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title: "Nordrhein-Westfalen: Wachstum im Strukturwandel"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Bundesländer
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# Nordrhein-Westfalen: Wachstum im Strukturwandel

NORDRHEIN-WESTFALEN WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL Volkswirtschaft/Research Dezember 2014 NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 2 Herausgeber: Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Volkswirtschaft/Research Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24, Telefax: 0 69/91 32-22 44 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 3 Editorial Sehr geehrte Leserinnen und Leser, „Ja! Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt. Wir steigern das Bruttosozialprodukt“. Dieses Lied der Bochumer Band Geier Sturzflug aus den beginnenden achtziger Jahren zeigt, wie angeblich selbstverständlich es war, Wirtschaftswachstum zu erzeugen: Alle packen an und wer- den mit Konsum belohnt. Mehr Konsumieren als Ziel des Erwerbslebens – darüber mokierte sich damals mancher. Die Diskussion über die Grenzen des Wachstums und die grundsätzliche Frage nach der Sinnhaftigkeit von wachsenden Volkswirtschaften entsprach dem Zeitgeist. Dass Wachstum aber gar nicht so einfach zu generieren ist, zeigt die aktuelle Schwäche in der Eurozone. Jedoch machen nicht nur viele unserer europäischen Nachbarn die leidvolle Erfahrung von niedrigem oder gar keinem Wachstum, auch Deutschland hat Regionen, die langwierige An- passungsprozesse durchlaufen haben oder noch durchlaufen. Ein Beispiel eines ausgeprägten Strukturwandels ist in Nordrhein-Westfalen zu beobachten. Aus diesem Grund wenden wir uns in unserer zweiten ausführlichen NRW-Studie1 dem Wachstum in den unterschiedlichen Regionen dieses Bundeslandes zu. Erste Erfolge zeigen sich im Ruhrgebiet. Allerdings ist der Weg noch lang und steinig. Welche der vielen Zentren in dieser Region dauerhaftes Wachstumspotenzial besitzen ist noch nicht klar. Dass Wachstum an sich nötig ist, um den Strukturwandel in NRW zu begleiten, dürfte vor Ort sicher kaum einer bezweifeln. Staatliche Subventionen haben in der Vergangenheit nur mäßige, meist nicht nachhaltige Wirkung gezeigt. Viel wichtiger ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich die marktwirt- schaftlichen Kräfte entfalten und Eigeninitiative lohnt. Ein sicherer Arbeitsplatz und die Chance auf selbst erwirtschafteten Konsum sind nichts, worüber man sich mokieren sollte. Ihre Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research 1 Erste Helaba-Studie zu Nordrhein-Westfalen: „Kommunalhaushalte in Nordrhein-Westfalen“, aktualisiert zuletzt November 2014 NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 4 NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 5 Inhalt 1 Wachstum im Strukturwandel .................................................................................................. 7 1.1 Durchschnittliche Wirtschaftskraft im nationalen Vergleich ................................................. 7 1.2 Ruhrgebiet macht Fortschritte ............................................................................................. 8 1.3 Dienstleister übernehmen Zugpferd-Rolle von Industrie .................................................... 10 2 Gedämpfte Bewegung in der NRW-Industrie ........................................................................ 11 3 Bevölkerungsentwicklung begrenzt Wohnungsbau ............................................................ 12 4 Arbeitsmarkt: Beschäftigungsschwelle überschritten......................................................... 14 5 Begrenztes Wirtschaftswachstum 2015 ................................................................................ 15 Redaktionsschluss: 26.11.2014 NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 6 Zusammenfassung Wachstum im Strukturwandel Innerhalb Nordrhein-Westfalens ist die Spannbreite der Wirtschaftskraft sehr groß. Während das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner beispielsweise in Düsseldorf weit über dem Bundes- durchschnitt liegt, bewegen sich viele Städte im Ruhrgebiet deutlich darunter. Es deutet sich aber an, dass der Strukturwandel erste Früchte trägt: Die Wirtschaftskraft im Ruhrgebiet ist seit 2000 gestiegen. Zugpferd ist der Dienstleistungssektor, der in Teilen schneller gewachsen ist als im Bundesdurchschnitt. Kaum Bewegung in der NRW-Industrie Deutlich gedämpfter – auch im gesamtdeutschen Vergleich – entwickelt sich dagegen die In- dustrie in Nordrhein-Westfalen. Dies ist vorrangig auf den Branchenmix zurückzuführen: Die chemische Industrie und die Metallerzeugung dominieren, so dass NRW von der schwachen Entwicklung in diesen Branchen besonders betroffen ist. Die Exportquote der Industrie liegt hier mit 45 % unter dem deutschen Durchschnitt von 48 % bzw. dem westdeutschen Wert von 50 %. Die Exportquoten im Ruhrgebiet sind um weitere drei Prozentpunkte niedriger. Auch ist NRW etwas stärker auf die Eurozone konzentriert, die aufgrund der Staatsschuldenkrise struk- turell geschwächt ist und somit keine Nachfrage in früherem Ausmaß generiert. Zu den dynami- schen Märkten außerhalb Europas sind die Ausfuhrbeziehungen nicht so intensiv – NRW er- fährt von dieser Seite also keine zusätzlichen Impulse für seine Industrie. Bevölkerungsentwicklung begrenzt Wohnungsbau Im bevölkerungsreichsten Bundesland steigt die Einwohnerzahl seit 2011 mit 0,2 % schwach im Vergleich zur bundesweiten Entwicklung von 0,7 %. Dahinter verbergen sich allerdings zwei unterschiedliche Trends. So sank die Bevölkerung im Ruhrgebiet (-0,3 %) während sie in den anderen Regionen Nordrhein-Westfalens stieg (0,4 %). Entsprechend wird hauptsächlich dort Wohnraum geschaffen, wo er benötigt wird. Arbeitsmarkt: Beschäftigungsschwelle überschritten Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen zeigt sich trotz der fast stagnierenden Wirtschaft ro- bust. Die Arbeitslosenquote verharrt seit vier Jahren bei etwas über 8 %. