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title: "S-Finanzgruppe – Kreditversorgung: Gemeinsam allem gewachsen"
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updated: 2026-09-28
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# S-Finanzgruppe – Kreditversorgung: Gemeinsam allem gewachsen

Werte, die bewegen. Finanzgruppe Kreditversorgung: Gemeinsam allem gewachsen Volkswirtschaft / Research, Mai 2019 516-007219\_Titel\_Rueckseite\_Sparkassenstudie\_VoWi\_RZ.indd 1 06.05.19 18:09 Herausgeber: Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Volkswirtschaft/Research Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24, Telefax: 0 69/91 32-22 44 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 3 Editorial Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Ziel bei Mikado ist es, unter Beibehaltung der Stabilität ein System zu verschlanken. Vor ähnlichen Herausforderungen stand und steht das deutsche Finanzsystem. Zahlreiche Finanzierungsinstru- mente und Geschäftsmodelle haben sich seit der Finanzkrise als nicht überlebensfähig herausge- stellt. Wie ist inzwischen die Situation in Deutschland? Das deutsche Finanzsystem ist schon immer durch Vielfalt gekennzeichnet. Neben großen multinationalen Finanzkonzernen gibt es Spezialin- stitute, mittelgroße regional verankerte Banken und zahlreiche kleinere Institute, die zumeist in Verbundsystemen arbeiten. Bei diesen regional fokussierten Instituten kommt es aus volkswirt- schaftlicher Sicht besonders darauf an, vermeintliche Nachteile hinsichtlich der Kosteneffizienz zu vermeiden und gleichzeitig die bessere Kundennähe im Sinne einer hohen Allokationseffizienz zu nutzen. Dabei spielen Sparkassen und Landesbanken eine wichtige Rolle. Sie haben den größten Markt- anteil bei der Unternehmensfinanzierung in Deutschland. Aufgrund ihres beachtlichen Geschäfts- volumens und der damit verbundenen Wertschöpfung stellen sie einen tragenden Pfeiler der deut- schen Wirtschaft dar. Bei einer möglichen Neuordnung der Landesbankenlandschaft bzw. einem neuen Zuschnitt der Aufgabenverteilung in der Sparkassen-Finanzgruppe ist die polyzentrische Wirtschaftsstruktur in Deutschland und in diesem Zusammenhang die Bedeutung der S-Finanzgruppe für die Finanzie- rung des Unternehmenssektors zu berücksichtigen. Mein Fazit: Bei Mikado gelingt es meist nur, ein paar Elemente des fragilen Systems zu entfernen, ohne die Stabilität zu gefährden. Auch bei der Restrukturierung des Finanzsystems sollte entspre- S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 4 chend umsichtig vorgegangen werden. Die letztendlich marktgesteuerten Prozesse sollten aber nicht künstlich verhindert, sondern innerhalb des öffentlich-rechtlichen Bankensektors genutzt werden, da sie nachhaltige wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen und zur Stabilisierung des Fi- nanzsystems in Deutschland beitragen. Herbert Hans Grüntker Vorsitzender des Vorstands der Helaba S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 5 Inhalt Editorial………………………………...……………………...………………….…………….……...…….3 Zusammenfassung……………………………………………………………….………..………............6 1 S-Finanzsektor – ein deutsches Asset .................................................................................... 8 1.1 Datenbasis: Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank ................................................... 8 1.2 Bilanzsummen mit Gewicht ................................................................................................. 9 1.3 Tragende Säule bei Krediten an Nichtbanken im Inland .................................................... 10 1.4 Auslandsgeschäft: Arbeitsteilung in der S-Finanzgruppe .................................................. 12 1.5 Rückgrat der Unternehmensfinanzierung .......................................................................... 13 1.6 Garant der Mittelbeschaffung für Kommunen und Länder ................................................. 15 1.7 Privatkunden: Verwirklichung der eigenen vier Wände ..................................................... 16 2 Wirtschaftsstrukturen in Deutschland erfordern passende Lösungen .............................. 17 2.1 Kredite nach Branchen: Dienstleister dominieren .............................................................. 17 2.2 Digitalisierung und Konsolidierung im Bankgewerbe ......................................................... 19 2.3 Unterschiedliche, regionale Marktstellung der Sparkassen ............................................... 20 3 Fazit: S-Finanzgruppe – wichtiger Standortfaktor für ein föderales Deutschland ........... 23 Redaktionsschluss: 6. Mai 2019 S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 6 Zusammenfassung Durch regionale Eigentümer fest verwurzelt Sparkassen und Landesbanken sind durch ihre Eigentümer fest mit der jeweiligen Region ver- bunden. Gerade Sparkassen sind durch das Regionalprinzip vom wirtschaftlichen Erfolg in ihrem Geschäftsgebiet abhängig und damit besonders an der Entwicklung vor Ort interessiert. Landesbanken als wichtiger Bestandteil der Sparkassen-Finanzgruppe operieren dabei nicht in staatlich geschützten Biotopen. Seit dem Wegfall der Gewährträgerhaftung und der Anstaltslast sind sie einem intensiven Wettbewerb an den Märkten für Finanzdienstleistungen ausgesetzt. Starke realwirtschaftliche Verankerung der S-Finanzgruppe Sparkassen und Landesbanken sind in beachtlichem Umfang als Finanzintermediäre aktiv. Mit einem großen Abstand zu den anderen Bankengruppen haben Sparkassen aktuell einen Anteil von 28 % an den Krediten an inländische Nichtbanken, also an die hiesige Realwirtschaft. Kre- ditgenossenschaften liegen auf Platz 2 mit 19 %. Landesbanken haben immerhin einen Markt- anteil von 8 %, obwohl ihnen der Zugang zum Massengeschäft mit Privatpersonen und zu mit- telständischen Unternehmen weitgehend verwehrt ist, da eine Arbeitsteilung mit den regional aufgestellten Sparkassen besteht. Großbanken haben trotz dieser möglichen Geschäftsfelder nur einen Anteil von 13 %. Insgesamt überragt der Marktanteil der S-Finanzgruppe bei der Kreditvergabe an inländische Nichtbanken mit 36 % den der Kreditbanken von 29 % deutlich. Rückgrat der Unternehmensfinanzierung Die Sparkassen trugen mit ihrem Engagement bei Firmenkrediten in hohem Maße zur Stabili- sierung während und nach der Finanzkrise bei. Zusammen mit anderen regional orientierten Instituten stießen sie in diese Angebotslücke: In der Summe nahmen die ausgereichten Fir- menkredite der Sparkassen seit Ende 2009 um zwei Drittel zu. Sie sind bei den Krediten an Unternehmen mit einem Anteil von 26 % mit Abstand die wichtigsten Anbieter (S-Finanzgruppe 40 %). Die Großbanken haben inzwischen nur noch einen Marktanteil von 12 %. Damit ist der Kreditbankensektor mit einem Marktanteil von insgesamt 32 % deutlich auf Platz zwei verwie- sen. Dem Genossenschaftssektor bleibt bei den reinen Unternehmenskrediten (ohne Selbstän- dige) mit einem Marktanteil von insgesamt 13 % nur der letzte Rang unter den drei großen Bankengruppen. Selbständige bauen auf dezentrale Kreditwirtschaft Nach der Finanzkrise erholte sich das Kreditvolumen für Selbständige aufgrund der Initiative von Sparkassen und Kreditgenossenschaften. Dies spiegelt sich auch in den Marktanteilen bei Krediten an Selbständige wider: Sparkassensektor 41 %, Kreditgenossenschaften 34 % und Kreditbanken 18 %. Das Engagement der dezentral aufgestellten Kreditinstitute zeigt, wie wich- tig lokale Entscheidungsträger sind, denn gerade unter den Selbständigen dürfte der Anteil der Existenzgründer hoch sein, die in der Gründungsphase ihres Unternehmens eine wohlwollende finanzielle Begleitung