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title: "Kurzfassung: Märkte und Trends 2016"
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updated: 2026-09-28
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Kapitalmarktausblick
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# Kurzfassung: Märkte und Trends 2016

HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © HELABA 1 MÄRKTE UND TRENDS 2016 STAFFELLAUF: ÜBERGABE ENTSCHEIDEND Volkswirtschaft/Research DEZEMBER 2015 MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © HELABA 2 Herausgeber: Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Volkswirtschaft/Research Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24, Telefax: 0 69/91 32-22 44 Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos, Barbara Bahadori Autoren: Dr. Gertrud R. Traud Christian Apelt Barbara Bahadori Ulrike Bischoff Marion Dezenter Patrick Franke Dr. Johannes Jander Ulf Krauss Dr. Stefan Mitropoulos Dr. Stefan Mütze Heinrich Peters Ulrich Rathfelder Stefan Rausch Markus Reinwand Claudia Windt Redaktionsschluss: 19. November 2015 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- lität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Anga- ben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidun- gen verstanden werden. Fotonachweis: Gladys Chai von der Laage (Titelbild), Diego Barbieri, Shutterstock HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 3 1 Hauptszenario: Staffellauf (70 %) Liebe Leserinnen und Leser, wie jedes Jahr folgt unser Konjunktur- und Kapitalmarktausblick einem Motiv. Dies- mal sind wir „sportlich“ unterwegs, denn im kommenden Jahr stehen die Spiele der XXXI. Olympiade an. Bei den Wettkämp- fen werden neue Rekorde aufgestellt – aber es sind auch Enttäuschungen und Niederlagen zu erwarten. Für die Kapitalmarktszenarien 2016 ha- ben wir aus den olympischen Sportarten drei traditionsreiche Disziplinen der Leichtathletik ausgewählt: Staffellauf sowie Hindernislauf und Sprint (Alterna- tivszenarien siehe Seite 10). Sie unter- scheiden sich in der Strecke und Ge- schwindigkeit sowie im Risiko, überhaupt das Ziel ohne Stürze oder Disqualifizie- rung zu erreichen. Unser Hauptszenario für den Jahresaus- blick ist der „Staffellauf“: Nur beim optima- len Zusammenspiel von Geschwindigkeit und Geschicklichkeit sind Spitzenleistun- gen möglich. Für die Teams der Industrie- und Schwellenländer ist damit die „Stabübergabe entscheidend“. Allerdings liegt ein derartig perfektionierter Trai- ningsstand bei keiner der Volkswirtschaf- ten vor. So wird – ökonomisch gespro- chen – die Weltwirtschaft in 2016 zwar an Dynamik zunehmen, aber das Tempo bleibt in den meisten Ländern moderat. Diesem Szenario messen wir eine Ein- trittswahrscheinlichkeit von 70 % bei. Konjunktur: Konsum getragen Mit einer Rate von 3,3 % expandiert die Weltwirtschaft etwas stärker als im Vor- jahr (2,9 %). Ausgeprägte konjunkturelle Zyklen sind nicht auszumachen. Ursäch- lich dafür ist die verhaltene Industrietätig- keit, die nicht ihrer Rolle als Schrittmacher gerecht wird. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um Länder mit hohem Indust- rieanteil wie Deutschland oder mit gerin- gem wie den USA handelt. Die wesentli- chen Impulse kommen 2016 aus den Industrieländern, deren Konsumenten die Volkswirtschaften weiter vorantreiben. Tempomacher sind die USA, deren Wachstum nach 2,5 % auf 3 % zulegen kann – also deutlich über dem Trend von 2 %. Bei der Beschleunigung ist auch die Fiskalpolitik behilflich, da sie kaum noch bremst. Der Konsum hat mit einem Plus von 3 % einen guten Lauf und der Ar- beitsmarkt hat die Ziellinie