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass auch die Beschäftigung unverändert bleibt. Im Gegenteil: Die Zahl der sozi- alversicherungspflichtig Beschäftigten ist in den vergangenen fünf Jahren um 5,3 % gestiegen und der Aufbau zieht zuletzt sogar an. In Nordrhein-Westfalen werden zurzeit in gleichem Tem- po Stellen geschaffen wie in Deutschland insgesamt. Der Hauptteil der zusätzlichen Arbeits- plätze wurde von Dienstleistungsunternehmen bereitgestellt, die aufgrund der benötigten Quali- fikationen häufig auf Zuwanderung aus anderen Bundesländern oder Staaten angewiesen sind. Erfreulich ist, dass im Ruhrgebiet im Zeitraum 2008 bis 2013 fast mit der gleichen Zuwachsrate (4,5 %) Beschäftigung geschaffen wurde. Der Strukturwandel führt also auch hier zu mehr Ar- beitsplätzen. Begrenztes Wachstum 2015 Im Jahresverlauf 2015 dürfte die Dynamik in Deutschland wieder zunehmen. Kalenderbereinigt erwarten wir einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 %. Die Exportwirtschaft wird durch die nur langsam zur Normalität zurückkehrende Eurozone belastet. Auch von den Schwellenländern wird nur eine verhaltene Nachfrage nach unseren Produkten ausgehen. Die privaten Konsumausgaben dagegen werden erneut die deutsche Konjunktur unterstützen. Die Tariflöhne steigen um annähernd 3 %. Aufgrund der niedrigen Inflationsrate erhöht dies die Realeinkommen. Die allmähliche Erholung 2015 sorgt auch in Nordrhein-Westfalen für Wachs- tum, das aufgrund der begrenzten Perspektiven aber kaum 1 % überschreiten wird. Autorin: Barbara Bahadori Helaba Telefon 0 69/91 32-24 46 research@helaba.de NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 7 1 Wachstum im Strukturwandel 1.1 Durchschnittliche Wirtschaftskraft im nationalen Vergleich Nordrhein-Westfalen (NRW) erwirtschaftete 2013 mit 600 Mrd. Euro rund 22 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und stellt damit den größten Anteil innerhalb der Bundesrepublik. Seine Wirtschaftsstärke – ermittelt durch das Pro-Kopf-BIP – entspricht dem Bundesdurchschnitt. In puncto Produktivität, also BIP je Erwerbstätigen, liegt Nordrhein-Westfalen mit 3 % etwas über dem deutschen Durchschnitt. Nordrhein-Westfalen im EU-Vergleich groß und stark in Bill. € in % Quellen: Eurostat, VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Gemessen an europäischen Größen erlangt der wirtschaftliche Output Nordrhein-Westfalens fast den Wert der benachbarten Niederlande, also der sechstgrößten Volkswirtschaft in der Europäi- schen Union (EU). Schweden, Polen, Belgien und Österreich als nächst kleinere EU-Mitglieder im BIP-Ranking übertrifft das Bundesland erheblich. Die Wirtschaftskraft pro Einwohner ist in Nord- rhein-Westfalen wie in Deutschland insgesamt um gut ein Viertel höher als im EU-Durchschnitt. Nordrhein-Westfalen als Teil der BIG THREE in Deutschland Anteil in % Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Innerhalb Deutschlands zählt NRW mit Bayern und Baden-Württemberg zu den drei großen Bun- desländern. Der anteilsmäßige Vorsprung zu den beiden anderen Bundesländern ist bezüglich der Einwohnerzahl mit sieben Prozentpunkten besonders groß, während er in puncto Erwerbstätige und BIP nur vier Prozentpunkte beträgt. Die sich rechnerisch ergebende Wirtschaftskraft und Pro- duktivität ist damit niedriger als Bayern und Baden-Württemberg. Dabei gehörte NRW 1970 zu- sammen mit Baden-Württemberg zu den Bundesländern mit der höchsten Wirtschaftskraft (ohne Stadtstaaten): Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner übertraf den Durchschnitt des früheren Bundesgebietes um 6 %. Alle weiteren Bundesländer (ohne Stadtstaaten) wiesen damals ein un- terdurchschnittliches Niveau auf. 0 50 100 150 200 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 BIP (linke Skala) BIP pro Einwohner in % EU-Durchschnitt (rechte Skala) NRW 10% Bayern 20% Bad.-Württ. 10% Fläche Andere Bundesländer 60% NRW 22% Bayern 15% Bad.-Württ. 13% Einwohner Andere Bundesländer 50% NRW 21% Bayern 17% Bad.-Württ. 14% Erwerbstätige Andere Bundesländer 48% NRW 22% Bayern 18% Bad.-Württ. 15% BIP Andere Bundesländer 45% NRW so groß wie die Niederlande NRW mit größtem BIP-Anteil NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 8 NRW 1970 noch mit sehr hoher Wirtschaftskraft … … bis 2013 überholt von mehreren Bundesländern BIP pro Kopf in % des Durchschnitts Früheres Bundesgebiet, 1970 BIP pro Kopf in % des gesamt- bzw. westdeutschen Durchschnitts, 2013 Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Inzwischen hat sich das Bild geändert. Das BIP pro Einwohner entspricht in NRW quasi dem ge- samtdeutschen Durchschnitt. Das Bundesland wurde von Hessen, Bayern und Baden- Württemberg überholt, deren Wirtschaftskraft um 12 % bis 15 % über dem Bundesdurchschnitt liegt. Die Spreizung zu den Ländern mit dem niedrigsten Output pro Einwohner ist durch die Wie- dervereinigung größer geworden. Dadurch ist das Niveau insgesamt gesunken, was die Situation in NRW besser erscheinen lässt, als sie ist. So stellt sich die Entwicklung drastischer dar, wenn man als Vergleich nur die alten Bundesländer (ohne Berlin) heranzieht: NRW lag 1970 mit einem 6 %-igen Vorsprung noch auf dem ersten Platz. 2013 erreichte das Bundesland aber nicht mehr den westdeutschen Durchschnitt, sondern blieb um 5 % darunter. Die schon 1970 unterdurch- schnittlichen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein konnten sich ebenfalls nicht verbessern, Niedersachsen hat seinen Platz im westdeutschen Vergleich gehalten und allein das Saarland konnte das Niveau anheben. 