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title: "Im Fokus Malaysia: Wachstum durch Konsum und Investitionen"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus Malaysia: Wachstum durch Konsum und Investitionen

Im Fokus: Länder 1. Oktober 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 1. Oktober 2025 1 von 3 Research &amp; Advisory Malaysia: Wachstum durch Konsum und Investitionen Die Aussichten für den Handel zwischen Malaysia und den USA sind unsicherer geworden. Dank des hervorragenden Geschäftsumfelds bleibt das Land aber für Investoren attraktiv. Malaysia gehört zu den besonders handelsorientierten Volkswirtschaften Südostasiens. Im vergangenen Jahr lag der Wert der Exporte bei 71 % des BIP, was im regionalen Schwellen- ländervergleich lediglich von Vietnam übertroffen wird. Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern Malaysias zählen Elektronik, Erdölprodukte und Palmöl. Hochwertige Branchen wie die Halb- leiterindustrie sorgen für starke ausländische Investitionszuflüsse. Die USA waren im vergangenen Jahr – nach Singapur und knapp vor China – der zweitwich- tigste Exportpartner Malaysias. Waren im Wert von 43 Mrd. US-Dollar oder gut 13 % der ma- laysischen Ausfuhren waren 2024 für den US-Markt bestimmt. US-Präsident Trump hatte im April reziproke Zölle in Höhe von 24 % auf US-Importe aus Malaysia angedroht, wenig später wurde der Satz sogar leicht auf 25 % erhöht. Nach bilateralen Gesprächen und Verhandlungen legten die USA im August letztlich einen Zollsatz von 19 % fest, womit sich Malaysia im Bereich seiner regionalen Nachbarn und Konkurrenten bewegt. Nach Aussage des malaysischen Handelsministers ha- ben diverse wirtschaftspolitische Zugeständnisse zu der Reduktion des ursprünglichen Zollsatzes geführt. So sieht der Zoll-Deal unter anderem vor, dass in Ma- laysia ansässige multinationale Unternehmen in den nächsten fünf Jahren Ausrüstungsgüter im Wert von 150 Mrd. US-Dollar von US-Firmen kaufen. Weiterhin verpflichtet sich Malaysia, in den nächsten zehn Jah- ren 70 Mrd. US-Dollar in den Vereinigten Staaten zu investieren, während das nationale Energieunterneh- men Petronas jährlich Flüssiggas im Wert von 3,4 Mrd. US-Dollar erwerben wird. Ferner ist vorgesehen, die Importzölle auf 98,4 % der US-Waren zu senken oder ganz abzuschaffen. Die Unsicherheit über die Auswirkungen der Zölle ist hoch. So kommen beispielsweise rund 60 % der malaysischen US-Exporte aus dem Bereich Halbleiter und Elektro- nik. Diese sind bislang zwar noch nicht von US-Zöllen betroffen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, dass es hier kurzfristig zu Maßnahmen kommen wird. Bereits im August drohte Trump einen Importzoll in Höhe von 100 % auf Halbleiter aus Ländern ohne US-basierte Fertigung an. Für Malaysia könnte dieser Umstand die poten- ziell negativen Auswirkungen abmildern: Fast zwei Drittel der malaysischen Halbleiterexporte in die USA stammen von amerikanischen Unternehmen mit Sitz vor Ort, andere Hersteller verfügen bereits über Produktionsstätten in den USA und könnten daher Ausnahmegenehmigungen erhalten. Wie andere exportorientierte Volkswirtschaften Südostasiens sieht sich auch Malaysia mit dem Problem der so- genannten Transshipments konfrontiert. Hierunter versteht man Exporte, die über Drittländer in die USA geleitet werden, um einen höheren US-Zoll gegenüber dem Ursprungsland zu umgehen. Auf diese erheben die Vereinigten Viola Julien Länderrating/-analyse Tel. 069/91 32-20 32 Exporte in die USA zuletzt sehr dynamisch Mrd. MYR Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder – Malaysia © Helaba | Research &amp; Advisory | 1. Oktober 2025 2 von 3 Staaten einen zusätzlichen Strafzoll in Höhe von 40 %. Es ist offensichtlich, dass diese Maßnahmen vor allem da- rauf abzielen, chinesische Exporte über zollgünstigere Drittländer zu verhindern. Aufgrund der hochintegrierten Lieferketten der Region mit chinesischen Herstellern könnte dies auch malaysische Exporteure treffen. Die Auswirkungen werden letztlich davon abhängen, wie die Trump-Regierung Transshipments definiert. Eine enge Auslegung, die nur auf die Waren abzielt, die aus China importiert, minimal verarbeitet oder umetikettiert und dann weiter in die USA exportiert werden, dürfte die wirtschaftlichen Auswirkungen begrenzen. Eine breitere Interpretation, bei der auch Waren mit einem signifikanten chinesischen Input als Verstoß angesehen werden, könnte der Exporttätigkeit von Ländern wie Vietnam, Indonesien oder eben auch Malaysia deutliche Verluste zufü- gen. Vor diesem Hintergrund kündigte Malaysia bereits an, dass Nichtregierungsorganisationen keine Ursprungs- zeugnisse mehr ausstellen dürfen, um die Integrität der Exporte zu gewährleisten. Die malaysische Zentralbank schätzt, dass sich das