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title: "Finanzplatz Frankfurt: Bankbeschäftigung steigt – trotz Fachkräftemangel"
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language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Finanzplatz Fokus
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# Finanzplatz Frankfurt: Bankbeschäftigung steigt – trotz Fachkräftemangel

Im Fokus: Finanzplatz 8. Oktober 2024 © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 1 von 9 Research &amp; Advisory Bankbeschäftigung steigt – trotz Fachkräftemangel In den Frankfurter Bankentürmen nimmt die Beschäftigung trotz Fachkräftemangels weiter zu. Dies gelingt dank breit angelegter Rekrutierungsstrategien. Bis Ende 2025 sollte die Frankfurter Bankbeschäftigung um 4 % auf rund 73.500 Mitarbeitende anstei- gen. Mittelfristig ist aber demografisch bedingt von einer nachlassenden Dynamik aus- zugehen. Daher ist das Anwerben ausländischer Fachkräfte ebenso wichtig wie der Aus- bau des Talent-Pools vor Ort. Hierfür sollten die Kräfte gebündelt und gezielt mehr Qua- lifikationsmöglichkeiten vor allem in Bereichen wie Sustainable Finance oder Geldwä- sche geschaffen werden. Schließlich stärkt ein konzertiertes Engagement für mehr in- tellektuelle Infrastruktur den Finanzplatz an seiner Basis – mit positivem Effekt für sei- nen internationalen Erfolg. Status Quo: Beschäftigung am deutschen Bankenzentrum Im Anfangsquartal 2024 gab es in den Bankentürmen der Main-Metropole gut 70.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, wie wir auf Basis von jüngst publizierten Daten der Bundesagentur für Arbeit berechnet haben. Da- mit hat sich der Aufwärtstrend bei der Frankfurter Bankbeschäftigung fortgesetzt, der seit mehreren Quartalen eine ansehnliche Dynamik aufweist. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass in der Beschäftigtenstatistik die Zahl der Betriebe in den betrachteten Wirtschaftsgruppen im Sommer 2022 deutlich zunahm (Neuzugänge im Aggregat). Auch nach Auslaufen dieses Sondereffektes war der Zuwachs bei der hiesigen Bankbeschäftigung deut- lich, im ersten Quartal 2024 fast 3 % gegenüber Vorjahr (-0,2 % gg. Vorquartal). Ulrike Bischoff Senior Economist/ Finanzplatz-Spezialistin T 069/91 32-52 56 Frankfurter Bankbeschäftigung im dynamischen Aufwärtstrend Sozialversicherungspflichtig Bankbeschäftigte im Stadtgebiet Frankfurt % Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory -4 -2 0 2 4 6 60.000 62.000 64.000 66.000 68.000 70.000 72.000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 gg. Vorjahr (r.S.) gg. Vor- quartal (r.S.) Anzahl (l.S.) Status Quo: Beschäftigung am deutschen Bankenzentrum ......................................................... 1 Strukturelle Veränderungen am Bankenarbeitsmarkt ................................................................. 3 Talent-Pool in Main-Metropole mit Entwicklungspotenzial ......................................................... 3 Frankfurter Bankbeschäftigung bis Ende 2025 weiter aufwärts .................................................. 7 Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 2 von 9 Frankfurt hat sich im Laufe der Jahre immer mehr als bedeutendes Bankenzentrum etabliert. Anders als der hie- sige jahrelange Anstieg geht die Bankbeschäftigung in Deutschland seit langem zurück. Im Frühjahr 2024 (letzter verfügbarer Stand) gab es bundesweit rund 620.500 Banker, woran die Main-Metropole einen Anteil von weit mehr als 11 % hatte. Mit Blick auf die Beschäftigung ist Frankfurt damit der führende Bankenplatz hierzulande: Ein klarer Vorsprung besteht vor München (mit einem Anteil von knapp 6 % Anteil an der deutschen Bankbeschäftigung), wenngleich das ein oder andere Institut in den letzten Monaten neben Frankfurt auch für München gewisse Expansionsvorha- ben ankündigte. Andere Großstädte wie Berlin oder Düsseldorf sind noch weniger eine Konkurrenz für die