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title: "Kurzfassung Märkte und Trends 2017: Die Welt fährt Autoscooter"
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updated: 2026-09-28
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Kapitalmarktausblick
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# Kurzfassung Märkte und Trends 2017: Die Welt fährt Autoscooter

MÄRKTE UND TRENDS 2017 Die Welt fährt Autoscooter Volkswirtschaft / Research November 2016 15 % GEISTERBAHN 10 % RIESENRAD 75 % AUTOSCOOTER Fester Bestandteil eines Jahrmarktes ist der Autoscooter. Schubsen, Drängeln und verbale Entgleisungen gehören dazu. Ansonsten kommt es üblicherweise zu keinen größeren Unfällen. Dies gilt auch für unser diesjähriges Hauptszenario, das dem Motto folgt „Die Welt fährt Autoscooter“. Was haben Sie zuletzt auf dem Jahrmarkt erlebt? EDITORIAL 3 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Volksfeste gibt es in fast allen Re gionen und Ländern. Dieser bunte Ort zieht die unterschiedlichsten Charaktere an. So trifft man dort alte Bekannte, viele Kinder sowie Jugendliche und kann mit Fremden Kontakte knüpfen. Häuﬁg ist man mit dieser menschlichen Mischung auf kleinem Raum in einer Schicksals gemeinschaft vereint. Der Jahrmarkt ist also eine Art Miniaturausgabe der Welt, in der wir leben. Zu jedem Jahrmarkt gehört ein Autoscooter. Ein bisschen Geschick lichkeit ist schon notwendig, um sich im Wirrwarr zügig fortzubewegen. Besonders „Forsche“ begnügen sich nicht damit, in geordneten Bahnen mit der Menge zu gleiten. Schubsen, Drängeln und verbale Entgleisungen sind die Risiken, denen man aus gesetzt ist. Ernsthafte Unfälle treten beim Autoscooter normalerweise nicht auf. Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin / Bereichsleitung Research 4 Hier sehen wir Parallelen zu unserem diesjährigen Hauptszenario, das dem Motto folgt „Die Welt fährt Autoscooter“ und dem wir eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 75 % beimessen. Mit einer überschaubaren Geschwindigkeit fährt die Weltwirt schaft durch das Jahr 2017. Die USA nehmen wieder mehr Fahrt auf, die Eurozone gleitet weiter dahin und selbst die rohstoff exportierenden Schwellenländer legen wieder den Vorwärtsgang ein. Wahlkampfausein andersetzungen im Stile jugendlicher Rüpel sorgen für Rempeleien auf der Bahn. Die Weltwirtschaft lässt sich dadurch aber nicht aus der Spur bringen. Der Ölpreis hat im Frühjahr 2016 seinen Tiefpunkt gesehen und wird im Jahresverlauf 2017 zu höheren Inﬂ ationsraten von bis zu 1 ½ % in der Eurozone und 2 ½ % in den USA führen. Dies könnte manchen Marktteilnehmer erschrecken. Ent sprechend wird die Volatilität an den Rentenmärkten hoch sein. Allerdings bleiben gerade in der Eurozone die Kernraten, d. h. ohne die stark schwankenden Energie und Nah rungsmittelpreise, niedrig. Die EZB wird 2017 ihren Fahrstil mit Lenk manövern aus Anleihekäufen und negativen Einlagenzinsen beibehalten. Solange das Wachstum dynamisch bleibt, erhält der Aktienmarkt genug Strom, um zügig voranzukommen. Die USNotenbank fährt in sehr ruhigen Bahnen und versucht sicher zustellen, dass es zu keinen Zusam menstößen kommt. Sie zieht die Leitzinsen nur so hoch, dass die Finanzmärkte nicht beeinträchtigt werden. Informationen zu unseren Alternativ szenarien „Geisterbahn“ und „Riesen rad“ ﬁ nden Sie am Ende der Broschüre. Diese Publikation stellt eine Zusammen fassung der wichtigsten Themen und Ergebnisse des Jahresausblicks 2017 dar. Das Gesamtdokument ﬁ nden Sie unter http://volkswirtschaft.helaba.de 5 MÄRKTE UND TRENDS 2017 6 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba 1 Editorial 3 Hauptszenario Die Welt fährt Autoscooter (75 %) 8 Rentenmärkte: Zwischen Hoffen und Bangen 15 Aktien: Rendite lockt 17 IN HALT Gold bleibt eine Attraktion 18 Immobilien: Der Rummel geht weiter 20 US-Dollar und Schweizer Franken 21 Eurozone und Deutschland 22 USA: Konjunkturdelle abgehakt 23 Großbritannien: Brexit-Unsicherheit schlägt sich nieder 24 China: Drache mit Maulsperre 25 7 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Prognosetabellen im Hauptszenario 26 Kapitalmarktprognosen 27 Währungsprognosen 28 Bruttoinlandsprodukt, Inﬂation, Budgetsaldo 29 Alternativszenario Geisterbahn (15 %) 30 Alternativszenario Riesenrad (10 %) 32 Impressum 34 Redaktionsschluss 11. November 2016 2 3 4 AUTOSCOOTER (75 %) 1 8 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Die Welt fährt Autoscooter (75 %) Hauptszenario In unserem Hauptszenario, dem wir eine Eintrittswahr- scheinlichkeit von 75 % beimessen, fährt die Welt Auto- scooter. Auf der begrenzten Fahrﬂäche bewegen sich alle Länder vorwärts. 