benötigen. Dezentrale Systeme: flexibel und dabei stabil Regional agierende Institute können durch ihre Kundennähe Unternehmen und Selbständige vor Ort besser einschätzen und eine langfristige Beziehung aufbauen. Dies zeigt sich deutlich an der Fristigkeit der gewährten Kredite. So machen bei Sparkassen, Kreditgenossenschaften und Landesbanken die mittel- bis langfristigen Unternehmenskredite 85 % und 91 % aus. Die langfristige Finanzierung größerer Unternehmen können unter den regionalen Instituten meist nur Landesbanken und/oder Sparkassen sicherstellen, da viele Volks- und Raiffeisenbanken aufgrund ihrer geringen Größe nicht genug Eigenkapital aufweisen. Die dezentral konzipierte S- Finanzgruppe stellt damit auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten das Rückgrat der Unter- nehmensfinanzierung in Deutschland dar. Autorin: Barbara Bahadori Telefon 0 69/91 32-24 46 research@helaba.de S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELABA 7 Garant der Mittelbeschaffung für Kommunen und Länder Inzwischen spielen Gemeinden als Kreditnehmer bei Banken eine größere Rolle als die Bun- desländer. Kommunen schultern über 50 % der jährlichen Sachinvestitionen und sind auf ver- lässliche Partner bei der Finanzierung und im Consulting angewiesen, während der Bund seine Platzierungskraft aufgrund der hohen Volumina an den Kapitalmärkten nutzen kann. Als Ban- kengruppe sind Landesbanken und Sparkassen mit Abstand die Hauptfinanziers der Gemein- den in Deutschland mit einem Anteil von 45 %. Die Bundesländer sind mit einem Anteil von 28 % bevorzugte Kreditnehmer der Landesbanken. Privatkunden: Verwirklichung der eigenen vier Wände Die historisch enge Bindung zu Privatkunden ist besonders bei den Sparkassen und Kreditge- nossenschaften zu spüren. Ihre Gründung erfolgte häufig, um Menschen mit geringem Ein- kommen beim Sparen zu unterstützen und durch Kleinkredite den Weg in die Selbständigkeit oder zu den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Entsprechend hoch sind ihre Marktanteile mit 29 % bzw. 24 %. Die Hauptmotivation für Privatkunden einen Kredit aufzunehmen ist der Erwerb von Wohneigentum. Hier liegt auch die Ursache für die insgesamt steigenden Privat- kundenkredite. Während nämlich die Wohnungsbaukredite der privaten Haushalte seit Anfang 2009 um 27 % zunahmen, stagnierten die sonstigen Kredite für Privatkunden nahezu. Digitalisierung und Konsolidierung im Bankgewerbe Das Umfeld für den Bankensektor verändert sich kontinuierlich. Besonderen Einfluss hat die Digitalisierung. Einerseits sorgt für enorme Effizienzsteigerungen z.B. bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Andererseits verursachen das Nebenaneinander verschiedener Zahlungs- systeme sowie die Entwicklung neuer digitaler Prozesse immense Kosten. Insbesondere auf- grund des hohen Kostendrucks im Bankensektor kam es bereits in den vergangenen Jahrzehn- ten zu vielen Zusammenschlüssen. So gab es Anfang 2019 mit 385 Sparkassen etwa 200 Insti- tute weniger als 1999. Trotz dieser Konsolidierung verfügen die Sparkassen über das größte Filialnetz. Diese Mitarbeiter vor Ort sind jetzt ganz anders gefordert. Um sich zukünftig im Wett- bewerb mit reinen Online-Banken behaupten zu können, sind Konzepte gefragt, die geschickt die örtliche Präsenz mit medialer Kompetenz kombiniert, um Kunden zu binden. Unterschiedliche, regionale Marktstellung der Sparkassen In 10 von 16 Bundesländern finden sich überdurchschnittliche Marktanteile der Sparkassen von 30 % und mehr wieder. In Bremen sind sie mit 55 % sogar der unangefochtene regionale Platz- hirsch. Auch im Saarland, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind die Sparkassen über- durchschnittlich vertreten und stellen zwischen 37 % bis 43 % der Kredite an inländische Nicht- banken zur Verfügung. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland ist eben- falls ein „Sparkassenland“ bei einem Marktanteil von 37 %. Die Präsenz der Wettbewerber ist in Hessen wegen des Finanzplatzes Frankfurt sowie in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg ausgeprägter und die Bedürfnisse der Kunden in Umfang und Komplexität anspruchsvoller – beides verschärft die Wettbewerbssituation für die Sparkassen und begrenzt die Marktanteile. S-Finanzgruppe – wichtiger Standortfaktor für ein föderales Deutschland Der bundesstaatliche Aufbau ist eng mit der Vitalität seiner Protagonisten verbunden. Dabei schöpfen Bundesländer ihre Lebenskraft aus der regionalen Wirtschaftsentwicklung. Um sie zu erhalten und zu fördern bedarf es aktiver Kommunen und Unternehmen sowie ihrer Finanzierer vor Ort. Hier sorgt eine starke S-Finanzgruppe für Wettbewerb und günstige Kreditbedingun- gen. Gleichwohl kam es bereits in der Vergangenheit – sowohl horizontal als auch vertikal – zu Zusammenschlüssen von Sparkassen und Landesbanken. Diese marktgesteuerten Prozesse sollten innerhalb des öffentlich-rechtlichen Bankensektors genutzt werden, da sie wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen und zur Stabilisierung des Finanzsystems beitragen können. Struktur- veränderungen in der Volkswirtschaft werden auch künftig die Banken herausfordern. Sparkas- sen und Landesbanken sind dieser Aufgabe gewachsen, wenn sie gemeinsam kreative und solide Lösungen entwickeln. S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 8 1 S-Finanzsektor – ein deutsches Asset 1.1 Datenbasis: Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank Die verwendeten Daten für den Gesamtmarkt und die Institutsgruppen beruhen auf den Banken- statistiken, die die Bundesbank monatlich bzw. vierteljährlich veröffentlicht. Als Bank gelten seit 1999 nur monetäre Finanzinstitute, die vom Publikum Einlagen entgegennehmen und Kredite auf eigene Rechnung gewähren und/oder in Wertpapiere investieren dürfen. Die Zusammensetzung der Bankengruppen hat sich im Laufe der Zeit mehrfach geändert, wobei die Bundesbank immer nur für die jeweilig gültige Definition Daten veröffentlicht und keine Rückbe- rechnung der absoluten Zahlen vornimmt. Dieses Prinzip gilt auch für andere Änderungen, sodass statistische Sprünge bei Langzeitbetrachtungen auftreten können. In der vorliegenden Analyse wird auf die Definition der Bankengruppen nach der Bundesbankstatistik (Stand: Januar 2019) zurückgegriffen, die keine Konzerne abbildet. Die in der Studie verwendeten Bezeichnungen bein- halten Folgendes: Sparkassensektor  Landesbanken: 5 Landesbanken (ohne LBS/Töchter); DekaBank Deutsche Girozentrale  Sparkassen: 380 öffentlich-rechtliche Sparkassen, 5 freie Sparkassen Kreditbanken  Großbanken: Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, DB Privat- und Firmenkundenbank AG, UniCredit Bank AG  Regional- und sonstige Kreditbanken: 151 Institute  Zweigstellen ausländischer Kreditinstitute: 111 Institute Genossenschaftssektor  Kreditgenossenschaften: 850 Volks- und Raiffeisenbanken, 25 sonstige Kreditinstitute des Genossenschaftssektors  Seit der Fusion der zwei genossenschaftlichen Zentralenbanken Mitte 2016 zählt die DZ Bank AG zu den Kreditinstituten mit Sonderaufgaben. Realkreditinstitute (13 Institute) Berlin Hyp AG, DZ Hyp AG, Deutsche Hypothekenbank, Deutsche Pfandbriefbank AG, DSK Hyp AG, Düsseldorfer Hypothekenbank AG, Münchener Hypothekenbank eG, Natixis Pfandbriefbank AG, M.M. Warburg &amp; Co Hypothekenbank AG, Calenberger Kreditverein, Ritterschaftliches Kredit- institut Stade Bausparkassen  Private Bausparkassen: 12 Institute  Öffentliche Bausparkassen: 8 Landesbausparkassen (einschließlich der in die Helaba inte- grierten LBS) Kreditinstitute mit Sonderaufgaben (19 Institute)  Private Rechtsform: AKA Ausfuhrkredit-GmbH, Clearstream Banking AG, DZ Bank AG, Eurex