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Gemein­sam Mehr­wert schaf­fen

Lucie Haß und Philipp Kaiser sind die Geschäfts­führung von Helaba Digital. Die Be­tei­ligungs­gesell­schaft wurde im Mai 2018 gegründet, um ziel­gerichtet in Start-ups und Techno­logien zu investieren, die einen operativen Nutzen für den Helaba-Konzern und seine Kunden haben.

Es ist der erste Tag nach Haß’ Urlaub, die beiden kommen direkt von einem Kunden­termin und es ist bereits später Nachmittag. Trotzdem nehmen sie sich die Zeit, um das letzte Jahr Revue passieren zu lassen. Ein Gespräch über Heraus­forderungen und erste Erfolge, über den digitalen Wandel und die Menschen dahinter – und über eine Arbeit, die keinem Selbst­zweck dient, sondern ein klares Ziel verfolgt: mit innovativen Lösungen echten Mehrwert zu schaffen.

Philipp Kaiser: Ein Jahr Helaba Digital – und unsere Arbeit hat sich rasant entwickelt, oder wie siehst du das?

Lucie Haß: Absolut, wir haben viele neue Projekte angeschoben und einiges bewegt. Helaba Digital ist ja als reine Be­tei­ligungs­gesellschaft aus dem Strategie­projekt Digi­talisierung hervorgegangen, um zielgerichtet in Start-ups einzusteigen, deren Lösungen einen lang­fristigen und nach­haltigen Mehr­wert für die Bank und ihre Kunden haben. Mittlerweile sind aber noch ein paar Dimensionen hinzu­ge­kom­men.

Kaiser: Des­wegen verstehe ich uns heute als Eingangstor für innovative Unter­nehmen. Wir ver­markten ihre Ideen in der Bank und prüfen, in welcher Form eine Zusammen­arbeit zustande kommen könnte.

Haß: Ja, in der Tat. Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht. Wir verbinden mit Start-ups, Bank und Kunden der Bank kulturelle Welten miteinander, die oft gar nicht auf Anhieb verstehen, wie sie vonein­ander profitieren können. Aus diesem Grund ist Change Management heute stärker auf der Agenda als vor einem Jahr. Klar, Helaba Digital ist per se ein strategischer Baustein des gesamten Ver­än­derungs­prozesses der Bank. Helaba Digital funktioniert aber nur, wenn wir diese Entwicklung auch aktiv vorantreiben. Persönliche Gespräche und Ortstermine sind deswegen ent­scheidend für unsere Arbeit. Wir sind ja keine Finanz­investoren und haben keinen Selbst­zweck – sondern verfolgen klare, strategische Ziele der Helaba. Dafür müssen wir verstehen, was die Bank und ihre Bereiche, vor allem aber auch die Kunden wirklich bewegt.

Kaiser: Genau. Wir kommen gerade von so einem Termin. Über engen Kontakt wie diesen stellen wir sicher, dass eine digitale Lösung wirklich zu den Geschäfts­modellen der Helaba passt. Und nur dann können wir investieren – oder kooperieren. Mittlerweile spielen Kooperationen eine ebenso wichtige Rolle wie Beteiligungen. Auch wenn wir uns aus dem ein oder anderen Grund gegen eine Beteiligung entscheiden, kann das Start-up oder Digital­unternehmen ja trotzdem für eine Zusammen­arbeit interessant sein. vc trade ist ein Parade­beispiel. Für den Erfolg der digitalen Emissions­plattform war es entscheidend, dass sie banken­unabhängig bleibt. Als Kooperations­partner noch vor Markt-Go-live hat die Helaba aber den ersten Kunden und den ersten Schuld­schein bereitgestellt. Mittler­weile ist vc trade voll etabliert.