1.2 Ruhrgebiet macht Fortschritte Nordrhein-Westfalen ist in fünf Verwaltungsregionen unterteilt, deren Gebietsanteile relativ gleich groß sind, wobei der Regierungsbezirk Düsseldorf mit einem Flächenanteil von 16 % der kleineste und der Regierungsbezirk Arnsberg mit 24 % der größte ist. Das Ruhrgebiet ist kein gesonderter Regierungsbezirk, sondern erstreckt sich über 11 kreisfreie Städte und 4 Landkreise, die den Re- gierungsbezirken Düsseldorf, Münster und Arnsberg zuzuordnen sind; der Flächenanteil beträgt 13 %. Die Zusammenarbeit „über Grenzen hinweg“ ist im Regionalverband Ruhr organisiert. Sehr unterschiedliche Wirtschaftskraft innerhalb Nordrhein-Westfalens BIP pro Einwohner in % des Bundesdurchschnitts 2012 Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Spannbreite der Wirtschaftskraft zwischen den nordrhein-westfälischen Regionen ist sehr groß. So war das höchste BIP pro Einwohner mit 215 % des Bundesdurchschnitts in der Landes- hauptstadt Düsseldorf anzutreffen und der niedrigste Wert mit nur 63 % in der kreisfreien Stadt Bottrop. Dies ist untypisch, da normalerweise ein Stadt-Land-Gefälle herrscht. Hier zeigt sich der 106 106 99 94 91 86 85 80 115 115 112 101 95 91 90 83 71 109 109 106 95 90 86 85 78 67 101 110 215 106 126 103 91 112 75 103 80 93 76 100 103 76 76 105 183 145 126 75 86 72 65 91 71 78 91 90 63 91 158 96 76 71 83 86 99 105 127 91 75 80 106 94 92 91 101 100 80 65 84 96 97 105 108 91 80 NRW Reg.b. Düsseldorf Düsseldorf, St. Duisburg, St. Essen, St. Krefeld, St. Mönchengladb., St. Mülheim a.d.R., St. Oberhausen, St. Remscheid, St. Solingen, St. Wuppertal, St. Kleve Mettmann Rhein-Kreis Neuss Viersen Wesel Reg.b. Köln Bonn, St. Köln, St. Leverkusen, St. Düren Rhein-Erft-Kreis Euskirchen Heinsberg Oberbergischer Kr. Rhein.-Berg. Kreis Rhein-Sieg-Kreis Aachen, St.region Reg.b. Münster Bottrop, St. Gelsenkirchen, St. Münster, St. Borken Coesfeld Recklinghausen Steinfurt Warendorf Reg.b. Detmold Bielefeld, St. Gütersloh Herford Höxter Lippe Minden-Lübbecke Paderborn Reg.b. Arnsberg Bochum, St. Dortmund, St. Hagen, St. Hamm, St. Herne, St. Ennepe-Ruhr-Kr. Hochsauerlandkr. Märkischer Kreis Olpe Siegen-Wittgenst. Soest Unna Kreise/kreisfreie Städte des Ruhrgebiets BIP pro Kopf deutlich niedriger als 1970 Ruhrgebiet: Flächenanteil 13 % NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 9 Strukturwandel im Ruhrgebiet, der in vielen Städten zu einer sehr niedrigen Wirtschaftskraft ge- führt hat. Für die Ruhrregion insgesamt ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 91 % des Bundes- durchschnitts, das deutlich unter dem der anderen nordrhein-westfälischen Kreise/kreisfreien Städ- te von 105 % liegt. Wirtschaftskraft im Ruhrgebiet seit dem Jahr 2000 … … in allen relevanten Regionen angestiegen BIP pro Einwohner in % des Bundesdurchschnitts, 2000 BIP pro Einwohner in % des Bundesdurchschnitts, 2012 Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Doch auch das Ruhrgebiet hat Fortschritte gemacht. So stellt die Wirtschaftsleistung von 91 % eine Erholung dar, war sie doch bis zur Jahrtausendwende auf rund 85 % gesunken gewesen. Auftriebskräfte hat die Region aus dem Dienstleistungsbereich „Unternehmensdienstleister, Finan- zierung, Versicherung, Vermietung“ erhalten, der seitdem überdurchschnittlich gewachsen ist. Damit deutet sich an, dass der Strukturwandel erste Früchte trägt. Die größten Erfolge erzielten die Ruhrgebietsanteile im Regierungsbezirk Düsseldorf und Münster mit einem Anstieg von 94 % auf 102 % bzw. 69 % auf 76 %. Auch der Regierungsbezirk Arnsberg konnte eine Zunahme des Pro- Kopf-BIP von 85 % auf 88 % verzeichnen. Ruhrgebiet „produziert“ nur ein Viertel des NRW-BIP Regierungsbezirke unterschiedlich geprägt Regionaler Anteil am BIP 2012, % Nominales BIP, 2012 Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Insgesamt entsteht rund ein Viertel des NRW-BIP im Ruhrgebiet, so dass man diese Teilregion wirklich nicht mit dem Bundesland gleichsetzen sollte. Innerhalb des Ruhrgebiets kommt der größ- te Anteil aus dem Regierungsbezirk Arnsberg mit den fünf Städten Bochum, Dortmund, Hagen, Hamm, Herne sowie den Landkreisen Ennepe-Ruhr und Unna. Der Regierungsbezirk Düsseldorf steuert mit den Städten Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie dem Land- kreis Wesel einen ähnlich hohen Anteil bei, ist aber aufgrund seiner gesamten Größe nicht so stark von der Ruhrregion geprägt wie der Regierungsbezirk Arnsberg. Der Regierungsbezirk Münster weist den kleinsten Ruhrgebietsanteil auf, der sich auf die Städte Bottrop und Gelsenkirchen sowie den Kreis Recklinghausen verteilt. 102 109 120 98 97 112 101 85 94 69 85 NRW NRW ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Köln Reg.b. Detmold Ruhrgebiet Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg 101 105 115 99 98 105 99 91 102 76 88 NRW NRW ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Köln Reg.b. Detmold Ruhrgebiet Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg Düsseldorf-Regierungsbezirk Ruhrgebiet 21% Münster-Regierungsbezirk ohne Ruhrgebiet 9% Arnsberg-Regierungsbezirk ohne Ruhrgebiet 8% Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg 11% Detmold-Regierungsbezirk 11% Köln-Regierungsbezirk 26% Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf 11% Ruhrgebiet im Reg.b. Münster 4% 45 121 52 64 63 25 0 50 100 150 200 0 50 100 150 200 Regierungsbezirk Arnsberg Regierungsbezirk Düsseldorf Regierungsbezirk Münster Ruhrgebietsanteil Regierungsbezirk ohne Ruhrgebiet Dienstleister „pushen“ Ruhrgebiet Regierungsbezirk Arns- berg am stärksten von Ruhrgebiet geprägt NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 10 1.3 Dienstleister übernehmen Zugpferd-Rolle von Industrie Der wirtschaftliche Wandel ist in NRW wie in fast keinem anderen alten Bundesland präsent: So trug zu Beginn der siebziger Jahre das Produzierende