Clearing AG, KfW IPEX-Bank GmbH, Saarländische Investitionskreditbank AG  Öffentliche Rechtsform: Hamburgische Investitions- und Förderbank, Investitionsbank Berlin, Investitionsbank des Landes Brandenburg, Investitionsbank Schleswig-Holstein, Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz, Kreditanstalt für Wiederaufbau, Landeskreditbank Baden- Württemberg – Förderbank, Landwirtschaftliche Rentenbank, LfA Förderbank Bayern, NRW.BANK, Sächsische Aufbaubank – Förderbank, Thüringer Aufbaubank Bankengruppen nach Bundesbankdefinition (keine Konzerne) S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 9 1.2 Bilanzsummen mit Gewicht Die Bankbilanzen in Deutschland wuchsen während der 80er Jahre mit 7 % im Jahresdurchschnitt. Mit der zunehmenden Kapitalmarktorientierung der Banken sowie der Globalisierung der Güter- und Dienstleistungsströme kam es in den 90er Jahren zu einer erheblichen Beschleunigung: Die Bilanzen expandierten jährlich mit Raten teilweise über 10 %. Nach der Jahrtausendwende mit dem Platzen der New Economy-Blase setzte ein gewisser Konsolidierungsprozess ein, der aber Mitte 2004 wieder beendet war. Ein erneutes Wachsen der Bilanzsumme schloss sich an (Durch- schnitt 2000-2008: 4 %), das 2009 durch die Finanzkrise gestoppt wurde. Die staatlichen Stüt- zungsmaßnahmen mussten seitens der Banken von Bilanzverkürzungen begleitet werden. Ende 2010 kam es zu Änderungen in den Bilanzierungsvorschriften (HGB), die zu einer Aufnahme von Handelsbestandsderivaten in den Jahresabschluss und somit zum plötzlichen Anstieg der Bilanz- summe führten. Im Mai 2012 erreichte die Bilanzsumme aller deutschen Kreditinstitute zusammen ihren Höhepunkt. Bis Anfang 2014 sank sie dann, wobei dies hauptsächlich auf die Großbanken, die Landesbanken, die Realkreditinstitute und die Zweigstellen ausländischer Banken zurückzufüh- ren war. Sparkassen und Kreditgenossenschaften gewannen dagegen kontinuierlich hinzu. Die Geschäftsentwicklung der Sparkassen verlief bis Mitte der 90er Jahre weitgehend parallel zur Kreditwirtschaft insgesamt. Aufgrund ihres an die Region gebundenen Geschäftsmodells konnten sie anschließend von bestimmten Wachstumsfeldern weniger profitieren: Am Trend der Desinter- mediation an den Kreditmärkten konnten die meisten Sparkassen nicht teilhaben, während größe- re Institute zwar auch weniger Kredite vergaben, aber Provisionen aus der Begebung von Firmen- anleihen etc. verbuchen konnten. An damals margenreichen internationalen Finanzierungen waren Sparkassen kaum beteiligt. Trotzdem wuchs bei ihnen das Geschäftsvolumen weiter, wenn auch in vermindertem Tempo. Sparkassen (und auch Kreditinstitute mit Sonderaufgaben) sind derzeit mit einem Anteil von 16 % auf Platz zwei im Ranking der Institutsgruppen nach der Bilanzsumme. Die Landesbanken expandierten vor der Finanzkrise überdurchschnittlich. Hatte ihr Anteil an der Gesamtbilanzsumme von 1991 noch bei 15 % gelegen, so war er bis Ende 2007 auf 21 % gestie- gen. Die folgende Konsolidierung etlicher Landesbanken ging mit einem überdurchschnittlichen Abbau der Bilanzsumme einher, sodass im Februar 2019 der Anteil nur noch 10 % betrug. Damit weisen die Landesbanken die viertgrößte Bilanzsumme unter den Bankengruppen auf. Jenseits ideologischer Diskussionen über Eigentümer- und Kontrollstrukturen machen sie immer noch einen wesentlichen Teil der ökonomischen Realität in Deutschland aus. Tendenziell dürfte der Anteil der Landesbanken durch die erwähnte Bilanzierungspflicht von Handelsbestandsderivaten beeinträch- tigt sein, da der Anteil der Großbanken nach der Umstellung sprunghaft gestiegen war. Ursache dürfte deren hohes Engagement in diesem Geschäftsfeld sein: 18 % ihrer Bilanzsumme rekrutiert sich aus derivativen Finanzinstrumenten; bei Landesbanken ist der Anteil mit 5 % deutlich niedri- ger. Die Bilanzsumme eignet sich deshalb nur noch zu einer groben Einordnung der realen wirt- schaftlichen Bedeutung der verschiedenen Bankengruppen. Sparkassen und Landesbanken auf den vorderen Plätzen Auf starkes Wachstum folgt Konsolidierung Bilanzsumme bei Groß- banken durch Derivate geprägt S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 10 1.3 Tragende Säule bei Krediten an Nichtbanken im Inland Im deutschen Finanzsystem kommt Banken als Intermediären eine hohe Bedeutung zu, da es historisch gewachsene Präferenzen der Kapitalgeber und -nehmer für die traditionellen Instrumen- te gibt: Bei Nichtbanken dominieren Kredite bei der Finanzierung und Einlagen bei der Geldvermö- gensbildung, obwohl die Kapitalmarktorientierung in der Vergangenheit zumindest bis zur Finanz- krise etwas zugenommen hatte. Unter Nichtbanken werden in der Statistik Unternehmen, Selb- ständige, Privatpersonen und öffentliche Haushalte zusammengefasst. Sparkassen und Landesbanken sind in beachtlichem Umfang als Finanzintermediäre aktiv. Mit einem großen Abstand zu den anderen Bankengruppen haben Sparkassen aktuell einen Anteil von 28 % an den Krediten an inländische Nichtbanken. Kreditgenossenschaften liegen auf Platz 2 mit 19 %. Landesbanken haben immerhin einen Marktanteil von 8 %, obwohl ihnen der Zugang zum Massengeschäft mit Privatpersonen weitgehend verwehrt ist, da eine Arbeitsteilung mit den regional aufgestellten Sparkassen besteht. Großbanken haben trotz dieser möglichen Geschäfts- felder nur einen Anteil von 13 %. Im Durchschnitt weist das Bankgewerbe eine Relation der Nichtbankenkredite zur Bilanzsumme von 44 % auf. Kreditinstitute mit einem starken regionalen Bezug messen dem Kreditgeschäft eine deutlich höhere Bedeutung bei: Der Anteil der Nichtbankenkredite an der Bilanzsumme beträgt bei Sparkassen 66 % und bei Kreditgenossenschaften 63 %. Da Sparkassen bei der Finanzierung von Privatpersonen und mittelständischen Unternehmen innerhalb der S-Finanzgruppe Vorrang haben, ist der Anteil bei Landesbanken (43 %) per se niedriger, liegt aber nahe am Durchschnitt. Bei den Großbanken ist der Anteil mit 28 % sichtbar geringer. Die Analyse der Bilanzstruktur zeigt, dass die Landesbanken zusammen mit den Sparkassen das kreditwirtschaftliche Rückgrat des deut- schen Bankensystems bilden und somit eng mit der sogenannten Realwirtschaft verbunden sind. S-Finanzgruppe auf Platz 1 bei Kreditvergabe … … mit einer auf Kredite fokussierten Aktiva-Struktur Dass der Anteil der Buchkredite an Banken bei den Landesbanken vergleichsweise hoch ist, hat mit ihrer Stellung im Finanzverbund mit den Sparkassen zu tun. Die zum Teil enge Zusammenar- beit kommt aber nicht nur im Interbankengeschäft mit den Sparkassen, sondern auch bei gemein- samen Finanzierungsprojekten im Metakreditgeschäft zum Ausdruck. Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt allerdings, dass die Konsolidierungsvorgaben für viele Landesbanken zu einem Abbau des Kreditgeschäfts führten. Bei den Großbanken kam es zu einer erheblichen Einschränkung von Nicht-Kernaktivitäten wie Staats- und gewerbliche Immobilienfi- nanzierung. Die hauptsächlich regionalen Kreditinstitute – Sparkassen, Kreditgenossenschaften und Regional-/sonstige Kreditbanken – bauten dagegen ihr Geschäft mit den hiesigen Nichtbanken kontinuierlich aus, sodass insgesamt der Kreditbestand weitgehend konstant blieb. Das schlagarti- ge Absinken der Kredite an Nichtbanken im September 2013 ist allerdings durch eine Umklassifi- zierung bedingt. So erhielt die Eurex Clearing AG den Status eines Kreditinstituts und fiel damit Sparkassen und Landes- banken mit ausgeprägtem Kreditgeschäft Banken als Finanzinter- mediäre wichtig Leicht steigender Kreditbestand S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 11 aus dem Segment Nichtbanken heraus. Davon war insbesondere das Kreditgeschäft der Groß- banken, der Banken mit Sonderaufgaben, der Landesbanken, der Regional-/sonstige Kreditbanken und der genossenschaftlichen Zentralbanken betroffen. Eine weitere Umgruppierung (Fusion von Deutsche Postbank AG mit Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG) sorgte 2018 für einen sprunghaften Anstieg bei der Kreditvergabe der Großbanken. Konsolidierung der Landenbanken bei Kreditvergabe Regionale Banken stabilisieren Bei der Analyse der Kreditportfolios werden die Schwerpunkte der Landesbanken offensichtlich. So zählen Unternehmen zu ihren Hauptkreditnehmern: 63 % ihres Kreditvolumens an inländische Nichtbanken erhalten Unternehmen und weitere 3 % gehen an Selbständige. Dieser hohe Anteil ist bei keiner anderen Bankengruppe zu finden. Auch die Sparkassen sind auf diesen Geschäftsfel- dern äußerst rege. Der Finanzierung von Firmen und Selbständigen widmen sie 32 % bzw. 20 % ihres Kreditportfolios. Großbanken sind bei den Unternehmenskrediten mit einem Anteil von 33 % zuzüglich Kredite an Selbständige (11 %) vertreten. Klarer Fokus bei Sparkassen und Landesbanken Anteil der Kreditnehmergruppen an den Krediten an inländischen Nichtbanken in %, Dezember 2018 Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research Kreditgenossenschaften mit traditionell engen Beziehungen zu Selbständigen sind bei Unterneh- men am wenigsten aktiv. Dass die genossenschaftlichen Banken in diesem Segment unterreprä- sentiert sind, kann aber auch an ihrer relativen Größe liegen. So gibt es insgesamt 875 Kreditge- nossenschaften, deren durchschnittliche Bilanzsumme bei 1,1 Mrd. € liegt. Der entsprechende Durchschnittswert bei den 385 Sparkassen beläuft sich auf 3,3 Mrd. €. Die geringe Eigenkapitalba- sis kann demnach ein Engpassfaktor bei den Kreditgenossenschaften vor Ort sein. Zwar hat die genossenschaftliche Zentralbank inzwischen ihre Kapazitäten für die Unternehmensfinanzierung ausgebaut und kann entsprechend die Kreditgenossenschaften besser unterstützen, doch dürften diese nicht an die der Sparkassen und Landesbanken heranreichen. So kamen die zwei verbliebe- nen Institute vor ihrer Fusion Mitte 2016 nur auf einen Marktanteil von knapp 2 % bei den Krediten an Unternehmen und Selbständige. 63 57 32 23 40 33 3 7 20 25 8 11 7 20 43 51 45 51 27 16 4 6 5 Landes- banken Realkredit- institute Spar- kassen Kredit- genossenschaften Regional-/ sonst. Kreditbanken Groß- banken Unternehmen Selbständige Privatpersonen Öffentl. Haushalte S-Finanzgruppe mit Schwerpunkt Unter- nehmensfinanzierung Selbständige im Fokus der Kreditgenossenschaften S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 12 Die Finanzierung der öffentlichen Haushalte spielt bei Landesbanken die zweite große Rolle. Mit einem Anteil von 27 % ist ihr Gewicht in der Kreditnehmerstruktur die höchste unter den Banken- gruppen. Es folgen Realkreditinstitute, die aufgrund ihres Geschäftsmodells auch als Kreditgeber der öffentlichen Hand besonders aktiv sind. Insgesamt zeigt das Kreditportfolio der Sparkassen und Landesbanken deutlich, dass sowohl Un- ternehmen als auch Kommunen und Länder ohne die öffentlich-rechtlichen Banken in ihren Finan- zierungsmöglichkeiten eingeschränkt wären. Eine starke S-Finanzgruppe sorgt für Wettbewerb in der Bankenbranche. Von den günstigen Kreditbedingungen profitieren die Kunden in allen Seg- menten. 1.4 Auslandsgeschäft: Arbeitsteilung in der S-Finanzgruppe Die höchste Dynamik war in den Jahren bis zur Finanzkrise bei den Krediten an ausländische Nichtbanken zu verzeichnen: Von 1999 bis 2008 verdreifachte sich das entsprechende Kreditvo- lumen. Von 2009 bis 2013 verringerte sich der Kreditbestand um 30 %, was durch die Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise in vielen Ländern bedingt sein dürfte. Seit diesem Tiefpunkt stei- gen die an ausländische Nichtbanken entliehenen Mittel unter Schwankungen (+9 %). Die Kredit- vergabe an inländische Nichtbanken erhöhte sich seit 2013 um rund 7 %, nachdem zuvor nur äußerst geringe Zuwächse zu verzeichnen waren. Damit hat eine gewisse Rückbesinnung auf die heimischen Märkte stattgefunden, wobei die internationale Diversifizierung nicht aus den Augen verloren wird. Diesem allgemeinen Markttrend folgten die Landesbanken: Nach der kräftigen Expansion setzte ab 2008 eine Redimensionierung des Auslandsgeschäfts um fast 30 % ein. Auch die Inlandskre- ditvergabe war mit einem Rückgang von 27 % von der Konsolidierung im Landesbankensektor betroffen. Um die Einbindung der Sparkassen in die überregionalen und internationalen kreditwirt- schaftlichen Beziehungen zu sichern, ist aber weiterhin das Auslandsgeschäft der Landesbanken sinnvoll. So können Firmenkunden der Sparkassen bei ihren Auslandsaktivitäten begleitet und beraten werden, wenn sie neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen wollen. Marktsegment Auslandskredite normalisiert sich Landesbanken: Reduzierung des Auslandsgeschäfts Die Sparkassen sind dafür intensiver mit den Kreditwünschen ihrer Kunden vor Ort beschäftigt und haben entsprechend ihrer Spezialisierung nur einen sehr geringen Auslandsanteil (2 %). Allerdings verschließen sie sich auch nicht gegenüber Kreditwünschen ausländischer Nichtbanken. So ver- doppelte sich das entsprechende Kreditvolumen von 2008 bis 2018. Im S-Finanzverbund insge- samt ist aber das Auslandsengagement niedriger als im privaten Kreditbankensektor (Anteil der Kredite an ausländische Nichtbanken 10 % versus 20 %). Die regionale Verankerung der öffent- lich-rechtlichen Banken ist also intakt. Öffentliche Haushalte als wichtige Kreditnehmer Auslandskredite spiegeln Globalisierung Auslandsengagement der Landesbanken inzwischen wieder stabil Sparkassen auf heimische Märkte konzentriert S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 13 1.5 Rückgrat der Unternehmensfinanzierung Die Eigenkapitalquote der deutschen Unternehmen lag 1999 nach Auswertungen der Bundesbank im Durchschnitt bei 21 %. Seitdem verbesserte sich die Relation von Eigenmitteln und Bilanzsum- me kontinuierlich auf zuletzt rund 30 %. Dabei waren besonders Fortschritte bei den kleinen und mittelgroßen Unternehmen zu beobachten, die im gleichen Zeitraum ihre Eigenkapitalquote von 9 % auf 28 % verbesserten. Damit hat sich zwar die Abhängigkeit der deutschen Unternehmen von der Kreditfinanzierung verringert, jedoch bleiben Bankkredite hierzulande das mit weitem Abstand wichtigste Finanzierungsinstrument. Stünden sie den Unternehmen nicht in ausreichendem Um- fang und zu vertretbaren Kosten zur Verfügung, könnten für das deutsche Wirtschaftswachstum wichtige Investitionen nicht finanziert werden. Von 1999 bis Anfang 2009 ist das Kreditvolumen an inländische Unternehmen um 36 % gewach- sen. Die Wirtschaftskrise führte dann zu einem temporären Rückgang, der aufgrund des geringen Ausmaßes aber eher auf eine Nachfrageschwäche als auf eine Kreditverknappung schließen lässt. Danach zeigten sich besonders die Kreditbanken als kreditscheu. Sparkassen und Kreditgenos- senschaften dagegen stießen in diese Angebotslücke: In der Summe nahmen die ausgereichten Firmenkredite der Sparkassen seit Ende 2009 um 67 % zu und die anderer regional orientierter Institute wie Kreditgenossenschaften und die Regional-/sonstige Kreditbanken um 100 % bzw. 66 %. Landesbanken mussten aufgrund der Konsolidierungsvorgaben zurückhaltend sein. Aus der Umgruppierung der HSH Nordbank und der LBB ergab sich ein weiterer Rückgang, sodass die Firmenkredite des Landesbankensektors zuletzt um ein Drittel unter dem Niveau von Ende 2009 lagen. Als ehemals wichtige Finanzierer der Wirtschaft engagierten sich die Großbanken in diesem lang- fristigen Wachstumsmarkt kaum: Die Firmenkredite liegen um 