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title: "NRW: Zahlen und Fakten"
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updated: 2026-09-28
keywords: Corona, Länder & Regionen, Bundesländer
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# NRW: Zahlen und Fakten

Im Fokus: Bundesländer 28. Februar 2024 © Helaba | Research &amp; Advisory | 28. Februar 2024 1 von 6 Research &amp; Advisory Zahlen &amp; Fakten: Nordrhein-Westfalen Die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens wird seit vielen Jahrzehnten besonders vom Strukturwandel belastet. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte hier im vergangenen Jahr deutlich. Nordrhein-Westfalen (NRW) ist mit ei- ner Fläche von 34.112 km² das viert- größte Bundesland und beansprucht damit 9,5 % des Gebiets der Bundes- republik. Aufgrund der hohen Bevölke- rungsdichte (Platz 1 ohne Berücksich- tigung der Stadtstaaten) ist es mit Ab- stand das bevölkerungsreichste Bun- desland mit 18,1 Millionen Einwoh- nern (Stand Ende 2022). Dies ent- spricht 21,5 % der deutschen Bevölke- rung. In dem urbanen Bundesland liegen 30 der insgesamt 82 deutschen Großstädte mit über 100.000 Einwohnern. Im Jahr 2022 wurden 20,5 % des deutschen Bruttoinlands- produkts in NRW erwirtschaftet – dies ist der größte Anteil un- ter allen deutschen Bundesländern. Das BIP-pro-Kopf liegt aber 5,4 % unter dem deutschen Durchschnitt. Somit gehört NRW trotz seiner hohen Bevölkerungsdichte zu den wirt- schaftlich weniger starken Bundesländern. Auch die Produkti- vität (BIP pro Erwerbstätigen) befand sich 2022 mit 81.620 Euro leicht unter dem deutschen Durchschnitt (84.856 Euro). 57,8 % der Wertschöpfung des Bundeslandes entsteht in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln, die übrigen 42,2 % verteilen sich auf die restlichen drei Regie- rungsbezirke: Münster, Detmold und Amsberg (Stand 2021). Im europäischen Vergleich kann sich NRW durchaus sehen lassen. Das 2022 erwirtschaftete BIP des Bundeslan- des ist zwischen den Niederlanden und der Schweiz einzuordnen (vgl. Chart S. 2). Wäre Nordrhein-Westfalen ein selbstständiges Land, hätte es somit das sechstgrößte BIP der EU. Pro Ein- wohner liegt das BIP etwa 24 % über dem EU-Durchschnitt und rund 14 % über dem Durchschnitt der Eurozone. Damit liegt der Lebensstandard in NRW deutlich über dem einiger EU- Mitgliedstaaten. Simon Azarbayjani Konjunktur Deutschland T 069/91 32-79 76 Bevölkerungsreichstes Bundesland Einwohnerzahl je Bundesland, 31.12.2022 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research &amp; Advisory Helaba Research &amp; Advisory Hessen 6,4 Mio. Thüringen 2,1 Mio. Schleswig- Holstein 3,0 Mio. Mecklenburg- Vorpommern 1,6 Mio. Hamburg 1,9 Mio. Nieder- sachsen 8,1 Mio. Bremen 0,7 Mio. Brandenburg 2,6 Mio. Berlin 3,8 Mio. Sachsen- Anhalt 2,2 Mio. Sachsen 4,1 Mio. Bayern 13,4 Mio. Baden- Württemberg 11,3 Mio. Nordrhein- Westfalen 18,1 Mio. Rheinland- Pfalz 4,2 Mio. Saarland 1,0 Mio. Ausgewählte Kennzahlen Deutschland Nordrhein-Westfalen Fläche km² 357.600 34.112 Einwohner 2022 Mio. 84,36 18,14 BIP nominal 2022 Mrd. Euro 3.877 794 BIP pro Einwohner 2022 Euro 46.264 43.761 BIP pro Erwerbstätigen 2022 Euro 84.856 81.620 Arbeitslosenquote, JD 2023 % 5,7 7,2 Quellen: VGR der Länder, Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Nordrhein-Westfalen © Helaba | Research &amp; Advisory | 28. Februar 2024 2 von 6 Die sektorale Struktur Nordrhein-Westfalens ähnelt heute der deutschen, doch vor wenigen Jahrzehnten sah dies noch anders aus. Anfang der neunziger