---
title: "Vertraudlich: Hessen wächst 2026 wieder"
url: https://www.helaba.com/de/vertraudlich-hessen-waechst-2026-wieder
type: dd_research
language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Vertrau(d)lich
---

# Vertraudlich: Hessen wächst 2026 wieder

Vertraudlich 27. November 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 27. November 2025 1 von 2 Research &amp; Advisory Hessen wächst 2026 wieder Höhere US-Importzölle belasten die deutschen Exporte. Auch die Binnenkonjunktur nimmt noch nicht wirklich Fahrt auf. Gleichzeitig wächst der Reformdruck. Strukturelle Probleme wie hohe Energiekosten, Steuern und Abgaben sowie eine überbordende Büro- kratie strapazieren Unternehmen und Arbeitnehmer. Aktuell ist die Arbeitslosenquote so hoch wie seit Juli 2020 nicht mehr und dürfte im Jahresdurchschnitt 2025 6,3 % errei- chen. Diese Probleme rücken auch in Hessen zunehmend in den Vordergrund. Im ersten Halb- jahr 2025 verzeichnete das Bundesland, genau wie Gesamtdeutschland, kein Wirtschafts- wachstum. Damit wurde eine Phase beendet, in der die hessischen Wachstumsraten regelmäßig über dem Bun- desdurchschnitt lagen. Die hessische Wirtschaftsstruktur – geprägt durch Flughafen, Finanzplatz und einen besonderen Industriemix – hatte in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum begünstigt, steht jedoch im aktuellen makroökonomi- schen Umfeld vor Herausforderungen. Insbesondere die hessische Industrie ist unter Druck. Die Bruttowertschöpfung sank 2024 in Hessen stärker als im Bund. Grund sind vor allem Probleme in den dominierenden Branchen Automobil, Chemie und Pharma. Das Bun- desland weist einen überdurchschnittlich hohen Exportanteil auf, vor allem in Richtung USA. Im vergangenen Jahr entfielen rund 12 % der hessi- schen und etwa 10 % der deut- schen Ausfuhren auf die Verei- nigten Staaten. Dadurch ist das Bundesland besonders anfällig für Handelskrisen. Der Arbeitsmarkt leidet eben- falls. So ist der Rückgang der Industriearbeitsplätze in Hessen ausgeprägter als im Bundes- durchschnitt. Stabilisierend wirkt dagegen der Frankfurter Finanzplatz. Trotz wirtschaftli- cher Schwäche wächst dort die Zahl der Beschäftigten. Jedoch sollte die Dynamik künftig ab- nehmen, da aus demografischen Gründen in den nächsten Jahren immer mehr Arbeitskräfte in den Ruhestand gehen werden. Auch der Flughafen trägt aktuell nicht mehr zum Wachstum bei, weil die Passagierzahlen im Ge- gensatz zum Frachtumschlag hinter dem Vorkrisenniveau zurückbleiben. Um Deutschland wieder auf Wachstumskurs zu bringen und verteidigungsfähig zu machen, wurde nach den Bun- destagswahlen die Schuldenbremse gelockert und ein umfangreiches Fiskalpaket beschlossen, welches öffentli- che Ausgaben deutlich erhöht. Für 2026 ist mit einem Wachstum von rund 1,5 % zu rechnen. Auch Hessen sollte in Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/Head of Research &amp; Advisory T 0 69/91 32-20 24 Hessen nicht mehr Outperformer Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt), Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 1993 1995 1997 1999 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 Deutschland Hessen BIP-Prognose für 2025 &amp; 2026 insgesamt Vertraudlich © Helaba | Research &amp; Advisory | 27. November 2025 2 von 2 dieser Größenordnung wachsen, eine überdurchschnittliche Entwicklung wie in den Vorjahren ist jedoch wenig wahrscheinlich. Wachstumstreiber sind vor allem steigende private Konsumausgaben, unterstützt durch höhere Reallöhne und eine moderate Inflation. Gemeinsam mit der expansiven Fiskalpolitik dürften diese Beschäftigung, Bauaktivität sowie Investitionen anregen und die Kapazitätsauslastung in der Industrie verbessern. Doch die strukturellen Probleme bleiben bestehen und hemmen die langfristige Wachstumsperspektive. So bleibt auch der „Herbst der Reformen“ hinter den geschürten Erwartungen zurück. Kleinen Einsparungen beim Bürger- geld steht eine kostspielige Rentenpolitik gegenüber. Beispielsweise werden durch die Mütterrente Wahlge- schenke verteilt, obwohl angesichts des demografischen Wandels und der höheren Lebenserwartung sogar eine Anhebung des Renteneintrittsalters angebracht wäre. Damit dauerhaft Wachstumsraten von bis zu 2 % möglich sind, bedarf es signifikanter Strukturreformen, die den Standort Deutschland und auch Hessen attraktiver sowie die deutschen Unternehmen wettbewerbsfähiger ma- chen. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Paul Richter Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 0 69/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Hessische Wirtschaft nur noch durchschnittlich. Makroökonomisches Umfeld belastet Industrie besonders stark. Ohne tiefgreifende Strukturreformen bleibt das Wachstumspotenzial begrenzt.