6 % unter dem Stand von 2009. Das schlagartige Absinken ihrer Unternehmenskredite im September 2013 ist allerdings durch die er- wähnte Umklassifizierung bedingt. So erhielt die Eurex Clearing AG den Status eines Kreditinsti- tuts und fiel damit aus den Firmenkrediten heraus. Davon waren insbesondere die Großbanken betroffen, auf die die Hälfte des umgruppierten Kreditvolumens entfiel. Insofern ist die Entwicklung der Unternehmensfinanzierung der Großbanken überzeichnet und dürfte eher leicht positiv sein. S-Finanzgruppe: Marktführer bei Firmenkrediten … … trotz Konsolidierung bei Landesbanken Marktanteil bei Krediten an inländische Unternehmen in %, Dezember 2018 Kredite an inländische Unternehmen in Mrd. € Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research \*September 2013: Statusänderung der Eurex Clearing AG von Unternehmen zu Bank \*\*November 2018: HSH Nordbank und LBB verlassen Landesbankensektor Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research Unternehmen und Selbständige bauen auf dezentrale Kreditwirtschaft Die Sparkassen trugen mit ihrem Engagement bei Firmenkrediten in hohem Maße zur Stabilisie- rung während und nach der Finanzkrise bei. So sind sie bei den Krediten an Unternehmen mit einem Anteil von 26 % mit Abstand die wichtigsten Anbieter (S-Finanzgruppe 40 %). Die Großban- ken haben inzwischen nur noch einen Marktanteil von 12 %, der ehemals 20 % betragen hatte. Damit ist der Kreditbankensektor mit einem Marktanteil von insgesamt 32 % deutlich auf Platz zwei verwiesen. Dem Genossenschaftssektor bleibt bei den reinen Unternehmenskrediten (ohne Selb- 26% 15% 14% 13% 12% 8% 6% 5% Spar- kassen Regional-/ sonstige Kredit- banken Landes- banken Kredit- genoss.- schaften Groß- banken Banken mit Sonder- aufgaben Real- kredit- institute Zweig- stellen ausländ. Banken 50 100 150 200 250 300 50 100 150 200 250 300 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 1314 15 16 17 18 Groß- banken Kreditgenossenschaften Landesbanken Sparkassen Regional- u. sonstige Kreditb. \*\*\* Sparkassen mit hohen Wachstumsraten bei Firmenkrediten S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 14 ständige) mit einem Marktanteil von insgesamt 13 % nur der letzte Rang unter den drei großen Bankengruppen. Die Kreditvergabe an Selbständige hat sich im Gegensatz zu den reinen Unternehmenskrediten im Aufschwung bis 2008 nicht erholt. Gegenüber dem Höchstwert im Juni 2001 verringerte sich das Kreditvolumen bis 2008 sogar um 17 %. Allerdings ist dieser Rückgang nicht auf die Kreditinstitute vor Ort zurückzuführen, sondern auf die Großbanken. Nach der Finanzkrise erholte sich das Kre- ditvolumen für Selbständige leicht um 14 %, wieder aufgrund der Initiative von Sparkassen und Kreditgenossenschaften. Landesbanken sind im Kundensegment Selbständige kaum aktiv, da dies innerhalb der S-Finanzgruppe ein originäres Geschäftsfeld der Sparkassen ist. Selbständige haben’s schwer Institute vor Ort unterstützen Selbständige Das Engagement der dezentral aufgestellten Kreditgenossenschaften und Sparkassen zeigt, wie wichtig lokale Entscheidungsträger sind, denn gerade unter den Selbständigen dürfte der Anteil der Existenzgründer hoch sein, die in der Gründungsphase ihres Unternehmens eine wohlwollen- de finanzielle Begleitung benötigen. Dies spiegelt sich auch in den Marktanteilen bei Krediten an Selbständige wider: Sparkassensektor 41 %, Kreditgenossenschaften 34 %, Kreditbanken 18 %. Bei langfristigen Engagements unverzichtbar Im Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbständigen spielt die Kundennähe nach wie vor eine wichtige Rolle. Die regional agierenden Institute können ihre lokalen Kreditnehmer besser ein- schätzen und eine langfristige Beziehung aufbauen. Dies zeigt eindrucksvoll die Fristigkeit der gewährten Kredite. So machen die von den Unternehmen und Selbständigen besonders benötig- ten mittel- bis langfristigen Kredite bei Sparkassen, Kreditgenossenschaften und Landesbanken einen Anteil zwischen 85 % und 91 % aus. Aufgrund ihrer Spezialisierung weisen die Realkreditin- stitute den höchsten Anteil auf. Bei den anderen Bankengruppen belaufen sich diese lediglich auf 74 % bis 82 %. Vor-Ort-Institute engagieren sich langfristiger Selbständige: Kunden von Sparkassen und Kredit- genossenschaften Langfristfinanzierung im Zentrum der Unterneh- mensfinanzierung S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 15 Die langfristige Finanzierung größerer Unternehmen können unter den regionalen Instituten meist nur Landesbanken und/oder Sparkassen sicherstellen, da viele Volks- und Raiffeisenbanken auf- grund ihrer geringen Größe nicht genug Eigenkapital aufweisen. Die dezentral konzipierte S- Finanzgruppe stellt damit auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten das Rückgrat der Unterneh- mensfinanzierung in Deutschland dar. 1.6 Garant der Mittelbeschaffung für Kommunen und Länder Der Bund kann sich effizient über die Kapitalmärkte finanzieren und tut dies auch nahezu aus- schließlich. Umgekehrt ist dies bei den Gemeinden, die zur Finanzierung der Kommunalhaushalte fast zu 100 % auf direkte Darlehen angewiesen sind. Die Bundesländer betreiben eine „Mischkal- kulation“, allerdings mit dem Trend zur stärkeren Kapitalmarktfinanzierung. Die hinreichende Ver- sorgung mit klassischen Krediten dürfte die Voraussetzung für eine nachhaltige Finanzierung der Länder und Gemeinden bleiben, während der Bund seine Platzierungskraft aufgrund der hohen Volumina an den Kapitalmärkten nutzen kann. Aus diesem Grund entfällt nur noch ein geringer Prozentsatz der Buchkredite an öffentliche Haushalte auf den Bund. Seit der Gründung der FMS Wertmanagement unterhält die Bundesebene inzwischen aber auch direkte Kreditbeziehungen zum Bankensektor. Kapitalmarktfinanzierung für Bund und Länder Gemeinden mit dem größten Kreditbedarf Länder und Gemeinden sind die Hauptkreditnehmer aus dem öffentlichen Sektor. Dabei spielen die Gemeinden inzwischen sogar eine größere Rolle bei der Kreditnachfrage als die Bundesländer. Kommunen schultern über 50 % der jährlichen Sachinvestitionen und sind daher auf verlässliche Partner bei der Finanzierung und im Consulting angewiesen. Allerdings macht sich die stabile wirtschaftliche Lage der vergangenen Jahre in Form von steigenden Steuereinnahmen positiv bemerkbar, sodass der Kreditbedarf der Kommunen schon länger abnimmt. S-Finanzgruppe als wichtigster Finanzier der Kommunen Gemeinden bauen auf Kreditfinanzierung S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 16 Banken mit Sonderaufgaben, zu denen auch regionale und überregionale Förderbanken zählen, haben durch ihren Fokus den höchsten Anteil an der Länder- und Gemeindefinanzierung durch den Bankensektor. Als Bankengruppe sind die Landesbanken und Sparkassen mit Abstand die Hauptfinanziers der Gemeinden in Deutschland mit einem Anteil von 45 %. Die Bundesländer sind mit einem Anteil von 28 % bevorzugte Kreditnehmer der Landesbanken. 