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title: "Im Fokus Credit: Ausblick 2025 für europäische Großbanken"
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updated: 2026-09-28
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# Im Fokus Credit: Ausblick 2025 für europäische Großbanken

Im Fokus: Credit 9. Januar 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 1 von 11 Research &amp; Advisory Europäische Großbanken 2025: Stabiler Ausblick in unsicheren Zeiten Die Gewinne der meisten europäischen Großbanken sollten ihren zyklischen Höhepunkt zuletzt zwar überschritten haben, dürften sich aber nach unseren Erwartungen weiter- hin auf einem sehr auskömmlichen Niveau bewegen. Sinkende Zinsen gehen in der Re- gel mit rückläufigen Margen im Zinsgeschäft einher, Volumenwachstum und Ertragsdi- versifikation kompensieren dies jedoch zumindest teilweise. Der Anstieg der Kreditrisi- kokosten entspricht einer Normalisierung. Die Eigenkapitalquoten sind weiter hoch, fortgesetzte Ausschüttungen belegen die durch Gewinne erhöhten Bonitätspuffer. Un- sicherheiten gehen aus Kapitalmarktsicht für die von uns betrachteten Werte vor allem von der geopolitischen Lage aus. Unklar ist auch, welche Deregulierungsmaßnahmen unter der Trump-Administration erfolgen werden. Insgesamt gehen wir von einem stabilen Bonitätstrend aus. Bankenbranche zuletzt mit erfreulich hohen Gewinnen Der Bankensektor hat die Jahre im Krisenmodus, in denen Restrukturierung und Stellenabbau dominierten, im Jahr 2024 endgültig hinter sich gelassen. Seit dem Ende des Null- und Negativzinsumfelds 2022 hat ein beachtli- ches Wachstum der Zinsüberschüsse und damit der Gewinne eingesetzt. Dies spiegelt sich u.a. im Anstieg des Euro Stoxx Banken Index um 23 % verglichen mit einem Anstieg des Euro Stoxx 600 um 6 % im Jahresverlauf 2024 wider. Hinzu kommt, dass die Institute ihre Bilanzen bereinigt und Problemaktivitäten abgebaut haben. Nicht zuletzt dank der umfassenden Regulierungsreformen nach der Finanzmarktkrise hat sich die Bilanzqualität beträchtlich verbessert. Die bilanziellen Eigenkapitalquoten europäischer Banken sind heute etwa doppelt so hoch wie vor der Finanzmarktkrise. Die Banken haben sich von einer Krisen- zu einer Gewinnerbranche gewandelt. Bankenbranche mit erfreulich hohen Gewinnen .......................................................................... 1 Rückblick 2024 – Banken lassen Krisenjahre hinter sich ............................................................. 2 Ausblick 2025: Banken weiter mit starken Ergebnissen .............................................................. 2 Zinsüberschüsse leicht rückläufig ............................................................................................... 3 Normalisierung der Kreditrisikokosten ....................................................................................... 5 Kosten bleiben unter Kontrolle .................................................................................................... 6 Sehr solide Eigenkapitalquoten ermöglichen weitere Aktienrückkaufprogramme ..................... 7 Risiken beachten .......................................................................................................................... 8 Dr. Susanne Knips Senior Credit Analyst T 069/91 32-32 11 Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 2 von 11 Rückblick 2024: Banken lassen Krisenjahre hinter sich 2024 konnten die Banken ihre Gewinne weiter steigern. Haupttreiber waren erneut sprudelnde Zinsüberschüsse, vor allem getrieben durch hohe Margen bei Kundeneinlagen, während die Kreditausfälle überschaubar und die Kosten unter Kontrolle blieben. Die Kapitalkosten der Institute wurden wieder komfortabel durch die Gewinne ab- gedeckt. Im Jahresverlauf 2024 konnten die europäischen Banken ihre Gewinnaussichten trotz bereits hoher Erwartungen kontinuier- lich nach oben korrigieren. In den ersten beiden Quartalen war dies vor allem auf positive Überraschungen bei Provisions- überschüssen und Kreditrisiko- kosten zurückzuführen. Die Er- gebnisse im 3. Quartal führten zu weiteren Anhebungen der Gewinnerwartungen für 2024, hauptsächlich aufgrund gerin- gerer Wertminderungen. Ausblick 2025: Institute