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title: "Regionalfokus Thüringen: Wachsendes Kundenpotenzial weltweit"
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updated: 2026-09-28
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# Regionalfokus Thüringen: Wachsendes Kundenpotenzial weltweit

THÜRINGEN WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTWEIT Volkswirtschaft/Research Juni 2016 T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 2 Herausgeber: Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Volkswirtschaft/Research Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24, Telefax: 0 69/91 32-22 44 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 3 Editorial Sehr geehrte Leserinnen und Leser, in Anlehnung an ein altes Sprichwort geht Handel mit Wandel einher. Dabei ist üblicherweise alles im Fluss. Flüsse spielten früher eine große Rolle beim Transport der Waren. Sie stellten aber auch ein Hindernis dar, das überwunden werden musste. Insofern waren und sind für den Handel Brü- cken unersetzlich. Sie ermöglichen effiziente Landrouten über große Distanzen – und das schon seit Jahrhunderten. Der Aufstieg Erfurts zu einer bedeutenden Stadt war eng mit der besonderen Lage verbunden, denn bereits im 11. Jahrhundert kreuzten sich dort wichtige Handelsstraßen. So verband die Via Regia in Ost-West-Richtung Kiew mit Paris und durchlief Erfurt. Die Krämerbrücke neben der Furt durch die Gera bot Logistik unabhängig von den Witterungsverhältnissen. Heute wird die Krämerbrücke weniger für den Transport von Waren genutzt. An ihr zeigt sich der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft: Geschäfte und Restaurants sind nicht nur für Einheimi- sche interessant. Vor allem ist die Krämerbrücke eng mit dem Tourismus, also dem „Handel von Erholungs-Dienstleistungen“, verknüpft und trägt so zur überregionalen Attraktivität Erfurts bei. Die Herstellung von Gütern ist allerdings für Thüringen weiterhin essenziell, denn die Industrie hat einen großen Anteil an der Wertschöpfung des Bundeslandes. Thüringer Waren erfreuen sich in rund 200 Ländern dieser Welt großer Beliebtheit. Den Kunden zu erreichen, ist aber keine Selbst- verständlichkeit. Denn so wie man nicht in denselben Fluss zweimal steigen kann, so verändern sich das wirtschaftliche Fahrwasser und die Präferenzen fortlaufend. Hier soll Sie unser Wachs- tumscheck für die Thüringer Exportdestinationen unterstützen. Nur wer gut informiert ist, kann sich auf die Kundenwünsche einstellen und selbst bei abnehmender Wirtschaftsdynamik in den Ziellän- dern das Kundenpotenzial ausschöpfen. Ihre Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 4 Inhalt 1 Was in Thüringen produziert und exportiert wird .................................................................. 6 2 Wo die Produktionsstandorte sind .......................................................................................... 7 3 Wo die Hauptabnehmer sind .................................................................................................... 9 4 Wachstumscheck der Exportdestinationen .......................................................................... 12 4.1 In Kürze: Weltwirtschaft wächst – aber nicht überall ......................................................... 12 4.2 Deutschland: Ausrüstungen bleiben verhalten .................................................................. 13 4.3 Ungarn: Dämpfer im ersten Quartal ................................................................................... 13 4.4 USA: Schwächephase bald überwunden .......................................................................... 14 4.5 Frankreich: Zögerlicher Aufschwung ................................................................................. 14 4.6 Großbritannien: Referendum drosselt vorläufig Wachstum ............................................... 15 4.7 China: Übertriebene Konjunktursorgen ............................................................................. 15 4.8 Prognoseübersicht: Wirtschaftswachstum weltweit ........................................................... 16 4.9 Prognoseübersicht: Wechselkurse .................................................................................... 17 5 Ausblick für Thüringen ........................................................................................................... 18 5.1 Wirtschaftswachstum setzt sich 2016 fort .......................................................................... 18 5.2 Beschäftigungsschwelle erneut überschritten.................................................................... 19 5.3 Zuwanderung erschließt neues Kundenpotenzial .............................................................. 20 Redaktionsschluss: 3. Juni 2016 T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 5 Zusammenfassung Was in Thüringen produziert und exportiert wird Thüringen ist ein Bundesland mit industriellem Schwerpunkt. So hat der Industriebesatz Thürin- gens mit 71 % des Bundesdurchschnitts ein Niveau erreicht, das innerhalb der neuen Bundes- länder einen Spitzenwert darstellt. Selbst traditionsreiche Industriestandorte wie Sachsen und Sachsen-Anhalt kommen nur auf 65 % bzw. 57 %. Mit Kraftwagen/-teile, Metallbranche, Elekt- rotechnik/Optik und Ernährungsgewerbe gibt es nahezu vier gleich gewichtige Branchen in der Thüringer Industrie. Gummi-/Kunststoffwaren und Maschinenbau schließen sich mit etwas nied- rigeren Anteilen an. Mit dieser diversifizierten Struktur unterscheidet sich Thüringen vom ge- samtdeutschen Durchschnitt. In der Exportpalette sind die Unterschiede deutlich geringer. Die Beliebtheit deutscher und thüringischer Produkte mit hohem Technikanteil ist international sehr hoch und so werden diese besonders bei Investitionsvorhaben weltweit nachgefragt. Wo die Produktionsstandorte sind Die Beteiligung der Industrie an der Wirtschaft vor Ort variiert sehr stark: Im Landkreis Sonne- berg trägt sie zu 46 % zum wirtschaftlichen Output bei und in den kreisfreien Städte meist nur zwischen 12 % und 15 % – mit den Ausnahmen Eisenach und Jena. Immerhin können 15 von 23 Landkreisen bzw. kreisfreien Städten einen industriellen Umsatz von 1 Mrd. € und mehr vorweisen. Dabei ist die Wirtschaftskraft der Thüringer Regionen sehr unterschiedlich. Die meisten Landkreise erreichen ein BIP pro Kopf, das zwischen 50 % und 70 % des Bundes- durchschnitts liegt. Dies ist aber kein Phänomen der neuen Bundesländer. So gibt es auch in den westdeutschen Bundesländern viele Regionen, die eine deutlich unterdurchschnittliche Wirtschaftskraft aufweisen. Erfurt und Jena dagegen übertreffen den Bundeslevel etwas. Wo die Hauptabnehmer sind Die Lieferbeziehungen Thüringer Unternehmen reichen in rund 200 der 240 in der deutschen Außenhandelsstatistik genannten Ländern. Auf die fünf größten Exportdestinationen – Ungarn, USA, Frankreich, Großbritannien, China – entfallen rund 60 % der Ausfuhren. 