der Vollbe- schäftigung längst erreicht. Schwachpunk- te im US-Team sind die geringe industriel- le Aktivität sowie die schleppende Nach- frage nach amerikanischen Exporten. MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 4 Die Eurozone wird 2016 für ihre Verhält- nisse ein gutes Rennen abliefern. Sie schafft mit einem Wachstum des Bruttoin- landsproduktes von 1,6 % sogar ihr Po- tenzial leicht zu übertreffen. Spanien und Irland laufen weiter überdurchschnittlich, aber auch die bislang schwachen Schwer- gewichte Italien und Frankreich begeben sich nun an den Start und können mit ihrem Wachstum fast mithalten. Deutschland im Konsumrausch Deutschland wird mit einer Rate von 1,7 % in etwa gleichauf mit der Eurozone liegen. Der wichtigste Treiber der deut- schen Konjunktur bleibt der Konsum, der um rund 2 % ansteigen wird. So werden die Tarifeinkommen in der Gesamtwirt- schaft 2016 erneut um mehr als 2 % und die Beschäftigung um etwa 0,5 % zule- gen. Von der Sparquote gehen allerdings keine Impulse aus; sie dürfte nahezu unverändert bleiben. 2015 haben die gesunkenen Ölpreise die Verbraucher sehr stark entlastet. Dieser Effekt dürfte 2016 etwas schwächer ausfallen. Die Inflationsrate wird dann im Jahresdurch- schnitt bei 1,2 % liegen. Zusätzlich führt der hohe Zuzug nach Deutschland zu einem positiven Konsumeffekt. Unbefriedigend entwickeln sich die Aus- rüstungsinvestitionen. Die Kapazitätsaus- lastung ist gerade mal durchschnittlich und die wirtschaftlich schwierige Situation in vielen Schwellenländern sowie die weltweit schwache Kapitalbildung lassen vorerst keinen Nachfrageschub für die deutsche Industrie erwarten. Der Druck auf die Erträge hält weiter an. Während die Lohnstückkosten im Verarbeitenden Gewerbe ansteigen, sinken die Erzeuger- preise. Im Jahresverlauf 2016 dürfte es hier allerdings zu einer Stabilisierung kommen. Ein Wachstumstreiber ist die Bautätigkeit. Es besteht ein großer Bedarf an Wohnungen in großen Städten und deren Umland. Die Unternehmen halten sich hingegen bei Wirtschaftsbauten zurück und die angekündigte Investiti- onsoffensive der öffentlichen Hand hat sich zumindest in den Zahlen bislang nicht niedergeschlagen. 2016 dürfte die Dyna- mik etwas stärker ausfallen. Der deutsche Außenhandel – ein klassi- scher Konjunkturstimulator – erfüllt seine Aufgabe zurzeit nur unzureichend. Zwar profitieren die Unternehmen von einem schwachen Euro-Außenwert, allerdings ist die Entwicklung auf den Weltmärkten ambivalent. China ändert sein Wachs- tumsmodell hin zum Konsum, was die deutsche Industrie eher belastet; wichtige Schwellenländer wachsen nur allmählich aus ihrer Krise heraus. Positive Impulse gehen von den USA und vor allem von einer gesundenden Eurozone aus. Insge- samt kann die wettbewerbsstarke deut- sche Industrie ihre Exporte steigern. Gleichwohl ermöglichen ähnlich dynami- sche Importe kein reales Wachstum des Außenhandelssaldos. MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 5 Schwellenländer stabilisieren sich Für alle ölimportierenden Länder ist der strukturell niedrige Ölpreis ein deutli- cher Wettbewerbsvorteil. Als direkter Effekt erhöht sich zum einen das Realein- kommensniveau der Konsumenten. Zum anderen sinken die Beschaffungskosten für die Unternehmen mit positiven Auswir- kungen auf Gewinne und Investitionen. Zu den größten Nutznießern neben der EU und Deutschland gehören auch China und Indien. Die rohstoffexportierenden Schwellenländer fallen 2016 nicht weiter zurück. Brasilien und Russland gelingt es, eine Verschärfung der Rezession abzuwenden, sie werden kaum noch schrumpfen. Unterstützend wirkt die star- ke Abwertung ihrer Währungen. Inflation: Kaum Preisdruck Für die Industrieländer ist der Zusam- menhang zwischen Ölpreis und Inflations- rate ungebrochen, während ein enger Arbeitsmarkt – wie in den USA oder Deutschland – kaum noch inflationstrei- bend wirkt. 