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title: "Wochenausblick: KW 46"
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updated: 2026-11-06
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Wochenausblick
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# Wochenausblick: KW 46

Wochenausblick 6. November 2026 © Helaba | Research | 6. November 2026 1 von 10 Helaba Research → Auf dem Radar → Deutschland: Anhebung der Wachstumsprognose → USA: Nach den Wahlen ist vor den Wahlen → Industrie: Was sagt uns das Auftragsplus – und was nicht? → Devisen: Spekulanten stellen sich gegen den Euro → Finanzmarktkalender → Prognosetabelle: BIP und Inflation → Kapitalmarktprognosen → Neues von Helaba Research Auf dem Radar uk/ In unserem letzten Jahresausblick lautete das Motto: „Die Karten werden neu gemischt.“ Dies traf in diesem Jahr auf viele Ereignisse zu, passt aber besonders gut zum erdrutschartigen Wahlaus- gang bei den US-Midterms (S. 3). Der Sieg der Demokraten in beiden Kammern des Kongresses bedeutet eine schwere Niederlage für den US-Präsidenten. Wie er die zwei übrigen Amtsjahre nun weiterregiert, ist angesichts seiner Unberechenbarkeit allerdings schwer vorherzusehen. Geht er beim Iran-Krieg nun „All In“ oder gibt er klein bei, um sich mehr Zeit für seine „Prachtbauprojekte“ zu verschaffen? Was es mit dem von Trump in Aussicht ge- stellten „großen Abkommen“ für ganz Europa auf sich hat, bleibt abzuwarten. Das eindeutige Wahlergebnis und die damit vermiede- nen Schlammschlachten wegen möglichen Wahlbe- trugs wurden an den Kapitalmärkten zunächst mit Er- leichterung aufgenommen. Ausgehend von Befürch- tungen, dass die US-Demokraten den Ausbau der KI- Infrastruktur bremsen könnten, kam es dann aber zu einem Kurseinbruch an den Aktienmärkten, der von den Technologiewerten ausging. Die asiatischen Bör- sen gaben ebenfalls spürbar nach. Staatsanleihen profitierten von dieser Situation und galten wie bereits beim Frankreich-Schock als sicherer Hafen. Die positive Stimmung wurde durch einen deut- lichen Rückgang der Rohölpreise unterstützt. Der An- stieg der Euro-Inflation auf 4,0 % war vor diesem Hin- tergrund verkraftbar, zumal sich die Kernrate mit 2,5 % stabil hält. Obwohl die Bank of England den Leitzins gerade auf 4 % angehoben hat, sinken die Zinserhö- hungserwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Ebenfalls positiv zu vermerken ist das jüngst verbesserte Wirtschaftswachstum in Deutschland und der Eurozone. Das breite Auftragsplus in der deutschen Industrie zeichnet trotz aller Widrigkeiten ein robustes Konjunkturbild (S. 4) und gibt Spielraum für Prognoseanhebungen beim Wirtschaftswachstum (S. 2). Das zuletzt freundlichere Konjunkturbild wird durch einen stärker als erwarteten Anstieg des US-BIP im dritten Quartal abgerundet. Mit Kapitalmärkte im Wochenrückblick \*05.11.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research -0,3 -0,4 0,2 0,6 1,12 177 0,83 0,92 Devisen jeweils gg. Euro: aktueller Stand\*, % gg. Vw US-Dollar Jap. Yen Brit. Pfund Schw. Franken 17 -11 -10 2,81 3,24 4,83 Zinsen/Renten in %: aktueller Stand\*, Bp. gg. Vw 3M Euribor 10j. Bundesanleih. 