2015 wurden in die Staaten des ehemaligen Ostblocks 26 % der Thüringer Exporte ausgeführt – ein Anteil, der deutlich höher ist als der gesamtdeutsche Durchschnitt von 16 %. Die Unternehmen meldeten sich aber nicht nur bei diesen alten Handelspartnern zurück, sondern gewannen neue Märkte hinzu. Damit hat sich die Exportstruktur in Thüringen diversifiziert: 47 % der Ausfuhren gehen heute nach Westeuropa und 27 % in die übrige Welt. Wachstumscheck der Exportdestinationen Insgesamt dürfte das weltwirtschaftliche Wachstum 2016 bei 3 % verharren. Dies ist eine beru- higende Nachricht für die Thüringer Exporteure, war doch damit im letzten Jahr eine Exportstei- gerung von gut 4 % verbunden. Allerdings ist die Dynamik nicht in allen Ländern gleich hoch. Für die sechs Hauptabnehmerländer Thüringer Ausfuhren werden Konjunktur und Wachstums- treiber in dieser Publikation gesondert dargestellt; in tabellarischer Form stehen weitere Prog- nosen auch für andere Länder und Wechselkurse zur Verfügung. Denn nur wer gut informiert ist, kann sich auf die Kundenwünsche einstellen und selbst bei abnehmender Wirtschaftsdyna- mik in den Zielländern das Kundenpotenzial ausschöpfen. Ausblick für Thüringen Die insgesamt stabile Weltkonjunktur, die vielerorts zu einem Anstieg der Investitionen führt, sollte die Thüringer Industrie zumindest zu einem durchschnittlichen Wachstum anregen. Der Zuwachs bei den Exporten Thüringens war im ersten Quartal 2016 sogar kräftiger als bundes- weit. Damit dürfte sich die Wachstumslücke zum Bundesdurchschnitt wieder einengen. Das Wirtschaftswachstum wird 2016 in Thüringen mit 1,5 % nur etwas schwächer ausfallen als der gesamtdeutsche Durchschnitt mit 1,8 % (arbeitstäglich unbereinigt). Die Beschäftigungsschwel- le für sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen wird wie im Vorjahr überschritten. Autorin: Barbara Bahadori Telefon 0 69/91 32-24 46 research@helaba.de T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 6 1 Was in Thüringen produziert und exportiert wird Thüringen hat auf den ersten Blick eine Wirtschaftsstruktur, die dem gesamtdeutschen Durch- schnitt ähnelt: In dem Bundesland werden zu 32 % Güter und Bauten hergestellt, bundesweit sind es 31 %. Bleibt man bei dieser groben Aufteilung, sind Dienstleistungen das Hauptergebnis allen Wirtschaftens sowohl in Thüringen als auch in allen anderen Bundesländern. Die Abweichungen treten hauptsächlich innerhalb des Dienstleistungsbereiches auf. So ist das Gewicht des staatlich dominierten Sektors „öffentliche und sonstige Dienstleister“ mit einem Anteil an der Bruttowert- schöpfung von 30 % höher (Deutschland: 22 %). Die beiden privatwirtschaftlichen Dienstleistungs- sektoren haben dagegen einen geringeren Anteil. Thüringer Unternehmen sind häufig in nationale oder internationale Konzerne eingebunden und fragen deshalb Dienstleistungen an ihren Firmen- sitzen nach, die aber vielfach in den alten Bundesländern liegen. Noch deutlicher wird dies, wenn man die Bruttowertschöpfung pro Einwohner, also eine Art „Dienstleistungsbesatz“ Thüringens mit dem entsprechenden Bundesdurchschnitt vergleicht. Thüringen erreicht nur rund 55 % des deut- schen Niveaus bei den privatwirtschaftlichen Dienstleistungen. Ausgeprägter Industriesektor in Thüringen Hohe Wirtschaftskraft in der Thüringer Industrie Anteil an der Bruttowertschöpfung in %, 2015 Thüringen: BIP/Bruttowertschöpfung pro Kopf in % des Bundesdurchschnitts, 2015 \* Neue Bundesländer inkl. Berlin Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Versorgung der Thüringer Bürger mit staatlichen Leistungen führt dazu, dass pro Einwohner gerechnet in diesem Bereich ähnlich viel „produziert“ wird wie bundesweit. Das Baugewerbe ist ebenfalls vergleichsweise stark vertreten, da öffentliche Infrastruktur und private Bauinvestitionen in der DDR-Zeit vernachlässigt wurden und es keinen adäquaten Bestand gab, den Behörden, Firmen und Privatpersonen nutzen konnten. Dies gilt zum Teil noch, wenn Firmen expandieren möchten. Auch sind noch nicht alle Verkehrsprojekte zur Deutschen Einheit abgeschlossen. Diversifizierte Industriestruktur in Thüringen Deutsche Industriestruktur: Automobilbau sehr wichtig Thüringen: Anteil am Industrieumsatz, 2015 Deutschland: Anteil am Industrieumsatz, 2015 Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Industriebesatz Thüringens hat mit 72 % des Bundesdurchschnitts ein Niveau erreicht, das innerhalb der neuen Bundesländer einen Spitzenwert darstellt. Selbst traditionsreiche Industrie- 26% 20% 26% 6% 6% 5% 16% 19% 20% 21% 25% 26% 30% 30% 22% Thüringen Ostdeutschland\* Deutschland Baugewerbe Handel, Verkehr,Gastgewerbe, Information/Kommunikation Produzierendes Gewerbe (ohne Bau) Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister Öffentliche und sonstige Dienstleister Land-, Forstwirtschaft 71 72 94 55 57 94 BIP Industrie Bau Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information/ Kommuni- kation Finanzierung, Vermietung, Unter- nehmens- dienstleister Öffentliche und sonstige Dienstleister Ernährungs- gewerbe 12% Metallbranche 16% Elektrotechnik, Optik 15% Kraftwagen, Kfz-Teile 16% Gummi-, Kunststoff- waren 9% Maschinen- bau 9% Holz/Papier 6% Sonstige 9% Glas, Keramik, Verarb. v. Steinen/Erden 4% Chemie/Pharma 4% Chemie/ Pharma 11% Kraftwagen, Kfz-Teile 24% Metall- branche 11% Elektrotechnik, Optik 9% Maschinen- bau 13% Ernährungs- gewerbe 9% Gummi-, Kunststoff- waren 4% Sonstige 19% Privatwirtschaftliche Dienstleister in Thüringen unterrepräsentiert T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 7 standorte wie Sachsen und Sachsen-Anhalt kommen nur auf 65 % bzw. 57 %. Damit werden pro Einwohner mehr Waren in Thüringen erzeugt als im ostdeutschen Durchschnitt. Der Anteil des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) an der Bruttowertschöpfung erreicht mit 26 % den deut- schen Durchschnitt. Thüringen ist damit ein Bundesland mit industriellem Schwerpunkt. Ausfuhrgüter Thüringens … … ähneln deutscher Exportpalette Thüringen: Anteil an den Exporten in %, 2015 Deutschland: Anteil an den Exporten in %, 2015 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Mit Kraftwagen/-teile, Metallbranche, Elektrotechnik/Optik und Ernährungsgewerbe gibt es nahezu vier gleich gewichtige Branchen innerhalb der Thüringer Industrie (Anteile zwischen 12 % und 16 %). Gummi-/Kunststoffwaren und Maschinenbau schließen sich mit Anteilen von jeweils 9 % an. Mit dieser diversifizierten Struktur unterscheidet sich Thüringen vom gesamtdeutschen Durch- schnitt. Bundesweit trägt der Automobilbau fast ein Viertel zum Industrieumsatz bei. Vier weitere Branchen (Maschinenbau, Chemie/Pharma, Metallbranche, Elektrotechnik/Optik) weisen deutlich niedrigere Anteile zwischen 9 % und 13 % auf. In der Exportpalette sind die Unterschiede deutlich geringer. Die Beliebtheit deutscher und thüringischer Produkte mit hohem Technikanteil ist interna- tional sehr hoch und so werden diese besonders bei Investitionsvorhaben weltweit nachgefragt. 2 Wo die Produktionsstandorte sind Innerhalb Thüringens sticht Erfurt als Produktionsstandort heraus. Allerdings „liefert“ die Landes- hauptstadt zu über 80 % Dienstleistungen, die zumeist nicht exportiert werden können, sondern sich an die Kunden vor Ort richten. Entsprechend niedrig ist die dortige Exportquote von 29 %. Regionaler Output variiert Wirtschaftskraft pro Einwohner sehr unterschiedlich BIP in Mrd. €, 2013 BIP pro Einwohner in % des Bundesdurchschnitts, 2013 Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Wirtschaftskraft – gemessen als Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner – liegt in Erfurt und Jena sogar etwas über dem Bundesdurchschnitt. Letztere weist einen für Städte vergleichsweise hohen Industrieanteil von 25 % auf, was der optischen Industrie zuzuschreiben ist. Da die Absatz- möglichkeiten für die zum Teil hochspezialisierten Produkte auf dem heimischen Markt begrenzt Kraftwagen/ -teile 16% Maschinen 15% Elektrotechnik/ Optik 11% Gummi-/ Kunststoff- waren 8% Elektrische Ausrüstungen 7% Nahrungs-/ Futtermittel 6% Metall- erzeugnisse 4% Pharma 4% Metalle 4% Chemie 4% Sonstige Waren 21% Kraftwagen/ -teile 19% Maschinen 14% Chemische Erzeugnisse 9% Elektrotechnik/ Optik 8% Elektrische Ausrüstungen 6% Pharma 6% Sonstige Fahrzeuge 5% Metalle 4% Nahrungs-/ Futtermittel 4% Gummi-/ Kunststoff- waren 4% Sonstige Waren 21% 0 2 4 6 8 0 2 4 6 8 Erfurt, St. Jena, St. Gotha Schmalk.