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title: "Wochenausblick: KW 41"
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updated: 2026-10-02
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Wochenausblick
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# Wochenausblick: KW 41

Wochenausblick 2. Oktober 2026 © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 1 von 11 Helaba Research → Auf dem Radar → Zinsentwicklung im Euroraum: Französische Sorgen → Öffentliche Finanzen: Ein Fass ohne Boden → USA: Revidierte Wachstumszahlen erfordern Anpassungen → Devisen: 40 Jahre Big-Mac-Index, was er über Währungen verrät und was nicht → Finanzmarktkalender → Prognosetabelle: BIP und Inflation → Kapitalmarktprognosen → Neues von Helaba Research Auf dem Radar ak/ Was ist für Sie ein typisches Sommerloch-Thema? Für manch einen, der nicht am Wasser wohnt, könnten das die Flusspegelstände sein. Jetzt, wo der Rekordsommer vorbei ist. Dass die deutsche Wirtschaft das Thema weiter begleiten dürfte, zeigte aber diese Woche. Während die Erholungsphase zwar vor der Tür steht, aber noch Zeit braucht, sanken die Pegelstände des Rheins vielerorts unter null. Negative Auswirkungen auf die Wirtschaft dürften damit auch im angelaufenen letzten Quartal des Jahres nicht ausbleiben. Tiefstände gibt's am Rhein, Höchststände am Renten- markt. Die üblichen Verdächtigen lassen derzeit kaum eine andere Richtung zu. Energiepreise und Straße von Hormus? Im Osten nichts Neues. Der Ölpreis schlen- derte im Wochenverlauf weitgehend über der Marke von 100 US-Dollar. Teuerung? Das Verbraucherpreis- wachstum überschritt im September sowohl in Deutschland als auch in Frankreich die 3 %-Marke und weitere Leitzinserhöhungen werden erwartet. In Frank- reich kommt zudem die hohe wirtschaftspolitische und fiskalische Unsicherheit hinzu, wodurch die Renditen zehnjähriger OATs an der 5 %-Marke kratzen (S. 2). Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries notieren bereits deutlich darüber, während die der zehnjährigen Bun- desanleihen zwischenzeitlich über 3,6 % gestiegen waren. Die Renditedifferenzen zwischen den USA und den Eu- rozonenländern haben dem US-Dollar zuletzt noch ein- mal Rückenwind verliehen. Dazu sei erwähnt, dass dies vor allem kurzfristig ein wichtiger Einflussfaktor ist. Lang- fristig werden Wechselkurse jedoch von weiteren Faktoren bewegt, wie der sogenannten Kaufkraftparität. Anläss- lich des 40. Geburtstags des „Big-Mac-Index“ (Alles Gute!) werfen wir darauf einen Blick (S. 6). Kapitalmärkte im Wochenrückblick \*01.10.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research 1,2 1,7 1,0 0,8 1,12 178 0,85 0,93 Devisen jeweils gg. Euro: aktueller Stand\*, % gg. Vw US-Dollar Jap. Yen Brit. Pfund Schw. Franken -2 -9 4 2,59 3,51 5,24 Zinsen/Renten in %: aktueller Stand\*, Bp. gg. Vw 3M Euribor 10j. Bundesanleih. 10j. US-Treasuries -1,3 -1,5 -0,8 5,3 24.939 6.175 50.927 68.957 Aktien in Landeswährung: aktueller Stand\*, % gg. Vw DAX Euro Stoxx 50 Dow Jones Nikkei 225 -2,3 -4,0 4.178 102 Rohstoffe/Gold: aktueller Stand\*, % gg. Vw Gold $/oz Brentöl $/bbl Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 2 von 11 Nicht nur die Devisenmärkte, auch die kommunalen Kassen spüren den Einfluss der Zinsen. Die Finanzsituation der Kommunen in Deutschland ist – Überraschung – nach wie vor desolat, und höhere Refinanzierungskosten ma- chen die Lage nicht einfacher (S. 4). Niedrige Wasserstände, hohe Zinsen, keine Entspannung im Nahen