1.7 Privatkunden: Verwirklichung der eigenen vier Wände Privatpersonen zählen neben Unternehmen zu den Hauptkunden der Sparkassen, Regional-/ sonstigen Kreditbanken, Kreditgenossenschaften und Großbanken. Sie erhalten zwischen 42 % und 51 % des inländischen Kreditvolumens. Selbst bei Banken, deren Geschäftsmodell weniger auf die Privatkunden ausgerichtet ist, entfallen auf sie zwischen 7 % und 23 % der Kredite. Die Bausparkassen haben – gemäß ihrer Zielkunden – mit einem Anteil von 86 % den höchsten Pri- vatkundenanteil. Die historisch enge Bindung zu Privatkunden ist ganz besonders bei den Sparkassen und Kredit- genossenschaften zu spüren. Ihre Gründung erfolgte häufig, um Menschen mit geringem Einkom- men beim Sparen zu unterstützen und durch Kleinkredite den Weg in die Selbständigkeit oder zu den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Entsprechend hoch ist der Marktanteil bei Privatkun- denkrediten der Sparkassen mit 29 % und der Kreditgenossenschaften mit 24 %. Zusammen mit den Regional-/sonstige Kreditbanken sind sie für die zunehmenden Privatkundenkredite verant- wortlich, die seit der Finanzkrise um 22 % gestiegen sind. Sparkassen: Marktführer bei Privatpersonen Regionale Institute bevorzugt Die Hauptmotivation einen Kredit aufzunehmen ist bei Privatkunden der Wohnungsbau/-kauf. Hier liegt auch die Ursache für die insgesamt steigenden Privatkundenkredite. Während nämlich die Wohnungsbaukredite der privaten Haushalte seit Anfang 2009 um 27 % zunahmen, stagnierten die sonstigen Kredite für Privatkunden nahezu (+4 %). Privatkundenkredite: Wohnungsbau getrieben … … bei allen Bankengruppen 46 % der Gemeindekredite stammen von Landes- banken und Sparkassen Sparkassen und Kreditge- nossenschaften historisch wichtig für Privatkunden S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 17 Bei allen Bankengruppen mit nennenswertem Privatkundengeschäft liegt der Anteil der Woh- nungsbaukredite zwischen 51 % und 87 %. Im Durchschnitt beträgt er 81 %. Zu Anfang der 90er Jahre erreichte der Anteil rund 65 %. Die seitdem stark gesunkenen Zinsen erleichtern den Erwerb von Wohneigentum erheblich und sorgen für den anhaltenden Aufwärtstrend. Das Marktsegment Ratenkredite ist mit einem Anteil von 14 % die zweitwichtigste Kreditform. Hier sind insbesondere die Regional- und sonstigen Kreditbanken aktiv, unter denen sich auch die Kreditinstitute der Autohersteller befinden. Debitsalden auf Lohn- und Gehaltskonten spielen im Privatkundengeschäft dagegen kaum eine Rolle. Angesichts der zumeist recht hohen Zinsen für diese kurzfristige Bereitstellung von Geld ist dies im Sinne der Kunden zu begrüßen. Ein solider Finanzstatus im „Soll und Haben“ ist ein Ziel, das alle Kreditinstitute im Privatkundengeschäft ver- folgen sollten. 2 Wirtschaftsstrukturen in Deutschland erfordern passende Lösungen 2.1 Kredite nach Branchen: Dienstleister dominieren Welche Branchen sind die Hauptkreditnehmer? Bevor diese Frage beantwortet wird, soll kurz auf die Wirtschaftsstruktur in Deutschland eingegangen werden, da sich die Gewichtung der einzelnen Branchen in den letzten Jahren erheblich gewandelt hat. Dies hatte auch Auswirkungen auf die sektorale Struktur der Kreditportfolios. Bis Mitte der 90er Jahre änderte sich die Wirtschaftsstruktur Deutschlands heftig. Das Produzie- rende Gewerbe (ohne Bau) verlor deutlich an Gewicht. Sein Anteil an der Bruttowertschöpfung sank von 31 % im Jahr 1991 auf 26 % innerhalb von vier Jahren. Seit Beginn des neuen Jahrtau- sends hatte der industriegetragene Konjunkturzyklus wieder zu einer Stärkung der Industrie ge- führt, die sich aber nach der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht fortsetzte. Dagegen expandierte der Bereich Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister seit 1991 von 22 % auf 27 % (2009) fast ohne Pause. Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise verloren die privatwirtschaftlich ge- prägten Sektoren etwas an Bedeutung zu Gunsten der staatlich dominierten öffentlichen und sons- tigen Dienstleister. Branchenstruktur im Wandel Dienstleister erwirtschaften 70 % der Wertschöpfung Diese gesamtwirtschaftliche Veränderung spiegelt sich in der Struktur der Kreditnehmer wider. So halbierte sich in den letzten vierzig Jahren der Anteil der Industriekredite auf 17 %. Überdurch- schnittliches Industriekreditengagement findet sich bei Landesbanken, Großbanken und Regional-/ Ratenkredite Domäne der Regional- und sonstigen Kreditbanken Industrieanteil gesunken, Dienstleistungssektor gewichtiger S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 18 sonstigen Kreditbanken mit Anteilen zwischen 20 % und 25 % an den Firmenkrediten der jeweili- gen Bankengruppe. Das Gros der Kredite wird inzwischen an die Dienstleister vergeben, die ja auch einen Anteil von rund 70 % an der Bruttowertschöpfung vorweisen. Im Industrieland Deutsch- land mag das überraschen, allerdings ist eine Vielzahl der Dienstleister auf das Produzierende Gewerbe ausgerichtet. Industrie tritt als Kreditnehmer in den Hintergrund Die Kreditportfolios der Sparkassen weisen einen weitgehend durchschnittlichen Branchenmix auf, wobei sie allerdings mit ihrem hohen Marktanteil bei Krediten an Unternehmen und Selbständige von 30 % den Durchschnitt prägen. Unterdurchschnittlich sind bei Landesbanken die Kreditbezie- hungen zu den meist kleinen Unternehmen des Baugewerbes und der Agrarwirtschaft aufgrund der Arbeitsteilung im S-Finanzverbund. Ähnlich verhält es sich bei den Großbanken, die wegen ihrer Institutsgröße und der Konzentration ihrer Standorte in diesem Geschäftsfeld weniger aktiv sind. Sparkassen und Kreditgenossenschaften können mit ihrer Präsenz vor Ort und der genauen Kenntnis der lokalen Gegebenheiten bei den Wirtschaftszweigen mit vielen Mittelständlern und Kleinbetrieben punkten. Grundstücks- und Wohnungswesen mit größter Kreditnachfrage Die Bedeutung der inländischen Immobilienwirtschaft ist im tertiären Sektor besonders hervorzu- heben. Mit einem Anteil von 29 % ist das Grundstücks- und Wohnungswesen der wichtigste Kre- ditnehmer im Unternehmenssektor. Bei Sparkassen, Landesbanken und Kreditgenossenschaften sind die Anteile am höchsten, da zum einen die Immobilienfinanzierung zu ihrem Kerngeschäft gehört. Zum anderen bestehen enge Beziehungen zu regionalen Wohnungsunternehmen/-genos- senschaften; manche sind sogar Tochtergesellschaften. Grundstücks- und Woh- nungswesen wichtiger Kreditnehmer Sparkassen bei Mittel- ständlern als Kreditgeber gefragt S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELABA 19 2.2 Digitalisierung und Konsolidierung im Bankgewerbe Sich ändernde Wirtschaftsstrukturen schlagen sich nicht nur bei den Kreditnehmern nieder, son- dern auch bei den Banken selbst. Die Digitalisierung sorgt für eine enorme Effizienzsteigerung bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Es wurden und werden Zahlungssysteme entwickelt, die den beleglosen und bargeldlosen Zahlungsverkehr forcieren. Zunächst stieg im Zeitraum 2007 bis 2014 die Zahl der Bankautomaten um 11.000 auf fast 87.000. Danach sank ihr Bestand bis 2017 auf knapp 85.000. Hingegen breiteten sich elektronische Zahlungsterminals kontinuierlich aus. Ihre Anzahl nahm im gleichen Zeitraum um 250.000 auf rund 816.000 Geräte zu. Betrieb verschiedener Zahlungssysteme Kartenzahlungen lösen Bargeld ab Auch die Nutzung der Zahlungsmöglichkeiten entwickelte sich sehr unterschiedlich. So blieben die Bargeldabhebungen an Geldautomaten über den gesamten Zeitraum weitgehend unverändert. Die Kartenzahlungen erhielten jedoch lebhaften Zuspruch. Insgesamt sind Geldautomaten weniger gefragt, da ja fast überall vor Ort per Karte bezahlt werden kann. Konsolidierung im Bankensektor schreitet voran … … verbunden mit einem Rückgang der Zweigstellen Allerdings werden einmal etablierte Lösungen selten komplett abgeschafft, wenn kostengünstigere Alternativen eingeführt werden. Das Nebenaneinander verschiedener Zahlungssysteme sowie die Entwicklung neuer digitaler Prozesse verursachen immense Kosten für das einzelne Kreditinstitut. Insbesondere aufgrund des hohen Kostendrucks im Bankensektor kam es bereits in den vergan- genen Jahrzehnten zu vielen Zusammenschlüssen. Damit veränderte sich die Zahl der Banken und ihrer Filialen: Im genossenschaftlichen Sektor reduzierte sich die Institutszahl in den letzten zwanzig Jahren um fast 1.400 auf 875 besonders stark. Bei Sparkassen