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title: "Wochenausblick: KW 42"
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updated: 2026-10-14
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Wochenausblick
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# Wochenausblick: KW 42

Wochenausblick 9. Oktober 2026 © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 1 von 10 Helaba Research → Auf dem Radar → USA: Die Zwischenwahlen – eine Einführung → Aktien: Wie politisch ist die Börse? → Industrie: Alles nur staatliche Rüstungsnachfrage oder steckt mehr dahinter? → Finanzmarktkalender → Prognosetabelle: BIP und Inflation → Kapitalmarktprognosen → Neues von Helaba Research Auf dem Radar cw/ Nach der Ruhe ist vor dem Sturm? Nur kurz konnten die Anleger in der abgelaufenen Handelswo- che durchatmen. Die beiden zentralen Belastungsfaktoren, Ölpreise und Anleiherenditen, zerren an den Nerven und führten zu Abschlägen bei Aktien (S.4) und Gold, während die Renditen sowohl im Euroraum als auch in den USA in Nähe ihrer Hochstände verharren. Die angespannte Stimmung an den Finanzmärkten dürfte bis mindestens Anfang November – dem Termin der US-Zwischenwahlen (S.2) – anhalten. Vielleicht ergibt sich dann wenigstens eine Lösung im US-Iran-Konflikt. Die Hoffnung auf eine solche hat US-Präsident Trump zuletzt befeu- ert, was zu einer kleinen Entspannung der Ölpreise beigetragen hat. Bislang hat die deutsche Wirtschaft den Ener- giepreisschock recht gut abgefedert. Die jüngsten Auftragseingänge (S.5) zeigen, dass es für die deutsche Indust- rie Lichtblicke gibt. Demgegenüber bleibt die Lage an den Rentenmärkten heikel, zumal es für die aus dem Ruder laufenden Haushaltsdefizite keine kurzfristige Lösung gibt. Das betrifft sowohl die USA als auch Frankreich, die ein Mi- nus von über 6 % bzw. 5,4 % an der Wirtschaftsleis- tung verzeichnen. Solange die Geldpolitik aufgrund der hohen Ölpreise an der Zinsschraube drehen muss, wer- den die Zinskosten weiter zulegen und so die Staats- haushalte belasten. Für Frankreich und den Euroraum ist es nun elementar, wieder Stabilität in den Rentenmarkt zu bringen, damit Spekulationen über eine Staatsschuldenkrise 2.0 nicht weiter Nahrung erhalten. Das hat der französische Fi- nanzminister Roland Lescure verstanden, indem er Hilfe von Seiten der EZB ausgeschlossen hat und sich zugleich zuversichtlich zeigte, einen Haushalt für 2027 aufzustellen, mit dem Ziel, das Defizit auf 5 % zu be- grenzen. Sollte dies gelingen, dürften sich die hohen Risikoprämien Frankreichs von aktuell 140 Basispunk- ten gegenüber Bundesanleihen wieder zurückbilden. Kapitalmärkte im Wochenrückblick \*08.10.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research 0,2 0,1 0,4 0,1 1,12 177 0,85 0,93 Devisen jeweils gg. Euro: aktueller Stand\*, % gg. Vw US-Dollar Jap. Yen Brit. Pfund Schw. Franken 5 -1 -1 2,64 3,50 5,23 Zinsen/Renten in %: aktueller Stand\*, Bp. gg. Vw 3M Euribor 10j. Bundesanleih. 