weiter mit starken Ergebnissen Gemäß unserer Einschätzung haben die Zinsüberschüsse und Gewinne der Banken nun vorerst ihren Höhepunkt überschritten. Im Juni 2024 hat die EZB erstmals seit 2019 die Leitzinsen gesenkt und damit eine erneute Zins- wende eingeleitet. Die fallenden Zinsen und das schwächelnde wirtschaftliche Umfeld in Verbindung mit den ho- hen geopolitischen Unsicherheiten stellen die größten Belastungsfaktoren für den Bankensektor dar. Trotz dieses Gegenwinds gehen wir von einem stabilen Bonitätsausblick aus. Die Zinsüberschüsse werden unserer Erwartung nach gegenüber dem aktuellen Niveau zwar zurückgehen, das Zinsniveau wird sich aber weiterhin auf einem für das Bankgeschäft sehr auskömmlichen, „normalen“ Niveau bewegen und nicht wieder auf oder gar unter die Nulllinie fallen. Hinzu kommt, dass Zinsänderungsrisiken zumindest teilweise durch Hedge-Positionen abgesichert sind. Eine positive Er- tragsdynamik geht zudem vom Neugeschäftsvolumen aus: Die Kreditvergabe hat die Talsohle durchschritten und steigt wieder. Darüber hinaus führt eine höhere Ertragsdiversifikation zu steigenden Provisionsüber- schüssen. Der Anstieg der Kreditrisikokosten ist mo- derat und die Kosten bleiben unter Kontrolle. Insgesamt bleiben die Gewinne auf einem guten Ni- veau und stärken damit die Eigenkapitalbasis der In- stitute. Gewinne europäischer Banken auf zyklischem Höchststand Mrd. EUR % \* Aggregiert für eine Auswahl europäischer Banken (Banco Santander, BBVA, BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank, ING Group, Nordea, Unicredit, SEB, Société Générale, Swedbank) Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 0 4 8 12 16 0 15 30 45 60 75 90 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 9M 2024 annualisiert 2025p Gewinn\* (l.S.) Eigenkapitalrendite\* (r.S.) Senior Unsecured Credit-Spreads stabil Asset Swap Spread in Bp. Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory 0 50 100 150 200 250 0 50 100 150 200 250 Dez.23 Feb.24 Apr.24 Jun.24 Aug.24 Okt.24 Banks Subordinated Banks Senior Bail-in Banks Senior Preferred Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 3 von 11 Zinsüberschüsse leicht rückläufig Gemäß unseren volkswirtschaftlichen Schätzungen wird die EZB bis Juni 2025 noch zwei Leitzinssenkungen vor- nehmen, so dass der Einlagenzins dann bei 2 % liegt (siehe „Märkte und Trends 2025 – der Helaba Jahresaus- blick für Konjunktur und Kapitalmärkte“). Nachlaufend zu den sinkenden Notenbankzinsen ist mit rückläufigen Zinsüberschüssen der Banken zu rechnen, wenn auch von hohem Niveau. Wie schon beim Zinsanstieg gilt nun auch bei sinkenden Zinsen, dass die Neubepreisung auf der Aktivseite typischerweise schneller erfolgt als auf der Passivseite, so dass die Margen sinken. Der Druck auf die Nettozinserträge wird in Bankenmärkten größer sein, in denen der Wettbewerb intensiv ist, die Banken bei der Finanzierung stark auf Einlagen angewiesen sind oder ein großer Teil der Kredite variabel verzinst ist. Banken mit langlaufenden fest verzinslichen Krediten sind besser auf- gestellt, etwa die französischen und die Benelux-Banken. Im Gegensatz dazu schneiden Banken aus Ländern mit hohem variabel verzinstem Anteil schlechter ab, so wie die schwedischen Banken. Folgende Gründe sprechen u.E. dafür, dass die Margen dennoch sehr auskömmlich bleiben werden. (1) Belebung im Kreditgeschäft Während der geldpolitischen Straffung hatte sich die Kreditvergabe der Banken deutlich abgeschwächt. Dies war sowohl angebotsseitig (geringere Risikobereit- schaft der Banken) als auch nachfrageseitig (schwä- chere Investitionen, gedämpftes Verbraucherver- trauen) bedingt. Die Lockerung der geldpolitischen Restriktionen seit Juni dieses Jahres trägt dazu bei, dass Unternehmen und private Haushalte wieder ver- stärkt Kredite nachfragen. Insbesondere die Nachfrage nach privaten Hypothekenkrediten hat deutlich zuge- nommen. Das verbesserte Geschäftsumfeld spiegelt sich unter anderem in einer höheren Kreditvergabebe- reitschaft der Banken wider. Kreditvolumina haben Talsole durchschritten Veränderung gg. Vj. in % \* Ausstehende Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen in der Eurozone, bereinigt um Verbriefungen Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Kredite