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title: "Im Fokus Aktien: Größe ist nicht alles, oder?"
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type: dd_research
language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Aktien
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# Im Fokus Aktien: Größe ist nicht alles, oder?

Im Fokus: Aktien 27. März 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 27.03.2025 1 von 5 Research &amp; Advisory Größe ist nicht alles, oder? Wenn eine Hausse in die Jahre kommt, beginnen Anleger stärker zu differenzieren. Schließlich sind die gro- ßen und bekannten Titel häufig schon teuer. Kommt nach der Länder- nun die Size-Rotation und was haben die deutschen Vertreter der zweiten und dritten Reihe MDAX und SDAX zu bieten? Size-Rotation ante Portas? Euro-Aktien erleben derzeit eine Renaissance. Während die US-Leitindizes zum Jahreswech- sel in den Korrekturmodus umgeschaltet haben, erklimmen viele Börsenbarometer aus dem Euroraum bis zuletzt neue Höchststände. Die jüngsten massiven Ausgabenpakete für Rü- stung (Deutschland, EU) und Infrastruktur (Deutschland) haben die Fantasie der Anleger zusätzlich beflügelt. Mit einer klugen Wirtschaftspolitik ist hier vieles möglich. Dies erfordert allerdings, dass die notwendi- gen Strukturreformen beherzt in Angriff genommen werden. An den hiesigen Aktienmärkten wurden bereits viele Vorschusslorbeeren verteilt. Insbesondere die hoch- kapitalisierten Werte führen in der seit Herbst 2022 laufenden Hausse die Performancerangliste an. Inzwi- schen ist aber auch der im internationalen Vergleich lange Zeit unterbewertete DAX teuer. Was liegt also näher, als einen Blick in die zweite und dritte Reihe zu den Mid- und Small-Caps zu werfen? Der DAX und seine Geschwister – welche Sektoren dominieren? Der DAX ist das bekannteste deutsche Börsenbarometer. Seit der Indexumgestaltung im September 2021 umfasst er die nach Marktkapitalisierung 40 größten Unternehmen. Im Gegenzug wurde der MDAX (Mid-Cap-DAX) von 60 auf die 50 nächstgrößeren Werte reduziert. Im SDAX (Small-Cap-DAX) werden 70 kleinere Werte zusammenge- fasst. Markus Reinwand, CFA Aktienmarktstratege T 069/91 32-47 23 Size-Rotation ante Portas? .......................................................................................................... 1 Der DAX und seine Geschwister – welche Sektoren dominieren? ................................................ 1 Unterschiedliche Konjunktur- und Wachstumssensitivität ......................................................... 2 MDAX und SDAX mit Bewertungsappeal ...................................................................................... 4 DAX hängt kleine Geschwister ab %-Veränderung seit Tief vom 29.09.2022 Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 27.03.2025 2 von 5 Die drei Indizes unterscheiden sich somit hinsichtlich der Größe der enthaltenen Unter- nehmen. Wie aber sieht es hinsichtlich der Sektorzusammensetzung aus? Gemeinsam haben alle drei, dass die Industrie der do- minierende Sektor ist. Im MDAX ist das Gewicht mit 33 % am höchsten. Da im Mid-Cap-Index Grundstoffe mit rund 14 % und zyklischer Konsum mit rund 11 % gewichtet sind, ist der In- dex sehr zyklisch aufgestellt. Dagegen ist der Technologiesektor im Vergleich zu den Large- und Small-Cap-Pendants unterrepräsentiert. Der SDAX verfügt von allen drei Barometern mit knapp 23 % über den höchsten Technologieanteil. Die Performanceunterschiede in der seit Herbst 2022 laufen- den Hausse sind jedoch nicht allein auf die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Sek- toren zurückzuführen. Auch