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title: "Im Fokus Gold: Gold: Goldene Zeitenwende bleibt intakt "
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updated: 2026-10-09
keywords: Gold und Rohöl
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# Im Fokus Gold: Gold: Goldene Zeitenwende bleibt intakt 

Im Fokus: Gold 9. Februar 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Februar 2026 1 von 4 | Research &amp; Advisory Gold: Goldene Zeitenwende bleibt intakt Die Goldrally 2025 war außergewöhnlich, zumal die extrem hohen Preissteigerungen kaum von Rückschlägen begleitet waren. 2026 startete Gold ebenso spektakulär, allerdings beglei- tet von kräftigen Rückschlägen. Diese läuten jedoch nicht das Ende der Goldrally ein, da de- ren Bestimmungsfaktoren weiterhin intakt sind. Das Edelmetall wird sich deshalb in diesem Jahr nachhaltig über der Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze etablieren. Der Start ins neue Jahr verlief für Gold ebenso spektakulär, wie das vergangene endete. 2025 geht als ein Rekordjahr in die Geschichte des Edelmetalls ein, sowohl in nominaler als auch in realer Rechnung. Wer zu Jahresbeginn 2.600 US-Dollar in eine Feinunze investierte, erzielte Ende 2025 mit gut 4.300 US-Dollar je Feinunze einen Gewinn von über 60 %. Zugleich ist den Goldanle- gern dabei wenig abverlangt worden, da sich Korrekturphasen in Grenzen hielten und insbesondere in der zweiten Jahreshälfte nahezu wöchentlich neue Rekordstände bejubelt werden konnten. Es ist also wenig verwunderlich, dass Gold mit ordentlich Rückenwind das Anlagejahr 2026 eröffnete. Geblendet vom Goldrausch des vergangenen Jahres setzten Anleger gemäß „the trend is your friend“ auf einen weiter anhaltenden Trend. In der Verhaltensökonomie wird dieses Phänomen mit der „Hot-Hand-Theorie“ be- schrieben, d.h. einem Vermögenswert, der eine Erfolgsserie hinlegt, wird eine Fortsetzung zugetraut. Anleger er- warten, dass etwas weiter steigt, nur weil es zuletzt gestiegen ist. An den Finanzmärkten führt die Begeisterung über Höchststände üblicherweise zu einem prozyklischen Handeln, was solche Trends kurzfristig verstärkt. Der Verlauf des Goldpreises im Ja- nuar zeigt dies exemplarisch. So kletterte der Preis für eine Feinunze im Januar aufgrund geopolitischer Risiken (Vene- zuela, Grönland, Iran), einem schwachen US-Dollar sowie nachlassender Zinserwartungen rasch nach oben und konnte spätestens am 26. Januar die Schallgrenze von 5.000 US-Dol- lar je Feinunze überwinden. Dann gab es kein Halten mehr: Binnen weniger Tage sprang der Goldpreis im Tageshoch bis auf knapp 5.600 US-Dollar. Seit Jahresbeginn summierten sich die Gewinne in der Spitze auf rund 30 %, was schon weit über ein durchschnittlich gutes Goldjahr herausragt. Eine Korrektur lag in der Luft und diese setzte abrupt ein. Es folgte ein ebenso drastischer Kurssturz binnen we- niger Tage von über 1.000 US-Dollar auf einen Tiefstand von 4.400 US-Dollar je Feinunze. Auslöser war die Nomi- nierung von Kevin Warsh, einem früheren Falken im Offenmarktausschuss der US-Notenbank als nächsten Vorsit- zenden. Die Sorgen vor einer zu lockeren US-Geldpolitik dürften durch seine Nominierung weniger geworden sein. Da Warsh aber ohnehin zu den Favoriten zählte, sieht es eher so aus, als hätten Anleger diese Begründung Claudia Windt Gold, Zinsen Euroraum Tel. 069/91 32-2500 Spektakuläre Goldpreisbewegung im Januar Gold in US-Dollar je Feinunze, Schlusskurse \*Tageshoch- bzw. Tagestiefstände entsprechen nicht den Schlusskursen Quellen: Macrobond, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Gold © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Februar 2026 2 von 4 zum Ausstieg genutzt, um Gewinne zu realisieren. In der Korrektur zeigte sich dann ebenso eine Überreaktion, befeuert durch spekulative Käufe. Nach dem Goldrausch wurde nun über das Ende der Goldrally diskutiert. Trotz Rückschlag: Gold bleibt spitze Doch nach dem Einbruch setzte sehr rasch und deut- lich eine Erholung ein. Es folgten kleinere Rücksetzer und nun ringt das Edelmetall – unter hohen Schwan- kungen – mit der Marke von 5.000 US-Dollar je Fein- unze. Der jüngste Sprung über diese Schallgrenze ist dabei der von China ausgehenden Diskussion um die hohe US-Staatsverschuldung sowie die Sicherheit von US-Treasuries geschuldet. Mit einer Jahresperformance um 15 % sowohl in Dol- lar- als auch in Eurorechnung läuft es weiterhin für das Edelmetall