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title: "Im Fokus Aktien: Aktienrente – zu viel Risiko oder Ausweg aus der Rentenfalle? "
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updated: 2026-10-29
keywords: Aktien
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# Im Fokus Aktien: Aktienrente – zu viel Risiko oder Ausweg aus der Rentenfalle? 

Im Fokus: Aktien 28. Oktober 2026 © Helaba | Research | 28. Oktober 2026 1 von 7 Helaba Research Aktienrente – zu viel Risiko oder Ausweg aus der Rentenfalle? Die öffentliche Diskussion um Aktieninvestments wird häufig von Emotionen und Vorurteilen dominiert. Kurzfristige Kursschwankungen dienen dabei oft als Beleg für die mangelnde Eignung für die Altersvorsorge. Dabei handelt es sich aber um einen langfristigen Ansparprozess, bei dem kurzfristige Kursschwankungen an Bedeutung verlieren und die langfristig höhere Rendite von Aktien zum Tragen kommt. Rentensysteme unter Druck In nahezu allen westlichen Industrieländern ist die zunehmende Alterung der Bevölkerung eine der größten Herausforderungen für die Wirtschafts- und Sozialpolitik. Auch in Deutsch- land ist dieses Problem (wieder einmal) in den Mittelpunkt der politischen Diskussion gerückt. Dabei droht das von der eigens eingesetzten Rentenreformkommission vorgelegte Paket, das eigentlich als „Gesamtkunstwerk“ umgesetzt werden sollte, angesichts der schlechten Wahler- gebnisse der Regierungsparteien erneut aufgeschnürt zu werden. Zumindest wurde zuletzt die Frühstart-Rente im Bundestag beschlossen – ein staatliches Förderinstrument für die private Altersvorsorge von Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren. Demokratietheoretisch wird es in alternden Gesellschaften zunehmend schwer Reformen durchzusetzen, die zu Lasten der Rentner gehen, da deren Anteil an der (Wahl-)Bevölkerung stetig steigt. Daraus jedoch eine generelle Reformunfähigkeit demokrati- scher Systeme abzuleiten, ginge zu weit. Schließlich zeigt der Blick in andere Länder, dass es durchaus möglich ist, die Alters- vorsorge besser auf mehrere Säulen zu verteilen. In Deutschland dominiert ähn- lich wie in Österreich, Frankreich und Italien die erste Säule. Die umlagefinanzierte gesetzliche Rente nimmt eine herausra- gende Position ein. Dagegen Rentensysteme unter Druck ......................................................................................................... 1 Umlagesysteme in der demographischen Sackgasse ................................................................... 2 Kapitaldeckung als Ausweg? ........................................................................................................ 2 Die Deutschen und die Aktie – bislang keine Liebesgeschichte .................................................. 3 Altersvorsorge und Aktienanlage – ein perfekter Match .............................................................. 4 Was wäre, wenn… Ergebnisse ausgewählter Sparplanvarianten ................................................. 6 Altervorsorge ruht auf unterschiedlich starken Säulen aufgebaut Anteile\*, % \*2022 oder letztes verfügbares Jahr Quellen: OECD Income Distribution Database, Helaba Research 0% 20% 40% 60% 80% 100% Kanada USA Niederlande Schweiz UK Dänemark Japan OECD Deutschland Italien Frankreich Österreich Einkommensquellen im Alter Gesetzliche Rente Betriebliche Alltersvorsoge Private Vorsorge Erwerbstätigkeit Markus Reinwand, CFA Aktienmarktstratege T 069/91 32-47 23 Im Fokus: Aktien © Helaba | Research | 28. Oktober 2026 2 von 7 verfügen beispielsweise die Niederlande, Großbritannien und die Schweiz über eine relativ stark entwickelte zweite Säule, die Betriebliche Altersvorsorge. In Kanada, den USA und Dänemark ist dagegen die dritte Säule, die private Vorsorge, sehr entwickelt. Grundsätzlich stärken auch in diesem Zusammenhang Diversifikation bzw. ver- schiedene Säulen die Tragfähigkeit eines Systems. Aber welche Systeme gibt es grundsätzlich? Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Umlagesystemen und kapitalgedeckten Systemen. Umlagesysteme in der demografischen Sackgasse In einem Umlagesystem („pay as you go“) finanzieren die derzeit Erwerbstätigen direkt die Rentenempfän- ger. Abgesehen von einer sogenannten Schwankungs- reserve wird in diesem System kein Kapital angespart. Oft wird hier von einem Generationenvertrag zwischen Jungen und Alten gesprochen. Bei einer Abnahme der Zahl der Erwerbstätigen und einer Zunahme der Ren- tenempfänger laufen diese Systeme jedoch Gefahr, keine ausreichenden Einnahmen mehr zu erzielen. Lösungsmöglichkeiten bestehen zum einen in einer Erhöhung der Einnahmen durch Beitragsanhebungen, eine Ausweitung der Versicherungspflicht, staatliche Zuschüsse oder eine aktive Zuwanderungspolitik. Zum anderen kann die Ausgabenseite durch eine Absen- kung des Rentenniveaus oder eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit entlastet werden. In der Realität ist am häufigsten eine Kombination dieser Maßnahmen vorzu- finden, zumal andernfalls eine Generation besonders stark benachteiligt würde. Grundsätzlich sind diese Maßnah- men jedoch lediglich eine Symptombekämpfung. An der Anfälligkeit umlagefinanzierter Rentensysteme gegen- über einer zunehmenden Alterung der Gesellschaft, wie sie typisch für hochentwickelte Volkswirtschaften ist, än- dern sie nichts. Daneben ist die Gefahr der politischen Einflussnahme in diesen Systemen größer. Über die reine Altersversorgung hinaus werden in der Regel auch Umverteilungsziele verfolgt, die dazu führen, dass das System intransparenter wird und eine Äquivalenz zwischen Beiträgen und Leistungen nur noch bedingt gegeben ist. Somit können massive Fehlanreize entstehen, die zu Ausweichreaktionen führen und die Finanzierungssituation zusätzlich verschärfen. Kapitaldeckung als Ausweg? Bei einer kapitalgedeckten Altersvorsorge gibt es keinen direkten Transfer zwischen Erwerbstätigen und Ren- tenbeziehern. Vielmehr wird im Laufe eines Berufslebens ein individueller Kapitalstock aufgebaut, aus dem der Lebensunterhalt im Alter finanziert wird. Damit besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Beitragszahlung und zu erwartender Rentenleistung, was sich positiv auf das Sparverhalten der Bürger auswirken dürfte. Zudem ist ein solches System weniger anfällig für politische Einflussnahme, da die Gelder in der Regel von unabhängigen Institutionen verwaltet werden. Die positiven Leistungsanreize, die sich daraus ergeben, dürften der Volkswirt- schaft insgesamt zugutekommen. Die verstärkte private Vorsorge führt zu Mittelzuflüssen am Kapitalmarkt, wodurch sich die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen verbessern. Gleichzeitig sorgt der Wettbewerb um diese Mittel für eine effizientere Allokation der Ressourcen, was tendenziell das Wirtschaftswachstum stei- gern und damit auch zu höheren Renditen für die Kapitalgeber führen dürfte. Auch ein solches System ist nicht völlig unabhängig von der demografischen Entwicklung. Denn bei zunehmen- der Alterung der Gesellschaft befinden sich immer weniger Personen im Anspar- und immer mehr in der Entspar- phase, wodurch es zu verstärkten Kapitalmarktabflüssen kommen kann. Immer weniger Aktive finanzieren einen Rentner Quellen: Deutsche Rentenversicherung Bund, Bundesinstitut für Bevölkerungs- forschung, Helaba Research 1962 1992 6,0 2022 2030\* 2050\* 2,2 2,7 1,5 1,3 Beitragszahler Rentner Im Fokus: Aktien © Helaba | Research | 28. Oktober 2026 3 von 7 Allerdings ist dieses System im Gegensatz zur umlagefinanzier- ten Rente nicht an die jeweilige Volkswirtschaft gebunden. Vielmehr lassen sich internatio- nale Diversifikationseffekte rea- lisieren, indem beispielsweise in Ländern investiert wird, die sich in einem früheren Entwicklungs- stadium