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title: "Im Fokus Japanischer Yen: Trendwende voraus!?"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus Japanischer Yen: Trendwende voraus!?

Im Fokus: Devisen 30. Januar 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 30. Januar 2026 1 von 4 Research &amp; Advisory Japanischer Yen – Trendwende voraus!? Spekulationen über jüngste Deviseninterventionen beenden vorerst die Abwertung. Die Risiken der Verschuldungssituation bleiben, aber die Fundamentaldaten sprechen für den Yen. Der Abwärtstrend ist vorerst gestoppt. Nachdem der Yen über Monate hinweg unter Druck stand, setzte Ende Januar eine starke Gegenbewegung ein. Seit der Amtseinführung von Premierministerin Sanae Takaichi im Oktober sorgen Befürchtungen über eine überbor- dende Verschuldung für eine Abwertung. Zuletzt wurden die Erwartungen um steigende Staatsschulden durch vorgezogene Neuwahlen am 8. Februar verstärkt. Laut Prognosen wird die regierende Koalition dabei besser als zuvor abschneiden. Somit wird sie ihre Ausgaben- pläne gut durchsetzen können. Die ohnehin schon hohe Staats- verschuldung birgt Risiken, weshalb der Yen zuneh- mend als riskant angesehen wird. Steigende Fiskal- ausgaben – unter anderem für Rüstung und Industrie- politik – bei gleichzeitig versprochenen Steuerentlas- tungen führten zudem zu stark steigenden Renditen japanischer Staatsanleihen. Höhepunkt dieser Ent- wicklung war Mitte Januar, als die Renditen 30-jähri- ger Staatsanleihen innerhalb von drei Handelstagen um fast 50 Basispunkte zulegten. Auch die Zinsentwicklung konnte dem Abwertungs- druck des Yens keinen Einhalt gebieten. Der Renditevorteil konnte den Wechselkurs nicht stützen. Im Gegenteil: Steigende Renditen von Staatsanleihen sind auf die höhere Staatsverschuldung zurückzuführen und gingen somit Hand in Hand mit der Abwertung der Währung. Die Kombination von steigenden Renditen und einer fallenden Währung ist ein Warnsignal und erschwert die Finanzierungssituation der Regierung. Samuel Will Devisenstratege T 069/91 32-74 88 Steigende Renditen bei fallender Währung % Yen Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Starke Risikozunahme Mitte Januar Yen-Gewinne nach „Rate-Checks“ % Yen Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 3,30 3,40 3,50 3,60 3,70 3,80 3,90 4,00 3,30 3,40 3,50 3,60 3,70 3,80 3,90 4,00 1.1 8.1 14.1 19.1 22.1 27.1 Rendite 30-j. Staatsanleihen 152 154 156 158 160 152 154 156 158 160 1.1 7.1 13.1 18.1 22.1 28.1 USD-JPY Im Fokus: Devisen – Japanischer Yen © Helaba | Research &amp; Advisory | 30. Januar 2026 2 von 4 Die überfällige Korrektur be- durfte dann jedoch des ent- schlossenen Handelns der be- teiligten Institutionen. Japani- sche Regierungsvertreter sig- nalisierten ihre Bereitschaft zu Deviseninterventionen. Auch Eingriffe bei Staatsanleihen scheinen möglich. Am 23. Ja- nuar führte die New York Fed „rate checks“ durch, also Anfra- gen an Geschäftsbanken nach dem Dollar-Yen Wechselkurs. Das macht eine Zentralbank in der Regel dann, wenn sie ent- sprechende Währungen han- deln möchte. Berichte darüber signalisierten eine eventuell gemeinsame Devisenmarktintervention zwischen Ja- pan und den USA. Eine gemeinsame Aktion wäre umso wirkungsvoller, da Japan nur begrenzt US-Dollar für Interventionen verwenden kann, die Fed aber unbegrenzt Dollar schaffen könnte. US-Finanzminister Scott Bessent ver- neinte allerdings die Frage, ob die USA den Yen kauf- ten. Die Signalwirkung der „rate checks“ reicht vorerst aus. Ob Japans Regierung tatsächlich am Devisen- markt eingriff, wird man mit der Veröffentlichung der japanischen Käufe von ausländischen Anleihen am 5. Februar sehen. Wie schon 2024 handelte die BoJ aber vermutlich bei einem Level nahe 160 Yen pro Dollar. Japans Motivation ist offensichtlich. Eine stabile Wäh- rung ist wichtig für Handelsbeziehungen und dämpft die Inflation. Die Beweggründe der Vereinigten Staaten sind weniger naheliegend, zumal Trump immer wieder Eingriffe in die Wechselkursbewegungen anderer Regie- rungen kritisiert. Ein schwacher Yen kann jedoch zu Liquiditätsproblemen japanischer Institutionen und Anleger führen. Um ihre Löcher zu stopfen, könnten japanische Anleger US-Treasuries verkaufen, was wiederum zu stei- genden Renditen von US-Staatsanleihen führen würde. 