10j. US-Treasuries -0,5 -0,8 0,6 0,1 24.807 6.127 51.232 69.042 Aktien in Landeswährung: aktueller Stand\*, % gg. Vw DAX Euro Stoxx 50 Dow Jones Nikkei 225 -0,9 1,9 4.124 104 Rohstoffe/Gold: aktueller Stand\*, % gg. Vw Gold $/oz Brentöl $/bbl Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 2 von 10 Das Signal politischer Stabilität ist für die Risikobeurteilung am Rentenmarkt eine wichtige Währung, zumal die nächste Ratingprüfung durch Moody´s voraussichtlich am 23. Oktober ansteht. Die Agentur hatte das aktuelle Ra- ting von Aa3 bereits mit einem negativen Ausblick versehen. Eine Herabstufung wird üblicherweise mit Risikoauf- schlägen quittiert. Indes gibt es auch positive Nachrichten aus dem Euroraum. Mit der Verabschiedung ihrer umstrittenen Wahl- rechtsreform hat Ministerpräsidentin Meloni den Euro-Anlegern nicht nur eine weitere Neuwahl erspart, sondern für stabilere Verhältnisse in zukünftigen italienischen Regierungen gesorgt. Die Reform sieht vor, dass der Sieger einer Parlamentswahl mit 70 zusätzlichen Abgeordneten belohnt wird, sodass in der Praxis eine Mehrheit schon mit 42 % der Stimmen erreicht wird. Damit würden sich Reformen schneller umsetzen lassen und nicht durch vor- zeitige Parlamentsauflösungen scheitern. Das Gesetz kann allerdings noch durch das italienische Verfassungsge- richt gekippt werden. Italiens Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen hat sich weiter beruhigt und liegt ak- tuell bei gut 110 Basispunkten. In der Berichtswoche dürften Diskussionen um die geldpolitischen Handlungsspielräume von Fed und EZB mit der Veröffentlichung der Inflationszahlen wieder in den Vordergrund rücken. So dürfte die US-Teuerung im September weiter von Energie- und Benzinpreisen getrieben werden. Auch die Kernrate bleibt erhöht. Ob die erwarteten Werte Auswirkungen auf die Leitzinspläne der Fed haben, ist angesichts zuletzt unklarer Signale von der Fed schwer zu beurteilen. Wir halten eine Zinserhöhung im Dezember nach wie vor für plausibel. USA: Die Zwischenwahlen – eine Einführung pf/ In weniger als einem Monat, am 3. November, finden in den USA Zwischenwahlen statt. Wel- che Kongressmehrheiten sind zu erwarten und was wären die Folgen?1 In den sogenannten „Zwischenwahlen“ entscheiden die US-Bürger über Gouverneursposten und Parlamente in den Einzelstaaten sowie über diverse Posten wie Staatsanwälte und Richter. Daneben stehen Volksentscheide auf der Agenda, die einzelne Bevölkerungsgruppen oft überdurchschnittlich motivieren, zur Wahl zu gehen. Dadurch können diese lokalen Faktoren den Ausgang der Abstimmungen beeinflussen, die für das Ausland und die Finanz- märkte am wichtigsten sind: die US-Kongresswahlen. Hier werden alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses für zwei Jahre vergeben und 35 der 100 Sitze im Se- nat. Aktuell halten die Republikaner, die Partei Präsi- dent Trumps, in beiden Kongresskammern eine knappe Mehrheit: 219 im Repräsentantenhaus, 53 im Senat. Historisch verliert die Präsidentenpartei in den Zwi- schenwahlen Sitze im Haus – seit 1934 waren es im Schnitt 24 (vgl. Grafik). Die Kongresswahlen finden nach Mehrheitswahlrecht statt und sind stark auf die Personen der einzelnen Kandidaten und Kandidatin- nen bezogen. Dennoch spielt nationale Politik durch- aus eine Rolle. Das stellt diesmal ein nennenswertes Handicap für die Republikaner dar, denn Donald Trump ist so unpopulär wie lange kein Präsident vor 1 Für eine ausführlichere Analyse siehe unseren USA Fokus: „US-Wahlen: Politische Krise voraus?