Osten. Dennoch entlassen wir Sie nicht nur mit schlechten Nachrichten ins Wochenende. Auch Positives lässt sich berichten: Allen Störfaktoren zum Trotz blieben die Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes in den USA im Wachstumsbereich, ebenso ihr deut- sches Pendant. Hierzulande zeigen die zehnjährigen Swapspreads und Credit Default Swaps außerdem keine ernsthaften Sorgen bezüglich der deutschen Schuldentragfähigkeit. Auch die Risikoaufschläge von Unterneh- mensanleihen präsentieren sich bislang stabil. Das ändert zwar nichts an der angespannten geopolitischen Lage und den ernst zu nehmenden Risiken für Konjunktur und Kapitalmärkte. Dennoch zeigt sich die Wirtschaft bislang bemerkenswert robust. Unsere US-Wachstumsprognosen haben wir aufgrund einer Revision der Datenhistorie sogar leicht nach oben angepasst (S. 5). Zinsentwicklung im Euroraum: Französische Sorgen cw/ Frankreich steht im Euroraum im Auge des Rentensturms. Letztlich besteht die Sorge, dass die Eurozone in Mitleidenschaft ausufernder Zinskosten gerät. Die Renditen europäischer Staatsanleihen der Peripherieländer sind in den letzten Wochen deutlich stärker ge- stiegen als die der Bundesanleihen. Auch wenn der weltweite Abverkauf an den Rentenmärkten von den USA aus- gegangen ist, steht doch der Euroraum in den nächsten Jahren vor ähnlichen politischen und fiskalischen Heraus- forderungen. Deshalb kann sich der europäische Rentenmarkt – anders als noch vor einem Jahr – der globalen Zinsbewegung nicht entziehen. Der Rentenmarkt als sicherer Anlagehafen funktioniert nur eingeschränkt, da An- leger eine Neubewertung vornehmen. Vordergründig sind es die hohen Energiepreise, so- wie Inflationssorgen, die die Zinserwartungen befeu- ern. Wäre da als Ausgangslage nicht eine rekordhohe Staatsverschuldung, könnten Fed und EZB dem ein- facher begegnen. Doch steigende Leitzinsen engen die fiskalischen Handlungsspielräume über aus- ufernde Zinskosten weiter ein, was politische Unsi- cherheiten befördert. Anleger fordern daher einen Risikozuschlag. Dieser Kreislauf könnte mit einer nachhaltigen Fiskalpolitik unterbrochen werden, die jedoch derzeit nirgendwo in Sicht ist. Der Zinsschock hat nun zu Renditeniveaus geführt, die fast ein Vier- teljahrhundert zurückliegen. So hat die Verzinsung der 10-jährigen französischen Staatsanleihe OAT die Marke von 5 % ins Visier genommen, nachdem sich die Inflation im September auf 3,4 % beschleunigt hat. Auch Italien und Spanien werden von der nervösen Grundstimmung der Investoren erfasst, doch es bleibt ein Abstand zur zweitgrößten Volkswirtschaft im Euroraum. Die Zinskosten steigen nun für alle im rasanten Tempo, belasten die Haushalte und erfassen nun aus Sorge sogar die Gemeinschaftswährung. Angesichts dessen wäre es nicht verwunderlich, wenn der ein oder an- dere Regierungschef schon in Richtung EZB schielt. Zinsdruck im Euroraum: Frankreich enteilt Rendite 10-jähriger Staatsanleihen, % Quellen: Macrobond, Bloomberg, Helaba Research ) Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 3 von 11 Allein in diesem Jahr musste Frankreich einen Zinsanstieg ihrer 10-jährigen Staatsanleihe von fast 140 Basispunk- ten (BP) hinnehmen, Italien (knapp 120 BP) und Spanien (100 BP) liegen dahinter. Erstmals seit Bestehen des Eu- roraums setzt sich die französische Rendite über der von Italien fest. Dies zeigt die Skepsis der Anleger, ob Frank- reich die politische Kraft aufbringen kann, seine Haushaltsmalaise in den Griff zu bekommen. Frankreichs