Banken- metropole am Main. Das Gros der Bankbeschäftigung verteilt sich in Deutschland auf etliche kleinere Städte und Ortschaften, die vom trendmäßigen Filialabbau weitaus stärker betroffen sind als Frankfurt mit seinen Konzern- zentralen. Dies begünstigt den innerdeutschen Konzentrationsprozess im Bankwesen auf die Main-Metropole. Attraktivität der Main-Metropole für ausländische Akteure Gleichwohl sollte sich Frankfurt nicht auf seiner herausragenden Positionierung ausruhen, sondern seine Attrakti- vität für In- und Auslandsbanken weiter fördern. Seit Jahrzehnten sind Auslandsbanken ein wichtiger Bestandteil des deutschen Finanzzentrums und durch Brexit-bedingte Geschäftsverlagerungen ist Frankfurt in seiner Rolle als bedeutender Bankenstandort in Europa weitergewachsen.1 Ausländische Institute tragen maßgeblich zur Entwicklung des deutschen Finanzzentrums bei und viele agieren von hier auch in nahe gelegenen Ländern. Ge- rade der gute Austausch in der hiesigen Community und namhafte Institutionen der Finanzwelt fördern die Anzie- hungskraft Frankfurts auf Auslandsbanken. Um die Main-Metropole noch attraktiver zu gestalten, werden von der Stadt verschiedene Projekte angegangen. Beispielsweise wurde zur Jahresmitte die Ausländerbehörde neu aufgestellt und mit mehr Personal ausgestattet, damit sie einen schnelleren, bürgerfreundlichen Service bieten kann z.B. bei Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen (statt des zuvor großen Bearbeitungsrückstaus). Dieses sogenannte Frankfurt Immigration Office soll u.a. die Integration von aus humanitären Gründen zugewanderten Menschen erleichtern und die Einstellung ausländi- scher Finanzplatz-Akteure beschleunigen. Das ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein gutes Signal. Daneben ist für Herbst 2024 auch ein Frankfurt Welcome &amp; Information Center avisiert zur Komplettierung des Angebots für Neubürger und Neubürgerinnen. Dieses Willkommenszentrum, das vom Amt für multikulturelle An- gelegenheiten und dem Büro der Bürgermeisterin geführt wird, soll ein erweitertes Spektrum von Dienstleistun- gen offerieren (z.B. mehrsprachige Erstorientierung zu Ankommen und Leben in Frankfurt, Info-Veranstaltungen und die Koordination von Netzwerken mit Ämtern). Schließlich wirken sich verbesserte Rahmenbedingungen in- klusive Willkommenskultur positiv auf die Fortentwicklung des deutschen Finanzzentrums aus. 1 Vgl. Helaba Research &amp; Advisory: „Main-Metropole wichtig für Auslandsbanken“ vom 29. August 2023 Vormachtstellung der Main-Metropole… … im deutschen Bankenwesen Indexiert auf Ende 2008 = 100 % Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory 86 90 94 98 102 106 110 86 90 94 98 102 106 110 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 Bankbeschäftigung Frankfurt Bankbeschäftigung Deutschland 8 9 10 11 12 13 14 8 9 10 11 12 13 14 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 Frankfurt: Anteil Bank- an Gesamtbeschäftigung (l.S.) Frankfurter Anteil an gesamtdeutscher Bankbeschäftigung (r.S.) Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 3 von 9 Strukturelle Veränderungen am Bankenarbeitsmarkt Das Anwerben ausländischer Fachkräfte ist in Zeiten von Fachkräftemangel ebenso wichtig wie der Ausbau des Talent-Pools am Frankfurter Finanzstandort. Demografisch bedingt ist die adäquate Stellenbesetzung schon jetzt nicht leicht – ein perspektivisch noch zunehmendes Problem. Denn auf die ausscheidenden, starken Jahrgänge der Babyboomer folgen viel schwächere Jahrgänge ins Erwerbsleben nach. So schätzt der DSGV den mittelfristi- gen Personalbedarf der Sparkassen hierzulande auf jährlich rund 8.000 bis 10.000 Mitarbeitende (inklusive Auszu- bildende). Schließlich gehen bei den rund 350 Sparkassen bis 2034 etwa 45.000 Beschäftigte in Rente, hinzu kom- men signifikante fluktuationsbedingte Abgänge. Bei den Landesbanken liegt der Anteil der in Ruhestand gehenden Mitarbeitenden in