befinden und somit höhere Wachstumsraten als Deutschland aufweisen. Während Deutschland in den vergangenen 30 Jahren um nominal rund 3 % pro Jahr ge- wachsen ist, legte die Weltwirtschaft rund 5 % pro Jahr zu. Aktien sind ein hervorragendes Anlagevehikel, um da- ran zu partizipieren. Da die DAX-Unternehmen rund drei Viertel ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands erzielen, trägt bereits ein DAX-Investment zur globalen Streuung bei. In den vergangenen 30 Jahren hätte dies auf Jah- resbasis eine Rendite von 8,3 % eingebracht. Noch besser hätte mit 9 % ein Investment in den MSCI World abge- schnitten. Angesichts dieser beeindruckenden Zahlen verwundert die Zurückhaltung, die hierzulande gegenüber der Aktienanlage herrscht. Die Deutschen und die Aktie – bislang keine Liebesgeschichte Verglichen mit Ländern wie den USA, wo Umfragen zufolge rund 60 % der Bevölkerung über Aktien verfügen oder der Schweiz, wo zwischen 35 % und 40 % der Einwohner darin investieren, fristet die Aktie in Deutschland noch immer ein Schattendasein1. Nur rund 20 % der Bevölkerung besitzt direkt oder indirekt Aktien. Zumindest ist in den vergangenen Jahren eine stärkere Berücksichtigung der Aktie als Anlageinstrument zu beobachten. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass insbesondere in der Alterskohorte der 14- bis 39-Jährigen in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Aktionärszahlen zu beobachten war. Gerade für junge Menschen mit langem Anlage- horizont kann die Aktie ihre Vorteile gegenüber anderen Anlageformen ausspielen. 1 Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsverfahren und Abgrenzungen sind die Zahlen nur bedingt miteinander vergleichbar und sollen lediglich einen Orientierungswert liefern. Aktien wachsen stärker als die jeweilige Volkswirtschaft Annualisierte Veränderung der letzten 30 Jahre, % Quellen: LSEG, Helaba Research Die Richtung stimmt Deutlicher Anstieg bei U40-Anlegern Anteil Aktienbesitzer an der Bevölkerung ab 14 Jahren, % Mio. Quellen: DAI, Helaba Research Quellen: DAI, Helaba Research 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 23 25 Aktionäre in Deutschland 1 2 3 4 5 1 2 3 4 5 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 40-49 über 60 50-59 14-39 Zahl der Aktienanleger in Deutschland nach Altersgruppen Im Fokus: Aktien © Helaba | Research | 28. Oktober 2026 4 von 7 Augenscheinlich besteht jedoch noch erheblicher Aufklärungsbedarf, denn viele Anleger wählen lieber ein aus ihrer Sicht weniger geeignetes Anlageinstrument aus, als ein Risiko einzugehen. Besonders deutlich wird die Dis- krepanz zwischen Eignung und Nutzung bei Tagesgeld und Sparbuch. Der bewusste Verzicht auf Rendite zuguns- ten von Sicherheit hat aber gerade bei langfristigen Ansparvorgängen wie der Altersvorsorge enorme Auswirkun- gen auf die Vermögensentwicklung und damit auf die daraus zu erzielenden Rentenzahlungen. Woher rührt dieses tief sit- zende Misstrauen gegenüber Aktienanlagen? Hierfür gibt es mehrere Gründe. Die Entwick- lung der Aktionärszahlen in Deutschland zeigt, dass es in Deutschland schon einmal eine entstehende Aktienkultur gab. Das Platzen der New Economy Blase und die schmerzhaften Erfahrungen hierzulande mit dem Neuen Markt sowie die Verluste bei den sogenannten Volksaktien hatten tiefe Spu- ren hinterlassen. Anstatt aus den gemachten Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen, schienen viele Anleger jedoch gleich „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet zu haben“, indem sie sich komplett von dieser Anlageform verabschiedeten. Zudem wird die Aktienanlage in der öffentlichen Diskussion noch immer diskreditiert, anstatt ehrlich über die damit verbundenen Risiken, aber eben auch Chancen zu informieren. Dass über eine bessere Finanz- bildung ein Großteil der Vorur- teile und Wissensdefizite ausge- räumt werden