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title: "Im Fokus US-Dollar: Zeitenwende am Devisenmarkt?"
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updated: 2026-09-28
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# Im Fokus US-Dollar: Zeitenwende am Devisenmarkt?

Im Fokus: Devisen 7. Mai 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Mai 2025 1 von 4 Research &amp; Advisory US-Dollar: Zeitenwende am Devisenmarkt? Der US-Dollar geriet auf breiter Front unter Druck. Die Politik von Präsident Trump schwächt das Vertrauen in die US-Währung. Manche stellen schon die internationale Führungsrolle des Dollar in Frage. Auch über eine bewusste Dollar-Abwertung der USA wird spekuliert. Die Unsicherheiten sind hoch. Dennoch ist die Chance auf eine Stabilisierung des US-Dollar nicht so klein. Bereits vor den US-Präsidentschaftswahlen wurde diskutiert, ob Donald Trump Fluch oder Segen für den Dollar sei. Laut Lehrbuch sollten insbesondere die zu erwartenden Strafzölle den Greenback stärken. Auch andere Politikfelder wie die Fiskal- oder Migrationspolitik wur- den positiv für die Währung gewertet. Im Widerspruch dazu stand aber, dass Trump selbst die Stärke des Dollar kritisierte. Der US-Dollar legte im Vorfeld der Wahlen und dann nach dem Trump-Sieg spürbar zu. Zum Amtsantritt im Januar hatte die US-Währung ihren Zenit aber bereits überschritten. Und nach- dem Trump am „Befreiungstag“ den Handelskrieg so richtig anfeu- erte, gab der Dollar deutlich nach. Interessanterweise ging die Dollar-Schwäche zumin- dest zeitweise mit steigenden US-Kapitalmarktrendi- ten einher– fast schon wie in einem Schwellenland! Gewöhnlich beflügeln höhere Zinsen den Greenback, da in den Fall der US-Renditevorteil gegenüber ande- ren Währungen zunimmt und ihn attraktiver macht. Eine Dollar-Abwertung trotz größerem Zinsvorteil ist selten, kam in der Vergangenheit dennoch gelegent- lich für wenige Wochen oder Monate vor. Mittlerweile ruderte Trump mit den Strafzöllen teilweise wieder zurück und schlug zuletzt versöhnlichere Töne an. Au- ßerdem stellt er nicht mehr Notenbankchef Powell in Frage. Während in den USA Renten und Aktien ihre Verluste seit dem 2. April weitgehend wettmachen konnten, blieb das Minus beim Dollar bestehen. Die handelspolitischen Unsicherheiten könnten die Zinssenkungspläne der EZB forcieren. Der Effekt auf die US-Notenbank ist hingegen unklar. Einerseits wachsen die Rezessionsrisiken in den USA, wenn- gleich der Rückgang des BIP im ersten Quartal auf- grund der hohen Importe noch kein Signal einer Nach- frageschwäche war. Jüngste Daten vom Arbeitsmarkt oder Unternehmensbefragungen zeigten sich noch recht stabil. Aufgrund der Strafzölle wird allerdings die Teuerung in den USA anziehen. Die Reaktion der Fed hierauf ist unklar. Vermutlich wird sie zunächst Christian Apelt, CFA Devisenstratege Tel. 069/91 32-47 26 Dollar gibt vorherige Gewinne wieder ab US-Dollar-Index seit 30.09.2016/2024, % Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory % % Tage Trump I Trump II -4 -2 0 2 4 6 8 10 -4 -2 0 2 4 6 8 10 1 22 43 64 85 106 127 148 169 190 211 232 253 274 295 Tage Dollar-Verluste trotz höheren US-Renditevorteils %-Punkte USD Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory EUR-USD (rechte Skala) Spread 2j. Staatsanleihen Deutschland vs. USA (linke Skala) 0,93 0,96 0,99 1,02 1,05 1,08 1,11 1,14 1,17 1,20 1,23 -3,0 -2,5 -2,0 -1,5 -1,0 -0,5 2021 2022 2023 2024 Im Fokus: Devisen – US-Dollar © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Mai 2025 2 von 4 weiter abwarten, wie groß die Preis- und Wachstumseffekte ausfallen. Zudem sind die „reziproken“ Zölle selbst wegen des 90-Tage-Aufschubs unsicher. An den Terminmärkten werden für das zweite Halbjahr Zinssenkungen von etwa 75 Basispunkten eingepreist. Dies könnte jedoch zu viel sein, wenn die Konjunktursorgen nicht noch größer werden. Nachlassende Zinssenkungserwartungen wiederum sollten den Dollar stärken – eigentlich. Zinsdifferenzen erklären zumeist die Wechselkursentwicklung am