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title: "Im Fokus Nordrhein-Westfalen: Fiskalische Wachstumsimpulse"
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updated: 2026-10-09
keywords: Corona, Länder & Regionen, Bundesländer
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# Im Fokus Nordrhein-Westfalen: Fiskalische Wachstumsimpulse

Im Fokus: Bundesländer 18. Februar 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 18. Februar 2026 1 von 3 Research &amp; Advisory NRW: Fiskalische Wachstumsimpulse In den letzten Jahren entwickelte sich die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens schwächer als die deutsche. Für 2026 erwarten wir sowohl für Deutschland als auch für das bevölkerungsreichste Bundesland einen Konjunkturaufschwung. Wachstumsimpulse liefern neben dem privaten Konsum vor allem die öffentlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Nordrhein-Westfalen ist neben den drei Stadtstaaten das am dichtesten bevölkerte Bundes- land Deutschlands. Obwohl es nur knapp 10 % der Fläche umfasst, wohnt mit etwa 18 Mio. Einwohnern mehr als ein Fünftel der Deutschen in NRW. Auch rund 20 % der deutschen Wirtschaftsleistung stammen aus Nordrhein-Westfalen. Daher spielt die wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes eine maßgebliche Rolle auch für die deutsche Konjunktur. In den letzten Jahren entwickelte sich das Sozialprodukt in Nordrhein-Westfalen etwas schwächer als im Bundesdurchschnitt und bremste somit das deutsche Wirtschaftswachs- tum. Grund hierfür sind unter anderem strukturschwache Regionen im Ruhrgebiet mit nach wie vor hoher Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote in NRW liegt daher mit aktuell 7,8 % über dem deutschen Durchschnitt von 6,3 % – was untypisch ist für ein westdeutsches Bun- desland. Nachdem das Sozialprodukt 2023 und 2024 sowohl in Deutschland als auch in NRW geschrumpft ist, konnte der Abwärtstrend 2025 gestoppt werden. Das reale deutsche Bruttoinlandsprodukt hat im letzten Jahr um 0,2 % zugenommen (kalenderbereinigt 0,3 %). Auf Länderebene wurden die Daten für 2025 noch nicht veröffentlicht, doch auch in Nordrhein-Westfalen stag- nierte die Wirtschaft schätzungsweise. Für 2026 erwarten wir hingegen ein kräftiges Wirt- schaftswachstum. Wir rechnen sowohl mit einem zyk- lischen Aufschwung als auch mit schuldenfinanzier- tem Wachstum. Bereits 2025 entwickelte sich die Bin- nenwirtschaft ordentlich, doch der Außenbeitrag fiel aufgrund von rückläufigen Exporten und gestiegenen Importen negativ aus. Dadurch spiegelte sich die gute inländische Entwicklung nicht in einer höheren BIP-Wachs- tumsrate wider. Auch für 2026 erwarten wir ein binnenwirtschaftliches Wachstum. Die privaten Konsumausgaben dürften nach einem guten Jahr 2025 auch 2026 weiterwachsen und die Industrieproduktion nach mehrjähriger Schwäche wieder steigen. Entsprechend sollte auch die Beschäftigung zunehmen, wodurch wiederum mehr Konsumnach- frage entsteht. Einen zusätzlichen Wachs- tumsimpuls wird die neue Fiskalpolitik der Bundesregierung liefern. Simon Azarbayjani Konjunktur Deutschland &amp; Eurozone T 069/91 32-79 76 Überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit % aller zivilen Erwerbspersonen Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Ausgewählte Kennzahlen Deutschland Nordrhein-Westfalen Fläche km² 357.600 34.112 Einwohner 2024 Mio. 83,6 18,0 BIP nominal 2024 Mrd. Euro 4.305 872 BIP pro Einwohner 2024 Euro 50.819 47.916 BIP pro Erwerbstätigen 2024 Euro 93.426 88.602 Arbeitslosenquote, JD 2025 % 6,3 7,8 Quellen: VGR der Länder, Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Nordrhein-Westfalen © Helaba | Research &amp; Advisory | 18. Februar 2026 2 von 3 Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen das Wachstum Die öffentlichen Ausgaben werden im laufenden Jahr deutlich steigen. Das wird vor allem am 2025 beschlossenen Fiskalpaket der Bundesregierung liegen. Dies beinhaltet das 500 Mrd. Euro umfassende „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK). 