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title: "Wochenausblick: KW 40"
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updated: 2026-09-28
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Wochenausblick
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# Wochenausblick: KW 40

Wochenausblick 25. September 2026 © Helaba | Research | 25. September 2026 1 von 11 Helaba Research → Auf dem Radar → Ungelöster Iran-Konflikt sorgt für anhaltend hohe Ölpreise → Deutschland: Anpassung der Inflationsprognose → USA: Notenbank in der Defensive → Erhöhter inflationärer Stresslevel – Anpassung der Zinsprognosen → Hessens Wirtschaft wächst bundesweit am stärksten → Finanzmarktkalender → Prognosetabelle: BIP und Inflation → Kapitalmarktprognosen → Neues von Helaba Research Auf dem Radar cw/ Der nicht enden wollende Konflikt um die Straße von Hormus zerrt an den Nerven der Anleger. Es ist das Zusammenspiel aus hohen Ölpreisen, Inflations- und Zinssorgen sowie steigender Staatsver- schuldung, die rund um den Globus Rekordniveaus erreicht hat. Das Unbehagen, wie die Geld- und Fiskalpolitik aus diesem Konflikt herausfinden wird, hat zuletzt zu einem Ausverkauf an den Rentenmärkten geführt. Dabei er- reichten die Renditen der Staatsanleihen den höchsten Stand seit 2007, während Aktien, der Euro sowie Gold Ver- luste verzeichneten. Einzig der US-Dollar scheint als sicherer Hafen gestärkt aus der Handelswoche hervorzuge- hen, mit einem Euro-Dollar-Kurs von 1,14. Dreh- und Angelpunkt bleiben die Energiepreise. Nachdem erneut eine Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht gestellt wurde, hat der Ölpreis etwas nach- gegeben. Dies verschafft den Investoren eine Atem- pause. Allerdings nutzt sich diese Hoffnung ab ange- sichts immer neuer vermeintlicher Verhandlungslösun- gen. Der Ölpreis (S. 2) bleibt höher als von uns erwar- tet, was auch eine Anpassung unserer Inflations- und Zinsprognosen erforderlich macht (S. 2-5). Doch es gibt auch Positives zu vermelden. Dazu gehört die deutsche Konjunktur, die sich trotz des Energie- preisschocks im ersten Halbjahr 2026 mit einem Plus von 0,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum sehr ro- bust entwickelt hat. Dabei schnitt das Bundesland Hes- sen mit 1,8 % am besten ab (S. 6). Für die deutsche Regierung gilt es nun, dieses Momentum für einen nachhaltigen Wachstumskurs zu nutzen. Schließlich bestehen die vielfältigen Strukturprobleme sowie ho- hen Energiepreise nach wie vor. In der Berichtswoche dürfte der US-Arbeitsmarktbericht (S. 5) bestätigen, dass auch die US-Wirtschaft die hohen Energiepreise bislang gut weggesteckt hat. Daneben sind die Einkaufsmanagerindizes sowohl für die USA (ISM), Kapitalmärkte im Wochenrückblick \*24.09.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research 0,9 -0,9 0,0 0,5 1,14 181 0,86 0,94 Devisen jeweils gg. Euro: aktueller Stand\*, % gg. Vw US-Dollar Jap. Yen Brit. Pfund Schw. Franken -2 12 27 2,61 3,60 5,20 Zinsen/Renten in %: aktueller Stand\*, Bp. gg. Vw 3M Euribor 10j. Bundesanleih. 