Kreditwürdigkeit ist schon seit längerem mit einem Malus versehen. Seit 2024 steigt der Zinsauf- schlag der 10-jährigen OAT gegenüber Bundesanleihen – als Referenz für die Risikoprämie am Rentenmarkt – und liegt mit einem Rekordwert von knapp 140 BP deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 50 BP. Lediglich in der Euro-Schuldenkrise 2012 lag der Spread mit knapp 150 Basispunkten höher. In dem Maße wie Präsident Macron mit seinen Reformvorhaben scheiterte, finden sich darin Zweifel über die französische Reform- und Haus- haltsdisziplin wieder. Das Wirtschaftswachstum ist zu schwach und für eine Ausgabendisziplin fehlt es an einem politischen Schulterschluss. Deshalb fordern Anleger einen höheren Risikoausgleich für das Halten französischer Staatsanleihen. Die weiter steigenden Zinskosten werden nun zu einem Problem, da das Land in einer tiefen Fiskalkrise steckt. Erst vor kurzem musste die Minderheitsregierung unter Premierminister Sébastien Lecornu eingestehen, dass es ihr Ziel das Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 5 % der Wirtschaftsleistung zu drücken, nicht erreichen werde. Vo- raussichtlich wird das Defizit 2026 wieder auf 5,4 % des BIP klettern und erst mit weiteren Sparmaßnahmen in Höhe von 43 Mrd. Euro im kommenden Jahr auf 5 % gedrückt werden können, sofern sich dafür eine politische Mehrheit findet. Für 2027 wird eine Rekordsumme von 340 Mrd. Euro an frischem Kapital benötigt. Rekordzinsen und womöglich eine Ratingherabstufung sind für die Zielerreichung nicht förderlich, ebenso wenig wie die laufen- den Proteste in Frankreich gegen Sparmaßnahmen. Letztlich wirft die Präsidentschaftswahl im Frühling des kommenden Jahres bereits ihre Schatten. Derzeit ist das Kandidatenlager noch groß und unübersichtlich. Laut aktueller Umfrage würden wohl Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon und Marine Le Pen vom Rassemblement National Anfang Mai in die Stichwahl gehen. Nachdem Mélen- chon jüngst mit dem Vorschlag einer Streichung von Staatsschulden für Aufsehen gesorgt hat und zusätzliche Un- ruhe in Frankreichs Zinslandschaft gebracht, ist zu begrüßen, dass Marine Le Pen Kompromissbereitschaft für die Haushaltsfindung 2027 signalisiert hat. Sie könnte sich diesbezüglich an Italien und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni orientieren. Italien unter Meloni hat vorge- macht, dass die politische Stabi- lität eine wichtige Währung am Rentenmarkt ist. Ausgehend von einem Rekordspread 2022 von über 250 Basispunkten gegen- über Bundesanleihen ist dieser bis auf ein Tief von knapp 60 Ba- sispunkten zusammengelaufen. Die europäische Geld- und Fis- kalpolitik war hier hilfreich, aber letztlich konnte sie das Haus- haltsdefizit auf knapp 3 % am BIP begrenzen. Doch nun ziehen auch die Risikoprämien für Ita- lien wieder deutlich an, was ebenso an einem politischen Stresstest liegt. In der kommenden Woche stimmt Italiens Parlament über eine umstrittene Wahlrechtsreform ab. Ministerpräsi- dentin Meloni verknüpft die Abstimmung über „Stabilicum“ mit der Vertrauensfrage. Wer gegen das Gesetz stimmt, stimmt somit automatisch gegen den Fortbestand der Regierung und riskiert vorgezogene Neuwahlen. Der reguläre Wahltermin liegt im Herbst kommenden Jahres. Meloni erhofft sich vom neuen Wahlgesetz stabilere Regierungsmehrheiten. Frankreichs Kreditwürdigkeit im politischen Stresstest Zinsaufschlag 10-jähriger Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen, Basispunkte \* 10-Jahresdurchschnitt