10j. US-Treasuries 1,1 0,4 -1,6 -5,5 26.325 6.232 51.523 61.078 Aktien in Landeswährung: aktueller Stand\*, % gg. Vw DAX Euro Stoxx 50 Dow Jones Nikkei 225 1,7 -14,4 4.088 98 Rohstoffe/Gold: aktueller Stand\*, % gg. Vw Gold $/oz Brentöl $/bbl Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 2 von 10 Spannung erwarten die Anleger nun die US-Inflationszahlen für Oktober, die in der Berichtswoche veröffentlicht werden. Auch beim Euro-Dollar-Kurs sowie beim Goldpreis gibt es Prognoseänderungen unsererseits. Dabei ändert sich in beiden Fällen nichts an der grundsätzlichen Richtung, sondern lediglich die Erwartungen, in welchem Zeitraum die Prognoseziele erreicht werden. Für Gold bedeutet dies eine Reduzierung der Prognose von 5.200 auf 4.800 US- Dollar je Feinunze zur Jahresmitte 2027. Der Euro dürfte sich langsamer erholen als bislang unterstellt (S. 5). Die Situation in Frankreich wird den Euro weiter belasten. Bis zu den französischen Präsidentschaftswahlen im April bleibt die Lage wohl unübersichtlich. Immerhin sind die Risikoaufschläge zuletzt nicht weiter gestiegen. Zu Beginn dieses Textes wurde das Motto des letzten Jahresausblicks noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Am Ende soll nun der Hinweis auf den Jahresausblick für 2027 folgen. Dieser wird am Dienstag veröffentlicht und nimmt Bezug auf eine völlig neue Themenwelt. Deutschland: Anhebung der Wachstumsprognose saz/ Die BIP-Daten für das dritte Quartal überraschten sowohl in Deutschland als auch der Euro- zone positiv. Im Zuge dessen haben wir unsere Wachstumsprognosen nach oben revidiert. Jüngst wurden die deutschen BIP-Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Diese überraschten mit einer Quar- talsrate von 0,2 % gg. Vq. positiv. Trotz der niedrigen Pegelstände im Rhein und den weiterhin belastenden Ener- giepreisen wuchs die deutsche Wirtschaft also und zeigte sich damit erneut erfreulich robust. Das deutsche Sozi- alprodukt legte somit vier Quartale in Folge zu. Demnach dürfte das kalenderbereinigte Wirtschaftswachstum 2026 mit 1,0 % etwas höher ausfallen als bisher unterstellt (0,9 %). Nennenswert ist, dass laut der Schnellmel- dung die Konsumausgaben – also Staatskonsum und Private Konsumausgaben in Summe – im dritten Quartal stie- gen, während sowohl die Investitionen als auch die Exporte abnahmen. Der Private Verbrauch dürfte sich von Juli bis September allerdings negativ entwickelt haben. Darauf deuten die Einzelhandelsumsätze hin, die im dritten Quartal etwa 4 % unter dem Wert des Vorquartals lagen. Es bleiben also nur die staatlichen Konsumausgaben, die im vergangenen Quartal Zuwächse erzielt haben dürften. Auch mit Blick in die Zukunft rechnen wir nun mit ei- nem kräftigeren BIP-Zuwachs. 2027 dürften die weiter zunehmenden Staatsausgaben sowie der anstehende Industrieaufschwung das Sozialprodukt ankurbeln. Für 2027 prognostizieren wir nun ein kalenderbereinigtes Wirtschaftswachstum von 1,4 % (zuvor: 1,2 %). Auch in der Eurozone fiel das BIP-Wachstum im abge- laufenen Quartal mit +0,4 % gg. Vq. besser aus als er- wartet. Während Deutschland positiv überraschte und Spanien erwartungsgemäß eine kräftige Wachstums- rate verzeichnete (+0,6 % gg. Vq.), enttäuschte die Entwicklung in Italien und Frankreich. Die italienische Wirtschaft stagnierte und das französische Sozialpro- dukt schrumpfte sogar um 0,1 % gegenüber dem Vor- quartal. Der Rest der Eurozone legte um 1,4 % gg. Vq. zu. Diese sehr hohe Quartalsrate ist primär auf das irische BIP zurückzuführen, das um 5,5 % gg. Vq. wuchs. Dies lag vor allem an Sondereffekten der dort ansässigen multi- nationalen Großkonzerne im Pharma- und IT-Sektor, die durch „Bilanzierungstricks“ das dortige BIP stark verzer- ren. Schon