10j. US-Treasuries -1,8 -0,8 -0,8 2,1 25.267 6.273 51.350 65.514 Aktien in Landeswährung: aktueller Stand\*, % gg. Vw DAX Euro Stoxx 50 Dow Jones Nikkei 225 -2,0 1,7 4.273 107 Rohstoffe/Gold: aktueller Stand\*, % gg. Vw Gold $/oz Brentöl $/bbl Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 2 von 11 als auch für China und den Euroraum von Relevanz. Vor allem China hat hier noch Luft nach oben, was im Gegen- zug eine weitere gute Botschaft für die hiesige Industrie wäre. Die Inflation im Euroraum wird wohl weiter zulegen und den Blick auf die EZB lenken. Da Direktorin Schnabel bereits im Januar die EZB verlässt, werden die Diskussio- nen um die Nachbesetzung auch von Präsidentin Lagarde sowie Chefvolkswirt Lane anhalten. Nicht zu erwarten ist wohl, dass sich die Europäische Zentralbank als „falkenhafter“ Gegenpol zur Fed positioniert. Doch um solche grundsätzlichen Fragen zu klären, braucht es zunächst einmal eine Entspannung im Iran-Konflikt. Ob es dieses Mal endlich gelingt? Ungelöster Iran-Konflikt sorgt für anhaltend hohe Ölpreise ru/ Die Straße von Hormus ist weiterhin nicht frei passierbar und die Huthis gefährden die Rou- ten am Roten Meer. Volatilität und Preisniveau am Rohölmarkt bleiben erhöht. Die Volatilität der Energiepreise, vor allem des Rohölpreises, hat in den letzten Wochen deutlich zugenommen. Lagen die Notierungen Mitte August noch um 85 US-Dollar pro Barrel der Sorte Brent, sind sie Anfang September in der Spitze auf 110 USD/Barrel gestiegen, um seitdem auf die Marke von 100 USD/Barrel zu sinken. Insbesondere die Lage im Nahen Osten ist für den per saldo zu konstatierenden Ölpreisanstieg verantwortlich. Eine Friedenslö- sung gibt es bislang nicht, auch wenn jüngst Gespräche zwischen den USA und dem Iran stattgefunden haben. Die für den Ölexport wichtige Straße von Hormus ist weiterhin nicht frei passierbar und die Ri- siken bei der Passage durch das Rote Meer haben wegen der Huthi-Präsenz am Bab a-Man- dab zugenommen. Zudem ist die wichtige Ost-West-Pipeline nach einem Angriff in Saudi- Arabien noch nicht wieder voll- ständig in Betrieb. Die Pipeline war das Rückgrat der saudi- schen Ölindustrie zur Umge- hung der Straße von Hormus. Die seit Kriegsbeginn im März massiv eingeschränkte Produktions- und Exporttätigkeit der Golfanrainerstaaten bleibt somit bis auf Weiteres be- stehen. Schätzungen zufolge fehlen zur globalen Ölversorgung bis zu 10 Mio. Barrel pro Tag. Verstärkte Produktionsanstrengungen außerhalb der Golfregion haben einen kleinen Teil der Verluste ausglei- chen können. Vor allem lieferte aber der Lagerabbau aus staatlichen Reserven und bei privaten Haltern ein Gegen- gewicht dazu. Die hohen Energiepreise reduzierten zudem für den Verbrauch. Der Lagerabbau scheint aber all- mählich an Grenzen zu stoßen, bevor die Operationalität der Ölinfrastruktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Das Fehlen einer dauerhaften Lösung des Konflikts unter Einbeziehung aller Interessengruppen lässt erwarten, dass die Unterversorgung der Weltwirtschaft für geraume Zeit anhält. Das Wiederauffüllen der globalen Reserven wird darüber hinaus für einen langen Zeitraum für eine über dem Verbrauch liegende Nachfrage sorgen. Vor diesem Hintergrund erhöhen wir unsere Prognosen für Rohöl der Sorte Brent von 85 US-Dollar pro Barrel zum Ende des Jahres auf 100 USD/Barrel. Unter der Annahme, dass eine erneute Eskalation vermieden werden kann, sollte der Preis im Verlauf des kommenden Jahres nachgeben. Wir erwarten nun ein Niveau von 85 USD/Barrel zum