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title: "Aktienmarkt Aktuell: US-Wahl – Richtungsentscheid für Aktien?"
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updated: 2026-09-28
keywords: Aktien
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# Aktienmarkt Aktuell: US-Wahl – Richtungsentscheid für Aktien?

Helaba Volkswirtschaft/Research AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 4. SEPTEMBER 2020 · © H E L A B A 1 4. September 2020 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwär- tigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für de- ren Richtigkeit, Vollständig- keit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Anga- ben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlage- entscheidungen verstanden werden. AUTOR Markus Reinwand, CFA Telefon: 0 69/91 32-47 23 research@helaba.de REDAKTION Dr. Stefan Mitropoulos HERAUSGEBER Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt/ Leitung Research Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 US-Wahl – Richtungsentscheid für Aktien? S&amp;P 500 und Nasdaq Composite eilten in den vergangenen Wochen von Allzeithoch zu Allzeit- hoch. Vom viel diskutierten Unsicherheitsfaktor US-Wahlausgang war lange nichts zu sehen. Ändert sich das jetzt und spielt es für die Börse überhaupt eine Rolle, wer das Präsidentschafts- rennen für sich entscheidet? Bewertung und Stimmung im Überblick Kurs-Gewinn-Verhältnis\*: aktuell (rot), Mittelwert (blau), 10-Jahres-Spanne (hellblau) Dividendenrendite\* (%):aktuell (rot), Mittelwert (blau), 10-Jahres-Spanne (hellblau) Implizite Aktienvolatilität\*\* (%):aktuell (rot), Mittelwert (blau), 10-Jahres-Spanne (hellblau) \* auf Basis der Konsensschätzungen für die kommenden 12 Monate \*\* niedriger Wert: Sorglosigkeit; hoher Wert: Panik Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Nikkei 225 S&amp;P 500 Dow Jones EURO STOXX 50 DAX 19,9 22,0 20,8 16,9 16,5 0 5 10 15 20 25 30 Nikkei 225 S&amp;P 500 Dow Jones EURO STOXX 50 DAX 1,9 1,8 2,2 3,2 2,9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 22,5 33,6 31,5 29,0 29,7 -20 0 20 40 60 80 100 DAX EURO STOXX 50 S&amp;P 500 Nikkei 225 Dow Jones AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 4. SEPTEMBER 2020 · © H E L A B A 2 Es sind nur noch knapp zwei Monate, bis in den USA abgestimmt wird und das Rennen um die US- Präsidentschaftswahl am 3. November ist zuletzt wieder spannend geworden. Landesweite Umfra- gen sehen im Durchschnitt Joe Biden zwar noch rund sieben Prozentpunkte vor Donald Trump. Da in den USA der Präsident aber nicht direkt vom Volk, sondern indirekt durch ein Wahlmännergre- mium gewählt wird, dessen Mitglieder auf Ebene der Einzelstaaten bestimmt werden, kommt es weniger auf die Gesamtzahl der Stimmen an als vielmehr auf die gewonnenen Bundesstaaten. Ein angesichts des US-Wahlsystems vielleicht passenderes Bild liefern aus „Wahlwetten“ abgeleitete Wahrscheinlichkeiten. Hier ist der zwischenzeitlich klare Vorsprung Bidens zuletzt zusammenge- schmolzen. Die Chancen stehen derzeit 51:49 für Biden. Umfragen sehen Biden noch in Führung Wettquoten sprechen für Kopf-an-Kopf-Rennen % Implizite Wahrscheinlichkeit auf Basis von Wettquoten\*, % Quellen: RCP, Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research \* Durchschnitt auf Basis von sechs Wettanbietern Quellen: RCP, Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Ist der Ausgang der Präsidentschaftswahl für Aktien überhaupt relevant oder gilt die alte Börsen- weisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“? Historisch betrachtet liefen US-Aktien unter Demo- kraten deutlich besser als unter Republikanern. Im Betrachtungszeitraum von 1928 bis heute sind gleich vier Vierjahreszeiträume mit negativer Kursentwicklung während republikanisch geführter Re- gierungen zu beobachten (siehe Tabelle). Unter demokratischen Präsidenten kam es dagegen le- diglich einmal zu einer negativen Vierjahresphase. 