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title: "Finanzplatz Frankfurt: Frankfurter Bankbeschäftigung noch weiter aufwärts"
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language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Finanzplatz Fokus
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# Finanzplatz Frankfurt: Frankfurter Bankbeschäftigung noch weiter aufwärts

Im Fokus: Finanzplatz 10. Oktober 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Oktober 2023 1 von 5 Research &amp; Advisory Frankfurter Bankbeschäftigung noch weiter aufwärts Ein Mix aus Determinanten bestimmt die hiesige Beschäftigungsentwicklung: Neben der Konzentration auf die Frankfurter Konzernzentralen bei bundesweitem Filialabbau herrscht eine rege Nachfrage nach gutem Personal, und die Stellenbesetzung ist oft- mals nicht einfach. Der zunehmende Fachkräftemangel dürfte den Aufwärtstrend der Frankfurter Bankbeschäftigung immer mehr ausbremsen. Demgegenüber sind Restruk- turierungsprogramme und Brexit-bedingte Personalaufstockungen weitgehend been- det, allenfalls kommt es hier zu Nachjustierungen. Ausgehend von dem nun höheren Ausgangsniveau prognostizieren wir bis Ende 2024 einen leichten Anstieg der Bankbe- schäftigung in Frankfurt um 1,3 % auf 69.700 Mitarbeitende. Die Analyse und Prognose der Frankfurter Bankbeschäftigung spielt im Finanzplatz-Research der Helaba schon immer eine wichtige Rolle. Was hat sich seit unserer letzten detaillierten Beschäftigungsanalyse vom Jahresan- fang1 getan und was bedeutet dies nun für den weiteren Verlauf? Die Bankbeschäftigung zeigt sich in Frankfurt seit vielen Jahren solide und weist eine moderate Zyklik auf, wäh- rend sie in Deutschland weiterhin einem Abwärtstrend folgt. Die Main-Metropole ist und bleibt somit unangefoch- ten der führende Bankenplatz hierzulande. In den Bankentürmen der Main-Metropole gab es unseren Berechnungen nach im Frühjahr 2023 (letzter verfügba- rer Stand) rund 68.800 Beschäftigte. Dabei wurden die Daten für mehrere Wirtschaftsbereiche für das Stadtge- biet aggregiert. Die Gesamtzahl bildet die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Frankfurter Banken- sektor inklusive Börse ab und ist damit kleiner als in der gesamten Finanzindustrie (zuletzt rund 83.200). Beide Abgrenzungen bewegen sich allerdings seit Jahren im Gleichklang. Hierbei handelt es sich um keine regionale Ab- grenzung, wie es zuweilen für andere Finanzzentren der Fall ist. Wir fokussieren bei unserer Prognose im Folgen- den auf die Frankfurter Bankbeschäftigung aufgrund der herausragenden Bedeutung der Banken am hiesigen Standort. 1 Vgl. Helaba Research &amp; Advisory: “Frankfurter Bankbeschäftigung im gebremsten Aufwärtstrend” vom 13. Februar 2023 Ulrike Bischoff Senior Economist/ Finanzplatz-Spezialistin T 069/91 32-52 56 Banking zunehmend fokussiert auf Frankfurt Ähnliche Entwicklung im Bank- und Finanzsektor Index: Ende 2008 = 100 Anzahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Frankfurt Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory 86 90 94 98 102 106 86 90 94 98 102 106 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 Bankbeschäftigung Frankfurt Bankbeschäftigung Deutschland 72.000 74.000 76.000 78.000 80.000 82.000 84.000 60.000 62.000 64.000 66.000 68.000 70.000 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 Bankbeschäftigung (linke Skala) Finanzbeschäftigung (rechte Skala) Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Oktober 2023 2 von 5 Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Beschäftigten der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht in diesem Aggregat enthalten sind. Denn Mitarbeitende von EU-Organen sind nicht national steuer- und sozialversicherungspflichtig (eigene EU-Zuständigkeit). Die EZB ist gleichwohl eine wich- tige Arbeitgeberin in der Main- Metropole und übt eine spür- bare Anziehungskraft auf etli- che Finanzplatz-Akteure aus, insbesondere auf die Auslands- banken. Zum Jahresende 2022 waren über 4.100 Mitarbeitende bei der EZB tätig, (davon 9 % in Führungspositionen), gegen- über nur gut 500 im Jahr 1998. Im Zeitraum bis 2013, bevor die Notenbank zusätzlich zur Ver- antwortung für die Geldpolitik auch die Bankenaufsicht für die Eurozone bekam, ist ihr Personalbestand um fast 1.300 gewachsen und seitdem nochmal um mehr als 2.300 Beschäftigte. Mehrere Einflussfaktoren für Beschäftigungsentwicklung Die zuletzt 68.800 Banker in Frankfurt sind mehr als von uns