-Mein. Wartburgkreis Saalfeld-Rudolst. Ilm-Kreis Gera, St. Eichsfeld Unstrut-Hainich Saale-Orla Greiz Nordhausen Weimar, St. Saale-Holzland Weimarer Land Altenburger Land Sömmerda Sonneberg Kyffhäuserkreis Hildburghausen Eisenach, St. Suhl, St. 102 101 90 79 78 72 71 70 70 69 67 66 65 64 63 62 62 61 60 60 58 55 53 52 Jena, St. Erfurt, St. Eisenach, St. Weimar, St. Suhl, St. Sonneberg Saale-Orla Thüringen Gera, St. Gotha Schmalk.-Mein. Saalfeld-Rudolst. Wartburgkreis Ilm-Kreis Eichsfeld Nordhausen Weimarer Land Saale-Holzland Unstrut-Hainich Sömmerda Hildburghausen Greiz Kyffhäuserkreis Altenburger Land Diversifizierte Industriestruktur Hohe Wirtschaftskraft in Erfurt und Jena T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 8 sind, ist es für das Bestehen der Unternehmen wichtig, die internationale Nachfrage auf sich zu lenken. Dass diese Anstrengungen erfolgreich sind, zeigt die höchste Exportquote Thüringens auf Landkreisebene in Jena von 62 %. Auch Eisenach und Umgebung ist ein Industriestandort mit langer Tradition besonders im Automo- bilbau. Effiziente Unternehmen sorgen in der Stadt für ein BIP pro Kopf, das nur um 10 % unter dem Bundesdurchschnitt liegt – bei einem Industrieanteil von 33 %. Eine Exportquote wird vom Statistischen Landesamt für Eisenach nicht veröffentlicht, da das dortige führende Unternehmen ein Recht auf den Schutz seiner Daten hat. Unsere Schätzung weist aber auf einen Ausfuhranteil von ca. einem Drittel hin – ebenfalls ein recht hoher Wert für eine Stadt. Ausgeprägte Wirtschaftsstrukur vor Ort Anteil an der Bruttowertschöpfung in %, 2013 Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Beteiligung der Industrie an der Wirtschaft vor Ort variiert sehr stark: Im Landkreis Sonneberg trägt sie zu 46 % zum wirtschaftlichen Output bei und in den kreisfreien Städten meist nur zwi- schen 12 % und 15 % – mit den genannten Ausnahmen Eisenach und Jena. Immerhin können 15 von 23 Landkreisen bzw. kreisfreien Städten einen industriellen Umsatz von 1 Mrd. € und mehr vorweisen. Dabei ist die Wirtschaftskraft der Thüringer Regionen ebenfalls sehr unterschiedlich. Die meisten Landkreise erreichen ein BIP pro Kopf, das zwischen 50 % und 70 % des Bundes- durchschnitts liegt. Dies ist aber kein Phänomen der neuen Bundesländer. So gibt es auch in Westdeutschland viele Regionen, die eine deutlich unterdurchschnittliche Wirtschaftskraft aufwei- sen. Jena mit höchster Exportquote Verarbeitendes Gewerbe/Bergbau Thüringen: Umsatz in Mrd. €, 2015 Text : Zahlenwerte: Exportquote (Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz in %) Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Exportorientierung der Industrie vor Ort hat nicht zwingend mit der wirtschaftlichen Bedeutung der Region zu tun. So weisen Kyffhäuserkreis, Kreis Sonneberg und Saalfeld-Rudolstadt eine Exportquote von 40 % und mehr auf. Wichtig für die Unternehmen ist es, dass sie bei den interna- tionalen Kundenbeziehungen unterstützt werden. Dafür hat die Helaba das Kompentenzcenter S- Thüringen International in Erfurt aufgebaut, das die Sparkassen und deren Firmenkunden im Aus- landsgeschäft umfasst berät und die finanzielle Abwicklung weltweiter Transaktionen sicherstellt. 46 42 38 34 33 33 33 32 31 31 31 27 27 26 25 25 24 24 24 22 15 14 13 12 7 7 9 7 7 8 10 9 7 9 11 8 12 8 11 12 11 11 15 13 15 16 15 15 13 18 15 14 12 13 17 18 10 13 18 19 22 16 17 18 20 19 20 17 20 19 20 19 21 19 21 19 25 18 22 19 21 21 23 23 24 25 19 20 21 28 26 28 20 25 24 25 23 23 29 29 34 30 27 24 34 33 39 40 35 42 Sonneberg Wartburgkreis Saale-Orla Saalfeld-Rudolst. Eisenach, St. Schmalk.-Mein. Sömmerda Gotha Hildburghausen Ilm-Kreis Eichsfeld Saale-Holzland Thüringen Nordhausen Jena, St. Weimarer Land Altenburger Land Greiz Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich Suhl, St. Gera, St. Erfurt, St. Weimar, St. Baugewerbe Handel, Verkehr,Gastgewerbe, Information/Kommunikation Produzierendes Gewerbe (ohne Bau) Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister Öffentliche und sonstige Dienstleister Land-, Forstwirtschaft 35 29 28 38 26 40 31 62 31 22 27 28 43 21 35 29 27 32 43 34 28 27 28 0 1 2 3 0 1 2 3 Ilm-Kreis Gotha Wartburgkreis Eisenach, St.\* Schmalk.-Mein. Saalfeld-Rudolst. Saale-Orla Jena, St. Eichsfeld Altenburger Land Sömmerda Hildburghausen Sonneberg Nordhausen Unstrut-Hainich Erfurt, St. Saale-Holzland Greiz Kyffhäuserkreis Weimarer Land Gera, St. Suhl, St. Weimar, St.\* Inlandsumsatz Auslandsumsatz Eisenach mit lebendiger Industrietradition Industrie wichtig für Thüringer Regionen Helaba Kompetenzcenter S-Thüringen International unterstützt Firmen T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 9 3 Wo die Hauptabnehmer sind Die festen Kundenbeziehungen, die im Rahmen des kommunistischen Ostblocks herrschten, lös- ten sich ab 1992 zusammen mit dem entsprechenden Wirtschaftsraum auf. Auch die Kundenkon- takte in die alten Bundesländer hatten mit der Einführung der D-Mark und der Angleichung der Löhne keinen Bestand mehr. Es dauerte anschließend fast zehn Jahre bis die Ausfuhren in die Staaten des ehemaligen Ostblocks wieder den Wert von 1991 erreichten. Inzwischen hat sich ihr Wert mehr als vervierfacht. 2015 wurden in die Staaten des ehemaligen Ostblocks 26 % der Thü- ringer Exporte ausgeführt. Die Unternehmen meldeten sich aber nicht nur bei den alten Handels- partnern zurück, sondern gewannen neue Märkte hinzu. Damit hat sich die Exportstruktur in Thü- ringen diversifiziert: 47 % der Ausfuhren gehen heute nach Westeuropa und 27 % in die übrige Welt. Die Lieferbeziehungen reichen in rund 200 der 240 in der Außenhandelsstatistik genannten Länder, wobei meist nur kleine Inselstaaten nicht zu den Käufern Thüringer Waren gehören. Thüringen: Exporte jetzt weltweit gefragt Deutsche Exporte: Emanzipation von Westeuropa Thüringen: Anteil an den Exporten in % Deutschland: Anteil an den Exporten in % Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research In Deutschland insgesamt veränderten sich ebenfalls die Zielregionen. Zwar ist Westeuropa wei- terhin der wichtigste Handelspartner, allerdings sank der Anteil seit 1991 von 71 % auf 52 %. Ost- europa mit einem Anteil von 16 % und die übrige Welt mit 32 % konnten je etwa zehn Prozent- punkte hinzugewinnen. Vor diesem Hintergrund ist die Leistung der Unternehmen in Thüringen besonders zu würdigen, mussten sie sich doch in stark umkämpften oder bereits aufgeteilten Märkten Eintritt verschaffen und Kundenbeziehungen aufbauen. Dynamische Exportentwicklung in Thüringen Thüringen: Exportquote zuletzt nur leicht ansteigend Exporte: Veränderung gegenüber Vorjahr in % Verarbeitendes Gewerbe: Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz in % Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research \* Durchschnitt Januar bis März 2016 