38 40 42 44 46 48 50 52 38 40 42 44 46 48 50 52 JFMAMJJAS Biden Trump 30 35 40 45 50 55 60 65 30 35 40 45 50 55 60 65 AMJJAS Biden Trump Republikaner Demokraten Wahltag bis Vortag des nächsten Wahltages Präsident Kursentw icklung, % annualisiert Wahltag bis Vortag des nächsten Wahltages Präsident Kursentw icklung, % annualisiert 6.11.1928 - 7.11.1932 Hoover -24,7 8.11.1932 - 2.11.1936 Roosevelt 24,2 4.11.1952 - 5.11.1956 Eisenhow er 17,9 3.11.1936 - 4.11.1940 Roosevelt -10,2 6.11.1956 - 7.11.1960 Eisenhow er 3,7 5.11.1940 - 6.11.1944 Roosevelt 3,8 5.11.1968 - 6.11.1972 Nixon 2,5 7.11.1944 - 1.11.1948 Roosevelt/Truman 6,6 7.11.1972 - 1.11.1976 Nixon/Ford -2,5 2.11.1948 - 3.11.1952 Truman 10,2 4.11.1980 - 5.11.1984 Reagan 6,9 8.11.1960 - 2.11.1964 Kennedy/Johnson 11,5 6.11.1984 - 7.11.1988 Reagan 12,6 3.11.1964 - 4.11.1968 Johnson 4,9 8.11.1988 - 2.11.1992 Bush 11,4 2.11.1976 - 3.11.1980 Carter 5,8 7.11.2000 - 1.11.2004 Bush, G.W. -5,8 3.11.1992 - 4.11.1996 Clinton 13,9 2.11.2004 - 3.11.2008 Bush, G.W. -3,8 5.11.1996 - 6.11.2000 Clinton 19,0 8.11.2016 - aktuell\* Donald Trump 13,4 4.11.2008 - 5.11.2012 Obama 8,9 6.11.2012 - 7.11.2016 Obama 10,5 Mittelwert 1928 - 2016 1,8 9,1 Mittelwert 1944 - 2016 4,8 10,1 \* 03.09.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Demokraten historisch mit besserer Bilanz Knapper Wahlausgang wahrscheinlich AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 4. SEPTEMBER 2020 · © H E L A B A 3 Sicher würde es zu weit führen, die zu beobachtenden Performanceunterschiede alleine den politi- schen Machtverhältnissen zuzuschreiben. So fiel auf Seiten der Republikaner die große Depression in die Amtszeit von Hoover, Nixon hatte mit den Auswirkungen eines massiven Ölpreisschocks zu kämpfen und G. W. Bushs erste Amtszeit wurde durch das Platzen der New Economy Blase, die Anschläge auf das World Trade Center sowie durch spektakuläre Bilanzierungsskandale (Enron, Worldcom etc.) überschattet. Auch seine zweite Amtszeit stand unter keinem guten Stern. Das Plat- zen der Immobilienblase führte zu massiven Verwerfungen im Finanzsektor (Subprime-Krise), die rasch auf die Realwirtschaft übersprangen und die schwerste Rezession seit der Depression aus- lösten. Auf demokratischer Seite konnte Truman in seiner zweiten Amtszeit dagegen vom Auf- schwung der Nachkriegsjahre profitieren, Kennedy vom dynamischen Wachstum der 60er Jahre und Clinton strich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Friedensdividende ein. Auch die deutliche Erholung der Aktiennotierungen während der Präsidentschaft Obamas war zu nicht geringen Teilen eine zyklische Gegenbewegung auf den Kurseinbruch von 2008 und wurde unterstützt durch eine extrem lockere Geldpolitik in den meisten Industrieländern. Kein klarer Zusammenhang mit Wahlumfragen Hohe Bewertung macht anfällig Differenz in %-Punkten Index Verhältnis Index, log. Skala Quellen: RCP, Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Und wie sieht Trumps Bilanz aus? Auch wenn Corona zu massiven Einbrüchen bei Wirtschafts- wachstum und Beschäftigung geführt hat, markierten US-Indizes zuletzt neue Höchststände. Seit seiner Wahl konnte der S&amp;P 500 auf das Jahr umgerechnet rund 13 % zulegen. Das ist durchaus beachtlich, betrug der durchschnittliche jährliche Kurszuwachs unter republikanischen Präsidenten nach dem zweiten Weltkrieg lediglich knapp 5 %, der unter Demokraten rund 10 %. Dies ist sicher- lich nicht allein auf Trumps „geniale“ Politik mit Steuersenkungen und Deregulierung zurückzuführen, auch wenn er dies anders darstellen wird. Klar ist aber: Bidens Programm mit Steuererhöhungen und Re-Regulierung dürfte bei Aktionären wenig Begeisterung auslösen, schmälert es doch die Ge- winne der Unternehmen. Wäre Trump daher aus Sicht der Börse das kleinere Übel? Auf den ersten Blick ja, aber das Pulver für weitere Steuersenkungen