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title: "Im Fokus Credit: Europäische Großbanken Ausblick 2026"
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updated: 2026-09-28
keywords: Renten, Marktanalysen, Im Fokus: Credits & Covered Bonds
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# Im Fokus Credit: Europäische Großbanken Ausblick 2026

Im Fokus: Credit 7. Januar 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 1 von 15 Research &amp; Advisory Europäische Großbanken 2026 Die Zeichen stehen weiter auf Erfolgskurs Europas Banken werden für das zurückliegende Jahr 2025 wohl den fünften Gewinnan- stieg in Folge verkünden können. Zu erfreulich hohen Zinsüberschüssen kamen stei- gende Provisionserträge, während die Kreditrisikokosten nur leicht zunahmen und die Verwaltungskosten unter Kontrolle blieben. Für das vor uns liegende Jahr 2026 stehen die Zeichen gut, dass sich diese Entwicklungen fortsetzen. Eine Konjunkturbelebung in Deutschland könnte das Kreditwachstum hierzulande sogar weiter stützen. Schwer kal- kulierbar bleibt der weitere Verlauf von Handelskriegen. Neue KI-Anwendungen und erste Ansätze zur Deregulierung könnten hingegen für Effizienzgewinne sorgen. Die Zeichen stehen gut für weiteres Wachstum ........................................................................... 2 Rückblick 2025 – fünfter Gewinnanstieg in Folge .............................................................................................. 2 Ausblick 2026 – solides Wirtschafts- und Zinsumfeld bietet weiterhin Ertragschancen .............................. 2 Erträge, Bilanzaktiva und Kapitalquoten im Detail ...................................................................... 3 Erträge – Zinsüberschüsse bleiben auf sehr auskömmlichem Niveau ............................................................ 3 Gute Kreditnachfrage begünstigt Volumenwachstum und stabile Margen ................................................... 4 Kreditrisikokosten dürften nochmals leicht steigen .......................................................................................... 6 Hohe Kapitalquoten bieten komfortablen Risikopuffer .................................................................................... 7 Erste Schritte zur Deregulierung absehbar .................................................................................. 8 Rückblick 2025 – Einführung Basel IV .................................................................................................................. 8 US-Initiativen mit Ausstrahlung auf Europa ........................................................................................................ 9 Regulierer haben Bürokratieabbau und Vereinfachungen angekündigt ........................................................ 9 Nachjustierung bei ESG-Berichterstattung als Teil des Omnibus-Pakets .................................................... 10 Regulatorischer Ausblick 2026 – Cyber-Angriffe im Visier ............................................................................. 11 Risiken trotz Ausplatzierungen nicht ganz vermeidbar ............................................................. 11 Einsatz von Künstlicher Intelligenz birgt Risiken und Chancen ..................................................................... 11 Digitalisierung verbunden mit Cyber-Risiken ................................................................................................... 12 Starkes Wachstum von Nicht-Banken auch auf Risiko-Transfer von Banken zurückzuführen .................. 13 Publikationen aus der Reihe „Im Fokus: Credit“ .................................................................................. 15 Dr. Susanne Knips Senior Credit Analyst T 069/91 32-32 11 Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 2 von 15 Die Zeichen stehen gut für weiteres Wachstum Rückblick 2025 – fünfter Gewinnanstieg in Folge Europas Banken werden für das Jahr 2025 voraussichtlich zum fünften Mal in Folge einen spür- baren Gewinnanstieg verzeich- nen können. Vor dem Hinter- grund rückläufiger Zinsen und steigender Insolvenzen über- raschten sie im bisherigen Jah- resverlauf viele Marktteilnehmer positiv. Bis Juni 2025 hat die EZB die Leitzinsen im Euroraum achtmal innerhalb eines Jahres gesenkt. Seither hat die Noten- bank stillgehalten; der Einlagen- zins beträgt 2 %. Trotz der ge- sunkenen Zinsen blieben die Zinsüberschüsse der Banken 2025 stabil, getragen durch Wachstum bei Kredit- und Einlagenvolumina sowie stei- gende Margen. Darüber hinaus zahlten sich die vor allem von Großbanken abgeschlossenen Absicherungsge- schäfte aus. Zum Gewinnanstieg trugen außerdem die deutlich gestiegenen Provisionsüberschüsse bei. Sie sind insbesondere auf das freundliche Kapitalmarktumfeld zurückzuführen, das zu florierenden Geschäften mit Wertpapieren, Han- del, Emissionen und der Vermögensverwaltung bei Großunternehmen, institutionellen Kunden und Privatkunden führte. Viele Banken hatten sich zudem den Ausbau des Provisionsgeschäfts als strategisches Ziel gesetzt. Zwar nimmt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen merklich zu, doch die Kreditrisikokosten stiegen im Jahres- verlauf erfreulicherweise nur geringfügig. Darüber hinaus werden die Programme zur Kostenkontrolle und Effi- zienzsteigerung fortgeführt. Alles in allem sind trotz des von Handelskriegen und dem Ukrainekrieg geprägten Umfelds größere negative Auswirkungen ausgeblieben. Ausblick 2026 – solides Wirtschafts- und Zinsumfeld bietet weiterhin Ertragschancen Im Jahr 2026 stehen gemäß unserer Erwartung die Zeichen weiter auf Erfolgskurs für den europäischen Banken- sektor. Die hohe