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Exportquote, also der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz, ist in Thüringen seit dem Tiefpunkt 1993 mit knapp 12 % auf 34 % angestiegen. Auch der Absatz der Thüringer Waren in Deutschland konnte erheblich gesteigert werden. Der Output der Thüringer Industrie erhöhte sich damit enorm: Die industrielle Bruttowertschöpfung pro Einwohner liegt in Thüringen inzwi- schen bei 72 % des deutschen Durchschnitts und ist seit 1991 um mehr als 50 Prozentpunkte 1991 Westeuropa 32% Osteuropa 55% übrige Welt 13% 2015 Westeuropa 47% Osteuropa 26% übrige Welt 27% 1991 Westeuropa 71% Osteuropa 7% übrige Welt 22% 2015 Westeuropa 52% Osteuropa 16% übrige Welt 32% 1995 2000 2005 2010 2015 -30 -20 -10 0 10 20 30 40 -30 -20 -10 0 10 20 30 40 Thüringen Deutschland 15 20 25 30 35 40 45 50 15 20 25 30 35 40 45 50 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Deutschland Thüringen \* Ostdeutschland Viele Kunden in West- und Osteuropa Exportquote 34 % T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 10 gestiegen. Eine derartige Aufholjagd hat kein anderer Wirtschaftszweig hingelegt. Auch ist das Niveau der Industrie in keinem anderen neuen Bundesland so hoch wie in Thüringen. Dies spricht für den Erfolg Thüringer Produkte bei Kunden im In- und Ausland. Die Exportquote ist zwar niedri- ger als im ost- und gesamtdeutschen Durchschnitt. Deutschland als einen der wichtigsten Absatz- märkte in der Welt gewonnen zu haben, schafft aber eine gewisse Sicherheit für die Thüringer Produzenten. Thüringen: Länderranking bei den Exportzielen … … ähnlich wie in Deutschland insgesamt Thüringen: Anteil an den Exporten in %, 2015 Deutschland: Anteil an den Exporten in %, 2015 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Das Thüringer Ranking der Exportziele wird von Ungarn, USA, Frankreich, Großbritannien und China angeführt. Dabei gibt es viele Überschneidungen mit der deutschen Reihenfolge. Von den zwanzig größten Exportdestinationen Thüringens finden sich sechzehn auch in der gesamtdeut- schen Liste wieder. Nur vier kleinere Ausfuhrländer – Slowakei, Finnland, Mexiko und Rumänien – sind thüringenspezifisch. Die ersten fünf Nationen sind bis auf Ungarn identisch mit den deutschen Großabnehmerländern. Auch der Konzentrationsgrad auf die zehn und zwanzig größten Ausfuhr- ziele ist mit rund 60 % bzw. 80 % in beiden Regionen gleich groß. Ungarn als Hauptexportziel Thüringens erhält überwiegend Kraftwagen und Kraftwagenteile (60 %). Zum einen hängt dies mit dem großen Automobilhersteller in Thüringen zusammen, der recht hohe Marktanteile bei den dortigen Neuzulassungen hat. Zum anderen produzieren bedeu- tende deutsche Autofirmen in Ungarn, sodass ein Großteil dieser Exporte auf den Werksverkehr der zugelieferten Teile und Komponenten entfallen dürfte. Weitere 20 % der Thüringer Exporte nach Ungarn sind Maschinen. Damit ist die Ausfuhr in dieses Land sehr stark auf zwei Produkt- gruppen konzentriert. Die Entwicklung in den letzten Jahren ging mit einer Verdreifachung seit 2010 steil aufwärts. Dynamik in den wichtigsten Exportdestinationen … … in den letzten fünf Jahren sehr unterschiedlich Thüringen: Exporte; 2010 = 100 Thüringen: Exporte; 2010 = 100 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Exporte in die zweitwichtigste Destination USA bestehen schwerpunktmäßig aus Elektrotech- nik/Optik (35 %) und Maschinen (22 %). Die nächstgrößere Warengruppe sind Kraftwagen/-teile (8 %). Als Zielland für Thüringer Exporte sind die USA in den letzten Jahren attraktiver geworden, wie die Steigerung seit 2010 um 60 % zeigt. 7,5 7,3 6,9 6,2 5,7 5,4 5,1 5,0 4,9 4,8 4,3 3,3 2,6 1,8 1,8 1,6 1,6 1,5 1,4 1,4 Ungarn USA Frankreich Großbrit. China Österreich Polen Italien Spanien Tschechien Niederlande Schweiz Belgien Slowakei Russland Mexiko Finnland Dänemark Rumänien Schweden 9,5 8,6 7,5 6,6 6,0 4,9 4,9 4,4 4,1 3,5 3,2 3,1 1,9 1,9 1,8 1,8 1,5 1,5 1,4 1,2 USA Frankreich Großbrit. Niederlande China Italien Österreich Polen Schweiz Belgien Spanien Tschechien Schweden Türkei Ungarn Russland Südkorea Dänemark Japan Ver. Arab. Em. 50 100 150 200 250 300 50 100 150 200 250 300 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Ungarn Frankreich Großbritannien China USA 75 100 125 150 175 75 100 125 150 175 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Österreich Italien Spanien Tschechien Polen Thüringer Exportziele ähneln weitgehend Bundesdurchschnitt Hauptexportdestination Ungarn mit Schwerpunkt Automobil USA auch mit großen Steigerungen T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 11 Die Exportstruktur der Ausfuhren nach Frankreich erstreckt sich über viele Warenbereiche: Fast zu gleichen Teilen sind Maschinen (13 %), Nahrungs-/Futtermittel (12 %) und Kraftwagen/-teile (11 %) vertreten. Dann folgen mit Metallerzeugnissen (9 %), Glas/-waren/Keramik/Steine/Erden (8 %), Gummi-/Kunststoffwaren (7 %) und Papier/Pappe/-waren (6 %). Zwei Drittel der Thüringer Warenexporte nach Frankreich werden von den genannten sieben Gütergruppen gestellt. Dabei ist der Exportwert seit 2010 nahezu unverändert. Nach Großbritannien werden in der Hauptsache Produkte aus dem Bereich „sonstige Fahrzeuge“ (19 %), dazu zählen auch überholte Flugzeugtriebwerke, die von Thüringen aus verschickt werden. Maschinen sind zu 15 % an den Ausfuhren beteiligt. Gummi-/Kunststoffwaren und Nahrungs-/ Futtermittel leisten einen Beitrag von je 10 %. Damit sind vier Produktgruppen für gut die Hälfte der Thüringer Exporte nach Großbritannien verantwortlich. Die Entwicklung von 2010 bis 2013 war von einem Rückgang um 22 % geprägt. Danach setzte eine gewisse Erholung ein, sodass inzwischen das Niveau von 2010 nur noch um 12 % unterschritten wird. China bezieht größtenteils Investitionsgüter aus Thüringen. So sind 23 % der Exporte Maschinen und 22 % kommen aus dem Bereich Elektrotechnik/Optik. Auf Kraftwagen/-teile entfallen 14 % und auf elektrische Ausrüstungen 11 % der Thüringer Ausfuhren nach China. Die Entwicklung hat im vergangenen Jahr stagniert; der Exportwert verblieb bei 40 % über den Ausfuhren von 2010. Unter den nächst größeren Exportzielen Österreich, Polen, Italien, Spanien und Tschechien sticht der Anstieg der Ausfuhren nach Spanien um 70 % seit 2010 besonders hervor (auch hier dürfte es einen intensiven Werksverkehr eines Automobilherstellers geben). Thüringer Exporteure konnten ihren Absatz in Österreich, Polen und Tschechien in den letzten fünf Jahren immerhin zwischen 12 % und 22 % steigern. Die Ausfuhren nach Italien sind dagegen noch unter dem Niveau von 2010. Frankreich bezieht breites Warenspektrum Großbritannien: weniger Thüringenimporte als 2010 China importiert hauptsächlich Investitionsgüter T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 12 4 Wachstumscheck der Exportdestinationen 4.1 In Kürze: Weltwirtschaft wächst – aber nicht überall In welchem konjunkturellen Umfeld befinden sich die Kunden der Thüringer Unternehmen weltweit und was sind die Wachstumstreiber? Nur wer gut informiert ist, kann sich auf die Kundenwünsche einstellen und selbst bei abnehmender Wirtschaftsdynamik in den Zielländern das Kundenpotenzi- al ausschöpfen. Wie ist es also um die Konjunktur in den Hauptabnehmerländern als wichtige Einflussgröße für den Thüringer Außenhandel bestellt? Die Zusammenfassung direkt im Anschluss wird durch ausführliche Texte mit Prognosetabellen für die wichtigsten Absatzmärkte in der Rei- henfolge ihrer Bedeutung für Thüringen ergänzt. Weitere Informationen bieten Übersichtstabellen für Wirtschaftswachstum und Wechselkurse am Ende dieses Kapitels.  