könnten, zeigen die Antworten derjenigen, die bislang nicht in Wertpapiere investieren. Offensichtlich man- gelt es an der Fähigkeit, Risiken richtig einzuschätzen, Verlust- ängste sind sehr ausgeprägt und es fehlt an Vertrauen in die Finanzmärkte. Alle diese The- men würden bei einer stärkeren Auseinandersetzung mit dem Thema an Brisanz verlieren. Altersvorsorge und Aktienanlage – ein perfekter Match Unter den Anlageklassikern bieten Aktien langfristig die mit Abstand höchsten Renditechancen. Damit eignen sie sich besonders gut für die Altersvorsorge. Ein Investment in Aktien ist eine Beteiligung an Unternehmen. Da- mit profitiert der Anleger von Innovationen, Wachstum und Gewinnen. Wichtig ist, dass in der Vergangenheit die Erträge deutlich höher als bei Geldmarkt- oder Rentenpapieren ausfielen. Auch Immobilieninvestments konn- ten hier nicht mithalten. Bei diesen Kategorien steht eindeutig der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Durch Infla- tion können die teils überschaubaren Erträge weiter reduziert werden. Risikoaversion dominiert Anlageverhalten Angaben in %, Mehrfachnennungen möglich Quellen: DSGV-Vermögensbarometer 2025, Helaba Research 0 10 20 30 40 Investmentfonds Edelmetalle Festgeld ETFs Sparbuch Aktien Tagesgeld Eignung vs. Produktnutzung Eignung Nutzung Warum legen Sie Ihr Geld nicht in Wertpapieren an? Angaben in %, Mehrfachnennungen möglich Quellen: DSGV-Vermögensbarometer 2025, Helaba Research Ich kann die Risiken nicht einschätzen Ich habe Angst, mein Geld zu verlieren Ich habe kein Vertrauen in die M ärkte Ich finde den Kapitalmarkt schwer durchschaubar Ich habe kein Interesse an Wertpapieren Ich weiß nicht, ob ich genug Geld für eine Anlage in Wertpapieren habe Ich habe zu wenig Zeit, um mich mit dem Thema zu befassen Ich finde das Produktangebot (zu) unübersichtlich In meinem Umfeld investiert niemand in Wertpapiere Sonstiges 6 6 8 12 13 21 25 26 29 35 Im Fokus: Aktien © Helaba | Research | 28. Oktober 2026 5 von 7 Beim Thema Inflationsschutz punktet Gold als klassischer Krisen- und Inflationsprofi- teur. Allerdings wirft das Edel- metall keine laufenden Erträge ab, sondern lebt von den Preis- steigerungen. In der Historie waren zudem lange Seitwärts- phasen zu beobachten. So konnten die Höchststände von Anfang der 1980er Jahre erst Mitte der 2000er wieder er- reicht werden. Aktien dagegen liefern neben Kursgewinnen auch laufende Erträge in Form von Dividenden. Da Unternehmen steigende Kosten in der Regel über höhere Preise an ihre Kun- den weitergeben können, bieten sie ebenfalls Schutz vor Inflation. Wichtig bei der Aktienanlage ist jedoch, dass das Portfolio möglichst breit gestreut (diversifiziert) ist, also Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern enthalten sind. Andernfalls könnten sich unnötige Klumpenrisiken ergeben. Globale Aktienindizes eignen sich gut als Orientierungsgröße. Um die Risikoeigenschaften eines solchen, global diversifizierten Aktienindex aufzuzeigen, haben wir die Rendi- ten seit 1975 (blaue Punkte) und deren Mittelwert (rote Punkte) in Abhängigkeit von der Haltedauer dargestellt. Bei sehr kurzen Anlagehorizonten streuen die Renditen stark. Es gab Jahre mit Kurssteigerungen um mehr als 70 %, aber auch Verlustjahre mit Rückgängen um rund 40 %. Diese enormen Ausschläge ha- ben die Kritiker des Aktienspa- rens meist vor Augen bzw. „ar- gumentieren“ damit. Der An- sparvorgang für die Altersvor- sorge ist aber das genaue Ge- genteil davon: Hier handelt es sich um sehr lange Anlagezeit- räume. Wie die Grafik zeigt, werden die Renditeschwankun- gen umso geringer, je länger der Anlagehorizont wird. Sie nähern sich dem langfristigen Durchschnitt an, der in diesem Beispiel rund 10 % beträgt. Diese Grafik verdeutlicht auch, dass Aktiensparen gar nicht früh genug beginnen kann. Insofern könnte die Früh- start-Rente einen guten Impuls für