Jahre hatte das Produzierende Gewerbe, das Unternehmen des Bergbaus, des Verarbeitenden Gewerbes, des Baugewerbes sowie der Energie- und Wasserversorgung beinhaltet, noch ei- nen Anteil von 38 % (2022: 27 %) an der gesamten Wertschöpfung im Bundesland. Dieser Anteil lag deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Somit war das Produzierende Gewerbe – zu dem auch die Montanindustrie des Ruhr- gebiets gehörte – der wichtigste Sektor. Demnach zählt NRW zu den am stärksten vom Strukturwandel betroffe- nen Bundesländern. Der Strukturwandel beschreibt die Veränderung einer Volkswirtschaft mit Hinblick auf die sektorale Struktur. Dabei ist historisch zu beobachten, dass Volkswirtschaften zunächst eine geringe Spezialisierung, wenig Handel und vor allem einen hohen Anteil an Land- und Forstwirtschaft aufweisen. Durch technologischen Fortschritt nimmt dann die Spezialisierung und damit der Anteil des Produzierenden Gewerbes zu. Schließlich gewinnen durch den zunehmenden internationalen Handel die Dienstleistungen an Bedeutung. Aufgrund der Globalisie- rung und dem internationalen Wettbewerb verschieben sich kostenintensive Produktionsprozesse in weniger entwickelte Länder. Da in NRW das Produzierende Gewerbe einen überdurchschnittlich hohen Anteil an der Bruttowertschöpfung hatte, war hier die Herausforderung eines Strukturwandels besonders hoch. Die ausgeprägte Industrie stärkte zu- nächst die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens, entwickelte sich seit den 1970er Jahren jedoch zunehmend zu einem Nachteil. Durch die voranschreitende Globalisierung sowie die hohe Inflation Anfang der 70er bis Mitte der 80er Jahre gerieten die Industrieunternehmen unter einen starken Kosten- und vor allem Lohndruck. Internationale Wettbewerber konnten günstiger produzieren, während die Kosten und Löhne hierzulande kräftig stiegen. Heute treiben neue Faktoren wie der Klimawandel die Veränderungen in der Wirtschaft. So ist NRW besonders vom Wandel in der Stromerzeugung betroffen, denn das Rheinland verfügt über umfangreiche Braunkohlevorkom- men. Rund ein Fünftel des deutschen Stroms wird hier erzeugt. Zusätzlich haben die geopolitischen Spannungen seit zwei Jahren zu deutlich höheren Energiekosten geführt. Darunter leidet die energieintensive Grundstoffin- dustrie in NRW besonders stark. Diese Belastungen schlagen sich auch in der wirtschaftlichen Stärke nieder: Während das BIP pro Einwohner in Nordrhein-Westfalen in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders noch das deutsche BIP-pro-Kopf deutlich übertraf (+6 % im Jahr 1970), liegt es heute unter dem deutschen Durchschnitt. NRW-BIP größer als das der Schweiz Sektorstruktur ähnlich zu Deutschland Tsd. Euro Jeweilige Preise, Mrd. Euro Anteil an der Bruttowertschöpfung 2022, % Stand 2022 Quellen: VGR der Länder, Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Niederlande NRW Schweiz Bayern Polen BIP pro Einwohner (linke Skala) BIP (rechte Skala) Im Fokus: Nordrhein-Westfalen © Helaba | Research &amp; Advisory | 28. Februar 2024 3 von 6 Dass die aus dem Strukturwandel resultierenden Herausforderungen des Bundeslandes nicht alle gemeistert wur- den, ist zudem an den hohen Arbeitslosenquoten im Ruhrgebiet zu erkennen. Diese Region ist mit 5,1 Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum Deutschlands und beinhaltet mit Gelsenkirchen auch die Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote unter allen Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. In NRW sind aber auch Landkreise wie Olpe zu