Gewerbe, also die Summe aus Bergbau, Verarbeitenden Gewerbe, Baugewerbe und Versorgungswirtschaft, noch 52 % zur Wirtschafts- struktur bei (Deutschland: 48 %). Damit wies das Land nach Baden-Württemberg den zweithöchs- ten Industrieanteil auf. Noch Anfang der neunziger Jahre war das Produzierende Gewerbe mit einem Anteil von 38 % der wichtigste Player in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Inzwischen ist der Anteil des Produzierenden Gewerbes, zu dem die traditionsreichen Branchen Bergbau und Metallerzeugung/-bearbeitung, aber auch die chemische Industrie gehören, auf 29 % gesunken. Seit 1970 sinkt Wirtschaftskraft in NRW… … zuletzt nur noch im Produzierenden Gewerbe BIP/Bruttowertschöpfung pro Kopf in % des Durchschnitts früheres Bundesgebiet BIP/Bruttowertschöpfung pro Kopf in % des gesamtdeutschen Durchschnitts Quellen: it.nrw, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: it.nrw, Helaba Volkswirtschaft/Research Doch gerade in diesen Branchen nahm der internationale Wettbewerb enorm zu. Die Unternehmen mussten aufgrund hoher Lohn- und Energiekosten Anpassungen vornehmen, die zum einen zum Abbau von Kapazitäten im Massengeschäft und zum anderem zu einer Umorientierung zu qualita- tiv hochwertigen Produkten führten. NRW war durch seinen hohen Anteil der betroffenen Branchen besonders gefordert. Dies führte zu einer starken Schrumpfung des Produzierenden Gewerbes, das 1970 noch eine Wirtschaftskraft pro Einwohner hatte, die um 15 % über dem Durchschnitt lag. Zwanzig Jahre später wurde nur noch ein durchschnittlicher Wert erreicht. Inzwischen ist das Pro- duzierende Gewerbe sogar unterdurchschnittlich in NRW vertreten. Erschwerend kommt hinzu, dass das Bundesland Standort der großen Energieversorgungsunternehmen ist: Fast ein Drittel der bundesweiten Bruttowertschöpfung stammt von den nordrhein-westfälischen Unternehmen. Sie sind von der Energiewende besonders betroffen. NRW mit Dienstleistern als Wachstumskräfte Deutschland auch mit industrieller Dynamik BIP/Bruttowertschöpfung nach Sektoren (real), Index: 2000 = 100 BIP/Bruttowertschöpfung nach Sektoren (real), Index: 2000 = 100 Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research 106 115 100 101 106 99 97 100 95 BIP Produzierendes Gewerbe Dienstleistungen 1970 1980 1990 102 101 102 101 99 103 101 96 103 BIP Produzierendes Gewerbe Dienstleistungen 2000 2010 2013 70 80 90 100 110 120 130 70 80 90 100 110 120 130 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Öffentliche und private Dienstleister Finanzierung,Vermietung, Unternehmensdienstleister Industrie Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information/Kommunikation BIP Baugewerbe 70 80 90 100 110 120 130 70 80 90 100 110 120 130 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Öffentliche und private Dienstleister Finanzierung,Vermietung, Unternehmensdienstleister Industrie Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information/ Kommunikation BIP Baugewerbe NRW mit stärkstem Strukturwandel in den alten Bundesländern Hohe Wettbewerbs- intensität bei NRW-Kernindustrien NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 11 Dass das BIP pro Einwohner nicht noch stärker schrumpfte, ist den Dienstleistungsunternehmen inklusive Staat zu verdanken. Zwar gab es auch hier bis 1990 Einbußen, doch ist seitdem das Niveau wieder angestiegen. Der Output pro Einwohner ist mit 3 % wieder leicht überdurchschnitt- lich gemessen am gesamtdeutschen Durchschnitt. Die Entwicklung in realer Rechnung, die für die Bundesländer schon bis 2013 vorliegt, unterstreicht die positiven Effekte der in der amtlichen Sta- tistik nur in nominalen Zahlen vorliegenden Berechnung auf Kreisebene. So sind in NRW seit dem Jahr 2000 die drei großen Dienstleistungsbereiche „Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Informati- on/Kommunikation“, „Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister“ sowie „öffentliche und private Dienstleister“ die Sektoren mit der größten Dynamik. Sie sind in diesem Zeitraum real um 15 % bis 23 % gewachsen und damit zum Teil schneller als bundesweit. 2 Gedämpfte Bewegung in der NRW-Industrie Seit dem Jahr 2000 weist die nordrhein-westfälische Industrie einen ähnlichen Verlauf wie in Deutschland insgesamt auf. Allerdings blieb der industriegetragene Aufschwung bis 2008 deutlich kraftloser und die nachfolgende Krise aber nahezu gleich tief. Die Erholung der Industrie in Nord- rhein-Westfalen nach 2010 konnte nicht an das Vorkrisenniveau anknüpfen, sondern blieb deutlich darunter. Während bundesweit in den Jahren 2012/2013 die industrielle Bruttowertschöpfung stagnierte, musste sie in NRW leichte Einbußen hinnehmen. Den gesamten Zeitraum seit 2000 betrachtet stagnierte der industrielle Output in NRW, während er in Deutschland insgesamt zu den Wachstumstreibern zählte. NRW mit traditionellen Industriebranchen Deutsche Industrie mit anderen Schwerpunkten Anteil am Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe/Bergbau in %, Jan.-Sep. 2014 Anteil am Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe/Bergbau in %, Jan.-Sep. 2014 Quellen: IT.NRW, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: IT.NRW, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Schwerfälligkeit der Industrie in NRW hängt mit dem spezifischen Branchenmix vor Ort zu- sammen. So sind die chemische Industrie und die Metallerzeugung als eher Grundstoff-orientierte Wirtschaftszweige hier deutlich stärker vertreten. Im Fall der Chemie und der Metallerzeugung liegt der Umsatzanteil der Branchen mit 14 % bzw. 12 % um jeweils sechs Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Noch deutlicher wird die Prägung Nordrhein-Westfalens durch diese Branchen, nimmt man die dortige Konzentration als Maßstab: Ein Drittel des bundesweiten Chemieumsatzes stammt aus NRW und 40 % des Umsatzes in der Metallerzeugung sind hier beheimatet. Sonstige 18% Chemie 14% Maschinenbau 14% Metall- erzeugung 12% Ernährungs- gewerbe 11% Kraftwagen, Kfz-Teile 10% Metall- erzeugnisse 9% Elektrotechnik/ Optik 8% Gummi- /Kunststoffw. 