In Ungarn sorgen nach unseren Prognosen steigende Realeinkommen für ein Wirtschafts- wachstum von real 2,0 % in diesem und von 2,8 % im kommenden Jahr.  Für die USA gehen wir von ähnlich hohen Wachstumsraten (2,0 % bzw. 2,5 %) aus – allerdings nur, wenn die erwartete konjunkturelle Belebung nach einem schwachen Start 2016 einsetzt.  Frankreich kann nach der Erholung im Vorjahr 2016 und 2017 mit einem etwas höheren Zu- wachs von 1,5 % rechnen.  Die deutsche Konjunktur sollte zusammen mit der Entwicklung der Eurozone insgesamt Werte von mindestens 1,5 % erreichen.  Der private Konsum erweist sich in Großbritannien weiter als Wachstumsstütze. Bei den Unter- nehmensinvestitionen weist der Trend nach unten. 2016 und 2017 dürfte das britische Bruttoin- landsprodukt um knapp 2 % zulegen.  Dagegen kommen wichtige Schwellenländer wie Russland und Brasilien 2016 nicht aus der Rezession heraus, immerhin verringern sich die Minusraten aber deutlich. 2017 dürften sie dann den Turnaround geschafft haben und wieder mit 1,5 % bzw. 1,0 % wachsen.  Das Wachstumstempo in China verlangsamt sich 2016 und 2017 aufgrund des angestrebten neuen Wirtschaftsmodells – mehr Konsum weniger Investitionen – auf 6,5 % und 6,0 %. Insgesamt dürfte das weltwirtschaftliche Wachstum 2016 bei 3 % verharren. Dies ist eine beruhi- gende Nachricht für die Thüringer Exporteure, da bei gleicher Dynamik im letzten Jahr die Exporte um gut 4 % gesteigert werden konnten. Konjunkturelles Umfeld wichtig für Exporte Prognosen für die fünf größten Exportziele Thüringens T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 13 4.2 Deutschland: Ausrüstungen bleiben verhalten Die deutsche Konjunktur wird vom Konsum getrieben. Steigende Realeinkommen und immer neue Beschäftigungsrekorde lassen die Konsumenten derzeit optimistisch in die Zukunft schauen. Die positiven Effekte der zeitweise starken Zuwanderung nehmen allerdings ab. Trotzdem dürften die Konsumausgaben der privaten Haushalte 2016 mit knapp 2 % deutlich ansteigen. Die günstige Konjunktur führt darüber hinaus zu mehr Steuereinnahmen, die sich in höheren Konsumausgaben des Staates niederschlagen. Nachdem sich die Ausrüstungsinvestitionen bislang eher zögerlich entwickelt haben, war die Dynamik zuletzt stärker. Es ist aber davon auszugehen, dass diese in den nächsten Quartalen wieder abnimmt. Die aktuell moderate Entwicklung der Auftragseingänge signalisiert keine schnelle Besserung der Industriekonjunktur. Hinzu kommt der anhaltende Druck auf die Unternehmensgewinne durch sinkende Erzeugerpreise und deutlich zunehmende Lohn- stückkosten sowie politische Unsicherheiten. Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau bleiben positiv. Entscheidend ist der Mangel an Wohnraum in den Städten und ihrem Umland. Extrem niedrige Zinsen und steigende Realeinkommen helfen den Verbrauchern, trotz der gestie- genen Immobilienpreise Wohneigentum zu erwerben. Vom Außenhandel gehen zurzeit leicht ne- gative Wachstumseffekte aus. Weiterhin sind wichtige deutsche Exportmärkte nur wenig aufnah- mefähig. Trotzdem expandiert Deutschland 2016 mit kalenderbereinigt 1,7 % über Potenzial. Auch 2017 dürften die gleichen Wachstumstreiber die Konjunktur stimulieren. Prognoseübersicht Deutschland Prognoseübersicht Ungarn \*kalenderbereinigt p = Prognose Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EIU, Eurostat, Helaba Volkswirtschaft/Research p = Prognose 4.3 Ungarn: Dämpfer im ersten Quartal Nach zwei Jahren kräftigen Wirtschaftswachstums von bis zu 3,7 % hat die ungarische Konjunktur im ersten Quartal 2016 einen Dämpfer erhalten: Im Vergleich zum Vorjahr lag das Plus nur noch bei real 0,9 %, gegenüber dem Vorquartal ging das Bruttoinlandsprodukt sogar um 0,8 % zurück. Dabei hemmen derzeit offenbar insbesondere die Bauinvestitionen die Wachstumsdynamik, da die Projekte aus der neuen EU-Förderperiode 2014-20 erst anlaufen. Von dieser abgebremsten Basis aus kann im Jahresdurchschnitt ein Anstieg von real 2,0 % erwartet werden. Positive Impulse dürften vom Außenhandel kommen, da das BIP-Wachstum in Euroland und v.a. in Ungarns wich- tigstem Exportpartner Deutschland, wohin knapp 30 % der Exporte gehen, noch etwas zulegt. Die ungarische Inlandsnachfrage profitiert weiterhin von der Wirtschaftspolitik der rechtskonserva- tiven Regierung unter Ministerpräsident Orban, die durch fiskalpolitische Maßnahmen wie Steuer- erleichterungen und Beihilfen für Familien den Konsum stärkt. Darüber hinaus kommen den Ver- brauchern die auf mittlerweile unter 6 % gesunkene Arbeitslosigkeit und die niedrige Inflation zugu- te, die zuletzt bei 0,2 % lag. Die Nationalbank hat bei ihrer jüngsten Sitzung noch einmal den Leit- zins auf nun 0,9 % gesenkt, um eine Normalisierung der Inflation zu unterstützen. Für den Ban- kensektor hellt sich mit der Herabsetzung der Steuer auf Bank-Aktiva Anfang 2016 die Lage wie- der auf. Dies dürfte die Kreditvergabe günstig beeinflussen. 2014 2015 2016p 2017p BIP\*, real % gg. Vj. 1,6 1,4 1,7 1,5 Budgetsaldo % des BIP 0,3 0,7 0,2 0,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 7,3 8,5 8,4 8,3 Arbeitslosenquote % 6,7 6,4 6,4 6,7 Inflationsrate % gg. Vj. 0,9 0,3 0,7 1,6 2014 2015 2016p 2017p BIP, real % gg. Vj. 3,7 2,9 2,0 2,8 Budgetsaldo % des BIP -2,3 -2,0 -2,2 -2,3 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 2,2 4,9 5,0 4,5 Arbeitslosenquote % 7,8 6,9 5,7 5,4 Inflationsrate % gg. Vj. -0,2 -0,1 0,4 2,3 Dr. Stefan Mütze Tel.: 0 69/91 32-38 50 Marion Dezenter Tel.: 0 69/91 32-28 41 T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 14 4.4 USA: Schwächephase bald überwunden Die US-Konjunktur ist zuletzt nicht besonders gut gelaufen. Hauptursachen hierfür waren aber nicht die zentralen Komponenten der Binnennachfrage, sondern schwache Exporte vor allem in Schwellenländer und die Korrektur in der heimischen Ölindustrie, die zusammen mit dem starken Dollar auch das Verarbeitende Gewerbe in Amerika deutlich belastet hat. Die Importe sehen ver- gleichsweise gut aus, auch wenn sie im laufenden Jahr wohl nur halb so stark zulegen wie 2015. Dies ist aber vor allem ein Basiseffekt durch das schwache Winterhalbjahr. Bereits im Sommer und ins kommende Jahr hinein dürfte die Importdynamik wieder spürbar höher ausfallen. Wie in frühe- ren Zyklen ist der private Konsum wieder eine Säule des Wachstums. Er profitiert vom sehr robus- ten Arbeitsmarkt. Der sich derzeit abzeichnende, extrem langsame Zinserhöhungskurs der US- Notenbank sollte keine nennenswerten konjunkturellen Bremsspuren nach sich ziehen – voraus- gesetzt, Überreaktionen an den Finanzmärkten, vor allem beim Dollar und am Aktienmarkt, bleiben aus. In unserem Basis-Szenario rechnen wir mit einem Wachstum von 2 % im laufenden Jahr, wobei allerdings schon im zweiten Quartal eine annualisierte Rate nahe 3 % wahrscheinlich ist. Im kommenden Jahr dürfte die US-Wirtschaft im Schnitt um 2,5 % wachsen. Für 2017 stellt der Aus- gang der Präsidentschaftswahlen ein gewisses Risiko dar. Die Kandidaten sind alle dem Freihan- del gegenüber eher skeptisch eingestellt. Unter einem Präsidenten Trump könnte es sogar zu einem Handelskrieg mit China kommen, der wohl negative Folgen für die ganze