den nächsten zehn Jahren gemäß einer Bloomberg-Umfrage zwischen knapp 10 % bis zu 30 %. Diesem Prozess wird mit verstärktem Re- cruiting insbesondere junger Menschen zu begegnen versucht. Auf diese Weise dürfte sich im Laufe der kommen- den Jahre eine sukzessive Verjüngung der Bankbeschäftigten ergeben, was sich schon abzuzeichnen beginnt. Die Helaba z.B. avisiert, den Anteil von Mitarbeitenden unter 30 Jahren an der Belegschaft bis zum Jahr 2030 auf mindestens 10 % zu erhöhen. Gleichzeitig vollzieht sich eine strukturelle Verschiebung hin zu einer „High-skilled Workforce“. Anstelle klassi- scher Banker braucht es nun oftmals Spezialisten, gerade in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Regu- lierung oder auch Geldwäsche. Zur Bewältigung des demografischen Wandels gilt es somit für die Institute, so- wohl ausreichend Nachwuchskräfte selbst auszubilden als auch immer mehr von den Universitäten anzuwerben. Um den Personalbedarf besser abzudecken, ist mittlerweile ein modifiziertes Recruiting unabdingbar mit inno- vativen Ideen und veränderten Anforderungsprofilen. Zudem spielen Anreizaspekte zusätzlich zu einem attrakti- ven Gehalt eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Beispielsweise sind hybride Arbeitsmodelle mit hoher Flexibili- tät zum wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden ähnlich wie moderne Büroflächen mit Aufenthaltsqualität und sozialen Austauschmöglichkeiten.2 Darüber hinaus sollten ältere Bankmitarbeitende gut im Blick behalten und eine diversifizierte Altersstruktur gepflegt werden. Die Aktivierung der älteren Generation, die heute eine längere gesunde Lebensspanne vor sich hat als früher, bietet den Instituten ein großes Arbeitskräftereservoir. Um erfahrene Beschäftigte im Unternehmen zu halten, können vielfältige Maßnahmen ergriffen werden, wie flexiblere Arbeitszeitmodelle bzw. Altersteilzeit, gezielte Weiterbildungen oder mehr Gestaltungsspielraum bei ihrer Tätigkeit. Der Fachkräftemangel lässt sich im Übrigen zwar nicht „wegdigitalisieren“, aber zumindest abfedern: Die Imple- mentierung von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert die Tätigkeiten im Bankgewerbe und führt zu Effizienzge- winnen sowie Innovationen. So entsteht mittels KI-Einsatz z.B. bei administrativen Abläufen oder Vorlagen mehr Zeit, um komplexere Aufgaben zu erledigen. In der hiesigen Bankenbranche ist diesbezüglich viel im Gange, ver- schiedenste KI-Anwendungsfälle werden konzipiert und umgesetzt. Daher besteht eine hohe Nachfrage nach ent- sprechend qualifizierten Beschäftigten und womöglich ergibt sich mittelfristig neben Produktivitätszuwächsen auch eine gewisse Entlastung auf dem Arbeitsmarkt. Talent-Pool in Main-Metropole mit Entwicklungspotenzial In puncto Nachwuchskräfte hat der hiesige Finanzplatz schon einiges zu bieten und zeigt sich dabei auch umtrie- big mit Hinblick auf Trends in der Branche. Gleichwohl besteht in Frankfurt noch Entwicklungspotenzial bei der intellektuellen Infrastruktur als wichtiger Wachstumsdeterminante von Finanzstandorten. 2 Vgl. Helaba Research &amp; Advisory: „Präsenz wichtig für Erfolg von Finanzplatz Frankfurt“ vom 16. April 2024 Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 4 von 9 Viele Azubis in hiesigen Banken Dank breit angelegter, modifizierter Recruiting-Strategien konnten im Spätsommer 2024 viele Banken ihre Ausbil- dungsplätze weitgehend besetzen. Dennoch ist der Wettbewerb intensiv, und im deutschen Finanzwesen sind ins- gesamt etliche Jobs ausgeschrieben. Laut Umfrage des ifo Instituts war zuletzt in einem Drittel der deutschen Un- ternehmen ein Fachkräftemangel zu beobachten. Besonders betroffen ist davon der Dienstleistungssektor mit 40 %. Befragt vom Center for Financial Studies (CFS) gaben diesen Spätsommer rund zwei Drittel der Finanzinsti- tute an, dass die Gewinnung sowohl von berufserfahrenen Fach- und Führungskräften als auch von Nachwuchs- kräften