finden, die eine Arbeitslosenquote haben, die deutlich unter der deutschen Quote liegt. Hier ist nicht hohe Arbeitslosigkeit das Problem, sondern der zunehmende Fachkräftemangel. Dass die Arbeitslosenquote in NRW deutlich über dem deutschen Level abschneidet, ist untypisch für ein west- deutsches Bundesland (vgl. Chart S. 4). Die Arbeitslosenquote der Kreise und kreisfreien Städte des Ruhrgebiets liegt im Schnitt bei 9,6 %, während die der restlichen Landkreise und Städte Nordrhein-Westfalens mit durch- schnittlich 6,2 % besser ausfällt. Somit ist die hohe Arbeitslosenquote von NRW dadurch zu erklären, dass vor al- lem im Ruhrgebiet viele Menschen arbeitssuchend sind, während die Arbeitslosigkeit im Rest von NRW vergleich- bar ist mit dem deutschen Niveau. Im Bundesland sind also interessante regionale Unterschiede bezüglich der wirtschaftlichen Stärke zu beobachten. So ist das BIP pro Einwohner in Städten wie Düsseldorf, Bonn, Köln oder Münster deutlich über dem Bundesdurchschnitt, das der überwiegenden Mehrheit der Kreise und kreisfreien Städte liegt jedoch darunter. Von den 15 Kreisen und kreisfreien Städten des Ruhrgebiets hat lediglich die Stadt Essen ein BIP pro Einwohner, das über dem Bundesdurchschnitt angesiedelt ist. Vollbeschäftigung nur in wenigen NRW-Regionen Arbeitslosenquote, % aller zivilen Erwerbspersonen, Jahresdurchschnitt 2023 Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory 3,5 4,1 4,2 4,3 4,4 4,4 4,6 4,9 5,2 5,3 5,4 5,4 5,4 5,4 5,5 5,5 5,6 5,6 5,6 5,6 5,6 5,7 5,7 5,9 6,2 6,4 6,8 6,9 7,0 7,0 7,0 7,1 7,2 7,2 7,3 7,4 7,6 7,7 7,8 8,1 8,1 8,2 8,6 8,6 8,7 9,5 9,7 10,4 10,5 10,6 11,0 11,4 11,5 12,8 14,6 Coesfeld, Lk. Olpe, Lk. Borken, Lk. Höxter, Lk. Hochsauerla… Gütersloh, Lk. Steinfurt, Lk. Münster Lippe, Lk. Oberberg. Kr. Paderborn, Lk. Rhein-Sieg-Kr. Warendorf, Lk. Heinsberg, Lk. Siegen-… Soest, Lk. Viersen, Lk. Rheinisch-… Rhein-Kreis… Euskirchen, Lk. Kleve, Lk. Deutschland Herford, Lk. Minden-… Rhein-Erft-Kr. Mettmann, Lk. Bonn Wesel, Lk. Ennepe-… Düsseldorf Märkischer Kr. Düren, Lk. Unna, Lk. NRW Leverkusen Aachen Remscheid Bottrop Solingen Mülheim a. d.… Recklinghaus… Bielefeld Bochum Hamm Köln Wuppertal Mönchengla… Oberhausen Krefeld Essen Herne Hagen Dortmund Duisburg Gelsenkirchen Ah Kreise/kreisfreie Städte des Ruhrgebiets Sehr unterschiedliche Wirtschaftskraft innerhalb Nordrhein-Westfalens BIP pro Einwohner in % des Bundesdurchschnitts 2022 Quellen: VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory 189177 135128 113111102100 97 96 96 95 95 94 91 91 89 88 88 86 85 84 84 83 83 82 82 82 80 80 79 79 78 77 75 74 73 73 72 72 69 69 69 69 67 67 66 65 65 63 61 60 60 60 53 Düsseldorf Bonn Köln Münster Gütersloh, Lk Leverkusen Essen Deutschland Minden-Lübb., Lk Bielefeld Mettmann, Lk Olpe, Lk NRW Krefeld Rhein-Kreis Neuss Dortmund Siegen-… Aachen Borken, Lk Hochsauerlandkr. Soest, Lk Märkischer Kreis Remscheid Paderborn, Lk Wuppertal Oberberg. Kreis Bochum Rhein-Erft-Kreis Mülheim a.d. Ruhr Duisburg Herford, Lk Steinfurt, Lk Hagen Mönchengladbach Warendorf, Lk. Solingen Gelsenkirchen Kleve, Lk. Unna, Lk. Lippe, Lk. Coesfeld, Lk. Ennepe-Ruhr-Kr. Düren, Lk. Wesel, Lk. Viersen, Lk. Hamm Höxter, Lk. Rhein-Sieg-Kr. Euskirchen, Lk. Rheinisch-Berg. Kr. Oberhausen Herne Heinsberg, Lk. Recklinghausen,… Bottrop Düsseldorf, Bonn, krfr. Köln, krfr. Münster, krfr. Gütersloh, Leverkusen, Essen, krfr. Deutschland Minden- Bielefeld, krfr. Mettmann, Olpe, Kreis NRW Krefeld, krfr. Rhein-Kreis Dortmund, Siegen- Städteregion Borken, Kreis Soest, Kreis Märkischer