeren außenwirtschaftlichen Ausrichtung ist die Wirtschaft dagegen noch weit entfernt. Hierfür fehlt es u.a. an notwendigem Kapital. Die Exporte von Gütern und Dienstleistungen legen vergleichsweise langsam zu. Außenhandel passt sich nur langsam an Schuldenschnitt war kein Befreiungsschlag Mrd. € % des BIP % des BIP Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EU-Kommission, Helaba Volkswirtschaft/Research Im November 2012 verständigten sich die Regierung und die Troika auf weitere strukturelle Re- formen im Gesundheitswesen, auf dem Arbeitsmarkt und auf bisher geschützten Gütermärkten. Ein mittelfristiges Finanzprogramm für 2013 bis 2016 listet detailliert die fiskalischen Einsparungen bei den Rentenzahlungen, der Besoldung, im Gesundheitswesen sowie bei weiteren Ausgabeblö- cken und angestrebte Einnahmesteigerungen über höhere Steuern und Beiträge zu den Sozialver- sicherungen über insgesamt gut 18 Mrd. € auf. Trotz dieser fiskalischen Maßnahmen dürfte das Staatsdefizit 2013 noch bei 5,5 % liegen und die Staatsverschuldung weiter deutlich auf 188 % des BIP steigen. Die Troika gewährt der griechischen Regierung zwei Jahre länger Zeit, um die ur- sprünglich vereinbarten Haushaltsziele zu erreichen. Das Sparen und Reformieren wird aber nur von Erfolg gekrönt sein, wenn gleichzeitig ein Ruck durch Wirtschaft und Politik zu couragierten institutionellen und strukturellen Änderungen geht, mit dem Wachstumskräfte frei gesetzt werden können. -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Handelsbilanz Dienstleistungsbilanz 0 4 8 12 16 100 120 140 160 180 200 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Staatsschulden (linke Skala) Budgetdefizit (rechte Skala) Politik verlangsamte 2012 die Konsolidierung Neuer Anlauf KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 25 3.3.5 Irland: Vorbild oder Sonderfall? Unter den Programmländern in der Eurozone wächst die Wirtschaft nur in Irland. Diese positive Entwicklung ist noch nicht von der Binnennachfrage getragen – der Konsum bleibt angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der erheblichen Verschuldung der Verbraucher schwach. Allerdings fällt die Beschäftigung nicht mehr und die Hauspreise scheinen sich nach ihrem dramatischen Ein- bruch (-50 % vom Hochpunkt 2007) zu stabilisieren. Mit Hilfe des wettbewerbsfähigen Exportsek- tors ist die irische Wirtschaft schon 2011 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Dies ist für die Tragfähigkeit der irischen Schulden – auch in den Augen der ausländischen Gläubiger – letztlich entscheidend. Im Jahresdurchschnitt 2013 dürfte die irische Wirtschaft auf ein Wachstum von rund 1,5 % kommen, nicht zuletzt weil der negative konjunkturelle Impuls durch die Sparpolitik der Re- gierung etwas geringer ausfallen sollte als in den Vorjahren. Die Situation der irischen Staatsfinanzen bleibt zwar vor dem Hintergrund des nach wie vor hohen Defizits angespannt. Aber im Gegensatz zu Griechenland, Spanien und Portugal hat Irland die Konsolidierungsziele bislang übererfüllt. 2012 wurden Mehrausgaben bei den Gesundheits- und Sozialausgaben (letztere unter anderem bedingt durch die höher als erwartete Arbeitslosigkeit) durch steigende Steuereinnahmen überkompensiert, trotz eines teilweisen Boykotts der neuen Haushaltsabgabe durch die Steuerzahler. Gemessen am kumulierten Saldo zwischen den Ein- nahmen und Ausgaben lag der irische Staatshaushalt im Oktober knapp über Plan. Die Regierung wird daher ihr Sparziel für das Gesamtjahr 2012 wohl erreichen. Allerdings bleibt das Defizit ein- schließlich der Zinszahlungen mit 8,3 % des BIP hoch und weitere Einschnitte sind erforderlich, um den Vorgaben der Troika (EZB, IWF und EU-Kommission) zu entsprechen. Im Jahr 2013 soll das Defizit auf mindestens 7,5 % gedrückt werden, wozu unter anderem eine neu eingeführte Grund- steuer beitragen soll, die ab 2013 die Haushaltsabgabe ersetzen wird. Im Fokus wird auch in den kommenden Monaten die Frage stehen, ob die Partnerländer es den Iren ermöglichen, einen Teil der Bankschulden, die der Staat übernommen hat, auf den ESM zu übertragen. Dies würde Irland deutlich entlasten und die für 2013 geplante vollständige Rückkehr an den Kapitalmarkt erleichtern. Wieder auf Wachstumskurs Bankenrettung Hauptursache für Schuldenanstieg Reales BIP, % gg. Vj. % am BIP % am BIP Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2012 und 2013 IWF-Schätzungen Quellen: IWF, Helaba Volkswirtschaft/Research Irland ist der Primus unter den Programmländern. Ohne den Preisschub durch die Mehrwertsteu- ererhöhung Anfang 2012 wäre die Teuerung merklich niedriger. Auch so wird der Preisanstieg mit 2 % unter dem Durchschnitt der Eurozone bleiben. Daran wird sich 2013 nichts ändern. Die ge- dämpfte Teuerung und stagnierende oder sogar rückläufige Löhne verbessern die preisliche Wett- bewerbsfähigkeit der irischen Unternehmen. Im Verarbeitenden Gewerbe sind die Lohnstückkos- ten seit ihrem Hochpunkt 2005 inzwischen um über 35 % gefallen. Zur Verbesserung der internati- onalen Wettbewerbsposition tragen auch die strukturellen Reformen bei, deren Fortschritt bei jeder vierteljährlichen Überprüfung den Beifall der Troika findet. -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Prognose 0 20 40 60 80 100 120 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Nettoschulden des Staates (RS) Kosten der Bankenhilfe (LS) Primärdefizit ohne Bankenhilfe (LS) Differenz zwischen Zinsen und Wachstum (LS) Erfolgreiche Haushalts- konsolidierung Fortschritte bei den struk- turellen Reformen KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 26 3.3.6 Portugal: Leistungsbilanz reagiert nach Plan Portugal ist eines der Sorgenkinder im Euroraum, das sich unmittelbar hinter der großen „Schul- denschwester“ Griechenland und noch vor Spanien und Italien in die Riege der Problemländer einreihen muss. Die Stagnation des BIP bereits in den Jahren vor der Finanzkrise wurzelt in den wirtschaftlichen Strukturschwächen des Landes. Die traditionell geringe Wettbewerbsfähigkeit ist einer der Hauptgründe für die schwache Industrieproduktion. Weitere Ursachen der rückläufigen Entwicklung sind ein überholtes Bildungssystem sowie Ineffizienzen der öffentlichen Verwaltung und des Rechtssystems. Jedoch gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer: Die Leistungsbilanz korrigiert rasch das unhaltbare Defizit – zum Teil notgedrungen, weil das Geld für Importe nicht mehr da ist, zum Teil aber auch, weil die Güter- und Dienstleistungsexporte zulegen. Außenhandel passt sich zügig an Fiskalische Konsolidierung ist schwierig Mrd. € % des BIP % des BIP Quellen: EU-Kommission, IWF, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EU-Kommission, Helaba Volkswirtschaft/Research Die fiskalischen Einschnitte, zurückgehende Lohneinkommen und steigende Arbeitslosigkeit sowie die hohe Verschuldung der privaten Haushalte bedingen wahrscheinlich auch 2013 eine negative Wachstumsrate von 2,5 % nach 3,5 % in 2012. Als Mitglied der Eurozone kann Portugal kurzfristig vor allem nur über niedrigere Lohnkosten die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft steigern. Die begonnenen Strukturreformen im Arbeitsmarkt, im Bildungswesen, in der Verwaltung und im Rechtssystem werden sich erst längerfristig positiv auswirken. Allerdings hat die Regierung die Zielvorgaben des mit der EU und dem IWF vereinbarten Rettungspakets über knapp 80 Mrd. € für den Zeitraum 2011 bis Anfang 2014 stets eingehalten. In Portugal gingen aufgrund von Produkti- onsverlagerungen in andere Länder in den letzten Jahren viele Arbeitsplätze verloren. Leistungs- fähige Betriebe etwa in der Automobil- sowie der Textil- und Schuhindustrie sind zwar vorhanden, aber noch zu wenig strukturprägend. Über alle Branchen hinweg dominieren kleine und mittelstän- dische Unternehmen, die notwendige Investitionen kaum aus eigener Kraft meistern können. Als Gegengewicht zu den harten Sparmaßnahmen startet die Regierung daher ein mit EU-Mitteln finanziertes Kreditprogramm für kleine und mittlere Betriebe zugunsten von Investitionen, Exporten und Neugründungen. Zudem werden Staatsbetriebe insbesondere im Energie- und Transportsek- tor