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Helaba 4.0 

Die Digitali­sierung beginnt

Die Digitali­sierung steht ganz oben auf unserer Agenda. Dr. Gerhard Kebbel leitet seit März 2016 den Bereich „Strategie­projekte Digitali­sierung“ - und definiert damit die Zukunft unserer Ver­netzung.

Interview mit Dr. Gehard Kebbel

Herr Dr. Kebbel, wird es in zehn Jahren Banken wie wir sie heute kennen noch geben?
Keiner von uns kann sagen, was das Geschäfts­modell von Landes­banken - oder Banken im Allgemeinen – in zehn Jahren sein wird. Aber genau das ist das Wesen des Jobs, den wir machen: Digitali­sierung bringt das Neue in die Welt. Neues zu wagen ist einfach die Voraus­setzung dafür, dass wir in zehn Jahren als Bank noch immer da sind, immer noch gut im Geschäft sind, eine gute Beziehung zu unseren Kunden haben und in der Lage sind, uns immer wieder positiv neu zu erfinden.

Ihr Bereich arbeitet seit März 2016 an einer Digitali­sierungs­land­karte der Helaba. Wie werden Kunden davon profi­tieren?
Grund­sätzlich geht es uns darum, Qualität und Service zu verbessern, Tempo zu erhöhen, Kom­plexi­tät rauszu­nehmen. Wir wollen für unsere Kunden den Kontakt und das Bankgeschäft mit uns einfacher machen, schneller, komfortabler, trans­parenter. Digitali­sierung nutzt die Schnitt­stelle zum Kunden als Grundlage für die Verän­derung. Deshalb war exakt diese Schnittstelle auch unser Ausgangs­punkt. Wir sind durch Deutschland gefahren und haben unsere Firmen- und Immo­bilien­kunden, unsere Zahlungs­verkehrs­kunden und Sparkassen gefragt: Was sind eure Erwartungen an uns? Was braucht ihr? Danach waren wir in der Lage zu priorisieren und in einem ersten Schritt unsere Schnitt­stellen mit digitalen Medien so neu zu denken, dass wir die Bedürfnisse der Kunden erfüllen können.

Und wie sieht sie aus, die oberste Priorität?
Wir arbeiten an der Im­plemen­tierung von zwei Kunden­portal-Proto­typen oder besser gesagt einem Kunden­portal mit einer Basistechnologie für zwei unter­schiedliche Kunden­gruppen und ihre spezifischen Bedürfnisse: Firmen­kunden und Immo­bilien­kunden. Im Immo­bilien­finan­zierungs-Prozess ist zum Beispiel die Trans­parenz ein großes Thema. Oder einfach gesagt die Antworten auf die Fragen: Wo stehen wir, warum dauert das gerade, wie geht’s weiter? Kunden wollen auf einen Blick nachvoll­ziehen können, an welchem Schritt des Prozesses sie stehen, wer was als Nächstes machen muss, wo sie gefor­dert sind und wo die Bank gefor­dert ist. Nur so wird der ganze Prozess für sie trans­parent. Und unser Portal macht ihn trans­parent.

Wann gehen die Prototypen online?
Hoffentlich im Sommer 2017. Wir werden allerdings vorher schon, denke ich, unsere ersten Zahlungs­verkehrs-Apps haben. Im Zahlungs­verkehr geht es um ein Portal zur Admini­stration und Neuanlage von Vollmachten, der Vollausbau kommt aber erst im zweiten Schritt. Der Start wird eine Smartphone-App, mit der man eine Vollmacht anlegen kann hoffentlich im ersten Halbjahr 2017.

Digitali­sierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wie sehen also Ihre nächsten Strecken­abschnitte aus?
Nachdem wir die Kunden­schnitt­stelle bear­beitet haben, greifen wir jetzt mit einer zweiten Projekt­welle die dahinter­liegenden Prozesse auf. Momentan setzen wir uns stark mit der Frage auseinander, wie wir sie so gestalten können, dass echte Effizienz­gewinne möglich sind.