sehr gut, auch wenn das Allzeithoch von 5.600 noch in weiter Ferne liegt. Die in beide Richtungen übertriebenen Preisbewegungen sind vielmehr eine Indikation, dass 2026 mit einer höheren Volati- lität sowie mit Rückschlägen gerechnet werden muss. Oder einfacher ausgedrückt: die Früchte hängen nun höher als im Vorjahr. Weitaus wichtiger ist die Beantwortung der Frage, ob die wesentlichen Treiber der Goldrally noch gültig sind oder ob die Nominierung von Warsh tatsächlich eine Rückbesinnung der US-Geldpolitik einläutet. Zinsloses Gold hat sich vom Realzins entfernt Die Preisbildung für das zinslose Gold unterliegt vielen Einflussfaktoren, wobei dem Realzins als echten, weil kaufkraftbereinigtem Wertzuwachs eine entscheidende Rolle zukommt. Der Preis für eine Feinunze steigt, wenn die Realzinsen fallen und damit die Opportunitätskosten sinken. Das Edelmetall ist dann als Inflationsschutz ge- fragt. Umgekehrt fällt Gold, wenn die Realzinsen steigen, weil wieder reale Renditealter- nativen verfügbar sind. Je restriktiver die US-Notenbank die Preisniveaustabilität mit einer konsequenten Zinspolitik verteidigt, umso schlechter wa- ren die Zeiten für Gold. In den 1980er Jahren vertrat Noten- bankchef Paul Volcker eine sol- che Geldpolitik. Damit erwirt- schaftete er der Fed einen Re- putationsgewinn und läutete für Gold einen fast zwanzigjähri- gen Bärenmarkt ein. Erst zur Jahrtausendwende endete dieser, als an den Finanzmärkten eine Rückbesinnung auf Gold zur Portfoliodiversifikation und Absicherung erfolgte. Mit dem Platzen der Technologieblase im Jahr 2000 intervenierte die Fed an den Kapitalmärkten. Dies häufte sich aufgrund der vielen Finanzkrisen in den kommen- den Jahren sogar noch. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie orientierte sich Gold an der Realverzinsung. Seit 2023 hat sich Gold von der realen Zinsentwicklung abgekoppelt. Damit ließe sich eher ein Preisniveau von 2.000 US-Dollar, denn von 5.000 US-Dollar rechtfertigen. Darüber hinaus sorgt seitdem die Geldpolitik für aus- kömmliche Realrenditen, was den einsetzenden Goldrausch nicht gebremst hat. Das Edelmetall wäre demnach Solide Jahresperformance Gold indexiert 01.01.2026 = 100 Quellen: Bloomberg, Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Zeitenwende Gold 2023: Realrendite nicht mehr entscheidend Realverzinsung, % (inverse Darstellung) US-Dollar je Feinunze \*Realrendite = Verzinsung 10-jährige US-Treasuries abzüglich Inflation Quellen: Macrobond, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Gold © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Februar 2026 3 von 4 stark überbewertet und weitere Korrekturen die Folge. Die Preisentwicklung legt daher nahe, dass andere Fakto- ren für den Goldpreis ausschlaggebend sind und eine hohe Realverzinsung nicht mehr hinreichend ist, um der Goldrally ein Ende zu bereiten. In fast allen Industrieländern ist die Staatsverschuldung deutlich gestiegen oder auf einem Rekordhoch. Geld- und Fiskalpolitik können nicht mehr – wie in den Jahren zuvor üblich – mit Interventionen und großen Kaufpro- grammen bereitstehen. In den USA beläuft sich die wöchentiche Zinsbelastung auf gut 21 Mrd. US-Dollar. Stark steigende Zinsen bei hohem Schuldenniveau engen damit den Handlungsspielraum des Staates immer weiter ein. Das befördert politisches Konfliktpotenzial und sorgt für eine Vertrauenserosion der Geld- und Fiskalpolitik. Das trägt dazu bei, dass Gold als sicherer Anlagehafen gesucht ist. Zentralbanken wenden sich vom Dollar ab und finden eine Alternative in Gold Gold ist immer eine Alternative, wenn ein sicherer Hafen gesucht wird. Das war im Wesentlichen das Motiv für die erste große Preisbewegung 2024. Auslöser jedoch war die hohe Nachfrage der Zentralbanken in den Schwellen- ländern nach Gold, um ihre Dollarabhängigkeit zu reduzieren. Diese Nachfrage hat sich 2022 fast verdoppelt. Seitdem ist der Aufbau von Goldreserven insbesondere in den BRICS-Ländern in vollem Gang, auch wenn zuletzt die polnische Zentralbank bei den gemeldeten Goldkäufen führend war. Zwar treten Zentralbanken seit über ei- nem Jahrzehnt als Nettogoldkäufer auf, doch verstärkten sie ihre Nachfrage seit der Invasion Russlands in der Ukraine deutlich. Schließlich haben sowohl die USA als auch der Euroraum mit dem Einfrieren von russischen Zentralbankgeldern gezeigt, wie politisch anfällig Devisenanlagen für Sanktionen sein können. Selbst wenn sich die