Jahreswechsel 2027/2028, statt zuvor 80 USD/Barrel. Erneuter Ölpreisanstieg USD/Barrel Quellen: LSEG, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 3 von 11 Deutschland: Anpassung der Inflationsprognose saz/ Die höheren Energiepreise wirken sich auf unsere Inflationsprognose aus. 2027 dürfte die Teuerung in Deutschland und der Eurozone höher ausfallen als bisher unterstellt. Im September kam es erneut zu einem rapiden Anstieg der Öl- und Gaspreise. Die Kraftstoffpreise spiegelten diese Entwicklung wider. In der Berichtswoche erscheinen die Verbraucherpreisdaten und auch diese dürften eine erhöhte Teuerungsdynamik zeigen. Wir erwarten, dass der Verbraucherpreisindex im Vormonatsvergleich um 0,6 % gestiegen ist. Die Inflationsrate dürfte damit bei 3,2 % liegen. Damit würde die deutsche Inflation erstmals seit Ende 2023 wieder die 3 %-Marke überschreiten. Der jüngste Anstieg der Energiepreise hat dazu ge- führt, dass wir unsere Inflationsprognose überarbeitet haben. In den kommenden drei Monaten werden die Inflationsraten jedoch durch den erneuten Tankrabatt gedämpft. Von 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 wird die Bundesregierung die Energiesteuern senken. Wie bereits im Mai und Juni dürften die Kraftstoffpreise durch den Tankrabatt wieder um bis zu 17 Cent sin- ken. Bei einem aktuellen Benzinpreis von rund 2,30 Euro wären das etwa 7 % weniger. Da Kraftstoffe im Verbraucherpreisindex rund 3 % des Warenkorbes ausmachen, führt der Tankrabatt im Oktober zu einem Sondereffekt von etwa 0,2 Prozentpunkten. Aufgrund dieses Sondereffekts können wir unsere Inflations- prognose für 2026 bei durchschnittlich 2,7 % belas- sen. Im Januar – wenn die Energiesteuersenkung wieder ausläuft – wird es jedoch einen Gegeneffekt im gleichen Um- fang geben. Auf die Inflationsprognose für 2027 hat der Tankrabatt somit keine Auswirkung1. Da wir aber für das gesamte nächste Jahr nun höhere Ölpreise unterstellen, fällt die Inflationsprognose für 2027 mit 2,8 % höher aus als bisher (2,5 %). Auch für die Eurozone rechnen wir nun mit höheren Inflationsraten. Im September dürfte die Teuerung bereits bei 3,8 % liegen. Da die Energiesteuersenkung in Deutschland hier weniger ins Gewicht fällt, heben wir auch für das laufende Jahr die Prognose auf 3,1 % an (bisher: 2,7 %). Für 2027 erwarten wir hier eben- falls 2,8 % (bisher: 2,4 %). USA: Notenbank in der Defensive pf/ Höhere Energiekosten entwickeln zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die US-Verbraucherpreise. Dies wird die Fed voraussichtlich zu einer weiteren Zinserhöhung veranlassen. Im angelsächsischen Raum ist die Formulierung „caught on the back foot“ geläufig, die im Deutschen kein eindeu- tiges Äquivalent hat. Sie ist nahe dran an „auf dem falschen Fuß erwischt“, betont aber weniger das Überra- schungsmoment als vielmehr, dass sich jemand in einer defensiven oder nachteiligen Lage befindet, wo man nur reagiert statt agiert. Dies beschreibt die aktuelle Situation der US-Notenbank ziemlich passend. 