innerhalb eines Sektors kann die Performance – aufgeglie- dert nach DAX, MDAX und SDAX – stark streuen. Dabei lagen in manchen Fällen die hochkapita- lisierten Werte aus dem DAX klar vorne (Industrie, Technolo- gie). In anderen Bereichen machten mittlere (Finanzen, nichtzyklischer Konsum) oder kleinere Titel (Grundstoffe) das Rennen. Größe ist somit nicht alles! Unterschiedliche Konjunktur- und Wachstumssensitivität Wie verhalten sich die jeweiligen Größenklassen in konjunkturellen Auf- und Abschwüngen? Die unter- schiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus haben wir am Diffusionsindex des ifo Geschäftsklimas festge- macht. Sowohl die Expansions- als auch die Kontrakti- onsphase haben wir nach zunehmender und abneh- mender Dynamik unterteilt. Insgesamt ergeben sich somit vier Phasen. Für DAX, MDAX und SDAX wurde die Performance seit 1988 während unterschiedlichen Phasen berechnet und annualisiert, d.h. auf eine Jah- resperformance umgerechnet. Auf den ersten Blick sind die Unterschiede zwar nicht gravierend. Langfristig machen sich Ertragsdifferen- zen in der Größenordnung von drei bis vier Prozent Sektorgewichtung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede Anteil, % Einteilung gemäß Global Industry Classification Standard, Stand 26.03.2025 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 0 5 10 15 20 25 30 35 0 5 10 15 20 25 30 35 Sektorgewichtung DAX MDAX SDAX Größe spielt also auch eine Rolle % \* gewichtet nach Marktkapitalisierung Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory -100 -50 0 50 100 150 200 250 -100 -50 0 50 100 150 200 250 Sektorperformance\* 29.09.2022 bis 26.03.2025 DAX MDAX SDAX Geringe Performanceunterschiede im Zyklus annualisierte Performance seit 1988, % qualitativer Verlauf \* gemessen am Diffusionsindex des ifo Geschäftsklimas Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 40 zunehmend abnehmend zunehmend abnehmend Expansion Kontraktion SDAX MDAX 0 + - DAX Stilisierter Konjunkturverlauf\* (rechte Skala) Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 27.03.2025 3 von 5 aber durchaus bemerkbar. In Phasen zunehmender Expansion liefen mittlere und kleine Werte etwas besser, in Phasen zunehmender Kontraktion etwas schlechter als der DAX. Dass die Unterschiede nicht größer ausfallen, mag auch daran liegen, dass alle drei Indizes ein hohes Gewicht an Industrietiteln haben und die Industriekonjunktur in früheren Zyklen weltweit relativ synchron verlaufen ist. Dies- mal fällt Deutschland aber negativ auf. Schlagworte vom „kranken Mann Europas“ oder „Wachstumsschlusslicht“ machen die Runde. In einem solchen Umfeld ist es von Vorteil, wenn ein möglichst geringer Anteil der Unterneh- menserträge an der heimi- schen Wirtschaft hängt. Die DAX-Unternehmen erzielten im letzten Jahr, gewichtet nach Marktkapitalisierung, im Durch- schnitt rund drei Viertel ihres Umsatzes außerhalb Deutsch- lands. Daher schlug die einhei- mische Konjunkturschwäche weniger durch und der DAX konnte überproportional zule- gen. Der MDAX kommt auf einen Auslandsumsatzanteil von rund 60 %. Am stärksten hängen die SDAX-Unternehmen an der deutschen Wirtschaft. Sie erzielen gut die Hälfte ihres Umsatzes im Inland. Sollte es gelingen, mit den Ausgabenpaketen für Rüstung und Infrastruktur die heimische Wirtschaft anzukurbeln, wäre eine Outperformance der Small- und Mid-Caps durchaus plausibel. Welche Rolle international unterschiedlich ausgeprägte Wachstumspfade für den deutschen Aktienmarkt spie- len, wird deutlich, wenn man die relative Entwicklung zwischen MDAX und DAX bzw. zwischen SDAX und DAX mit dem relativen Wirtschaftswachstum