privatisiert bzw. finanziell auf gesunde Füße gestellt. Portugal scheint mit Krisen besser umgehen zu können als „verwöhntere“ Länder mit höherem Lebensstandard. So sind zwar die Sparmaßnahmen innenpolitisch umstritten, an ihrer Notwendig- keit wird aber weniger gezweifelt. Dennoch zeichnet sich ab, dass das Land nach dem Auslaufen des gegenwärtigen Hilfspakets 2014 weitere Stützungskredite der EU und des IWF benötigen wird. Die finanzielle Belastung durch die Staatsschulden dürfte auch 2014 schwer alleine zu tragen sein. Ein Erfolgserlebnis konnte Portugal in der Vergangenheit allerdings schon einmal verbuchen: 1984 wurden nach einem Anpassungsprogramm unter der Regie des IWF sogar vorübergehend ein Leistungsbilanzüberschuss und eine gute Wachstumsperformance erzielt. Dies sollte zum Durch- halten ermuntern. -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Handelsbilanz Dienstleistungsbilanz 0 2 4 6 8 10 12 60 80 100 120 140 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Staatsschulden (linke Skala) Budgetdefizit (rechte Skala) Investitionsförderung und Privatisierungen KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 27 3.3.7 Großbritannien: Keine Loslösung vom Kontinent Trotz Insellage steht die britische Wirtschaft kaum besser als die Eurozone da. Das Land litt in der ersten Hälfte 2012 unter einer Rezession, die von Sondereffekten noch verstärkt wurde. Zwar hat Großbritannien sein konjunkturelles Tief wohl inzwischen hinter sich gelassen, jedoch dürfte insbe- sondere das anstehende Winterhalbjahr noch sehr schwierig werden. Im Gesamtjahr 2012 ist das BIP vermutlich marginal geschrumpft. Das britische Wachstum wird vor allem von einem schwachen Außenhandel belastet. Die geringe Nachfrage aus der Eurozone drückt den britischen Export. Die mit der Krise einhergehende Unsi- cherheit, die sich deutlich an den Finanzmärkten widerspiegelte, hat die Unternehmensinvestitio- nen gedämpft, wenngleich diese 2012 insgesamt noch wuchsen. Sollte sich im Verlauf von 2013 die Stimmung und dann auch die Nachfrage in der Eurozone aufhellen, dürfte dies die Konjunktur in Großbritannien beleben. Britischer Export stark abhängig von der Eurozone Gegenwind für privaten Konsum lässt nach % am BIP, 12-Monats-Durchschnitt % gg. Vj. Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Im Inland kostet der Sparkurs der britischen Regierung Wachstum. Kürzungen von Transferzah- lungen, Steueranhebungen sowie der Beschäftigungsabbau im öffentlichen Sektor beeinträchtigen den privaten Konsum. Von staatlicher Seite werden 2013 kaum positive Impulse kommen, da die Austeritätspolitik grundsätzlich fortgesetzt wird, zumal die angestrebten Ziele ohne Berücksichti- gung von Sonderfaktoren im laufenden Fiskaljahr voraussichtlich verfehlt werden. Allerdings ver- bessert sich die Einkommenssituation der privaten Haushalte sukzessive. Die private Beschäfti- gung expandiert trotz des schwachen Wachstums, eine gegenüber Vorjahr gesunkene Teuerung erhöht die Reallöhne. Am Markt für Wohnimmobilien gibt es Anzeichen für eine Verbesserung. 2013 dürfte das BIP dank eines stärkeren privaten Konsums sowie höherer Exporte um rund 1 % zulegen. Das Wachstum verbleibt damit aber unter dem Vorkrisenniveau, da sowohl der Staat als auch Unternehmen und private Haushalte weiterhin ihre Verschuldung abbauen. Dank höherer administrierter Preise beträgt die Inflation 2013 vermutlich 2,6 % und liegt damit oberhalb der Zielmarke der Bank of England von 2,0 %. Damit fiele die Teuerung aber geringer aus als 2012 oder gar 2011. Die britische Notenbank lässt ihren Leitzins bei 0,5 %. Insbesondere im konjunkturell noch schwierigen Winterhalbjahr stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Bank of England ihr vorerst ausgesetztes Kaufprogramm für Staatsanleihen wieder aufnimmt. Das Pfund Sterling, das sich 2012 trotz der expansiven geldpolitischen Maßnahmen gut schlug, dürfte im Verlauf von 2013 gegenüber dem Euro nachgeben. Neben der britischen Geldpolitik sollten nachlassende Sorgen um die Gemeinschaftswährung die Nachfrage nach dem Pfund, dessen Anleihen inflationsbereinigt niedriger als in Euro oder US-Dollar rentieren, verringern. Die Renditen zehnjähriger britischer Staatsanleihen nähern sich im kommenden Jahr wieder den Teuerungsra- ten an. Wachstumsschwäche in Großbritannien Privater Konsum mit Erholungspotenzial KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 28 3.3.8 Schweiz: Im Herzen von Europa Die Schweiz ist umgeben von der Eurozone. Es würde daher sehr überraschen, wenn die Rezes- sion in vielen Mitgliedsländern nicht ohne spürbare Auswirkungen auf die Eidgenossenschaft wäre. Bislang hat sich die Schweizer Wirtschaft aber recht gut behaupten können. Verglichen mit den Erwartungen vor einem Jahr ist die Schweizer Wirtschaft 2012 sogar etwas stärker gewachsen. Im Jahresdurchschnitt dürfte für 2012 ein Plus von knapp 1 % zu Buche stehen. Die noch vergleichs- weise gute Konjunktur in Deutschland hat dabei stabilisierend gewirkt: Die Schweiz exportiert nach Deutschland alleine mehr als nach Frankreich, Italien, Spanien und in die Niederlande zusammen. Dies hat die dämpfenden Effekte des starken Franken auf die Schweizer Exporte teilweise kom- pensiert. Trotz der sehr starken Währung haben sich die Schweizer Ausfuhren nach der Krise 2009 rasch erholt und lagen preisbereinigt schon Mitte 2012 wieder über dem Niveau vor der Fi- nanzkrise 2008. Die im Verlauf von 2013 erwartete Erholung in Deutschland und in der Eurozone dürfte sich bei den Schweizer Exporten zusätzlich positiv bemerkbar machen. Gleichzeitig werden die Sorgen um den Fortbestand der Gemeinschaftswährung tendenziell weiter abflauen, so dass der Aufwer- tungsdruck auf den Schweizer Franken nachlassen sollte. Wir gehen davon aus, dass der Franken 2013 eher bei 1,25 als bei 1,20 je Euro notieren wird. Mit 1,2 % Wachstum wird die Schweiz auch im europäischen Vergleich 2013 wieder ganz gut dastehen. Tiefpunkt erreicht Wohnungsbau: Niedrigzins mit Nebenwirkungen % gg. Vj. % gg. Vj. % Tsd. Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research \* Mittelpunkt des Zielkorridors für den 3-Monats-LIBOR Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Der starke Franken dämpft tendenziell nicht nur die Konjunktur, sondern auch die importierte Infla- tion. Die Teuerung ist in der Schweiz in der Regel sowieso schon niedrig. Im Jahresdurchschnitt 2012 sind die Verbraucherpreise wohl um 0,7 % gefallen. Damit liegt die Teuerung spürbar unter- halb dessen, was die Schweizerische Nationalbank (SNB) als Preisniveaustabilität definiert, näm- lich einen Anstieg der Verbraucherpreise von weniger als 2 %. Auch 2013 dürfte die Teuerung mit etwa 0,5 % verhalten bleiben. Weder die Konjunktur noch das Preisklima werden 2013 für eine restriktivere Geldpolitik oder eine Aufgabe des Mindestwechselkurses von 1,20 sprechen. Stattdessen sollte es der abnehmende Druck durch „Safe haven“-Zuflüsse in den Franken der SNB erlauben, die Interventionen am Devi- senmarkt zurückzufahren. Damit muss sie auch weniger „Geld drucken“. Die Kritik an der Niedrig- zinspolitik der Notenbank beruht vor allem auf zwei Argumenten. Erstens wird sie auf mittlere Sicht für Sparer zu einem Problem. Zweitens wird verstärkt über die Gefahr einer Immobilienblase in der Schweiz diskutiert. Angesichts des rückläufigen allgemeinen Preisniveaus kann schon bei einstel- ligen Zuwachsraten bei den Immobilienpreisen die Nachhaltigkeit der Entwicklung fragwürdig sein. Dass derzeit zudem viele ausländische Investoren auf der Suche nach Immobilien in der sicheren Schweiz sind, spricht auch nicht gerade gegen eine Überhitzung. -15 -10 -5 0 5 10 15 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoinlandsprodukt (LS) Exporte (RS) 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Leitzins\* (LS) Wohnungen in Bau (RS) Aufwertungsdruck lässt nach Geldpolitik nicht ohne Probleme KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 29 3.3.9 Schweden: Zeit für Lockerungsübungen? Schweden wird derzeit oft als ein „Hort der Stabilität“ gehandelt. Gegenüber 2011, als das schwe- dische BIP um 3,9 % wuchs, wird das Plus 2012 und 2013 