1 Einen Spritpreisdeckel in Deutschland haben wir in der Inflationsprognose noch nicht berücksichtigt, da unklar ist, ob es diesen tat- sächlich geben wird, ab wann er gelten würde und wie die genaue Ausgestaltung wäre. Benzinpreisanstieg im September %, wöchentlich %, monatlich Quellen: Macrobond, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 4 von 11 Es wäre zu einfach, die aktuellen Probleme der Fed nur auf die Kommunikationsstrategie des neuen Chefs Kevin Warsh zu schieben, auch wenn diese sicher nicht hilfreich ist. Seine Pressekonferenz am 16. September – zeitlich verkürzt und ohne Nachfragemöglichkeit für die Journalisten – bot vor allem ausweichende Antwor- ten und negative Aussagen: Warsh reagiert nicht auf einzelne Datenpunkte und er hält den neutralen Zins nicht für ein operationalisierbares Konzept. Kaum je- mand dürfte verstanden haben, warum sich das FOMC diesmal für den Zinsschritt nach oben entschieden hat und nicht schon Ende Juli. Auch die Projektionen der FOMC-Mitglieder – bei de- nen Warsh wieder nicht mitgemacht hat – werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. So tut sich in den kommenden drei Jahren bei Wachstum und Arbeitslo- senquote fast gar nichts. Die Teuerung geht aber – auch in der Kernrate – spürbar zurück. Und all das bei einer laut dem Median der Teilnehmer im Schnitt nur um 50 Basispunkte höheren Fed Funds Rate, als noch im Juni für ange- messen gehalten wurde. Gleichzeitig lässt die Fed der- zeit aber keine Gelegenheit aus, vollmundig zu verspre- chen „we will deliver price stability!“. Nach fünf Jahren, in denen diese unerreicht blieb, wirkt die Glaubwürdig- keit der US-Notenbank zunehmend angeschlagen. Es entsteht das Bild einer Notenbank, die trotz Inflation die Geldpolitik eigentlich nicht nennenswert straffen will – im Falle des Fed-Chefs vielleicht auch, weil ihn die Kritik aus dem Weißen Haus nicht kalt lässt? Zum einen würde man damit die Frage aufwerfen, wie angemessen die 75 Basispunkte Zinssenkung im Herbst 2025 waren. Zum anderen sind Angebotsschocks, wie sie erst die Zölle und nun der Irankonflikt darstellen, für die Geld- politiker tatsächlich ein Problem. Da die Fed keinen zu- sätzlichen Dieselkraftstoff schaffen kann, müsste sie die Gesamtnachfrage zunächst einmal merklich drü- cken, um wenigstens mittelfristig einen spürbaren Rückgang der Energie- und anderen Verbraucherpreise herbei- zuführen. Worte und Taten passen derzeit nicht zusammen. Insofern hat es sich die Fed zumindest teilweise selbst zuzuschreiben, dass der Future-Markt derzeit bis zum nächsten Sommer deutlich mehr Zinserhöhungen einpreist als die Projektionen der Notenbanker hergeben (Schaubild). Diese Erwartung teilen wir zwar nicht, aufgrund der nun unterstellten höheren Energiepreise (S. 2) haben wir unsere Prognose für den Verbraucherpreisanstieg für 2027 aber von 2,5 % auf 2,8 % angehoben. Und darauf dürfte die Fed – vor dem oben geschilderten Hintergrund – mit einer zusätzlichen Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte reagieren, wahrscheinlich im Dezember. Warsh hat das Wirtschaftswachstum zuletzt als „robust“ oder sogar „strengthening“ charakterisiert. Die Berichts- woche bringt die jährliche Benchmark-Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (NIPA). Wir werden se- hen, ob dieses Bild von der US-Konjunktur Bestand hat. Derzeit zeichnet sich für das dritte Quartal ein annualisier- ter Anstieg des realen BIP um rund 3 % ab, nach 1,5 % im zweiten Quartal. Im Rahmen der Revisionen dürfte auch das von der Fed präferierte Maß für die Verbraucherpreise, der PCE-Preisindex, diesmal stärker als üblich ange- US-Teuerung weiter zu hoch Verbraucherpreise (CPI), % gg. Vj.