2017 wird die Weltwirtschaft mit rund 3 % etwas stärker zulegen können als 2016 (2,7 %). Die belastenden Effekte von den Schwellenländern – maßgeblich Brasilien und Russland – laufen aus. Die USA nehmen wieder mehr Fahrt auf. Mit der Wahl Donald Trumps zum USPräsidenten ist jedoch eine gewisse Unsicherheit verbunden, die die Fahrﬂäche etwas holpriger erscheinen lässt. Die Wachstumsraten werden dennoch sowohl in den USA mit 2 ¼ % als auch im Euroraum mit etwa 1 ½ % über dem jeweiligen Potenzial liegen. In China setzt sich die trendmäßige Wachstumsverlangsamung fort. 9 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Mit ausgeprägten zyklischen Schwan kungen ist weltweit nicht zu rechnen. Hauptverantwortlich hierfür ist der veränderte Wachstumsmix in den wichtigen Wirtschaftsregionen: Es ist vor allem der private Konsum, eine traditionell schwankungsarme Größe, der die gesamtwirtschaftliche Expan sion trägt. Die Investitionen, die in früheren Zyklen für enorme Aus schläge nach oben wie nach unten sorgten, entwickeln sich weiterhin eher unspektakulär. Deﬂatorische Zone wird verlassen Weltweit beﬁndet sich die Teuerung seit Jahrzehnten auf dem Rückzug. Dieser Disinﬂationstrend hatte sich Anfang 2016 aufgrund des Rohstoff preisverfalls noch verstärkt. Inzwi schen ist dieser Prozess aber zum Ausgewählte Prognosen für 2017 Deutschland BIP-Wachstum, % 1,5 Inﬂation, % 1,4 1. – 4. Quartal: 3-Monats-Euribor, % 0,30 0,30 0,30 0,30 10-jährige Bundesanleihen, % 0,25 0,35 0,35 0,50 DAX 11.300 11.600 11.800 12.000 Quelle: Helaba Volkswirtschaft / Research USA BIP-Wachstum, % 2,2 Inﬂation, % 2,2 1. – 4. Quartal: Leitzinsen (Mittelwert), % 0,63 0,63 0,63 0,88 10-jährige Treasuries, % 2,10 2,30 2,30 2,40 S &amp; P 500 2.200 2.230 2.270 2.300 10 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Erliegen gekommen, die Verbraucher preise beﬁnden sich in einer Phase der Bodenbildung. Die in vielen Län dern noch vorhandene Unteraus lastung im Industriesektor wird auch 2017 nachhaltigen Inﬂationsschüben entgegenstehen. Im Euroraum bremst ferner die relativ hohe Arbeitslosigkeit den Lohnauftrieb, während selbst in Ländern mit Vollbeschäftigung – wie den USA – bislang nur wenig Lohn druck auszumachen ist. Insgesamt wird sich die Preissteigerung sowohl in den USA als auch im Euroraum 2017 beschleunigen. Dies ist jedoch in erster Linie auf Basiseffekte bei der Energiekomponente zurückzuführen. In den USA wird sich die Gesamtteu erung im Jahresdurchschnitt auf leicht über 2 % und im Euroraum auf gut 1 % erhöhen. Geldpolitik weiterhin expansiv Die Notenbanken setzen die Niedrig zinspolitik fort, wenn auch in unter schiedlichen Abstufungen. Die US-Notenbank hatte zur Krisen bekämpfung den klassischen Instru mentenkasten sehr schnell um unkon ventionelle Maßnahmen erweitert und damit unbekanntes Terrain betreten. Nun fällt es ihr ungleich schwerer, die expansiven Maßnahmen zurückzu fahren. Seit dem Ende des Anleihe kaufprogramms vor mehr als zwei Jahren konnte sie sich bislang ledig lich zu einem Zinsschritt durchringen. Dieser behutsame Zinserhöhungs kurs wird fortgesetzt. Bis Ende 2017 rechnen wir mit zwei Zinserhöhungen. Die EZB hat im Laufe ihres Krisen managements ihren geldpolitischen Aktionsradius deutlich erweitert. Aktuell tätigt sie in jedem Monat Eurozone BIP-Wachstum, % 1,4 Inﬂation, % 1,2 1. – 4. Quartal: Leitzinsen, % 0,00 0,00 0,00 0,00 USD / Euro 1,15 1,15 1,15 1,10 EURO STOXX 50 3.200 3.300 3.350 3.400 11 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Anleihekäufe im Umfang von 80 Mrd. Euro. Dieses Programm dürfte sie bis Ende 2017 fortführen und bei Bedarf den Rahmen für ankaufbare Assets sogar erweitern. Schließlich bleibt die Inﬂation trotz des zu erwartenden Anstiegs unter der EZBZielmarke von 2 %. Politische Ereignisse sorgen für Bewegung Kann vor dem Hintergrund einer eher unspektakulären, dafür aber stabilen Konjunktur davon ausgegangen wer den, dass die Kapitalmarktentwick lung 2017 in ebenso ruhigen Bahnen verlaufen wird? Vermutlich nicht! Politische Ereignisse werden für Schwankungen an den Kapitalmärk ten sorgen. Dies war bereits im Um feld des britischen EUReferendums sowie der USPräsidentschaftswahl zu beobachten. Ähnliche Anlässe gibt es zuhauf: Noch vor dem Jahres wechsel stimmt Italien über eine Verfassungsreform ab. Im Frühjahr laufen voraussichtlich die BrexitVer handlungen an, in den Nieder landen ﬁnden Parlamentswahlen, in Frank reich Präsidentschaftswahlen und im Herbst in Deutschland Bundestags wahlen statt. Alle diese Ereignisse können zwischenzeitlich zwar zu Irritationen an den Finanzmärkten führen. In unserem Hauptszenario setzen sich europafeindliche Strö mungen jedoch nicht durch, so dass sich die Verunsicherung relativ schnell wieder legt. In unserem Hauptszenario „Autoscooter“ werden politische Ereignisse nicht in einer Massen- karambolage an den Finanz- märkten enden. Unfälle und Zusammenstöße im Vorfeld der jeweiligen Entscheidungen können aber zu kleineren Schrammen führen. 