mit rund 1 % bzw. 2 % zwar deutlich schwächer ausfallen. Doch für Investoren, die von der derzeitigen Situation in Europa verunsichert sind und ihr Vermögen risikoarm parken möchten, hat das nordeuropäische Land einiges zu bie- ten: Im Vergleich zur EU fallen die weiterhin solide Haushaltslage mit einem Budgetdefizit nahe Null und einer Staatsverschuldung von rund 40 % des BIP sowie das stabile Bankensystem auf. Aber auch niedrige Inflationsraten und die moderate Arbeitslosenquote, die wohl auch 2013 unter 8 % liegen wird, sprechen für die stabile Lage des Landes. Wachsamkeit ist dennoch angebracht, denn die Fortsetzung der schwedischen Erfolgsstory hängt davon ab, ob Akteure wie Notenbank und Staat auch künftig rechtzeitig und mit Augenmaß auf die ökonomischen Trends reagieren. Dazu zählen der Wiederanstieg der Arbeitslosigkeit seit Mitte 2012, der die Kauflaune der Verbraucher eintrüben könnte, und die bislang ausgeprägte Sparnei- gung der Regierung. Allerdings schwenkte sie im Budget für 2013 auf eine expansivere Fiskalpoli- tik um und kündigte zur Stimulierung der Wirtschaft Maßnahmen von knapp 3 Mrd. Euro an (ca. 0,5 % des BIP), wie eine Senkung der Körperschaftsteuer. Ob die Pläne angesichts der geringeren Staatseinnahmen voll umgesetzt werden, ist noch offen. Wirtschaftswachstum abgebremst Investoren auf der Suche nach sicheren Häfen Reales BIP, % gg. Vj. Rendite 10-jähriger Staatsanleihen in % Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Ein wachsames Auge empfiehlt sich auch für die Entwicklung des Wohnungsmarktes und die wachsende Verschuldung der privaten Haushalte. Nachdem sich die Hauspreise im Verlauf von 2011 etwas entspannt hatten, steigen sie seit Anfang 2012 von einem ohnehin hohen Niveau wie- der. Dies stärkt zwar die Finanzkraft der Immobilienbesitzer, kann aber angesichts der Erfahrun- gen in jüngerer Zeit mit Immobilienblasen in anderen Ländern nicht nur positiv gesehen werden. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien und damit der Preisdruck am Wohnungsmarkt könnten sich verstärken, wenn die Notenbank zu einer expansiveren Politik übergeht. Anfang September 2012 hat sie nach einer längeren Phase des Stillhaltens den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 % gesenkt. Die Voraussetzungen für weitere Lockerungen sind bei einem aktuellen Verbraucher- preisanstieg um die 1 % (Inflationsziel: 2 %) günstig. Eine Abwertung der Währung wäre der No- tenbank – auch im Hinblick auf die Exportwirtschaft – sicher willkommen, da die Krone im August 2012 auf ein Zehnjahreshoch von 8,2 Kronen je Euro gestiegen war. Derzeit liegt sie bei 8,6 Kro- nen je Euro. In nächster Zeit dürfte der Euro-Krone-Kurs weiter davon abhängen, wie Investoren die Entwicklung in der Eurozone beurteilen. Trotz eines vermutlich nachlassenden Sicherheitsbe- darfs dürfte die Schwedische Krone im Verlauf von 2013 gegenüber dem Euro aufgrund der positi- veren Wachstumsperspektiven leicht aufwerten. Wachstum beschleunigt sich 2013 auf knapp 2 % Hauspreise steigen wieder KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 30 3.3.10 Norwegen: Die de luxe-Edition Mit Norwegen hat sich neben Schweden ein weiteres skandinavisches Land als „sicherer Hafen“ etabliert. Da Norwegen nicht zur EU gehört, bleibt es von Rettungsschirmdiskussionen und Garantieverpflichtungen unberührt. Darüber hinaus verfügt das Land mit seinen Öl- und Gas- vorkommen über bedeutende Wohlstandsquellen. Knapp 70 % der Exporte kommen aus dem Energiesektor. Steigende Löhne, eine auf rund 3 % gesunkene Arbeitslosigkeit und die niedrige Inflation sorgen für höhere Realeinkommen, die sich in einem dynamischen privaten Verbrauch bemerkbar machen. Aber auch die Investitionen haben kräftig zugelegt. Im dritten Quartal hat die Konjunktur allerdings an Schwung verloren. Insgesamt dürfte das Wachstum 2012 jedoch 3,0 % erreichen und auch 2013 mit 2,7 % robust bleiben. Dank der guten Wirtschaftsentwicklung und der florierenden Rohstoffindustrie generiert Norwegen üppige Leistungsbilanzüberschüsse, die gemessen am BIP regelmäßig im zweistelligen Bereich liegen, und einen luxuriösen Haushaltsüberschuss, der 2013 wohl wieder rund 14 % erreichen wird. Die Staatsverschuldung liegt bei 30 % des BIP, und dies entspricht nur einem Bruchteil des Vermögens, das in dem berühmten Pensionsfonds akkumuliert ist. Denn die Norweger beweisen Weitblick, indem sie die Einkünfte aus der Ölwirtschaft in einen glo- bal investierenden Pensionsfonds investieren. Dessen jährliche Rendite fließt wieder in die Volks- wirtschaft zurück, so dass die Substanz erhalten bleibt und auch künftige Generationen von der Ausbeutung der fossilen Energiereserven profitieren. Drohende Immobilienblase in Norwegen Alles in die Kronen Hauspreisindizes, 1.1.2000 = 100 Schwedische und Norwegische Krone zum Euro, 1.1.2010 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Kritisch zu sehen ist der seit Jahren ungebrochene Preisanstieg bei Immobilien, der ab 2009 – begünstigt durch niedrige Kapitalmarktzinsen und Einkommenszuwächse bei den Verbrauchern – sogar noch an Fahrt gewonnen hat: Aktuell liegen die Preise am Wohnungsmarkt um rund ein Viertel über dem Niveau vor der Finanzkrise. Die starke Krone und die niedrige Inflation erschweren der Zentralbank eine restriktivere Geldpoli- tik, um die Überhitzungsrisiken am Immobilienmarkt deutlicher einzugrenzen. Zuletzt hatte sie den Leitzins im März 2012 auf 1,5 % gesenkt. Der Wechselkurs liegt mit 7,3 Kronen je Euro um gut 5 % über seinem Wert vom Jahresbeginn 2012. Die Notenbank dürfte mit ihrer Stillhalte-Politik zunächst fortfahren. Im Verlauf von 2013 sollte die international wieder dynamischere Konjunktur- entwicklung den Sicherheitsaspekt als Argument für Anlagen in Norwegen in den Hintergrund treten lassen. Da die Wachstumsaussichten jedoch komfortabel und die wirtschaftlichen Rahmen- bedingungen insgesamt eine Klasse für sich sind, wird die Krone weiterhin auf reges Interesse bei den Anlegern stoßen. Rohstoffreichtum schiebt Konjunktur Krone weiterhin beliebt KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 31 3.3.11 Polen: Verminderter Schwung, aber weiter überdurchschnittlich Mit einem Wirtschaftswachstum von voraussichtlich 2,3 % zählt Polen auch 2012 zu den wachs- tumsstärksten Ländern in Europa. Allerdings machen sich auch hier Bremseffekte bemerkbar: Zum einen hinterlässt der mit der Fußball-Europameisterschaft beendete Bauboom eine Lücke, die von keiner anderen Komponente des BIP gefüllt wird. Zum anderen sind auch die Verbraucher, die bei einem Anteil des privaten Konsums am BIP von gut 60 % traditionell die tragende Säule der Konjunktur sind, zurückhaltender geworden. Insgesamt führt die geschwächte Binnenkonjunktur 2012 nahezu zu einer Halbierung der Wachstumsdynamik, die auch 2013 noch spürbar sein wird (+2,0 % gg. Vorjahr). Zur gedämpften Verbraucherstimmung tragen die hohen Inflationsraten von fast 4 % maßgeblich bei. Auch die gestiegene Arbeitslosenquote und stärkeres Vorsichtssparen drücken auf den Konsum. Hinzu kommt der Sparkurs der Regierung. Denn Polen befindet sich – wie die meisten EU-Länder – in einem Verfahren wegen seines übermäßigen Haushaltsdefizits. Den Fehlbetrag 2012 auf die vorgesehenen 3 % des BIP zu reduzieren (nach 5 % 2011), liegt bei dem schwächeren Wachstum allerdings außer Reichweite. Dies deuten die Budgetprojektionen der Regierung bereits an, zumal auch einzelne Maßnahmen zur Konjunkturstimulierung geplant sind. Realistischer sind Defizite oberhalb von 3 % in 2012 und 2013. In jedem Fall muss Ministerpräsident Tusk den Schuldenstand nach nationaler Rechnungslegung unter der Schwelle von 55 % des BIP halten, wenn seine fiskalpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten nicht per Gesetz eingeschränkt werden sollen. Der Sparkurs – u.a. Lohnerhöhungsstop im öffentlichen Sektor, Steueranhebungen und eine Rentenreform – sorgt für eine konjunkturelle Abkühlung. Jedoch ist Polen sehr auf seinen Ruf als Land stabiler Staatsfinanzen bedacht, um internationale Investoren nicht zu verunsichern. Denn ein großer Teil der Staatsschuld befindet sich in ausländischer Hand. Bislang war der Spread