Nachfragebewegungen nicht weiter verstärken oder ein mögliches Friedensabkommen diese zum Halten bringt, ist eine Umkehrung im derzeitigen geopolitischen Umfeld wenig wahrscheinlich. Hinzu kommt, dass vor allem China in längeren Zeitabschnitten plant. So wird kolportiert, dass die BRICS.Länder an einer Alternative zum US-Dollar als Leitwährung bauen, was angesichts fehlender Reputation wohl nur mit einer Goldbindung möglich wäre. So weit ist es jedoch noch nicht und deshalb bleibt der US-Dollar auch mangels Alternativen die wichtigste Reservewährung der Welt. Erst wenn wieder mehr Vertrauen und geostrategische Ab- wägungen eine Rückkehr in den US-Dollar auslösen oder sich eine Alternative wie der Euro anbieten würde, dürf- ten sich die Zentralbanken vom Gold abwenden. Vorerst ist das nicht der Fall, weshalb das Edelmetall unter den „Weltreservewährungen“ nun auf Platz 2 hinter dem US-Dollar vorgerückt ist (vgl. Chart). Goldene Zeitenwende findet 2026 eine Fortsetzung Die ungewöhnliche Kombination aus Zinswende der Fed, einem schwächeren US-Dollar, hoher Staatsverschul- dung, Handelskonflikten und geopolitischen Risiken sowie einer Abkehr vieler Zentralbanken vom US-Dollar lös- ten 2023 einen Goldrausch aus, der sich immer weniger an der Realverzinsung orientiert. Für die Assetklasse Gold bedeutete dies eine Zeitenwende. Die Privatanleger sind erst im vergangenen Jahr davon voll erfasst wor- den, da die letzten Rekordmarken von der anspringenden Investmentnachfrage generiert wurden. Die zuletzt Goldnachfrage zieht weiter an Gold rückt auf Rang 2 als „Reservewährung“ vor Chart title / Diagramm-Titel Aggregierte Goldnachfrage (netto) nach Sektoren, Tonnen Anteil an weltweit ausgewiesenen Devisenreserven und Gold, % Info or Axis labeling / Information oder Achsenbeschriftung \*ETFs=börsengehandelter Fonds, der den Goldpreis genau abbildet Quellen: Macrobond, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Macrobond, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory \*Sternchentext Quellen: Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Gold © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Februar 2026 4 von 4 starken Zuflüsse von institutionellen und privaten Anlegern in ETFs (Goldfonds) sowie Barren und Münzen ga- ben die entscheidenden Impulse, während in den Jahren zuvor Abflüsse noch Belastungsfaktoren waren. Damit hat sich in der Kapitalanlage das Chance-Risiko-Profil zugunsten von Gold verschoben. Dieser Trend dürfte ebenso wenig gebrochen sein, zumal sich zuletzt die Aktienperformance in Grenzen hielt. Was könnte dem Gold- rausch ein Ende setzen? Eine Aufwertung des US-Dollars, eine deutliche Lockerung der von Trump verhängten Zölle oder ein Friedensab- kommen zwischen Russland und der Ukraine könnten einen Rückgang des Goldpreises auslösen. Für eine Trendumkehr bräuchte es darüber hinaus den politischen Willen, die Staatsverschuldung zurückzudrängen – und zwar nicht auf Kosten Dritter (über höhere Inflation oder eine Entwertung von Staatsanleihen). Das ist gegen- wärtig weder in den USA noch im Euroraum zu erkennen. In der Vermögensanlage trägt dies zu einer Veränderung der impliziten Risikoprämie bei, also dem erwarteten Mehrertrag einer riskanten gegenüber einer sicheren An- lage. Gold dürfte an relativer Attraktivität gewonnen haben. Insgesamt sollte sich das Edelmetall 2026 über der Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze nachhaltig festsetzen können. Sogar neue Rekordmarken sind nicht auszuschließen, da Zweifel am Stabilitätsversprechen der großen Währungsräume nur mit einer konsequenten Geld- und Fiskalpolitik begegnet werden können. Anders als noch im vergangenen Jahr dürfte dabei die Volatilität hoch blei- ben und von Rückschlägen begleitet werden. Das gilt ins- besondere für das zweite Halbjahr um die im November in den USA stattfindenden Midterm Elections herum. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin / Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/ Preis / Feinunze Q1/26 Q2/26 Q3/26 Q4/26 Gold in Euro 4.250 4.426 4.228 4.160 Gold in US-Dollar 5.100 5.400 5.200 5.200 Quelle: Helaba Research &amp; Advisory

Gold startet mit Rekorden und kräftigen Rückschlägen ins neue Jahr. Bestimmungsfaktoren für Goldrally sind intakt, trotz der erhöhten Volatilität. Opportunitätskosten für das Edelmetall sind in den Hintergrund gerückt. Gold wird sich nachhaltig über der Schallgrenze von 5.000 $/Uz. festsetzen.