4% Sonstige 22% Chemie 8% Maschinenbau 13% Metall- erzeugung 6% Ernährungs- gewerbe 9% Kraftwagen, Kfz-Teile 23% Metall- erzeugnisse 6% Elektrotechnik/ Optik 9% Gummi- /Kunststoffw. 4% Industrie in NRW mit wenig Schwung Schwerpunkte in Chemie, Metall und Maschinenbau NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 12 Schwache Umsatzentwicklung in NRW 2014 Exportquote in NRW etwas unterdurchschnittlich Umsatz: Veränderung gg. Vorjahr in %, Jan.-Sep. 2014 Anteil des Auslandsumsatzes am Industrieumsatz in %, Jan.-Sep. 2014 Quellen: IT.NRW, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: IT.NRW, Helaba Volkswirtschaft/Research Als Bundesland mit den Schwerpunkten Chemie und Metall bekam NRW die allgemein schwache Branchenentwicklung schon 2013 zu spüren. Dies setzte sich 2014 fort und belastet die dortige Industrie insgesamt. Innerhalb Nordrhein-Westfalens hatte das Ruhrgebiet in den ersten neun Monaten 2014 die höchsten Umsatzrückgänge in der Industrie zu verkraften. Fast alle anderen Regionen außerhalb – eine Ausnahme ist der Regierungsbezirk Köln – konnten dagegen Zuwäch- se verbuchen, die in der Summe mit +1 % aber unter der gesamtdeutschen Zuwachsrate von 2,1 % lagen. Industrieumsatz im Ruhrgebiet 2014 rückläufig … … bei etwa gleicher Exportorientierung Umsatz: Veränderung gg. Vorjahr in %, Jan.-Sep. 2014 Anteil des Auslandsumsatzes am Industrieumsatz in %, Jan.-Sep. 2014 Quellen: IT.NRW, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: IT.NRW, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Exportquote liegt in NRW mit 45 % unter dem deutschen Durchschnitt von 48 % bzw. dem westdeutschen Wert von 50 %. Die Exportquoten im Ruhrgebiet sind um weitere drei Prozentpunk- te niedriger. Auch ist NRW etwas stärker auf die Eurozone konzentriert, die aufgrund der Staats- schuldenkrise strukturell geschwächt ist und somit keine Nachfrage in früherem Ausmaß generiert. Zu den dynamischen Märkten außerhalb Europas sind die Ausfuhrbeziehungen nicht so intensiv – NRW erfährt von dieser Seite also keine zusätzlichen Impulse für seine Industrie. 3 Bevölkerungsentwicklung begrenzt Wohnungsbau Nordrhein-Westfalen hat unter den 16 deutschen Bundesländern mit Abstand die meisten Einwoh- ner. Hier leben 17,6 Mio. Menschen, das sind 22 % der Bevölkerung Deutschlands. Als flächen- mäßig viertgrößtes Bundesland ist in Nordrhein-Westfalen mit 515 Einwohnern pro km2 die bei weitem höchste Bevölkerungsdichte unter den Bundesländern anzutreffen, lässt man die Stadt- staaten Berlin, Hamburg und Bremen außen vor. Mit 19 der 50 größten deutschen Städte ist Nord- rhein-Westfalen auch das urbanste Bundesland, wobei viele Städte zum Ruhrgebiet zählen. Dass 1,9 5,5 -4,0 4,1 -1,0 -4,0 -1,2 -1,7 -0,1 Gummi-/Kunststoffw. Elektrotechnik/Optik Metallerzeugnisse Kraftwagen, Kfz-Teile Ernährungsgewerbe Metallerzeugung Maschinenbau Chemie Industrie insgesamt -6 -4 -2 0 2 4 6 -6 -4 -2 0 2 4 6 Deutschland NRW 30 35 40 45 50 55 30 35 40 45 50 55 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Deutschland \* NRW Westdeutschland -2,3 -3,3 -5,9 -3,9 1,0 -1,4 3,5 0,4 2,8 1,0 -0,1 Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet Reg.b. Detmold Reg.b. Köln Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet NRW ohne Ruhrgebiet NRW -7,5 -5 -2,5 0 2,5 5 -7,5 -5,0 -2,5 0,0 2,5 5,0 42,2 43,1 42,1 42,3 37,8 50,8 40,0 41,0 49,6 45,3 44,7 Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet Reg.b. Detmold Reg.b. Köln Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet NRW ohne Ruhrgebiet NRW Metall und Chemie mit bundesweit schwächerer Entwicklung Exportquote etwas unterdurchschnittlich NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 13 das Ruhrgebiet dennoch nicht gleich Nordrhein-Westfalen ist, erkennt man unmissverständlich an der flächenmäßigen Ausbreitung. So zählen nur 13 % der Fläche zum Ruhrgebiet. Der Bevölke- rungsanteil ist mit 29 % zwar deutlich höher, besagt aber auch, dass über 70 % der Einwohner außerhalb des Ruhrgebiets beheimatet sind. Diese Aufteilung hat sich zudem in den vergangenen Jahrzehnten zu Ungunsten des Ruhrgebiets entwickelt. So wohnten Anfang der sechziger Jahre noch rund 36 % der Einwohner im Ruhrpott. Seit dem Zensus im Mai 2011 bis Ende 2013 war in Deutschland insgesamt ein Bevölkerungsan- stieg von 0,7 % zu beobachten. In NRW blieb der Bevölkerungszuwachs mit 0,2 % unter dem Bundeswert, wobei im Ruhrgebiet in diesem Zeitraum die Einwohnerzahl sogar gesunken ist. Am stärksten fiel der Rückgang mit 0,7 % im Regierungsbezirk Arnsberg aus, der einerseits durch seinen hohen „Ruhrgebietsanteil“ und andererseits durch die ländlichen Regionen benachteiligt ist. Einwohner des Ruhrgebiets in der Minderheit Regional unterschiedliche Bevölkerungsentwicklung Anteil an der Bevölkerung NRW 2013 Einwohner: Veränderung Ende 2013 gg. Mai 2011 in % Quellen: it.nrw, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: it.nrw, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Regierungsbezirk Köln hat dagegen mit 1,1 % den höchsten Bevölkerungsanstieg vorzuwei- sen. Das vitale Zentrum der Region – die Stadt Köln – ist der Magnet und zieht kräftig Einwohner an (+2,8 %). Doch auch in den meisten anderen Regionen des Regierungsbezirks nahm die Be- völkerung zu. Im Regierungsbezirk Münster ist die Situation durchwachsen: Der „Ruhrgebietsteil“ kämpft mit Abwanderung, während die Stadt Münster mit 3,5 % den größten Zulauf unter den Landkreisen und kreisfreien Städten hat. Im Regierungsbezirk Düsseldorf verhält es sich ähnlich. Die Landeshauptstadt Düsseldorf