Remscheid, Paderborn, Wuppertal, Bochum, krfr. Rhein-Erft- Mülheim an Duisburg, Herford, Kreis Steinfurt, Hagen, krfr. Warendorf, Solingen, krfr. Kleve, Kreis Unna, Kreis Lippe, Kreis Coesfeld, Ennepe-Ruhr- Düren, Kreis Wesel, Kreis Viersen, Kreis Hamm, krfr. Höxter, Kreis Rhein-Sieg- Euskirchen, Rheinisch- Oberhausen, Herne, krfr. Heinsberg, Bottrop, krfr. Kreise/kreisfreie Städte des Ruhrgebiets Im Fokus: Nordrhein-Westfalen © Helaba | Research &amp; Advisory | 28. Februar 2024 4 von 6 Bei einer Gegenüberstellung der Bruttowertschöpfung fällt auf, dass sich die Dienstleistungsbereiche in den meis- ten Jahren besser entwickelt haben als die Industrie. In etwa der Hälfte der Jahre seit 1998 war sogar ein Rück- gang der Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe zu beobachten. Dass das BIP pro Einwohner in den letzten Jahrzehnten nicht noch stärker schrumpfte, ist also den Dienstleistungsunternehmen in NRW zu verdan- ken. Die drei großen Dienstleistungsbereiche „öffentliche und sonstige Dienstleister“, „Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister“ sowie „Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information/Kommunikation“ sind inzwischen in NRW sogar stärker vertreten als auf Bundesebene (vgl. Chart S. 2). Im Jahr 2022 hat die NRW-Wirtschaft Rekordwerte im Außenhandel erzielt. Sowohl Exporte als auch Importe er- reichten einen Höchststand. Die Exporte erhöhten sich um gut 17 % gegenüber 2021, während die Importe sogar um etwa 20 % stiegen. Diese Wachstumsraten sind nicht preisbereinigt, jedoch übersteigen die Werte die Inflati- onsrate für 2022 deutlich, sodass die Ex- und Importe auch real wuchsen. Der wichtigste Handelspartner für NRW sind die Niederlande, die sowohl die meisten Einfuhren lieferten, als auch Ziel der meisten Ausfuhren waren. Generell handeln die Unternehmen aus NRW am meisten mit den europäischen Nachbarländern. Über die Hälfte aller Einfuhren stammt aus einem EU-Mitgliedstaat und knapp zwei Drittel aller Ausfuhren werden in die EU geliefert. Daneben stellen China, die USA und das Vereinigte Königreich die wichtigs- ten Außenhandelspartner dar. Aus China werden deutlich mehr Güter und Dienstleistungen importiert (2022: 42 Mrd. Euro) als dorthin exportiert werden (2022: 11 Mrd. Euro). Allgemein ist hervorzuheben, dass – im Gegen- satz zu Deutschland – in NRW deutlich mehr importiert als exportiert wird. So betrugen die Einfuhren 2022 knapp 315 Mrd. Euro, die Ausfuhren lediglich 237 Mrd. Euro. Überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit NRW: Stärkere Entwicklung bei den Dienstleistern % aller zivilen Erwerbspersonen % gg. Vj. Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory -14 -11 -8 -5 -2 1 4 7 10 -14 -11 -8 -5 -2 1 4 7 10 98 00 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 Produzierendes Gewerbe Dienstleistungs- bereiche Großer Anteil der Einfuhren aus EU-Ländern … … ein noch größerer bei den Ausfuhren Anteil der Einfuhren 2022, % Anteil der Ausfuhren 2022, % Quellen: IT.NRW, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: IT.NRW, Helaba Research &amp; Advisory EU 54 % China 13 % USA 5 % UK 4 % Sonstige 24 % EU 65 % USA 7 % China 5 % UK 4 % Sonstige 19 % Im Fokus: Nordrhein-Westfalen © Helaba | Research &amp; Advisory | 28. Februar 2024 5 von 6 NRW zählt zu den Bundesländern mit einer recht hohen Verschuldungsquote. Sie lag Ende 2022 mit 29 % des BIP hinter Bremen, dem Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt sowie Schleswig-Holstein und war damit die sechsthöchste Verschuldungsquote