an Unternehmen\* Kredite an Haushalte\* Zinsmargen bleiben bei Privatkunden und … Zinssatz Neugeschäft in Deutschland, % Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory … Unternehmenskunden auf attraktivem Niveau Zinssatz Neugeschäft in Deutschland, % Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 4 von 11 (2) Institute mit unterschiedlichen Zins-Hedge-Strategien Banken reduzieren Zinsänderungsrisiken in der Regel durch Sicherungsgeschäfte. Einem Marktzinsrisiko bzw. Zinsänderungsrisiko unterliegen neben dem Kreditengagement sowie den eigenen Emissionen und Einlagen ins- besondere die Wertpapierbestände der Liquiditätssteuerung sowie der Anlagebestand, sofern es sich um festver- zinsliche Papiere handelt. Zur Absicherung dieser Risiken werden insbesondere Zinsswaps eingesetzt. Festver- zinsliche Produkte mit einer bestimmten Laufzeit werden so in variable Verzinsung umgewandelt (festverzinsliche Darlehen, Termineinlagen). Die gegenläufigen Bewertungsänderungen aus den Sicherungsinstrumenten und den gesicherten Grundgeschäften werden gemäß IAS 39/ IFRS 9 erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen erfasst. Aber auch bei Bilanzpositionen ohne feste Laufzeit setzen Banken Sicherungsstrategien gegen Zinsänderungsrisi- ken ein, bspw. bei täglich fälligen Kundeneinlagen und Überziehungskrediten. Auch hier werden i.d.R. Zinsswaps verwendet. Die im Rahmen von Cashflow-Hedge Accounting eingesetzten Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bilanziert. Das Bewertungsergebnis wird, sofern effektiv, erfolgsneutral nach Berücksichti- gung latenter Steuern in der Rücklage aus Cashflow-Hedges im Eigenkapital erfasst. Kreditnachfrage zieht sowohl bei Unternehmen … Jeweils Veränderung Anteil positive vs. negative Werte\*, in % \* Positive Werte sind Verschärfung/Zunahme, negative Werte sind Erleichte- rung/Verringerung Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory … als auch bei privaten Kunden an Jeweils Veränderung Anteil positive vs. negative Werte\*, in % \* Positive Werte sind Verschärfung/Zunahme, negative Werte sind Erleichte- rung/Verringerung Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory Sinkende Zinsen treiben Nachfrage nach privaten Hypothekenkrediten Veränderung der Nachfrage nach Hypothekarkrediten in der Eurozone, in % Quellen: EZB, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 5 von 11 Grundsätzlich können Kundeneinlagen über solche Hedge-Positionen zumindest teilweise gegen Zinsänderungs- risiken abgesichert werden. Allerdings verfolgen die Banken recht unterschiedliche Strategien. So hat die schwedi- sche SEB nach eigenen Angaben keine Hedge-Positionen für Einlagen. Sie nehme damit zwar höhere Ergebnis- schwankungen in Kauf, habe aber auch keine Absicherungskosten. Die Nordea Bank hingegen hat Swaps in Höhe von 30 Mrd. EUR zur Zinssicherung und verspricht sich davon einen Ausgleich bei sinkenden Zinsen. (3) Breites Spektrum an weiteren Maßnahmen Darüber hinaus laufen noch immer andere langlaufende Aktivposten – u.a. Wertpapiere – aus, die zu höheren Zinssätzen neu angelegt werden können. Erklärtes Ziel der Institute ist es zudem, bei anderen Ertragskomponenten zu wachsen. Im Fokus steht insbeson- dere das Provisionsergebnis. Viele Banken wollen Geschäftsfelder wie die Vermögensverwaltung, das Kapital- marktgeschäft und das Versicherungsgeschäft ausbauen. Wir gehen davon aus, dass diese Ertragskomponenten im Jahr 2025 spürbar steigen werden. Normalisierung der Kreditrisikokosten Die Problemkreditquoten der Banken nehmen – wenig unerwartet im Umfeld höherer Zinsen – zu, allerdings aus- gehend von über mehrere Jahre hinweg historisch niedrigen Niveaus. Die Quote notleidender Kredite (Non-per- forming Loans, NPLs) im Euroraum ist gemäß Europäischer Bankenaufsicht EBA von 6,5 % Ende 2014 auf 1,8 % Ende 2023 gesunken. Im September 2024 lag die Quote bei 1,9 %. Der Anstieg war damit bislang gering und kon- zentrierte sich vor allem auf anfällige Kreditsegmente wie kleine und mittlere Unternehmen sowie Konsumenten- kredite. Regulatorische Vorgaben und die regelmäßig durchgeführten Stresstests der EZB zwingen die Banken, ihre Risikotragfähigkeit laufend zu überprüfen und ausreichende