erreicht mit 2,1 % den dritthöchsten Anstieg. Gleichzeitig sinkt in vielen anderen Regionen die Einwohnerzahl. Der Regierungsbezirk Detmold hat keine Berüh- rungspunkte mit dem Ruhrgebiet, doch sind dort nur die Stadt Bielefeld sowie die Landkreise Gü- tersloh und Paderborn im Plus. In den anderen Regionen sank die Bevölkerung zwischen 0,7 % und 2,0 %. Wohnungsunternehmen als Bauherren im Kommen Ruhrgebiet weniger gefragt NRW: Baugenehmigungen f. Wohnungen in neuen und alten Gebäuden; % gg. Vj Durchschnittliche Wohnungsfertigstellungen pro 1.000 Einwohner, 2011-2013 Quellen: it.nrw, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: it.nrw, Helaba Volkswirtschaft/Research Düsseldorf-Regierungsbezirk ohne Ruhrgebiet 18% Düsseldorf-Regierungsbezirk Anteil Ruhrgebiet 11% Münster-Regierungsbezirk ohne Ruhrgebiet 9% Münster-Regierungsbezirk Anteil Ruhrgebiet 6% Arnsberg-Regierungsbezirk ohne Ruhrgebiet 8% Arnsberg-Regierungsbezirk Anteil Ruhrgebiet 12% Detmold-Regierungsbezirk 11% Köln-Regierungsbezirk 25% 0,2 0,4 0,5 0,7 -1,2 1,1 -0,2 -0,3 -0,1 -0,8 -0,3 NRW NRW ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Köln Reg.b. Detmold Ruhrgebiet Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 -30 -20 -10 0 10 20 30 -30 -20 -10 0 10 20 30 Insgesamt Private Haushalte Jan.-Sep. 2,1 2,4 1,8 4,0 1,6 2,6 2,2 1,4 1,4 1,6 1,4 NRW NRW ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Köln Reg.b. Detmold Ruhrgebiet Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg Schwache Bevölkerungs- entwicklung in NRW Steigende Einwohner- zahlen nur in ausge- wählten Regionen NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 14 Die Bauaktivitäten insbesondere im Wohnungsbau hängen eng mit der Bevölkerungsentwicklung zusammen. Erwartungsgemäß wurden in den vergangenen drei Jahren die meisten Wohnungen pro Einwohner im Regierungsbezirk Münster ohne Ruhrgebietsanteil und im Regierungsbezirk Köln fertiggestellt. Auch insgesamt erreicht das Fertigstellungsniveau außerhalb des Ruhrgebietes mit 2,4 Wohnungen pro 1.000 Einwohner fast den gesamtdeutschen Level (2,5). Dem Struktur- wandel entsprechend wird dort zusätzlicher Wohnraum geschaffen, wo er benötigt wird. Die Ge- nehmigungen von Wohnungen legten 2014 eine Verschnaufpause ein, nachdem sie im vergange- nen Jahr insgesamt um über 20 % gestiegen waren. 4 Arbeitsmarkt: Beschäftigungsschwelle überschritten Arbeitslosenquote NRW seit vier Jahren unverändert NRW-Arbeitsmarkt sehr unterschiedlich Arbeitslosenquote in % aller zivilen Erwerbspersonen Arbeitslosenquote in % aller zivilen Erwerbspersonen, Oktober 2014 \* Durchschnitt Januar bis Oktober 2014 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Wachstumsraten des BIP waren 2012/2013 mit unter einem halben Prozent bundesweit sehr niedrig. Angesichts dieser fast stagnierenden Wirtschaft zeigte sich der Arbeitsmarkt aber robust – auch in Nordrhein-Westfalen. Die Arbeitslosenquote verharrt hier seit vier Jahren bei etwas über 8 %. Dabei ist sie allerdings die höchste unter den alten Bundesländern und um 1,5 Prozentpunkte höher als in Deutschland insgesamt. In den neuen Bundesländern dagegen sinkt die Arbeitslosen- quote aufgrund demografischer Faktoren und einer hohen Flexibilität der Beschäftigten weiter. So weist Thüringen inzwischen mit knapp 8 % (Durchschnitt Januar bis Oktober 2014) eine niedrigere Erwerbslosenrate auf als Nordrhein-Westfalen. Städte strukturell bedingt mit höherer Arbeitslosenquote Arbeitslosenquote in % aller zivilen Erwerbspersonen, Oktober 2014 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Arbeitslosigkeit ist nicht gleichmäßig über NRW verteilt, sondern konzentriert sich hauptsäch- lich in den Städten des Ruhrgebiets und führt dort zu Werten von über 12 %. Insgesamt ist die Arbeitslosenrate in der Ruhrregion mit 10,5 % deutlich höher als im restlichen NRW mit nur 7 %. 5 6 7 8 9 10 11 12 5 6 7 8 9 10 11 12 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14\* Deutschland Westdeutschland Nordrhein-Westfalen 8,0 7,0 8,1 4,8 5,8 7,6 6,5 10,5 10,7 11,1 10,1 NRW NRW ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Köln Reg.b. Detmold Ruhrgebiet Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg 8,0 9,1 8,6 12,4 12,2 10,9 11,1 7,9 11,7 8,2 9,0 10,0 6,4 6,7 6,2 6,9 7,5 7,6 7,2 9,3 8,6 8,0 7,4 5,9 6,7 5,7 6,3 5,9 8,5 7,1 8,0 13,6 5,7 4,2 3,2 10,7 4,8 5,7 6,5 9,3 5,2 6,2 4,9 7,4 5,6 6,0 8,3 9,6 12,4 9,9 9,5 12,9 7,2 4,9 6,7 4,3 5,7 6,0 8,8 NRW Reg.b. Düsseldorf Düsseldorf, St. Duisburg, St. Essen, St. Krefeld, St. Mönchengladb., St. Mülheim a.d.R., St. Oberhausen, St. Remscheid, St. Solingen, St. Wuppertal, St. Kleve Mettmann Rhein-Kreis Neuss Viersen Wesel Reg.b. Köln Bonn, St. Köln, St. Leverkusen, St. Düren Rhein-Erft-Kreis Euskirchen Heinsberg Oberbergischer Kr. Rhein.-Berg. Kreis Rhein-Sieg-Kreis Aachen, St.region Reg.b. Münster Bottrop, St. Gelsenkirchen, St. Münster, St. Borken Coesfeld Recklinghausen Steinfurt Warendorf Reg.b. Detmold Bielefeld, St. Gütersloh Herford Höxter Lippe Minden-Lübbecke Paderborn Reg.b. Arnsberg Bochum, St. Dortmund, St. Hagen, St. Hamm, St. Herne, St. Ennepe-Ruhr-Kr. Hochsauerlandkr. Märkischer Kreis Olpe Siegen-Wittgenst. Soest Unna Kreise/kreisfreie Städte des Ruhrgebiets Wohnungsfertigstellungen folgen Bevölkerungsent- wicklung Robuster Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit in Städten konzentriert NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 15 So gibt es auch viele Regionen mit ländlicher Prägung, die mit Arbeitslosenraten um die 4 % nahe der Vollbeschäftigung sind. Aus der in den letzten Jahren insgesamt stagnierenden Arbeitslosenquote lässt sich aber nicht ableiten, dass auch die Beschäftigung unverändert bleibt. Im Gegenteil: Die Zahl der sozialversi- cherungspflichtig Beschäftigten steigt seit längerem und der Aufbau zieht