in den vorherigen Quartalen gab es beim irischen BIP starke Ausreißer. Deutschland bremst die Eurozone nicht mehr aus Reales Bruttoinlandsprodukt, Index: Q1 2023 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 3 von 10 Auch für die Eurozone haben wir unsere Wachstumsprognose für 2026 und 2027 angepasst. Für das laufende Jahr erwarten wir nun ein Plus von 1,1 % (zuvor: 0,8 %) und für 2027 liegt unsere Wachstumsprognose nun bei 1,4 % (zuvor: 1,2 %). USA: Nach den Wahlen ist vor den Wahlen pf/ Die Kongresswahlen sind so eindeutig ausgegangen, dass Befürchtungen über eine lange Unsicherheitsphase oder rechtliche Auseinandersetzungen verfehlt waren. Und nun? Die Demokraten haben bei den Zwischenwahlen einen historischen Sieg errungen. Sie übertrafen nicht nur die für sie sowieso schon positiven Umfragen. Die Versuche der Republikaner, sich durch Änderung der Wahlkreise für das Repräsentantenhaus Vorteile zu verschaffen („gerrymandering“) scheiterten grandios. Im Senat schnitten de- mokratische Kandidaten insgesamt deutlich besser als erwartet ab, einschließlich in einigen erzkonservativen Staaten: In Texas wurde zum ersten Mal wieder ein Demokrat in den US-Senat gewählt, seitdem in der klassischen Soap Opera „Dallas“ Sue Ellen auf J.R. Ewing geschossen hatte – im Herbst 1988. Für Kansas saß zuletzt ein Demo- krat im Senat als Judy Garland in Hollywood gerade als Farmerstochter Dorothy aus Kansas vor der Kamera stand – 1938 bei den Dreharbeiten zu „The Wizard of Oz“. Im Repräsentantenhaus können die Demokraten nun Untersuchungsausschüsse einsetzen, die die zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen Donald Trumps in den vergangenen knapp zwei Jahren beleuchten und die Korrup- tion im Umfeld des Präsidenten unter die Lupe nehmen. In der Fiskalpolitik wird Trump gezwungen sein, mit den Demokraten Kompromisse einzugehen, um Konfrontationen über den noch immer fehlenden Haushalt für das seit Oktober laufende Haushaltsjahr 2027 bzw. hinsichtlich der nominalen Schuldenobergrenze zu vermeiden. Größere finanzpolitische Maßnahmen sind in den kommenden zwei Jahren unwahrscheinlich. Die Senatsmehrheit spielt vor allem bei der Besetzung von Regierungsposten eine Rolle. Hier kann die Opposition den Präsidenten spürbar ausbremsen, denn zur Halbzeit von Trumps Amtsperiode sind ungewöhnlich viele jener Stellen noch unbesetzt, die vom Senat bestätigt werden müssen. Gerade auch bei der Neubesetzung von Bundes- richterposten wird die Senatskontrolle wichtig sein und längerfristige Auswirkungen haben. Eine Vakanz im be- sonders einflussreichen Supreme Court zeichnet sich zwar derzeit nicht ab, ist aber nie ganz ausgeschlossen. Die Demokraten dürften die Position des Kongresses gegenüber Machtanmaßungen der Exekutive besser vertei- digen als es die republikanischen Jasager seit Januar 2025 getan haben. Dennoch bleiben Präsident Trump erheb- liche Freiheiten, vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik. Hier wird die US-Politik wohl weiterhin unbere- chenbar sein. Klare Mehrheitsverhältnisse im nächsten Kongress Erwartete Sitzverteilung im 120. US-Kongress (2027-29), Stand 6. November 2026 \* Teil der demokratischen Fraktion (“caucus“) Quellen: CNN, Realclearpolitics.com, Helaba Research Demokraten; 250 Republikaner; 156 Noch offen; 29 Repräsentantenhaus (435) Demokraten; 52 Unabhängige\*; 2 Republikaner; 44 Noch offen; 2 Senat (100) Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 