Das klingt so, als hätte die Digitali­sierung auch Auswir­kungen auf die Strukturen und das Teamwork in der Helaba. Ist das so?
Ja, absolut. Die Helaba versteht, dass Neues zu entwickeln, heutige interne Strukturen und Routinen aufzu­brechen nur über Projekte funktioniert, die nach agiler Methodik arbeiten, und das heißt zualler­erst: die einen Product Owner haben. Warum nicht Projektleiter? Weil der Product Owner mehr ist, quasi ein Vater oder eine Mutter des Produkts. Sie leben sozusagen für dieses Produkt, denken sich tief hinein, besitzen die relevanten Kenntnisse und nehmen vor allem die Kunden­perspektive ein. Und sie entscheiden – direkt. In der ersten Welle haben wir in der Helaba Product Owner gefunden, um sie herum neue interdisziplinäre Teams gebildet, die Kollegen von der IT von Anfang an mit einbezogen und so einen neuen Mikro­kosmos geschaffen. Das schafft für die Team­mit­glieder komplett neue Möglich­keiten, sich einzubringen.

Also Digitali­sierung als interner Moti­vations­schub?
Wir haben jetzt eine Methodik, die den Menschen den Spaß, die Wert­schätzung, die Sinn­funktion ihrer Arbeit greifbar macht. Das ist auch Teil unseres Jobs, dass wir das fördern und voran­treiben. Dass wir dafür sorgen, dass die Bank sich entwickelt und sich mit der Bank die Mitarbeiter entwickeln können. Die Mitarbeiter enga­gieren sich derzeit wirklich in einer Art und Weise, die geradezu atem­beraubend ist. Es sprudelt nur so vor Ideen.

Womit kann die Helaba noch punkten im Vergleich zu den Wettbe­werbern?
Wir sind nicht die Ersten, aber garantiert auch nicht die Letzten, die sich dem Thema stellen. Nachdem die Sparkassen-Finanzgruppe bisher Digitali­sierung vor allem im Privat­kunden­geschäft voran­getrieben hat, machen wir jetzt klar, dass es Digitali­sierung und Digitali­sierungs­projekte auch im Firmen­kunden­geschäft gibt mit interes­santen Wegen und Lösungen. Unsere Angebote werden wir demnächst online stellen und damit unseren Kunden einen Mehrwert bieten. Wir beziehen aber auch Position innerhalb der Sparkassen-Finanz­gruppe, weil wir neue Ideen und neue Vor­gehens­weisen anbieten - im Firmen­kunden­geschäft, das ein wesent­licher Ertrags­bringer der Sparkassen-Finanz­gruppe ist. Auf dieser Basis wollen wir innerhalb unserer großen Finanzgruppe Ansprech­partner finden, Koalitionen aufbauen, Ideen austauschen und so das Neue voran­bringen.

Stichwort Fintechs: Wie gehen Sie mit den Start-ups der Finanz­branche um?
Ach, der berühmte Wettbewerb mit den Fintechs. Sie haben die Inno­vationen, aber wir, die Banken, haben die Kunden. Da versteht man sehr schnell, dass Teamwork eine Win-win-Situation bedeuten kann. Es ist sinnvoll, sich umzu­sehen, zu verstehen, was Fintechs alles machen, das aufzu­greifen und mit ihnen gemeinsam Dinge zu entwickeln. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe an wirklich hoch­interes­santen Möglich­keiten und wir schauen, was alles möglich ist und suchen ganz gezielt die Zusam­men­arbeit. Aber wir müssen auch auswählen. Nur das, was für uns und unsere Kunden einen echten Vorteil bringt, machen wir auch.

Sie selbst engagieren sich als Mentor im Frankfurter TechQuartier, einem neuen Hub für Fintechs.
Um ganz ehrlich zu sein, das Mentoring muss noch richtig anlaufen, das TechQuartier existiert ja erst seit Dezember 2016. Was ich jetzt schon interessant finde sind die unter­schiedlichen Menschen. Man sieht da Start-up-Gründer, die sind 20, und andere, die sind 50 Jahre alt. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Austausch. Und dann werden wir sehen, wie wir die gegenseitige Ergänzung hinbekommen.

Welche Ihrer Charakter­eigen­schaften unter­stützen Sie auf Ihrem Weg am meisten?
Geduld (lacht). Hab ich eigentlich am wenigsten, aber das ist das Wichtigste. Natürlich ist da auch eine gewisse Lust an der Unge­wissheit dabei, am Schaffen von Neuem. Und Be­harrlich­keit schadet auch nicht.

„Fintechs haben die Inno­vationen, aber wir, die Banken, haben die Kunden. Teamwork bedeutet für beide eine Win-win-Situation.“

Dr. Gehard Kebbel
Leiter des Strategie­projekts Digitali­sierung

Dr. Gehard Kebbel
Dr. Gehard Kebbel
Server im Rechenzentrum
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