Deutschlands gegenüber den großen Industrieländern (G7) vergleicht. Schwächelte die deutsche Wirt- schaft relativ zu den G7 Volks- wirtschaften, liefen Small- und Mid-Caps schlechter als der DAX. Zeigte die hiesige Wirt- schaft dagegen relative Stärke, waren MDAX und mit Abstrichen SDAX die Profiteure. Dabei zeigte sich, dass langfristige Trends offenbar einen größeren Einfluss haben als kurzfristige zyklische Schwankungen. Für die jüngste deutliche rela- tive Schwäche des MDAX dürfte neben der schlechten Verfassung der deutschen Wirtschaft aber auch die Indexumgestaltung vom September 2021 eine Rolle gespielt haben, als der MDAX zehn Mitglieder an den DAX verlor. Langfristige Wachstumstrends entscheidend Abweichung vom Trend Verhältnis \* gemessen an den OECD-Frühindikatoren für Deutschland und G7; graue Flächen sind Rezessionen in Deutschland Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory SDAX hängt am stärksten an Deutschland Marktkapitalisierung, Mrd. Euro Quellen: LSEG, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 27.03.2025 4 von 5 MDAX und SDAX mit Bewertungsappeal Bislang haben wir das Augenmerk auf die Performanceunterschiede der einzelnen Indizes und deren mögliche Ursachen gelegt. Für eine Investitionsentscheidung kommt es aber auch auf die Bewertung an. Wir haben das Konzept unseres Bewertungsindikators, der aus den Komponenten Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Cashflow-Ver- hältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis und dem Kehrwert der Dividendenrendite besteht, auf MDAX und SDAX übertra- gen. Dies erlaubt es, die Indizes – bei aller Unterschiedlichkeit – miteinander zu vergleichen. Wie bereits in unseren letzten Aktienbeiträgen erwähnt1, ist der DAX durch den dynamischen Kursanstieg der letz- ten Monate inzwischen aus seinem fairen Bereich nach oben ausgebrochen. Auch wenn die Überbewertung nicht so stark ausgeprägt ist wie bei den US-Indizes, sind auch deutsche Blue-Chips inzwischen teuer. Dagegen bewegen sich der MDAX und der SDAX gerade einmal am unteren Rand des fairen Bewertungsbandes. Beide Indizes sind damit ausge- sprochen moderat bewertet. Wer also grundsätzlich an den Fortbestand der Hausse glaubt, Standardwerte allerdings mitt- lerweile für zu teuer hält, findet in der zweiten und dritten Reihe noch interessante Gele- genheiten. Rein aus Bewer- tungsgesichtspunkten ist mit- telfristig mit einer Outperfor- mance von MDAX und SDAX zurechnen. Dies bedeutet aber nicht, dass sich diese Indizes komplett vom DAX ab- koppeln können. Sollte der DAX eine Korrekturphase durchlaufen – etwa, wenn es nach der jüngsten Ankündigung von Autozöllen durch die US-Administration zu einer Eskalation des Handelsstreits mit den USA käme – würden auch die mittleren und kleineren Unternehmen von dessen Schwerkraft nach unten gezogen. Outperformance von Mid- und Small-Caps hieße in diesem Fall, sie würden lediglich weniger stark fallen. Unabhängig von kurzfristigen zyklischen Überlegungen erscheint allerdings zumindest eine Beimischung sinnvoll. Dies gilt umso mehr, wenn man daran glaubt, dass die Wirtschafts- und Finanzpolitik in den kommenden Jahren zu einer Genesung des „kranken Mannes Deutschland“ beitragen wird. 1 S. Auszug „Aktien“ aus Märkte und Trends vom 20. März 2025 MDAX und SDAX ausgesprochen moderat bewertet Abweichung vom Mittel in Standardabweichungen \* bestehend aus KGV, KCV, KBV und Kehrwert der Dividendenrendite Quellen: LSEG, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 27.03.2025 5 von 5 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

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