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Liquide bleiben - aber wie?

Chef­volks­wirtin Dr. Gertrud R. Traud über die Durststrecke, die Unternehmen in Corona-Zeiten zu überwinden haben und über Wege, die aus der Krise herausführen.

Juli 2020

Cash is king

Die Corona-Krise führt bei vielen Unternehmen zu Zahlungsausfällen – eine gefährliche Situation, die in den Finanzressorts der Firmen Stress verursacht. Denn Liquiditätsschwierigkeiten sind häufiger die Ursache einer Insolvenz als eine Überschuldung. Das Mantra „Nicht betriebsnotwendige Liquidität ist totes Kapital und kostet Strafzinsen“ verwandelte sich in den Notruf „Cash is King“. 

Aus Modellrechnungen von Volkswirtschaft/Research für die Industrieunternehmen aus DAX, MDAX und SDAX ergibt sich für 2020 ein im Median schwächerer Netto-Cashflow als in den Vorjahren. Aber die Auswertung zeigt auch, dass die Unternehmen vermehrt Maßnahmen ergreifen, mit denen sie eine solche Krise meistern können. 

Grafik mit Medianwerten der Sektoren Free Cashflow / Umsatz, in % zu Telekom, IT, Gesundheit, Industrie, Vorprodukte und Konsumgüter.

Auf der Sektorebene verstärkt sich die Spreizung beim Free Cashflow gemessen am Umsatz. Während Industrie, Stahl-, Chemie-, Grundstoff- und Konsumgüterhersteller wohl unter die in den Jahren 2016 bis 2019 erreichten Levels rutschen werden, schlägt die Krise auf Telekommunikations-, IT- und Gesundheitsunternehmen weniger bis gar nicht durch.

Zweifelsohne hängen die vorgestellten Ergebnisse von den derzeit sehr unsicheren Modellannahmen ab. Eine zweite Infektionswelle, ein stark beschleunigter Strukturwandel oder umfassende Umbaumaßnahmen in den Lieferketten können diese schnell zu Fall bringen. Aber es gibt auch Luft nach oben, z.B. bei einem schubartigen Nachholen der ausgefallenen Nachfrage im zweiten Halbjahr. 

Wie liquide bleiben?


Wie und mit welchen Instrumenten Liquidität in einem schwierigen Umfeld sichergestellt werden kann, erläutert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, im Interview auf sparkasse.de (unten). Sie gibt dabei eine Einschätzung zu Investitionskürzungen, Förderkrediten und der Monetarisierung von Vermögenswerten. 

Als weitere Möglichkeiten wird auf Ausschüttungsverzicht, Kurzarbeitergeld und den Rückgriff auf bestehende freie Kreditlinien eingegangen. Daneben kann den Firmen frisches Eigenkapital oder nachrangiges Fremdkapital von Eigentümern oder Beteiligungsgesellschaften zugeführt werden. 

Insgesamt ermutigt Traud zu Gesprächen mit Lieferanten, Vermietern und der Belegschaft.

Liquiditätsmanagement – so geht's 

Wie Unternehmen in der Corona-Krise ihre Liquidität sichern können

Interview mit Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba

Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba
Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba

Desaster oder Delle?

Wie wirkt die Corona-Krise auf die Cashflows der Unternehmen? Mehr dazu im "Credit Special".

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