Bilanzqualität sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite stellt eine sehr komfortable Aus- gangsposition dar. Darüber hinaus rechnen wir mit einem guten Geschäftsumfeld. Die globale Wirt- schaft kann gemäß unserer volkswirtschaftlichen Prognosen 2026 in etwa das Tempo des Vorjahres halten. In Deutschland dürfte sich das wirtschaftli- che Umfeld nach einem ungewöhnlich langen Kon- junkturzyklus erholen. Neben dem anziehenden pri- vaten Konsum sprechen auch die infolge der Fiskal- pakete steigenden öffentlichen Investitionen hierfür (siehe „Märkte und Trends 2026: Weltwirtschaft – Die Karten werden neu gemischt“). Die Vorlaufindi- katoren enttäuschten zuletzt. Dies war allerdings auf den Außenbeitrag zurückzuführen, während im 3. Quartal bereits eine binnenwirtschaftliche Erho- lung zu beobachten war (siehe „Märkte und Trends Gewinne europäischer Banken: Erfolgsserie reisst nicht ab Mrd. EUR % \* Aggregiert für eine Auswahl europäischer Banken (Banco Santander, BBVA, BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank, ING Group, Nordea, Unicredit, SEB, Société Générale, Swedbank) Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 0 4 8 12 16 0 15 30 45 60 75 90 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 9M 2025 annualisiert Gewinn\* (l.S.) Eigenkapitalrendite\* (r.S.) Normalisierte Zinskurve begünstigt Zinsgewinne Rendite, in % Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory -2 -1 0 1 2 3 4 -2 -1 0 1 2 3 4 2016 2018 2020 2022 2024 2026 10-jährige Bundesanleihen DE 2-jährige Bundesanleihen DE Zinskurve 10 vs. 2 Jahre Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 3 von 15 Dezember 2025“). Die von uns prognostizierten wirtschaftlichen Wachstumsraten lassen eine weiterhin gute Er- tragslage im Bankensektor erwarten. Die steilere Zinskurve stützt darüber hinaus die Zinsüberschüsse (siehe „Chartbook Zinsen“). Die Kreditrisikokosten könnten im Jahr 2026 nochmals leicht steigen. Die Verwaltungskosten bleiben jedoch un- ter Kontrolle, auch wenn die Investitionen in moderne Plattformen und die Belastungen durch die Regulierung unverändert hoch sind. Der Generationenwechsel im Rahmen des demographischen Wandels und somit die Steue- rung der Personalkosten stellt ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Die Erwartungen an die Künstliche Intelligenz (KI) sind sehr ambitioniert, mittelfristig besteht hier Enttäuschungs- potential. Vorerst dürfte die Umsetzung von Digitalisierung und KI-Tools jedoch vorangetrieben werden. U.E. wer- den Häuser von den neuen Anwendungen profitieren, wenn sie ihre Mitarbeitenden schnell für die neuen Tools gewinnen. Insgesamt bietet die Digitalisierung ergänzt um KI gute Wachstumsaussichten und Chancen auf Effizi- enzgewinne. Ausgehend von den USA könnten darüber hinaus erste Rückführungen der überbordenden Regu- lierung Kostenerleichterungen bringen. Die Spreads von erstrangig unbesicherten Bankanlei- hen sind bereits weit reingelaufen. Die positiven Kon- junkturaussichten und die steilere Zinsstrukturkurve sollten die Anleihebewertungen weiter stützen. Das zu erwartende hohe Neuemissionsvolumen bei erstrangig unbesicherten Bankanleihen sollte gut am Markt auf- genommen werden (siehe unsere Publikation „EUR Benchmark Bankanleihen: Primärmarkt Q4 2025“). Allerdings sind die positiven Erwartungen zumindest teilweise eingepreist. Die geopolitischen und makro- ökonomische Unsicherheiten bleiben bestehen. Kurz- fristige Rückschläge sind daher möglich. Erträge, Bilanzaktiva und Kapitalquoten im Detail Erträge – Zinsüberschüsse bleiben auf sehr auskömmlichem Niveau Der Anstieg der Zinsergebnisse im Bankensektor seit Ende des Null- und Niedrigzinsumfeldes Mitte 2022 er- streckt sich über alle Länder Europas. Da die Geschäftsmodelle im Europäischen Bankensektor traditionell stark Zinsüberschüsse auf hohem Niveau Hinzu kommen gestiegene Provisionserträge Zinsergebnis aggregiert, in Mrd. EUR Provisionsergebnis aggregiert, in Mrd. EUR Quellen: S&amp;P Capital IQ Pro, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: S&amp;P Capital IQ Pro, Helaba Research &amp; Advisory 0 100 200 300 400 500 0 100 200 300 400 500 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025s Deutschland Frankreich Spanien Italien Schweden Belgien 0 100 200 300 0 100 200 300 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025s Deutschland Frankreich Spanien Italien Schweden Belgien Credit Spreads stark reingelaufen ASW Spread, in Bp. Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory 0 50 100 150 200 250 0 50 100 150 200 250 01/25 03/25 05/25 07/25 09/25 11/25 01/26 Banks Subordinated Senior Non-preferred Senior Preferred Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 4 von 15 auf das Kredit- und Einlagenge- schäft ausgerichtet sind, entfällt hier ein hoher Anteil der Erträge auf Zinsüberschüsse. Insbeson- dere bei deutschen, spanischen und italienischen Banken gab es beachtliche Zuwächse. In Frank- reich hingegen war der Anstieg wegen der staatlich geförderten Sparprogramme mit regulierten Margen (Livret A) unterdurch- schnittlich. Dafür sind dort ei- nige große Investment Banken angesiedelt, was sich im über- durchschnittlichen Anstieg der Provisionsergebnisse nieder- schlägt. Der Anstieg der Provisionsergebnisse war v.a. getrieben durch positive Wertentwicklungen und Zuflüsse in der Vermögensverwaltung und dem Asset Management sowie ein starkes Anleihe- und Währungsgeschäft im Kapital- marktbereich. Erneut erwies sich der Zahlungsverkehr mit Unternehmen als zuverlässige Ertragsstütze. Gute Kreditnachfrage begünstigt Volumenwachstum und stabile Margen Sehr solide Zinsüberschüsse werden seit dem Anstieg des Zinsniveaus