besten. Dass sie dies aktuell kaum vermögen, begründet sich wohl am ehesten mit einem Vertrauensverlust gegenüber den USA. Hierbei geht es nicht nur um die Zollpolitik an sich, sondern auch um das erratische Hin und Her, die Außenpolitik mit ihren Drohungen (Kanada, Grönland, Panama), die Attacken auf das Justizsystem und die Unabhängigkeit der Federal Reserve. Un- sicherheiten bestehen zudem gegenüber der Haus- haltspolitik. Vertrauen lässt sich leichter zerstören als es aufzubauen. Allerdings fielen mit Ausnahme der China-Zölle die derzeit geltenden Maßnahmen der Trump-Regierung weit weniger dramatisch aus. Daher könnte sich das gegenwärtige Misstrauen gegenüber dem US-Dollar auch als vorübergehend erweisen. Die Rolle des Dollar als Weltleitwährung gilt als un- angefochten. Zwar sinkt die Bedeutung der USA an der Weltwirtschaft schon seit langem. Dennoch dominiert der US-Dollar die Finanzmärkte. Ob im Devisenhandel, an Aktien- oder Rentenmärkten, bei internationalen Krediten oder Finanztransaktionen besitzt die US- Währung die klare Führungsrolle und konnte sie seit 2010 angesichts der Probleme in der Eurozone teil- weise sogar ausbauen. Bei den Devisenreserven hat der Dollar geringfügig verloren, wechselkursbereinigt etwas mehr. Politische Gründe könnten in manchen den USA nicht wohl gesonnenen Ländern schon in den letzten Jah- ren zum Abbau der Dollar-Bestände beigetragen haben. Umgekehrt helfen allerdings die militärischen Fähigkeiten den USA bei der Aufrechterhaltung der Dollar-Dominanz. Der Abstand vor dem Euro und anderen Währungen ist jedoch so enorm, dass selbst einige Verluste die Vorherrschaft des Dollar nicht in Frage stellen. Trotz mancher skeptischen Äußerungen aus seinem Umfeld ist Donald Trump vermutlich weiter an der Führungsrolle des Dollar interessiert. Immerhin redu- ziert die internationale Nachfrage nach US-Wertpapie- ren das Zinsniveau des hoch verschuldeten Staates. Zudem kann der US-Staat über die Währung politi- schen Einfluss ausüben. Außerdem war die US-Wäh- rung in ihrer Geschichte nicht permanent überbewer- tet. Dennoch würde ein schwächerer Dollar zu seiner protektionistischen Politik passen. Schließlich kriti- sierte Trump schon im Wahlkampf dessen Stärke. Der Greenback gilt bei langfristiger Betrachtung auf Basis realer Wechselkursindizes oder Kaufkraftparitäten ungeachtet des jüngsten Rückgangs noch als überbe- wertet. Daher bestehen Spekulationen, ob die Trump- Administration den Dollar bewusst abschwächen könnte. Anlass hierzu lieferte Stephen Miran, der mittlerweile in der Regierung den Council of Economic Advisers anführt. Miran sieht die Wurzel der Ungleichgewichte im Außenhandel in einer Überbewertung des Dollar. Eigene Eingriffe zur Währungsabwertung bergen die Gefahr steigender Zinsen. Daher schlägt Miran ein „Mar-a-Lago Accord“ vor, also ein Währungsabkommen der USA mit anderen Ländern: Demnach sollen ausländische Notenbanken US-Dollar verkaufen und gleichzeitig restliche Reserven in langfristige US-Papiere tauschen, um das Zinsniveau zu dämpfen. Dollar unangefochten Weltleitwährung Anteil an den weltweit zugewiesenen Devisenreserven, % Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory US-Dollar weiterhin hoch bewertet Index\* \*Wert für April 2025 geschätzt Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – US-Dollar © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Mai 2025 3 von 4 Das Ausland soll gewissermaßen mit Zuckerbrot und Peitsche „überzeugt“ werden. Gedroht wird mit Strafzöllen, belohnt mit deren Aufhebung. Außerdem wird mit einem militärischen Schutzschirm belohnt bzw. gedroht mit dessen Verlust. Alternativ wären unilaterale Aktionen wie Devisenmarktinterventionen des Finanzministeriums oder der Fed sowie Gebühren für Ausländer vorstellbar. Miran bevorzugt die multilaterale Herangehensweise, da sie weniger Volatilitätsrisiken mit sich bringt. Ob die US-Regierung wirklich einen solchen Ansatz zur Dollar-Abwertung verfolgt, ist ungewiss. Offizielle Verlaut- barungen hierzu gibt es nicht. Eine