zuletzt sogar noch an: In Nordrhein-Westfalen werden zurzeit in gleichem Tempo Arbeitsplätze geschaffen wie in Deutsch- land insgesamt. Dies erklärt auch, warum sich der Einzelhandel in NRW genauso positiv entwickelt wie im Durchschnitt aller Bundesländer. Seit Anfang 2010 durchgängig mehr Beschäftigte Beschäftigungsaufbau auch im Ruhrgebiet Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: Veränderung gg. Vj. in % Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: Juni 2013 gg. Juni 2008 in % Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Wie stark der Strukturwandel in NRW noch den Arbeitsmarkt beeinflusst, belegt die Veränderung der Beschäftigung in einzelnen Wirtschaftszweigen. So nahm im Zeitraum 2008 bis 2013 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Steinkohlebergbau um insgesamt 12.000 auf 11.000 Personen ab. In der Chemie gingen fast 9.000 Arbeitsplätze (jetzt 85.000 Beschäftigte) und bei den Metallern über 21.000 Stellen (jetzt 328.000 Mitarbeiter) verloren. In anderen Branchen ist dagegen eine Vielzahl von Arbeitsplätzen entstanden, denn die Beschäftigung ist im Fünfjahres- zeitraum um 5,3 % gestiegen. Unter den großen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes kam es nur im Maschinenbau zu einem signifikanten Stellenaufbau (+11.000 Beschäftigte auf 220.000). Der Hauptteil der zusätzlichen Arbeitsplätze wurde von Dienstleistungsunternehmen bereitgestellt, die aufgrund der benötigten Qualifikationen häufig auf Zuwanderung aus anderen Bundesländern oder Staaten angewiesen sind. Erfreulich ist, dass im Ruhrgebiet im Zeitraum 2008 bis 2013 fast mit der gleichen Zuwachsrate (4,5 %) Beschäftigung geschaffen wurde. Der Strukturwandel führt also auch in dieser Region zu mehr Arbeitsplätzen. 5 Begrenztes Wirtschaftswachstum 2015 In Deutschland war nach zwei Jahren mit Wachstumsraten zwischen Null und nur einem halben Prozent auch 2014 eher enttäuschend. Der Abschwung im zweiten Halbjahr dämpfte den Opti- mismus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im Gesamtjahr mit einem Zuwachs von 1,4 % nur leicht über der Potenzialrate liegen. Ähnlich sieht die aktuelle konjunkturelle Lage auch in Nordrhein- Westfalen aus. Das Wachstum der nordrhein-westfälischen Wirtschaft dürfte 2014 mit knapp ei- nem Prozent erneut unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt liegen. Hauptursache ist die schwa- che Entwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie. So stagnierten die Umsätze im Verarbei- tenden Gewerbe in den ersten neun Monaten 2014, während sie bundesweit um rund 2 % zuleg- ten. -3 -2 -1 0 1 2 3 -3 -2 -1 0 1 2 3 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Deutschland NRW Quartalswerte Monatswerte 5,3 5,6 3,4 7,7 4,5 7,2 5,4 4,5 4,7 5,8 3,9 NRW NRW ohne Ruhrgebiet Reg.b. Düsseldorf ohne Ruhrgebiet Reg.b. Münster ohne Ruhrgebiet Reg.b. Arnsberg ohne Ruhrgebiet Reg.b. Köln Reg.b. Detmold Ruhrgebiet Ruhrgebiet im Reg.b. Düsseldorf Ruhrgebiet im Reg.b. Münster Ruhrgebiet im Reg.b. Arnsberg Steigende Beschäftigung Strukturwandel führt zu großen Veränderungen in der Beschäftigungsstruktur NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 16 Ifo-Geschäftsklima in NRW: Lage über Nulllinie Gedeckeltes Wachstum Ifo-Geschäftsklima, Salden Reales BIP: Veränderung gegenüber Vorjahr in % Quellen: NRW.Bank, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Im Jahresverlauf 2015 dürfte die Dynamik in Deutschland aber wieder zunehmen. Aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus wird die Wachstumsrate mit 1,3 % etwas niedriger ausfallen als 2014. Begrenzend für die Exportwirtschaft wirkt sich die nur langsam zur Normalität zurückkehrende Eurozone aus. Auch die Schwellenländer befanden sich in einem konjunkturellen Tal, das aller- dings inzwischen durchschritten sein sollte. Eine solide Unterstützung wird die deutsche Konjunk- tur erneut von den privaten Konsumausgaben erfahren. Die Tariflöhne steigen um annähernd 3 %. Aufgrund der niedrigen Inflationsrate erhöht dies die Realeinkommen. Die Beschäftigungsschwelle ist aktuell niedrig, so dass auch bei dem zurzeit nur moderaten Wachstum die Zahl der Erwerbstä- tigen weiterhin zunimmt. Die allmähliche Erholung 2015 wird auch in NRW für Wachstum sorgen, das aufgrund der begrenzten Perspektiven aber kaum die diesjährige Rate überschreiten dürfte. Sparkassen: Marktführer bei Krediten an Privat- … … und Firmenkunden in Nordrhein-Westfalen NRW: Kredite an Privatpersonen in Mrd. € NRW: Kredite an Unternehmen und Selbständige in Mrd. € Quellen: Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen erwiesen sich in den vergangenen Jahren trotz Struktur- wandel und Wirtschaftskrise als verlässlicher Partner bei der Finanzierung von Privatpersonen und Unternehmen. Ihr Marktanteil bei der Kreditvergabe an Privatkunden betrug im Juni 2014 fast 40 %, wobei die anderen Banken nicht untätig geblieben sind und tendenziell dazugewonnen ha- ben. Der Firmenkreditbestand der Sparkassen expandiert dagegen seit 2007, so dass sich der Marktanteil mit ebenfalls fast 40 % stark vergrößerte. Dieses hohe Engagement in der Region ist unverzichtbar für die weitere Entwicklung Nordrhein-Westfalens. 