Weltwirtschaft hätte. Prognoseübersicht USA Prognoseübersicht Frankreich \* Bundesebene einschl. Sozialversicherungen (NIPA-Basis) p = Prognose Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research p = Prognose 4.5 Frankreich: Zögerlicher Aufschwung Für Frankreichs Wirtschaft war der Start ins neue Jahr erfreulich. Da das lebhafte Wachstum auch auf Sonderfaktoren beruhte, sollte es aber nicht ohne Abstriche fortgeschrieben werden, zumal im zweiten Quartal Streikfolgen sichtbar werden dürften. Die französischen Konsumenten bleiben ein wichtiger Treiber der Entwicklung. Allerdings dürften die Zuwächse aufgrund des zuletzt gestiege- nen Ölpreises nun etwas geringer ausfallen. Die Beschäftigung steigt moderat. Auch wenn dies nicht ausreicht, die Arbeitslosigkeit nennenswert zu senken, erhöht es die Kaufkraft. Impulse ge- hen weiterhin von den Konsumausgaben des Staates aus. Ambitionierte Einsparziele sind nicht zu erkennen. Das öffentliche Defizit wird auch 2016 kaum zurückkommen. Der Aufschwung der Aus- rüstungsinvestitionen dürfte sich fortsetzen. Die Maßnahmen der Regierung tragen erste Früchte. So ist die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch die Senkung von Sozialbeiträgen, Steu- erentlastungen und temporäre Abschreibungsverbesserungen erhöht worden. Allerdings hat die Kapazitätsauslastung des Verarbeitenden Gewerbes bei weitem noch nicht den Stand vor der Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie liegt aktuell sogar unter 50 Punkten. Auch für die Bautätigkeit ist nur mit einer allmählichen Erholung zu rech- nen. Immerhin sind die Wohnungsbaugenehmigungen zuletzt angestiegen und die Hauspreise scheinen sich zu stabilisieren. Vom Außenhandel sind kaum Impulse zu erwarten. 2017 sollte sich der konsumgetragene Aufschwung der französischen Wirtschaft mit gleichem Tempo fortsetzen. 2014 2015 2016p 2017p BIP, real % gg. Vj. 2,4 2,4 2,0 2,5 Budgetsaldo\* % des BIP -3,8 -3,4 -3,4 -3,3 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -2,2 -2,7 -2,9 -3,3 Arbeitslosenquote % 6,2 5,3 4,6 4,2 Inflationsrate % gg. Vj. 1,6 0,1 1,6 2,5 2014 2015 2016p 2017p BIP, real % gg. Vj. 0,7 1,2 1,5 1,5 Budgetsaldo % des BIP -4,0 -3,5 -3,3 -3,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -1,1 -0,2 -0,4 -0,1 Arbeitslosenquote % 10,3 10,4 9,9 9,4 Inflationsrate % gg. Vj. 0,6 0,1 0,5 1,5 Dr. Stefan Mütze Tel.: 0 69/91 32-38 50 Patrick Franke Tel.: 0 69/91 32-47 38 T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 15 4.6 Großbritannien: Referendum drosselt vorläufig Wachstum Das britische Wachstum verlor Anfang 2016 an Dynamik. Der private Konsum erweist sich weiter als Wachstumsstütze. Dies dürfte sich angesichts einer soliden Einkommensentwicklung auch in den nächsten Quartalen fortsetzen. Belastend wirkt sich dagegen der Außenhandel aus. Bei den Unternehmensinvestitionen weist der Trend trotz eines Zuwachses im ersten Quartal nach unten. Dies untermauern auch einige Stimmungsindikatoren. Womöglich beeinträchtigt das am 23. Juni anstehende Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft bereits die Konjunktur. Die im Falle eines „Brexits“ einhergehende Unsicherheit würde vor allem die Investitionsbereitschaft deutlich reduzieren. Während die Umfrageergebnisse auf einen knappen, aber keinesfalls klaren Sieg der EU-Befürworter deuten, signalisieren die Wettquoten der Buchmacher derzeit recht eindeutig ein „Ja“ zur EU. Falls im dritten Quartal die „Brexit“-Gefahr entschärft ist und diese Unsicherheit ver- schwindet, dürfte sich die britische Konjunktur wieder leicht beschleunigen. Im Gesamtjahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt um knapp 2 % zulegen. Aufgrund des robusten Arbeitsmarktes sollte im zweiten Halbjahr das Thema Zinswende wieder auf die Agenda rücken, zumal sich die derzeit sehr niedrige Inflation merklich erhöhen wird. Wenn die Bank of England gegen Ende 2016 ihren Leit- zins anhebt, dürfte das Pfund Sterling aufwerten. Ohnehin wird die britische Währung schon von einem Beibehalt der EU-Mitgliedschaft profitieren. Prognoseübersicht Großbritannien Prognoseübersicht China Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research p = Prognose Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research p = Prognose 4.7 China: Übertriebene Konjunktursorgen Befürchtungen über einen „China-Crash“ haben sich auch Anfang 2016 als verfehlt erwiesen. Allerdings bleibt das Wachstum auf seinem mittelfristigen Abwärtstrend Richtung 5 %. Aufgrund des erheblich höheren Gewichts in der Weltwirtschaft liefert China aber bei solchen Wachstumsra- ten dem Rest der Welt noch immer stärkere Impulse als zweistellige Zuwachsraten vor zehn Jah- ren. Hinzu kommt, dass die chinesische Wirtschaft aktuell nicht mehr primär über die Exporte, sondern über die Binnennachfrage wächst. Damit ist das Land ein wichtiger Teil der globalen End- nachfrage. Ängste über einen neuen Kurs der Regierung in der Währungspolitik haben sich als überzogen erwiesen. Die Liberalisierung des Wechselkursregimes und die umfangreiche Stützung des Yuan durch die Notenbank, als es durch private Kapitalströme zu Abwertungsdruck kam, sprechen klar gegen eine „Politik des schwachen Yuans“, die das Potenzial hätte, die Weltwirt- schaft zu destabilisieren. Stattdessen liegen die größten Herausforderungen eher in den strukturel- len Änderungen: Mehr Konsum und weniger Investitionen. Mehr Dienstleistungen und weniger Schwerindustrie. Dies stellt ausländische Lieferanten von Rohstoffen sowie von Investitionsgütern vor Probleme. Insgesamt wird die chinesische Wirtschaft 2016 und 2017 wohl im Bereich von 6 % bis 6,5 % expandieren. Stützend wirken die expansiven Maßnahmen der Notenbank sowie zusätz- liche Infrastrukturprogramme der Regierung. Dies hat allerdings den Pferdefuß, dass die bereits sehr hohe Verschuldung in China weiter steigt und damit auch die Risiken für die Finanzstabilität zunehmen. 2014 2015 2016p 2017p BIP, real % gg. Vj. 2,9 2,3 1,9 1,8 Budgetsaldo % des BIP -5,7 -4,2 -3,5 -3,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -5,1 -5,2 -4,2 -3,7 Arbeitslosenquote % 6,2 5,4 5,1 5,1 Inflationsrate % gg. Vj. 1,5 0,1 0,8 2,2 2014 2015 2016p 2017p BIP, real % gg. Vj. 7,3 6,9 6,5 6,0 Budgetsaldo % des BIP -1,8 0,6 -3,0 -4,0 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 2,6 3,1 2,5 2,5 Arbeitslosenquote % 4,1 4,0 4,1 4,1 Inflationsrate % gg. Vj. 2,1 1,5 2,0 2,4 Christian Apelt, CFA Tel.: 0 69/91 32-47 26 Patrick Franke Tel.: 0 69/91 32-47 38 T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 16 4.8 Prognoseübersicht: Wirtschaftswachstum weltweit Anteil an den Exporten Thüringens Thüringen: Wachstum der Exporte Bruttoinlandsprodukt Reale Veränderung gg. Vorjahr, % 2015 2010-2015 2014 2015 2016p 2017p Euroland 35,5 12,9 0,9 1,5 1,7 1,6 Deutschland - - 1,6 1,4 1,7 1,5 Frankreich 6,9 2,0 0,7 1,2 1,5 1,5 Italien 5,0 -7,4 -0,3 0,6 1,2 1,5 Spanien 4,9 70,8 1,4 3,2 2,8 2,0 Niederlande 4,3 6,5 1,0 2,0 1,5 2,0 Österreich 5,4 16,7 0,4 0,9 1,4 1,5 Griechenland 0,3 -20,5 0,7 -0,3 -0,6 1,5 Portugal 0,7 1,5 0,9 1,5 1,5 1,8 Irland 0,3 -16,9 5,2 7,8 5,0 3,8 Großbritannien 6,2 -11,8 2,9 2,3 1,9 1,8 Schweiz 3,3 22,2 1,9 0,9 1,2 1,6 Schweden 1,4 10,2 2,3 4,2 3,4 2,6 Norwegen 0,5 54,8 2,2 1,6 1,3 1,8 Polen 5,1 21,9 3,3 3,6 3,0 3,0 Ungarn 7,5 198,9 3,7 2,9 2,0 2,8 Tschechien 4,8 12,4 2,0 4,2 2,4 2,6 Russland 1,8 -16,7 0,6 -3,7 -1,5 1,5 USA 7,3 58,5 2,4 2,4 2,0 2,5 