langfristiger Staatsanleihen zu deutschen Papieren recht stabil, zuletzt ist der Abstand sogar unter 300 Basispunkte gesunken. Die Regierung nutzt die günstigen Rahmenbedingungen, um bereits 2012 einen Teil ihres Finanzierungsbedarfs von 2013 zu decken. Eine zusätzliche Absicherung stellt die „Flexible Credit Line“ des IWF dar, die als Liquiditätsreserve dient. Polen mit stärkstem Wachstum Anlegerinteresse gestiegen Reales BIP, % gg. Vj. Zinsspreads 10-j. Staatsanleihen zu deutschen Papieren in Prozentpunkten \*Schätzung, \*\*Prognose Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research; Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Die polnische Währung befindet sich seit Mitte 2012 in einem volatilen Aufwärtstrend und ist zuletzt auf einen Seitwärtspfad eingeschwenkt. Sie dürfte angesichts guter Rahmenbedingungen auch bei schwächerer Konjunktur relativ stabil bleiben. Abwertungsimpulse für den Zloty kommen allerdings von Zinssenkungen der polnischen Nationalbank. Sie hatte noch im Mai den Leitzins angehoben, wird nun aber von der Konjunkturentwicklung überholt und versucht – angefangen mit einer ersten vorsichtigen Lockerung im November 2012 auf 4,5 % – der Abschwächung entgegen- zuwirken. Diesen Kurs dürfte sie zunächst weiter verfolgen. -2 -1 0 1 2 3 4 5 -2 -1 0 1 2 3 4 5 2011 2012\* 2013\*\* Polen Tschechien Ungarn Deutschland Binnenkonjunktur bremst Solide Haushalte vor Konjunkturstimulierung KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 32 3.3.12 Ungarn: Warten auf Einigung mit dem IWF Drei Jahre nach der scharfen Rezession von 2009 droht in Ungarn 2012 ein erneutes Minus beim BIP-Wachstum von 1,2 % gegenüber dem Vorjahr. 2013 dürfte es mit 0,5 % nur wenig über der Stagnation liegen. Auch wenn dafür z.B. die schwächeren Exporte und eine Dürre mitverantwort- lich sind, bedeutet es doch für die seit 2010 mit Zwei-Drittel-Mehrheit agierende Regierung Orban und ihre national orientierte Politik eine Niederlage. Gegen alle Kritik von innen und aus dem Aus- land wurde etwa das Abkommen mit dem IWF aufgekündigt. Seit einigen Monaten deutet der Re- gierungschef aber an, wieder mit dem Währungsfonds zusammenarbeiten zu wollen. Zur Stützung der Konjunktur erfolgten auch drei Senkungen des Leitzinses zwischen August und Oktober auf aktuell 6,25 %. Dass trotz einer Inflation von jahresdurchschnittlich rund 6 % in 2012 die Zinsen gesenkt wurden, ist weniger erstaunlich, wenn man ins Kalkül zieht, dass die vier im März von der Regierung entsandten Notenbanker bei der Entscheidung den Ausschlag gaben. Vor diesem Hintergrund besteht 2013 die Aussicht auf weitere Zinssenkungen. Die ungarische Währung profitiert von den noch recht hohen Leitzinsen: Von Januar bis Oktober 2012 war der Forint, der mit einem relativ hohen Kursverhältnis zum Euro in das Jahr gestartet war, Outperformer an den Devisenmärkten. Gegen Jahresende 2012 belastet ihn die laxere Geld- politik – eine Entwicklung, die sich voraussichtlich 2013 fortsetzt. Ein schwächerer Forint verteuert jedoch die Fremdwährungskredite und damit rund zwei Drittel der Kredite an private Haushalte. Für die Regierung bleibt daher eine baldige Übereinkunft mit dem IWF ein zentrales Thema. Kon- krete Fortschritte sind hier aber wohl nicht vor dem Frühjahr 2013 zu erwarten. Forint: Stabilisierung auf wackeligen Beinen Ungarn mit den höchsten Leitzinsen Wechselkurs gegenüber Euro, Index, 2.1. 2012 = 100 Leitzinsen, % Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Staatshaushalt präsentiert sich nach dem Auslaufen der Sondereffekte von 2011 (vor allem die Rückführung privater Pensionswerke zum Staat) wieder im defizitären „Normalzustand“. Wie wichtig die Haushaltskennzahlen für die Regierung sind, zeigt sich aber daran, dass sie mehrfach ihre Budgetpläne korrigiert hat, um die „magische“ Defizitgrenze von 3 % des BIP einzuhalten. Dies dürfte 2012 und 2013 gelingen. Der Schuldenstand wird jeweils rund 80 % betragen. Für internationale Investoren spielt der Zustand der öffentlichen Haushalte angesichts europaweit maroder Staatshaushalte eine entscheidende Rolle. Die Sparmaßnahmen Ungarns und die Tatsa- che, dass das Land bisher nie umschulden musste, machen sich bei den Risikoprämien ebenso positiv bemerkbar wie die Annäherung an den IWF. Im Vergleich zum Jahresanfang 2012, als die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen bei 10,7 % gipfelte, sind die Anleger inzwischen deutlich ent- spannter: Die Risikoprämie ging um rund 350 Basispunkte zurück, das war der stärkste Rückgang in der Region. Eine Fortsetzung dieses Trends wird auch hier maßgeblich von einer weiteren An- näherung an den IWF abhängen. Zinssenkung trotz Rekordinflation Entspannung bei Risikoprämien KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 33 3.3.13 Tschechien: Konjunktur kaputtgespart? In Tschechien ist der konjunkturelle Abschwung Europas voll angekommen: 2012 befindet sich die Wirtschaft wieder in der Rezession. Im Gesamtjahr wird der Rückgang rund 1 % erreichen. Ver- antwortlich ist die geschrumpfte Binnennachfrage, die von dem Überschuss im Außenhandel nicht ausgeglichen werden kann. 2013 wird voraussichtlich wieder ein leichtes Wachstum von knapp 1 % erzielt. Dabei dürfte die Binnennachfrage geschwächt bleiben, u.a. wegen einer weiteren Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2013. Erst wenn die Konjunktur in den Handelspartnerländern – insbesondere in Deutschland, wohin rund ein Drittel der Exporte geht – wieder an Schwung ge- winnt, ist auch für die kleine, offene Volkswirtschaft Tschechien wieder mit höheren Wachstumsra- ten zu rechnen. Die aktuelle Rezession legt nahe, dass Tschechien im Bemühen, sich von den angeschlagenen EU-Ländern abzugrenzen, über das Ziel hinaus geschossen ist und es versäumt hat, die Konjunk- tur im Abschwung durch wirtschaftspolitische Maßnahmen zu stabilisieren. Die Haushaltskonsoli- dierung hat bereits seit einigen Jahren einen hohen Stellenwert. Der Widerstand insbesondere gegen weitere Steuererhöhungen wächst jedoch auch innerhalb des Parlaments, da die Inflation deutlich angestiegen ist und die Reallöhne seit Anfang 2011 zurückgehen. Seit den Senatswahlen Ende Oktober 2012, bei denen turnusgemäß ein Drittel der Sitze neu vergeben wurde, hat die Opposition die Mehrheit im Parlament. Damit könnte der Konsolidierung 2013 eine etwas geringe- re Priorität eingeräumt werden. Das öffentliche Defizit dürfte im neuen Jahr noch oberhalb der Marke von 3 % des BIP liegen, der Schuldenstand bei 47 %. Gute Fiskaldaten gewinnen an Bedeutung Tschechiens Inflation oberhalb des Zentralbankziels % des BIP, Prognosen für 2013 Nationale Inflationsraten, % gg. Vj. Quellen: EU-Kommission, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Das Lob diverser Rating-Agenturen und die niedrigen Risikoprämien, die Tschechien bei der Be- gebung von Staatsanleihen zu zahlen hat, scheinen das Land zumindest kurzfristig in seinem Austeritätskurs zu bestätigen: Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen lag zuletzt bei nur 2 %, der Spread zur deutschen Benchmark betrug damit deutlich weniger als 100 Basispunkte. Am Devisenmarkt ist dennoch eine gewisse Zurückhaltung spürbar, denn die Tschechische Krone hat – anders als der Zloty und der Forint – im November 2012 wieder den Euro-Kurs vom Jahres- anfang erreicht. Zum schwächeren Euro-Krone-Kurs trägt auch die Zinspolitik der tschechischen Notenbank bei. Sie stemmte sich gegen den Konjunkturabschwung bereits mit drei Zinssenkungen im Verlauf von 2012. Seit Anfang November 2012 liegt der Reposatz bei nur noch 0,05 %. Dies ist möglich, da die von der Zentralbank verwendete Inflationsrate, die die Erstrundeneffekte von Än- derungen bei indirekten Steuern nicht berücksichtigt, in den vergangenen Monaten mit 2 % bis 3 % deutlich niedriger als die Gesamtinflation war. Zinsanhebungen dürften nicht vor Mitte 2013 ein Thema werden. 