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title: "Im Fokus: Aktien - Korrektur oder Trendwende?"
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updated: 2026-09-28
keywords: Aktien
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# Im Fokus: Aktien - Korrektur oder Trendwende?

Im Fokus: Aktien 26. September 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 26.09.2023 1 von 4 Research &amp; Advisory Korrektur oder Trendwende? Auf den letzten Metern scheint der September seinem Ruf als Schreckensmonat für Aktienanleger noch ein- mal voll und ganz gerecht zu werden. Ist danach der Spuk vorbei oder war´s das schon mit der Hausse? 2023 bislang ein gutes Jahr für Anleger Drei Viertel des Jahres 2023 sind fast um, Zeit für eine Zwischenbilanz und einen Ausblick auf das letzte Viertel! In einem von Zinserhöhungen und Wachstumsunsicherheiten gepräg- ten Umfeld erwiesen sich Aktien bislang als die klaren Gewinner unter den Anlage klassikern. Sowohl das hiesige Blue-Chip Barometer DAX als auch der international diversifi- zierte MSCI All Country World weisen überdurchschnittliche Erträge auf. Zinstitel und of- fene Immobilienfonds konnten zumindest leicht zulegen. Im Gegensatz zu 2022, wo sowohl Aktien als auch Renten zweistellige Verluste hinnehmen mussten, ist 2023 bislang ein gutes Jahr für Anleger. Wir hatten für Aktien eine klare Kaufempfehlung aus- gesprochen. Unser damaliges Kursziel für den DAX per Jahresende 2023 betrug 16.000 Punkte. Der Mit- telwert der Konsens-Erwartungen zum Jahresbeginn 2023 lag bei 15.126 Punkten. Unser Optimismus hat sich über weite Strecken des Jahres ausgezahlt. Ende Juli notierte der DAX sogar bei 16.470 Punkten – sein bisheriger Höchststand. Im August und September musste aber auch der deutsche Leitin- dex Federn lassen. Zuletzt wurde sogar die wichtige 200-Tage-Linie unterschritten. Damit stellt sich die Frage, ob der Haussezyklus schon wieder zu Ende ist oder ob es sich nur um eine Korrektur in einer ansonsten intakten Aufwärtsbewegung handelt. 2023 bislang ein gutes Jahr für Anleger ..................................................................................................... 1 Die Wall of Worry ............................................................................................................................................ 2 2.1 Die Geldpolitik als Bremsfaktor .................................................................................................................................... 2 2.2 Wachstumsunsicherheit im Zenit ................................................................................................................................ 2 2.3 Pessimismus der Anleger als Kontraindikation ........................................................................................................ 3 2.4 Moderate Bewertung als Kaufargument .................................................................................................................... 3 Markus Reinwand, CFA Aktienmarktstratege T 069/91 32-47 23 Klassisches Mischportfolio – Aktien klarer Sieger Jahresertrag in Euro per 25.09.2023 \* Der Index umfasst die durchschnittliche Wertentwicklung von neun großen offenen deutschen Immobilienpublikumsfonds (OIF) der vier führenden Anbieter. Quellen: Refinitiv, Helaba Research &amp; Advisory 0 2 4 6 8 10 12 0 2 4 6 8 10 12 Aktien DAX Aktien MSCI All Country World Renten iBoxx Euro Overall Liquidität Euribor 1M Immobilien Helaba OIF-Index\* Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 26.09.2023 2 von 4 Die Wall of Worry Die Liste an Herausforderungen für Aktien (die sog. Wall of Worry) ist lang: Wird sich die Inflation schnell genug zurückbilden, um den Notenbanken Spielraum für Leitzinssenkungen zu eröffnen oder gibt es sogar noch Zinser- höhungen? Wird China zum Bremsklotz für die Weltwirtschaft oder springt der Wachstumsmotor wieder an? Wann hat der globale Industriezyklus seinen Tiefpunkt erreicht? Werden die geopolitischen Spannungen z.B. mit China noch zunehmen? Fragen über Fragen! Die wichtigsten Themenkomplexe werden im Folgenden näher beleuchtet. 2.1 Die Geldpolitik als Bremsfaktor In der Realwirtschaft sind die Auswirkungen der rasanten geldpolitischen Straffung nicht zu übersehen. Dabei liegt der Fokus zumeist auf den Leitzinsen, die in einem fast beispiellosen Tempo nach oben gerissen wurden. Al- lerdings gilt es auch die Bilanzsummen der Notenbanken im Auge zu behalten. Die aggregierten Bilanzsummen der Federal Reserve, der EZB, der Bank of Japan und der People's Bank of China wurden und werden sichtbar zu- rückgefahren. Nachdem in den Jahren 2020/21 die massive Auswei- tung Aktien beflügelt hatte, befürchteten viele Markt- teilnehmer eine ähnlich starke negative Auswirkung durch die Bilanzverkürzung. Dass Aktien seit Herbst letzten Jahres dennoch deutlich zulegen konnten, ist ein gutes Zeichen. Der Kursanstieg ist nicht länger Ausdruck eines Mangels an Anlagealternativen. Viel- mehr konnten sich Dividendentitel trotz zunehmen- der Konkurrenz durch Zinstitel bislang behaupten. Zweifelsohne wird das deutlich höhere Zinsniveau auch Auswirkungen auf die Anlageentscheidungen ha- ben, zumal gerade in den USA die Rendite von Staats- anleihen mit aktuell rund 4,5 % deutlich über der Divi- dendenrendite des Dow Jones (2,1 %) bzw. des S&amp;P 500 (1,6 %) liegt. Hierzulande ist die relative Be- wertungssituation deutlich entspannter. Einer Rendite 10-jähriger-Bundesanleihen von 2,8 % steht eine Dividendenrendite von 3,8 % beim DAX gegenüber. Mit dem Ende des Zinserhöhungszyklus dürfte sich die relative Bewertung wieder zugunsten von Aktien verschieben. 