vor allem im Geschäft mit Kundeneinlagen erzielt. Hier ist allerdings aufgrund des starken Wettbewerbs der Druck hoch, Margen zumindest teils an Kunden weiterzureichen. Zuletzt sind die Zinsmargen getrieben durch die wieder sinkenden Zinsen leicht zurückgegangen, sie befinden sich jedoch weiter auf sehr aus- kömmlichem Niveau. Wir gehen von einer Stabilisierung auf die- sem Niveau aus. Die Hoffnung für 2026 liegt vor allem auf Volumenwachstum im Kreditgeschäft. Die teils schwa- che Konjunktur und die US-Zölle dämpften die Kreditvergabe in Europa. Ein solides wirtschaftli- ches Umfeld sollte dennoch zu gutem Neugeschäft führen. Selbstredend bestehen hierbei hohe Unterschiede sowohl nach Branchen als auch regional. In Spanien und Italien hat sich das Kreditgeschäft in den letzten zwei Jahren erholt. Der Markt setzt nunmehr auf die staatlichen Pro- gramme in Deutschland. In Frankreich hingegen sind die Aussichten eher gedämpft. Global aufgestellte Institute sollten besonders gut positioniert sein, um ein solides Ertragswachstum zu erzielen. Zinsmarge stabilisiert sich auf sehr auskömmlichem Niveau Zinsmarge\* in % \* Net interest margin (NIM): Zinsüberschuss dividiert durch zinstragende Aktiva im Durchschnitt einer Auswahl großer europäischer Banken Quellen: S&amp;P Capital IQ Pro, Helaba Research &amp; Advisory 0.0 0.2 0.4 0.6 0.8 1.0 1.2 1.4 1.6 1.8 2.0 0.0 0.2 0.4 0.6 0.8 1.0 1.2 1.4 1.6 1.8 2.0 FQ32025 FQ32022 FQ32019 FQ32016 Steigende Provisionsüberschüsse zentral für Geschäftsstrategie Veränderung gg. Vj., in % Quellen: EZB Finanzstabilitätsbericht, Helaba Research &amp; Advisory -10 0 10 20 30 -10 0 10 20 30 Q1 2022 Q3 2022 Q1 2023 Q3 2023 Q1 2024 Q3 2024 Q1 2025 Wholesale banking Asset mgmt Payment services Loans, guarantees Other FCI Fee expenses Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 5 von 15 Die Commerzbank zum Beispiel hat im 3. Quartal 2025 im Unter- nehmenskundengeschäft ein Kreditwachstum von 13 % ggü. Vj. erzielt. 80 % davon waren auf Europa zurückzuführen, der Rest auf die USA und Asien. Beson- ders starkes Wachstum verzeich- nete die Bank bei internationalen Unternehmenskunden, während Deutschland wegen des schwä- cheren wirtschaftlichen Umfelds moderat wuchs. Für 2026 plant die Bank mit 8 % Wachstum bei Unternehmenskrediten, gestützt durch das deutsche Stimulus Programm. Wir halten dies für eine vorsichtige Planung. Weitere Unterstützung könnte das Kreditgeschäft durch den hohen Bestand an Kundeneinlagen erhalten. Gemäß Bloomberg erreichten die Kundeneinlagen europäischer Banken zuletzt fast 14 Bio. EUR. Die zurückhaltende In- vestitionsbereitschaft der Unternehmen, während der Pandemie ausgegebene und noch nicht voll eingesetzte staatliche Mittel sowie hohe Sparquoten bei Privatpersonen haben das Volumen ansteigen lassen. Das durch- schnittliche Verhältnis zwischen Krediten und Einlagen ist zuletzt gemäß Bloomberg deutlich unter 1x gefallen; gegenüber 1,36x im Jahr 2010. Sehr lebhaft entwickelt sich die Vergabe privater Hypo- thekenkredite. Die im Verband deutscher Pfandbrief- banken (vdp) zusammengeschlossenen Institute vergaben in den ersten drei Quartalen 2025 Immobiliendarlehen im Volumen von 107 Mrd. EUR – 18 % mehr als im Vorjahr. Dabei entfiel allein auf das dritte Quartal ein Neugeschäftsvolumen von 37 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anstieg von rund 20 % gegenüber dem dritten Quartal 2024 und stellt den höchsten Quartalswert seit Herbst 2022 dar. Zum Anstieg trugen insbesondere Wohnimmobilienkredite bei: Finanzierungen für den Bau und den Erwerb von Wohnobjekten summierten sich auf rund 68 Mrd. EUR und waren damit 19 % höher als im Vorjahreszeit- raum. Ähnlich dynamisch verlief die Hypothekenkre- ditvergabe in der gesamten Eurozone. Kredite an Unternehmen mit spürbarer Erholung in südlichen Ländern Veränderung ggü. Vj. in % Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory -20 -10 0 10 20 -20 -10 0 10 20 11/11 11/13 11/15 11/17 11/19 11/21 11/23 11/25 Spanien Italien Frankreich Deutschland Eurozone Private Hypothekenkredite mit viel Schwung Jeweils Veränderung Anteil positive vs. negative Werte\*, in % \* Positive Werte sind Verschärfung/Zunahme, negative Werte sind Erleichte- rung/Verringerung Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory -100 -50 0 50 -100 -50 0 50 03/19 09/19 03/20 09/20 03/21 09/21 03/22 09/22 03/23 09/23 03/24 09/24 03/25 09/25 Strenge der Vergabestandards bei Hypothekenkrediten Nachfrage nach privaten Hypothekenkrediten Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 6 von 15 Kreditrisikokosten dürften nochmals leicht steigen Die Kreditqualität im europäi- schen Bankensektor scheint den steigenden Unternehmens- insolvenzen zu trotzen. Bisher blieben die Problemkreditquo- ten stabil niedrig, und die Kreditrisikokosten erhöhten sich nur leicht. Dies ist nach unserer Einschätzung zum ei- nen darauf zurückzuführen, dass die Ausfälle auf einige Sektoren begrenzt sind, die bspw. einen Strukturwandel durchlaufen oder unter den ho- hen Energiekosten leiden. Zum anderen ist das Risikomanage- ment im Bankenwesen seit der Finanzmarktkrise erheblich stren- ger geworden, nicht zuletzt ge- trieben durch regulatorische Vor- gaben und vielfältige Stresstests. Hinzu kommen Absicherungsge- schäfte und die wachsende Rolle, die die Ausplatzierung von Risi- ken spielt – Stichwort Significant Risk Transfer (SRT). Neben dem Ziel der Risikosteuerung steht hier auch das Ziel, Risikoaktiva (RWA) zu senken, um die Kapitalquoten zu entlasten. Wir erwarten, dass die Aktivaqualität bei europäischen Banken im Jahr 2026 stabil bleibt. Gemäß Bloomberg stei- gen die für 2026 vom Konsens erwarteten Vorsorgeaufwendungen