Spanien

Nachzügler mit Aufholpotenzial

Die weiterhin schwachen Tourismus- und Bauausgaben bremsen noch das spanische Wachstum. Unterstützt durch den EU-Aufbaufonds dürfte sich der Aufschwung 2022 fortsetzen.

Spanien hinkt beim Aufholen des Corona-Einbruchs hinterher. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2021 um gut 4 % wachsen und trotzdem am Jahresende knapp 6 % niedriger liegen als Ende 2019. Andere europäische Länder sind hier weiter vorangekommen.

Ein Grund hierfür ist der nur allmählich wieder anlaufende Tourismus, der mit rund 14 % einen hohen Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Leistung erreicht. So lagen die Ausgaben von Reisenden in den Sommermonaten 2021 immer noch bei weniger als der Hälfte des Jahres 2019. Eine weitere Besserung zeichnet sich jedoch ab.

Die spanische Industrie hat nach einer raschen Erholung allerdings mittlerweile an Fahrt verloren. Auch hier leiden die Unternehmen unter der mangelnden Verfügbarkeit von Vorprodukten, während die Auftragslage weiterhin gut ist.

Tabelle Spanien

Die privaten Konsumausgaben sind 2021 um schätzungsweise 5 ½ % gestiegen, nach dem Einbruch von 12 % zuvor. Die Normalisierung dürfte sich 2022 mit einem Zuwachs von etwa 5 % fortsetzen. Die Tariflöhne sind 2021 um gerade mal 1 ½ % gestiegen und auch 2022 ist hier nur mit einer moderaten Verbesserung zu rechnen. Dagegen haben die Unternehmens- und Vermögenseinkommen Fahrt aufgenommen.

 Gebremst wird der Konsum durch die hohe Inflationsrate von zuletzt 5,5 %. Im Jahresdurchschnitt 2022 muss mit einem Preisanstieg von knapp 3 % gerechnet werden.

Positiv wirkt sich hingegen der Arbeitsmarkt aus. Der Beschäftigungsstand vor der Krise dürfte bald erreicht sein und die Arbeitslosigkeit sinkt. Zudem hat die Regierung im neuen Haushaltsplan Mittel vor allem für Jüngere bereitgestellt, wie höhere Stipendien, Gutscheine für Ausgaben im Kulturbereich und Wohngeldzuschüsse.

Eine Konsolidierung des Staatshaushalts ist wie in vielen anderen europäischen Ländern nicht zu erwarten, obwohl die Staatsverschuldung aktuell bereits bei 120 % des Bruttoinlandsprodukts liegt. Das öffentliche Defizit dürfte sich nur langsam zurückbilden.

Spanische Beschäftigung steigt deutlich

Die spanischen Ausrüstungsinvestitionen haben bereits 2021 den Einbruch des Corona-Jahres mit einem Plus von rund 14 % aufgeholt. Allerdings hat die Dynamik zuletzt abgenommen. Die Rahmenbedingungen werden sich 2022 verbessern, da die Industrie bei nachlassenden Lieferproblemen wieder mehr investieren dürfte.

Die Kapitalbildung wird auch vom Programm „NextGenerationEU“ profitieren, aus dem Spanien alleine Transfers in der Höhe von 5,8 % der aktuellen Wirtschaftsleistung erhält. Die Mittel sollen vorwiegend in Digitalisierung und den Klimaschutz fließen. Spanien konzentriert sich hier u.a. auf Konzepte der Elektromobilität.

Neben neuen Bahnstrecken dürfte Wohnungs- und Stadtsanierung zu mehr Bautätigkeit führen. Dies wird einen Teil der Rückgänge der Wohnungsbauinvestitionen in den Jahren 2020 und 2021 kompensieren. Wenig förderlich dürfte die beschlossene Mietpreisbremse sein, die sich an Eigentümer von mehr als zehn Wohnungen in angespannten Lagen richtet. Zudem sind bei Neubauten 30 % für Sozialwohnungen zu reservieren. Die Wohnungsbauinvestitionen dürften 2022 trotzdem moderat expandieren.

Der Außenhandel hat das Wirtschaftswachstum 2021 reduziert. Die Importe stiegen lebhaft, während die Exporte auch in Spanien durch Lieferprobleme etwas gebremst wurden. 2022 sollte der Außenbeitrag stabil ausfallen.

Disclaimer

Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

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