Japan 1,1 -18,2 -0,1 0,6 0,4 0,4 Asien ohne Japan 13,7 25,6 5,7 5,4 5,1 5,0 China 5,7 41,4 7,3 6,9 6,5 6,0 Indien 0,8 -13,3 7,2 7,0 6,8 6,5 Lateinamerika 3,4 99,7 1,3 0,0 0,3 2,0 Brasilien 1,0 91,2 0,1 -3,8 -3,0 1,0 Welt 100 25,0 3,2 2,9 2,9 3,2 p = Prognose; BIP-Wachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt Quellen: EIU, Macrobond, Datastream, Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 17 4.9 Prognoseübersicht: Wechselkurse Verände- rung seit Aktueller Prognose Ende 31.12.15 Stand\* Q2/2016 Q3/2016 Q4/2016 Q1/2017 gg. Euro jeweils gg. Euro, % US-Dollar -2,6 1,12 1,15 1,10 1,05 1,05 Japanischer Yen 7,6 121 129 130 131 131 Britisches Pfund -4,7 0,77 0,75 0,73 0,70 0,70 Schweizer Franken -1,5 1,10 1,10 1,10 1,10 1,10 Kanadischer Dollar 2,9 1,46 1,53 1,45 1,41 1,41 Australischer Dollar -3,3 1,54 1,64 1,55 1,50 1,50 Schwedische Krone -1,3 9,29 9,10 9,00 8,80 8,80 Norwegische Krone 3,4 9,29 9,30 9,00 8,70 8,70 Chinesischer Yuan -3,5 7,35 7,71 7,48 7,14 7,19 gg. US-Dollar jeweils gg. USD, % Japanischer Yen 10,4 109 112 118 125 125 Schweizer Franken 1,2 0,99 0,96 1,00 1,05 1,05 Kanadischer Dollar 5,7 1,31 1,33 1,32 1,34 1,34 Schwedische Krone 1,4 8,33 7,91 8,18 8,38 8,38 Norwegische Krone 6,1 8,34 8,09 8,18 8,29 8,29 Chinesischer Yuan -1,4 6,58 6,70 6,80 6,80 6,85 US-Dollar gg. … jeweils gg. USD, % Britisches Pfund -2,1 1,44 1,53 1,51 1,50 1,50 Australischer Dollar -0,8 0,72 0,70 0,71 0,70 0,70 \*02.06.2016 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 18 5 Ausblick für Thüringen 5.1 Wirtschaftswachstum setzt sich 2016 fort Die Entscheidungen der einzelnen Kunden zu kaufen oder nicht zu kaufen bestimmen die Produk- tion von Gütern und Dienstleistungen in einer Region. In Thüringen führte die Summe dieser Pro- zesse von 2013 bis 2015 zu einem Wachstum des BIP von 1,4 %, 1,3 % und 1,1 %. Damit übertraf das Bundesland zunächst die bundesweite Zuwachsrate von 0,3 %, blieb aber in den beiden Folgejahren unter dem Bundesdurchschnitt von 1,6 % bzw. 1,7 %. 2016: Leichte Wachstumsbeschleunigung 2015: Außer Bau alle Wirtschaftsbereiche im Plus Reales BIP: Veränderung gegenüber Vorjahr in % Reale Bruttowertschöpfung 2011-2015: Veränderung gegenüber Vorjahr in % Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Die deutlich schlechtere Entwicklung des Thüringer Baugewerbes sowie die schwächere Zunahme in der Industrie und im Dienstleistungssektor „Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information/Kommu- nikation“ stellten Hauptursachen für die geringere Dynamik 2015 dar. Allerdings war der Indust- riezyklus in Thüringen früher in Gang gekommen: 2013 und 2014 lieferte er mit 3,0 % und 2,7 % deutlich höhere Zuwächse als in Deutschland insgesamt (0,9 % bzw. 2,3 %). Industrieumsätze 2015: Hohe Zuwächse im Ausland Thüringen: Auftragsplus im ersten Quartal 2016 Verarbeitendes Gewerbe/Bergbau Thüringen: Veränd. gg. Vorjahresquartal in % Auftragseingang Verarbeitendes Gewerbe, Quartalsdurchschnitt, Index 2010 = 100 Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Thür. Landesamt für Statistik, Stat. Bundesamt; Helaba Volkswirtschaft/Research Der Start der Industrie war 2016 äußerst schwach, was aber auch durch eine geringere Zahl von Arbeitstagen aufgrund des frühen Osterfestes im März bedingt sein dürfte. So stagnierte in Thürin- gen im ersten Quartal der Industrieumsatz im In- und Ausland gegenüber dem Vorjahr. Damit war Thüringen nicht allein. Im Bundesdurchschnitt ergab sich sogar ein Rückgang von 1,5 % bzw. 0,4 %. Die Auftragseingänge erholten sich in Thüringen dagegen deutlich mit einem Plus von 3,6 % im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahr (Deutschland: Stagnation). Besonders star- ke Impulse kamen von den ausländischen Kunden, die ihre Aufträge um gut 8 % ausweiteten. Die inländische Nachfrage sorgte nur für einen Anstieg der Order um 1,3 %. Dies deutet alles auf ein solides Wachstumsjahr für die Thüringer Industrie hin, zumal auch der Beschäftigungstrend in dem Wirtschaftszweig positiv ist. -6 -4 -2 0 2 4 6 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 -6 -4 -2 0 2 4 6 Thüringen Deutschland Prognose -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 Deutschland Thüringen Baugewerbe Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information/ Kommunikation Finanzierung, Versicherung Vermietung, Unternehmens- dienstleister Öffentliche und sonstige Dienstleister Industrie -10 -5 0 5 10 15 20 11 12 13 14 15 16 11 12 13 14 15 16 -10 -5 0 5 10 15 20 Inlandsumsatz Auslandsumsatz 95 100 105 110 115 120 125 95 100 105 110 115 120 125 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Deutschland Thüringen Thüringer BIP-Wachstum 2015: 1,1 % Industriewachstum auch 2016 T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 19 Im Thüringer Baugewerbe kam es seit 2012 stets zu Rückgängen der Bruttowertschöpfung, die sich 2014 und 2015 auf 5,6 % und 5,5 % steigerten, während bundesweit in diesen Jahren mit 2,6 % und 0,3 % Zuwächse zu verbuchen waren. Zwar waren die Umsatzsteigerungen im Woh- nungsbau auch in Thüringen deutlich im Plus, jedoch schwächelten der Wirtschafts- und der öf- fentliche Bau überdurchschnittlich. In den ersten drei Monaten diesen Jahres scheint sich das Blatt zu wenden. Zusammen mit dem Wohnungsbau expandiert der gewerbliche Bau, sodass der Um- satzzuwachs im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahr in Höhe von knapp 4 % in etwa der gesamtdeutschen Zunahme entspricht. Die Auftragseingänge zogen im ersten Quartal 2016 um 12 % kräftig an. Wenn dieser Trend andauert, dann könnte die Thüringer Baubranche im Gesamt- jahr eine Zuwachsrate erwarten. Die Dienstleistungsbereiche lieferten in Thüringen 2015 mit einem Plus von 1,7 % eine etwa gleich hohe Wachstumsrate wie Deutschland insgesamt (1,5 %). Dies war das dritte „starke Dienstleis- tungsjahr“ in Folge. Angesichts der Einkommenssteigerungen, der guten Situation am Arbeitsmarkt und der notwendigen Versorgung der Flüchtlinge dürften Dienstleister und Warenproduzenten weiter gefragt sein. Auch wenn das Wachstum in Deutschland sowie vieler anderer Länder haupt- sächlich auf einer Zunahme des Konsums beruht, fallen Verbrauchsgüter nicht vom Himmel, son- dern wollen produziert werden. Zwar haben die deutsche und die thüringische Wirtschaft ihren Schwerpunkt nicht in der Herstellung von Konsumwaren, jedoch stehen dahinter Produktionspro- zesse, in denen die Expertise des hiesigen Maschinenbaus sowie der Mess- und Regeltechnik gefordert sind. Die insgesamt stabile Weltkonjunktur, die vielerorts zu einem Anstieg der Investitionen führt, sollte die Thüringer Industrie zumindest zu einem durchschnittlichen Wachstum anregen. Der Zuwachs von 3,4 % bei den Exporten Thüringens im ersten Quartal 2016 ist sogar schon kräftiger als bun- desweit mit 0,7 %. Damit dürfte sich die Wachstumslücke zum Bundesdurchschnitt wieder etwas einengen. Das Wirtschaftswachstum wird 2016 deshalb in Thüringen mit etwa 1,5 % nur etwas schwächer ausfallen als der gesamtdeutsche Durchschnitt mit 1,8 % (arbeitstäglich unbereinigt). 5.2 Beschäftigungsschwelle erneut überschritten Auf dem Arbeitsmarkt in Thüringen ist mit weiteren Verbesserungen zu rechnen. Die Arbeitslosen- quote lag 2015 mit durchschnittlich 7,4 % erneut unter dem Vorjahreswert (7,8 %). Dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr fort: Die Arbeitslosenquote sank im Mai auf 6,7 % und war damit um gut einen halben Prozentpunkt niedriger als im Vorjahresmonat. Arbeitslosigkeit sinkt weiter Schwache Beschäftigungzunahme Arbeitslosenquote in % aller zivilen Erwerbspersonen Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, % gg. Vj. Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen hat dabei im Mai 2016 gegenüber dem Vorjahr mit 8,7 % überdurchschnittlich abgenommen (Ostdeutschland: -7,5 %; Westdeutschland: -2,0 %). Zum Teil ist dies auf eine Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zurückzuführen, die seit Mitte 2015 wieder etwas stärker ausfiel (März 2015: +1,0 %). Ein weiterer Aspekt ist die „ältere“ 5 7 9 11 13 15 5 7 9 11 13 15 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Deutschland Thüringen Ostdeutschland -2 -1 0 1 2 3 -2 -1 0 1 2 3 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Thüringen Deutschland Quartalswerte Monatswerte BIP-Wachstum in Thüringen 2016: etwa 1,5 % Beschäftigungsaufbau Baugewerbe voraussichtlich im Plus T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 20 Altersstruktur der Beschäftigten und des Arbeitsmarktes in Thüringen. Entsprechend mehr Perso- nen werden in den kommenden Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die Beschäftigungs- schwelle für sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse wird im laufenden Jahr wieder über- schritten. Der Trend zum Abbau der ausschließlich geringfügig Beschäftigten dürfte sich aber fort- setzen. Insgesamt verändert sich damit die Zahl der Erwerbstätigen kaum, allerdings steigt die sogenannte Qualität der Arbeit, sodass entsprechende Arbeitskräfte gesucht werden dürften. 5.3 Zuwanderung erschließt neues Kundenpotenzial Angesichts der guten Situation auf dem Thüringer Arbeitsmarkt stellt sich die Frage, woher zukünf- tig Beschäftigte rekrutiert werden könnten. Hier kommt der Bevölkerungsentwicklung eine wichtige Rolle zu. 2013 stellte sich seit langem wieder ein Wanderungsgewinn in Thüringen ein, d.h. mehr Menschen kamen als weggingen. Dieser war zunächst nur sehr klein und weitete sich 2014 auf 4.700 Nettozuwanderer etwas aus. Aufgrund der stark gestiegenen Zahl von Flüchtlingen, die auch nach Thüringen verteilt wurden, stieg der Wanderungssaldo im vergangenen Jahr auf ca. 26.000 Personen sprunghaft an. Sie können das Arbeitskräftepotenzial verjüngen, wenn sie den Standort Thüringen als attraktiv erleben und bleiben. Je beherzter hier alle Beteiligten agieren, desto eher gewinnt das Land motivierte Neubürger. Auch bietet das Land z.B. für den schnellen Spracherwerb ideale Verhältnisse, da der Anteil der Ausländer an den Thüringer Einwohnern unter 2 % liegt (alte Bundesländer 9 %). 2015: Einmalig hoher positiver Wanderungssaldo Anhaltender Bevölkerungsrückgang in Thüringen Thüringen: Einwohner Thüringen: 1. regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung; Einwohner in 1.000 \*November 2014 Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Eigene Schätzung basierend auf Januar bis November 2015 Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research Die hohe Zuwanderung konnte das Geburtendefizit von jährlich ca. 10.000 Menschen mehr als ausgleichen und so ist 2015 das erste Jahr seit der Wiedervereinigung, in dem die Bevölkerung in Thüringen insgesamt wieder zugenommen hat. Die Einwohnerzahl dürfte zum Jahresende 2015 etwa 2.175.000 Personen erreicht haben. Eine dauerhafte Umkehr der Bevölkerungsentwicklung wird sich aber nicht ergeben, da der Zuzug aus dem Ausland inzwischen so erschwert wurde, dass 2016 die Anzahl der Flüchtlinge spürbar unter die Größenordnung des letzten Jahres (bundesweit: 1,1 Mio.) sinken wird. Eine inzwischen an die Zensusergebnisse angepasste Prognose des Thü- ringer Landesamtes für Statistik zeigt deshalb unmissverständlich den Trend auf: Bis 2035 wird sich die Einwohnerzahl Thüringens von derzeit rund 2,2 Mio. auf 1,9 Mio. verringern. Auch wenn die Zuwanderung die Bevölkerungsprobleme Thüringens nicht dauerhaft lösen kann, besitzen die Menschen, die kommen, ein Potenzial, das über ihre reine Arbeitskraft hinausgeht. So wie nämlich in den neuen Bundesländern der Kontakt zu den ehemaligen Ostblockländern genutzt wurde und dorthin intensivere Handelsbeziehungen bestehen als im Bundesdurchschnitt, so schaf- fen langfristig auch die Zuwanderer durch ihre Verbindungen in die jeweilige Heimatregion An- knüpfungspunkte für die Thüringer Unternehmen, um das Kundenpotenzial weltweit zu heben.  30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015\* Zuzüge Fortzüge 0 250 500 750 1.000 1.250 1.500 1.750 2.000 2.250 200 300 400 500 600 700 800 2014 2015 2020 2025 2030 2035 unter 15 Jahre 15 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 65 Jahre über 65 Jahre Basisjahr Einwohner (rechte Skala) Wanderungssaldo 2015 stark positiv Bevölkerungsprognose: Weiterer Rückgang absehbar T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 21 Adressen der Landesbank Hessen-Thüringen Hauptsitze Frankfurt am Main MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52–58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/29 15 17 Erfurt Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 Bausparkasse Landesbausparkasse Hessen-Thüringen Offenbach am Main Strahlenbergerstraße 13 63067 Offenbach Telefon 0 69/91 32-02 Telefax 0 69/91 32-29 90 Erfurt Bonifaciusstraße 19 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-60 2 Telefax 03 61/2 17-70 70 Förderbank Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach Telefon 0 69/91 32-03 Telefax 0 69/91 32-46 36 Niederlassungen Düsseldorf Uerdinger Straße 88 40474 Düsseldorf Telefon 02 11/3 01 74-0 Telefax 02 11/3 01 74-92 99 Kassel Ständeplatz 17 34117 Kassel Telefon 05 61/7 06-60 Telefax 05 61/7 06-63 33 London 3rd Floor 95 Queen Victoria Street London EC4V 4HN Großbritannien Telefon +44 20/73 34-45 00 Telefax +44 20/76 06-74 30 New York 420, Fifth Avenue New York, N.Y. 10018 USA Telefon +1 212/7 03-52 00 Telefax +1 212/7 03-52 56 Paris 118, avenue des Champs Elysées 75008 Paris Frankreich Telefon +33 1/40 67-77 22 Telefax +33 1/40 67-91 53 Repräsentanzen Madrid (für Spanien und Portugal) General Castaños, 4 Bajo Dcha. 28004 Madrid Spanien Telefon +34 91/39 11-0 04 Telefax +34 91/39 11-1 32 Moskau Novinsky Boulevard 8 Business Centre Lotte, 20th Floor 121099 Moskau Russland Telefon +7 495/2 87-03-17 Telefax +7 495/2 87-03-18 Shanghai Unit 012, 18th Floor Hang Seng Bank Tower 1000 Lujiazui Ring Road Shanghai, 200120 China Telefon +86 21/68 77 77 08 Telefax +86 21/68 77 77 09 Singapur One Temasek Avenue #05-04 Millenia Tower Singapore 039192 Telefon +65/62 38 04 00 Telefax +65/62 38 99 78 Stockholm Östermalmstorg 1, 4tr 114 42 Stockholm Schweden Telefon +46/73 08 99 71 2 T H Ü R ING E N – WACHSENDES KUNDENPOTENZIAL WELTW EIT HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 22 Vertriebsbüros Düsseldorf Uerdinger Straße 88 40474 Düsseldorf Telefon 02 11/3 01 74-0 Telefax 02 11/3 01 74-92 99 München 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VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH JUNI 2016 © HELABA 24 Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/29 15 17 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 www.helaba.de

Thüringen mit Industrieschwerpunkt. Wirtschaftskraft in Erfurt und Jena überdurchschnittlich. Wachsende Weltwirtschaft. BIP-Wachstum Thüringens 2016 nahe am Bundesdurchschnitt.