12 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Zwischen Renditechancen und Sicherheitsbedürfnis Wie sollte sich der Anleger in diesem Umfeld positionieren? Traditionell sichere Assetklassen wie Staats anleihen bieten keine nennenswerte Rendite. Teile der Zinsstrukturkurven in den Industrieländern beﬁnden sich als Folge der extremen Geldpolitik im negativen Bereich. Angesichts hoher Bewertungen und steigender Inﬂa tionsraten wird es zwischenzeit lich zu Unsicherheit am Renten- markt kommen. Dank der stabilen Konjunktur und des EZBAnleihe kaufprogramms sind EuroUnter nehmensanleihen zwar noch relativ gut abgesichert. Die Luft wird aber auch hier allmählich dünner. Hingegen wird die Nachfrage nach Immobilien im bestehenden Niedrig zinsumfeld hoch bleiben, zumal konser vativen Investorengruppen bei einem größeren Engagement in risikobehaftete Anlageklassen die Hände durch die Regulierung gebun den sind. Unter den Anlageklassikern sind Aktien derzeit am attraktivsten bewertet. Die Risikoprämie, also der erwartete Ertrag über dem risikolosen Zins, ist dort, anders als bei vielen Anlagealternativen, noch überdurchschnittlich hoch. In unserem Hauptszenario nimmt die Risikobereitschaft zu, auch weil das Vertrauen in die Stabilität der Weltwirt- schaft wächst. Ein Abschmelzen auf den histori schen Durchschnitt bietet attraktives Potenzial. Zusammen mit Immobilien sollten sie in einem ausgewogenen Portfolio überdurchschnittlich dotiert werden. 13 MÄRKTE UND TRENDS 2017 14 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Zinstitel: Keine Familienpreise Der Anlagedruck für Kapitalsammelstellen ist aufgrund der extremen Geld politik immens. Der Anteil deutscher Anleihen, der eine negative Rendite aufweist, lag Anfang November bei 62 %, der von Bundesanleihen bei 76 %. Auch im Euroraum ist das Volumen aller umlaufenden „negativen“ Anleihen mit 44 % bemerkenswert hoch. Solange die Teuerungsrate nahe null notierte, hielten sich die Verluste der Anleger real betrachtet in Grenzen. Klettert der Jahresdurchschnitt aber 2017 nach oben, unsere Schätzungen für den Euro raum liegen bei 1,2 %, so wird die Bewertungssituation erst recht schwierig. Bunds: Negativbereich, ade! Was Investoren sich wünschen, sind vor allem höhere Kupons. Andererseits fürchten sie, dass es in unruhigem Fahrwasser zu einem Crash kommt. Die Rendite 10-jähriger Bunds schwankte seit Jahresmitte 2016 um die Null-Prozent-Marke. Trotz relativ robuster Konjunktur und höherer Teuerung ist 2017 nicht mit einer Zinswende der EZB zu rechnen. Vielmehr ist eine Fort- setzung des Anleihekaufprogramms wahrscheinlich. Rentenmärkte: ZwischenHoffenundBangen 15 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Schuldner wollen naturgemäß die günstigen Reﬁnanzierungsmöglich keiten behalten. Eine Kompromiss lösung könnte eine stärker gespreizte Zinsstrukturkurve bieten: Im kürze ren Laufzeitenbereich ändert sich angesichts gleichbleibender Euro Leit zinsen zunächst wenig. Jeder, dessen Schulden zur Pro longation anstehen, kommt weiterhin in den Genuss einer sehr günstigen, kurzfristigen Finanzierung. Will man Planungssicherheit, kostet dies aber mehr als bisher. Auf der Anlage seite sorgen im Gegenzug die etwas höheren Renditen längerer Laufzeiten für eine leichte Entspannung. Die Chancen stehen gut, dass sich die Rendite 10-jähriger Bunds 2017 nachhaltig aus dem Negativbereich verabschiedet (Spanne 0 % bis 1 %). 10jährige USTreasuries schwanken vermutlich zwischen 1 ¾ % und 3 %. Pfandbriefe: Hohe Nachfrage Das Niedrigzinsumfeld lässt vielen Emittenten weiterhin keine Wahl: Emissionen mit positiven Renditen sind wohl bis auf weiteres nur bei längeren Laufzeiten möglich. Dass Titel im kurz bis mittelfristigen Lauf zeitsegment zu negativen Renditen angeboten werden, ist allenfalls in Einzelfällen zu erwarten. Die Nachfrage bleibt indes hoch. Schließlich werden die Papiere auf grund ihrer Qualität bei der Eigen kapitalunterlegung von Banken und Versicherern bevorzugt. Sie dürfen von Banken sogar in das vorzuhalten de Liquiditätsportfolio gepackt wer den. Hinzu kommt, dass sich Covered Bonds, allen voran der Pfandbrief, als krisenfest erwiesen haben und daher in keinem sicherheitsorien tierten Portfolio fehlen dürfen. Zwar könnten niedrige Renditen, insbesondere wenn sie ins Negative drehen, die Warteschlangen etwas verkürzen. Das Gedränge am Covered Bond Primärmarkt Scooter wäre aber weiterhin groß: Immerhin wird der Dauerfahrer EZB für sich demnächst etwa 40 % der Plätze beanspruchen, also der an kaufsfähigen EuroBenchmarkTitel. 