2016 bleiben die Teuerungsra- ten in den USA und im Euroraum über- schaubar. Zwar zeichnet sich ein Basis- sprung zum Jahreswechsel ab, doch ab- seits dessen ist kaum Preisdruck auszu- machen. In den USA wird die Inflation im Jahresdurchschnitt bei 1,5 %, in der Euro- zone bei 0,9 % liegen. Geldpolitik: Unterschiedliche Wege In vielen entwickelten Volkswirtschaften wird sich der hohe Expansionsgrad der Geldpolitik nicht verringern, trotz Errei- chen des Potenzialwachstums. Die Euro- päische Zentralbank (EZB) möchte im Staffellauf 2016 definitiv eine weitere Run- de laufen. Sie wird ihre Geldpolitik noch expansiver gestalten. Das Vertrauen in einen selbsttragenden Aufschwung ist offensichtlich nicht vorhanden. Die US- Notenbank Fed ist dagegen bereit, den Staffelstab abzugeben und die Zinsen anzuheben. Die Bank of England schließt sich quasi im Windschatten an. In beiden Ländern bleibt die Geldpolitik trotzdem expansiv. Für die Rentenmärkte gilt deshalb: Angesichts des geringen Ausgangsniveaus und des vorsichtigen Agierens der Notenbanken wird das Real- zinsniveau weltweit niedrig bleiben. Wechselkurse im Bann der Geldpolitik Am Devisenmarkt stützt die geldpolitische Ausrichtung zwar grundsätzlich den US- Dollar. Die divergierende Geldpolitik wird aber an den Märkten schon lange thema- tisiert, sodass sie in erheblichem Maße in den Kursen berücksichtigt ist. Schließlich fiel der Euro-Dollar-Kurs 2015 zwischen- zeitlich auf ein 12-Jahres-Tief. Ohnehin galt vor früheren Zinserhöhungszyklen, dass der US-Dollar im Vorfeld zulegte und dann einen Teil seiner Gewinne wieder abgab. Bereits jetzt ist der US-Dollar auf Basis von Kaufkraftparitäten oder realen Wechselkursindizes deutlich überbewer- tet. Stärkere Ausschläge werden deshalb von EZB und Fed zumindest mit Verbalin- terventionen oder sogar mit der Geldpoli- tik abgefangen, nicht zuletzt um die jewei- lige Exportwirtschaft zu unterstützen. Wir erwarten für den Euro-Dollar-Kurs 2016 mehr oder weniger eine Seitwärtsbewe- gung, zum Jahresende dürfte er um 1,05 notieren. Aufgrund der expansiven EZB-Politik wird sich der Euro-Franken-Kurs allenfalls leicht erholen, der Schweizer Notenbank sollte es aber mit ihrer Politik gelingen, eine neuerliche Aufwertung zu vermeiden. Das Britische Pfund dürfte aufgrund der Zinswende der Bank of England gegen- über dem Euro 2016 etwas zulegen. MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 6 Aktien: Zum Erfolg verdammt Aktien werden sich 2016 im Spannungs- feld hoher Bewertung und dem Mangel an Anlagealternativen bewegen. Dies wird jedoch kein kontinuierlicher Prozess sein. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich auch angesichts der Reife des Aktienzyk- lus die Volatilität weiter erhöhen wird. Die niedrigen Rohstoffpreise, die voraus- sichtlich anhaltende Euro-Schwäche sowie eine Stabilisierung der Emerging Markets spielen den hiesigen Aktien in die Hände. Zwar werden die Zuwachsraten der Unternehmensgewinne auf Indexebe- ne wohl nicht signifikant höher ausfallen als bei den US-Pendants. Anders als in den USA wird es angesichts einer Aus- weitung des EZB-Kaufprogramms vermut- lich noch zu einer spürbaren Bewertungs- expansion bei Euro-Titeln kommen. Für den DAX sind vorübergehend Notie- rungen deutlich über der 12.000-Punkte- Marke möglich. Allerdings dürfte ihm dann schnell die Puste ausgehen. Wie schon 2015 wird daher bei der