schwierig sei. Hauptmotivation in den hiesigen Bankentürmen zu arbeiten ist die Sicherheit eines Jobs, wenngleich das Bankwe- sen bei jungen Menschen im Branchenvergleich nicht gerade hoch im Kurs steht. Die Rekrutierungsmöglichkei- ten der Institute sind dabei vielfältig: z.B. direkter Kontakt an Schulen und Universitäten, Praktika und Werkstu- dententätigkeiten, Ausbildungsmessen (dort auch „Job-Slam“ ähnlich wie auf Poetry-Events), Anwerbung durch eigene Mitarbeitende inklusive Prämien, Online-Stellenbörsen sowie Social-Media-Kanäle. In Deutschland absolvierten 2023 gemäß DIHK-Daten fast 21.700 Personen eine klassi- sche Bank-Ausbildung (3 % aller betrieblichen Auszubilden- den), das waren gut 600 mehr als im Vorjahr. Tendenziell war diese Anzahl in den vergange- nen Jahren jedoch rückläufig. Im Rahmen des klassischen Ausbildungsweges gab es 2023 nahezu 8.800 neu abgeschlos- sene Ausbildungsverträge in der deutschen Bankenbranche – ein Anstieg von über 1.000 bzw. 13 % im Vorjahresvergleich. Zudem werden mittlerweile noch einige speziellere Ausbildungswege von den Banken angeboten (z.B. mit Schwer- punkt Digitalisierungsmanagement oder E-Commerce). Diese Ausbildungsberufe sind jedoch in mehreren Bran- chen zu finden und damit in den DIHK-Daten nicht branchenspezifisch zugeordnet. Darüber hinaus gibt es bei den Ausbildungsverträge im deutschen Bankwesen Anzahl\* \* klassische Bankausbildung (ohne andere von Banken angebotene Ausibldungsberufe) Quellen: DIHK, Helaba Research &amp; Advisory 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 neu abgeschlossen (l.S.) insgesamt (r.S.) Viele Neueinstellungen von Nachwuchskräften… … in der Sparkassen-Finanzgruppe Anzahl\*, neu Anzahl\*, Bestand \* Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen, Sparkassen- und Girover- bände, Deutscher Sparkassenverlag, Finanz Informatik Quellen: DSGV, Helaba Research &amp; Advisory \* Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen, Sparkassen- und Girover- bände, Deutscher Sparkassenverlag, Finanz Informatik Quellen: DSGV, Helaba Research &amp; Advisory 0 2.000 4.000 6.000 8.000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Azubis Trainees 0 4.000 8.000 12.000 16.000 20.000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Azubis Trainees Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 5 von 9 Kreditinstituten auch duale Studiengänge und Trainee-Programme. Hinzu kommen immer mehr Quereinstei- gende aus oftmals serviceorientierten Berufen, die bei den Banken Umschulungsprogramme durchlaufen. Ähnlich sah die Entwicklung 2023 in der S-Finanzgruppe aus. Dies zeigen Daten vom DSGV, die sämtliche im Sek- tor angebotenen Ausbildungsberufe umfassen, wovon der klassische Weg weiterhin den Großteil ausmacht. Mit rund 5.500 neuen Auszubildenden und etwa 660 Trainees gab es einen deutlichen Zuwachs um insgesamt 17 % gegenüber dem Vorjahr. Damit hat der Bestand an Nachwuchskräften 2023 um knapp 5 % auf fast 13.200 Azubis und gut 940 Trainees zugenommen. Diese verteilen sich auf Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen, Sparkassen- und Giroverbände, den Deutschen Sparkassenverlag und die Finanz Informatik. Und wie sieht die Azubi-Situation speziell in den Bankentürmen der Main-Metropole aus? Passend zu unserem Beschäftigungsaggregat3 zeigt eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit, dass es im Frankfurter Bankensektor weiterhin eine hohe Anzahl an sozialversicherungspflichtig Auszubildenden gibt: Anfang 2024 waren es rund 1.000, wovon knapp 60 % den klassischen Weg zur Bankkauffrau/-mann eingeschlagen hatten. Etwa 20 % bzw. knapp 10 % entfielen auf Fachkräfte in den Bereichen Büro/Sekretariat und Informatik; weitere Berufsgattungen sind in dieser statistischen Auswertung nicht spezifisch ausgewiesen. Durch Ausbildungsbeginn und -ende ergeben sich saisonale Schwankungen in der Zeitreihe der Bank-Azubis, ins- besondere die