erwartet. Die hohe Zahl ausgeschriebener Stellen so- wie die verbreiteten Äußerungen über Personalengpässe ließen einen geringeren Anstieg der Bankbeschäftigung vermuten. Hierbei spielt jedoch auch eine Rolle, dass in der Beschäftigungsstatistik die Zahl der Betriebe in den betrachteten Wirtschaftsgruppen im letzten Som- mer deutlich zugenommen hat. Insofern ist der mar- kante Beschäftigungszuwachs im dritten Quartal 2022 (3,2 % gg. Vorquartal und 3,1 % gg. Vorjahr) mitbedingt durch die Neuzugänge im Aggregat. Ohne- hin steigt die Bankbeschäftigung im dritten Quartal zumeist deutlich an aufgrund der im Spätsommer be- ginnenden Bankausbildung. Dieser Anstieg lag aber im Durchschnitt der letzten Jahre unter 1 % vergli- chen mit dem Vorquartal. Dementsprechend ist nun das Ausgangsniveau für unsere Prognose höher. Weiterhin bestimmt ein Mix aus Determinanten die Entwicklung im deutschen Bankenzentrum: Neben der Konzentration auf die Frankfurter Konzernzentralen (bei bundesweitem Filialabbau, vgl. S. 3) herrscht eine rege Nachfrage nach gutem Personal und die Stellenbesetzung ist oftmals nicht einfach. Insbesondere in den Berei- chen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Regulierung gibt es großen Bedarf – und zwar mehr als mit diesen Quali- fikationen auf dem Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit verfügbar sein dürfte. Vom zunehmenden Fachkräftemangel geht somit ein Bremseffekt für die Entwicklung der Frankfurter Bankbe- schäftigung aus. Denn auf die ausscheidenden, starken Jahrgänge der Babyboomer folgen viel schwächere Jahr- gänge ins Erwerbsleben nach. Dies wird durch das recht hohe Durchschnittsalter in der hiesigen Finanzbranche akzentuiert (von etwa 47 Jahren gemäß Beratungsgesellschaft zeb) und könnte allenfalls durch technologische Produktivitätssteigerungen abgemildert werden. EZB mit kontinuierlich wachsendem Personalbestand Mitarbeiteranzahl in Frankfurt (jeweils Jahresende) \* ab 2002 Vollzeitäquivalente Quellen: EZB (Jahresberichte), Helaba Research &amp; Advisory 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 1998 2002\* 2006 2010 2014 2018 2022 Übernahme von Doppelfunktion: Zusätzlich zur Geldpolitik auch Bankenaufsicht Zuletzt starker Anstieg der Bankbeschäftigung % Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 2008 2011 2014 2017 2020 2023 gg. Vorjahr gg. Vor- quartal Anzahl (l.S.) Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Oktober 2023 3 von 5 Die Gewinnung, Bindung und Entwicklung von qualifiziertem Personal ist für den Geschäftserfolg der Banken im- mer wichtiger geworden, wobei nicht-monetäre Aspekte ebenfalls zur attraktiven Jobausgestaltung gehören. Eine auch nach oben hin diversifiziertere Altersstruktur sowie innovative Ideen könnten dazu beitragen, den Personal- bedarf etwas besser zu decken. Gleichwohl bleibt der Demografie-bedingt schrumpfende Arbeitskräftepool in Kombination mit der strukturellen Verschiebung hin zu einer „High-skilled Workforce“ eine Herausforderung. Oftmals braucht es mittlerweile eher Spezialisten als klassische Bankmitarbeitende, so dass sich der Trend zur Akademisierung in der Branche verstärkt. Die Restrukturierungsprogramme im deutschen Bankensektor und die Brexit-bedingten Personalverlagerungen ausländischer Institute sind mittlerweile weitgehend beendet. Abhängig von der individuellen Geschäftsstrategie kommt es hier noch zu Nachjustierungen der Mitarbeiterkapazitäten im Rahmen effizienzsteigernder Maßnah- men von Inlandsbanken bzw. durch Expansionspläne von Auslandsbanken in Europa. Schließlich gilt Deutschland als attraktiver Markt und von der Main-Metropole aus werden dank ihrer Sprungbrettfunktion auch Geschäftstätig- keiten in nahe gelegenen Ländern getätigt. Leichter Anstieg der Frankfurter Bankbeschäftigung bis Ende 2024 Summa summarum ist zunächst noch von einem weiteren Anstieg der Beschäftigung in den hiesigen Bankentür- men auszugehen. Obwohl es immer schwerer wird Nachwuchskräfte zu gewinnen, konnten im Spätsommer viele Institute dank des breit angelegten Werbens um neue Mitarbeitende sowie modifizierter Auswahlverfahren ihre Ausbildungsplätze weitgehend besetzen. Branchenweit sind aber unzäh- lige Jobs ausgeschrieben und der sich perspektivisch noch beschleunigende Fachkräfte- mangel ist ein immanentes Problem. Dementsprechend dürfte die jüngste Dynamik der Personalexpansion aufgrund der demografischen Entwick- lung zusehends nachlassen. Ausgehend vom höheren Aus- gangsniveau