“ vom 8. Oktober 2026. „Regierungspartei“ meist mit Sitzverlusten Sitzverluste der Partei des amtierenden Präsidenten im Haus\* \*Zwischenwahlen Quellen: The American Presidency Project (UC Santa Barbara), Helaba Research -80 -60 -40 -20 0 20 40 -80 -60 -40 -20 0 20 40 Durchschnitt Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 3 von 10 ihm (vgl. Grafik). Im Vordergrund stehen hier seine Einwanderungspolitik, die selbst für viele konservative Ameri- kaner über das Ziel hinausgeschossen ist, und Trumps inflationstreibende Entscheidungen, wie seine geliebten Zölle oder der ohne Not begonnene Irankrieg. Ein kompensierender Effekt ist eine Kampagne der Republikaner, in den von ihnen politisch kontrollierten Einzel- staaten die Wahlkreise so zuzuschneiden, dass es für ihre Partei besonders günstig ist. Zwar haben die Demokra- ten in einigen Staaten dagegengehalten, aber Beobachter sehen einen stärkeren positiven Effekt für die Republi- kaner durch diese Praxis („Gerrymandering“). Am Wettmarkt Polymarket sprechen die Quoten derzeit für eine so- lide demokratische Mehrheit von 234 zu 201 Sitzen. Auch wir erwarten einen Mehrheitswechsel im Repräsentan- tenhaus. Im Senat müssten die Demokra- ten netto vier Sitze holen, was angesichts der bisherigen Be- setzung der diesmal zur Wahl stehenden Sitze (22 Republika- ner, 13 Demokraten) machbar erscheint. Dennoch ist hier bei politischen Beobachtern die Skepsis größer, was das Poten- zial für einen Mehrheitswechsel angeht. Insbesondere bei den Senatswahlen sind meist die Persönlichkeiten der Kandida- ten und Kandidatinnen ent- scheidend. Es dürfte sehr eng werden und könnte für die De- mokraten gut ausgehen, aber im Gegensatz zu Polymarket sehen wir einen marginalen Vorteil auf Seiten der Republikaner, die wohl eine hauch- dünne Mehrheit verteidigen werden. Sollten die Wahlen wie von uns erwartet ausgehen, wären die größten politischen Folgen auf dem Gebiet der Fis- kalpolitik zu erwarten. Die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus machte 2025 die Steuersenkung durch die „Big Beautiful Bill“ erst möglich. Weitere Senkungen der Einkommen- und Unternehmenssteuer wären dann erst mal vom Tisch. In der Außen- und Handelspolitik würde Donald Trump aber kaum eingeschränkt – er hat größtenteils schon in den letzten zwei Jahren mit „Executive Orders“ am Kongress vorbei regiert. Gelingt es den Demokraten, auch im Senat eine Mehrheit zu erringen, hätte dies primär Folgen für die Personalpolitik, denn die obere Kammer muss nicht nur Bundesrichter, sondern auch die Besetzung von deutlich über 1.000 wichtigen Pos- ten in der Regierung und Bürokratie bestätigen. Da die Demokraten eine „Filibuster“-sichere Mehrheit von 60 Sit- zen im Senat aber realistischerweise nicht erreichen werden, wäre ihr gesetzgeberischer Spielraum auch in diesem Szenario eingeschränkt – von