der jeweiligen Zinsaufschläge 10-jähriger Staatsanleihen über der Bundesanleihe Quellen: Macrobond, Bloomberg, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 4 von 11 Der europäische Rentenmarkt steht vor einem heißen Herbst, sodass die Volatilität hoch bleiben dürfte. Der geld- politische Zielkonflikt ist offenbar und letztlich genauso brisant wie in den USA. Für den Euroraum wird es darüber hinaus entscheidend sein, dass sowohl Frankreich als auch Italien weiterhin an politischer Stabilität und Zuverläs- sigkeit festhalten. Die Risikoprämien dürften sich wieder sichtbar entspannen, sofern es gelingt, den französi- schen Haushaltsentwurf 2027 zu verabschieden und Italiens Regierung mit einem Votum für Meloni auf „Stabili- cum“ setzt. Darüber hinaus würde es kurzfristig sicherlich helfen, wenn über eine Lösung im Nahen Osten die Energiepreise zurückgehen. Das könnte den globalen Zins-Zug bremsen und allen Volkswirtschaften eine Atem- pause verschaffen. Öffentliche Finanzen: Ein Fass ohne Boden sb/ Die Kommunen schreiben auch im zweiten Quartal rote Zahlen. Zumindest bei der Verschul- dung ist eine leichte Entspannung zu sehen. Vermutlich ist das aber nur eine Verschnaufpause. Zum Ende des Oktoberfestes in München an diesem Wochenende dürften etliche Bierfässer so leer sein, wie es derzeit die kommunalen Kassen sind. Mit einem bundesweiten Defizit von 20,1 Mrd. Euro haben die Städte, Ge- meinden und Landkreise zum Ende des zweiten Quartals erneut einen sehr schlechten Finanzierungssaldo verbu- chen müssen. Wie das Statistische Bundesamt in die- ser Woche mitteilte, wuchsen zwar die Ausgaben mit 2,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum etwas weni- ger stark als die Einnahmen mit 3,0 %, doch die seit 2020 durchgehend auftretende Finanzierungslücke kann so immer noch nicht geschlossen werden. Vorerst ist mit wenig konjunkturellem Rückenwind zu rechnen. Die für die Kommunen wichtigen Gewerbe- steuereinnahmen sind um 2,0 % geschrumpft. Bis sich die wirtschaftliche Erholung in den kommunalen Kassen bemerkbar macht, vergehen erfahrungsgemäß ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit nehmen die Ausga- ben aber weiter zu. Neben höheren Personalausgaben (5,2 %) werden auch die gestiegenen Energiekosten ins Geld gehen, beispielsweise für die Beheizung der öffentlichen Gebäude oder bei den Preisen für energieintensive Baumaterialien. Ähnlich wie mancher Wiesn-Besucher dürften auch viele Kämmerer heftige Kopfschmerzen haben: Der Haushaltsausgleich ist selbst mit schmerzhaften Ein- schnitten kaum mehr möglich. Trotzdem wird bei frei- willigen Ausgaben der Rotstift angesetzt: Die kommu- nalen Sachinvestitionen sind im zweiten Quartal um 4,5 % erneut zurückgegangen. Der unterstützende Einfluss der öffentlichen Investitionen auf das Wirt- schaftswachstum könnte darum kleiner ausfallen als erhofft. Insofern ist es folgerichtig, dass sich die Zunahme der investiven Kreditaufnahme der Kommunen ein wenig abschwächt. Trotzdem fällt der Schuldenstand an In- vestitionskrediten mit 158,4 Mrd. Euro immerhin um Kommunale Defizite\* reihen sich aneinander Finanzierungssaldo, Mrd. Euro \*nach vierteljährlicher Kassenstatistik, Kern- und Extrahaushalte, jeweils 2. Quartal Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research -25 -20 -15 -10 -5 0 5 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 Schuldenzunahme\* bei Bund und Kommunen Index (2016=100) \*nach vierteljährlicher Schuldenstatistik, Kern- und Extrahaushalte, bis 30.06. Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research 80 90 100 110 120 130 140 150 80 90 100 110 120 130 140 150 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 Bund Kommunen Länder gesamt Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 5 von 11 12,4 % höher aus als letztes Jahr. Auch die Kassenkredite sind mit 38,1 Mrd. Euro um 4 % höher als im Vorjahres- quartal. Im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres sieht man allerdings einen leichten Rückgang der Kassenk- redite um rund 1 Mrd. Euro. Hier spielt unter anderem das Entschuldungsprogramm in Nordrhein-Westfalen rein, in dessen Zuge die Hälfte der kommunalen Altschulden vom Land übernommen wird.1 Die Dynamik des Schuldenaufwuchses ist auf kommunaler Ebene – trotz zuletzt leichter Abflachung – fast so stark wie beim Bund, der vor allem für die Verteidigung neue Schulden aufnimmt und derzeit mit 1,9 Bio. Euro um 8,1 % höher verschuldet ist als letztes Jahr. Da gleichzeitig die Zinsen merklich steigen, dürften die Verteilungskonflikte und Konsolidierungserfordernisse in allen föderalen Haushalten nochmals zunehmen. USA: Revidierte Wachstumszahlen erfordern Anpassungen pf/ Eine Revision der Datenhistorie zwingt uns dazu, unsere Jahresprognosewerte für das US- Wachstum zu überarbeiten. Das Konjunkturszenario ändert sich dadurch nicht. Alle Jahre wieder – seit einiger Zeit nicht mehr Ende August, sondern Ende September – erfreuen die Statistiker des Bureau of Economic Analysis (BEA) ihre Fans und Kritiker in der Ökonomenzunft und an den Finanzmärkten mit der „Benchmark“-Revision der so genannten „National Income and Product Accounts“ (kurz NIPA), der Volks- wirtschaftlichen Gesamtrechnung der USA. Durch die Verwendung besseren Datenmaterials und zum Teil wegen neuer Methoden kann sich zu diesen Anläs- sen die wirtschaftliche Geschichte der Vereinigten Staaten in den vergangenen (meist fünf) Jahren anders darstel- len als vorher. Dabei fallen die Änderungen in manchen Jahren prägnanter aus, in manchen weniger. 2026 war der Umfang der Anpassungen eher durch- schnittlich. Insbesondere die jüngste und damit be- sonders relevante Vergangenheit änderte sich aber stärker. Die Statistiker haben nämlich die Outputwerte für 2025 per saldo nach unten genommen und jene fürs erste Halbjahr 2026 angehoben. Dadurch fällt auch das jahresdurchschnittliche Wachstum im laufen- den Jahr insgesamt höher aus, ohne dass wir an unse- ren Schätz- bzw. Prognosewerten ab Q3 2026 etwas verändert hätten. Gleichzeitig ist der Datenstand zur Konjunktur im ge- rade abgelaufenen Q3 2026, einschließlich der am sel- ben Tag wie die Benchmarkrevision veröffentlichten Konsumzahlen, besser als wir noch vor einigen Wo- chen erwartet hatten. Wir teilen zwar nicht den Opti- mismus des GDPNow-Modells der Atlanta Fed, das trotz eines massiven Handelsbilanzdefizits im Juli/August für das Sommerquartal aktuell ein Wachstum von annualisiert 3,7 % ansetzt, aber wir haben unsere Schätzung auch für Q3 2026 leicht angehoben (Schaubild). 