\* \*Das offizielle Ziel der Fed bezieht sich auf ein anderes Maß, das historisch im Schnitt pro Jahr etwa 0,3 Prozentpunkte weniger gestiegen ist als der CPI, aber in der Berichtswoche wahrscheinlich wegen Neuberechnung revidiert wird. Prognose ab Sep. 2026. Quellen: Macrobond, Helaba Research 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 2020 2022 2024 2026 ohne Energie und Nahrungsmittel Gesamtindex Markt preist fast 100 Basispunkte Straffung ein Erwartete Federal Funds Rate für September 2027, %\* \*implizite Rendite des Future-Kontrakts für September 2027. Aktueller Mittelwert des Zielkorridors der Federal Funds Rate: 3,875 % Quellen: Bloomberg, Helaba Research 3,0 3,2 3,4 3,6 3,8 4,0 4,2 4,4 4,6 4,8 5,0 3,0 3,2 3,4 3,6 3,8 4,0 4,2 4,4 4,6 4,8 5,0 01.05.2026 01.08.2026 CPI August Warsh Rede Jackson Hole Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 5 von 11 passt werden, da neue Methoden zur Anwendung kommen. Diese sollten den Preisanstieg etwas niedriger auswei- sen als bisher, aber nicht in einem Ausmaß, dass sich die Zielverfehlung der Fed in einem nennenswert anderen Licht darstellen würde. Schließlich stehen am Ende der Berichtswoche die Septemberzahlen zum US-Arbeitsmarkt auf dem Programm. Sie werden wohl Warshs Beschreibung des Arbeitsmarktes als „stabil“ bestätigen. Zwar stieg die Beschäftigung vo- raussichtlich nur um 100.000, aber dies ist angesichts der schwachen Entwicklung des Arbeitskräfteangebots ge- nug, dass sich die Fed derzeit voll auf die Inflationsseite ihres Mandats konzentrieren kann. Erhöhter inflationärer Stresslevel – Anpassung der Zinsprognosen uk/ Die Lage bleibt nicht nur an der Inflationsfront angespannt. EZB und Fed stehen weiterhin unter Druck. Wir haben die Zinsprognosen entsprechend angehoben. Wie bereits in unserem Monatsausblick in der zurückliegenden Woche avisiert, passen wir angesichts des verän- derten Umfelds unsere Zinsprognosen erneut an. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Erwartung höherer Öl- preise und steigender Inflationsrisiken. Die EZB dürfte angesichts der verbesserten Konjunkturdaten ein weiteres Mal straffen, vermutlich im Dezember. Anders als es die Terminmärkte signalisieren, sollte sie danach aber eine längere Pause einlegen, um die Wirkung ihrer Maß- nahmen abzuwarten. Von den Zinsanhebungen dürften spürbare Effekte ausgehen, denn aufgrund der gestiegenen Kapital- marktzinsen – u.a. auch im Zusammenhang mit ten- denziell steigenden Risikoprämien – sind die Finan- zierungsbedingungen bereits deutlich erschwert. Ge- rade jetzt, da Deutschland seine Infrastruktur wettbe- werbsfähig machen will, ist auf der Finanzierungsseite eine schwierige Situation entstanden. Auch in den USA ist ein Ende der Zinserhöhungen noch nicht absehbar (S. 3). Im Zuge einer weiteren Anhebung der Fed-Leitzinsen haben wir die Renditen von US-Treasuries um rund einen Viertelprozentpunkt erhöht. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen dürfte sich daher tendenziell weiterhin um die Marke von rund 5 % bewegen. Dabei wird unterstellt, dass bereits viel Negatives eingepreist ist und das attraktiver werdende Ren- diteniveau Anleger anlockt. Zudem besteht die Hoff- nung, dass die Regierungen auf die Warnsignale der Märkte reagieren und fiskalpolitische Stabilisierungs- maßnahmen in Aussicht stellen. Dies gilt auch für die Situation bei Bundesanleihen. Wenn die angekündig- ten Reformen hierzulande ausbleiben oder nur in we- nig nachhaltiger Form umgesetzt werden, dürfte es kaum Raum für eine Entspannung am Anleihemarkt geben. Der größte Einfluss geht derzeit jedoch von dem von den Investoren erwarteten Straffungskurs der EZB aus. Dies hat nicht nur zu einem Renditeshift, sondern vor allem zu einer Verflachung der Zinsstrukturkurve ge- führt. Die Rendite 2-jähriger Bundesanleihen ist zu- Bunds: Auf erhöhtem Niveau seitwärts % % Quellen: LSEG, Helaba Research Zinsstrukturkurve: Höher und flacher Rendite von Bundesanleihen, % Quellen: LSEG, Helaba Research 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0 3,2 3,4 3,6 3,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0 3,2 3,4 3,6 3,8 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Jahresanfang aktuell Laufzeit Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 6 von 11 letzt auf 3,3 % geklettert. Die geopolitischen und fiskalpolitischen Probleme werden sich vermutlich kurzfristig nicht lösen lassen, was einer Normalisierung der Laufzeitenstruktur entgegensteht. Auch für 10-jährige Bunds erhöhen wir unsere Prognosen noch einmal um einen Viertelprozentpunkt. In den kommenden Quartalen wird die Rendite voraussichtlich um das aktuelle, erhöhte Niveau von rund 3,5 % schwanken. Hessens Wirtschaft wächst bundesweit am stärksten pr/ In der ersten Jahreshälfte wuchs die hessische Wirtschaft doppelt so stark wie die deutsche. Dienstleistungen trieben das Wachstum, aber auch die Industrie lieferte positive Impulse. Das hessische Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um preis- bereinigt 1,8 %. Damit übertraf die wirtschaftliche Entwicklung in Hessen den Bundesdurchschnitt von 0,9 % deutlich. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern weist Hessen das dynamischste Wirtschaftswachstum auf. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurde das Wirtschaftswachstum in Hessen im ersten Halbjahr 2026 vor allem vom starken Dienstleistungssektor getragen. Da dieser ungefähr drei Viertel der hessischen Wirtschafts- leistung ausmacht, wirkte sich die positive Entwicklung dort besonders stark auf das BIP aus. Auch das Produzie- rende Gewerbe entwickelte sich etwas besser als im Bundesdurchschnitt. Ursache für das gute Wachstum ist die hessische Wirtschaftsstruktur, in der sich die verschiedenen Standbeine positiv entwickelt haben. Am Finanzplatz Frankfurt erzielten die Banken gute Ergebnisse und der Flughafen er- holte sich. Zudem dürfte der KI-Boom Wachstumsimpulse geliefert haben. Das Rhein-Main-Gebiet ist in Deutsch- land der wichtigste Standort für Rechenzentren und auch Tech-Unternehmen sind hier stark vertreten. Das durch den Irankrieg ausgelöste Nachfrageplus in der Chemiebranche, das vor allem auf stärkere Preissteige- rungen bei Chemieunternehmen in anderen Ländern zurückzuführen ist, hat der hiesigen Branche eine Sonder- konjunktur beschert. Diese dürfte für die große hessische Chemieindustrie jedoch nicht auf Dauer erhalten blei- ben. Allerdings beginnen die zusätzlichen Infrastruktur- und