Donald Trumps präsidialem Veto einmal ganz abgesehen. Die Wahlen stellen schließlich für die Finanzmärkte ein „Event Risk“ dar. Nicht nur, dass der Wahlausgang wie in der Vergangenheit wieder so knapp ausfallen könnte, dass das Endergebnis erst Tage oder Wochen später fest- steht. Ein Mantra Donald Trumps ist: Die Demokraten können landesweite Wahlen nur durch Betrug gewinnen. Werden er und seine ihm nach wie vor treu folgende Partei dann eine Niederlage am 3. November akzeptieren? Eine entsprechende Weigerung ist das eine Risiko-Szenario. Das zweite: Greift die Bundesregierung in die, laut Verfassung von den Einzelstaaten auszurichtenden, Wahlen in einer Weise ein, die von den Demokraten als unzu- lässige Manipulation eingestuft wird? Hier stehen Vorschläge im Raum, die von „Wahlbeobachtern“ in demokra- tisch dominierten Wahlkreisen bis hin zur Erklärung eines nationalen Notstands gehen. Vor diesem Hintergrund wäre es schon ein positiver Ausgang, wenn sich derartige Befürchtungen am Ende der Wahlwoche als deplatziert herausgestellt haben und ein klares, von allen Seiten anerkanntes, Ergebnis vorliegt – egal welche Partei letztlich gewonnen und welche verloren hat. Trump ist unpopulär Zustimmung zur Politik des Präsidenten, % der Befragten\* \*bei Umfragen im Zeitraum Juli-September des zweiten Jahres der jeweiligen Amtsperiode. Bei Präsidenten mit acht Jahren fortlaufender Amtszeit ist die zweite Amtsperiode hier nicht berücksichtigt. Die entsprechenden Werte lagen bei 63 % für Reagan II, 63 % für Clinton II und 44 % für Obama II. Quellen: Pew Research Center, Helaba Research 0 10 20 30 40 50 60 70 80 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Reagan I G.H.W. Bush Clinton I G.W. Bush I Obama I Trump I Biden Trump II Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 4 von 10 Aktien: Wie politisch ist die Börse? mr/ Angesichts der in den USA bevorstehenden Midterms werden politische Themen verstärkt diskutiert. Wie relevant waren in der Vergangenheit Zwischenwahlen aber tatsächlich? Derzeit kommt kaum eine (wirtschafts)politische Diskussionsrunde am Thema Zwischenwahlen (Midterms) in den USA vorbei. Immerhin sind Wahlen ein potenzieller Quell von Verunsicherung. Unsicherheit ist nicht nur sprich- wörtlich Gift für die Börse, es ist auch eines der in den vergangenen Jahren am meisten genannten Themen, das gerade in Deutschland für Investitionszurückhaltung und wirtschaftliche Lähmung verantwortlich gemacht wird. Es lohnt sich daher, einen Blick auf frühere Wahlzyk- len und die Reaktion des Aktienmarktes zu werfen. Betrachtet man die Kursveränderung des S&amp;P 500 in Abhängigkeit vom jeweiligen Jahr im Wahlzyklus, zeigt sich im langfristigen Durchschnitt (seit 1946) ein schwaches Abschneiden von Aktien in Zwischenwahl- jahren. Besonders ausgeprägt war dies unter demo- kratischen Präsidenten. Bei diesen legte der S&amp;P 500 dafür besonders kräftig im ersten Amtsjahr zu. Positiv sticht das dritte Amtsjahr heraus – historisch gesehen das stärkste Aktienjahr im Präsidentschaftszyklus. Mit Blick auf 2027 wäre dies eine gute Nachricht für Anle- ger. Angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse sieht es so aus, als ob die Republikaner zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit verlieren dürften. Auch im Senat könnte es knapp werden. Wir haben daher historisch untersucht, ob ein Verlust der Kongressmehrheit durch die Partei des Präsidenten in einer der beiden oder beiden Kammern während einer republikanischen Präsidentschaft Auswirkungen auf den Aktienmarkt hatte. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges traten drei Mal ähnliche Konstellatio- nen auf: 1954 verlor Eisenhower (Rep.) beide Kammern an die Demokraten, ebenso wie Bush jun. (Rep.) 2006. Be- reits während seiner ersten Amtszeit verlor Trump (Rep.) bei der Zwischenwahl 2018 das Repräsentantenhaus an die Demokraten. Vergleicht man den durchschnittlichen Kursverlauf des S&amp;P 500 dieser drei Präzedenzfälle mit dem aller Zwischenwahljahre, zeigt sich kein signifi- kanter Unterschied. Allein aus der Tatsache, dass Wahlen anstehen und sich die Mehrheitsverhältnisse ändern, kann somit nicht grundsätzlich auf eine Marktreaktion geschlos- sen werden. Vielmehr wird es darauf ankommen, wie ein möglicher Verlust der eigenen Mehrheit Trump in seiner Politik einschränken wird (siehe voriger Bei- trag). Mit Blick auf Aktien dürfte von Interesse sein, dass die Wahrscheinlichkeit weiterer Senkungen der Einkommens- oder Unternehmenssteuer gering wäre. Ein Szenario, in dem die Demokraten gegen Trumps Widerstand eine strenge KI-Regulierung durchsetzen können, ist dagegen extrem unwahrscheinlich. Zwischenwahljahre historisch schwach Durchschnittliche Jahresperformance, % \*Partei, die den Präsidenten stellt Quellen: Bloomberg, Helaba Research 0 4 8 12 16 20 24 0 4 8 12 16 20 24 1. Amtsjahr 2. Amtsjahr/ Zwischenwahl 3. Amtsjahr 4. Amtsjahr/ Wahl S&amp;P 500 seit 1946 Dem.\* Rep.\* Insgesamt Verlust des Kongresses lässt Aktien kalt Indexiert, Tag der Zwischenwahl = 100 \*1954, 2006, 2018 Quellen: Bloomberg, Helaba Research 90 95 100 105 110 115 120 125 90 95 100 105 110 115 120 125 Präsident Rep. Verlust eigene Mehrheit\* Zwischenwahljahre seit 1946 Zwischenwahl +6M +12M -6M Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 5 von 10 Industrie: Alles nur staatliche Rüstungsnachfrage oder steckt mehr dahinter? ak/ Staatliche Rüstungsaufträge prägten im August erneut das Bild der deutschen Industrie, er- klären es aber nicht vollständig. Insbesondere die Luft- und Raumfahrt tut sich positiv hervor. Die deutschen Industrieaufträge gingen im August kräftig um 10,6 % zurück. Das klingt zunächst beunru- higend, war aber weitgehend die Gegenbewegung zum Juli, der eine Reihe vor Großaufträgen, beson- ders im maritimen Rüstungsbau, beinhaltete. Insge- samt blieb es dennoch ein eher schwacher Monat, auch wenn die Produktion teilweise positiv überrascht hat.2 Auffällig ist, wie stark die Großaufträge derzeit das Gesamtbild prägen, während sich die „Kerngröße“ ohne Großaufträge schwächer entwickelt (vgl. Grafik). Entsprechend liest man derzeit vermehrt, die Auf- schwungstendenzen seien ausschließlich auf staatli- che Rüstungsimpulse zurückzuführen. Ganz so stimmt das aber nicht. Denn die gestiegenen Auslandsaufträge, die seit Jahresbeginn trotz jüngster Rücksetzer immer noch rund 4 % über dem Vorjahresniveau liegen, lassen sich dadurch nicht erklären: Der globale Industriezyklus und der KI-Boom haben dann doch wenig mit der Modernisierung deutscher Fregatten zu tun. Zudem zeigt auch die Kerngröße weiterhin eine Aufwärtstendenz. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick auf die Großaufträge. Als Großauftrag gilt ein einzelner Auftrag mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro. Theoretisch können sie in allen Branchen auftreten. Besonders stark fallen sie jedoch im „Sonstigen Fahrzeugbau“ ins Gewicht, einer bunt gemischten Branche: Von Kampfpanzern bis Fahrrädern ist hier vieles vertreten. Der größte Teilbereich ist mit deutlichem Abstand der Luft- und Raumfahrzeugbau, danach folgen der Militärfahrzeugbau, der Schienenfahr- zeugbau sowie der Schiffbau. Darunter findet sich einiges Militärisches, vieles ist jedoch auch zivil oder „Dual Use“, insbesondere wenn man nicht die Endprodukte, sondern die Teile und Vorleistungsgüter betrachtet. Vor allem der Schiffbau verzeichnet zuletzt massive Großaufträge, die überwiegend militärischer Natur sein dürf- ten, sonst findet hier in den letzten Jahren weitgehend eine Seitwärtsbewegung statt. Im gewichtigeren Luft- und 2 Vgl. unser Branchen-Update Oktober 2026. Industrie verzeichnet vermehrt Großaufträge Auftragseingang Verarbeitendes Gewerbe Deutschland, 2021 = 100, sb Quellen: Macrobond, Helaba Research Sonstige Fahrzeugbauaufträge besonders volatil Luft- und Raumfahrzeugbau wächst Auftragseingänge Deutschland, 2021 = 100, sb Produktionsindex Deutschland, 2021 = 100, sb \*Ohne Boot- und Yachtbau Quellen: Macrobond, Helaba Research \*Ohne Boot- und Yachtbau Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 6 von 10 Raumfahrzeugbau zeigt sich dagegen ein breiterer und stetigerer Aufwärtstrend, der sich zunehmend auch in der Produktion widerspiegelt (vgl. Grafik). Mit Abstrichen gilt das ebenso für den Schienenfahrzeugbau. Das spricht dagegen, dass die Entwicklung dieser Branchen – und damit auch das Gesamtbild der Auftragseingänge – aus- schließlich auf staatliche Rüstungsimpulse zurückzuführen ist. Zwar ist vieles durchaus staatlich rüstungsgetrie- ben, ein nicht unerheblicher Teil entfällt jedoch auf den nicht-militärischen Luft- und Raumfahrzeugbau, eine Branche mit durchaus Zukunftspotenzial. Und selbst wenn ein Teil der Nachfrage staatlich ist: Mit der Verbuchung eines Großauftrags ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Eine Fregatte oder ein Satellit stehen schließlich selten fertig im Lager. Sie müssen ge- baut werden. Die entsprechenden Vorleistungen schaffen Wertschöpfung, sichern Auslastung und erzeugen Multi- plikatoreffekte entlang der Lieferketten. Hinzu kommen technologische Spillover-Effekte, die häufig weit über die eigentliche Branche hinausreichen. Die aktuellen Großaufträge daher kategorisch als einmaliges, rein staatliches Strohfeuer abzustempeln, greift zu kurz. Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 7 von 10 Finanzmarktkalender Zeit Land Periode Indikator Helaba- Prognose Bloomberg Consensus Vorperiode Montag, 12.10.2026 US Columbus Day - Rentenmarkt geschlossen 18:10 US Cleveland-Fed-Präsidentin Hammack Dienstag, 13.10.2026 09:45 US Fed-Gouverneur Waller 16:00 US Sep Verkauf bestehender Häuser, Mio. (JR) 4,0 4,0 4,0 19:00 US Richmond-Fed-Präsident Barkin 22:00 US Boston-Fed-Präsidentin Collins Mittwoch, 14.10.2026 10:30 EZ EZB-Präsidentin Lagarde 11:40 US Fed-Vize Bowman 14:30 US Sep Verbraucherpreise % gg. Vm. % gg. Vj. 0,5 3,5 0,6 3,6 0,4 3,4 14:30 US Sep Verbraucherpreise, Kernrate % gg. Vm. % gg. Vj. 0,2 2,5 0,2 2,5 0,3 2,4 19:30 US Richmond-Fed-Präsident Barkin 20:00 US Beige Book Donnerstag, 15.10.2026 11:00 EZ Aug Industrieproduktion % gg. Vm., sb % gg. Vj., sb 0,0 0,1 0,1 k.A. -0,1 0,0 14:30 US Okt Philadelphia-Fed-Index 30,0 26,4 37,8 14:30 US Sep Erzeugerpreise, % gg. Vm. 0,5 0,5 0,4 14:30 US Sep Erzeugerpreise, Kernrate, % gg. Vm. 0,3 0,3 0,2 14:30 US Okt Empire-State-Index 10,0 k.A. 7,6 14:30 US Sep Einzelhandelsumsätze, % gg. Vm. 0,1 0,3 1,1 14:30 US Sep Einzelhandelsumsätze ohne Pkws, % gg. Vm. 0,5 0,5 1,3 14:30 US 10. Okt Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Tsd 200 k.A. 197 22:30 US Cleveland-Fed-Präsidentin Hammack Freitag, 16.10.2026 05:30 US Fed-Präsident Warsh 15:15 US Sep Industrieproduktion, % gg. Vm. 0,5 0,4 0,0 15:15 US Sep Kapazitätsauslastung; % 76,6 76,5 76,3 Quellen: Bloomberg, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 8 von 10 Prognosetabelle: BIP und Inflation 2024 2025 2026p 2027p 2024 2025 2026p 2027p Eurozone 1,0 1,3 0,8 1,2 2,4 2,1 3,1 2,8 Deutschland 0,0 0,3 0,9 1,2 2,2 2,2 2,7 2,8 Frankreich 1,4 0,9 0,6 0,8 2,3 0,9 2,6 2,6 Italien 0,6 0,7 0,9 0,5 1,1 1,6 2,9 2,3 Spanien 3,5 2,8 2,6 2,2 2,9 2,7 3,8 3,5 Niederlande 1,1 1,8 1,3 1,2 3,2 3,0 3,1 2,6 Österreich -0,8 1,0 0,7 1,3 2,9 3,6 3,2 2,7 Schweden 1,9 1,6 2,5 2,2 2,8 0,7 0,7 2,0 Polen 3,1 3,6 3,5 3,3 3,6 3,6 3,0 2,7 Tschechien 1,1 2,7 2,0 2,5 2,4 2,5 2,2 2,5 Ungarn 0,7 0,4 1,9 2,6 3,7 4,4 1,8 2,7 Großbritannien 1,1 1,2 1,2 1,4 2,5 3,4 3,2 2,7 Schweiz 1,3 1,8 1,7 1,5 1,1 0,2 0,7 1,0 USA 3,0 2,3 2,3 2,0 3,0 2,7 3,4 2,8 Japan 0,1 1,2 0,5 0,7 2,7 3,2 2,0 2,3 Asien ohne Japan 4,7 4,8 4,4 4,1 1,5 0,9 2,0 2,0 China 5,0 5,0 4,5 4,0 0,2 0,0 1,2 1,3 Indien\* 7,2 7,8 7,0 7,2 4,9 2,2 4,9 4,2 Russland 4,9 1,0 0,6 1,0 8,4 8,7 5,5 4,5 Türkei 3,3 3,6 2,7 4,0 58,5 34,9 31,0 23,0 Lateinamerika\*\* 2,0 2,4 2,0 2,4 26,2 7,8 7,2 5,8 Brasilien 3,0 2,6 2,0 2,0 4,8 4,3 4,6 4,3 Welt 3,2 3,1 2,8 2,8 4,4 2,5 3,1 2,7 Welt: gewichtet auf PPP-Basis, ab März 2025 Umstellung auf Basisjahr 2021; Verbraucherpreise Welt ohne Türkei \*Indien: Financial Year; \*\* Lateinamerika wegen Hyperinflation ohne Venezuela; p=Prognose, BIP-Wachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt Quellen: Macrobond, LSEG, Helaba Research Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr, % Veränderung gg. Vorjahr, % Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 9 von 10 Kapitalmarktprognosen aktueller 31.12.2025 Vorwoche\* Stand\*\* Q4/2026 Q1/2027 Q2/2027 