16 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Aktien: Renditelockt Es gibt zwar keine Rendite ohne Risiko, aber jede Menge Risiken ohne Rendite. Unter den Anlage klassikern sind Aktien der einzige Vertreter, der noch eine überdurch schnittliche Risikoprämie bietet. Pulver bei US-Titeln schon verschossen? USAktien konnten trotz rückläuﬁger Unternehmensgewinne 2016 histori sche Höchststände erklimmen. Unter stützung erhielten sie zum einen durch die USNotenbank. Zum ande ren betrieben die Unternehmen eine aktionärsfreundliche Politik in Form massiver Aktienrückkäufe und an sehnlicher Dividendenzahlungen. Mit etwas höheren Renditen bei USTreasuries schrumpft allerdings dieser Vorteil. Zudem sind USBlue Chips schon recht hoch bewertet. Mehr Gewinner im Euro-Aktien-Lostopf Anders als USAktien hatten DAX und EURO STOXX 50 gegenüber ihren Höchstständen im April 2015 bis Februar 2016 zeitweilig rund 30 % an Wert verloren. Gemessen an frü heren Bärenmärkten war die Korrek tur aber eher mild. Sie mündete auch nicht wie üblich in eine Unterbewer tung von Aktien. Sowohl DAX als auch EURO STOXX 50 ﬁelen lediglich auf ihren fairen Wert zurück. Daher dürfte auch die laufende Erholung im Vergleich zum historischen Muster unterdurchschnittlich ausfallen. Wir gehen davon aus, dass sich der DAX weiterhin im KGVBand zwischen 10,5 und 13 bewegt. Raum für eine moderate Bewertungsexpansion ent steht durch eine Verbesserung der konjunkturellen Frühindikatoren und der Gewinnperspektiven. Daneben sprechen aber auch Angebots- Nachfrage-Bedingungen für Aktien. Nicht zuletzt aufgrund der weiterhin sehr lockeren Geldpolitik der EZB übersteigt der Bedarf an Rendite tragenden Anlageformen ohnehin schon das Angebot. Für den DAX lässt sich somit für 2017 ein Korridor zwischen 9.500 und 12.500 Punkten ableiten. 17 MÄRKTE UND TRENDS 2017 18 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba GoldbleibteineAttraktion Gold hat 2016 gegenüber fast allen großen Währungen kräftig zugelegt. Offenbar gewinnt die Idee, wonach Gold das eigentliche Geld sei, zunehmend Anhänger. Negativzin sen bei gleichzeitig immer höheren Schulden verstärken den Eindruck der Tendenz zu einem Geldsystem, das die Freiheit des Einzelnen erheb lich einschränken könnte. Der Bedarf an Gold dürfte somit auch als poten zielles Tausch und Zahlungsmittel wachsen. 2017 weiter im Aufwind Gold wird wahrscheinlich auch 2017 als Absicherungsinstrument begehrt sein, besonders da die Preis bildung an den Vermögensmärkten durch die unkonventionelle Geldpolitik verzerrt bleibt und das Risiko von Treppenkorrekturen steigt. So wird die physische Nachfrage der großen Goldfonds nach einem ersten Schub 2016 noch zunehmen. Da die Zentral banken mit Blick auf die Solvenz vieler Schuldner kaum einen deutli chen Zinsanstieg zulassen, sollten bei anziehender Inﬂation die niedrigen Realzinsen den Goldpreis weiter tragen. Unabhängig vom Ausgang einzelner Wahlen wird schließlich auch die politische Unsicherheit inter national hoch sein. Das ChanceRisikoVerhältnis des gelben Metalls bleibt attraktiv. Die spekulative Überhitzung an den FutureMärkten hat sich im Jahresverlauf 2016 sichtbar ab gebaut. Mit weiteren Zwischen korrekturen und einer gewissen kurzfristigen Schwankungsan fälligkeit ist dennoch zu rechnen. Während der Goldpreis spätestens bei 1.200 USDollar je Feinunze recht gut abgesichert erscheint, besteht 2017 Potenzial bis etwa 1.450 USDollar je Feinunze. Letz ten Endes ist aber zu beachten: Gold eignet sich eher zur Ver- mögens absicherung als zur Verfolgung taktischer Ziele. 19 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Immobilien: Der Rummel gehtweiter Die Nachfrage nach „Betongold“ bleibt bei anhaltendem Niedrigzins 2017 hoch. Da es für die Investoren immer schwieriger wird, attraktive Objekte zu erwerben, hält der Trend steigender Immobilienwerte an. Für 2017 rechnen wir im Durchschnitt der investierbaren offenen Immo bilienfonds mit einer geringfügig höheren Jahresperformance von knapp 3 %. Die Mittelzuﬂüsse waren in den ersten acht Monaten 2016 sehr hoch, sind aber seit Juni deut lich rückläuﬁg. Hier scheinen sich Maßnahmen der Fondshäuser zur Begrenzung der Mittelzuﬂüsse allmählich niederzuschlagen. Ein Ende des Preisanstiegs bei deutschen Wohnimmobilien ist für 2017 nicht absehbar. Die Nachfrage bleibt vor allem in den Ballungszent ren hoch. Dafür sprechen die anhal tende Zuwanderung – wenn auch nicht mehr auf dem sehr hohen Niveau von 2015 – sowie die aus geprägte Binnenwanderung. Zudem reagiert die Bautätigkeit zu zögerlich. So dürfte die Zahl der Wohnungsfer tigstellungen 2017 zwar die Marke von 300.000 Einheiten knacken, angesichts eines Bedarfs von schät zungsweise 350.000 bis 400.000 Einheiten jährlich ist dies immer noch zu wenig. Damit sollten die Hauspreise ähnlich wie in den Vorjahren zulegen. Der durch fundamentale Faktoren und das Niedrigzinsniveau getriebene deutsche Wohnungsmarkt bleibt im Boom; als konstituierendes Ele ment für eine Immobilienblase fehlt eine stark expansive Kreditvergabe. Nennenswerte Überbewertungen in Teilmärkten bestehen aber bereits. 