4 von 10 Denkbar ist, dass sich Trump nun auf seine persönlichen Steckenpferde (Ballsall, Triumphbogen, „reflecting pool“) fokussiert. Oder verfolgt er seine breiteren Ziele jetzt noch rücksichtsloser, weil er politisch „nichts mehr zu verlie- ren hat“? Es bleibt abzuwarten, wie Trumps Aussage, mit den Demokraten zusammenarbeiten zu wollen, aber „verrückte“ Gesetze mit dem Veto zu belegen, zu interpretieren ist. Es wäre durchaus im Einklang mit seinen bis- herigen Positionen, wenn er alle demokratischen Vorschläge als „verrückt“ charakterisieren würde. Allerdings ist Konsistenz auch nicht unbedingt eine hervorstechende Eigenschaft des Präsidenten. Die Herausforderung für die Demokraten wird nun sein, ihre internen Differenzen zwischen Moderaten und Pro- gressiven/Sozialisten zu überwinden und eine klare Alternative zu Trumps Politik zu präsentieren, die in zwei Jah- ren dann zu einem Regierungsprogramm werden kann. Der Kampf um die Präsidentschaft 2028 hat begonnen. Industrie: Was sagt uns das Auftragsplus – und was nicht? ak/ Breites Auftragsplus, verbesserte Produktionserwartungen. Vieles spricht für eine Belebung der Industrie, auch wenn der endgültige Durchbruch noch aussteht. Die deutsche Industrie verbucht im September ein ordentliches Auftragsplus von 4,4 %. Erfreu- lich dabei: Die Kernaufträge, also die Auftragseingänge ohne die schwankungsanfälligen Großaufträge, legen sogar um 5,1 % zu und zeigen wieder nach oben. Für die konjunktu- relle Lage liefern die Kernauf- träge zudem die bessere Indi- kation, da die Großaufträge sich häufig auf wenige Sektoren konzentrieren. Das breite Auftragsplus, zu dem sowohl der Maschinenbau als auch die Chemie- und Autoindustrie beitrugen1, ist ein wichtiges Signal für einen möglichen inländischen Industrieaufschwung. Vor allem die stark gestiegene inlän- dische Maschinenbaunachfrage ist wichtig und spricht für mögliche Zuwächse bei den weiterhin trüben deutschen Ausrüstungsinvestitionen. Doch ohne Berücksichtigung der Großaufträge reicht dieser gute Monat bei den inlän- dischen Investitionsgüteraufträgen – dem Vorboten der Ausrüstungsinvestitionen – noch nicht aus, um von einer Trendwende zu sprechen. Hier geht es weiter seitwärts. Von daher: ein wichtiges Plus, aber noch kein Garant für eine selbsttragende und kapazitätsausweitende Industriewende. 1 Ausführlichere Infos gibt’s unserem aktuellen Branchenupdate vom 6. November 2026. Ordentliches Auftragsplus im September Verarbeitendes Gewerbe Deutschland, Jan. 2015 = 100, saisonbereinigt Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 5 von 10 Mehr Mut macht hingegen der Blick auf eine Frage, der wir uns im Sommer widmeten: Wann wird‘s denn end- lich etwas mit der Produktion? Aufträge allein ernäh- ren schließlich niemanden. Die Produktion im Verar- beitenden Gewerbe legte im September um 1,7 % zu. Das ist ordentlich, wirkt im Vergleich zum deutlich stärkeren Auftragsplus und angesichts des schwachen Jahresverlaufs der Produktion noch wenig. In der ge- nannten Studie haben wir diskutiert, warum es derzeit besonders lange dauern dürfte, bis die Produktion nachzieht. Der Hoffnungsschimmer: Die Umfragen des ifo Insti- tuts zeigen, dass die Mehrheit der Unternehmen, ge- nau wie wir, inzwischen mit steigender Produktion in den kommenden Monaten rechnet (vgl. Grafik). Dabei sollte immer wieder erwähnt werden, dass ein steigendes Produktionsvolumen zwar wichtig ist, für Deutschlands