100 Mrd. Euro des Sondervermögens werden an die Länder verteilt. Nordrhein-Westfalen erhält davon 21,1 Mrd. Euro, die in den nächsten zwölf Jahren zu verwenden sind. Was das Bundesland mit diesen Mitteln machen wird, steht auch schon fest: Der „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infra- struktur“ sieht Investitionen in Höhe von 31,2 Mrd. Euro bis 2037 vor (davon die 21,1 Mrd. Euro aus dem SVIK). Über zwei Drittel dieses Geldes werden die Kommunen ausgeben. Ein Großteil wird in die Verkehrsinfrastruktur, Kitas und Schulen investiert. Die Mittel werden aber auch auf weitere Bereiche wie Gesundheitsversorgung, ener- getische Sanierung, Sport, Digitalisierung sowie Forschung und Wissenschaft verteilt. So ist zu erwarten, dass die Wertschöpfung im Bausektor – primär im Tiefbau – sowie bei den öffentlichen Dienstleistern zunehmen wird. Außerdem wurde im Rahmen des Fiskalpakets die Lockerung der Schuldenbremse beschlossen.1 Demnach darf der Bund zusätzliche Schulden für alle Verteidigungsausgaben aufnehmen, die 1 % des nominalen BIP über- schreiten. 2024 lagen die deutschen Verteidigungsausgaben bei etwa 1,9 % des BIP. 2025 dürften es etwas mehr als 2 % gewesen sein. Aus dem aktuellen Finanzplan des Bundes geht hervor, dass die Rüstungsausgaben bis 2029 auf 3,5 % steigen sollen. Damit wäre dann die neue NATO-Quote erreicht. Obwohl dieses Ziel als ambitio- niert gilt, dürften die Verteidigungsausgaben in den nächsten Jahren kräftig zunehmen. Von diesen Mehrausgaben wird ein Teil nach Nordrhein-Westfalen fließen, denn die Rüstungsindustrie ist hier stark vertreten. Allerdings ist sie nur ein kleiner Teil der Wirtschaft. Außerdem wird die Regierung auch Rüstungs- güter aus dem Ausland importieren. Dennoch sind die Auftragseingänge bei deutschen Rüstungsunternehmen in den letzten Jahren stark gestiegen. Dies wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen, wenn das Ziel der Bun- desregierung erreicht werden soll. Von diesem Trend wird auch die Metallindustrie profitieren, die knapp die Hälfte ihrer Produktion in NRW erzeugt. Vermutlich wird das Bundesland also von der Entwicklung zu mehr Vertei- digungsausgaben besonders stark profitieren. Bisher hat die Schuldenbremse die Nettokreditaufnahme des Bundes auf 0,35 % des BIP begrenzt. Das bleibt so – abgesehen von der Bereichsausnahme für Verteidigung und verschiedene Sondervermögen. Künftig gilt eine Net- tokreditaufnahme von 0,35 % des BIP jedoch auch für die Bundesländer. Diese haben also mehr fiskalischen Spielraum. Das beschlossene Fiskalpaket sorgt somit über mehrere Kanäle dafür, dass die öffentlichen Ausgaben in Nordrhein-Westfalen zunehmen werden. Dies gibt neben dem zyklischen Aufschwung zusätzliche Wachs- tumsimpulse. 1 Siehe hierzu unseren Fokus Wirkung des Fiskalpakets auf Schulden und Branchen vom 18. Juni 2025. Aufschwung in Deutschland und NRW 2026 Zuletzt bessere Geschäftserwartungen Reales Bruttoinlandsprodukt, % gg. Vj. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, Komponenten, Saldo \*geschätzter Wert für 2025 \*\*Prognosewerte für 2026 Quellen: VGR der Länder, Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: NRW.BANK, ifo Institut, Helaba Research &amp; Advisory -6 -4 -2 0 2 4 6 -6 -4 -2 0 2 4 6 00 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 24 26\*\* Deutschland Nordrhein-Westfalen\* -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 2021 2022 2023 2024 2025 2026 Lagebeurteilung Geschäftserwartungen Im Fokus: Nordrhein-Westfalen © Helaba | Research &amp; Advisory | 18. Februar 2026 3 von 3 Wirtschaft in NRW wächst 2026 wieder Nachdem Nordrhein-Westfalen 2025 schätzungsweise das dritte Jahr in Folge ohne Wachstum auskommen musste, dürfte sich dies im laufenden Jahr ändern. Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima zeigt, dass die Geschäfts- erwartungen der befragten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zuletzt höher ausfielen als die Lagebeurtei- lung. Die Betriebe blicken also optimistischer in die Zukunft. Wir erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt Nord- rhein-Westfalens 2026 preisbereinigt um 1,8 % wachsen wird – ca. 0,3 Prozentpunkte hiervon sind ein Kalen- dereffekt, da es mehr Arbeitstage gibt als 2025. Damit würde sich Nordrhein-Westfalen genauso gut entwickeln wie der Bundesdurchschnitt. Die Zeiten, in denen NRW ein Bremsfaktor für die deutsche Wirtschaft ist, sind damit vorbei. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Zyklischer Aufschwung und schuldenfinanziertes Wachstum in NRW 2026. In den kommenden zwölf Jahren wird viel in die Infrastruktur investiert. Nordrhein-Westfalen profitiert besonders stark von höheren Verteidigungsausgaben.