2.2 Wachstumsunsicherheit im Zenit Die Schwäche des globalen Industriezyklus ist nicht zu übersehen. Während die Einkaufsmanagerindizes in den Emerging Markets derzeit leicht oberhalb der Ex- pansionsschwelle von 50 verlaufen, bewegen sich die Indikatoren für die Industrieländer klar im Kontrakti- onsbereich. Deutschland, das unter den westlichen Industrieländern einen besonders hohen Anteil des Verarbeitenden Gewerbes aufweist, ist von der Schwä- che der Industriekonjunktur stark betroffen. Mit Blick auf Aktien sind dabei zwei Fragen entscheidend: 1. Wieviel davon ist eingepreist? 2. Wann dreht die Konjunktur wieder nach oben? Die auf Basis der gängigsten Bewertungsmaßstäbe ausgesprochen moderate Bewertung des DAX zeigt, dass das konjunkturell schwierige Umfeld bereits eingepreist wurde. Die jüngste Stabilisierung der Erwar- tungskomponente des ifo Geschäftsklimas könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass die Konjunkturstimmung ihren Tiefpunkt erreicht hat. Gegenwind durch Bilanzabbau Index Bio. USD \* World-Datastream Market Quellen: Bloomberg, Refinitiv, Helaba Research &amp; Advisory 0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 600 1100 1600 2100 2600 3100 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Bilanzsumme Fed, EZB, BoJ &amp; PBoC (rechte Skala) Aktien Welt\* (linke Skala) Konjunkturschwäche eingepreist Abweichung vom Mittel in Standardabweichungen Index \* bestehend aus KGV, KCV, KBV und Kehrwert der Dividendenrendite Quellen: Refinitiv, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 26.09.2023 3 von 4 2.3 Pessimismus der Anleger als Kontraindikation Die Stimmung spielt gerade für das Timing von Anlageentscheidungen eine große Rolle. In Situationen, in denen entweder ausgeprägter Optimismus oder Pessimismus festzustellen ist, liefert dies eine recht gute Kontraindika- tion. Es ist in solchen Situationen empfehlenswert, genau das Gegenteil zu tun, was die Mehrheit tut bzw. erwartet. Die jüngsten Umfrageergebnisse von sentix zeigen, dass die Mehrheit kurzfristig sehr pessimistisch ist. Gleich- zeitig hat sich in den vergangenen Wochen die Erwartung für die kommenden sechs Monate stabilisiert. Diese Konstellation ist positiv, denn es ist davon auszugehen, dass Anleger weitere Kursschwächen zum Kauf nutzen. Auch saisonale Aspekte lassen auf einen freundlichen Jahresausklang hoffen: Die durchschnittliche DAX-Perfor- mance im vierten Quartal seit 1965 beträgt knapp 4 %. Für Jahre, in denen der DAX nach den ersten drei Quarta- len eine positive Performance aufwies, ergibt sich sogar ein Q4-Durchschnitt von 5,6 %. 2.4 Moderate Bewertung als Kaufargument Das aus fundamentaler Sicht stärkste Argument für deutsche Aktien ist die ausgesprochen moderate Bewertung. Auf Basis der wichtigsten Kennziffern (Kurs-Gewinn-, Kurs-Dividenden-, Kurs-Cashflow- und Kurs-Buchwert-Ver- hältnis) liegt der faire DAX-Wert derzeit bei rund 17.500 Punkten. Damit notiert der DAX gegenwärtig mit einem Abschlag von mehr als 2.000 Punkten. Wir gehen davon aus, dass die Korrekturphase bald zu Ende geht und Aktien ihren Haussetrend fortsetzen. Daher raten wir, die gegenwärtige Schwäche für Käufe zu nutzen. Zugegeben, es ist bei dieser Nachrichtenlage nicht leicht, den Mut aufzubringen und in Aktien zu investie- ren. Schließlich hat die Vergangenheit gezeigt, dass sich Aktien für längere Zeit von ihrem fairen Wert nach unten wie nach oben entfernen können. Überdurch- schnittliche Renditen sind allerdings nur durch die In- kaufnahme eines höheren Risikos zu erzielen. In der Vergangenheit hat es sich langfristig meist ausge- zahlt, in unterbewertete Märkte zu investieren. Schlechte Stimmung – gutes Zeichen! Saisonale Schwächephase bald überstanden Saldo Index Durchschnittliche Quartalsveränderung, % Quellen: Bloomberg, Refinitiv, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Refinitiv, Helaba Research &amp; Advisory -1 0 1 2 3 4 -1 0 1 2 3 4 Q1 Q2 Q3 Q4 DAX S&amp;P 500 Saisonmuster 1965-2022 DAX: Moderate Bewertung birgt Kurspotenzial Index \* abgeleitet aus KGV, KCV, KBV und Kehrwert der Dividendenrendite Quellen: Refinitiv, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 26.09.2023 4 von 4 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 - 20 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Der September scheint seinem Ruf als Schreckensmonat gerecht zu werden! Die Geldpolitik erweist sich als Bremsfaktor, die Wachstumssicherheit erreicht ihren Zenit, der Pessimismus der Anleger liefert Kontraindikation. Das stärkste Argument für deutsche Aktien ist die ausgesprochen moderate Bewertung.