Industrie aber längst nicht mehr alles entscheidet. Denn die Wertschöpfung, also das, was letztlich tatsächlich volkswirtschaftlich zugutekommt, entkoppelt sich seit Jahren zunehmend von der reinen Produktions- menge. Während uns die jüngsten Industriezahlen also optimistisch stimmen, sind die Aussichten natürlich nicht frei von Abwärtsrisiken. Die Energiepreisspitzen infolge des Iran-Kriegs müssen weiter im Blick behalten werden. Auch Materialengpässe stehen für manche Branchen wieder auf der Tagesordnung, wie wir in unserem aktuellen Branchenupdate berichten. Devisen: Spekulanten stellen sich gegen den Euro sw/ Spekulative Anleger wenden sich gegen den Euro. Zukünftig könnten Ölpreise und Trumps Politik dem US-Dollar aber schaden. Wir passen unsere Prognose für 2027 auf 1,15 an. Wir reduzieren unsere Prognose für den Euro-Dollar-Kurs zum Jahresende von 1,20 auf 1,15. Der US-Dollar wurde im Jahresverlauf von einer Flucht in sichere Häfen, steigenden Zinsdifferenzen und von anhaltend hohen Ölprei- sen unterstützt. Zuletzt lastete auch Frankreichs Haushaltsdefizit und die Turbulenzen bei europäischen Staatsan- leihen auf dem Euro. Da die genannten Probleme vorerst weiterhin bestehen, passen wir unsere Prognose an. Der Euro-Dollar-Wechselkurs hat sich aktuell um rund 1,12 eingependelt, bewegte sich aber zwischenzeit- lich sogar auf 1,11 zu. Häufig sind die Zinsdifferenzen der beste Indikator für eine Wechselkursveränderung. In den letzten Wochen aber schrumpfte der Zinsnach- teil deutscher Staatsanleihen gegenüber US-amerika- nischen, ohne dass der Euro davon profitieren konnte (vgl. Grafik). Die Wechselkursbewegung passt auch nicht zu den leicht gefallenen Ölpreisen. Was steckt also dahinter? Grund für die Neubewertung scheint vielmehr die Po- sitionierung spekulativer Anleger gegenüber dem Euro zu sein. Diese drehte zuletzt deutlich in den ne- gativen Bereich (vgl. Grafik). Es wird von dieser Anle- gergruppe in Summe also mehr auf einen fallenden Euro-Dollar-Kurs als auf einen steigenden Kurs gesetzt. Produktionserwartungen wieder Plus Produktionsindex 2021 = 100 (sb) Produktionserwartung\* \*Ein positiver Wert bedeutet, dass befragte Unternehmen per saldo steigende Pro- duktion in den nächsten drei Monaten erwarten. Quellen: Macrobond, Helaba Research Zinsdifferenzen und US-Dollar divergieren zuletzt %-Punkte USD Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 6 von 10 Das erklärt zum Teil die Abwertung des Euros gegen- über dem Dollar. Die Positionierung gegen den Euro drückt direkt auf seinen Kurs. Themen wie die Fiskal- probleme Frankreichs und weiterhin erhöhte Energie- preise könnten Gründe für die Umschichtung sein. Auch eine Spekulation darauf, dass die EZB in Folge der Fiskalsorgen ihre Zinsen weniger weit anhebt als die Fed, könnte ein Faktor sein. Haben diese Anleger recht und der Euro fällt noch wei- ter? In Extrembereichen ist die Positionierung speku- lativer Anleger häufig sogar ein Kontraindikator – wenn schon alle gegen den Euro wetten, wer verkauft ihn dann noch? Eine Gegenbewegung ist dann wahr- scheinlich. Aktuell sind wir aber nicht in einem Extrem- bereich, daher gehen wir nicht von einer scharfen Gegenbewegung aus. Dennoch sollten Marktteilnehmer diesen Fakt auf dem Schirm behalten und bei einer noch stärkeren Positionierung pro Dollar vorsichtig werden. Mittelfristig sind andere Faktoren aber relevanter. Zwar erwarten wir von den Zinsdifferenzen keine