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title: "Im Fokus Kanadischer Dollar: Unter Trump-Beschuss"
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updated: 2026-09-28
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# Im Fokus Kanadischer Dollar: Unter Trump-Beschuss

Im Fokus: Devisen 5. März 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 5. März 2025 1 von 3 Research &amp; Advisory Kanadischer Dollar: Unter Trump-Beschuss Die US-Zolldrohung gegenüber Kanada ist wahr geworden. Der Kanadische Dollar hat allerdings schon im Vorfeld abgewertet. Ohne Zollaufhebung dürfte ihm eine Erholung schwerfallen. Kanada gehört zwar zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt, findet aber meist wenig Beachtung. Dies gilt in der Regel auch für die Währung, den Kanadischen Dollar oder „Loo- nie“. Mit der erneuten US-Präsidentschaft von Donald Trump hat sich dies aber geändert. Trump wünscht sich Kanada als 51. Staat der USA. Zudem drohte er dem Land mit Strafzöllen und hat sie mittlerweile auch verhängt. Kanadas Währung gab seit der Wahl von Trump ge- genüber dem US-Dollar nach. Gegenüber dem Euro verlor der „Loonie“ hingegen nur leicht. Die Strafzölle – 25 % auf Güter allgemein, 10 % auf Energie – treffen Kanada besonders, da es mehr als drei Viertel der Waren in die USA exportiert. Gemessen am kanadischen BIP machen die US- Exporte knapp 20 % aus – was die Anfälligkeit für Zölle unterstreicht. Dabei erwirtschaftet Kanada ei- nen Warenhandelsüberschuss von über 100 Mrd. US- Dollar. Insgesamt liegt die kanadische Handelsbilanz sogar leicht im Defizit. Kanada gilt vor allem als Rohstoffexporteur. Hier stehen Rohöl und Gas im Vordergrund. Aber auch Erze und Getreide sowie andere Agrarprodukte wer- den ausgeführt. Dennoch dominiert das Verarbei- tende Gewerbe, das insbesondere im Handel mit den USA gut zwei Drittel der Waren ausmacht. Der Kanadische Dollar wurde lange in erster Linie als Rohstoffwährung betrachtet. Die Rohölpreise spielen zwar immer noch eine Rolle, da sich größere Veränderungen in der Außenhandelsbilanz und Konjunktur bemerkbar machen. Allerdings hat der Zusammenhang zwischen Ölpreis und „Loonie“ nachgelassen. Sollte Trump wie von ihm ge- wünscht die Energiepreise drücken, wäre das ebenso negativ für Kanadas Währung. Nach dem jüngsten Rückgang besteht zumindest die Chance auf wieder etwas höhere Ölpreise. Im Vergleich zu den USA entwickelte sich die kanadi- sche Wirtschaft schon 2024 mit einem Zuwachs von 1,5 % bescheiden und erinnert eher an europäische Verhältnisse. Immerhin zeigen die Quartalsraten mit einem Anstieg von 2,6 % (annualisiert) im Schluss- quartal eine anziehende Dynamik. Diese positive Ten- denz erwies sich beim privaten Konsum – getragen von steigenden Realeinkommen. Aber auch die Inve- stitionen legten zuletzt stärker zu. Christian Apelt, CFA Devisenstratege T 069/91 32-47 26 Kanadischer Dollar weniger Ölwährung USD je Barrel, invertiert CAD Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Solides Wachstum, aber klarer Dämpfer in Sicht % gg. Vorjahr bzw. Vorquartal (annualisiert) CHF Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – Kanadischer Dollar © Helaba | Research &amp; Advisory | 5. März 2025 2 von 3 Hilfreich für die Konjunktur ist die geldpolitische Lockerung. Die Bank of Canada senkte den Leitzins von 5,0 % auf zuletzt 3,0 %. Sie hatte mehr Spielraum für Lockerungen als die Fed, da die Inflation in Kanada mit zuletzt knapp 2 % recht niedrig lag, die Kernrate ist nur geringfügig höher. Der Zinssenkungskurs der Bank of Canada be- lastete den Kanadischen Dollar, denn dadurch stieg der Renditenachteil gegenüber