20 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba US-Dollar undSchweizer Franken Das USWachstum dürfte 2017 gegenüber der Eurozone wieder die Oberhand gewinnen. Dies wird sich auch in der Geldpolitik widerspiegeln: Während die EZB ihr Anleihekauf programm fortsetzt, hebt die Federal Reserve ihren Leitzins vorsichtig an. Diese divergierenden Maßnahmen sollten den USRenditevorsprung etwas wachsen lassen und den Greenback stützen. Allerdings ist die USWährung deut lich überbewertet. Der Euro-Dollar- Kurs notiert in Relation zur Kauf kraftparität nahe der Tiefststände 2000 / 2001. Änderungen in der USPolitik bergen Risiken für den Greenback. Unter Präsident Trump wird sich das USStaatsdeﬁzit ver mutlich deutlich ausweiten, was grundsätzlich einen negativen Effekt auf den USDollar haben sollte. Zudem spricht die mutmaßlich protektionistischere Haltung der neuen USRegierung eher gegen die eigene Währung. Die fehlenden Zinserhöhungsperspektiven begren zen jedoch das Potenzial für den Euro. Phasenweise können politische Unsicherheiten in Europa angesichts von Wahlen sowie der avisierten Verhandlungen über den britischen EUAustritt den Euro belasten. Der EuroDollarKurs dürfte 2017 aber mehr im oberen Bereich des weiter bestehenden Bands von 1,05 bis 1,15 notieren. Die schweizerische Wirtschaft dürfte 2017 um 1,3 % wachsen. Die Inﬂation wird leicht in positives Terrain klettern, ohne dass dies die Notenbank beun ruhigt. Aus der Eurozone kommen vermutlich keine Impulse, die den Euro gegenüber dem Franken massiv belasten. Der Notenbank sollte es deshalb gelingen, die eigene Währung zu kontrollieren. Der EuroFranken Kurs dürfte somit auch 2017 in der Bandbreite von 1,08 bis 1,10 notieren. 21 MÄRKTE UND TRENDS 2017 EurozoneundDeutschland Die Eurozone wird 2017 mit 1,4 % solide wachsen. Problematisch ist weiterhin die große Spreizung zwi schen den Ländern. Die Ursachen der Wachstumsschwäche in einzelnen Ländern sind strukturell, so dass kein Weg an der bitteren Medizin von weiteren Reformen vorbeiführt. Konsum treibt Wachstum Deutschland wird 2017 mit 1,5 % in der Nähe des Potenzials wachsen. Der Konsum wird ein wesentlicher Treiber bleiben. Tarifsteigerungen, Rentenanpassungen und ein weiterer Beschäftigungsanstieg sorgen für einen lebhaften Konsum. Der höhere Verbraucherpreisanstieg im Ausmaß von rund 1 ½ % belastet. Zu einem weiteren Wachstumstreiber sind die Konsumausgaben des Staates gewor den. Diese Komponente erreicht fast ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts. Die Dynamik der deutschen Exporte in die Eurozone dürfte moderat blei ben. So beeinträchtigt der Brexit die Außenhandelsbeziehungen zu Groß britannien. Eine geänderte Außenhan delspolitik der USA könnte in die glei che Richtung wirken. Die schrittweise Erholung in wichtigen Schwellenlän dern bietet allerdings auch Chancen. Die Wohnungsbauinvestitionen ex pandieren bereits seit mehreren Jah ren überdurchschnittlich. Der Nicht wohnungsbau hingegen stagniert. Die jüngste positive Auftragsentwicklung im Wirtschafts und öffentlichen Bau lässt allerdings hier 2017 eine allmäh liche Besserung erwarten. Die Ausrüs tungsinvestitionen steigen moderat. Politische Unsicherheiten und eine bislang nur durchschnittliche Kapa zitätsauslastung bei gleichzeitigem Druck auf die Verkaufspreise bremsen die Kapitalbildung. 22 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba den Einkommensstärksten zugute kommen und die Nachfrage daher nur in überschaubarem Maße anschieben. Eine Unternehmenssteuerreform ist zwar wahrscheinlich, umfangreiche Impulse für die Investitionen erwarten wir aber nicht. Die Haushaltsdeﬁzite des Bundes werden in den kommen den Jahren zunehmen. Das Wirt schaftswachstum wird sich 2017 auf rund 2 ¼ % belaufen und robuster sein als 2016 (1,6 %). 