Daten des dritten Quartals sind interessant aufgrund der im Spätsommer beginnenden Bankausbil- dung. Im dritten Quartal 2023 wurden im Frankfurter Bankensektor rund 1.100 neue Mitarbeitende ausgebildet – so viele wie zuletzt 2015 – obwohl es schwerer geworden ist Nachwuchskräfte zu gewinnen. Die hohe Anzahl Bank-Auszubildender in Frankfurt wie in Deutschland ist allerdings auch Ausdruck der heraus- fordernden Engpasssituation, mit der die Branche aufgrund der demografischen Entwicklung konfrontiert ist. Über viele Jahre wurden nicht ausreichend Banker ausgebildet, um dem gegenwärtigen und perspektivisch noch zunehmenden Personalmangel zu begegnen. Gutes Qualifikationsspektrum am Finanzplatz Frankfurt Angesichts der zunehmenden Akademisierung der deutschen Bankenbranche bekommt die universitäre Ausbil- dung spezialisierter Nachwuchskräfte immer mehr Bedeutung. Wie sieht es in dieser Hinsicht an den maßgebli- chen Frankfurter Hochschulen aus? 3 Für unsere Beschäftigungsanalyse und -prognose aggregieren wir die Daten mehrerer Wirtschaftsbereiche im Stadtgebiet und bilden damit die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Frankfurter Bankensektor inklusive Börse ab. Weiterhin viele Bank-Azubis in Main-Metropole Neben klassischen Bank-Azubis einige andere Anzahl an Auszubildenden im Bankensektor Frankfurts\* Berufsgattung der Auszubildenden, Feb. 2024 Bankensektor Frankfurt\* \* Sozialversicherungspflichtig, WZ-Bereiche 641 / 649 / 661, Stadtgebiet Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory \* Sozialversicherungspflichtige, WZ-Bereiche 641 / 649 / 661, Stadtgebiet Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory 600 700 800 900 1.000 1.100 1.200 600 700 800 900 1.000 1.100 1.200 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Bankkauf- frau/-mann Büro/ Sekretariat Informatik weitere Berufe 57 % 19 % 8 % 16 % Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 6 von 9 Insgesamt hat hier die Anzahl von Wirtschaftsstudenten und -studentinnen in den letzten zehn Jahren zugenom- men. So waren im Wintersemester 2023/2024 rund 5.400 Studierende im seit 1914 bestehenden Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt eingeschrieben (knapp 400 weniger als im Vorjahr). Daneben gibt es noch etliche an der 2004 als Weiterbildungs- plattform geschaffenen Goethe Business School. An der Frankfurt School of Finance &amp; Management, die 1957 als Bankakademie e.V. gegründet und 2004 zur wis- senschaftlichen Hochschule mit Promotionsrecht wurde, ist die Anzahl bis Anfang 2024 auf knapp 3.800 Studierende ge- stiegen. Insgesamt gibt es an diesen beiden Frankfurter Hochschu- len ein breites wirtschaftswissenschaftliches Studienangebot mit zahlreichen Bachelor- und Master-Program- men. In Reaktion auf den vermehrten Bedarf an Experten gerade in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Regulierung, Geldwäsche hat sich schon einiges getan, wenngleich dies noch nicht ausreichen dürfte. Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe Universität können die Studierenden innerhalb eines gro- ßen Wahlbereichs verschiedene Schwerpunkte auch in oben genannten Bereichen setzen und sich damit kursbe- zogen spezialisieren. Zudem gibt es berufsbegleitende Weiterbildungsangebote über die Goethe Business School (z.B. MBA mit Spezialisierung auf Digitale Transformation, Data Science, Nachhaltigkeit). Die Frankfurt School of Finance &amp; Management offeriert neben inhaltlichen Vertiefungselementen in ihren grundlegenden Studienpro- grammen auch einige spezielle Abschlüsse (wie den Master of Leadership in Sustainable Finance, Master in Applied Data Science, Master of EU Banking &amp; Financial Regulation). Weiterentwicklung des Talent-Pools in der Main-Metropole wichtig Angesichts der hohen Experten-Nachfrage vieler in Frankfurt angesiedelter Institute und finanzbezogener Institu- tionen gerade in „Trend-Bereichen“ sollten vor Ort noch mehr