Q3/2027 Zinsen % EZB Refi-Satz 50 0 2,65 2,90 2,90 2,90 2,90 EZB Einlagenzins 50 0 2,50 2,75 2,75 2,75 2,75 Tagesgeldsatz €STR 52 0 2,44 2,75 2,75 2,75 2,75 3M Euribor 62 5 2,64 2,85 2,90 2,90 2,85 6M Euribor 83 -11 2,94 3,05 3,10 3,05 2,95 2j. Bundesanleihen 99 4 3,11 3,20 3,20 3,20 3,00 5j. Bundesanleihen 82 1 3,26 3,30 3,30 3,30 3,10 10j. Bundesanleihen 64 -1 3,50 3,50 3,50 3,50 3,30 2j. Swapsatz 112 -3 3,39 3,45 3,45 3,40 3,20 5j. Swapsatz 89 -4 3,47 3,45 3,45 3,45 3,25 10j. Swapsatz 64 -5 3,56 3,50 3,55 3,55 3,35 20j. Swapsatz 38 -3 3,62 3,55 3,60 3,60 3,50 30j. Swapsatz 22 -1 3,47 3,45 3,55 3,55 3,45 Fed Funds Target Rate 25 0 3,88 4,13 4,13 4,13 4,13 10j. US-Treasuries 106 -1 5,23 5,00 5,00 5,00 4,80 Aktien DAX 1,3 -0,5 24.807 27.000 27.250 27.500 27.750 Euro Stoxx 50 5,8 -0,8 6.127 6.700 6.730 6.760 6.790 Dow Jones 6,6 0,6 51.232 54.500 54.750 55.000 55.250 S&amp;P 500 13,4 1,3 7.765 7.900 7.980 8.060 8.140 Nikkei 225 37,2 0,1 69.042 68.000 68.500 69.000 69.500 Gold und Brentöl Gold €/Unze 0,0 -0,7 3.684 4.103 4.407 4.333 4.500 Gold $/Unze -4,6 -0,9 4.124 4.800 5.200 5.200 5.400 Brentöl $/Barrel 71,4 1,9 104 100 97 93 89 Devisen jeweils gg. Euro US-Dollar 4,8 0,2 1,12 1,17 1,18 1,20 1,20 Japanischer Yen 4,0 0,1 177 181 181 180 180 Britisches Pfund 3,0 0,4 0,85 0,86 0,86 0,86 0,87 Schweizer Franken -0,1 0,1 0,93 0,96 0,96 0,97 0,98 \* 01.10.2026 \*\* 08.10.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research jeweils gg. Euro, % % Veränderung seit ... Basispunkte Landeswährung, % Wochenausblick © Helaba | Research | 9. Oktober 2026 10 von 10 Neues von Helaba Research Links zu kürzlich erschienenen Analysen → Im Fokus Aktien: Update Helaba-BEST-Indikator → Branchen-Update: Der August trägt Tarnfarben → Im Fokus USA: US-Wahlen – Politische Krise voraus? Wir sind für Sie da: Themengebiete Autoren/-innen Durchwahl 069/9132- Chefvolkswirtin/Head of Research Dr. Gertrud Rosa Traud (rt) 20 24 Leiter Capital Market Research Dr. Stefan Mitropoulos (sm) 46 19 Leiter Economic Research Dr. Stephan Brand (sb) 46 59 Rentenstrategie Ulf Krauss (uk) 47 28 Aktienstrategie Markus Reinwand (mr), CFA 47 23 Devisenstrategie, Großbritannien Samuel Will (sw) 74 88 Gold Claudia Windt (cw) 25 00 Immobilien Paul Richter (pr) 79 58 Rohöl Ralf Umlauf (ru) 11 19 Pfandbriefe, Covered Bonds Florian Hillenbrand (fh) 40 79 Bankanleihen Dr. Susanne Knips (sk) 32 11 Deutschland, Eurozone Simon Azarbayjani (saz) 79 76 Branchen Adrian Keppler (ak) 41 83 USA, China Patrick Franke (pf) 47 38 Nordeuropa, Zentraleuropa Marion Dezenter (md) 28 41 Emerging Markets Lucas Rauschkolb (lr) Viola Julien (vj) 39 47 20 32 Geopolitik Ralf Schuster (rs) 28 88 Finanzplatz Frankfurt Ulrike Bischoff (ub) 52 56 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Samuel Will Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Mail: research@helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. 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USA: Die Zwischenwahlen - eine Einführung. Aktien: Wie politisch ist die Börse? Industrie: Alles nur staatliche Rüstungsnachfrage oder steckt mehr dahinter?
