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title: "Im Fokus China: Besser als erwartet"
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language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus China: Besser als erwartet

Im Fokus: Länder &amp; Devisen 22. Juli 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 22. Juli 2025 1 von 4 Research &amp; Advisory China: Besser als erwartet Trotz des wirtschaftlichen Frontalangriffs durch Donald Trump steht die chinesische Wirtschaft zur Mitte des Jahres 2025 unerwartet gut da. Der Chinesische Yuan wird zunächst wohl stabil notieren, könnte aber spätestens 2026 etwas aufwerten. Der Wettstreit zwischen China und den USA ähnelt aktuell ein bisschen dem Rennen in der Fabel „Der Hase und die Schildkröte“. Während der selbstgefällige, ungestüme Hase los- prescht, bewegt sich die Schildkröte langsam, aber konzentriert auf das Ziel zu. Dank einer Pause, die der siegessichere Hase unterwegs einlegt, triumphiert die Schildkröte schließ- lich. Es wäre sicher zu früh, heute schon einen Gewinner im Ringen der USA und Chinas ausrufen zu wollen – falls dieser Konflikt je dauerhaft entschieden wird. Aber in den vergangenen Monaten konnte sich die chi- nesische Seite einmal mehr global als Stimme der Ver- nunft verkaufen, als ein Land, das methodisch für viele – gerade in den Schwellen- und Entwicklungs- ländern – gut nachvollziehbare langfristige Ziele ver- folgt. Nicht nur in der Handels-, sondern auch in der Klimapolitik kann sich Peking im Vergleich zu Washington vermehrt als Wahrer globaler Interes- sen verkaufen. Der Kontrast mit der chaotischen, aggressiven, Konkurrenten wie Verbündete be- schimpfenden Politik des US-Präsidenten ist krass. Handelskrieg: Alles nicht so schlimm? Nun kann es keinen Zweifel geben, dass China unter dem Handelsstreit mit den USA leidet und weiter leiden wird, auch wenn dieser nicht wie im April wieder eskaliert. Selbst wenn die Makrodaten das bisher nicht wirklich reflektieren, deutet anekdotische Evidenz doch auf negative Auswirkungen des Hin und Her seit der Auftaktsalve Trumps im Februar hin. Die gute Nachricht für China ist dabei, dass die Ausfuhren insgesamt trotz des Einbruchs der Exporte in die USA robust sind. Im Juni lagen die globalen Exporte 5,6 % höher als ein Jahr zuvor. Aber ob sich diese Tendenz im zweiten Halbjahr fortsetzen wird, ist frag- lich. Die Sorgen über das Umlenken von Handelsströmen nehmen zu. Gleichzeitig versucht die US-Regierung ver- stärkt „transshipment“ zu unterbinden, wodurch chinesische Produkte über Drittmärkte letztlich doch in den USA landen. Die Analyse der Zollwirkungen wird dabei nicht nur durch die Änderungen der US-Regeln im Wochentakt er- schwert, sondern auch dadurch, dass selbst Experten Probleme haben, die gerade geltenden Regeln im Blick zu haben. Zwar besteht Einigkeit darin, dass die Zölle für Chinas Exporte in die USA derzeit erheblich höher sind als vor Trumps Amtsantritt im Januar 2025. Manche Beobachter schätzen den aktuellen US-Durchschnittszoll für chi- nesische Warenimporte auf 50 %, andere auf rund 30 %. Prognosen für das Überwälzungspotenzial der Unter- nehmen müssen sich auf den Zollstreit zwischen den großen Wirtschaftsmächten aus den 1930er Jahren berufen Kein Einbruch der globalen Exporte Warenexporte Chinas, Juni 2025 gg. Juni 2024 in Mrd. USD Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory -10 0 10 20 30 -10 0 10 20 30 insgesamt USA Rest der Welt Patrick Franke Internationale Konjunktur Tel. 069/91 32-47 38 Im Fokus: Länder &amp; Devisen – China © Helaba | Research &amp; Advisory | 22. Juli 2025 2 von 4 – oder auf Zolländerungen aus den letzten Jahrzehnten, die sich aber in einer völlig anderen Größenordnung be- wegten