Risikopuffer vorzuhalten. Die nach der Finanz- marktkrise ergriffenen umfangreichen Maßnahmen zur Reduzierung der Bilanzrisiken zahlen sich nun aus. Hinzu kommt der Abbau bzw. Verkauf von Engagements. Nahezu weltweit sinkende Leitzinsen dürften gemäß unserem volkswirtschaftlichen Ausblick für 2025 zu einer Be- lebung des wirtschaftlichen Umfelds beitragen. Die sich allmählich verbessernden globalen Wachstums- und Ge- winnperspektiven sprechen dafür, dass der Anstieg der Kreditausfälle im Jahr 2025 moderat ausfällt. Hohe geopo- litische Unsicherheiten sowie zunehmender Protektionismus und Handelsbarrieren stellen Hauptrisiken dar. (Siehe „Märkte und Trends 2025 – der Helaba Jahresausblick für Konjunktur und Kapitalmärkte“) Die Unternehmensinsolvenzen - ein nachlaufender In- dikator für die Verfassung der Unternehmen - nehmen in allen Sektoren und Ländern zu, wenn auch von ei- nem sehr niedrigen Niveau aus. Laut EZB könnte der Anstieg der Insolvenzen die nachlassende Wirkung der Unterstützungsmaßnahmen während der Pandemiezeit widerspiegeln, aber auch die anhaltende Konjunktur- schwäche trägt dazu bei. Wir gehen von einem moderaten Anstieg der Kredit- ausfälle für das Jahr 2025 aus. Die meisten Banken er- warten einen Anstieg der Kreditrisikokosten auf ein über den Kreditzyklus durchschnittliches Niveau. Zu der vergleichsweise guten Bilanzqualität und dem starken Risikomanagement kommt hinzu, dass die Institute noch immer über hohe in der Pandemie aufgebaute Rückstellungen für Kreditrisiken verfügen. Der Anstieg der Stage 2 Kredite (Kredite mit erhöhtem Ausfallrisiko) wird gemäß unserer Beobachtung zumindest teilweise durch Unternehmensinsolvenzen Eurozone steigen Q1 2022-Q2 2024, Index: Q4 2019 = 100 Quellen: EZB, Helaba Research &amp; Advisory 60 70 80 90 100 110 120 130 140 60 70 80 90 100 110 120 130 140 Q1 22 Q2 22 Q3 22 Q4 22 Q1 23 Q2 23 Q3 23 Q4 23 Q1 24 Q2 24 Maximum verschiedene Sektoren Minimum verschiedene Sektoren Über alle Sektoren Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 6 von 11 das Vorhalten dieser Rückstellungen als zusätzlicher Risikopuffer begünstigt (soweit im Rahmen bilanzieller An- satz- und Bewertungsvorschriften möglich). Wir gehen davon aus, dass viele Institute die zusätzlich gebildete Kre- ditrisikovorsorge1 über die nächsten 12 bis 18 Monate auflösen werden, so dass es zu einer Glättung der Kreditri- sikokosten kommt. Kosten bleiben unter Kontrolle (1) Inflationsbedingter Kostenanstieg Die Kosten der Institute sind im Jahr 2024 insbesondere inflationsbedingt spürbar gestiegen, die Kostendisziplin ist nach unserer Beobachtung aber insgesamt weiterhin hoch. Nach den Jahren der Rückführung von Nicht-Kern- geschäftsfeldern und des Stellenabbaus standen Einsparprogramme 2024 zumindest nicht mehr im Fokus. Auch bei den regulatorischen Abgaben gab es Entlastungen: Der europäische Abwicklungsfonds hat sein Zielvolumen erreicht, so dass hier seit 2024 keine weiteren Beiträge mehr erhoben werden. Allerdings wurden in den Jahren 2023 und 2024 vor dem Hintergrund der guten Gewinnlage neue Steuern für den Bankensektor erhoben, unter anderem in Tschechien, Ungarn, Italien und Spanien (siehe unsere Publikation „Europäische Großbanken: Mit hohen Risikopuffern ins Jahr 2024“ vom 10 Januar 2024). Gehaltsanpassungen, nicht zuletzt auf Basis von Tarifabschlüssen, werden auch 2025 für einen spürbaren Kosten- anstieg im Bankensektor mit seinem hohen Anteil an Personalkosten führen. Zu den Kostentreibern zählen dar- über hinaus die fortgesetzten Investitionen in Technologie, Datenmanagement und Künstliche Intelligenz, die je- doch auf Effizienzsteigerungen abzielen. (2) Basel IV tritt in Europa in Kraft Die Regulierung und der damit verbundene bürokratische Aufwand haben mittlerweile ein sehr hohes Niveau er- reicht. Die Institute sind mit umfangreichen Berichtspflichten belegt. Dies erstreckt sich über alle Geschäftsaktivi- täten hinweg, wobei zuletzt vor allem die Auflagen zur Abwicklungsplanung und Risikotragfähigkeit oder auch zur Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu umfangreichem Mehraufwand geführt haben. 