für Kreditrisiken um 7 % ggü. Vj. auf 49 Mrd. EUR. Gegenüber den Tiefstständen der Jahre 2023/24 würden sie sich damit auf historischen Durch- schnittsniveaus normalisieren. Risiken bestehen u.E. insbesondere in der konjunkturellen Entwicklung und in übertriebenen Erwartungen bspw. an den KI-Boom. Darüber hinaus könnten immer wieder aufflammende Handelskonflikte die Resilienz der Kreditengage- ments auf die Probe stellen. Nicht zuletzt verfügen die gro- ßen am Kapitalmarkt aktiven Häuser noch immer über be- achtliche Risikopuffer in Form von Management-Overlays, die sie während der Pandemie ge- bildet und noch immer nur teil- weise aufgelöst haben. Risiken bleiben gut kontrollierbar Problemkredite / Kreditvolumen % Kreditrisikokosten / Kreditvolumen % Quellen: S&amp;P Capital IQ Pro, Helaba Research &amp; Advisory 0.0 0.2 0.4 0.6 0.8 1.0 0 1 2 3 4 Q1 20 Q3 20 Q1 21 Q3 21 Q1 22 Q3 22 Q1 23 Q3 23 Q1 24 Q3 24 Q1 25 Q3 25 Problemkreditquote (l.A.) Kreditrisikokosten (r.A.) Kreditvergabestandards werden tendenziell strenger Jeweils Veränderung Anteil positive vs. negative Werte\*, in % \* Positive Werte sind Verschärfung, negative Werte sind Erleichterung Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory -10 0 10 20 30 40 -10 0 10 20 30 40 Dez. 15 Mai. 16 Okt. 16 Mrz. 17 Aug. 17 Jan. 18 Jun. 18 Nov. 18 Apr. 19 Sep. 19 Feb. 20 Jul. 20 Dez. 20 Mai. 21 Okt. 21 Mrz. 22 Aug. 22 Jan. 23 Jun. 23 Nov. 23 Apr. 24 Sep. 24 Feb. 25 Jul. 25 Dez. 25 Refinanzierungs- bedingungen Wirtschaftslage und Konjunkturaussichten Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer Konkurrenz durch andere Banken Unternehmensinsolvenzen stabilisieren sich auf verträglichem Niveau Unternehmensinsolvenzen in der Eurozone, Index: 2021 = 100 Quellen: LSEG, Helaba Research &amp; Advisory 80 100 120 140 160 180 200 220 80 100 120 140 160 180 200 220 Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 7 von 15 Bei stabiler Aktivaqualität rechnen wir mit einer weiteren Auflösung dieser Rückstellungen im Jahr 2026. Bei einer Verschlechterung könnten die Rückstellungen zum Ausgleich von Wertberichtigungen genutzt werden. Die Over- lays beliefen sich bei einer von Bloomberg erhobenen Stichprobe von 26 Banken im September 2025 auf beachtli- che 9,9 Mrd. EUR und waren damit stabil gegenüber dem Vorquartal. Dies entspricht rund 20 Bp. der RWA. Die Handelsbanken und die Commerzbank haben ihre Overlays gemäß Bloomberg bereits freigegeben, während Nordea beabsichtigt, ihren Puffer bis Ende 2026 zu nutzen oder freizugeben. Die Danske Bank verfügt mit etwa 71 Bp. nach wie vor über die größte Reserve im Verhältnis zu den RWA. Barclays, Swedbank, Standard Chartered und die Deutsche Bank liegen mit weniger als 5 Bp. am unteren Ende. Hohe Kapitalquoten bieten komfortablen Risikopuffer Gleichzeitig bleiben die Ei- genkapitalquoten sehr kom- fortabel. Die hohen Gewinne speisen die Kapitalquoten. Überschüssiges Kapital wurde seit 2021 umfangreich für Ak- tienrückkäufe genutzt. Wir gehen davon aus, dass sich hohe Dividendenausschüttun- gen und Aktienrückkäufe im Jahr 2026 fortsetzen. Hinzu- kommen könnten vermehrt Übernahmeaktivitäten. Die EZB-Aufsicht attestierte Europas Banken im Rahmen ihres Mitte November 2025 abgeschlossenen aufsichts- rechtlichen Prüfprozesses SREP erneut eine starke Widerstandsfähigkeit – trotz des zunehmend schwierigen glo- balen Umfelds und multidimensionaler geopolitischer Risiken. Die Institute zeigten demnach eine robuste Kapi- tal- und Liquiditätsausstattung sowie eine hohe Profitabilität. Die 105 untersuchten Banken wiesen auf einer Skala von 1 bis 4 einen durchschnittlichen SREP-Score von 2,5 auf, leicht besser als die im Vorjahr erreichten 2,6. Dabei haben drei Viertel der Banken einen gegenüber Vorjahr unveränderten SREP-Score, während sich 19 % verbessert und 6 % verschlechtert haben. Die Kapitalanforderungen für das Jahr 2026 wurden für viele Häuser sogar leicht gesenkt, darunter für die Deutsche Bank und für die Commerzbank. Die Aufsicht bewertet regelmäßig die Tragfä- higkeit des Geschäftsmodells und das Risikomanagement von Banken (Supervisory Review and Evaluation Pro- cess; SREP). Kernkapitalquoten durch Gewinne gespeist Puffer an hartem Kernkapital\*, Veränderung in % \* Überschuss gegenüber Mindestquote, aggregiert für beobachtete Banken Quellen: EZB Financial Stability Review, Helaba Research &amp; Advisory 4,19 4,51 -0,04 -0,19 +0,77 -0,05 -0,06 -0,10 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 0,0 Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 8 von 15 Ausschüttungsquoten bleiben hoch Name Payout Ratio 2025p Median 50 % Svenska Handelsbanken AB 111 % Danske Bank A/S 73 % Swedbank AB 72 % Intesa Sanpaolo SpA 70 % Nordea Bank Abp 68 % KBC Group NV 63 % DNB Bank ASA 63 % Skandinaviska Enskilda Banken 61 % CaixaBank SA 61 % ING Groep NV 55 % Credit Agricole SA 52 % NatWest Group PLC 50 % HSBC Holdings PLC 50 % UniCredit SpA 50 % BNP Paribas SA 49 % ABN AMRO Bank NV 49 % Lloyds Banking Group PLC 47 % Banco Bilbao Vizcaya Argentari 47 % Commerzbank AG 40 % UBS Group AG 39 % Deutsche Bank AG 33 % Banco Santander SA 26 % Societe Generale SA 25 % Standard Chartered PLC 21 % Barclays PLC 21 % Erste Group Bank AG 10 % Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Erste Schritte zur Deregulierung absehbar Rückblick 2025 – Einführung Basel IV Anfang 2025 sind in Europa die über Jahre vorbereiteten Basel IV-Regeln in Kraft getreten (siehe unsere Publika- tion „Europäische Großbanken – Gut auf Basel IV vorbereitet“ vom 13. Juni 2024). Kernelement war die Einfüh- rung des sogenannten Output Floors bei Berechnung der regulatorischen Eigenkapitalanforderungen für