großen Im- pulse mehr – sowohl Fed als auch EZB werden wohl noch einen Zinsschritt gehen. Aber rückläufige Ölpreise könn- ten dem Dollar im kommenden Jahr schaden. Zudem bleibt Trump unvorhersehbar und eine erratische Politik könnte dem Vertrauen in den Greenback zusetzen – wie schon im Jahr 2025. Auf der Haben-Seite bleibt die gute wirtschaftliche Entwicklung der USA, die Kapital unter anderem im Aktienmarkt anzieht. In Summe überwiegen die Kontra-Dollar-Faktoren unserer Ansicht nach weiterhin, sodass wir auf Jahressicht einen leicht schwächeren Dollar bei 1,15 erwarten. Spekulanten wenden sich gegen den Euro % der offenen Positionen USD Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 7 von 10 Finanzmarktkalender Zeit Land Periode Indikator Helaba- Prognose Bloomberg Consensus Vorperiode Montag, 09.11.2026 08:00 DE Sep Exporte, % gg. Vm., sb 0,5 k.A. -0,8 10:30 EZ Nov sentix-Investorenvertrauen 5,0 2,0 2,7 14:40 US Fed-Vize Bowman 16:00 US Chicago-Fed-Präsident Goolsbee 18:15 US Richmond-Fed-Präsident Barkin Dienstag, 10.11.2026 08:30 DE Q3 vdp-Immobilienpreisindex Wohnen, % gg. Vq. Gewerbeimmobilien, % gg. Vq 0,2 -1,0 k.A. k.A. 0,3 -1,2 10:00 Helaba Jahresausblick 2027 10:00 US Fed-Gouverneur Waller 14:30 US Okt Verbraucherpreise % gg. Vm. % gg. Vj. 0,3 k.A. 0,3 k.A. 0,6 k.A. 14:30 US Okt Verbraucherpreise, Kernrate % gg. Vm. % gg. Vj. 0,2 k.A. 0,2 k.A. 0,3 k.A. 19:30 US Kansas-City-Fed-Präsident Schmid 21:30 US Fed-Vize Bowman Mittwoch, 11.11.2026 00:30 US Fed-Vize Bowman 00:30 US Philadelphia-Fed-Präsidentin Paulson US Veterans Day - Rentenmarkt geschlossen Donnerstag, 12.11.2026 08:00 GB Q3 BIP 1. Schätzung, % gg. Vq. 0,7 0,7 0,5 14:30 US 7. Nov Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Tsd 200 195 189 15:00 US Cleveland-Fed-Präsidentin Hammack 16:00 US Okt Verkauf bestehender Häuser, Mio. (JR) 3,9 3,9 4,0 16:00 US Fed-Gouverneur Barr 17:30 US Chicago-Fed-Präsident Goolsbee 19:10 US San-Francisco-Fed-Präsidentin Daly Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 8 von 10 Prognosetabelle: BIP und Inflation Freitag, 13.11.2026 00:30 US New-York-Fed-Präsident Williams 11:00 EZ Q3 BIP, 2. Schätzung % gg. Vq. % gg. Vj. 0,4 1,3 0,4 1,3 0,6 1,2 14:30 US Okt Erzeugerpreise, % gg. Vm. 0,4 0,4 1,3 14:30 US Okt Erzeugerpreise, Kernrate, % gg. Vm. 0,3 0,3 0,7 16:50 US Fed-Vize Bowman 18:00 US San-Francisco-Fed-Präsidentin Daly Samstag, 14.11.2026 01:00 US Fed-Vize Jefferson Quellen: Bloomberg, Helaba Research 2024 2025 2026p 2027p 2024 2025 2026p 2027p Eurozone 1,2 1,3 1,1 1,4 2,4 2,1 3,1 2,8 Deutschland 0,0 0,3 1,0 1,4 2,2 2,2 2,7 2,8 Frankreich 1,4 0,9 0,3 0,6 2,3 0,9 2,6 2,8 Italien 0,9 0,7 0,8 1,0 1,1 1,6 3,4 3,4 Spanien 3,7 2,8 2,6 2,3 2,9 2,7 3,9 3,5 Niederlande 1,1 1,8 1,7 1,5 3,2 3,0 2,9 2,7 Österreich -0,5 0,8 0,8 1,3 2,9 3,6 3,2 2,9 Schweden 1,9 1,6 2,5 2,2 2,8 0,7 0,7 2,3 Polen 3,1 3,8 3,5 3,3 3,6 3,6 3,1 3,0 Tschechien 1,1 2,7 1,8 2,3 2,4 2,5 2,2 2,9 Ungarn 0,7 0,6 1,8 2,6 3,7 4,4 1,8 2,7 Großbritannien 1,1 1,2 1,6 1,5 2,5 3,4 3,2 3,1 Schweiz 1,3 1,8 2,0 1,8 1,1 0,2 0,7 1,0 USA 3,0 2,3 2,3 2,0 3,0 2,7 3,4 2,8 Japan 0,1 1,2 0,6 0,8 2,7 3,2 2,0 2,3 Asien ohne Japan 4,7 4,8 4,6 4,2 1,5 0,9 2,2 2,1 China 5,0 5,0 4,5 4,0 0,2 0,0 1,2 1,3 Indien\* 7,2 7,8 7,3 7,1 4,9 2,2 4,4 4,2 Russland 4,9 1,0 0,6 0,7 8,4 8,7 6,3 5,2 Türkei 3,3 3,6 2,7 4,0 58,5 34,9 31,0 23,0 Lateinamerika\*\* 2,0 2,4 1,8 2,1 26,2 7,8 7,1 6,0 Brasilien 3,0 2,6 2,0 1,6 4,8 4,3 4,6 4,3 Welt 3,3 