0 20 40 60 80 100 0 1 2 3 4 5 Polen Tschechien Ungarn Deutschland Defizit (linke Skala) Schuldenstand (rechte Skala) Nullzinspolitik der Notenbank Erst wieder 2013 leichtes Wachstum KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 34 3.3.14 Russland: Nur zaghafte Liberalisierung Nach 19 Jahren Verhandlungen ist Russland im August 2012 tatsächlich in die WTO aufgenom- men worden. Da jedoch die Einfuhrtarife nur allmählich gesenkt, die Einfuhrhindernisse nur schrittweise abgebaut und die Rechtsunsicherheiten nur langsam beseitigt werden, ist 2013 nicht mit einem dynamischen Schub ausländischer Direktinvestitionen zu rechnen. Der Staat hat seit der Krise 2008/2009 seinen Einfluss in der Wirtschaft nicht nur in der Öl- und Gasindustrie vergrößert. Da die Staatsunternehmen in Russland oft nicht gut geführt werden, wäre es nun an der Zeit, die Effizienz der Wirtschaft über Privatisierungen mit Verkäufen auch an ausländische Interessenten zu erhöhen. Zwar spricht der neu gewählte Präsident Putin von dem notwendigen Rückzug des Staates aus der Wirtschaft und der Verbesserung des Geschäftsklimas. Die politischen Initiativen könnten aber wie schon zuvor im Dickicht der intransparenten russischen Verwaltung stecken bleiben. Das Wirtschaftswachstum wurde im Hinblick auf die Parlamentswahlen im Dezember 2011 und die Präsidentschaftswahlen im März 2012 über Lohnerhöhungen für Staatsbedienstete und steigende Renten erfolgreich auf über 4 % stimuliert. Nach den Wahlen ging die Dynamik 2012 – auch we- gen des globalen Konjunkturrückgangs – stetig zurück. Vom Rohstoffsektor abgesehen, ist der Außenbeitrag wegen der begrenzten Exportmöglichkeiten deutlich negativ und bremst das Wachs- tum spürbar. Aber auch die Inlandsnachfrage als Hauptwachstumsträger hat deutlich an Fahrt verloren. Das BIP dürfte daher 2012 nur mit etwa 3,5 % und auch 2013 kaum schneller zulegen. Was Russland braucht, ist kein konsumgetriebenes, sondern ein produktionsgetriebenes Wachs- tum über den Ausbau einer kompetitiven Industrie mit hoher Wertschöpfung. Der dominierende Energiesektor wird seine Ausbringung nur noch langsam erhöhen können, da die Förderbedingun- gen allgemein schwieriger werden. Wegen der voraussichtlich nur leicht nachgebenden Ölpreise wird das mäßige BIP-Wachstum 2013 jedoch gut nach unten abgesichert sein. Abfließende Portfolio- und Direktinvestitionen Inflation und Staatsdefizit sind ausreichend niedrig Mio. $, netto % % des BIP Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Weder von der Inflation noch vom Staatsdefizit gehen 2013 ernsthafte Stabilitätsrisiken aus. Aller- dings dürfte Russland nicht von einem hohen Inflationssockel von etwa 6,5 % herunter kommen, solange die Zentralbank gleichzeitig Inflation und Wechselkurs stabilisiert. Nach ihren eigenen Vorstellungen ist in den nächsten drei Jahren der Übergang auf ein reines Inflationsziel vorgese- hen, was vermutlich auf politische Widerstände stoßen wird. Beim Staatshaushalt wiederum sind Ölpreise von fast 120 US-$ je Fass erforderlich, um einen Ausgleich zu erzielen. Die künftigen Staatsausgaben sollen daher mit einer neuen Fiskalregel begrenzt werden, bei der der Durch- schnittspreis des Erdöls in den letzten fünf Jahren zugrunde liegt. Eine breitere Steuerbasis, um unabhängiger vom Energiesektor zu werden, ist (noch) nicht geplant. -60.000 -50.000 -40.000 -30.000 -20.000 -10.000 0 10.000 20.000 -60.000 -50.000 -40.000 -30.000 -20.000 -10.000 0 10.000 20.000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Direktinvestitionen Portfolio- investitionen -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 0 3 6 9 12 15 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Inflation (linke Skala) Budgetsaldo (rechte Skala) Moderates Wachstum setzt sich fort Schwieriger Produktionsstandort KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 35 3.4 Asien: Gemischtes Bild 3.4.1 Japan: Normalisierung nach Sonderkonjunktur Das Jahr 2012 war schwierig für Japan. Zwar kam der Wiederaufbau nach der Naturkatastrophe vom März 2011 mit etwas Verzögerung in Gang und eine expansive Fiskalpolitik stützte die Ge- samtnachfrage. Allerdings lief die konjunkturelle Erholung nicht so glatt wie erhofft. Schon Ende 2011 hatte die Flutkatastrophe in Thailand negative Auswirkungen auf die japanische Wirtschaft. Im Verlauf von 2012 belasteten die stagnierenden Exporte nach China, ein Einbruch bei den Aus- fuhren in die EU (-14 % in den ersten neun Monaten des Jahres) und – zumindest rechnerisch – höhere Importe, nicht zuletzt von Energie, nachdem man die Kernkraftwerke des Landes mehrheit- lich abgeschaltet hat. Eine verstärkte Dynamik bei den Exporten ist derzeit noch nicht in Sicht, zumal der Territorialstreit mit China zu einem Boykott von japanischen Produkten geführt hat. Im Jahresdurchschnitt dürfte die japanische Wirtschaft 2012 um 1,8 % wachsen und damit rund einen halben Prozentpunkt weniger als vor einem Jahr erwartet. Die negativen Impulse aus Europa und China sollten aber 2013 nachlassen. Auch die Energieim- porte werden als konjunktureller Faktor an Bedeutung verlieren. Die Fiskalpolitik wird wohl auch 2013 tendenziell expansiv bleiben – um den Preis einer immer höheren Staatsverschuldung, die brutto schon 2012 geschätzte 214 % am BIP erreicht hat. Im Jahresverlauf 2013 könnten dann schon erste Vorzieheffekte der für April 2014 geplanten Mehrwertsteuererhöhung den Konsum stützen. Insgesamt dürfte Japan auch wegen des schwachen Starts ins Jahr jedoch nur ein leicht unter dem Trend liegendes Wachstum von 0,7 % verzeichnen. Wachstum 2013 wieder näher am Trend Neue Erfahrung für Japan: Handelsbilanz im Minus Reales BIP, % gg. Vj. Waren und Dienstleistungen, % am BIP Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Seit dem massiven Aufwertungsschub 2008 ist der nominale Außenwert des Yen weiter um rund 8 % gestiegen. Über einen Zeitraum von vier Jahren ist dies keine dramatische Entwicklung, nicht zu vergleichen beispielsweise mit der Aufwertung des Schweizer Frankens. Hinzu kommt, dass die entscheidende Größe für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Unternehmen, der reale Außenwert, seit 2010 ohne klaren Trend in einer vergleichsweise engen Bandbreite von rund ± 6 % um seinen Mittelwert schwankt. Hier macht sich die im Vergleich mit den Handelspartnern niedrige Teuerung in Japan bemerkbar. In Japan herrscht weiterhin Preisniveaustabilität. 2012 dürften die Verbraucherpreise weitgehend unverändert geblieben sein. 2013 wird wohl wieder ein leichter Preisrückgang verzeichnet werden, bevor dann die Anhebung der Mehrwertsteuer die Teuerung 2014 temporär auf rund 2 % heben wird. Angesichts der niedrigen Teuerung und der eher schleppenden Konjunkturerholung sollte die Notenbank ihre sehr expansive Geldpolitik fort- setzen und ihre Kaufprogramme gegebenenfalls noch ausweiten. Für 2013 rechnen wir tendenziell mit einem etwas schwächeren Yen. -6 -4 -2 0 2 4 6 -6 -4 -2 0 2 4 6 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Prognose Trendwachstum -3 0 3 6 9 12 -5 0 5 10 15 20 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Exporte (LS) Importe (LS) Saldo (RS) 2013 weniger Sondereffekte Weiter sehr lockere Geldpolitik KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 36 3.4.2 China: Wie reformbereit ist die neue Führung? Chinas Wirtschaftswachstum hat sich zuletzt abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2012 eine Zuwachsrate von 7,9 % und damit den niedrigsten Wert seit 13 Jahren aufweisen. Angesichts der konjunkturellen Herausforderungen hatten sich Regierung und Zentralbank in den vergange- nen Monaten verstärkt der Wachstumsunterstützung verschrieben. Erste Erfolge sind inzwischen sichtbar: So stieg in den Monaten Juli bis September die Dynamik im Quartalsvergleich unerwartet stark – das Wachstum lag annualisiert bei rund 9 %. In den kommenden Monaten dürften die wachstumsfördernden Effekte der geld- und fiskalpolitischen Lockerungsmaßnahmen noch nach- wirken und die moderate Wachstumsbeschleunigung sollte sich fortsetzen. Auch Daten wie Ein- kaufsmanagerindizes oder OECD-Frühindikatoren fielen zuletzt wieder freundlicher aus und spre- chen für eine Zunahme der konjunkturellen Dynamik. Die Investitionen dürften auch 2013 wieder ein maßgeblicher Wachstumstreiber sein, so dass wir insgesamt mit einer BIP-Jahresrate von 8,4 % rechnen. Die Inflationsrate sollte 2012 mit 2,5 % auf äußerst niedrigem Niveau liegen. 