Hypo- thekenkredite. Dieser soll sicherstellen, dass die vorgegebenen Eigenkapitalquoten bei der Berechnung auf Basis eigener (interner) Modelle im Vergleich zur Anwendung des Standardansatzes maximal um 27,5 % reduziert wer- den können. Die Anforderung wird allerdings schrittweise bis 2032 eingeführt. Gemäß unserer Beobachtung ha- ben sich Europas Banken über die vergangenen Jahre hinweg sehr gut auf die höheren Anforderungen vorberei- tet. Vor allem Banken mit hohen Hypothekenkreditbeständen, bspw. in Nordeuropa, haben frühzeitig begonnen, ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen. Wir erwarten daher keine wesentlichen Belastungen mehr von der Anwendung des Output Floors. Darüber hinaus rechnen wir auch nicht mit einer nennenswerten Benachteiligung gegenüber US-Banken. Der Out- put Floor betrifft vor allem europäische Banken mit hohen Beständen an Hypothekenkrediten. In den USA werden Hypothekenkredite i.d.R. über den Kapitalmarkt refinanziert. Zudem sind die privaten Immobilienkreditmärkte aufgrund ihrer regionalen Ausrichtung und unterschiedlicher Rechtsrahmen international stark voneinander ge- trennt. Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 9 von 15 US-Initiativen mit Ausstrahlung auf Europa Die umfassenden Regulierungsreformen, die seit der Finanzmarktkrise 2008 umgesetzt wurden, haben die rechtli- che Rahmensetzung für Banken grundlegend verändert. Mit Basel IV wurden die letzten Anpassungen abgeschlos- sen. Die Anstrengungen, den Finanzmarkt und die Steuerzahler in Krisen zu schützen, können nicht genügend An- erkennung finden. Im Ergebnis sind jedoch nicht nur strengere, sondern teils auch komplizierte und unübersichtli- che Vorgaben entstanden. Ein Beispiel sind die regulatorischen Eigenkapitalquoten. Hier bestehen nicht nur meh- rere Quoten nebeneinander, hinzu kommen unterschiedlichste Aufschläge, die obendrein national unterschiedlich sein können. Ein weiteres Beispiel sind die zahlreichen aufsichtsrechtlichen Berichte, die einen hohen Aufwand bedeuten und Kapazitäten binden. Gemäß unserer Beobachtung kündigt sich bereits eine Phase der Deregulierung an. Druck kommt vor allem aus den USA. Wie oben beschrieben, hatten diese bereits bei der Umsetzung von Basel IV nicht mitgezogen. Unter der Trump-Administration ist der Druck noch größer geworden. Die Vorschläge zielen insbesondere auf eine Entlas- tung der Banken bei den Eigenkapitalanforderungen ab. Schätzungen gehen von Kapitalerleichterungen für US- Banken von bis zu 250 Mrd. USD aus. Ein Vielfaches davon würde als Freiraum für Kredite in den Bereichen KI, Rüs- tung, kritische Rohstoffe etc. zur Verfügung stehen. Das eigentliche Ziel scheint jedoch zu sein, US-Treasuries ganz von Eigenkapitalanforderungen zu befreien. Die Kapitalerleichterung in den USA soll zum einen über niedrigere RWA-Anforderungen erreicht werden. Zum an- deren geht es um Ausnahmen bei der ungewichteten Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) für bestimmte Aktiva, beispielsweise für Staatsanleihen und Zentralbankguthaben. EU-Banken mit Aktivitäten am US-Repo Markt hätten dann einen spürbaren Wettbewerbsnachteil. Laut Medienberichten ist mit einem US-Vorschlag zu den noch ausstehenden Basel III-Anpassungen wohl Anfang 2026 zu rechnen. Die EU-Kommission hat reagiert und in ihrem Arbeitsprogramm eine Analyse der Wettbewerbs- fähigkeit des Bankensektors angekündigt. Ein entsprechender Bericht wird wohl 2026 veröffentlicht. Regulierer haben Bürokratieabbau und Vereinfachungen angekündigt Die tiefgreifenden Reformen der regulatorischen Anforderungen an Banken haben dazu geführt, dass die Banken- branche heute weitaus stabiler dasteht als vor der Finanzmarktkrise von 2008. Risikoreiche und nicht zum Kernge- schäft gehörende Aktivitäten wurden abgebaut und Eigenkapital- sowie Liquiditätsquoten substanziell erhöht. Mit dem Single Rule Book, dem einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) und dem europäischen Abwicklungsme- chanismus (SRM) wurde ein Rahmenwerk geschaffen, das sowohl die Krisenprävention als auch ein reibungsloses Krisenmanagement im Ernstfall gewährleistet. Eine harte Bewährungsprobe im Ernstfall steht jedoch noch aus. Das Trauma Finanzmarktkrise sitzt bei allen Akteuren noch tief. Wir gehen davon aus, dass es in Europa eher zu Vereinfachungen und Entschlackung der überbordenden Regulierung kommt, die hohen Standards und Anforde- rungen werden hingegen wohl nicht angetastet. Aus unserer Credit-Sicht heraus wäre dies zumindest der richtige Weg. Die EZB-Aufsicht hat bereits erste Schritte unternommen, um den regulatorischen Aufwand zu senken. So veröf- fentlichte sie am 11. Dezember 2025 ein Maßnahmenpaket, das das Vorhaben zur Analyse der Wettbewerbssitua- tion im Bankensektor der EU-Kommission aufgreift. Das Maßnahmenpaket enthält zum einen Handlungsempfeh- lungen zu regulatorischen und aufsichtlichen Vereinfachungen. Dazu zählen unter anderem die Vereinfachung der Kapitalpufferanforderungen, die stärkere Angleichung europäischer Mindesthaftkapitalanforderungen (MREL) an internationale Anforderungen (TLAC), regulatorische und aufsichtsrechtliche Erleichterungen für kleinere Insti- tute, die Vereinfachung EU-weiter Stresstests und die Vereinfachung der Meldeprozesse. Zum anderen veröffentlichte die EZB-Aufsicht am gleichen Tag einen Bericht zur Vereinfachung der Aufsicht bei gleichzeitiger Wahrung der Widerstandsfähigkeit des Sektors. Die Empfehlungen umfassen hier unter anderem eine Reform des aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP), eine Initiative zur Auf- sichtskultur sowie die Bewertung der Wirksamkeit der Aufsicht. Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 10 von 15 Das Maßnahmenpaket wurde von einer Task-Force erarbeitet, die vom EZB-Rat bestellt war. Den Vorsitz hatte EZB- Vizepräsident Luis de Guindos inne. Mitglieder der Task-Force waren auch mehrere Notenbankchefs. Über den Empfehlungen steht das Ziel, die finanzielle Widerstandsfähigkeit und Solvenz im Bankensektor unverändert zu gewährleisten. Es geht somit um mehr Klarheit und Effizienz bei gleichbleibenden Standards. In die Kategorie „weniger Bürokratie“ ist auch die von der EZB-Aufsicht am 19. Dezember 2025 angekündigte Be- schleunigung von Genehmigungsprozessen bei Kapitalmaßnahmen und Verbriefungstransaktionen einzuord- nen. Ab Januar 2026 sollen demnach standardisierte Vorgänge innerhalb von nur zwei Wochen – anstatt bisher drei Monaten – geprüft werden. Die neuen Fast-Track-Verfahren der EZB gelten für standardisierte Prozesse. Bei- spiele hierfür sind die Prüfung von Aktienrückkäufen oder Verbriefungstransaktionen, die nur ein geringes Risiko beinhalten bzw. geringe Auswirkungen auf das Eigenkapital der betroffenen Banken haben. Nachjustierung bei ESG-Berichterstattung als Teil des Omnibus-Pakets Auch bei den regulatorischen Anforderungen an die ESG-Berichterstattung justiert die EU nach. So hatte die EU- Kommission am 26. Februar 2025 angekündigt, die CSRD-Vorschriften zur Nachhaltigkeitsberichterstattung deut- lich zu vereinfachen. Dies war Teil des sogenannten Omnibus-Pakets, das verschiedene Vorschläge zu Rechtsge- bieten quer durch alle Bereiche umfasst. Neben den Vereinfachungen bei der Berichterstattung betreffen diese auch die EU-Taxonomie, das CO2-Grenzausgleichssystem und europäische Investitionsprogramme. Das erklärte Ziel war eine deutliche Entlastung beim administrativen Aufwand und eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Die Kommission wollte den bürokratischen Aufwand bis zum Ende ihrer Amtszeit um mindes- tens 25 % verringern, für mittelständische Unternehmen sogar um mindestens 35 % (siehe unsere Publikation „Europäische Großbanken - Grüne Transformation schreitet voran“ vom 15. April 2025). Ursprünglich sollte die CSRD ab 2026 auch für gelistete Kleine und Mittlere Unternehmen gelten. Der Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen hätte sich von rund 11.000 Ende 2023 auf 47.000 erhöht. Dadurch wäre es Ban- ken zunehmend erleichtert worden, ESG-Daten und -Fakten zu ihren Kreditengagements zu erheben. Nunmehr sollen die einschlägigen Pflichten auf die größten Unternehmen konzentriert werden. Zudem soll sichergestellt werden, dass die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung für große Unternehmen kleinere Unter- nehmen in den vorgelagerten Wertschöpfungsketten nicht belasten. Die Berichtspflichten für Unternehmen, die ursprünglich ab 2026 oder 2027 gelten sollten, werden um zwei Jahre (auf 2028) verschoben. Am 9. Dezember 2025 haben sich der Rechtsausschuss des EU-Parlaments und der EU-Rat auf wesentliche Ver- einfachungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Sorgfaltspflichten geeinigt. Wesentliche Eckpunkte sind: ▪ Die Schwelle zur verpflichtenden CSRD-Berichterstattung beträgt 1.000 Mitarbeiter und 450 Mio. Euro Jahres- umsatz. (zuvor 250 Mitarbeiter und mehr als 50 Mio. Euro Jahresumsatz) ▪ Die Schwelle für die Geltung der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD), auch Europäisches Lieferkettengesetz genannt, wird auf 5.000 Mitarbeiter und 1,5 Mrd. Euro Jahresumsatz festgelegt. (vorher 1.000 Mitarbeiter und 450 Mio. Euro Jahresumsatz) ▪ Die Pflicht zur Erstellung eines Übergangsplans zur Minderung der Folgen des Klimawandels in der CSDDD wird aufgehoben. Die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen reduziert sich damit auf rund 4.700. Am 16.12. hat das EU-Parla- ment die Einigung gebilligt. Der Richtlinientext muss nun noch vom EU-Rat gebilligt werden. Dies gilt als reine Formsache. Anschließend wird die Änderungsrichtlinie im Amtsblatt der EU veröffentlicht und tritt 20 Tage später in Kraft. Danach haben die Mitgliedsstaaten die Änderungen in nationales Recht umzusetzen. Das Omnibus-Vereinfachungspaket ist somit äußerst umfassend. Begrüßenswert ist die Reduzierung der überbor- denden Regulierung, die in vielen Fällen keine sinnvollen Erkenntnisse brachte. Aus unserer Sicht sollten Finan- zinstitute allerdings weder verpflichtet sein, Daten zu melden oder zu erheben, die von ihren Kunden selbst nicht gemeldet oder als nicht wesentlich erachtet wurden, noch sollten sie über Kunden berichten müssen, die keiner Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 11 von 15 Meldepflicht unterliegen. Kritisch beobachten die Bankenverbände zudem die Streichung der Transitionspläne unter der CSDDD. Letztlich bleibt die Verfügbarkeit von Daten essenziell für die Identifizierung und Steuerung von ESG-Prozessen und -Risiken. Auch wenn die Institute zusätzliche Informationen wohl selbst einfordern werden, bedeutet die nun sehr drastische Lockerung der Berichtsvorgaben, dass den Banken weniger Daten für die Analyse von ESG-Risiken innerhalb ihrer Kreditengagements zur Verfügung stehen. Regulatorischer Ausblick 2026 – Cyber-Angriffe im Visier Gemäß der von der EZB ausgegebenen Aufsichtsprioritäten 2026-2028 stehen angesichts dieser Herausforde- rungen für den Zeitraum 2026 bis 2028 zwei Kernthemen im Mittelpunkt: Gemäß Priorität 1 ist sicherzustellen, dass Banken gegenüber geopolitischen Risiken und makrofinanziellen Unsicherheiten resilient bleiben. Gemäß Priorität 2 ist zugleich für eine starke operationelle Resilienz sowie robuste Informations- und Kommunikations- technologie (IKT) zu sorgen. Zu Priorität 1 führt die Aufsicht aus, dass sich der europäische Bankensektor