als die Maßnahmen der vergangenen Wochen. Binnennachfrage: Schwierig, trotz erster Zeichen einer Stabilisierung Hinsichtlich der Binnennachfrage steht die chinesische Wirtschaftspolitik weiterhin vor großen Herausforderun- gen: Die Gesellschaft altert, das Arbeitskräftepotenzial schrumpft, eine nachhaltige Trendwende am Immobilien- markt lässt auf sich warten und die Ausgabenneigung der Konsumenten ist unverändert mäßig. Was die Überinvestitionen der untergeordneten Gebietskörperschaften und in vielen Industriebranchen angeht, hat die Regierung in Peking das Problem zwar wohl erkannt, bleibt aber eine schlüssige Lösung schuldig. Tatsäch- lich werden manche Ansätze, den fiskalischen Stimulus zu verstärken, diese Fehlallokation von Kapital tendenziell noch verstärken. Auch eine expansivere Geldpolitik schiebt nicht nur potenziell die Nachfrage an, sondern kann über die großzügigere Verfügbarkeit von Liquidität das Überkapazitätsproblem („Zombiefirmen“) vergrößern. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Lockerung der Geld- und Fiskalpolitik in den kommenden Monaten an- dauern wird und für konjunkturellen Rückenwind sorgt. Hierbei wird auch die immer weiter zunehmende Staats- schuldenquote – die laut IWF-Schätzungen zum Ende des Jahrzehnts bis auf fast 120 % am BIP steigt – letztlich kein Hindernis sein.1 Wir waren in unserem Jahresausblick für 2025 mit ei- ner Wachstumsprognose von nur 4 % „ins Rennen gegangen“. Im April hatten sich andere Prognostiker unter dem Eindruck der eskalierenden Zölle unserer Position angenähert – der IWF ging im April auf 4,0 %, der Bloomberg-Konsens fiel auf 4,2 %. Wie schon für 2024 haben wir erhebliche Zweifel an der Aussagekraft auch der offiziellen Wachstumszah- len für 2025.2 Aber auf Basis der positiven Überra- schung beim Außenhandel, zaghafter Anzeichen für eine Belebung der Inlandsnachfrage und des stärker als erwartet gemeldeten Wachstums im zweiten Quar- tal heben wir unsere Wachstumsprognose für 2025 nun auf 4,5 % an. Dabei unterstellen wir weiter einen erheblichen Gegenwind im zweiten Halbjahr durch den Handelskrieg mit den USA und die Bemühungen anderer Handelspartner, eine massive Umlenkung chinesischer Exporte in ihre Märkte zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Gleichzeitig dämpfen die oben genannten inländischen Probleme die Dynamik. Dadurch sollten die Quartalszuwachsraten beim chinesischen BIP in der zwei- ten Jahreshälfte deutlich geringer ausfallen als die gut 1 % im ersten Halbjahr. Preisniveaustabilität, (noch?) keine Deflation Die Inflation in China bleibt im internationalen Ver- gleich äußerst niedrig. Im Juni lag der Verbraucher- preisindex nur um 0,1 % über dem Vorjahresniveau. Hierbei spielen weiterhin die wichtigen Schweine- fleischpreise eine zentrale Rolle, die auf Großhan- delsbasis 13 % unter dem Vorjahreswert lagen. Darüber hinaus dämpfen aber die insgesamt verhaltene Binnen- nachfrage und die anhaltenden Probleme am Immobilienmarkt die Preissetzungsmacht der Unternehmen wohl merklich. Im Gesamtjahr 2025 dürften die Verbraucherpreise nur um rund 0,2 % steigen, wie schon in den zwei Jahren zuvor. Das Risiko einer Deflationsspirale ist unseres Erachtens allerdings gering. Hierfür wäre ein kräftiger Rückgang des Preisniveaus erforderlich. 1 Siehe hierzu auch unsere Studie „Globaler Schuldenanstieg – kein Ende in Sicht“ vom Juni 2025. 2 Siehe z.B. Bickenbach/Liu, Sind chinesische Wachstumszahlen glaubwürdig? In: Wirtschaftsdienst, 2025, Heft 7. Wachstum 2025: Besser als erwartet Ausgewählte Wachstumsprognosen China für 2025, % \*Bloomberg-Umfrage Quellen: Bloomberg, IWF, Helaba Research &amp; Advisory 4,0 4,0 4,2 4,6 4,5 0 1 2 3 4 5 Helaba (seit Herbst 24) IWF (April 25) Konsens (April 25)\* Konsens (Juni 25)\* Helaba (neu) 2023 2024 2025p 2026p BIP, real % gg. Vj. 5,4 5,0 4,5 4,0 Inflationsrate % gg. Vj. 0,2 0,2 0,2 1,2 Arbeitslosenquote\* % 5,2 5,1 5,1 4,9 Budgetsaldo % des BIP -6,7 -7,3 -8,5 -8,5 \*"Surveyed". Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder &amp; Devisen – China © Helaba | Research &amp; Advisory | 22. Juli 2025 3 von 4 Chinesischer Yuan mit leichtem Aufwertungspotenzial Unabhängig von der wirklichen Zollhöhe hat der Dollar-Yuan-Kurs mit aktuell 7,17 die Zölle nicht ausgeglichen. Vor einigen Monaten wurde noch spekuliert, dass der Wechselkurs, ob durch staatliche Interventionen oder Marktkräfte, dem entgegenwirken würde. Tatsächlich hat der Yuan gegenüber dem US-Dollar sogar aufgewertet. Ohnehin war die These angesichts zwischenzeitlich prozentual dreistelliger Zölle unrealistisch. China verfolgt insgesamt die Po- litik eines relativ stabilen Yuans und wird dies voraussichtlich auch in der Zukunft tun. Auf- grund der generellen Dollar-Abwertung täuscht der Dollar-Yuan-Kurs jedoch, denn Chinas Währung gehört im Vergleich in diesem Jahr trotzdem noch zu den schwächsten. Der Euro- Yuan-Kurs kletterte sogar auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Der handelsge- wichtete Yuan fiel daher auf ein mehrjähriges Tief. Damit können die Wechselkurse doch den Zöllen entgegenwirken, wenn auch ausge- rechnet nicht gegenüber den USA. Selbst wenn es zwischen China und den USA zu einem Handelsdeal kommt, ist es unwahrscheinlich, dass ein solches Abkommen den Yuan-Kurs umfassen würde. Hierfür gibt es keine Anzeichen. Chinas Geldpolitik bleibt locker, sogar zusätzliche expansive Maßnah- men sind möglich. Die US-Notenbank hingegen wird zunächst trotz der Trump-Kritik ihren Leitzins belas- sen. Gegenwärtig stützen die Renditedifferenzen also leicht den Dollar. Allerdings wird auch die Fed mit Blick auf den späteren Jahresverlauf und insbeson- dere auf 2026 wieder lockern. Manches ist schon ein- gepreist. Dennoch dürfte der US-Zinsvorteil spätestens 2026 schrumpfen. Dies sollte dem Yuan dann Rücken- wind geben. Der Dollar-Yuan-Kurs wird vermutlich im zweiten Halbjahr kaum verändert um 7,20 notieren. Selbst neuerliche Dollar-Turbulenzen aufgrund der Politik von US-Präsident Trump würden sich gegenüber dem Yuan nur begrenzt auswirken. Mit Blick auf 2026 wachsen jedoch die Chan- cen auf eine Yuan-Aufwertung in Richtung 7,0. Auch ge- genüber dem Euro dürfte Chinas Währung nach den Ver- lusten tendenziell wieder zulegen und der Euro-Yuan- Kurs um 8,0 notieren. Christian Apelt, CFA Devisenstratege Tel. 069/91 32-47 26 Yuan-Erholung zum Dollar, ansonsten schwach Index, handelsgewichtet CNY, invertiert Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory CNY/USD Yuan-Index (CFETS) (linke Skala) USD-CNY, invertiert (rechte Skala) 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 6,7 6,8 6,9 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 90 92 94 96 98 100 102 104 106 108 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 aktuell\* Q3/25 Q4/25 Q1/26 Q2/26 Chinesischer Yuan/ Euro 8,38 7,92 7,92 7,81 8,05 Chines. Yuan/ US-Dollar 7,17 7,20 7,20 7,10 7,00 \* 21.07.2025 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder &amp; Devisen – China © Helaba | Research &amp; Advisory | 22. Juli 2025 4 von 4 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin / Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Trotz des wirtschaftlichen Frontalangriffs durch Donald Trump steht die chinesische Wirtschaft zur Mitte des Jahres 2005 unerwartet gut da. Globale Exporte steigen weiter, zaghafte Anzeichen für eine Stabilisierung der Binnennachfrage. Der Chinesische Yuan wird zunächst wohl stabil notieren, könnte aber spätestens 2026 etwas aufwerten.