2017 dürfte die Teuerung mit 2,2 % spürbar höher ausfallen als noch 2016 mit 1,2 %. Mit zwei Zinserhöhungen bis Ende 2017 wird die Fed ihre ex pansive Geldpolitik nur sehr graduell zurücknehmen. USA: Konjunkturdelle abgehakt Den Makroausblick 2017 beeinﬂusst USPräsident Donald Trump vor allem unter zwei Aspekten: der Han dels und der Haushaltspolitik. An dere Politikfelder wie Deregulierung, Sozial oder Energiepolitik sind zwar ebenfalls wirtschaftlich relevant, wirken aber erst zeitverzögert. Auch ohne einen echten Handelskrieg mit China oder Mexiko werden sich Zölle oder andere Handelsrestriktionen in steigenden Preisen niederschlagen. Der USAußenhandel wird darunter leiden. Diese konjunkturell dämpfen den Faktoren werden durch eine expansivere Fiskalpolitik teilweise kompensiert. Die Chancen für eine spürbare Steuersenkung 2017/ 2018 stehen mit einem von den Republika nern kontrollierten Kongress besser als jene für ein großes Ausgabenpro gramm. Die von Trump angekündigte Senkung der privaten Einkommen steuer und die Abschaffung der Erb schaftssteuer werden vor allem 23 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Großbritannien:Brexit-Unsicherheit schlägtsichnieder Unter der politischen Unsicherheit nach dem BrexitVotum leiden vor allem die Investitionen. Vielen Unter nehmen fehlt angesichts der unklaren Situation hinsichtlich des Zugangs zum Binnenmarkt die Planungssi cherheit. Graduell wird dadurch auch der Arbeitsmarkt belastet. Die Real einkommen stehen zudem unter Druck, da die Pfund- Abwertung die Importe verteuert und damit die Inﬂa tion erhöht. Das Wachstumstempo des privaten Konsums verlangsamt sich. Der Außenhandel wird vermut lich einen positiven Wachstumsbeitrag liefern, wenngleich dies mehr mit ge dämpften Importen als mit erhöhten Exporten zu erklären ist. Auch wenn die britische Wirtschaft nicht in eine eindeutige Rezession fällt, so geht das Wachstum doch markant zurück. Das Wachstum des Bruttoinlands produkts dürfte sich 2017 auf rund 1 % halbieren. Neben der PfundAbwertung werden von den Energiepreisen inﬂationäre Impulse ausgehen. Die Teuerung wird 2017 auf rund 2,5 % klettern. Die Bank of England könnte dennoch aufgrund der schwächeren Konjunktur ihren Leitzins noch einmal leicht senken. Dies sollte zusammen mit Anleihekäuf en britische Renten stützen. Das Pfund Sterling dürfte nach dem tiefen Fall nur noch temporär unter Druck geraten. Ein Abkommen über den Austritt aus der EU dürfte sich frühestens im spä teren Verlauf von 2018 abzeichnen. Allerdings besteht ein signiﬁkantes Risiko, dass sich mangels Einigung bzw. erforderlicher Mehrheiten in der EU die Parteien im „Konﬂikt“ trennen. Wenig wahrscheinlich ist, dass die Briten in erster Linie Vorteile für sich aushandeln können, also sich die „Rosinen herauspicken“. 24 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Großbritannien:Brexit-Unsicherheit schlägtsichnieder China: Drache mit Maulsperre Mit geschätzten 6,5 % Wachstum 2016 liegt China unter den großen Volkswirtschaften erneut unter den Spitzenreitern. Die Panikattacke an den Märkten vor rund einem Jahr stellte sich als unberechtigt heraus. Aktuell öffnet sich laut der offiziellen Statistik eine deutliche Schere zwi schen den privaten Investitionen und denen der staatlich kontrollierten Unternehmen – leider in die falsche Richtung. Während die Zuwächse bei den privaten Anlageinvestitionen immer geringer werden, sind es die Staatsunternehmen, die wieder ein großes Rad drehen. Wie so oft in China sind allerdings auch hier die Daten mit Vorsicht zu genießen. Ein Bereich, in dem die Investitions tätigkeit derzeit boomt, ist der Woh nungsbau. Angesichts der kräftig steigenden Immobilienpreise vor allem in den größten Städten und des Fehlens diversifizierter Anlage alternativen für die eigene Altersvor sorge bleibt der Kauf von „Beton- gold“ für viele Haushalte eine fast zwingende Entscheidung. Allerdings sprechen relativ niedrige Beleihungs obergrenzen für Hypotheken und die wichtige Rolle (quasi) staatlicher Banken bei der Finanzierung dafür, dass eine Korrektur weniger kritisch wäre als im Falle der USA 2007/ 2008. Die Regierung wird vor dem Partei kongress im Herbst 2017 nichts anbrennen lassen und durch eine expansive Fiskalpolitik und zusätz liche Kreditvergabe das Wachstum stützen. Hingegen dürfte der Wech selkurs eine untergeordnete Rolle spielen. Der Yuan wird wohl auch 2017 nur leicht abwerten. Insgesamt sollte dies ausreichen, dass China 2017 ein Jahreswachstum von 5,8 % erreicht, wobei auf mittlere Sicht ein Potenzialpfad von etwa 5 % wahr scheinlich ist. 25 MÄRKTE UND TRENDS 2017 PROGNOSETABELLEN IM HAUPTSZENARIO 2 26 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba KapitalmarktprognosenimDetail Prognose Ende … \* 10.11.2016 \*\* Mittelwert Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft / Research in Basispunkten Zinssatz in % in Landeswährung, % in % Indexstand Preis in $ Veränderung seit Jahresultimo aktueller Stand \* Q1 / 2017 Q2 / 2017 Q3 / 2017 Q4 / 2017 EZB Einlagenzins 10 0,40 0,40 0,40 0,40 0,40 EZB Reﬁ nanzierungssatz 5 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Tagesgeldsatz Eonia 23 0,35 0,35 0,35 0,35 0,35 