1 Siehe hierzu unseren Fokus Nordrhein-Westfalen: Kommunalfinanzen unter Druck vom 20. Januar 2026. Aufwärtsrevision für das erste Halbjahr 2026 Reales Bruttoinlandsprodukt, Veränderung gg. Vq. in % (Jahresrate)\* \*Istwerte Q1 2024 bis Q2 2026. Schätzwert für Q3 2026. Quellen: Macrobond, Helaba Research -1 0 1 2 3 4 5 -1 0 1 2 3 4 5 2024 2025 2026 alt neu Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 6 von 11 Unter dem Strich reichen die beiden geschilderten Effekte aus, um den Jahresdurchschnitt für das US-Wachstum für 2026 von 2,0 % auf 2,3 % zu hieven. Ein höherer „statistischer Überhang“2 veranlasst uns, zusätzlich den Wert für 2027 leicht von 1,8 % auf 2,0 % anzuheben. Dies ist – wie gesagt – eine weitgehend technische Angelegenheit und reflektiert keine neue Einschätzung der US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen. Devisen: 40 Jahre Big-Mac-Index, was er über Währungen verrät und was nicht sw/ Seit 40 Jahren macht der Big-Mac-Index Währungsbewertungen greifbar. Langfristig bietet er Orientierung, zur Prognose kurzfristiger Kursbewegungen ist er jedoch wenig geeignet. Seit 1986 erfasst die Zeitschrift „Economist“ Big-Mac Preise weltweit und veranschaulicht damit, wie stark sich die Kaufkraft von Währungen unterscheidet. Als langfristiger Bewertungsmaßstab ist der Index nützlich, kurzfristige Wechselkursbewegungen kann er jedoch kaum erklären. Produktivitätsunterschiede, lokale Kosten und die Fi- nanzmarktkräfte sorgen dafür, dass Abweichungen von der Kaufkraftparität lange bestehen bleiben können. In Märkten mit vollständigem Wettbewerb, ohne Han- delshemmnisse oder anderweitige Preisverzerrungen, sollten sich Preise unterschiedlicher Länder anglei- chen und Preisunterschiede verschwinden. Wenn es also keinen Unterschied macht, ob ein Konsument einen Big-Mac für 6,99 Euro in Deutschland kauft, oder ihn aus dem günstigen Burgerland Indonesien für umgerechnet 2,08 Euro importiert, würden so lange günstige Burger nach Deutschland importiert, bis der Burger in Indonesien gleich viel kostet wie in Deutschland. Das kann entweder über eine Anpassung des Preises erfolgen oder über eine Anpassung des Wechselkur- ses. Der Wechselkurs, bei dem der Big Mac in beiden Ländern in derselben Währung gerechnet gleich viel kostet, ist der vom Big-Mac-Preis implizierte Kaufkraftpari- tätskurs. Damit liefert der Index einen leicht verständlichen Anhaltspunkt für langfristige Über- oder Unterbewer- tungen von Währungen. Die untenstehende Grafik zeigt allerdings, dass der Euro-Dollar-Wechselkurs zum Teil über lange Perioden deut- lich von der Kaufkraftparität abweicht. Beim Big-Mac ist die Differenz einfach erklärt: Frisch gebratene Burger sind kein handelbares Gut. Bei der Vorstellung eines vor 24 Stunden zubereiteten Burgers, der einmal um die halbe Welt geflogen wurde, wenden sich wohl doch die meisten Feinschmecker von dem Gedanken ab, den Burger zu importieren. Preisunterschiede gibt es aber auch bei Gütern, die gut handelbar sind. Auch hier muss das nicht auf „falsch“ be- wertete Wechselkurse zurückzuführen sein. Das Preisniveau ist in wohlhabenden Ländern tendenziell höher, da die Produktivität dort meist besonders hoch ist und Branchen mit international gehandelten Gütern höhere Löhne zahlen können. Die werden auch in nicht international tätigen Wirtschaftszweigen wie der Gastronomie gezahlt. 2 Ein Fachbegriff für einen eigentlich recht simplen mathematischen Sachverhalt: Je weiter ein Jahresendwert über dem Jahresdurch- schnitt liegt, umso größer wird auch der im Folgejahr verzeichnete Anstieg, selbst wenn in den folgenden zwölf Monaten überhaupt kein Zuwachs mehr erfolgen sollte. Big Mac: Große Preisunterschiede weltweit Big-Mac-Preis in Euro zum 1.7.2026 Quellen: Economist, Helaba Research 2,08 2,70 3,42 3,51 5,16 5,44 5,44 5,48 5,65 6,04 6,47 6,99 7,04 7,91 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Indonesien Japan China Thailand Argentinien