prognostizieren wir für den Zeitraum bis Ende 2024 nach wie vor eine leichte Zunahme der hiesigen Bankbeschäftigung in Frankfurt, und zwar um 1,3 % bzw. knapp 900 Stellen auf 69.700 Bankmitarbeitende. Insofern ist zunächst von einem gebremsten Anstiegstrend auszugehen, mittelfristig dann von einem Rückgang der Beschäftigung am hiesigen Bankenstandort. Filialausdünnung im deutschen Bankensektor Der Strukturwandel im Bankensektor weg von Filialen und hin zum Online-Banking setzt sich kontinuierlich fort. Zwar ist die physische Interaktion im Kundengeschäft nicht gänzlich ersetzbar. Zweigstellen spielen zwecks Kun- dennähe und Markenidentität in der Gesamtstrategie von Kreditinstituten nach wie vor eine wichtige Rolle. Doch digitale Bankdienstleistungen mittels Internetkonten und Online-Depots nehmen immer mehr zu, flankiert von technischen Innovationen. Auch künftig wird es wohl Bankberatung vor Ort geben, der Trend zum Filialabbau wird jedoch weitergehen. Gebremster Beschäftigungsanstieg im Bankenzentrum Frankfurt Sozialversicherungspflichtig Bankbeschäftigte im Stadtgebiet \* letzter verfügbarer Stand 1. Quartal 2023: 68.813 Bankmitarbeitende Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory 60.000 62.000 64.000 66.000 68.000 70.000 60.000 62.000 64.000 66.000 68.000 70.000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Prognose Helaba Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Oktober 2023 4 von 5 Dies bedeutet neben der Schließung von Geschäftsräumen auch die Umgestaltung verbleibender Zweigstellen sowie Konzepte zur Zwischennutzung. So bekommen manche Standorte gar das Design von „Wohlfühloasen“, wo auch Finanzgeschäfte erledigt werden können, andere werden übergangsweise zu Pop-Up-Lo- cations, in die bis zum Baube- ginn eines neuen Immobilien- projekts z.B. Bars und Co-Work- ing Spaces einziehen oder Kul- turveranstaltungen stattfinden. Derartiges gibt es natürlich auch in der Main-Metropole. Al- lerdings ist Frankfurt als Herz- stück des deutschen Bankwe- sens nur begrenzt vom Filial- abbau betroffen. Gerade hin- sichtlich der Beschäftigung för- dert dies die innerdeutsche Konzentration auf die Bankenmetropole am Main. Mit 11 % ist der Anteil Frankfurts an der deutschen Bankbeschäftigung weitaus höher als in jeder anderen Stadt hierzulande. Ende 2022 gab es in Deutschland 20.446 Zweigstellen von Kreditinstituten. Davon entfielen 37 % auf den Spar- kassensektor, einen fast genauso großen Anteil machten die Volks- und Raiffeisenbanken aus (34 %), gefolgt von den Großbanken (knapp 20 %). Die Geschwindigkeit des Filialabbaus hat sich zuletzt etwas verlangsamt. Im letzten Jahr ging die Zahl der Filia- len um 6 % zurück, nachdem die Pandemie durch einen Digitalisierungsschub mehr Dynamik in diesen Prozess gebracht hatte (2020 und 2021 jeweils fast -10 %). Seit dem Jahr 2000 wurden damit in Deutschland rund 36.500 Zweigstellen abgebaut. Speziell Sparkassen und Landesbanken verkleinerten sich in diesem Zeitraum um über 10.000 auf zuletzt 7.470 Filialen. Nach Anzahl ihrer Zweigstellen liegt im Ranking der Banken in Deutschland nach Angaben der Zeitschrift „Die Bank“ die Deutsche Bank vorn, gefolgt von der Commerzbank, vor Unicredit, Targobank und der Kreissparkasse Köln. Für die nächsten Jahre ist auch abhängig vom persönlichen Beratungsbedarf der Kunden ein fortgesetzter Rückgang der Filialanzahl in Deutschland zu erwarten. Filialabbau zuletzt etwas verlangsamt Anzahl deutscher Bankfilialen Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Research &amp; Advisory 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Über ein Drittel aller Filialen im Sparkassensektor Großbanken vorn im Zweigstellen-Ranking Anzahl von Filialen nach Bankengruppen Rangliste nach Anzahl der Geschäftsstellen 2022 Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Die Bank, Helaba Research &amp; Advisory Sparkassen- sektor: 7.470 Genossen- schafts- sektor: 6.894 Großbanken: 3.719 Regionalbanken &amp; Bausparkassen: 2.159 restliche Banken: 204 0 500 1.000 1.500 2.000 Kreisspar- kasse Köln Targobank Unicredit Bank Commerzbank Deutsche Bank 1.536 862 430 332 213 332 213 Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Oktober 2023 5 von 5 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Bis Ende 2024 leichter Anstieg um 1,3 % auf 69.700 Banker in Frankfurt. Fachkräftemangel bremst zunehmend Anstiegstrend hiesiger Bankbeschäftigung. Filialausdünnung im deutschen Bankensektor setzt sich fort.