Aktienanlage sehr viel taktisches Geschick gefragt sein. Zur Orientierung bieten sich vor allem die KGV-Bänder an, aus denen sich für den DAX ein fairer Wert zwischen 9.000 und 12.000 Punkten ableiten lässt. Notierun- gen deutlich darüber sollten antizyklisch zum Abbau von Aktien genutzt werden und mögliche Abtaucher für den Aufbau (Kursspanne DAX: 9.000 bis 12.500). Zinsen: 10-jährige Bunds bei 1 % Wenn die US-Notenbank und die EZB gegenläufige Zinsentscheidungen treffen, dürfte das für längere Zeit die Renditen bestimmen: Mit der Zinswende der Fed wird das Klima am amerikanischen Ren- tenmarkt rauer. Wir erwarten einen An- stieg 10-jähriger US-Treasuries bis Jah- resende 2016 auf rund 3 %. Die EZB scheint dagegen entschlossen, Konjunktur und Inflation einen kräftigen Schub zu verleihen. Eine Ausweitung des Ankauf- programms und eine Senkung des Einla- genzinses wurden angekündigt. Die Folgen sind anhaltend negative Zinssätze am Euro-Geldmarkt, bei kurz- laufenden deutschen Staatsanleihen und Pfandbriefen. Die Renditen kürzerer Laufzeiten schaffen es angesichts latenter Zinssenkungsfantasie 2016 vermutlich kaum, sich aus dem negativen Terrain zu befreien. Dagegen dürften längere Lauf- zeiten ein gewisses „Eigenleben“ führen. Der Einfluss der EZB ist trotz des Anlei- heankaufprogramms begrenzt, wie der kräftige Renditeanstieg im Frühjahr 2015 gezeigt hat. Zudem leidet die Attraktivität von Euro-Renten unter der deutlich höhe- ren Verzinsung von US-Anleihen. Für internationale Investoren könnte die Sorge vor einer ausgeprägten Euro-Schwäche zu Kaufzurückhaltung führen. Für höhere Kapitalmarktzinsen spricht ebenfalls das grundsätzliche Interesse der MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 7 Europäischen Zentralbank an einem mittelfristig steileren Verlauf der Zinskur- ve. Seit Jahresmitte 2015 liegt die Diffe- renz zwischen 10- und 2-jährigen Bun- desanleihen unter einem Prozentpunkt, was angesichts der massiven geldpoliti- schen Impulse im historischen Vergleich sehr wenig ist. Bliebe die Kurve relativ flach, so würde sich die Frage nach den geldpolitischen Einflussmöglichkeiten der EZB stellen. Der Anlagenotstand bei den Kapitalsammelstellen würde nochmals spürbar zunehmen. Bei dem von uns unterstellten moderaten Renditeanstieg 10-jähriger Bunds bis Jahresende auf rund 1 % wäre die Lage zumindest etwas entspannter. Die Verzin- sung 10-jähriger Staatsanleihen schwankt in Deutschland 2016 vermutlich in einem Bereich von 0,4 % bis 1,2 % und in den USA zwischen 2,2 % und 3,2 %. Covered Bonds werden weiterhin von den Ankaufprogrammen der EZB domi- niert, die Spreads zu den Staatspapieren bleiben niedrig. Bei Unternehmensanlei- hen kommt es zeitweilig zu einer modera- ten Spreadeinengung. Offene Immobilienfonds leicht besser Die in vielen Immobilienmärkten steigen- den Immobilienwerte haben sich noch nicht in der Wertentwicklung der deut- schen offenen Immobilienfonds niederge- schlagen. Bis Ende 2016 sollte die Jah- resperformance aber auf knapp 3 % stei- gen. Dies bleibt im Niedrigzinsumfeld eine für Anleger akzeptable Rendite. Gold: Kaum Ertragschancen Der Goldpreis pendelt 2016 zwischen 1.000 und 1.200 US-Dollar je Feinunze. Steigende US-Realzinsen und ein robus- ter US-Dollar werden belasten. Stärker makroorientierte Finanzinvestoren und Spekulanten dürften dabei als Katalysato- ren wirken. Hingegen werden Privatanle- ger unter langfristigen Vermögenssiche- rungsaspekten – sei es durch den Kauf von Barren, Münzen oder Schmuck – bei Preisrückgängen weltweit vermutlich eher zugreifen. Auch die Notenbanken haben das gelbe Metall als eiserne Reserve im Visier. Besonders