Haß: Es ist generell entscheidend für Plattformen, dass sie als Branchen­lösung verstanden werden. So wie unser erstes Aushängeschild „komuno“, unser Joint Venture mit Lucht Probst Associates. Die digitale Plattform für Kommunal­kredite ist – nach einer Pilotphase innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe – für alle zuge­lassenen Bank­insti­tute verfügbar. Warum? Indem wir den ganzen Markt abbilden, schaffen wir einen echten Mehrwert für den Kunden: Ausschreibungen können nun komplett über die Plattform durchgeführt werden.

Kaiser: komuno ist ein besonderer Fall. Die Idee ist schon vor unserer Gründung im Strategie­projekt Digitali­sierung entstanden. Weil es am Markt keine passende Lösung für uns gab, haben wir uns einen technischen Partner gesucht und – nach einiger Über­zeugungs­arbeit im Haus – das Joint Venture gegründet.
Idealer­weise ist es aber so: Ein Start-up kommt auf uns zu, stellt sich vor und wir sagen: „Wow, gutes Team, gute Idee, das interes­siert uns.“ Dann suchen wir uns eine fachliche Sponsorin oder einen fachlichen Sponsor, eine Ansprech­person, die die digitale Lösung super findet und sie in ihrem Bereich nutzen möchte. Gemeinsam pitchen wir die Idee vor Digitali­sierungs­komitee und Vorstand. Nur wenn das erfolgreich verläuft, investieren wir. Das kann natürlich eine Weile dauern, aber dafür haben wir am Ende der Finan­zierungs­runde völlige Sicherheit. Ist das Investment einmal getätigt, haben wir eher eine beratende Rolle inne, während die Sponsorin oder der Sponsor die Zusammen­arbeit mit dem Start-up auf inhaltlicher Ebene weiter vorantreibt.

Haß: Dazu will ich zwei Punkte anmerken: Erstens hatten wir in letzter Zeit immer öfter den Fall, dass Bereiche von selbst auf uns zuge­kommen sind, weil sie vor einem Problem stehen oder sogar schon eine Idee im Kopf haben – und wir suchen dann die passende Lösung. Ich finde, dass das ein tolles Signal ist, weil es zeigt, dass wir im Haus schon einiges bewegt haben.

Und zweitens: Dieser Sicher­heits­aspekt, den du ansprichst, kommt auch den Start-ups zugute. Das hat mich übrigens ein bisschen überrascht. Als Helaba Digital an den Markt gegangen ist, war ich gespannt, wie die Reaktionen sein würden. Und wir haben gesehen: Das Image der Helaba als bodenständige Tradi­tions­bank färbt bis auf das Startup durch. Nach dem Motto „Wenn die Helaba investiert, dann kann das Produkt nur solide sein und keine Rum­spinne­rei, die übermorgen hopsgeht“.

Philipp Kaiser und Lucie Haß
Philipp Kaiser und Lucie Haß
Lucie Haß und Philipp Kaiser sind die Geschäftsführung von Helaba Digital.
Lucie Haß und Philipp Kaiser sind die Geschäftsführung von Helaba Digital.

Fast 50%

ihrer Arbeitszeit verbringen Lucie Haß und Philipp Kaiser in Ge­sprächen – mit Start-ups, Kunden und Partnern in der Bank.

Lucie Haß: "Wir können viel voneinander lernen, indem wir kooperieren."
Lucie Haß: "Wir können viel voneinander lernen, indem wir kooperieren."

Mit 156    

FinTechs, PropTechs und RegTechs hat sich die Helaba-Digital-Geschäfts­führung bisher getroffen.

„Die Partner­schaft auf Augenh­öhe, für die die Helaba steht, tragen wir in die Welt der Start-ups.“

Philipp Kaiser,
Geschäfts­führer von Helaba Digital

Kaiser: Das ist ein wichtiger Punkt. Die Partner­schaft auf Augen­höhe, für die die Helaba steht, tragen wir in die Welt der Start-ups. Im End­effekt geht es darum, dass eine bestimmte digitale Lösung oder Plattform – und das Unter­nehmen dahinter – erfolgreich wird. Denn dann sind alle Ko­operations­partner mit erfolgreich.