2013 dürften die Nahrungsmittelpreise wieder für einen leichten Anstieg auf 3,0 % sorgen. Damit bliebe die Inflation aber weiterhin sehr moderat, sodass Spielraum für wachstumsstützende Maßnahmen besteht. Frühindikator signalisiert leichte Wachstumsbelebung Leichter Anstieg der Teuerung im kommenden Jahr % gg Vj., Vorlauf 3M % gg Vj. Yuan % gg Vj. Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Künftig sollte das Wirtschaftswachstum gemäßigter ausfallen als in der letzten Dekade und die Zeit zweistelliger Zuwachsraten der Vergangenheit angehören. Dies ist ein unvermeidbarer Teil des Transformationsprozesses, in dem sich Chinas Wirtschaft befindet. Die Weichen wird ein neuer Führungsstab stellen: Beim 18. Parteitag, der am 8. November 2012 begann, wurde Xi Jinping erwartungsgemäß an die Spitze der chinesischen Führungsriege gehoben. Er wird ab März 2013 das Amt des Staatspräsidenten bekleiden und gemeinsam mit dem künftigen Premierminister Li Keqiang die Nachfolge von Hu Jintao und Wen Jiabao antreten. Aufgabe der neuen Führungsge- neration wird es sein, die Vorgaben des Fünfjahresplans weiter zu verfolgen und einen tragfähigen Wachstumspfad einzuschlagen. Ein Übergang vom investitions- und exportgetriebenen Modell hin zur Stärkung der Binnennachfrage und der Förderung von Privatinvestitionen ist vonnöten, um unabhängiger von weltwirtschaftlichen Schwankungen zu werden. Wirtschafts- und sozialpolitische Reformen sind auf diesem Weg unerlässlich – und werden inzwischen auch von der Bevölkerung stärker eingefordert. Die trotz Lohnerhöhungen noch immer gravierenden Einkommensunterschie- de und die regionale Ungleichheit sind wie die verbreitete Korruption Missstände, die es sukzessi- ve zu beseitigen gilt. Dies betonte auch der neue Staats- und Parteichef Xi. Andernfalls ergebe sich ein Nährboden für soziale Unruhen. Noch ist es zu früh, um das künftige Reformtempo der neuen Führungsgarde einzuschätzen. Auch wenn radikale politische Veränderungen wohl kaum zu erwarten sind: Die jüngste Wachstumsschwäche hat deutlich gemacht, dass in China ein Paradig- menwechsel notwendig ist, um nachhaltiges und gleichmäßiger verteiltes Wachstum zu sichern. 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 0 5 10 15 20 25 30 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 OECD-Frühindikator Reales BIP (r.S.) 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 -60 -40 -20 0 20 40 60 80 -2 0 2 4 6 8 10 Verbraucherpreise (r.S.) CRB Grain Index Neue politische Führungsgeneration nimmt ihr Amt auf Wachstumsdynamik legt 2013 wieder zu KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 37 3.5 Brasilien: Wirtschaftspolitische Stimuli Die massiven Stützungsmaßnahmen des Staates zeigen erste Erfolge. Das brasilianische Bruttoin- landsprodukt dürfte zwar 2012 nur um 1,5 % expandieren. 2013 wird sich das Wachstum jedoch, wenn auch von der Weltwirtschaft wieder mehr Rückenwind kommt, voraussichtlich auf rund 3,8 % beschleunigen. An die rosigen Zeiten vor der Finanzkrise wird Brasilien dagegen wohl vorerst nicht anknüpfen können. Dies gilt aber auch für andere BRIC-Staaten. Vor allem wegen der starken Rohstoffnachfrage aus China, das zum wichtigsten Handelspartner avanciert ist, setzt sich fast die Hälfte der Exporte aus Rohstoffen zusammen. Die breit diversifizierten Industrieexporte schwä- chelten in den letzten Jahren vor allem wegen des starken Wechselkurses. Die Regierung fördert daher die Schlagkraft der Industrie mit dem Programm „Brasil Maior“ („größeres Brasilien“), bei dem die nationale Entwicklungsbank zinsgünstige Kredite für Investitionen und Forschungsaktivitä- ten vergibt. Im Vorfeld der zwei Großveranstaltungen Fußballweltmeisterschaft (2014) und Olym- piade (2016) hat die Regierung zudem ein 66 Milliarden Dollar Programm für die notwendigen Infrastrukturinvestitionen aufgelegt, an dem auch der Privatsektor mit Konzessionen an Straßen und Schienen beteiligt werden soll. Das stetig steigende Leistungsbilanzdefizit bereitet bisher wenig Sorgen, da das hohe Interesse der Auslandsinvestoren an Engagements in Brasilien kaum nachlässt. Aufgrund von Kapitalzuflüs- sen sind die Währungsreserven bis zuletzt auf über 370 Mrd. $ gestiegen, so dass die Nettoau- ßenverschuldung Brasiliens niedrig geworden ist. Direktinvestitionen finanzieren Leistungsbilanzdefizit Inflation und Staatsdefizit im geordneten Rahmen Mio. $ % % des BIP Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Auch die brasilianische Notenbank versucht das Wachstum anzukurbeln. Sie begann im August 2011 mit einer Lockerung der Geldpolitik, indem sie den Leitzins Selic von 12,5 % schrittweise auf ein Rekordtief von 7,25 % im Oktober 2012 zurücknahm. Im Laufe von 2013 werden wieder Erhö- hungen erwartet. Dennoch ist offensichtlich, dass die Zentralbank ihr Inflationsziel von 4,5 % groß- zügig auslegt und eine Toleranzzone bis zu 6,5 % zulässt. Die Inflationsrate, die von Agrarpreisen und den verbreiteten automatischen Indexierungen etwa bei Löhnen beeinflusst wird, dürfte 2013 leicht auf knapp 6 % steigen. Die Zentralbank erhält Flankenschutz von der insgesamt nur gering expansiven Fiskalpolitik. Das heißt nicht, dass der Staat keine Haushaltsrestriktionen kennt. Der staatliche Zinsendienst etwa erreicht stattliche 5 % des BIP. Davon lassen sich die Kapitalmärkte jedoch nicht beeindrucken. Die Wachstumsaussichten sowie die nur mäßig hohen Defizite im Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz wiegen mehr. Die Interventionen der Zentralbank am Devisenmarkt und die Besteuerung von Kapitaleinfuhren dienten 2012 dazu, den Kurs des Real auf über 2 Real/US-$ zu schwächen. Allerdings sollte Brasilien nicht als sicherer Hafen angesehen werden, denn plötzliche Abwertungen des Real infolge einer steigenden Risikoaversion oder Roh- stoffpreisrückgängen können nicht ausgeschlossen werden. 0 20.000 40.000 60.000 80.000 0 20.000 40.000 60.000 80.000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Direktinvestitionen (netto) Leistungsbilanzdefizit 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 3 4 5 6 7 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Inflation (linke Skala) Budgetdefizit (rechte Skala) Lockere Geldpolitik Industrieförderung und Infrastrukturausbau KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 38 4 Prognosen im Überblick 4.1 Bruttoinlandsprodukt und Inflation 2011 2012s 2013p 2014p 2011 2012s 2013p 2014p Euroland 1,5 -0,4 0,4 1,3 2,7 2,5 2,2 2,3 Frankreich 1,7 0,1 0,7 1,5 2,3 2,3 2,0 2,4 Italien 0,6 -2,0 -0,5 0,8 2,9 3,3 2,4 2,2 Spanien 0,4 -1,3 -1,0 0,8 3,1 2,5 2,3 2,0 Griechenland -7,1 -6,5 -4,0 0,5 3,1 1,1 0,0 0,5 Irland 1,4 0,5 1,5 2,0 1,2 2,0 1,9 1,3 Portugal -1,7 -3,5 -2,5 0,5 3,6 2,8 1,0 1,0 Deutschland\* 3,1 1,0 1,2 1,7 2,3 2,0 2,0 2,3 Großbritannien 0,9 -0,1 1,0 1,5 4,5 2,8 2,6 2,3 Schweiz 1,9 0,9 1,2 1,7 0,2 -0,7 0,5 0,8 Schweden 3,9 1,1 1,9 2,3 3,0 1,0 1,1 2,0 Norwegen 1,2 3,0 2,7 2,5 1,3 0,7 1,2 1,8 Polen 4,3 2,3 2,0 2,4 4,2 3,8 3,0 3,0 Ungarn 1,6 -1,2 0,5 1,2 3,9 5,8 5,0 4,0 Tschechien 1,9 -1,1 0,7 2,0 1,9 3,4 2,7 2,5 Russland 4,3 3,5 3,7 3,8 8,4 5,1 6,5 6,6 USA 1,8 2,2 2,0 2,7 3,1 2,1 1,7 2,0 Japan -0,7 1,8 0,7 1,0 -0,3 0,1 -0,2 2,0 Asien ohne Japan 6,5 5,7 6,2 6,2 5,9 4,5 5,2 5,0 China 9,2 7,9 8,4 8,1 5,4 2,5 3,0 2,8 Indien 6,9 5,8 6,5 7,3 8,9 9,2 8,2 8,0 Brasilien 2,7 1,5 3,8 4,0 6,6 5,3 5,7 5,4 Welt 3,5 2,9 3,3 3,7 3,9 3,0 3,1 3,3 s= Schätzung, p=Prognose; \*Deutschland: arbeitstäglich bereinigt; Quellen: EIU, EcoWin, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr in % Veränderung gg. Vorjahr in % KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 39 4.2 Leistungsbilanz- und Budgetsalden 2011 2012s 2013p 2014p 2011 2012s 2013p 2014p Euroland 0,0 0,8 0,8 0,9 -4,1 -3,3 -2,6 -2,3 Frankreich -2,0 -2,2 -2,2 -1,9 -5,2 -4,5 -3,5 -2,5 Italien -3,1 -1,4 -1,0 0,0 -3,9 -2,5 -2,0 -2,0 Spanien -3,5 -2,4 -0,9 0,0 -9,4 -8,0 -5,8 -5,0 Griechenland -11,7 -8,3 -6,3 -5,0 -9,4 -6,8 -5,5 -4,5 Irland 1,1 3,3 3,5 4,0 -13,3 -8,3 -7,0 -5,0 Portugal -6,6 -3,2 -2,0 -1,5 -4,4 -5,5 -5,0 -3,5 Deutschland 5,7 6,1 6,0 6,0 -0,8 -0,5 0,0 0,5 Großbritannien -1,9 -4,0 -2,5 -2,0 -7,8 -6,1 -7,2 -6,2 Schweiz 10,5 13,5 14,0 15,0 0,4 0,8 0,4 