3,2 3,0 2,8 4,4 2,5 3,2 2,8 Welt: gewichtet auf PPP-Basisjahr 2021; Verbraucherpreise Welt ohne Türkei \*Indien: Financial Year; \*\* Lateinamerika wegen Hyperinflation ohne Venezuela; p=Prognose, BIP-Wachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt Quellen: Macrobond, LSEG, Helaba Research Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr, % Veränderung gg. Vorjahr, % Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 9 von 10 Kapitalmarktprognosen aktueller 31.12.2025 Vorwoche\* Stand\*\* Q4/2026 Q1/2027 Q2/2027 Q3/2027 Zinsen % EZB Refi-Satz 50 0 2,65 2,90 2,90 2,90 2,90 EZB Einlagenzins 50 0 2,50 2,75 2,75 2,75 2,75 Tagesgeldsatz €STR 52 0 2,44 2,75 2,75 2,75 2,75 3M Euribor 79 17 2,81 2,85 2,90 2,90 2,85 6M Euribor 91 4 3,01 3,05 3,10 3,05 2,95 2j. Bundesanleihen 86 -10 2,98 3,20 3,20 3,20 3,00 5j. Bundesanleihen 60 -12 3,05 3,30 3,30 3,30 3,10 10j. Bundesanleihen 39 -11 3,24 3,50 3,50 3,50 3,30 2j. Swapsatz 102 -9 3,29 3,45 3,40 3,40 3,20 5j. Swapsatz 70 -14 3,27 3,45 3,45 3,45 3,25 10j. Swapsatz 41 -13 3,33 3,50 3,55 3,55 3,35 20j. Swapsatz 14 -10 3,38 3,55 3,60 3,60 3,45 30j. Swapsatz 0 -7 3,24 3,45 3,50 3,50 3,40 Fed Funds Target Rate 25 0 3,88 4,13 4,13 4,13 4,13 10j. US-Treasuries 67 -10 4,83 5,00 5,00 5,00 4,80 Aktien DAX 7,5 1,1 26.325 27.000 27.250 27.500 27.750 Euro Stoxx 50 7,6 0,4 6.232 6.400 6.450 6.500 6.550 Dow Jones 7,2 -1,6 51.523 54.500 54.750 55.000 55.250 S&amp;P 500 7,4 -4,7 7.354 7.900 7.980 8.060 8.140 Nikkei 225 21,3 -5,5 61.078 62.000 62.500 63.000 63.500 Gold und Brentöl Gold €/Unze -0,9 1,3 3.644 3.750 3.894 4.248 4.522 Gold $/Unze -5,4 1,7 4.088 4.200 4.400 4.800 5.200 Brentöl $/Barrel 61,5 -14,4 98 100 97 93 89 Devisen jeweils gg. Euro US-Dollar 4,7 -0,3 1,12 1,12 1,13 1,13 1,15 Japanischer Yen 4,0 -0,4 177 174 173 170 173 Britisches Pfund 4,5 0,2 0,83 0,84 0,84 0,86 0,86 Schweizer Franken 1,6 0,6 0,92 0,92 0,92 0,93 0,95 \* 29.10.2026 \*\* 05.11.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research jeweils gg. Euro, % % Veränderung seit ... Basispunkte Landeswährung, % Wochenausblick © Helaba | Research | 6. November 2026 10 von 10 Neues von Helaba Research Links zu kürzlich erschienenen Analysen → Branchen-Update November 2026 → Im Fokus Aktien: Update Helaba-BEST-Indikator Wir sind für Sie da: Themengebiete Autoren/-innen Durchwahl 069/9132- Chefvolkswirtin/Head of Research Dr. Gertrud Rosa Traud (rt) 20 24 Leiter Capital Market Research Dr. Stefan Mitropoulos (sm) 46 19 Leiter Economic Research Dr. Stephan Brand (sb) 46 59 Rentenstrategie Ulf Krauss (uk) 47 28 Aktienstrategie Markus Reinwand (mr), CFA 47 23 Devisenstrategie, Großbritannien Samuel Will (sw) 74 88 Gold Claudia Windt (cw) 25 00 Immobilien Paul Richter (pr) 79 58 Rohöl Ralf Umlauf (ru) 11 19 Pfandbriefe, Covered Bonds Florian Hillenbrand (fh) 40 79 Bankanleihen Dr. Susanne Knips (sk) 32 11 Deutschland, Eurozone Simon Azarbayjani (saz) 79 76 Branchen Adrian Keppler (ak) 41 83 USA, China Patrick Franke (pf) 47 38 Nordeuropa, Zentraleuropa Marion Dezenter (md) 28 41 Emerging Markets Lucas Rauschkolb (lr) Viola Julien (vj) 39 47 20 32 Geopolitik Ralf Schuster (rs) 28 88 Finanzplatz Frankfurt Ulrike Bischoff (ub) 52 56 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Simon Azarbayjani Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Mail: research@helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. 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