war die Ausgangszahl deutlich niedriger. Doch auch hier kam es zu Fusionen vieler Häuser. Anfang 2019 gab es mit 385 Sparkassen etwa 200 Institute weniger als 1999. Die Zahl der Landesbanken sank von 12 auf 5 Institute. Zahlungsgewohnheiten im Wandel Anpassung des Filialnetzes S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELABA 20 Trotz der Konsolidierung verfügen die Sparkassen im Vergleich der Bankengruppen mit rund 9.800 Zweigstellen über das größte Filialnetz. Diese Mitarbeiter vor Ort sind jetzt ganz anders gefordert. Die Digitalisierung hat tendenziell die Bindung zwischen Kunde und Kundenberater gelockert, da Begegnungen deutlich seltener stattfinden. Die sozialen Medien im Internet sprechen vor allem die jüngere Generation an, die gewohnt ist Einkäufe ohne Verkäufer, Reise ohne Reisebüro und In- formationen ohne Bücher zu erhalten. Aus den meist positiven Erfahrungen ist ein Vertrauen in digitale Angebote entstanden, die den persönlichen Kontakt überflüssig erscheinen lassen. Um sich zukünftig im Wettbewerb mit reinen Online-Banken behaupten zu können, sind Konzepte gefragt, die geschickt die örtliche Präsenz mit medialer Kompetenz kombiniert, um Kunden zu binden – denn Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von heute sind die Unternehmer, Anle- ger und Kreditnehmer von morgen. 2.3 Unterschiedliche, regionale Marktstellung der Sparkassen In der regionalen Bankenstatistik erfolgt die Zuordnung nach dem Sitz der Bankniederlassungen (Zweigstellen) und nicht nach dem Sitz der Kunden. Eine Ausnahme ist die Deutsche Postbank, deren Kundenbeziehungen seit 2005 nach den Postleitzahlen den einzelnen Bundesländern zuge- ordnet werden. Die hier präsentierten regionalstatistischen Ergebnisse sind daher nicht identisch mit den Krediten an Bankkunden in den betreffenden Bundesländern. Das gilt insbesondere für bundesweit tätige Kreditinstitute ohne Filialnetz, wie die überwiegend in den „Regionalbanken und sonstigen Kreditbanken“ enthaltenen Direktbanken, deren gesamtes Kundengeschäft dem jeweili- gen Firmensitz-Bundesland zugeordnet wird. Um derartige Verzerrungen zu minimieren, sind etli- che überregional tätige Institute in den regionalstatistischen Auswertungen des jeweiligen Firmen- sitz-Bundeslandes nicht enthalten. Bankengruppen in der Regionalstatistik der Deutschen Bundesbank Zudem gibt es noch andere Abweichungen in der Zusammenstellung der Bankengruppen auf regionaler Ebene. So sind in den Regional- und sonstigen Kreditbanken auch die Zweigstellen ausländischer Banken enthalten. Landesbanken werden aus Datenschutzgründen nicht separat ausgewiesen, da auf Bundeslandebene ansonsten Rückschlüsse auf einzelne Institute möglich wären. Insofern gibt es eine „bunte Mischung“ im Restaggregat „Sonstige Banken“, die Landes- banken, Realkreditinstitute, Bausparkassen sowie Banken mit Sonderaufgaben umfasst. Bevor auf die Marktstellung der Sparkassen in den einzelnen Bundesländern eingegangen wird, ist es wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen über die regionale Verteilung der Kreditvergabe überhaupt. Als Maßstab könnten Bevölkerung und Bruttoinlandsprodukt dienen, da die Bundeslän- der hier große Unterschiede aufweisen. So entsprechen sich die Anteile der vier größten Länder Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen sowie der kleineren Bun- desländer bezüglich Einwohner und Kreditvergabe weitgehend. Abweichungen lassen sich über- wiegend durch die unterschiedliche Wirtschaftskraft erklären. Eine Ausnahme bildet Hessen. Die Digitalisierung erfordert neue Konzepte für Kundenbindung Andere Abgrenzung der Bankengruppen auf Bundeslandebene Verteilung der Kredite auf die Bundesländer S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 21 Ursache ist der Finanzplatz Frankfurt als Sitz vieler bundesweit tätiger Banken mit Filialnetz, die die Verteilung erheblich verzerren. So werden bei vielen Kreditinstituten die Mehrheit der Großkre- dite und der komplexen Finanzierungen in der Zentrale in Frankfurt bearbeitet. Auf die Banken- gruppe der Kreditbanken bezogen führt das dazu, dass rund ein Viertel ihrer inländischen Kredite an Nichtbanken von hier betreut wird. Insgesamt entfallen somit 13 % der inländischen Kredite an Nichtbanken auf Hessen, bei einem Einwohneranteil von nur 8 %. Einwohnerzahl erklärt nicht vollständig … … die regionale Verteilung der Kreditvergabe Die hohe Konzentration der Kreditaktivtäten des privaten Bankgewerbes am Finanzplatz Frankfurt erklärt auch den sehr hohen Marktanteil der Kreditbanken von über 50 % in Hessen. Sie ist auch verantwortlich dafür, dass der Marktanteil der hessischen Sparkassen von 16 % nach unten ver- zerrt ist. Allerdings ist die Präsenz der Wettbewerber hier wie in den Stadtstaaten Berlin und Ham- burg ausgeprägter und die Bedürfnisse der Kunden in Umfang und Komplexität anspruchsvoller – beides verschärft die Wettbewerbssituation für die Sparkassen und Kreditgenossenschaften in diesen regionalen Märkten. Marktanteil der Sparkassen in 10 von 16 Bundesländern 30 % und mehr Ansonsten finden sich überdurchschnittliche Marktanteile der Sparkassen von 30 % und mehr in 10 von 16 Bundesländern. In Bremen sind die Sparkassen mit 55 % sogar der unangefochtene regionale Platzhirsch. Auch im Saarland, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind die Spar- kassen überdurchschnittlich vertreten und stellen zwischen 37 % bis 43 % der Kredite an inländi- sche Nichtbanken zur Verfügung. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland ist ebenfalls ein „Sparkassenland“ bei einem Marktanteil von 37 %. Pro-Kopf gerechnet vergeben die Sparkassen dort 16 % mehr Kredite als im Bundesdurchschnitt der Sparkassen, wohingegen im Durchschnitt aller Banken 14 % weniger Kredite pro Einwohner gewährt werden. Sonderfall Hessen Sparkassen teils mit sehr hohen regionalen Marktanteilen S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 22 Kreditversorgung durch die Sparkassen meist höher als im Bankendurchschnitt Die Kreditvergabe pro Einwohner liegt in den neuen Bundesländern nur zwischen 40 % und 49 % des gesamtdeutschen Durchschnitts. Die Sparkassen sind auch hier aktiver – bei ihnen werden immerhin Vergabeniveaus zwischen 52 % und 56 % des Bundesdurchschnitts erreicht. Diese Situation stellt aber keine Unterversorgung an Krediten dar, sondern beruht eher auf einer zurück- haltenden Nachfrage. Unternehmen in den neuen Bundesländern gehören oft zu Konzernen, die in den alten Bundesländern ihren Firmensitz haben und entsprechend Finanzierungsentscheidungen mit den Banken dort treffen. Auch ist die Bevölkerung in den ostdeutschen Bundesländern tenden- ziell etwas älter, was sich dämpfend auf den Finanzierungsbedarf auswirkt. Sparkassen im reinen Firmenkreditgeschäft etwas weniger präsent als … Im Firmenkundengeschäft auf Bundeslandebene sind die Hauptkonkurrenten der Sparkassen zumeist die Regional- und sonstigen Kreditbanken. Allerdings ist ihr Marktanteil selten höher. Bei Selbständigen ist die Situation anders. … bei der Kreditvergabe an Selbständige Sparkassen mit überdurchschnittlichen Krediten pro Einwohner Unternehmen und Selb- ständige als wichtige Kundengruppen S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 23 Sparkassen stellen in vier Bundesländern über 40 % und in weiteren fünf Bundesländern sogar rund 50 % und mehr Kredite an Selbständige. Aber auch die Kreditgenossenschaften sind sehr rege und weisen Marktanteile von bis zu 45 % wie in Rheinland-Pfalz auf. Privatkunden nutzen Kreditangebote der Sparkassen intensiv Privatkunden, deren Hauptanliegen in puncto Kreditaufnahme die Finanzierung von Wohneigen- tum ist, sind bei allen Bankengruppen gern