Haß: Ich glaube sowieso, dass für den digitalen Wandel Austausch auf Augen­höhe das A und O ist. Deswegen sind wir zum Beispiel im Tech­Quartier stark engagiert. Die Helaba ist Platin Sponsor, die WIBank hat das Frankfurter FinTech-Zentrum mitge­gründet. Dort sprechen wir mit Gründerinnen und Gründern, aber auch mit Firmen, die sich als Kapital­geber oder potenzielle Co-Investoren engagieren. Wir tauschen uns auch mit anderen Landes­banken und mit Versicherungen aus. Die meisten haben heute Venture-Arme, wie Helaba Digital einer ist. Alle stehen vor ähnlichen Herausforderungen und wir können viel voneinander lernen, indem wir kooperieren.

Kaiser: Insgesamt kann man sagen, dass wir ein gutes Jahr hatten, oder? Mit Höhen und Tiefen, Geduld und Hart­näckigkeit, aber die Erfolge zeigen: Wir können wirklich was bewegen. Viele Erfolgs­momente, über die wir gesprochen haben, sind unter dem Aspekt Change zu verbuchen. Auch das zeigt, dass wir mit Helaba Digital und der Banken­digitalisierung insgesamt auf dem richtigen Weg sind.

Haß: Schluss­endlich gehört das ja auch zu unserem Auftrag. Die letzte Kunden­umfrage hat zwar ergeben, dass die Helaba bei den Themen Effizienz und Innovation noch Potenzial nach oben hat. Helaba Digital arbeitet an beidem.

„Mit der Gründung der Helaba Digital setzen wir unsere digitale Agenda konse­quent fort. Wir sind überzeugt davon, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden von den zahlreichen Inno­vationen im Markt profi­tieren können.“

Thomas Groß,
stellver­tretender Vorstands­vorsitzender der Helaba

Philipp Kaiser
Philipp Kaiser

Nur an 16

Arbeits­tagen haben Lucie Haß und Philipp Kaiser seit der Gründung den in der Banken­branche allseits beliebten Anzug getragen, um sich dem digitalen Ökosystem ihrer Gesprächs­partner anzupassen.

Helaba Digital

Die Helaba Digital GmbH & Co. KG ist eine Beteiligungs­gesellschaft für Start-ups, die die digitale Trans­formation im Bereich Finanz­dienstleistung (FinTechs), Regulatorik (RegTechs) und Immo­bilien­wirt­schaft (PropTechs) vorantreiben. 

Neben der Finanzierung öffnet Helaba Digital die Tür zu Expertinnen und Experten und Kunden­gruppen der Bank und teilt mit ihnen die Erfahrungen aus relevanten Fach­bereichen. Vorgesehen sind Investitionen in der Wachstums­phase, Investitionen in der Früh­phase sind aber auch nicht aus­geschlossen.

Helaba Digital Logo
Helaba Digital Logo

Gemeinsam mit den Heraus­for­derun­gen wachsen.

komuno

komuno ist eine digitale Plattform zur Ver­mittlung von Kommunal­krediten zwischen Kommunen und Kapital­gebern und orientiert sich an den Bedürfnissen der öffentlichen Hand. 

Das Joint Venture von Helaba Digital und Lucht Probst Associates (LPA) wurde im Juni 2018 gegründet, drei Monate später ging der digitale Marktplatz live. Nach einer Pilotphase mit der Sparkassen-Finanz­gruppe, in der die Plattform-Funk­tionali­täten erfolgreich erprobt wurden, steht er seit Januar 2019 allen zuge­lassenen Bank­insti­tuten offen. Damit können teil­nehmende Kommunen komuno als primären Aus­schreibungs­kanal nutzen.

komuno logo
komuno logo

So muss Digi­talisierung heute funktionieren. 

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