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title: "Im Fokus Norwegische Krone: Mehr Chancen als Risiken"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus Norwegische Krone: Mehr Chancen als Risiken

Im Fokus: Devisen 30. Juli 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 30. Juli 2025 1 von 3 Research &amp; Advisory Norwegische Krone: Mehr Chancen als Risiken Die norwegische Währung notiert trotz hoher Schwankungen auf niedrigem Niveau. Trotz erster Leitzinssenkungen dürfte die Krone mittelfristig jedoch wieder etwas aufwerten. Die Norwegische Krone erlebte im bisherigen Jahrverlauf ein erhebliches Auf und Ab. Der Euro-Krone-Kurs sank zunächst auf 11,2, sprang nach Verkündung der Trump-Zölle auf ein 5- Jahres-Hoch bei 12,2 und ging nach der Zoll-Aussetzung wieder zurück. Zuletzt notierte der Wechselkurs um 11,8 unweit seines Niveaus zu Jahresanfang. Gegenüber dem US-Dollar wer- tete die Krone dagegen klar auf. Die norwegische Währung ist in der Regel anfällig, wenn der Rohölpreis deutlich nachgibt oder die Risikoaversion an den Finanzmärkten steigt. Dies er- klärt die Schwäche im April. Den jüngsten Rückschlag löste die etwas überraschende Zinssenkung der Norges Bank im Juni aus. Die einzel- nen Kursausschläge der Krone sind zwar nachvollzieh- bar, aber ist ihr im historischen Vergleich niedriges Niveau wirklich gerechtfertigt? Auch Kaufkraftparitä- ten oder reale Wechselkursindizes deuten auf eine klare Unterbewertung. Die norwegische Zentralbank senkte im Juni erst- mals seit der Corona-Pandemie ihren Leitzins, und zwar von 4,5 % auf 4,25 %. Alle anderen wichtigen Notenbanken – mit Ausnahme der Bank of Japan – hatten ihre Geldpolitik zuvor gelockert, z.T. sehr deut- lich. Dennoch profitierte die Norwegen-Krone kaum von ihrem Zinsvorteil. Die erhöhte Inflation hielt die Norges Bank lange von Zinssenkungen ab. Nach wie vor liegt die Teuerung mit rund 3 % – auch in der Kernrate – auf recht hohem Niveau. Die Notenbank erwartet aber für 2026 eine nachlassende Inflation und strebt daher eine Nor- malisierung der Geldpolitik an, also Zinsreduktionen. Die norwegische Wirtschaft – auf dem Festland – star- tete mit einem kräftigen Zuwachs ins Jahr. Steigende Einkommen stützen den privaten Konsum. Die Unter- nehmensinvestitionen und der Hausbau werden sich vermutlich verbessern. Der Ausgabeschub im Öl- und Gassektor der letzten Jahre wird aber wohl abebben. Potenzielle US-Strafzölle – bislang sind 15 % ange- droht – für norwegische Exporte, u.a. Lachs und Off- shoreausrüstung, sollten die Wirtschaft kaum belas- ten. Das Festlands-BIP dürfte 2025 um preisberei- nigt 1,5 % solide wachsen und 2026 in ähnlichem Ausmaß. Christian Apelt, CFA Devisenstratege T 069/91 32-47 26 Zinsvorteil der Norwegen-Krone keine Hilfe %-Punkte NOK Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Wachstum auf dem Festland zieht 2025 an % gg. Vorjahr bzw. Vorquartal Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory BIP (Festland) gg. Vorquartal BIP (gesamt) gg. Vorjahr BIP (Festland) gg. Vorjahr -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Im Fokus: Devisen – Norwegische Krone © Helaba | Research &amp; Advisory | 30. Juli 2025 2 von 3 Eine deutliche geldpolitische Lockerung scheint für die Konjunktur also nicht unbedingt notwendig. Dennoch wird die Norges Bank ihren Leitzins im Zuge der Normalisierung vermutlich behutsam verringern. So sind zwei bis drei Zinssenkungen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten realistisch. Aber auch damit bleibt der norwegische Ren- ditevorteil gegenüber dem Euro und anderen Währungen bestehen. Die Trump-Zölle führten im April zu einer erhöhten Nervosität an den internationalen Finanzmärkten. Da- mit ging eine Schwäche der Krone einher, auch wenn Norwegen an sich wenig betroffen ist. Der Staat ist aufgrund des Ölfonds netto nicht verschuldet, die Leistungsbilanz weist erhebliche Überschüsse auf. Die Sorgen an den Aktienmärkten währten nur kurz, mitt- lerweile verzeichneten die führenden Indizes neue Rekordstände. Die Krone profitierte allerdings nur temporär von der Entspannung an den Märkten. Als Rohöl- und Gasexporteur sind für Norwegen hö- here Energiepreise eine gute Nachricht. Der in diesem Jahr eher schwächliche Ölpreis ist daher eine Belas- tung für die Krone. Die Aussichten auf eine global fes- tere Konjunktur könnten jedoch die Nachfrage ankurbeln und dann über höhere Ölnotierungen spätestens 2026 die norwegische Währung begünstigen. Die Norwegische Krone notiert nicht nur gegenüber dem Euro schwach, sondern auch gegenüber der Schwedischen Krone. Hier steht Norwegens Währung in diesem Jahr so niedrig wie selten zuvor, Ausnahme waren nur die Pandemie-Wirren 2020. Auch hier ist Norwegens Zinsvorteil hoch, Schwedens Leitzins liegt bei 2,0 %. Selbst wenn der Spread künftig etwas nach- lassen wird, überrascht die Schwäche der Norwegen- Krone gegenüber der schwedischen Währung beson- ders. Trotz einzelner Zinssenkungen ist das fundamentale Umfeld für die Norwegische Krone nicht schlecht. Ein solides Wachstum, anziehende Rohölpreise, eine lang- fristig niedrige Bewertung sowie gesunde Staats- und Leistungsbilanzen stützen die Währung. Unsicherheiten an den Finanzmärkten sollten allenfalls zeitweise zu Rück- schlägen führen. Der Euro-Krone-Kurs dürfte mittelfristig nachgeben und spätestens 2026 näher bei 11 als bei 12 notieren. Rohölpreis könnte Krone künftig Schub geben USD je Barrel, invertiert NOK Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Ungewöhnliche Schwäche vs. Schweden-Krone %-Punkte SEK Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory NOK-SEK (rechte Skala) Spread 2j. Staatsanleihen Norwegen vs. Schweden (linke Skala) 0,88 0,91 0,94 0,97 1,00 1,03 1,06 1,09 1,12 1,15 0,00 0,25 0,50 0,75 1,00 1,25 1,50 1,75 2,00 2,25 2020 2021 2022 2023 2024 2025 aktuell\* Q3/25 Q4/25 Q1/26 Q2/26 Norwegische Krone/ Euro 11,78 11,60 11,50 11,40 11,20 Norweg. Krone/ US-Dollar 10,21 10,55 10,45 10,36 9,74 \* 29.07.2025 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – Norwegische Krone © Helaba | Research &amp; Advisory | 30. Juli 2025 3 von 3 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. 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Norwegische Krone notiert trotz hoher Schwankungen auf niedrigem Niveau. Norges Bank hat zwar Leitzinssenkungen begonnen, was der Währung Krone aber kaum noch schaden wird. Mittelfristig geben höhere Ölpreise und Bewertung der Krone Aufwertungspotenzial.