BIP-Wachstum von 5,1 % im vergangenen Jahr etwas verringern wird. Sie hat ihre Prognosespanne für 2025 auf 4 % bis 4,8 % jedoch nur leicht nach unten korri- giert, von bislang 4,5 % bis 5,5 %. Auch der IWF rech- net trotz der Unsicherheiten durch die US-Zollpolitik für 2025 mit einem Wachstum von 4,4 %. Im ersten Halbjahr 2025 wurde der malaysische Handel noch durch vorgezogene Exporte gestützt. Nach Inkrafttre- ten der US-Zölle ist hier mit einer Abschwächung zu rechnen. Die IWF-Prognose für das BIP-Wachstum 2026 liegt bei 4,0 %. Das Wachstum dürfte daher vor allem durch die Bin- nennachfrage angetrieben werden. Der private Kon- sum legte in den ersten beiden Quartalen des Jahres jeweils um gut 5 % gg. Vj. zu. Die Kaufkraft der privaten Haushalte wird dabei von der niedrigen Erwerbslosenquote, günstigen Verbrauchssteuern, einer progressiven Lohnpolitik und der sehr moderaten Teuerung gestützt. Die Inflationsrate dürfte im laufenden Jahr bei 1,4 % lie- gen, nach 1,8 % im Vorjahr. Dies lässt der Zentralbank Spielraum für geldpolitische Lockerungsmaßnahmen. Sie nahm bereits im Juli eine präventive Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 2,75 % vor, bezeichnet das derzei- tige Zinsniveau aber als angemessen und ausreichend stützend für die Wirtschaft. Wenig Raum gibt es derweil für fiskalische Stimuli. Zwar erzielte die Regierung 2024 Fortschritte bei der Haus- haltskonsolidierung, das Defizit lag mit 4,1 % des BIP aber nach wie vor klar über der angestrebten Obergrenze von 3 %. Im Fokus stehen daher die Reduzierung von Subventionen sowie die Erweiterung der Einnahmenbasis. Malaysia weist eine der niedrigsten Steuerquoten in der gesamten Region auf – das Verhältnis von Steuereinnah- men zum BIP lag 2024 bei lediglich 12,5 %. Neben dem Privatkonsum bleiben Investitionen ein äußerst wichtiger Wachstumstreiber der malaysischen Wirt- schaft. Die Regierung unter Premierminister Anwar hat 2023 ein umfassendes Rahmenwerk (Madani Economy) zur Wirtschafts- und Investitionsförderung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit aufgelegt. Ergänzt wird der Ma- dani-Rahmen durch zahlreiche politische Initiativen wie den im August vorgestellten 13. Malaysia-Plan (13MP) oder den New Industrial Master Plan 2030 (NIMP2030). Der 13MP legt die Entwicklungs- und Politikagenda für 2026-2030 fest und fokussiert sich vor allem auf innovationsgetriebenes Wachstum. Schwerpunkt sind hochwer- tige Fertigungssektoren wie Halbleiter, Elektronik sowie digitale Technologien und KI-Entwicklung. Übergeordne- tes Ziel ist ein jährliches BIP-Wachstum in der Spanne von 4,5 % bis 5,5 %, womit Malaysia bis Ende des Jahr- zehnts den durch die Weltbank definierten Status eines Hocheinkommenslandes erreichen würde. Malaysia ist Gründungsmitglied der ASEAN und Mitglied in zahlreichen Handelsabkommen. Die Verhandlungen für das Freihandelsabkommen mit der EU wurden nach 12-jähriger Pause im Juni 2025 wieder aufgenommen. In den vergangenen Jahren haben allerdings besonders die Handelsbeziehungen Malaysias mit den regionalen Leichte Wachstumsabschwächung erwartet % gg. Vj.\* \*ab 2025 IWF-Prognosen Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder – Malaysia © Helaba | Research &amp; Advisory | 1. Oktober 2025 3 von 3 Nachbarn immer mehr an Bedeutung gewonnen. Hervorzuheben ist hier das 2022 in Kraft getretene RCEP-Abkom- men, das 15 Länder der Region Asien-Pazifik mit rund 2,3 Mrd. Einwohnern umfasst und damit als größte Freihan- delszone der Welt gilt. Angesichts des zunehmenden globalen Protektionismus dürfte die regionale Integration in den kommenden Jahren vorangetrieben werden. Die wirtschaftliche Verflechtung mit dem südlichen Nachbarstaat Singapur wurde bereits Anfang 2025 weiter vertieft: Beide Länder unterzeichneten formell ein Abkommen zur Errichtung der Sonderwirtschaftszone Johor- Singapur, die bestehende Synergien nutzen, die Wettbewerbsfähigkeit steigern und größeres wirtschaftliches Po- tenzial freisetzen soll. Die Wirtschaftszone soll zusätzliche Wertschöpfung in Höhe von jährlich 26 Mrd. US-Dollar schaffen, für 100.000 neue Arbeitsplätze sorgen und dürfte großes Potenzial für Investitionen oder Produktions- verlagerungen aus anderen Ländern bieten. Darüber hinaus gilt für Singapur lediglich ein US-Basiszoll von 10 % und damit der niedrigste Wert in Südostasien. Durch die Nutzung der Sonderwirtschaftszone bietet sich für Malay- sia daher möglicherweise die Chance, die Auswirkungen der US-Zölle abzufedern. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin / Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Umfangreiche Investitionsprojekte sollen Wachstum fördern. Unsicherheit über US-Zölle auf Halbleiter und Umschlagswaren. Regionale Integration kann helfen, Zollauswirkungen zu mildern.