ist weitgehend verschossen und seine pro- tektionistische Handelspolitik birgt auch für US-Unternehmen Risiken. Ein Kursfeuerwerk lässt sich somit weder aus dem Wahlsieg des einen noch des anderen Kandidaten ableiten. Ein klarer Wahl- ausgang hätte aber zumindest den Vorteil, dass es nicht zu einer für die Börse schädlichen längeren Phase der Unsicherheit käme. Denn auch wenn Anleger angesichts der Liquiditätsflut bislang kaum Anstoß an der hohen Bewertung an den Aktienmärkten nahmen, macht sie doch anfällig für Kurskor- rekturen, wie die jüngsten Rückgänge bei den bisherigen Börsenlieblingen zeigen. 2000 2200 2400 2600 2800 3000 3200 3400 3600 3800 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 JFMAMJJAS Umfragewerte Biden minus Trump (linke Skala) S&amp;P 500 (rechte Skala) aktueller Jahresultimo Vormonat Stand\* Q3/2020 Q4/2020 Q1/2021 Q2/2021 (Index) DAX -1,4 3,1 13.058 12.500 13.000 13.300 13.600 Euro Stoxx 50 -11,8 1,1 3.304 3.250 3.350 3.420 3.470 Dow Jones -0,9 4,0 28.293 27.000 27.700 28.200 28.500 S&amp;P 500 6,9 3,8 3.455 3.270 3.360 3.420 3.470 Nikkei 225 -0,8 4,2 23.466 22.500 23.200 23.800 24.300 \* 03.09.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Veränderung seit ... (in Landeswährung, %) Helaba-Prognosen Basisszenario Präsidentschaftszyklus häufig überlagert Kein Kursfeuerwerk zu erwarten AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 4. SEPTEMBER 2020 · © H E L A B A 4 DAX-Monitor Aktueller Kurs in Relation zur 52-Wochen Hoch-Tief-Spanne Schlusskurse 03.09.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research 0% 25% 50% 75% 100% DAX PRICE INDEX COVESTRO AG ADIDAS AG ALLIANZ SE-VINK BASF SE BAYER AG-REG BEIERSDORF AG BMW AG CONTINENTAL AG DAIMLER AG DEUTSCHE BOERSE DEUTSCHE BANK-RG DELIVERY HERO SE DEUTSCHE POST-RG DEUTSCHE TELEKOM AG-REG DEUTSCHE WOHNEN E.ON SE FRESENIUS MEDICA FRESENIUS SE &amp; C HEIDELBERGCEMENT HENKEL AG -PFD INFINEON TECH LINDE PLC MERCK KGAA MTU AERO ENGINES MUENCHENER RUE-R RWE AG SAP SE SIEMENS AG-REG VONOVIA SE VOLKSWAGEN-PREF Tief Hoch AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 4. SEPTEMBER 2020 · © H E L A B A 5 EURO STOXX 50-Monitor Aktueller Kurs in Relation zur 52-Wochen Hoch-Tief-Spanne Schlusskurse 03.09.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research 0% 25% 50% 75% 100% Euro Stoxx 50 Pr ANHEUSER-BUSCH I KONINKLIJKE AHOL ADIDAS AG AIR LIQUIDE SA AIRBUS SE ALLIANZ SE-VINK AMADEUS IT GROUP ASML HOLDING NV BASF SE BAYER AG-REG BBVA BMW AG DANONE BNP PARIBAS CRH PLC AXA DAIMLER AG DEUTSCHE BOERSE VINCI SA DEUTSCHE POST-RG DEUTSCHE TELEKOM ESSILORLUXOTTICA ENEL SPA ENGIE ENI SPA TOTAL SE FRESENIUS SE &amp; C SOC GENERALE SA IBERDROLA SA ING GROEP NV INTESA SANPAOLO INDITEX KERING LINDE PLC LVMH MOET HENNE MUENCHENER RUE-R NOKIA OYJ L'OREAL ORANGE KONINKLIJKE PHIL SAFRAN SA SANOFI BANCO SANTANDER SAP SE SIEMENS AG-REG SCHNEIDER ELECTR TELEFONICA UNILEVER NV VIVENDI VOLKSWAGEN-PREF Tief Hoch AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 4. SEPTEMBER 2020 · © H E L A B A 6 Dow Jones Industrials-Monitor Aktueller Kurs in Relation zur 52-Wochen Hoch-Tief-Spanne Schlusskurse 03.09.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research  0% 25% 50% 75% 100% DOW JONES INDUS. AVG APPLE INC AMGEN INC AMERICAN EXPRESS BOEING CO/THE CATERPILLAR INC SALESFORCE.COM CISCO SYSTEMS CHEVRON CORP WALT DISNEY CO DOW INC GOLDMAN SACHS GP HOME DEPOT INC HONEYWELL INTL IBM INTEL CORP JOHNSON&amp;JOHNSON JPMORGAN CHASE COCA-COLA CO/THE MCDONALDS CORP 3M CO MERCK &amp; CO MICROSOFT CORP NIKE INC -CL B PROCTER &amp; GAMBLE TRAVELERS COS IN UNITEDHEALTH GRP VISA INC-CLASS A VERIZON COMMUNIC WALGREENS BOOTS WALMART INC Tief Hoch

Vom viel diskutierten Unsicherheitsfaktor US-Wahlausgang war lange nichts zu sehen. Ändert sich das jetzt und spielt es für die Börse überhaupt eine Rolle, wer das Präsidentschaftsrennen für sich entscheidet?