Dollar-Abwertung, die mit Marktturbulenzen wie im April einhergeht, ist kaum im Interesse der Administration. Die Durchsetzung eines „Mar-a-Lago Accord“ scheint problematisch. Beim Plaza-Accord 1985 intervenierten die großen auslän- dischen Notenbanken zulasten des Dollar, zugleich lockerte die Fed ihre Geldpolitik. Die US-Währung wer- tete kräftig ab, das US-Leistungsbilanzdefizit schrumpfte erheblich. Aktuell ist die Kombination mit dem Thema Sicherheit zumindest theoretisch ein Druckmittel gegenüber Verbündeten. Ob dies funktio- nieren wird, ist offen und nicht unabhängig von geo- politischen Entwicklungen. Die „Zollkeule“ dürfte nur begrenzte Anreize für ausländische Deviseninterven- tionen geben. Der einfachste Weg zu einer Währungsabwertung wäre eine expansive Geldpolitik. Die Fed ist trotz aller Vorwürfe von Trump noch unabhängig, agiert aber auch nicht im luftleeren Raum. Kurzfristig besitzt die Notenbank wegen der Inflation wenig Spielraum. Dies kann sich aber ändern, wenn die Teuerung nachlässt und/oder die Konjunktur schwächelt. 2026 kann Trump legal einen neuen Notenbankchef nominieren – Powell Amtszeit läuft dann aus. Da die korrekte Geldpolitik keine gesicherte Wissenschaft ist, hätte die Fed durchaus Spielraum, eine vergleichsweise lockere Politik zu betreiben, ohne eine Kapitalflucht aus den USA auszulösen. Aber selbst das ist völlig ungewiss, zumal hier auch Entwicklungen in der Eurozone und in anderen Ländern rele- vant sind. Die nähere Zukunft des Dollars hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich der Handelskonflikt und andere Po- litikfelder entwickeln. Falls Trump von weiteren Zolleskalationen absieht bzw. sich die Situation ge- genüber China zumindest leicht entspannt, könnten die Sorgen um die US-Politik nachlassen. Das gilt ebenso, wenn Attacken auf die Notenbank oder den Rechtsstaat ausbleiben. Außerdem spielt auch die US- Konjunktur bzw. die Inflation eine Rolle. Sollte eine Rezession ausbleiben und die Fed nur zögerlich die Leitzinsen senken, könnte der Dollar etwas Rücken- wind erhalten, zumal die EZB wohl noch weiter lo- ckern wird. Darüber hinaus haben spekulativ orientierte Anleger einen dramatischen Kurswechsel vollzogen: Nachdem sie noch zu Jahresanfang massiv auf den US-Dollar setzten, wetten sie nun deutlich auf eine weitere Abwertung. Dies kann man auch als Kontraindikator interpretieren. Damit sollte zumindest kurzfristig das Abwärtspotenzial des Greenback begrenzt sein. Die Chancen auf eine Stabilisierung des US-Dollar sind damit gegeben, der Euro-Dollar- Kurs dürfte Ende 2025 näher bei 1,10 als bei 1,15 stehen. Allerdings gilt die Stabilisierung nur, wenn Donald Trump nicht wieder kräftig dazwischenfunkt. Die Risiken beim Wechselkurs sind derzeit nach oben gerichtet. Dollar-Abwertung 1985 sehr erfolgreich % am BIP Index Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory US-Leistungsbilanzsaldo (linke Skala) US-Dollar-Index (Fed) (rechte Skala) 80 90 100 110 120 130 140 150 160 170 -7 -6 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Spekulanten wetten bereits gegen den Dollar Kontrakte in Tsd. Index Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Gewichtete Netto-Long-Position US-Dollar (linke Skala) Dollar-Index (rechte Skala) 85 90 95 100 105 110 115 -300 -200 -100 0 100 200 300 400 500 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 aktuell\* Q2/25 Q3/25 Q4/25 Q1/26 US-Dollar / Euro 1,14 1,10 1,10 1,10 1,10 \* 06.05.2025 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – US-Dollar © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Mai 2025 4 von 4 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin / Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. 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US-Dollar geriet aufgrund eines Vertrauensverlusts wegen der Trump-Politik unter Druck. Hohe Unsicherheit angesichts Spekulationen über US-Währungsabkommen und die internationale Führungsrolle des Dollar. Chance auf eine Stabilisierung des US-Dollar dennoch nicht so klein.