Polen USA Mexiko Portugal Türkei Großbritannien Deutschland Norwegen Schweiz Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 7 von 11 Da ein Big Mac nicht nur aus weltweit gehandelten Zutaten besteht, sondern auch Mieten, Löhne und andere lo- kale Kosten enthält, ist er in produktiveren und einkommensstärkeren Ländern strukturell teurer. Ein hoher Big- Mac-Preis ist daher nicht automatisch ein Beleg für eine überbewertete Währung. Außerdem ist für Investoren, die keine Verbrauchsgü- ter kaufen, sondern ihre Rendite optimieren die Zins- differenz und nicht die Kaufkraft der maßgebliche Fak- tor. Das zeigt sich in der aktuellen Marktphase, in der der US-Dollar, aufgrund stärker gestiegener US-Zin- sen, kräftig aufwertete. Der Big-Mac-Index liefert damit weniger ein Kursziel als einer von vielen Bewertungsmaßstäben. Er zeigt, wo Wechselkurse fundamental teuer oder günstig er- scheinen, was langfristig Orientierung bieten kann, kurzfristig aber begrenzt aussagekräftig ist. Laut Kaufkraftparität ist der Dollar überbewertet USD Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 8 von 11 Finanzmarktkalender Zeit Land Periode Indikator Helaba- Prognose Bloomberg Consensus Vorperiode Montag, 05.10.2027 10:00 EZ EZB-Chefvolkswirt Lane 10:30 EZ Okt sentix-Investorenvertrauen 1,5 4,3 5,1 16:00 US Sep ISM-Index Dienstleistungen 55,0 55,2 55,4 Dienstag, 06.10.2027 08:00 DE Aug Auftragseingänge % gg. Vm., sb % gg. Vj., sb -0,6 12,2 -1,1 k.A. 2,5 13,1 11:00 EZ Aug Einzelhandelsumsätze % gg. Vm., sb % gg. Vj., sb 0,3 0,9 0,4 k.A. -0,6 0,6 14:30 US Aug Handelsbilanzsaldo, Mrd. USD -103,0 -89,8 -88,6 15:05 US New-York-Fed-Präsident Williams Mittwoch, 07.10.2027 01:00 US Dallas-Fed-Präsidentin Logan 08:00 DE Aug Industrieproduktion % gg. Vm., sb % gg. Vj., sb -0,1 0,2 1,5 1,9 -1,1 -1,6 20:00 US FOMC Minutes Donnerstag, 08.10.2027 08:00 DE Aug Exporte, % gg. Vm., sb -0,2 k.A. -0,8 12:00 EZ EZB-Chefvolkswirt Lane 14:30 US 03. Okt Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Tsd 200 k.A. 197 19:40 US St.-Louis-Fed-Präsident Musalem Freitag, 09.10.2027 16:00 US Okt Verbrauchervertrauen (UoM); vorl. Index 48,0 48,0 48,1 Quellen: Bloomberg, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 9 von 11 Prognosetabelle: BIP und Inflation 2024 2025 2026p 2027p 2024 2025 2026p 2027p Eurozone 1,0 1,3 0,8 1,2 2,4 2,1 3,1 2,8 Deutschland 0,0 0,3 0,9 1,2 2,2 2,2 2,7 2,8 Frankreich 1,4 0,9 0,6 0,8 2,3 0,9 2,6 2,6 Italien 0,6 0,7 0,9 0,5 1,1 1,6 2,9 2,3 Spanien 3,5 2,8 2,6 2,2 2,9 2,7 3,8 3,5 Niederlande 1,1 1,8 1,3 1,2 3,2 3,0 3,1 2,6 Österreich -0,8 1,0 0,7 1,3 2,9 3,6 3,2 2,7 Schweden 1,9 1,6 2,5 2,2 2,8 0,7 0,7 2,0 Polen 3,1 3,6 3,5 3,3 3,6 3,6 3,0 2,7 Tschechien 1,1 2,7 2,0 2,5 2,4 2,5 2,2 2,5 Ungarn 0,7 0,4 1,9 2,6 3,7 4,4 1,8 2,7 Großbritannien 1,1 1,2 1,2 1,4 2,5 3,4 3,2 2,7 Schweiz 1,3 1,8 1,7 1,5 1,1 0,2 0,7 1,0 USA 3,0 2,3 2,3 2,0 3,0 2,7 3,4 2,8 Japan 0,1 1,2 0,5 0,7 2,7 3,2 2,0 2,3 Asien ohne Japan 4,7 4,8 4,4 4,1 1,5 0,9 2,0 2,0 China 5,0 5,0 4,5 4,0 0,2 0,0 1,2 1,3 Indien\* 7,2 7,8 7,0 7,2 4,9 2,2 4,9 4,2 Russland 4,9 1,0 0,6 1,0 8,4 8,7 5,5 4,5 Türkei 3,3 3,6 2,7 4,0 58,5 34,9 31,0 23,0 Lateinamerika\*\* 2,0 2,4 2,0 2,4 26,2 7,8 7,2 5,8 Brasilien 3,0 2,6 2,0 2,0 4,8 4,3 4,6 4,3 Welt 3,2 3,1 2,8 2,8 4,4 2,5 3,1 2,7 Welt: gewichtet auf PPP-Basis, ab März 2025 Umstellung auf Basisjahr 2021; Verbraucherpreise Welt ohne Türkei \*Indien: Financial Year; \*\* Lateinamerika wegen Hyperinflation ohne Venezuela; p=Prognose, BIP-Wachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt Quellen: Macrobond, LSEG, Helaba Research Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr, % Veränderung gg. Vorjahr, % Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 10 von 11 Kapitalmarktprognosen aktueller 31.12.2025 Vorwoche\* Stand\*\* Q4/2026 Q1/2027 Q2/2027 Q3/2027 Zinsen % EZB Refi-Satz 50 0 2,65 2,90 2,90 2,90 2,90 EZB Einlagenzins 50 0 2,50 2,75 2,75 2,75 2,75 Tagesgeldsatz €STR 52 0 2,44 2,75 2,75 2,75 2,75 3M Euribor 56 -2 2,59 2,85 2,90 2,90 2,85 6M Euribor 94 3 3,04 3,05 3,10 3,05 2,95 2j. Bundesanleihen 94 -26 3,07 3,20 3,20 3,20 3,00 5j. Bundesanleihen 81 -18 3,26 3,30 3,30 3,30 3,10 10j. Bundesanleihen 65 -9 3,51 3,50 3,50 3,50 3,30 2j. Swapsatz 115 -17 3,42 3,45 3,45 3,40 3,20 5j. Swapsatz 94 -11 3,51 3,45 3,45 3,45 3,25 10j. Swapsatz 69 -3 3,61 3,50 3,55 3,55 3,35 20j. Swapsatz 42 4 3,65 3,55 3,60 3,60 3,50 30j. Swapsatz 24 6 3,48 3,45 3,55 3,55 3,45 Fed Funds Target Rate 25 0 3,88 4,13 4,13 4,13 4,13 10j. US-Treasuries 107 4 5,24 5,00 5,00 5,00 4,80 Aktien DAX 1,8 -1,3 24.939 27.000 27.250 27.500 27.750 Euro Stoxx 50 6,6 -1,5 6.175 6.700 6.730 6.760 6.790 Dow Jones 6,0 -0,8 50.927 54.500 54.750 55.000 55.250 S&amp;P 500 12,0 -0,5 7.666 7.900 7.980 8.060 8.140 Nikkei 225 37,0 5,3 68.957 68.000 68.500 69.000 69.500 Gold und Brentöl Gold €/Unze 1,0 -1,1 3.715 4.103 4.407 4.333 4.500 Gold $/Unze -3,3 -2,3 4.178 4.800 5.200 5.200 5.400 Brentöl $/Barrel 68,1 -4,0 102 100 97 93 89 Devisen jeweils gg. Euro US-Dollar 4,5 1,2 1,12 1,17 1,18 1,20 1,20 Japanischer Yen 3,5 1,7 178 181 181 180 180 Britisches Pfund 2,3 1,0 0,85 0,86 0,86 0,86 0,87 Schweizer Franken -0,4 0,8 0,93 0,96 0,96 0,97 0,98 \* 24.09.2026 \*\* 01.10.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research jeweils gg. Euro, % % Veränderung seit ... Basispunkte Landeswährung, % Wochenausblick © Helaba | Research | 2. Oktober 2026 11 von 11 Neues von Helaba Research Links zu kürzlich erschienenen Analysen → Im Fokus: Devisen → Im Fokus Brasilien: Wahl mit offenem Ausgang Wir sind für Sie da: Themengebiete Autoren/-innen Durchwahl 069/9132- Chefvolkswirtin/Head of Research Dr. Gertrud Rosa Traud (rt) 20 24 Leiter Capital Market Research Dr. Stefan Mitropoulos (sm) 46 19 Leiter Economic Research Dr. Stephan Brand (sb) 46 59 Rentenstrategie Ulf Krauss (uk) 47 28 Aktienstrategie Markus Reinwand (mr), CFA 47 23 Devisenstrategie, Großbritannien Samuel Will (sw) 74 88 Gold Claudia Windt (cw) 25 00 Immobilien Paul Richter (pr) 79 58 Rohöl Ralf Umlauf (ru) 11 19 Pfandbriefe, Covered Bonds Florian Hillenbrand (fh) 40 79 Bankanleihen Dr. Susanne Knips (sk) 32 11 Deutschland, Eurozone Simon Azarbayjani (saz) 79 76 Branchen Adrian Keppler (ak) 41 83 USA, China Patrick Franke (pf) 47 38 Nordeuropa, Zentraleuropa Marion Dezenter (md) 28 41 Emerging Markets Lucas Rauschkolb (lr) Viola Julien (vj) 39 47 20 32 Geopolitik Ralf Schuster (rs) 28 88 Finanzplatz Frankfurt Ulrike Bischoff (ub) 52 56 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Paul Richter Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Mail: research@helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch ledig- lich unverbindliche Analysen und Progno- sen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publika- tion getroffenen Angaben dienen der Infor- mation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen ver- standen werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

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