dem Greenback. Die US-Strafzölle dürften das Wirtschaftswachstum in Kanada erheblich belasten, sofern sich diese als dau- erhaft erweisen. Die Bank of Canada hält sogar einen negativen Impuls von mehr als 2 %-Punkten 2025 für möglich, womit das BIP schrumpfen würde: Dies mag vielleicht etwas überzogen sein. Dennoch wird die ka- nadische Wirtschaft bei nachhaltigen US-Zöllen wohl allenfalls gering wachsen, zumal sich die Gegenmaß- nahmen ebenfalls negativ bemerkbar machen sollten. Auch 2026 wird das Wachstum noch beeinträchtigt sein. Politisch profitieren übrigens die gegenwärtig regie- renden Liberalen. Premierminister Trudeau trat zu Jahresanfang zurück und ist nur bis zur Regelung der parteiin- ternen Nachfolge im Amt. Die Entscheidung hierfür fällt demnächst, Favorit ist ehemalige Notenbanker Mark Carney. Spätestens im Oktober finden dann Parlamentswahlen statt. Vor der Eskalation mit Trump sahen die Kon- servativen unter ihrem Spitzenkandidaten Pierre Poilievre wie der sichere Sieger aus. Mittlerweile scheint das Rennen laut Umfragen wieder offen zu sein. Die Bank of Canada steht vor dem Problem, dass einerseits das schwache Wachstum zusätzliche Lockerungen zur Folge haben müsste. Andererseits gehen mit den Zöllen inflationäre Effekte einher. Vermutlich wird die Noten- bank den Leitzins noch behutsam weiter senken, also um 50 bis 75 Basispunkte. Der Wechselkurs wird dann entscheidend von der US-Geldpolitik abhängen. Die Fed hat ebenfalls keine einfache Situation, wenngleich einen höheren Leitzins. Weitere Fed-Senkungen wür- den den Kanadischen Dollar stützen. Langfristig betrachtet gilt Kanadas Währung als un- terbewertet, insbesondere gegenüber dem US-Dollar. Dies legen zumindest reale Wechselkursindizes und Kaufkraftparitäten nahe, wobei letztere gegenüber dem Euro eine leichte Überbewertung signalisieren. Die spekulativen Positionen gegenüber dem „Loonie“ sind ausgeprägt, wobei jüngst rückläufig. Dies kann als Kontraindikator interpretiert werden. Insgesamt scheint das Abwertungspotenzial für den Kanadischen Dollar daher begrenzt, auch wenn die Verluste gegenüber der US-Währung in den letzten Monaten im hohen ein- stelligen Bereich geringer als die Strafzölle ausfallen. Abgesehen davon, dass kanadische Zölle dem entgegenwir- ken, ist es unwahrscheinlich, dass der Devisenmarkt den Effekt von Strafzöllen vollständig ausgleicht. Umgekehrt bleibt die politische und wirtschaftliche Lage wohl noch länger schwierig, so dass sich der Kanadische Dollar kaum nachhaltig erholen kann. Hier sind gegenüber dem US-Dollar allenfalls marginale Gewinne realistisch. Gegen- über dem Euro könnte der „Loonie“ sogar etwas nachge- ben. Allerdings gibt es hier Unsicherheiten, inwieweit auch die EU von US-Strafzöllen betroffen sein wird. Moderate Inflation erlaubt Zinssenkungen % bzw. % gg. Vorjahr Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory aktuell\* Q1/25 Q2/25 Q3/25 Q4/25 Kanadischer Dollar/ Euro 1,53 1,52 1,52 1,58 1,57 Kanad. Dollar/ US-Dollar 1,44 1,45 1,45 1,44 1,43 \* 04.03.2025 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Renditenachteil rechtfertigt „Loonie“-Schwäche %-Punkte CAD Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – Kanadischer Dollar © Helaba | Research &amp; Advisory | 5. März 2025 3 von 3 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. 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US-Strafzölle dürften die kanadische Wirtschaft erheblich belasten. Kanadischer Dollar hat allerdings schon im Vorfeld abgewertet und reagierte kaum noch. Ohne Zollaufhebung dürfte Kanadischem Dollar Erholung schwerfallen, wenngleich Abwärtsrisiken begrenzt sind.