0,6 Schweden 6,5 6,3 6,5 6,4 0,4 -0,1 -0,3 0,5 Norwegen 14,2 14,3 14,0 14,0 13,7 14,0 13,8 13,8 Polen -4,5 -4,0 -3,5 -3,5 -5,0 -3,4 -3,2 -3,0 Ungarn 1,0 1,6 2,5 2,3 4,3 -2,8 -3,0 -3,5 Tschechien -3,9 -2,9 -2,0 -1,5 -3,3 -3,5 -3,2 -3,0 Russland 5,4 4,5 2,6 1,8 0,8 -0,6 -1,0 -0,8 USA -3,1 -3,0 -2,4 -2,4 -9,0 -7,7 -5,5 -4,0 Japan 2,1 1,1 1,9 2,5 -9,5 -9,9 -10,1 -8,5 Asien ohne Japan 1,9 1,0 0,7 0,4 -2,0 -2,5 -2,2 -2,0 China 2,8 2,6 2,4 2,0 -1,1 -2,3 -2,5 -1,9 Indien -3,2 -4,0 -3,2 -2,3 -5,8 -6,0 -5,4 -4,7 Brasilien -2,1 -2,8 -3,2 -3,2 -2,6 -2,5 -1,8 -1,5 s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, EcoWin, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % des BIP in % des BIP KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 40 4.3 Kapitalmarktprognosen aktueller Jahresultimo Stand\* Q1/2013 Q2/2013 Q3/2013 Q4/2013 (jeweils gg. Euro, %) (jeweils gg. Euro) US-Dollar -0,1 1,30 1,30 1,35 1,40 1,35 Japanischer Yen -6,8 107 107 110 114 112 Britisches Pfund 3,0 0,81 0,81 0,83 0,85 0,85 Schweizer Franken 1,1 1,20 1,20 1,20 1,25 1,25 (in Landeswährung, %) (Index) DAX 23,9 7.309 7.500 7.700 8.000 8.200 Euro Stoxx 50 10,4 2.557 2.650 2.750 2.900 3.000 Dow Jones 6,5 13.010 13.400 13.700 14.000 14.200 S&amp;P 500 12,1 1.409 1.450 1.480 1.520 1.550 Nikkei 225 10,8 9.367 9.800 10.100 10.500 10.800 (in Basispunkten) (in %) Euro Leitzins -25 0,75 0,75 0,75 0,75 0,75 Tagesgeldsatz Eonia -56 0,07 0,10 0,20 0,20 0,30 3M Euribor -117 0,19 0,20 0,30 0,30 0,40 6M Euribor -127 0,35 0,40 0,50 0,50 0,60 12M Euribor -137 0,58 0,60 0,70 0,70 0,80 2j. Bundesanleihen -15 0,00 0,20 0,30 0,40 0,40 5j. Bundesanleihen -32 0,44 0,60 0,70 0,80 0,80 10j. Bundesanleihen -39 1,44 1,70 1,90 2,00 2,00 2j. Swapsatz -88 0,43 0,60 0,70 0,80 0,80 5j. Swapsatz -81 0,91 1,00 1,10 1,20 1,20 10j. Swapsatz -64 1,75 2,00 2,20 2,30 2,30 30j. Swapsatz -20 2,36 2,50 2,70 2,80 2,80 2j. Pfandbriefe -93 0,31 0,50 0,60 0,70 0,70 5j. Pfandbriefe -91 0,97 1,00 1,10 1,20 1,20 10j. Pfandbriefe -67 1,92 2,10 2,30 2,40 2,40 3M USD Libor -27 0,31 0,40 0,40 0,40 0,40 10j. US-Treasuries -19 1,69 1,90 2,10 2,20 2,20 (in %) (in $) Brentöl $/bbl 4,3 113 100 103 105 107 Gold $/oz 12,1 1.753 1.750 1.850 1.900 1.850 \* 23.11.2012 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Veränderung seit KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 41 4.4 USA 4.5 Europa 4.5.1 Deutschland 2013p Q1 Q2 Q3 Q4 BIP\* % gg. Vj. / Vq. JR 1,8 2,2 2,0 2,7 1,6 2,2 2,0 2,2 Konsumausgaben der priv. HH\* % gg. Vj. / Vq JR 2,5 1,9 1,6 2,5 0,0 2,4 2,0 2,4 Staatsausgaben\* % gg. Vj. -3,1 -1,3 0,4 0,5 Anlageinvestitionen\* % gg. Vj. 8,6 7,2 2,2 5,0 Ausrüstungsinvestitionen\* % gg. Vj. 11,0 6,4 1,9 4,5 Wohnungsbauinvestitionen\* % gg. Vj. -1,4 11,6 9,0 10,0 Exporte\* % gg. Vj. 6,7 3,9 5,6 6,0 Importe\* % gg. Vj. 4,8 3,3 3,8 6,0 Haushaltssaldo (Federal) % am BIP -8,3 -7,0 -5,2 -4,0 Arbeitslosenquote % 8,9 8,1 7,8 7,4 7,8 7,8 7,8 7,8 Verbraucherpreisindex % gg. Vj. 3,1 2,1 1,7 2,0 1,4 1,7 1,6 1,6 ohne Energie und Nahrungsmittel % gg. Vj. 1,7 2,1 1,8 1,9 1,9 1,7 1,7 1,7 \* real (in chained Dollars von 2005) Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Q1 Q2 Q3 Q4 Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 3,0 0,8 1,1 1,7 Bruttoinlandsprodukt kalenderbereinigt % gg. Vj., real 3,1 1,0 1,2 1,7 0,4 0,4 0,5 0,5 Privater Konsum % gg. Vj., real 1,7 0,8 1,2 1,3 0,4 0,3 0,3 0,3 Konsumausgaben des Staates % gg. Vj., real 1,4 1,1 1,0 1,0 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real 6,2 0,8 2,6 3,5 Ausrüstungsinvestitionen % gg. Vj., real 7,0 -3,0 4,0 6,0 Bauinvestitionen % gg. Vj., real 5,8 0,4 1,5 1,5 Exporte % gg. Vj., real 7,8 5,0 5,5 6,0 Importe % gg. Vj., real 7,4 3,0 5,0 5,5 Handelsbilanzsaldo Mrd. € 158,7 175 180 185 Leistungsbilanzsaldo Mrd. € 147,2 160 165 165 Arbeitslose Tsd. 2.976 2.850 3.000 2.900 Arbeitslosenquote % 7,1 6,8 7,0 6,8 7,0 7,1 7,1 7,0 Inflationsrate % gg. Vj., real 2,3 2,0 2,0 2,3 1,8 1,9 2,0 2,1 Budgetsaldo in % des BIP -0,8 -0,5 0,0 0,5 Quellen: Statistisches Bundesamt, Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2013p 2011 2012s 2013p 2014p KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 42 4.5.2 Frankreich 4.5.3 Italien 4.5.4 Spanien 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 1,7 0,1 0,7 1,5 Privater Konsum % gg. Vj., real 0,3 0,0 0,6 1,3 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real 3,5 0,6 0,7 2,8 Exporte % gg. Vj., real 5,5 2,5 2,5 3,5 Importe % gg. Vj., real 5,2 0,3 2,5 3,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -2,0 -2,2 -2,2 -1,9 Budgetsaldo % des BIP -5,2 -4,5 -3,5 -2,5 Arbeitslosenquote % 9,6 10,4 10,7 10,5 Inflationsrate % gg. Vj. 2,3 2,3 2,0 2,4 Quelle: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 0,6 -2,0 -0,5 0,8 Privater Konsum % gg. Vj., real 0,1 -3,1 -0,3 0,7 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real -1,3 -7,4 -0,6 1,0 Exporte % gg. Vj., real 6,7 1,0 2,2 2,7 Importe % gg. Vj., real 1,2 -7,0 1,0 1,9 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -3,1 -1,4 -1,0 0,0 Budgetsaldo % des BIP -3,9 -2,5 -2,0 -2,0 Arbeitslosenquote % 8,4 10,6 11,5 11,5 Inflationsrate % gg. Vj. 2,9 3,3 2,4 2,2 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 0,4 -1,3 -1,0 0,8 Privater Konsum % gg. Vj., real -1,0 -1,7 -1,0 0,5 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real -5,3 -8,7 -3,0 0,0 Exporte % gg. Vj., real 7,6 3,5 4,0 2,0 Importe % gg. Vj., real -0,9 -4,0 1,0 1,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -3,5 -2,4 -0,9 0,0 Budgetsaldo % des BIP -9,4 -8,0 -5,8 -5,0 Arbeitslosenquote % 21,7 25,0 26,0 26,0 Inflationsrate % gg. Vj. 3,1 2,5 2,3 2,0 Quelle: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 43 4.5.5 Griechenland 4.5.6 Irland 4.5.7 Portugal 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real -7,1 -6,5 -4,0 0,5 Privater Konsum % gg. Vj., real -7,1 -8,0 -6,5 -1,0 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real -19,6 -15,0 -4,0 3,0 Exporte % gg. Vj., real 0,3 1,0 3,0 4,0 Importe % gg. Vj., real -7,3 -14,0 -5,0 1,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -11,7 -8,3 -6,3 -5,0 Budgetsaldo % des BIP -9,4 -6,8 -5,5 -4,5 Arbeitslosenquote % 17,7 24,4 27,0 27,0 Inflationsrate % gg. Vj. 3,1 1,1 0,0 0,5 Quellen: EU-Kommission, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 1,4 0,5 1,5 2,0 Privater Konsum % gg. Vj., real -2,4 -1,9 0,5 1,5 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real -12,7 -5,0 -3,3 8,0 Exporte % gg. Vj., real 5,0 3,4 5,0 7,0 Importe % gg. Vj., real -0,3 -0,1 0,1 3,5 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 1,1 3,3 3,5 4,0 Budgetsaldo % des BIP -13,3 -8,3 -7,0 -5,0 Arbeitslosenquote % 14,4 14,8 14,4 13,7 Inflationsrate % gg. Vj. 1,2 2,0 1,9 1,3 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real -1,7 -3,5 -2,5 0,5 Privater Konsum % gg. Vj., real -4,0 -6,0 -3,0 0,0 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real -11,3 -14,0 -5,0 1,0 Exporte % gg. Vj., real 7,5 4,0 3,5 4,5 Importe % gg. Vj., real -5,3 -6,0 -1,0 2,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -6,6 -3,2 -2,0 -1,5 Budgetsaldo % des BIP -4,4 -5,5 -5,0 -3,5 Arbeitslosenquote % 12,9 15,5 16,5 16,5 Inflationsrate % gg. Vj. 3,6 2,8 1,0 1,0 Quellen: EU-Kommission, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 44 4.5.8 Großbritannien 4.5.9 Schweiz 4.5.10 Schweden 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 0,9 -0,1 1,0 1,5 Privater Konsum % gg. Vj., real -1,1 0,4 1,2 1,5 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real -2,4 2,0 2,0 3,0 Exporte % gg. Vj., real 4,5 0,5 3,0 4,0 Importe % gg. Vj., real 0,5 2,5 3,0 3,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -1,9 -4,0 -2,5 -2,0 Budgetsaldo % des BIP -7,8 -6,1 -7,2 -6,2 Arbeitslosenquote % 8,1 8,0 8,0 7,8 Inflationsrate % gg. Vj. 4,5 2,8 2,6 2,3 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 1,9 0,9 1,2 1,7 Privater Konsum % gg. Vj., real 1,2 2,1 0,5 1,0 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real 4,0 0,8 2,1 2,5 Exporte % gg. Vj., real 3,8 0,0 2,0 3,0 Importe % gg. Vj., real 3,9 2,7 1,8 2,5 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 10,5 13,5 14,0 15,0 Budgetsaldo % des BIP 0,4 