3M Euribor 18 0,31 0,30 0,30 0,30 0,30 6M Euribor 17 0,21 0,20 0,20 0,20 0,20 12M Euribor 13 0,07 0,05 0,05 0,05 0,00 2j. Bundesanleihen 27 0,62 0,65 0,60 0,60 0,45 5j. Bundesanleihen 32 0,37 0,35 0,25 0,25 0,15 10j. Bundesanleihen 36 0,27 0,25 0,35 0,35 0,50 2j. Swapsatz 11 0,14 0,15 0,10 0,10 0,05 5j. Swapsatz 21 0,12 0,10 0,20 0,20 0,30 10j. Swapsatz 33 0,67 0,70 0,80 0,80 0,90 30j. Swapsatz 42 1,19 1,20 1,30 1,30 1,40 Federal Funds Rate \*\* 0 0,38 0,63 0,63 0,63 0,88 3M USD Libor 27 0,89 0,90 0,90 0,90 1,15 10j. USTreasuries 12 2,15 2,10 2,30 2,30 2,40 DAX 1,1 10.630 11.300 11.600 11.800 12.000 EURO STOXX 50 6,8 3.047 3.200 3.300 3.350 3.400 Dow Jones 7,9 18.808 19.200 19.500 19.800 20.000 S&amp;P 500 6,0 2.167 2.200 2.230 2.270 2.300 Nikkei 225 8,9 17.344 18.000 18.500 19.000 19.500 Brentöl $ / bbl 23,0 46 50 52 50 53 Gold $ / oz 18,6 1.259 1.400 1.450 1.500 1.450 27 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Währungsprognosen im Detail Prognose Ende … \* 10.11.2016 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft / Research gg. USD, in % in % gg. USD, in % Kurs Kurs Kurs Veränderung seit 31.12.2015 aktueller Stand\* Q1 / 2017 Q2 / 2017 Q3 / 2017 Q4 / 2017 gg. Euro USDollar 0,3 1,09 1,15 1,15 1,15 1,10 Japanischer Yen 12,3 116 115 115 121 115 Britisches Pfund 15,1 0,87 0,90 0,90 0,90 0,85 Schweizer Franken 1,2 1,07 1,08 1,08 1,10 1,10 Kanadischer Dollar 2,5 1,47 1,55 1,53 1,52 1,49 Australischer Dollar 4,2 1,43 1,53 1,49 1,47 1,45 Schwedische Krone 6,9 9,85 9,30 9,20 9,10 9,00 Norwegische Krone 5,5 9,11 8,90 8,90 8,80 8,70 Chinesischer Yuan 4,4 7,42 7,94 7,94 7,99 7,70 gg. US-Dollar Japanischer Yen 12,5 107 100 100 105 105 Schweizer Franken 1,6 0,99 0,94 0,94 0,96 1,00 Kanadischer Dollar 2,7 1,35 1,35 1,33 1,32 1,35 Schwedische Krone 6,6 9,04 8,09 8,00 7,91 8,18 Norwegische Krone 5,7 8,37 7,74 7,74 7,65 7,91 Chinesischer Yuan 4,6 6,81 6,90 6,90 6,95 7,00 US-Dollar gg. Britisches Pfund 14,8 1,26 1,28 1,28 1,28 1,29 Australischer Dollar 4,5 0,76 0,75 0,77 0,78 0,76 28 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Bruttoinlandsprodukt, Inﬂation,Budgetsaldo Bruttoinlandsprodukt reale Veränderung gg. Vorjahr, % Verbraucherpreise Veränderung gg. Vorjahr, % Budgetsaldo % des BIP 2015 2016s 2017p 2018p 2015 2016s 2017p 2018p 2015 2016s 2017p 2018p Euroland 1,9 1,6 1,4 1,4 0,0 0,2 1,2 1,4 -2,1 -1,8 -1,7 -1,5 Deutschland 1,5 1,8 1,5 1,4 0,3 0,4 1,4 1,5 0,7 0,5 0,3 0,3 Frankreich 1,2 1,2 1,2 1,3 0,1 0,3 1,2 1,4 3,5 3,3 3,0 2,7 Italien 0,6 0,8 1,1 1,2 0,1 0,0 1,1 1,2 2,6 2,4 2,4 2,1 Spanien 3,2 3,2 2,5 2,1 0,6 0,4 1,1 1,3 5,1 4,6 3,8 3,3 Niederlande 2,0 1,7 1,5 1,7 0,2 0,2 0,9 1,2 1,9 1,2 1,0 0,8 Österreich 1,0 1,5 1,3 1,4 0,9 1,1 1,5 1,7 1,0 1,3 1,4 1,3 Griechenland 0,2 0,7 1,3 1,7 1,1 0,0 1,0 1,5 7,5 3,0 2,0 1,0 Portugal 1,6 0,9 1,1 1,4 0,5 0,7 1,1 1,4 4,4 4,2 2,6 2,1 Irland 26,3 4,5 3,0 3,2 0,0 0,0 1,0 1,5 1,9 1,2 1,0 0,5 Großbritannien 2,2 2,0 0,8 1,0 0,1 0,7 2,5 2,2 -4,3 -3,5 -3,5 -3,5 Schweiz 0,8 1,3 1,3 1,3 -1,1 -0,3 0,0 0,5 0,1 0,2 0,0 0,0 Schweden 4,1 3,1 2,4 2,4 0,0 0,9 1,4 1,4 0,0 -0,3 -0,2 0,2 Norwegen 1,6 1,0 1,5 1,7 2,1 3,5 2,1 2,2 6,4 3,0 3,4 3,6 Polen 3,6 3,0 2,7 3,2 -0,9 -0,6 1,7 1,8 -2,6 -3,1 -2,8 -3,0 Ungarn 3,1 2,0 2,5 2,5 -0,1 0,2 1,6 2,4 -2,0 -2,3 -2,5 -2,6 Tschechien 4,5 2,5 2,4 2,3 0,3 0,6 1,6 2,0 -0,4 0,0 -0,6 -0,7 Russland -3,7 -1,0 0,8 1,3 15,5 7,1 5,5 4,7 -2,4 -3,7 -2,5 -1,4 USA 2,6 1,6 2,2 1,8 0,1 1,2 2,2 2,5 -3,3 -3,5 -4,2 -4,7 Japan 0,6 0,5 0,4 0,3 0,8 -0,3 0,1 0,3 -5,4 -5,0 -7,0 -7,4 Asien ohne Japan 5,4 5,1 4,8 4,5 2,5 2,8 2,8 2,8 -2,8 -3,2 -3,6 -3,7 China 6,9 6,5 5,8 5,5 1,5 2,1 1,8 2,0 0,6 3,0 5,0 5,0 Indien 7,5 7,0 6,9 6,9 4,9 5,5 5,1 5,0 3,9 3,8 3,7 3,6 Lateinamerika 0,1 -0,5 1,6 2,5 12,6 17,0 14,0 12,5 -3,8 -5,0 -4,7 -2,7 Brasilien 3,8 3,0 0,8 1,5 9,0 8,5 5,5 5,0 8,4 6,5 6,9 5,5 Welt 3,0 2,7 3,0 2,9 3,0 3,4 3,5 3,4 – – – – Quellen: EIU, Macrobond, Datastream, Helaba Volkswirtschaft / Re search BIPWachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt; s = Schätzung, p = Prognose 29 MÄRKTE UND TRENDS 2017 GEISTERBAHN (15 %) 3 30 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Im negativen Alternativszenario „Geisterbahn“ steht die Weltwirtschaft an der Schwelle zur Rezession. Zahl reiche Schreckgespenster tauchen an allen Ecken und Enden auf. Aus löser für einen deutlichen Abschwung ist eine zunehmende Einschränkung des Freihandels. China bekommt den Umbau seiner Volkswirtschaft nicht in den Griff und legt eine harte Landung hin. Deutschland ist besonders stark vom Einbruch des Welthandels betroffen. Die Wirtschaftsleistung schrumpft 2017 um rund 1 % und die Arbeits losigkeit steigt deutlich an. Bei den anstehenden Wahlen gewinnen euro pafeindliche Parteien die