gilt dies für China, das außerdem für den Yuan den Reservewäh- rungsstatus anstrebt. Gegenüber den USA und den Europäern gilt es daher aus Pekinger Sicht bei den Goldreserven noch aufzuholen. Schließlich wird das Minen- angebot wohl nicht mehr wachsen, son- dern ähnlich wie das Aufkommen aus Recycling 2016 zurückgehen. Asset Allocation: Taktisches Agieren In der Summe bleiben die Aussichten am Kapitalmarkt 2016 unter Chance-Risiko- Gesichtspunkten verhalten. Chancen aus der hohen geldpolitischen Liquidität ste- hen fundamentale Risiken des moderaten Wirtschaftswachstums gegenüber. Aktien und Immobilien befinden sich bewertungs- technisch im Grenzbereich. Umso mehr gilt es, bei hoher Volatilität die schnellen Themenwechsel zu antizipieren. Die Nachwehen der europäischen Staats- schuldenkrise, politische Unsicherheiten im Euroraum auch aufgrund der Flücht- lingskrise, das Risiko eines Brexit, der VW-Abgasskandal und seine Folgen sowie die Deutung des Rohölpreisrück- gangs als drohenden Konjunktureinbruch haben das Potenzial, abrupte Kehrtwen- den an den Kapitalmärkten auszulösen. Sie haben aber nicht die Kraft für einen Wechsel in die Alternativszenarien, da sich diese Risiken im Hauptszenario nicht materialisieren. Taktisches Agieren behält Vorrang vor einer Buy-and-Hold-Strategie. MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 8 Kapitalmarktprognosen im Hauptszenario Stand: \*18.11.2015 Quelle: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Veränderung seit aktueller Jahresultimo Stand\* Q1/2016 Q2/2016 Q3/2016 Q4/2016 gg. Euro, % gg. Euro US-Dollar 14,0 1,07 1,05 1,10 1,15 1,05 Japanischer Yen 10,2 132 131 135 136 131 Britisches Pfund 11,7 0,70 0,70 0,68 0,70 0,66 Schweizer Franken 10,6 1,09 1,10 1,10 1,10 1,10 Basispunkte % Hauptrefinanzierungssatz 0 0,05 0,05 0,05 0,05 0,05 EZB Einlagenzins 0 -0,20 -0,30 -0,30 -0,30 -0,30 Tagesgeldsatz Eonia -5 -0,13 -0,20 -0,20 -0,20 -0,20 3M Euribor -17 -0,09 -0,15 -0,15 -0,15 -0,15 2j. Bundesanleihen -27 -0,38 -0,35 -0,30 -0,25 -0,20 5j. Bundesanleihen -15 -0,14 -0,05 0,00 0,00 0,15 10j. Bundesanleihen -3 0,51 0,70 0,90 0,80 1,00 10j. Swapsatz 6 0,87 1,00 1,20 1,10 1,30 10j. Pfandbriefe 3 0,84 1,00 1,20 1,10 1,25 Federal Funds Rate 0 0,13 0,63 0,88 1,13 1,38 3M USD Libor 11 0,37 0,90 1,10 1,40 1,60 10j. US-Treasuries 9 2,27 2,80 2,90 2,90 3,00 Landeswährung, % Index DAX 10,4 10.960 11.900 11.700 11.200 12.000 Euro Stoxx 50 9,4 3.432 3.700 3.650 3.500 3.800 Dow Jones -1,4 17.737 18.300 18.000 17.800 18.500 S&amp;P 500 0,2 2.084 2.150 2.120 2.080 2.150 Nikkei 225 10,8 19.649 20.800 20.500 19.800 21.000 %% Brentöl $/bbl -23,8 44 45 48 47 48 Gold $/oz -11 1.071 1.050 1.100 1.150 1.100 MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 9 Länderprognosen im Hauptszenario s=Schätzung, p=Prognose; \*arbeitstäglich bereinigt Quellen: EIU, Macrobond, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Ausführliche Analysen zu den einzelnen Ländern finden Sie in der Langfassung unseres Konjunktur- und Kapitalausblicks 2016 im Internet unter http://volkswirtschaft.helaba.de. 2014 2015s 2016p 2017p 2014 2015s 2016p 2017p Euroland 0,9 1,5 1,6 1,6 0,4 0,1 0,9 1,4 Deutschland\* 1,6 1,5 1,7 1,5 0,9 0,3 1,2 1,5 Frankreich 0,2 1,2 1,3 1,5 0,6 0,1 0,9 1,5 Italien -0,4 0,7 1,2 1,5 0,2 0,2 0,8 1,4 Spanien 1,4 3,1 2,5 2,0 -0,2 -0,6 0,7 1,3 Niederlande 1,0 1,9 1,8 2,0 0,3 0,3 1,2 1,5 Österreich 0,4 0,7 1,4 1,5 1,7 0,9 1,5 1,5 Griechenland 0,7 -0,5 0,5 2,5 -1,4 -1,0 1,0 1,0 Portugal 0,9 1,5 1,7 1,8 -0,2 0,5 1,1 1,3 Irland 5,2 5,3 4,0 3,8 0,3 0,1 1,3 1,5 Großbritannien 2,9 2,4 2,2 1,8 1,5 0,1 1,3 2,2 Schweiz 1,9 0,8 1,2 1,6 -0,1 -1,1 -0,1 0,6 