0,8 0,4 0,6 Arbeitslosenquote % 2,8 2,9 3,0 2,8 Inflationsrate % gg. Vj. 0,2 -0,7 0,5 0,8 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 3,9 1,1 1,9 2,3 Privater Konsum % gg. Vj., real 2,1 1,5 1,6 2,3 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real 6,7 4,0 3,0 4,5 Exporte % gg. Vj., real 7,1 0,5 3,0 5,5 Importe % gg. Vj., real 6,3 0,2 2,7 5,8 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 6,5 6,3 6,5 6,4 Budgetsaldo % des BIP 0,4 -0,1 -0,3 0,5 Arbeitslosenquote % 7,5 7,7 7,8 7,5 Inflationsrate % gg. Vj. 3,0 1,0 1,1 2,0 Quellen: EU-Kommission, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 45 4.5.11 Norwegen 4.5.12 Polen 4.5.13 Ungarn 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 1,2 3,0 2,7 2,5 Privater Konsum % gg. Vj., real 2,5 2,5 2,4 2,4 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real 7,6 7,0 4,7 3,0 Exporte % gg. Vj., real -1,8 3,5 2,7 2,5 Importe % gg. Vj., real 3,8 4,8 3,0 2,5 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 14,2 14,3 14,0 14,0 Budgetsaldo % des BIP 13,7 14,0 13,8 13,8 Arbeitslosenquote % 3,3 3,1 3,1 3,0 Inflationsrate % gg. Vj. 1,3 0,7 1,2 1,8 Quellen: EU-Kommission, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 4,3 2,3 2,0 2,4 BIP pro Kopf $ 13.429 12.598 13.386 13.947 Bevölkerung Mio. 38,2 38,1 38,1 38,0 Arbeitslosenrate % 12,4 12,7 13,0 12,7 Budgetsaldo % des BIP -5,0 -3,4 -3,2 -3,0 Inflationsrate % 4,2 3,8 3,0 3,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -4,5 -4,0 -3,5 -3,5 Quellen: EU-Kommission, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 1,6 -1,2 0,5 1,2 BIP pro Kopf $ 14.000 12.400 13.939 15.051 Bevölkerung Mio. 10,0 10,0 9,9 9,9 Arbeitslosenrate % 11,0 10,9 9,8 9,3 Budgetsaldo % des BIP 4,3 -2,8 -3,0 -3,5 Inflationsrate % 3,9 5,8 5,0 4,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 1,0 1,6 2,5 2,3 Quellen: EU-Kommission, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 46 4.5.14 Tschechien 4.5.15 Russland 4.6 Asien 4.6.1 Japan 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 1,9 -1,1 0,7 2,0 BIP pro Kopf $ 20.476 18.571 18.762 19.333 Bevölkerung Mio. 10,5 10,5 10,5 10,5 Arbeitslosenrate % 8,5 8,6 8,9 8,7 Budgetsaldo % des BIP -3,3 -3,5 -3,2 -3,0 Inflationsrate % 1,9 3,4 2,7 2,5 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -3,9 -2,9 -2,0 -1,5 Quellen: EU-Kommission, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 4,3 3,5 3,7 3,8 BIP pro Kopf $ 12.990 13.660 14.660 15.870 Bevölkerung Mio. 143,0 142,8 142,5 142,2 Arbeitslosenrate % 6,6 6,2 6,1 5,8 Budgetsaldo % des BIP 0,8 -0,6 -1,0 -0,8 Inflationsrate % 8,4 5,1 6,5 6,6 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 5,4 4,5 2,6 1,8 Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real -0,7 1,8 0,7 1,0 Privater Konsum % gg. Vj., real 0,1 2,2 0,5 1,0 Bruttoanlageinvestitionen % gg. Vj., real 1,3 1,4 1,0 3,0 Exporte % gg. Vj., real -0,1 1,0 0,6 2,0 Importe % gg. Vj., real 6,3 6,0 2,0 2,5 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 2,1 1,1 1,9 2,5 Budgetsaldo % des BIP -9,5 -9,9 -10,1 -8,5 Arbeitslosenquote % 4,6 4,4 4,2 4,0 Inflationsrate % gg. Vj. -0,3 0,1 -0,2 2,0 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 47 4.6.2 China 4.7 Brasilien  2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 9,2 7,9 8,4 8,1 BIP pro Kopf $ 5.350 6.012 6.757 7.503 Bevölkerung Mio. 1.348,0 1.354,0 1.360,0 1.367,0 Arbeitslosenquote % 6,5 6,4 6,5 6,8 Budgetsaldo % des BIP -1,1 -2,3 -2,5 -1,9 Inflationsrate % 5,4 2,5 3,0 2,8 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 2,8 2,6 2,4 2,0 Quellen: EIU, OECD, Helaba Volkswirtschaft/Research 2011 2012s 2013p 2014p Bruttoinlandsprodukt % gg. Vj., real 2,7 1,5 3,8 4,0 BIP pro Kopf $ 12.830 11.800 12.410 13.650 Bevölkerung Mio. 192,8 194,7 196,5 198,2 Arbeitslosenrate % 6,0 6,2 6,3 6,3 Budgetsaldo % des BIP -2,6 -2,5 -1,8 -1,5 Inflationsrate % 6,6 5,3 5,7 5,4 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -2,1 -2,8 -3,2 -3,2 Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 48 KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 49 Adressen der Landesbank Hessen-Thüringen Hauptsitze Frankfurt am Main MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52–58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/29 15 17 Erfurt Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 Bausparkasse Landesbausparkasse Hessen-Thüringen Offenbach am Main Strahlenbergerstraße 15 63067 Offenbach am Main Telefon 0 69/91 32-02 Telefax 0 69/91 32-29 90 Erfurt Bonifaciusstraße 19 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-60 2 Telefax 03 61/2 17-70 70 Förderbank Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/91 32-24 83 Niederlassungen Düsseldorf Friedrichstraße 74 40217 Düsseldorf Telefon 02 11/8 26-05 Telefax 02 11/8 26-31 84 Kassel Ständeplatz 17 34117 Kassel Telefon 05 61/7 06-60 Telefax 05 61/7 06-8 65 72 Dublin PO Box 3137 5 George’s Dock IFSC Dublin 1 Irland Telefon +35 31/6 46 09 02 Telefax +35 31/6 46 09 99 London 3rd Floor 95 Queen Victoria Street London EC4V 4HN Großbritannien Telefon +44 20/73 34-45 00 Telefax +44 20/74 89-03 76 New York 420, Fifth Avenue New York, N.Y. 10018 USA Telefon +1 212/7 03-52 00 Telefax +1 212/7 03-52 56 Paris 118, avenue des Champs Elysées 75008 Paris Frankreich Telefon +33 1/40 67-77 22 Telefax +33 1/40 67-91 53 Repräsentanzen Madrid (für Spanien und Portugal) General Castaños, 4 Bajo Dcha. 28004 Madrid Spanien Telefon +34 91/39 11-0 04 Telefax +34 91/39 11-1 32 Moskau 8, Novinsky Boulevard Business Centre Lotte, 20th Floor 121099 Moskau Russland Telefon +7 495/2 87-03-17 Telefax +7 495/2 87-03-18 Shanghai Unit 022, 6th Floor Hang Seng Bank Tower 1000 Lujiazui Ring Road Shanghai, 200120 China Telefon +86 21/68 77 77 07 Telefax +86 21/68 77 77 01 Immobilienbüros Berlin Potsdamer Platz 9 10117 Berlin Telefon 0 30/2 06 18 79-50 Telefax 0 30/2 06 18 79-69 München Brienner Straße 29 80333 München Telefon 0 89/5 99 88 49-11 Telefax 0 89/5 99 88 49-10 KAPITALMÄRKTE 2013 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2012 © HELABA 50 Sparkassen- Verbundbank-Büros Baden-Württemberg Theodor-Heuss-Straße 11 70174 Stuttgart Telefon 07 11/2 80 40 40 Bayern Brienner Straße 29 80333 München Telefon 0 89/5 99 88-49 14 Nordrhein-Westfalen Friedrichstraße 74 40217 Düsseldorf Telefon 02 11/8 26-05 Auswahl der Beteiligungs- und Tochtergesellschaften Frankfurter Sparkasse Neue Mainzer Straße 47–53 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/26 41-0 Telefax 0 69/26 41-29 00 1822direkt Gesellschaft der Frankfurter Sparkasse mbH Borsigallee 19 60388 Frankfurt am Main info@1822direkt.com Telefon 0 69/9 41 70-0 Telefax 0 69/9 41 70-71 99 Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG JUNGHOF Junghofstraße 26 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/1 56 86-0 Telefax 0 69/1 56 86-1 40 Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG Börsenstrasse 16, Postfach 8022 Zürich Schweiz Telefon +41 44/2 65 44 44 Telefax +41 44/2 65 44 11 Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH JUNGHOF Junghofstraße 24 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/2 99 70-0 Telefax 0 69/2 99 70-6 30 GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen Westerbachstraße 33 60489 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 75 51-0 Telefax 0 69/9 75 51-1 50 Auswahl der Beteiligungs- und Tochtergesellschaften OFB Projektentwicklung GmbH Speicherstraße 55 60327 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 17 32-01 Telefax 0 69/9 17 32-7 07 GGM Gesellschaft für Gebäude- Management mbH Neue Rothofstraße 12 60313 Frankfurt am Main Telefon 0 69/77 01 97-0 Telefax 0 69/77 01 97-77 Helaba Dublin Landesbank Hessen-Thüringen International PO Box 3137 5 George’s Dock IFSC Dublin 1 Irland Telefon +35 31/6 46 09 00 Telefax +35 31/6 46 09 99 Helaba International Finance plc PO Box 3137 5 George’s Dock IFSC Dublin 1 Irland Telefon +35 31/6 46 09 01 Telefax +35 31/6 46 09 99 Kapitalmarktausblick\_K1.indd 3 21.11.2012 11:10:26 Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/29 15 17 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 www.helaba.de Kapitalmarktausblick\_K1.indd 4 21.11.2012 11:10:31