gesehen – sind doch derartige Geschäfte mit „immobi- len“ Sicherheiten verbunden, deren Bewertung in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Die Wohnungsfinanzierung in Deutschland erfolgt überwiegend langfristig und mit fester Zinsbindung. Das Risiko bleibt auch überschaubar, da sich die Arbeitsmarktsituation deutlich verbessert hat und in vielen Bundesländern nahezu Vollbeschäftigung herrscht. Sparkassen haben bei der Kredit- vergabe an Privatkunden in elf Bundesländern Marktanteile von 30 % und mehr. Wirtschaftskraft und Arbeitsmarkt 3 Fazit: S-Finanzgruppe – wichtiger Standortfaktor für ein föderales Deutschland Dass die Bundesrepublik Deutschland ein föderaler Staat ist, steht außer Frage. Doch wie soll der Föderalismus gelebt werden? Der bundesstaatliche Aufbau ist direkt mit der Vitalität seiner Prota- gonisten verbunden. Dabei übernehmen die jeweiligen Landesregierungen und Kommunen eine wichtige Rolle z.B. bei der Bereitstellung der materiellen und intellektuellen Infrastruktur. Die Fi- nanzierung derartiger Projekte wird besonders durch den öffentlich-rechtlichen Bankensektor un- terstützt. Denn gerade die Sparkassen, deren Geschäftsgebiet begrenzt ist, sind vom regionalen Sparkassen und Landes- banken stärken föderale Struktur Deutschlands Gute Ausgangslage für Privatkundengeschäft S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 24 wirtschaftlichen Erfolg abhängig und damit besonders an der Entwicklung vor Ort interessiert. Sparkassen und Landesbanken sind damit aus national- und regionalökonomischer Sicht essenzi- eller Bestandteil der Standortsicherung und -entwicklung. Der S-Finanzsektor hat allein durch seine Eigentümer einen stärkeren Bezug zur jeweiligen Stammregion als beispielsweise die Filiale einer international tätigen Großbank. In der Unterneh- mensfinanzierung sowie der Finanzierung von Kommunen und Ländern erreichen sie durch ihre buchstäbliche Kundennähe überdurchschnittliche Marktanteile. Diese Kundenverbundenheit ist gerade für die polyzentrische Wirtschaftsstruktur in Deutschland wichtig. Dort wo die Risikotragfä- higkeit von Sparkassen aufgrund ihrer Größe überschritten wird, sind die Landesbanken aktiv. Für den geschäftspolitischen Ansatz der Sparkassen vor Ort bleibt die Existenz der zu ihnen komple- mentären Landesbanken eine wesentliche Voraussetzung. Dabei sind Landesbanken keine homo- gene Gruppe. Jenseits einer zu beobachtenden Intensivierung des Verbundgeschäfts mit den Sparkassen differenzieren sie sich zunehmend und ihre Geschäftsschwerpunkte sind durch regio- nale Eigenheiten geprägt. Als Institutsgruppe stellen die Landesbanken im Verbund mit den Sparkassen ein großes und komplexes wirtschaftliches Gebilde dar, das über lange Zeiträume entstanden ist. Bei einer mögli- chen Neuordnung der Landesbankenlandschaft bzw. einem neuen Zuschnitt der Aufgabenvertei- lung in der S-Finanzgruppe ist die polyzentrische Wirtschaftsstruktur in Deutschland und in diesem Zusammenhang die Bedeutung der S-Finanzgruppe für die Finanzierung des Unternehmenssek- tors zu berücksichtigen. In diesem Sinne ist es wichtig, möglichst vielfältige Kreditkanäle offen zu halten, um den regionalen Anforderungen gerecht zu werden. Gleichwohl kam es bereits in der Vergangenheit kontinuierlich – sowohl horizontal als auch vertikal – zu Zusammenschlüssen von Sparkassen und Landesbanken. Diese letztendlich marktgesteuer- ten Prozesse sollten nicht verhindert, sondern innerhalb des öffentlich-rechtlichen Bankensektors genutzt werden, da sie nachhaltige wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen und zur Stabilisierung des Finanzsystems in Deutschland beitragen können. Strukturveränderungen in der Volkswirt- schaft werden auch künftig die Banken herausfordern. Sparkassen und Landesbanken sind dieser Aufgabe gewachsen, wenn sie gemeinsam kreative und solide Lösungen entwickeln. ■ Enge Verbindung zur Heimatregion Sparkassen und Landes- banken stellen sich Herausforderungen S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 25 Adressen der Landesbank Hessen-Thüringen Hauptsitze Frankfurt am Main MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52–58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Erfurt Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Bausparkasse Landesbausparkasse Hessen-Thüringen Offenbach am Main Strahlenbergerstraße 13 63067 Offenbach am Main Telefon 0 69/91 32-02 Erfurt Bonifaciusstraße 19 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-70 07 Förderbank Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach Telefon 0 69/91 32-03 Niederlassungen Düsseldorf Uerdinger Straße 88 40474 Düsseldorf Telefon 02 11/3 01 74-0 Kassel Ständeplatz 17 34117 Kassel Telefon 05 61/7 06-60 London 3rd Floor 95 Queen Victoria Street London EC4V 4HN Großbritannien Telefon +44 20/73 34-45 00 New York 420, Fifth Avenue New York, N.Y. 10018 USA Telefon +1 212/7 03-52 00 Paris 4-8 rue Daru 75008 Paris Frankreich Telefon +33 1/40 67-77 22 Stockholm Kungsgatan 3, 2nd Floor 111 43 Stockholm Schweden Telefon +46/86 11 01 16 Repräsentanzen Madrid (für Spanien und Portugal) General Castaños, 4 Bajo Dcha. 28004 Madrid Spanien Telefon +34 91/39 11-0 04 Moskau Novinsky Boulevard 8 Business Centre Lotte, 20th Floor 121099 Moskau Russland Telefon +7 495/2 87-03-17 12399 Cjs. 105/106 B Brooklin Novo São Paulo – SP CEP: 04578-000 Telefon + 55 11 / 2924-9756 Shanghai Unit 012, 18th Floor Hang Seng Bank Tower 1000 Lujiazui Ring Road Shanghai, 200120 China Telefon +86 21/68 77 77 08 Singapur One Temasek Avenue #05 – 04 Millenia Tower Sin- gapore, 039192 Telefon + 65 / 62 38 04 00 S-FINANZGRUPPE – KREDITVERSORGUNG: GEMEINSAM ALLEM GEWACH SEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH MAI 2019 © HELA BA 26 Vertriebsbüros Berlin Joachimsthaler Straße 12 10719 Berlin Telefon 0 30/2 06 18 79-13 52 München Lenbachplatz 2a 80333 München Telefon 0 89/5 99 88 49-16 Münster Regina-Protmann-Straße 16 48159 Münster Telefon 02 51/92 77 63-01 Stuttgart Theodor-Heuss-Straße 11 70174 Stuttgart Telefon 07 11/2 80 40 4-0 Immobilienbüros Berlin Joachimsthaler Straße 12 10719 Berlin Telefon 0 30/2 06 18 79-13 14 München Lenbachplatz 2a 80333 München Telefon 0 89/5 99 88 49-0 Auswahl der Tochtergesellschaften Frankfurter Sparkasse Neue Mainzer Straße 47–53 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/26 41-0 1822direkt Gesellschaft der Frankfurter Sparkasse mbH Borsigallee 19 60388 Frankfurt am Main info@1822direkt.com Telefon 0 69/9 41 70-0 Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG JUNGHOF Junghofstraße 26 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/1 56 86-0 Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG Börsenstrasse 16 8001 Zürich Schweiz Telefon +41 44/2 65 44 44 Auswahl der Tochtergesellschaften Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH JUNGHOF Junghofstraße 24 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/2 99 70-0 GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen Westerbachstraße 33 60489 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 75 51-0 OFB Projektentwicklung GmbH Speicherstraße 55 60327 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 17 32-01 GGM Gesellschaft für Gebäude- Management mbH Speicherstraße 55 60327 Frankfurt Telefon 0 69/9 17 32-9 00 Helaba Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 - 01 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt T +49 3 61 / 2 17 - 71 00 www.helaba.de 516-007219\_Titel\_Rueckseite\_Sparkassenstudie\_VoWi\_RZ.indd 2 06.05.19 18:09

Hohe Marktanteile der S-Finanzgruppe. Unterschiedliche, regionale Marktstellung der Sparkassen. Wichtiger Standortfaktor für ein föderales Deutschland.