Schweden 2,3 2,8 2,7 2,6 -0,2 0,0 1,0 1,8 Norwegen 2,2 1,1 1,3 1,8 2,0 2,1 2,3 2,2 Polen 3,3 3,4 3,2 3,2 0,0 -0,9 1,5 1,8 Ungarn 3,7 2,7 2,5 2,5 -0,2 0,0 1,8 2,5 Tschechien 2,0 4,3 2,5 2,6 0,4 0,4 1,3 2,0 Türkei 2,9 3,0 2,8 3,5 8,9 7,5 7,3 6,7 Russland 0,6 -3,7 -0,5 1,5 7,8 15,5 8,5 6,0 USA 2,4 2,5 3,0 2,5 1,6 0,1 1,5 2,0 Japan -0,1 0,5 1,0 0,5 2,7 0,8 0,8 2,0 Asien ohne Japan 5,7 5,3 5,1 5,0 3,6 2,7 3,5 3,5 China 7,3 6,8 6,5 6,0 2,1 1,6 2,0 2,5 Indien 7,3 7,0 6,5 6,5 6,7 5,6 5,9 5,8 Lateinamerika 1,4 0,3 1,5 2,5 10,7 13,0 11,5 9,0 Brasilien 0,2 -3,0 -0,5 1,5 6,3 8,8 6,6 5,2 Welt 3,2 2,9 3,2 3,2 3,1 2,8 3,2 3,1 Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr in % Veränderung gg. Vorjahr in % MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 10 2 Negativszenario: Hindernislauf (20 %) Im negativen Alternativszenario „Hinder- nislauf“ erlahmt das Wachstum. Regle- mentierungen schränken das unterneh- merische Handeln ein, Investitionen blei- ben aus. Neben den wirtschaftlichen tun sich auch politische Gräben auf. Militäri- sche Konflikte weiten sich aus. In Europa flammt die Staatsschuldenkrise wieder auf und stellt die Währungsunion in Frage. Je nachdem wie viele Hürden und Hindernis- se sich materialisieren, wird 2016 in den USA das BIP-Wachstum deutlich abge- bremst und die Wirtschaftsleistung im Euroraum sowie in Deutschland schrumpft sogar. Die zunehmende Unterauslastung führt zu Deflation. Schwellenländer müs- sen auf IWF-Programme zurückgreifen; das Risiko von Zahlungskrisen nimmt schlagartig zu. Eine harte Landung der chinesischen Volkswirtschaft resultiert aus den Verwerfungen der Immobilien- und Investitionsblase. Anleger fliehen aus Risikoassets in die „sicheren Häfen“ von US-Treasuries und Bundesanleihen. Die Fed und EZB steu- ern mit weiteren Kaufprogrammen und Zinssenkungen gegen die Krise. Die 10- jährigen US-Treasuries geben bis auf 1 % nach, die Rendite 10-jähriger Bundesan- leihen sinkt unter die Null-Prozent-Marke. Der Euro-Dollar-Kurs gerät stark unter Druck und fällt unter die 0,90. Die Unter- nehmensgewinne gehen spürbar zurück, der DAX kann bis in den Bereich um 6.000 Punkte stürzen. 3 Positivszenario: Sprint (10 %) Im positiven Alternativszenario „Sprint“ laufen die Volkswirtschaften mit all ihren Teammitgliedern in hohem Tempo auf das Ziel zu. Regulierung und Bürokratie wer- den reduziert, schnelle und effiziente Prozesse entstehen durch Industrie 4.0. Es kommt zu einem breiten selbsttragen- den Aufschwung. Die niedrigen Produkti- onskosten dank der dauerhaft geringen Rohstoffpreise führen zu einem Boom bei den Ausrüstungsinvestitionen in den Abnehmerländern. Die EZB beendet ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen, wird aber 2016 noch keine Zinswende einlei- ten. Die Zinskurven werden deutlich stei- ler. Dies führt zu erheblichen Kursverlus- ten an den Rentenmärkten in den USA sowie im Euroraum. Im Sprint gewinnen Aktien und hängen Zinstitel klar ab. Kräfti- ge Gewinne überkompensieren die nega- tiven Effekte steigender Zinsen. Aktien weltweit können zweistellige Zuwächse verbuchen. Der DAX testet die 14.000er- Marke. Im Wettlauf der Währungen erhält der Euro Rückenwind. Der Euro-Dollar- Kurs erholt sich in Richtung 1,30.  HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 11 MÄRKTE UND TRENDS 2016 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2015 · © H ELA B A 12 Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-20 24 Telefax 0 69/91 32-22 44 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 www.helaba.de

Kurzfassung der Komplettstudie "Märkte und Trends 2016" mit allen wesentlichen Aussagen und Prognosen.