2025 tre- ten in Europa die über Jahre vorbereiteten Basel IV-Regeln in Kraft (siehe unsere Publikation „Europäische Groß- banken – Gut auf Basel IV vorbereitet“ vom 13. Juni 2024). In Europa wurde das Gesetzgebungsverfahren zur Umsetzung der noch ausstehenden Basel III Regelungen (allge- mein als Basel IV bezeichnet) im Mai 2024 abgeschlossen. Kernelement ist die Einführung eines sogenannten Out- put Floors bei der Anwendung interner Modelle zur Berechnung der regulatorischen Eigenkapitalquoten. Dieser soll sicherstellen, dass die Eigenkapitalanforderungen bei der Berechnung auf Basis eigener (interner) Modelle im Vergleich zur Anwendung des Standardansatzes nicht zu stark reduziert werden können. Demgemäß sollen die Risikogewichteten Aktiva (RWA) bei Berechnung der regulatorischen Eigenkapitalquoten auf Basis interner Mo- delle nicht geringer ausfallen als 72,5 % des Wertes, der sich bei Anwendung des Standardansatzes ergeben würde. Die neuen Vorschriften der Verordnung sind grundsätzlich ab 1.1.2025 anzuwenden.2 Die Änderungen der CRD sind, wie bei Richtlinien üblich, innerhalb von 18 Monaten in den Mitgliedsstaaten umzusetzen. Lediglich die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko wurden verschoben, um Wettbewerbsgleichheit mit den USA zu ge- währleisten, wo die Regelungen noch nicht eingeführt wurden. (siehe ausführlich unsere Publikation „Europäi- sche Großbanken: Gut auf Basel IV vorbereitet“ vom 13.6.2024) Wir gehen davon aus, dass die nunmehr anstehende Inkraftsetzung von Basel IV keine nennenswerten Auswirkun- gen mehr für Europas Banken haben wird. Vorausgegangen waren Jahre der Vorbereitung, in denen sich die Insti- tute auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt und diese in ihren Geschäftsplanungen berücksichtigt haben. 1 Sogenannte Management Overlays oder auch Top Level Adjustments 2 Ab dem 1. Januar 2025 wird ein Output Floor in Höhe von 50,0 % eingeführt. Er steigt nach der Einführung über einen Zeitraum von fünf Jahren sukzessive an, ab dem 1. Januar 2030 wird er schließlich 72,5% betragen. Bis 2033 gelten zusätzliche Übergangsbestim- mungen für die Berechnung des Output Floors. Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 7 von 11 Dies war insbesondere für Banken mit umfangreichem Hypothekenkreditgeschäft ein Kraftakt. Hinzu kommt, dass es eine lange Übergangsfrist gibt, in der die Regelungen schrittweise verschärft werden. Hinzu kommt, dass das neue Regelwerk europäischen Besonderheiten, bspw. im Kreditgeschäft mit Unternehmen ohne Rating, Rechnung trägt (siehe unsere Publikation „EU-Bankenpaket 2021: Häuser durch Basel III-Umsetzung unterschiedlich be- lastet“ vom 22 November 2021). Eine Nachbesserung ist nicht auszuschließen, wenn die Regelungen in den USA nicht oder nur in abgeschwächter Form kommen. Bei den Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko hat Eu- ropa bereits wie oben dargestellt reagiert. (3) US-Deregulierung mit Spannung erwartet Die Ankündigung des designierten US-Präsidenten Donald Trump, die Regulierung im Bankensektor zu reduzie- ren, erweckt große Aufmerksamkeit. Konkrete Pläne fehlen zwar noch, es ist aber davon auszugehen, dass dies die noch ausstehende Umsetzung von Basel IV-Regelungen in den USA betrifft. Hinweise könnte eine Rede des stell- vertretenden Vorsitzenden der US-Bankenaufsicht Michael S. Barr vom September 2024 geben, auch wenn dieser inzwischen seinen Rücktritt für Ende Februar 2025 angekündigt hat – wohl wegen unüberbrückbarer Differenzen zu Trump. In der Rede wird ein neuer Entwurf zur Umsetzung der finalen Basel III-Regelungen und zum Eigenkapi- talaufschlag für global systemrelevante Banken (G-SIB-Zuschlag) angekündigt. Banken mit einer Bilanzsumme zwischen 100 und 250 Mrd. USD würden gemäß dem angekündigten neuen Ent- wurf den ausstehenden Änderungen der Rahmensetzung nicht mehr unterliegen. Eine Ausnahme solle die Anfor- derung bilden, nicht realisierte Gewinne und Verluste aus den von ihnen gehaltenen Wertpapieren im regulatori- schen Kapital zu erfassen. Darüber hinaus soll ein Vorschlag für einen G-SIB-Zuschlag vorgenommen werden, um das jeweilige systemische Risikoprofil besser zu berücksichtigen. Insgesamt würden die neuen Vorschläge die aggregierten Kernkapitalanforderungen für die G-SIBs, die weltweit größten und komplexesten Banken, um 9 % erhöhen. Für