und spezifischere Qualifikationsmöglichkeiten ge- schaffen werden. Hierzu ist eine Kräftebündelung durchaus sinnvoll, zusätzlich zum Wettbewerb der Hochschu- len künftig auch ein kooperatives Vorgehen. Dies kann zur Weiterentwicklung des Talent-Pools beitragen, wenn z.B. eine alternative Schwerpunktsetzung abgestimmt oder eine „kritische Masse“ in einem gemeinsamen Studi- engang erreicht wird. Ebenso positiv würde sich eine engere Zusammenarbeit des Wissenschaftsstandortes Frankfurt mit hiesigen finanzbezogenen Institutionen auswirken. Schließlich kann der Finanzplatz mit einigen namhaften Institutionen aufwarten – sei es in puncto Geldpolitik, Aufsicht, Regulierung oder auch Nachhaltigkeit und Geldwäsche. In diese Richtung geht ein im Frühjahr 2024 vereinbartes „Memorandum of Understanding“ zwischen der Goethe-Universi- tät und dem International Sustainability Standards Board (ISSB), welches neben Konferenzen und einer stärke- ren Vernetzung einschlägiger Forschungseinrichtungen in der Rhein-Main-Region auch auf die Aus- und Weiter- bildung hinsichtlich Nachhaltigkeit abzielt. Mehr akademischer Austausch mit dem ISSB, das derzeit in Frankfurt rund 30 Beschäftigte hat (über 40 geplant), fördert das deutsche Finanzzentrum auf seinem nachhaltigen Weg. Wachsender Talent-Pool am Finanzplatz Anzahl Wirtschaftsstudierender an Frankfurter Hochschulen \* jeweils zum Jahreswechsel (Wintersemester bzw. Januar) Quellen: Goethe-Universität, Frankfurt School of Finance &amp; Management, Helaba Research &amp; Advisory 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Frankfurt School of Finance &amp; Management Goethe Universtität Wirtschaftswissenschaften Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 7 von 9 Ähnlich wäre eine Kooperation denkbar zwischen den Hochschulen und der neuen EU-Behörde Anti-Money- Laundering Authority (AMLA). Sie soll Anfang 2025 ihr Büro in der Main-Metropole eröffnen und zum Start der direkten Institutsaufsicht Anfang 2028 rund 430 Beschäftigte haben. In Zeiten des Fachkräftemangels steht ei- nem begrenzten Angebot an Anti-Geldwäsche-Spezialisten die Nachfrage der AMLA sowie ein erhöhter Bedarf in den zu beaufsichtigenden 40 Instituten gegenüber. Wenn- gleich AMLA-Mitarbeitende aus ganz Europa rekrutiert werden, ist es für Frankfurt eine Chance, sich beim Thema Geldwäsche- bekämpfung auch mit entspre- chenden Qualifikationsmöglich- keiten zu profilieren. Mittelfris- tig ist von einer zunehmenden Beschäftigtenzahl bei der AMLA auszugehen, wie dies bereits bei der Europäischen Zentral- bank und anderen EU-Instituti- onen zu beobachten war. Im Übrigen gibt es den Frank- furter Hochschulen angegliederte Forschungsinstitute, die eine besondere Bedeutung für den akademischen Dialog am hiesigen Standort haben. Hier seien exemplarisch das Center for Financial Studies oder das Leibniz- Institut für Finanzmarktforschung SAFE an der Goethe-Universität sowie das UNEP (United Nations Environment Programme) Center oder Center for Human and Machine Intelligence an der Frankfurt School genannt. Auch die Forschungsinstitute gilt es bei der Weiterentwicklung der intellektuellen Infrastruktur einzubeziehen. Schließlich stärkt ein konzertiertes Engagement für mehr Know-how und Nachwuchskräfte das deutsche Finanzzentrum an seiner Basis. Frankfurter Bankbeschäftigung bis Ende 2025 weiter aufwärts Eine Reihe von Einflussfaktoren bestimmt derzeit die Beschäftigungsentwicklung in den hiesigen Bankentür- men: Dazu gehören vor allem strategische Neueinstellungen mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Regulierung sowie der demografisch bedingt zunehmende Bedarf an Mitarbeitenden. Dagegen hat der fortschrei- tende Filialabbau in Deutschland nur einen begrenzten Effekt in der Main-Metropole. Die Standortattraktivität in- klusive Willkommenskultur am deutschen Banken- zentrum weiter auszubauen ist ebenso wichtig für eine positive Beschäftigungsdynamik