der 16 Bundesländer. Bei der Verschuldung pro Einwohner lagen die drei Stadtstaaten Bre- men, Hamburg und Berlin an der Spitze, vor dem Saarland und Schleswig-Holstein. Auf Platz 6 folgte Nordrhein- Westfalen mit einer Verschuldung von 12.766 Euro pro Einwohner, während der bundesdeutsche Durchschnitt 8.892 Euro pro Einwohner betrug. Bisher wurden erst die BIP-Zahlen auf Länderebene für das erste Halbjahr 2023 veröffentlicht. Danach lag das reale BIP in NRW in den ersten sechs Monaten des Jahres 1,3 % unter dem Vorjahreszeitraum. Der Vergleichswert für Deutschland fiel mit einem Rückgang um 0,3 % nicht so ungünstig aus. Auch im dritten und vierten Quartal 2023 dürfte sich die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen schlechter entwickelt haben als in Deutschland insgesamt. Ursache ist die von den hohen Energiepreisen besonders betroffene Grund- stoffindustrie, die in NRW stark vertreten ist. Die Industrieproduktion in NRW verlief ab der zweiten Hälfte des Jah- res 2022 deutlich schwächer als im Rest Deutschlands1. Auch die Stimmung der Unternehmen war im vergange- nen Jahr schlechter als bundesweit. So beurteilten die vom ifo Institut in Kooperation mit der NRW.BANK befrag- ten Unternehmen im Bundesland ihre Lage negativer als in Deutschland. Zumindest zuletzt konvergierten die Um- fragewerte auf niedrigem Niveau (vgl. Chart oben rechts). 1 Siehe RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Ener- gie des Landes Nordrhein-Westfahlen, Konjunkturbericht Nordrhein-Westfalen: Energiepreise belasten die konjunkturelle Erholung, konjunkturbericht\_nrw\_2023\_3.pdf (wirtschaft.nrw), Oktober 2023 Im Vergleich der Bundesländer überdurchschnittliche Verschuldung Verschuldung der Bundesländer\* pro Einwohner in Euro, Dezember 2022 \*ohne Berlin, Bremen und Hamburg Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research &amp; Advisory 0 3.000 6.000 9.000 12.000 15.000 18.000 0 3.000 6.000 9.000 12.000 15.000 18.000 BIP-Wachstum im Vergleich zu Deutschland ifo Lagebeurteilung stabilisiert sich in NRW Reales Bruttoinlandsprodukt, % gg. Vj. Saldo \*geschätzter Wert für 2023 \*\*Prognosewerte für 2024 Quellen: VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: NRW.BANK, ifo Institut, Helaba Research &amp; Advisory -7 -5 -3 -1 1 3 5 7 -7 -5 -3 -1 1 3 5 7 98 00 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 24\*\* Deutschland Nordrhein-Westfalen\* -30 -20 -10 0 10 20 30 -30 -20 -10 0 10 20 30 2020 2021 2022 2023 2024 Deutschland Nordrhein-Westfalen Im Fokus: Nordrhein-Westfalen © Helaba | Research &amp; Advisory | 28. Februar 2024 6 von 6 Alles in allem rechnen wir damit, dass das BIP-Wachstum in Nordrhein-Westfalen 2023 um etwa 1 ½ % zurück- gegangen ist. Für das aktuelle Jahr ist davon auszugehen, dass die wirtschaftliche Schwäche Nordrhein-Westfa- lens anhält. Die genannten Belastungsfaktoren werden auch 2024 eine Rolle spielen, jedoch wird es auch positive Impulse von Seiten des privaten Konsums geben dank der wieder steigenden Reallöhne. Damit dürfte sich der Ab- stand zum deutschen Wachstum verkleinern. Dennoch erwarten wir für 2024 bestenfalls ein stagnierendes BIP in NRW, so dass das Bundesland weiterhin einen unterdurchschnittlichen Wachstumsbeitrag für Deutschland leistet. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. 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Strukturwandel und Energiewende belasten das bevölkerungsreichste Bundesland. Hohe Arbeitslosenquoten im Ruhrgebiet. Das BIP schrumpfte 2023, Wachstum bleibt wohl auch 2024 aus.