13 % der im Ausland befindlichen US-Staatsan- leihen werden in Japan gehalten. Das klingt nicht nach Trumps Geschmack. Zudem möchten die USA keine unnötige Unruhe an den Finanzmärkten aufkommen lassen, denn das könnte ebenfalls zu weiter steigen- den US-Renditen führen. Das macht das Chance-Risiko-Verhältnis für eine Wette gegen den Yen aktuell unattraktiv. Zuletzt wa- ren die Währungswetten von Spekulanten seit langem wieder netto auf einen weiter fallenden Yen ausgerich- tet. Die rapide Aufwertung des Yens könnte Händler dazu bringen, ihre Positionen zu verkaufen. Dadurch könnten nachgelagerte Effekte eintreten, die den Yen weiter stärken. Erstmals wieder Wetten gegen den Yen Kontrakte in Tsd. JPY Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Erneute Devisenmarktintervention wird Yen stützen Billionen JPY, Monatswerte, Käufe = positiv JPY Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Renditenachteil der USA baut weiter ab % JPY Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – Japanischer Yen © Helaba | Research &amp; Advisory | 30. Januar 2026 3 von 4 Auch fundamental spricht eini- ges für den Yen. Steigende Leit- zinsen und höhere Renditen machen die Währung für Anle- ger attraktiver. Der Zinsnach- teil gegenüber den USA ist nun wieder so niedrig wie zuletzt vor den US-Zinserhöhungen im Jahr 2022. Die Differenz wird weiterhin schmelzen, da Japans Inflation mit aktuell 2,1 % noch leicht oberhalb des Zielbereichs von 2 % liegt und die BoJ wei- ter die Leitzinsen anheben wird. Wir halten Zinsschritte bis zu einem Niveau von 1,5 % für realistisch. Dabei ist die Inflation in Japan sogar erwünscht. Jahrzehntelang wurden Preissteigerungen herbeige- sehnt, denn das eigentliche Problem war die Deflation. Inflation ist in Japan so ungewöhnlich, dass sich die japani- sche Eisfirma Akagi sogar in einem Werbespot für die erste Preiserhöhung nach 25 Jahren von 60 auf 70 Yen – also um ca. 6 Cent – entschuldigte. Die höheren Zinsen könnten die Attraktivität des Carry-Trades schmälern. Dabei leihen sich Anleger Yen, tau- schen sie in höher verzinsliche Währungen, um sie dort anzulegen. Wenn Anleger den Carry-Trade auflösen, müs- sen sie die höher verzinsliche Währung zurück in Yen tauschen, um ihre Schulden in Japan zu begleichen. Dadurch wird die japanische Währung gestützt. Von einer drastischen Auflösung des Carry-Trades gehen wir allerdings nicht aus, denn die Zinsen sind bei realer Betrachtung immer noch sehr niedrig. Der Realzins japanischer Staatsanleihen mit Laufzei- ten unter zehn Jahren liegt sogar noch im negativen Bereich. Das rückt die Zinslast der Regierung in ein etwas angenehmeres Licht und dämpft die Risiken eines Renditeanstiegs etwas. Da die Yen-Schwäche zu einem großen Teil der steigenden Staatsverschuldung zuzuschreiben ist, wirkt die Realrendite für den Yen unterstützend. Und auch die Wirtschaft wächst or- dentlich, gemessen an den eigenen Verhältnissen. Für 2026 prognostizieren wir ein reales Wirtschafts- wachstum von 0,8 %. Langfristige Indikatoren wie die Kaufkraftparität und dynamische Wechselkursmodelle zeigen, dass der Yen deutlich unterbewertet ist. Die Kaufkraftparität mit den USA liegt unter 100 Yen, dynamische Wechselkursmodelle bewerten den Dollar-Yen Kurs um die 120. Kurzfristig ist die Aussagekraft dieser Metriken zwar ge- ring, auf Sicht mehrerer Jahre bieten sie jedoch Orientie- rung. Es gibt also viele Gründe, die für einen steigenden Yen sprechen. Sollte die neue Regierung mit ihren Ausgabenplänen überzeugen und nicht zu expansiv sein, kann der Yen profitieren. Wir passen unsere Prognose an und sehen den Dollar-Yen-Kurs zum Jahresende bei rund 140 und den entsprechenden Euro-Yen-Kurs bei 175. Inflation bleibt höher als kurzfristige Renditen % Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Yen aufgrund Kaufkraftparität unterbewertet JPY Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory aktuell\* Q1/26 Q2/26 Q3/26 Q4/26 Japanischer Yen/ Euro 183 180 177 175 175 Japan. Yen/ US-Dollar 153 150 145 142 140 \* 29.01.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – Japanischer Yen © Helaba | Research &amp; Advisory | 30. Januar 2026 4 von 4 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Spekulationen über Deviseninterventionen beenden vorerst die Abwertung. Steigende Zinsen und guten Fundamentaldaten sprechen für den Yen. Risiken der Verschuldung bleiben jedoch akut, da Fiskalpolitik weiter expansiv ist.