Mehrheit. Weitere Länder lassen über einen EUAustritt abstimmen. Anleger suchen Sicherheit, sie ﬂiehen aus Risikoassets in die „sicheren Häfen“ Treasuries und Bundesan leihen. Im Zuge dessen geben die 10jährigen US-Treasuries bis unter 1 % nach, die Rendite 10jähriger Bundesanleihen taucht deutlich in den negativen Bereich in Richtung 1 % ab. Gold und USDollar werden in Zeiten hoher Unsicherheit ihrem Ruf als Krisenwährungen gerecht. Gold nähert sich wieder den alten Höchst ständen von über 1.900 USDollar pro Unze. Der Euro-DollarKurs gerät unter Druck und fällt unter 0,90. Bei Immobilien kommt es trotz der sehr niedrigen Zinsen zu Preiskorrek turen. Die Risikoaversion steigt massiv und sorgt bei Aktien für deutliche Bewertungs abschläge. Der DAX stürzt in Richtung der 6.000Punkte- Marke ab. Geisterbahn (15 %) Alternativszenario 31 MÄRKTE UND TRENDS 2017 RIESENRAD (10 %) 4 32 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba In unserem positiven Alternativ szenario „Riesenrad“ nimmt das globale Wachstum kontinuierlich Fahrt auf. Angeführt von einem kräftigen Investitionsimpuls läuft die Wirtschaft rund. Der wieder deutlich steigende Welthandel verstärkt dies noch. Politische Unsicherheiten werden in den Hintergrund gedrängt. 2017 überraschen China und Brasilien mit einer starken zykli schen Erholung. Spitzenreiter bei den Industrienationen bleiben die USA, deren BIPWachstumsrate an 4 % heranreicht. Der Euroraum kann sein Wachstum auf mindestens 2,5 % steigern, wobei Deutschland mit rund 3 % wieder als Konjunk turlokomotive fungiert. Die Inﬂation wird etwas über dem EZBInﬂations ziel liegen. Die Fed steigert ihr Zinserhöhungs tempo leicht. Die EZB fährt suk zessive ihre Ankaufprogramme zurück. 2017 wird sie aber noch keine Zinswende einleiten. 10jährige US- Treasuries steigen deutlich über 3 % und 10jährige Bundesanleihen nähern sich der 2 %Marke. Die Ein engung des USRenditevorteils treibt den EuroDollarKurs in Richtung 1,30. Der Rückgang der Risikoaversion führt zu einer spürbaren Bewertungs expansion. Der DAX knackt die 14.000erMarke. Immobilien verlieren angesichts der steigenden Zinsen an relativer Attraktivität. Dieser Effekt wird allerdings durch die erheblich bessere Lage an den Vermietungs märkten ausgeglichen, so dass nega tive Preisreaktionen ausbleiben. Riesenrad(10%) Alternativszenario 33 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Impressum Herausgeber Helaba Landesbank HessenThüringen Girozentrale Volkswirtschaft / Research Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin / Bereichsleitung Research Redaktion Dr. Stefan Mitropoulos, Barbara Bahadori MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69 / 91 3220 24 Telefax: 0 69 / 91 3222 44 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbind liche Analysen und Prognosen zu den gegen wärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollstän digkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publika tion getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Konzeption und Gestaltung La Mina GmbH, Darmstadt Druck Druckerei Braun &amp; Sohn, Maintal Fotonachweis AdobeStock: S. 17, © bilderstoeckchen; S. 29, © Johanna Mühlbauer; S. 35, © jasonbatterham F1 Online: Umschlag, S. 8, Gerhard Schoner; S. 30, Jochen Tack / imagebroker Fotolia: S. 6, © pasicevo; S. 20, © Roberto Tanglewood; S. 28, © Manfred Steinbach; iStock: Umschlag, S. 2, susisonnschein1979; S. 14, stocknshares Getty Images: S 23 © Jessica Carrasquillo / EyeEm Shutterstock: S. 7, Joe Techapanupreeda; S. 7, Nalidsa; S. 18, Luna Vandoorne; S. 21, AForlenza; S. 22, Ewais; S. 24, Patricia Marroquin; S. 25, qingqing; S. 26 – 27, Patricia Marroquin; S. 32, FooTToo Autoren Christian Apelt Barbara Bahadori Ulrike Bischoff Marion Dezenter Patrick Franke Ulrich Kirschner Dr. Susanne E. Knips Ulf Krauss Sabrina Miehs Dr. Stefan Mitropoulos Dr. Stefan Mütze Heinrich Peters Stefan Rausch Ulrich Rathfelder Markus Reinwand Dr. Gertrud R. Traud Ralf Umlauf Claudia Windt 34 Helaba Volkswirtschaft / Research, November 2016 © Helaba Diese Publikation stellt eine Zusammen fassung der wichtigsten Themen und Ergebnisse des Jahres ausblicks 2017 dar. Das Gesamt dokument ﬁ nden Sie unter http://volkswirtschaft.helaba.de 35 MÄRKTE UND TRENDS 2017 Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69 / 91 32 01 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/ 2 1771 00 www.helaba.de

Der Jahrmarkt ist eine Art Miniaturausgabe der Welt, in der wir leben. Fester Bestandteil eines Jahrmarktes ist der Autoscooter. Schubsen, Drängeln und verbale Entgleisungen gehören dazu. Ansonsten kommt es üblicherweise zu keinen größeren Unfällen. Hier sehen wir Parallelen zu unserem diesjährigen Hauptszenario.