andere Großbanken, bei denen es sich nicht um G-SIBs handelt, würden sich die Auswirkungen des neuen Vorschlags hauptsächlich aus der Einbeziehung nicht realisier- ter Gewinne und Verluste aus ihren Wertpapieren in das regulatorische Eigenkapital ergeben, was auf lange Sicht einer Erhöhung der Kapitalanforderungen um 3 bis 4 % entsprechen dürfte. Der Rest des neuen Vorschlags würde die Kapitalanforderungen für Nicht-G-SIBs, die weiterhin der Regulierung unterliegen, um 0,5 % erhöhen. Denkbar wäre gemäß unserer Einschätzung, dass die Basel IV-Regelungen in den USA unter der Trump-Administ- ration weiter abgeschwächt werden. Wie bereits erläutert, stehen Eigenkapitalanforderungen für Hypothekenkre- dite im Zentrum der neuen Regelungen (Output-Floor). In diesem Geschäft sind die verschiedenen nationalen Märkte aufgrund unterschiedlicher rechtlicher und steuerlicher Rahmensetzungen sowie Praktiken bei Erwerb und Finanzierung von privaten Immobilien relativ stark voneinander abgegrenzt. In den USA erfolgt die Refinanzierung von privaten Hypothekenkrediten stark über den Kapitalmarkt, so dass der IRB-Ansatz mit der Möglichkeit zur Re- duzierung von Risikogewichten bei der Anwendung interner Modelle im Vergleich zu Europa nur eine untergeord- nete Rolle spielt. Wir erwarten daher keine wesentlichen Wettbewerbsnachteile im Hypothekenkreditgeschäft in Europa. Die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko wurden in Europa bereits verschoben, eine endgültige Aussetzung ist u.E. möglich. Sehr solide Eigenkapitalquoten ermöglichen weitere Aktienrückkäufe Nicht zuletzt aufgrund der hohen Gewinne in den letzten Jahren zeichnet sich der Bankensektor derzeit durch hohe Eigenkapitalquoten aus. Eine bedeutsame Rolle spielt auch die Ausplatzierung von Risiken über Verkäufe und Verbriefungen. Investoren außerhalb des Bankensektors wie Pensionskassen und Vermögensverwalten grei- fen hier zu. Die meisten am Kapitalmarkt aktiven Institute verfügen über einen erheblichen Eigenkapitalpuffer gegenüber dem regulatorischen Minimum und nutzen diesen für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe. Gemäß Erhebung der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA haben im Juni 2024 318 der von ihr untersuchten 339 Banken ihre Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 8 von 11 Anforderung für das gesamte Haftkapital MREL3 erfüllt (siehe MREL Dashboard Q2 2024). Die Anzahl der Häuser, die sich noch in der Übergangsphase befinden und eine Unterdeckung gemeldet haben, ging weiter auf 21 Banken zurück. Ihr gemeinsamer ausstehender Fehlbetrag belief sich auf 6,1 Mrd. EUR oder 2,6 % ihrer risikogewichteten Aktiva. Die untersuchten Banken meldeten MREL-Instrumente im Wert von 220 Mrd. EUR, die bis Ende Juni 2025 nicht mehr anrechenbar sein werden, da ihre Restlaufzeit unter ein Jahr fällt. Dies entspricht knapp 19 % der MREL-fähigen Instrumente ohne Eigenmittel, was nach Ansicht der EBA überschaubar erscheint. Die Aktienrückkäufe der europäischen Banken erreichten laut Bloomberg 2024 den Rekordwert von 47 Mrd. EUR, ein Plus von 12 % gegenüber dem bereits sehr starken Vorjahreswert von 42 Mrd. EUR.4 Trotz der gestiegenen Aktienkurse und der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten setzen die Häuser die Aktienrückkäufe fort. Nach den Konsensschätzungen von Bloomberg planen die europäischen Banken für den Zeitraum 2025 bis 2026 weitere Aktienrückkäufe in Höhe von rund 77 Mrd. EUR. Hinzu kommen geplante Dividendenzahlungen in Höhe von rund 120 Mrd. EUR, so dass sich die Gesamtausschüttungen auf fast 200 Mrd. EUR belaufen könnten. Darüber hinaus verfügen die Banken über eine sehr so- lide Liquiditätslage. Die Rückführung der EZB-Mittel aus den gezielten längerfristigen Refinanzierungsge- schäften (TLTRO III) hat sich nicht wesentlich auf ihre Liquiditätsquoten ausgewirkt. Die durchschnittliche Li- quiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR) der EU-Banken hat sich im Juni 2024 gegenüber Vorjahr um weitere 3 %-Punkte auf hohe 167 % er- höht. Dies ist vor allem auf einen weiteren Anstieg der liquiden Aktiva zurückzuführen, so der jüngste Bericht der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zu den Liquiditätsmaßnahmen. Zurückzuführen