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 NRW Geschäftsklima NRW Geschäftslage NRW Geschäftserwartung -6 -4 -2 0 2 4 6 -6 -4 -2 0 2 4 6 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Deutschland Nordrhein-Westfalen Prognose 10 20 30 40 50 60 70 80 90 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Mrz 05 Aug 05 Jan 06 Jun 06 Nov 06 Apr 07 Sep 07 Feb 08 Jul 08 Dez 08 Mai 09 Okt 09 Mrz 10 Aug 10 Jan 11 Jun 11 Nov 11 Apr 12 Sep 12 Feb 13 Jul 13 Dez 13 Mai 14 Kreditgenossenschaften Sonstige Banken Sparkassen Kreditbanken 30 40 50 60 70 80 90 100 30 40 50 60 70 80 90 100 Mrz 05 Aug 05 Jan 06 Jun 06 Nov 06 Apr 07 Sep 07 Feb 08 Jul 08 Dez 08 Mai 09 Okt 09 Mrz 10 Aug 10 Jan 11 Jun 11 Nov 11 Apr 12 Sep 12 Feb 13 Jul 13 Dez 13 Mai 14 Kreditgenossenschaften Sonstige Banken Sparkassen Kreditbanken BIP-Wachstum 2015 Deutschland: 1,3 % NRW: etwa 1 % Sparkassen als verlässlicher Partner der Unternehmen NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 17 Helaba-Publikationen: Regionalfokus 2012-2014 Nordrhein-Westfalen: Wachstum im Strukturwandel Studie, November 2014 Kommunalhaushalte in NRW Regionalfokus, Neuauflage November 2014 Kommunalhaushalte in Rheinland-Pfalz Regionalfokus, Oktober 2014 Thüringen: Wohnungsbau weiterhin im Plus Regionalfokus, September 2014 Hessen: Wohnungsbau mit Perspektiven Regionalfokus, September 2014 Kommunikation in Thüringen: Wer etwas haben will, muss auch etwas geben Sonderstudie, Juni 2014 Konjunktur aktuell Regionalfokus, April 2014 Zahlen &amp; Fakten: Die Bundesländer Hessen und Thüringen Regionalfokus, April 2014 Die 100 größten Unternehmen in Hessen Sonderstudie, Oktober 2013 Thüringen: Gesundheit auch ökonomisch wertvoll Sonderstudie, Juni 2013 Kommunalhaushalte in Hessen Regionalfokus, April 2013 Thüringen – Logistik in Bewegung Regionalfokus, Juni 2012 Hessen wächst weiter Regionalfokus, Mai 2012 Struktur &amp; Konjunktur: Das Bundesland Nordrhein-Westfalen Regionalfokus, April 2012 Struktur &amp; Konjunktur: Das Bundesland Rheinland-Pfalz Regionalfokus, März 2012 Alle Publikationen sind auf unserer Homepage hier verfügbar. Wir nehmen Sie gerne in unseren Publikationsverteiler auf – kontaktieren Sie uns einfach unter 0 69/91 32-20 24 oder research@helaba.de. Informationen zum gesamten frei verfügbaren Research der Helaba finden Sie auf http://volkswirtschaft.helaba.de. Dort können Sie auch verschiedene Newsletter abonnieren.  NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 18 Adressen der Landesbank Hessen-Thüringen Hauptsitze Frankfurt am Main MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52–58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/29 15 17 Erfurt Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 Bausparkasse Landesbausparkasse Hessen-Thüringen Offenbach am Main Strahlenbergerstraße 15 63067 Offenbach am Main Telefon 0 69/91 32-02 Telefax 0 69/91 32-29 90 Erfurt Bonifaciusstraße 19 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-60 2 Telefax 03 61/2 17-70 70 Förderbank Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/91 32-24 83 Niederlassungen Düsseldorf Uerdinger Straße 88 40474 Düsseldorf Telefon 02 11/3 01 74-0 Telefax 02 11/3 01 74-92 99 Kassel Ständeplatz 17 34117 Kassel Telefon 05 61/7 06-60 Telefax 05 61/7 06-8 65 72 London 3rd Floor 95 Queen Victoria Street London EC4V 4HN Großbritannien Telefon +44 20/73 34-45 00 Telefax +44 20/74 89-03 76 New York 420, Fifth Avenue New York, N.Y. 10018 USA Telefon +1 212/7 03-52 00 Telefax +1 212/7 03-52 56 Paris 118, avenue des Champs Elysées 75008 Paris Frankreich Telefon +33 1/40 67-77 22 Telefax +33 1/40 67-91 53 Repräsentanzen Madrid (für Spanien und Portugal) General Castaños, 4 Bajo Dcha. 28004 Madrid Spanien Telefon +34 91/39 11-0 04 Telefax +34 91/39 11-1 32 Moskau Novinsky Boulevard 8 Business Centre Lotte, 20th Floor 121099 Moskau Russland Telefon +7 495/2 87-03-17 Telefax +7 495/2 87-03-18 Shanghai Unit 022, 6th Floor Hang Seng Bank Tower 1000 Lujiazui Ring Road Shanghai, 200120 China Telefon +86 21/68 77 77 07 Telefax +86 21/68 77 77 01 Immobilienbüros Berlin Joachimstalerstraße 12 10719 Berlin Telefon 0 30/2 06 18 79-13 14 Telefax 0 30/2 06 18 79-69 München Lenbachplatz 2a 80333 München Telefon 0 89/5 99 88 49-11 Telefax 0 89/5 99 88 49-10 NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 19 Sparkassen- Verbundbank-Büros Düsseldorf Uerdinger Straße 88 40474 Düsseldorf Telefon 02 11/3 01 74-0 Telefax 02 11/3 01 74-92 99 München Lenbachplatz 2a 80333 München Telefon 0 89/5 99 88 49-14 Telefax 0 89/5 99 88 49-10 Stuttgart Theodor-Heuss-Straße 11 70174 Stuttgart Telefon 07 11/2 80 40 4-0 Telefax 07 11/2 80 40 4-20 Berlin Joachimstalerstraße 12 10719 Berlin Telefon 0 30/2 06 18 79-13 10 Telefax 0 30/2 06 18 79-69 Auswahl der Tochtergesellschaften Frankfurter Sparkasse Neue Mainzer Straße 47–53 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/26 41-0 Telefax 0 69/26 41-29 00 1822direkt Gesellschaft der Frankfurter Sparkasse mbH Borsigallee 19 60388 Frankfurt am Main info@1822direkt.com Telefon 0 69/9 41 70-0 Telefax 0 69/9 41 70-71 99 Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG JUNGHOF Junghofstraße 26 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/1 56 86-0 Telefax 0 69/1 56 86-1 40 Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG Börsenstrasse 16, Postfach 8022 Zürich Schweiz Telefon +41 44/2 65 44 44 Telefax +41 44/2 65 44 11 Auswahl der Tochtergesellschaften Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH JUNGHOF Junghofstraße 24 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/2 99 70-0 Telefax 0 69/2 99 70-6 30 GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen Westerbachstraße 33 60489 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 75 51-0 Telefax 0 69/9 75 51-1 50 OFB Projektentwicklung GmbH Speicherstraße 55 60327 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 17 32-01 Telefax 0 69/9 17 32-7 07 NORDRHEIN-WESTFALEN: WACHSTUM IM STRUKTURWANDEL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · DEZEMBER 2014 · © H E LA B A 20 Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9132-2024 Telefax 0 69/9132-2244 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/217-7100 Telefax 03 61/217-7101 www.helaba.de

Konjunkturelle Erholung in 2015 stützt Wirtschaftswachstum in NRW. Strukturwandel im Ruhrgebiet trägt erste Früchte. Dienstleister übernehmen Zugpferd-Rolle von Industrie. Arbeitsmarkt vergleichsweise robust.