bislang äußerst widerstandsfähig gegenüber externen Schocks, etwa der Ankündigung hoher US-Zölle, erwiesen hat. Es bestehe jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit weiterer geopolitischer und makrofinanzieller Spannungen mit dem Risiko plötzlicher Markt- korrekturen. Die Aufsicht rückt auch die zunehmende Verflechtung zwischen Banken und Finanzinstituten außer- halb des Bankensektors und die wachsende öffentliche Verschuldung in einigen Ländern als Risikofaktoren in den Fokus. Daraus resultierende Finanzierungskosten könnten auch auf Banken abfärben. Geopolitische Risiken ste- hen daher weiterhin im Zentrum der Aufsichtsprioritäten der EZB. So werden im Rahmen des thematischen Stress- tests 2026 Szenarien mit institutsspezifischen geopolitischen Risiken unterstellt, und es soll untersucht werden, wie diese die Solvabilität der Banken beeinträchtigen könnten. Bei Priorität 2 geht es um die Eindämmung von operationellen Risiken und Störungen bei kritischen Geschäftspro- zessen und Dienstleistungen. Dies betrifft unter anderem die Abwehr von Cyber-Angriffen. Die Meldungen schwer- wiegender Cyber-Vorfälle habe sich in den letzten Jahren verdoppelt. Anfang 2025 ist die Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (Digital Operational Resilience Act – DORA) in Kraft getreten. Die Aufsicht fordert die Banken auf, die entsprechenden Anforderungen konsequent und zügig umsetzen. Die EZB- Aufsicht attestiert den Instituten, dass sie sich gegenüber solchen Angriffen – wie auch gegenüber anderen opera- tiven Störfällen – als widerstandsfähig erwiesen haben. Doch jüngste Ereignisse wie die Stromausfälle in Europa machten deutlich, wie wichtig es sei, dass die Banken Maßnahmen zur Minderung der Risiken, denen ihre kriti- schen Infrastrukturen ausgesetzt sind, entwickeln. Risiken trotz Ausplatzierungen nicht ganz vermeidbar Einsatz von Künstlicher Intelligenz birgt Risiken und Chancen Gemäß einer Erhebung des Verbands Öffentlicher Banken (VÖB) unter 317 Experten aus der Branche setzen knapp 80 % der Institute Künstliche Intelligenz (KI) ein. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2023 waren es noch 52 %. Am häufigsten komme KI bei der Automatisierung manueller Prozesse (59 %) und der Informationsbeschaf- fung (59 %) zum Einsatz. Darüber hinaus gewinne sie im Kundenservice, Marketing und bei der Betrugserkennung an Bedeutung. Gleichzeitig nutzen bereits 57 % der Bankmitarbeiter Tools wie ChatGPT oder Microsoft Copilot im Arbeitsalltag. Der Zugriff auf hochwertige Daten (53 %), Know-how (47 %) und klare Use Cases (46 %) seien zentrale Erfolgsfak- toren für den KI-Einsatz. Compliance-Anforderungen erwiesen sich zunehmend als Herausforderung (55 %). Noch weitgehend ungenutzt sei das Potenzial für generative KI im Prozessmanagement. Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 12 von 15 Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) schreitet somit in der Bankenbranche rasant voran. Es gilt, den An- schluss nicht zu verlieren und gleichzeitig den Wandel ohne disruptive Entwicklungen zu steuern. Bereits das Jahr 2025 hat gezeigt, dass Enttäuschungen gegenüber den hoch gesteckten Erwartungen vom Markt nervös aufge- nommen werden. Digitalisierung verbunden mit Cyber-Risiken Die Einführung neuer digitaler Zahlungsinstrumente (digitaler Euro, Euro-Stablecoins) bieten umfangreiche Ge- schäftschancen für europäische Banken, bergen jedoch auch erhebliche Risiken für den Sektor. Banken können zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Mögliche Dienstleistungen umfassen bspw. die Bereiche digitaler Zah- lungsverkehr, Verwahrung, Abwicklung und Emission von Wertpapieren. First Mover verschaffen sich Wettbe- werbsvorteile, während gleichzeitig der Druck auf die traditionelle Einlagenfinanzierung zunimmt. Der Wettbe- werb durch Fintechs, Big Tech und US-Dollar-Stablecoins erhöht den Druck zusätzlich.1 Zu den größten Risiken zählen die Disintermediation, falls die Banken hier Marktanteile abgeben, höhere Finan- zierungskosten sowie Margendruck bei Einlagen und in der Folge auch bei der Kreditvergabe. Weitere Herausfor- derungen sind Betrugsrisiken, Compliance-Anforderungen, hohe IT-Investitionen2 und Cyber-Sicherheit. Größere Bankengruppen mit solideren Bilanzen dürften gut gerüstet sein, die entsprechende Infrastruktur aufzubauen und die Risiken zu bewältigen. Die EZB weist zudem darauf hin, dass ein massiver Abzug aus einer Kryptowährung erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität des weltweiten Finanzsystems haben könnte. Die beiden größten Stablecoins3 zählen zu den bedeu- tendsten Inhabern von US-Staatsanleihen. Ihre Reserven seien vergleichbar mit denen der 20 größten Geldmarkt- fonds. Ein Ansturm auf diese Stablecoins könnte einen Notverkauf ihrer Reserve-Vermögenswerte auslösen, was die Funktionsweise der Märkte für US-Staatsanleihen beeinträchtigen könnte, so die EZB. In diesem Zusammenhang hervorgehoben seien nochmals Cyber-Risiken, die immer relevanter werden. Gemäß Bundeskriminalamt belief sich die Zahl der Cybercrime-Fälle, die sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland bei deutschen Unternehmen, Behörden und sonstigen Stellen verübt wurden, im Jahr 2024 auf 333.268. Laut ei- ner Studie des Branchenverbandes Bitkom summierten sich die Schäden im Jahr 2024 auf rund 290 Mrd. EUR. Dies entsprach 6,7 % der deutschen Wirtschaftsleistung. Aufgrund ihres IT-gestützten Geschäftsmodells verfügen Banken zumindest über hohe Kompetenz im Bereich IT-Sicherheit. In den letzten Jahren wurde darüber hinaus die rechtliche Rahmensetzung konsequent vorangetrieben, etwa mit der DORA-Verordnung zur Steigerung der Cyber- Sicherheit und -Resilienz für Finanzunternehmen und der BiCA-Verordnung zum Schutz von Anlegern und der Si- cherung der Marktintegrität. 