ist dies gemäß EZB zum Großteil da- rauf, dass die Banken ihre Bestände an hochliquiden Aktiva erhöht haben. Laut EZB haben die Banken vor al- lem ihre Bestände an ausländischen Staatsanleihen erhöht. Darüber hinaus profitieren die Banken vom System der umfassenden Liquiditätsversorgung, welches die EZB nach der globalen Finanzkrise eingeführt hatte. Kernele- ment ist das Vollzuteilungsverfahren (im Gegensatz zum auktionsbasierten System vor der quantitativen Locke- rung mit einem festen Liquiditätsniveau). Risiken beachten (1) Geopolitische Risiken bleiben hoch Geopolitische und wirtschaftlichen Risiken stellen einen Hauptbelastungsfaktor dar. Die zu erwartenden zusätzli- chen Handelsbarrieren aus den USA sollten sich zwar nur begrenzt direkt auf Europas Banken auswirken. Es könn- ten sich aber diverse Zweitrundeneffekte ergeben, etwa aufgrund von Wechselkurs- und Zinsänderungen oder in Form höherer Risikovorsorge. Banken mit Engagements in Ländern, die im Fokus neuer Handelsbarrieren stehen – insbesondere China und Mexiko - werden die neue Politik auch direkt zu spüren bekommen. Die US Deregulierung könnte sich als Wettbewerbsnachteil für Europa erweisen. Im Basis-Szenario gehen wir davon aus, dass höhere Zölle vor allem China und etwa Mexiko betreffen, während Europa aus heutiger Sicht noch relativ gut davonkommt. Dies belastet vor allem Banken mit entsprechenden Aktivitäten, wie HSBC, Banco Santander, BBVA. In unserem volkswirtschaftlichen Negativszenario (Eintrittswahrscheinlichkeit immerhin 25 %) ist ein Schock in Form einer geopolitischen Eskalation wahrscheinlicher, die zu deutlicher Verunsicherung führt und die globalen 3 Minimum requirement of eligible liabilities 4 Stand 3.12.2024 Robuste Liquiditätspuffer trotz TLRO Rückzahlung Durchschnittliche LCR, in %\* Mrd. EUR \* Durchschnitt einer Stichprobe von 80 systemrelevanten Banken in der Eurozone Quellen: EZB, Helaba Research &amp; Advisory 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 0 50 100 150 200 250 06/19 06/20 06/21 06/22 06/23 06/24 Liquiditätsdeckungsquote LCR regulatorische Mindestquote TLTRO ausstehend (r.S.) Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 9 von 11 Lieferketten stört. Von einer Ausweitung der Konflikte in der Ukraine oder im Nahen Osten bis hin zu potenziellen neuen Brandherden in Asien (Korea, Taiwan, Südchinesisches Meer) ist die Liste der möglichen Auslöser lang. (2) Politische Risiken nicht zu vernachlässigen Im Jahr 2024 ging rund die Hälfte der Weltbevölkerung an die Wahluurnen, darunter in Indien, Mexiko, der Euro- päischen Union, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Österreich und nicht zuletzt den USA. Im Februar 2025 finden in Deutschland Wahlen statt. Wahrscheinlich sind auch Neuwahlen in Frankreich, wo das aktuelle Parlament relativ instabil ist, wie das jüngste Misstrauensvotum gegenüber dem Regierungschef und der gescheiterte Haus- haltsentwurf zeigen. (3) Steigende Staatsverschuldung im Fokus Angesichts der weltweit hohen Staatsverschuldung rückt die Verschuldung öffentlicher Haushalte zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Nachrichten über öffentli- che Haushalte können somit schnell zu Kurstreibern wer- den. Zuletzt stand Frankreich mit seinem Haushaltsstreit im Fokus. Am 16.12.2024 stufte Moody’s das Land von Aa2 (negativ) auf nunmehr Aa3 (stabil) herab und begrün- dete dies insbesondere mit der erheblichen Schwäche der öffentlichen Finanzen und der politischen Unsicher- heit ohne klare parlamentarische Mehrheiten. Dies hatte zu spürbaren Kursbewegungen bei den Staatsanleihen geführt. Die Auswirkungen einer Spreadausweitung auf die Gewinne der Banken dürften allerdings begrenzt sein, da diese beim Halten bis zur Endfälligkeit zu fortge- führten Anschaffungskosten bilanziert werden. Einige Banken mit hohem Bestand an Staatsanleihen Jun 24 Staatsengagement Veränderung gg. Dez. 2022 Anteil an allen Vermögenswerten davon im Heimatland (Mrd. EUR) (%) (%) (Mrd. EUR) Banco BPM 39 15 20 18 BBVA 138 24 18 57 Unicredit 140 7 18 46 BPCE Group 250 -12 16 183 Erste Group 56 6 16 9 CaixaBank 94 -8 15 71 Raiffeisen Bank International 31 53 15 5 Sabadell 36 -1 15 26 La Banque Postale 101 1 14 93 Deutsche Bank 159 36 13 12 