die jüngeren Jahrgänge geben, frühzeitig mit dem Vermögensaufbau zu begin- nen und die Altersvorsorge stärker zu diversifizieren. Dadurch ließe sich ein ausgewogenerer Mix aus umlagefi- nanzierten und kapitalgedeckten Rentenbausteinen realisieren. Aktien langfristig renditestärkste Asset-Klasse Gesamtertragsindizes in Euro, indexiert: 31.12.1975 = 100 \* Deutscher Rentenindex, REX \*\* 3M-Geldmarkt \*\*\* bis 31.12.2004 BVI-Daten, ab 1.1.2005 Helaba OIF-Index Quellen: LSEG, Helaba Research Je länger die Anlagedauer, desto geringer das Risiko Renditen, % p.a. Quellen: LSEG, Helaba Research -60 -40 -20 0 20 40 60 80 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Haltedauer in Jahren MSCI World Aktien, Renditen nach Haltedauer (seit 1975) Im Fokus: Aktien © Helaba | Research | 28. Oktober 2026 6 von 7 Was wäre, wenn… Ergebnisse ausgewählter Sparplanvarianten Am besten sind die mit Aktiensparen verbundenen Chancen zu erkennen, wenn man sie anhand der historischen Entwicklung überprüft. Im folgenden Beispiel wird gegenübergestellt, welches Vermögen sich bei einer monatli- chen Sparrate von 100 Euro nach 45 Jahren Ansparphase mit Aktien und Anlagealternativen wie Staatsanleihen (Renten) oder Gold ergeben hätte.2 Durch den Zinseszinseffekt und die lange Laufzeit haben schon kleine Rendi- teunterschiede enorme Auswirkungen auf das Bruttovermögen nach 45 Jahren. Mit einem Aktiensparplan wäre in den vergangenen 45 Jahren ein mehr als doppelt so hoher Ertrag wie mit Gold und sogar ein zehnmal so hoher wie mit Staatsanleihen zu erzielen gewesen. Ausgehend vom Vermögen am Ende der Ansparphase ließen sich bei einer auf 25 Jahre angelegten Entsparphase, bei der das Kapital vollständig auf- gezehrt würde, und einer Verzinsung von 3 % während dieses Zeitraums bei Aktien monatlich brutto rund 4.000 Euro, bei Gold gut 2.000 Euro und bei Staatsan- leihen gut 600 Euro entnehmen. Die Unterschiede sind also zu groß, um sie ignorie- ren zu können. Auch wenn die kommenden 45 Jahre durchaus anders verlaufen können als die vergange- nen, führt an der Aktie als Renditebringer kein Weg vorbei. Der lange Anlagehorizont und der mit einem Sparplan einhergehende Durchschnittskosteneffekt3 arbeiten hier für den Anleger und reduzieren die mit einer Aktienanlage verbundenen Risiken. Angesichts der langfristig höheren Renditechancen von Aktien spricht vieles dafür, breiten Bevölkerungs- schichten einen einfacheren Zugang zu kapitalge- deckter Altersvorsorge zu ermöglichen. 2 Das Beispiel dient lediglich der Veranschaulichung der Vorteilhaftigkeit des Aktiensparens. Steuereffekte und Gebühren sind weder in der Anspar- noch in der Entsparphase berücksichtigt. 3 Bei einem gleichbleibenden Sparbetrag werden bei niedrigen Kursen automatisch mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile ge- kauft. Dadurch sinkt der durchschnittliche Kaufpreis. Die Zeit arbeitet für den Anleger Langfristig gravierende Vermögensunterschiede Euro Euro \*MSCI World \*\* Deutscher Rentenindex REX Quellen: LSEG, Helaba Research Quellen: LSEG, Helaba Research 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 -45 -40 -35 -30 -25 -20 -15 -10 -5 0 Aktien\* Renten\*\* Wertentwicklung 100 EUR mtl. über 45 Jahre in... vor ... Jahren Gold 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 Aktien Gold Renten Bruttovermögen nach 45 Jahren Ertrag Einzahlung „Aktienrente“ stellt Alternativen in den Schatten Euro \*vor Abzug von Steuern Quellen: LSEG, Helaba Research 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 Aktien Gold Renten Monatliche Bruttorente\* über 25 Jahre Im Fokus: Aktien © Helaba | Research | 28. Oktober 2026 7 von 7 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Umlagesysteme in der demografischen Sackgasse. Die Deutschen und die Aktie – bislang keine Liebesgeschichte. Altersvorsorge und Aktienanlage – ein perfekter Match.