1 Siehe auch Finanzstabilitätsbericht der EZB vom November 2025 2 Siehe hierzu die EZB-Publikation „A view on recent assessments of digital euro investment costs for the euro area banking sector” vom Oktober 2025 3 Tether und USD Coin. Als Stablecoins werden Kryptowährungen bezeichnet, deren Wert an stabile Referenzgrößen wie den Dollar oder den Euro gekoppelt ist. Gehalten werden Staatsanleihen, Bankeinlagen oder auch Gold. Ob dies gelingt, ist von vielen Faktoren abhän- gig, u.a., wer die Käufer sind, wie diese sich im Krisenfall verhalten und wie sich Stablecoin-Emittenten rekapitalisieren können, wenn unterlegte Assets, meist USD, im Krisenfall abgerufen werden. Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 13 von 15 Starkes Wachstum von Nicht-Banken auch auf Risiko-Transfer von Banken zurückzuführen Die EZB hat in ihrem zuletzt erschienenen Finanz- stabilitätsbericht systemische Risiken, die sich aus der Verbindung zwischen Banken und dem Nicht- Banken-Finanzsektor ergeben, besonders hervorge- hoben. Sie warnt vor den wachsenden Verflechtun- gen zwischen Banken im Euroraum und fremdfinan- zierten Finanzintermediären, zu denen insbeson- dere Hedgefonds, andere Kreditgeber als Banken und Immobilienfonds zählen. Dies könne bei Markt- verwerfungen systemische Risiken in Form von Mit- telabflüssen, Gegenparteiausfällen und Liquiditäts- abflüssen verstärken. Die Bedeutung von Nicht-Banken für den Finanzsektor nimmt stetig zu. Gemäß einer Studie von Bain &amp; Company ist deren Ertragsanteil in den letzten Jahren vor allem in der Vermögensverwaltung, aber auch im Kreditgeschäft erheblich gestiegen. Die Beratungsgesellschaft geht von einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus. Nicht-Banken sind weniger re- guliert als Banken, die hohe An- forderungen erfüllen und Stress- tests im Hinblick auf ihre Risiko- tragfähigkeit durchlaufen müs- sen. Die aktive Steuerung von Risiken ist dabei integraler Be- standteil der Geschäftsmodelle von Banken. Die Ausplatzierung von Risiken im Rahmen von SRTs gehört dabei wie oben be- schrieben zu den möglichen Maßnahmen. Wir gehen eben- falls davon aus, dass sich der Trend zur Verschiebung von Ri- siken hin zum Nicht-Banken- Sektor fortsetzen wird. Mögliche Folgen in Krisen sollten sowohl von den Banken selbst als auch von den Regulie- rern berücksichtigt werden. Geopolitische Risiken bleiben hoch Geopolitische und wirtschaftliche Risiken bleiben weiterhin im Fokus. Gemäß unserem volkswirtschaftlichen Ausblick ist für 2026 von weiteren Handelsbeschränkungen aus den USA auszugehen. Demnach ist aber auch rea- listisch, dass eine Eskalationsspirale wie schon im Jahr zuvor vermieden werden kann – zumindest in der Breite – und der Löwenanteil der protektionistischen Eingriffe hinter uns liegt. In unserem volkswirtschaftlichen Nega- tivszenario spielt eine geopolitische Eskalation jedoch eine gewichtige Rolle, etwa wenn der Handelsstreit zwi- schen den USA und China wieder aufbricht. Aber auch im Verhältnis der EU zu den USA und zu China knirscht es. In engem Zusammenhang mit den geopolitischen Risiken stehen Währungsrisiken. Schwankende Wechselkurse können die Ergebnisse von Banken mit hohen Auslandsengagements deutlich beeinträchtigen. Dies betrifft insbe- sondere die großen international agierenden Institute. Funding europäischer Banken bei Nichtbanken\* Bio. EUR % \*Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds, Investmentfonds, Geldmarktfonds, andere Finanzinstitute Quellen: EZB Financial Stability Review, Helaba Research &amp; Advisory 0 5 10 15 20 0 1 2 3 4 5 2021 2023 H1 2025 Bonds Repos Einlagen Anteil an Bilanzsumme (r.S.) Nicht-Banken treten massiv in den Markt ein Anteil von Nicht-Banken an Erträgen der Finanzbranche weltweit, in % Quellen: Börsen-Zeitung, Bain &amp; Company, Helaba Research &amp; Advisory 5 5 5 20 5 10-15 15-25 15-20 30-35 30-35 0 10 20 30 40 0 10 20 30 40 Firmen- kunden- geschäft Kapital- markt/ Investment Banking Privat- kunden- geschäft Wealth Management Asset Management frühe 2000er heute Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 14 von 15 Enttäuschung bei Insolvenzen würde Aktivaqualität belasten Wie oben beschrieben gehen wir von einer stabilen Aktivaqualität im Jahr 2026 aus. In unserem volkswirtschaftli- chen Negativszenario mit mehr Insolvenzen wäre ein spürbarerer Anstieg der Problemkreditquoten unvermeidbar. Die entsprechenden Zuführungen zu den Kreditrisikorückstellungen würden die Gewinne der Banken belasten. Kritisch sehen wir die bereits hohen Staatsschuldenquoten in vielen Ländern. Vor allem die marktführenden Ban- ken in den einzelnen Ländern halten nach wie zuvor hohe Bestände an Staatsanleihen ihrer jeweiligen Heimatlän- der. Eine Abwertung der Bestände würde ebenfalls die Gewinne der Banken hart treffen. Im Fokus: Credit – Ausblick Bankenbranche 2026 © Helaba | Research &amp; Advisory | 7. Januar 2026 15 von 15 Publikationen aus der Reihe „Im Fokus: Credit“ → EUR Benchmark Bankanleihen: Primärmarkt Q4 2025 → Corporate Schuldschein: Primärmarkt Q4 2025 → Generelle Depositor Preference nimmt Gestalt an → EBA mit Klarstellung zum Risikogewicht von SP-Anleihen Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Erhard Schmitt Corporate Research &amp; Advisory Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Bankensektor im Jahr 2025 mit fünftem Gewinnanstieg in Folge. Hohe Bilanzqualität stellt eine sehr komfortable Ausgangsposition auch für 2026 dar. Regulierer haben erste Schritte zum Abbau der überbordenden Bürokratie eingeleitet.