Intesa 119 31 13 38 BNP Paribas 327 33 12 45 Bankinter 13 23 11 10 Santander 204 35 11 51 ABN AMRO 35 15 9 4 Commerzbank 48 5 9 17 ING Groep 95 15 9 4 CredAg Group 172 9 8 83 Société Générale 123 33 8 38 Credit Mutuel 33 22 4 15 Rabobank 14 26 2 2 Quellen: Bloomberg, EBA, Helaba Research &amp; Advisory Frankreich mit hoher Schuldenlast Verschuldung von Ländern mit Rating von Aaa und Aa 2024p\* (% des BIP) \* gemäß Moody’s Ratings Quellen: Moody’s Ratings, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 10 von 11 Auch die EZB weist in ihrem Finanzstabilitätsbericht vom November 2024 darauf hin, dass die finanzpolitischen Fundamentaldaten trotz eines Rückgangs von Staatsschuldenquoten schwach blieben. Schleppendes Potenzial- wachstum, politische Fragmentierung und (geo-)politische Unsicherheit verschärften die Anfälligkeit der Staaten. (4) Überraschungen bei Zinssenkungen und Margen sind möglich Der Bankensektor ist erfahrungsgemäß ein stark zyklischer Sektor. Für die Geschäftsaktivitäten und den Kre- ditzyklus ist das allgemeine Zinsniveau ein entscheidender Faktor. Hohe Zinsen führen üblicherweise zu höheren Margen, aber auch zu weniger Kreditnachfrage und höheren Kreditausfällen. Niedrigere Zinsen stützen Kredit- nachfrage und Kreditqualität, während sie die Margen belasten. Inflation und Geschwindigkeit der Zinssenkungen sind somit entscheidende Stellschrauben. (5) Kreditqualität in Abhängigkeit von stabilem Geschäftsumfeld Hohe Sparquoten und ein vergleichsweise robuster Arbeitsmarkt stärken bisher die Widerstandsfähigkeit der pri- vaten Haushalte im Euroraum. Gemäß einer jüngst von der EZB veröffentlichten Stellungnahme haben das Horten von Arbeitskräften, niedrigere Reallöhne und höhere Mitarbeiterbeteiligungen zum stabilen Arbeitsmarkt beige- tragen. Diese Widerstandsfähigkeit werde jedoch durch einen Produktivitätsrückgang erkauft, und strukturelle Herausforderungen wie verkürzte Arbeitszeiten und demografischer Wandel könnten weitere Zuwächse verhin- dern, wenn die konjunkturellen Faktoren nachlassen. Auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt wieder. 2024 meldeten in Deutschland 22.400 Unternehmen Insolvenz an, 25 % mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2015. Vor allem große Einzelfälle erweisen sich als Belastung für die Kreditengagements. (6) Cyber-Risiken unter Beobachtung Zunehmend relevant wird darüber hinaus das Thema Cyber-Risiken. Aufgrund ihres IT-gestützten Geschäftsmo- dells verfügen Banken zwar über eine hohe Kompetenz im Bereich IT-Sicherheit, sind aber nicht vor Cyber-Angrif- fen gefeit. Die EZB-Aufsicht führte 2024 ihren ersten Stresstest zur Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyber- Risiken durch. Dabei wurde bewertet, wie Banken mit Notfallverfahren und Notfallplänen auf einen Cyberangriff reagieren und wie sie ihren Geschäftsbetrieb aufrechterhalten bzw. wiederherstellen. Die Prüfung ging also über die Abwehr solcher Angriffe hinaus. Der Stresstest zur Cyber-Resilienz hatte keine direkten Auswirkungen auf die Säule-2-Leitlinien für die Eigenkapitalanforderungen der Banken, die Ergebnisse fließen vielmehr in die den ge- meinschaftlich mit der Aufsichtsbehörde durchgeführten Kapitalplanungsprozess der jeweiligen Institute ein und wurden daher nicht offiziell publiziert. Die Aufdeckung und Behebung entsprechender Schwachstellen gehört der- zeit zu den Aufsichtsprioritäten der EZB. Im Fokus: Credit © Helaba | Research &amp; Advisory | 9. Januar 2025 11 von 11 Links zu kürzlich erschienenen Publikationen  Primärmarkt-Update für erstrangig unbesicherte Bankanleihen  Steigende Eigenkapitalanforderung für NPS-Anleihen  Europäische Großbanken: Anpassung beim Haftungsrang von Preferred Anleihen  Europäische Großbanken: Gut auf Basel IV vorbereitet Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Stefan Rausch Corporate Research &amp; Advisory Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. 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Stabiler Bonitätstrend bei europäischen Banken. Volumenwachstum und Ertragsdiversifikation sorgen trotz sinkender Zinsen für weiter gute Gewinnaussichten. Deregulierung unter Trump-Administration mit indirekten Auswirkungen für europäische Banken.