wie das Wachstumspotenzial beim Talent-Pool zu heben. Die Beschäftigungskomponente des CFS-Finanz- platzindikators bewegte sich in den letzten Jahren oberhalb der Marke von 100 Punkten, was für eine Expansion steht. Im Spätsommer 2024 beurteilten die Umfrageteilnehmer allerdings sowohl die Be- schäftigungslage als auch -erwartungen schlechter als zuvor (vgl. Chart). Dies signalisiert immer noch einen Personalausbau, allerdings nun weniger deutlich. Beim CFS-Indikator ist zu berücksichtigen, dass hierfür Schlüsselpersonen des Finanzstandor- tes Deutschland befragt werden (Finanzinstitute und Dienstleister sowie Aufsichts- und Regulierungsbehörden) und das Panel damit weit mehr als die Banken in der Finanzplatz-Stimmung: weniger Personalausbau Unterkomponente Beschäftigung des CFS-Indikator\* \* für Deuschland (Panel: Finanzinstitute und Dienstleister etc.) Quellen: CFS, Helaba Research &amp; Advisory 90 95 100 105 110 115 90 95 100 105 110 115 2020 2021 2022 2023 2024 Beschäftigung Gesamtindex Erwar- tungen aktuelle Lage AMLA geht an den Start – mit positiven Beschäftigungseffekten Quellen: EU-Kommission, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 8 von 9 Main-Metropole umfasst. Gleichwohl ist dieser Subindex zur Beschäftigung ein guter Anhaltspunkt für die Ent- wicklung am Arbeitsmarkt für die Frankfurter Banken. Summa summarum ist für den Prognosezeitraum bis Ende 2025 ein weiterer Beschäftigungsanstieg am deut- schen Bankenzentrum um 4 % auf rund 73.500 Bankmitarbeitende zu erwarten (unter dem Strich etwa 2.800 neue Jobs). Im Verlauf von 2024 scheint sich der hiesige Bankenarbeitsmarkt ähnlich dynamisch wie im Vorjahr entwickelt zu haben. Viele Institute konnten dank breit angelegter Marketingstrategien und Rekrutierungsaktivi- täten ihre Ausbildungsplätze weitgehend besetzen, wenn- gleich dies immer schwerer wird. Für die kommenden Jahre ist angesichts der demografi- schen Entwicklung von einer tendenziell nachlassenden Per- sonalexpansion auszugehen. Darüber hinaus könnten sich künftig Beschäftigungseffekte aus etwaigen Fusionen ergeben. Voraussetzung für unseren positiven Ausblick für die Bank- beschäftigung in der Main-Met- ropole ist ein wachsendes Re- servoir an Nachwuchskräften. Dazu müssen am Finanzplatz die Kräfte gebündelt und gezielt mehr Qualifikations- möglichkeiten in wichtigen Bereichen geschaffen werden. Frankfurts kontinuierliche Weiterentwicklung als bedeu- tender Institutionen-Standort im internationalen Finanzwesen bietet die Chance, gerade bei Themen wie Sustainable Finance oder Geldwäschebekämpfung einen Hub herauszubilden. Ein koordiniertes Engagement von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Finanzinstituten und finanzbezogenen Institutionen würde den Ausbau des Talent-Pools fördern und so die mittelfristig nötige Beschäftigungsdynamik gewährleisten. Eine wachsende intellektuelle Infrastruktur, für die sich alle Akteure am Finanzplatz gemeinsam einsetzen, käme der Positionie- rung Frankfurts im internationalen Finanzwesen dauerhaft zugute. Deutlicher Beschäftigungsanstieg in Frankfurter Banken Sozialversicherungspflichtig Bankbeschäftigte im Stadtgebiet \* letzter verfügbarer Stand 1. Quartal 2024: 70.735 Bankmitarbeitende Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory 60.000 62.000 64.000 66.000 68.000 70.000 72.000 74.000 60.000 62.000 64.000 66.000 68.000 70.000 72.000 74.000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Prognose Helaba Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Oktober 2024 9 von 9 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. 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Bankbeschäftigung Frankfurts steigt bis Ende 2025 um 4 % auf rund 73.500 Mitarbeitende. Demografisch bedingte nachlassende Beschäftigungsdynamik wird sich erst mittelfristig manifestieren. Konzertiertes Engagement für mehr Aus- und Weiterbildung am Finanzplatz wichtig.