Verteidigungsinvestitionen der Bundesregierung zu- nehmend ihre Wirkung zu entfalten. Insbesondere das in Nordhessen ansässige Rüstungscluster profitiert hier- von. Ebenso haben sich in der ersten Jahreshälfte die deutschen Ausfuhren erholt, wovon die überdurchschnittlich exportorientierte hessische Industrie profitiert haben sollte. Hessische Wirtschaft ist Spitzenreiter Reales Bruttoinlandsprodukt im 1. Halbjahr 2026, % gg. Vorjahreszeitraum Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Research -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 7 von 11 Finanzmarktkalender Zeit Land Periode Indikator Helaba- Prognose Bloomberg Consensus Vorperiode Montag, 28.09.2026 19:30 US Richmond-Fed-Präsident Barkin Dienstag, 29.09.2026 11:00 EZ Sep EU-Kommission; Saldo: Industrievertrauen -5,0 -5,0 -5,3 16:00 US Sep Verbrauchervertrauen (CB); Index 90,0 90,0 89,4 19:00 US Chicago-Fed-Präsident Goolsbee 20:00 US New-York-Fed-Präsident Williams Mittwoch, 30.09.2026 09:55 DE Sep Arbeitslose sb.; gg. Vm. in Tsd. -10 0 4 09:55 DE Sep Arbeitslosenquote; nsb/sb, % 6,3 / 6,3 k.A. /6,4 6,5 /6,4 14:00 DE Sep Verbraucherpreise % gg.Vm. % gg. Vj. 0,6 3,2 0,5 3,1 0,2 2,9 14:15 US Sep ADP, Beschäftigung; gg. Vm. Tsd. 70 70 38 14:30 US Q2 BIP (2. Revision), % gg. Vq. (JR) 1,5 1,5 2,1 14:30 US Aug Persönliche Einkommen, % gg. Vm. 0,4 0,5 0,4 14:30 US Aug Persönliche Ausgaben, % gg. Vm. 0,9 0,9 0,2 14:30 US Aug Deflator privater Konsum % gg. Vm. % gg. Vj. 0,4 k.A. 0,4 3,7 0,2 3,7 14:30 US Aug Kerndeflator privater Konsum % gg. Vm. % gg. Vj. 0,3 k.A. 0,3 3,3 0,2 3,3 15:45 US Sep Einkaufsmanagerindex Chicago 51,0 51,2 47,1 19:30 US Richmond-Fed-Präsident Barkin 21:25 US Fed-Gouverneurin Cook 23:10 US Chicago-Fed-Präsident Goolsbee Donnerstag, 01.10.2026 00:00 US Minneapolis-Fed-Präsident Kashkari 11:00 EZ Aug Arbeitslosenquote; % 6,4 6,4 6,4 14:30 US 26. Sep Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Tsd 205 k.A. 197 15:05 US Richmond-Fed-Präsident Barkin Boston-Fed-Präsidentin Collins Kansas-City-Fed-Präsident Schmid 15:30 EZ EZB-Präsidentin Lagarde 16:00 US Sep ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe 54,0 55,0 54,6 US Sep PKW-Absatz; JR, Mio. 16,6 16,6 16,8 21:30 US Fed-Gouverneurin Cook New-York-Fed-Präsident Williams Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 8 von 11 Freitag, 02.10.2026 00:45 US Dallas-Fed-Präsidentin Logan 11:00 EZ Sep Verbraucherpreise Frühschätzung % gg. Vm. % gg. Vj. 0,6 3,8 k.A. 3,5 0,4 3,2 11:00 EZ Sep Verbraucherpreise Kernrate Frühschätzung % gg. Vm. % gg. Vj. 0,4 2,7 k.A. 2,6 0,2 2,4 14:30 US Sep Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft; gg. Vm. Tsd. 100 100 162 14:30 US Sep Arbeitslosenquote; % 4,2 4,1 4,1 14:30 US Sep Durchschnittliche Stundenlöhne % gg. Vm. % gg.Vj. 0,3 3,2 0,3 3,2 0,3 3,1 im Laufe der Woche DE Aug Einzelhandelsumsätze % gg. Vm., real sb 1,0 1,5 -3,4 Quellen: Bloomberg, Helaba Research Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 9 von 11 Prognosetabelle: BIP und Inflation 2024 2025 2026p 2027p 2024 2025 2026p 2027p Eurozone 1,0 1,3 0,8 1,2 2,4 2,1 3,1 2,8 Deutschland 0,0 0,3 0,9 1,2 2,2 2,2 2,7 2,8 Frankreich 1,4 0,9 0,6 0,8 2,3 0,9 2,6 2,6 Italien 0,6 0,7 0,9 0,5 1,1 1,6 2,9 2,3 Spanien 3,5 2,8 2,6 2,2 2,9 2,7 3,8 3,5 Niederlande 1,1 1,8 1,3 1,2 3,2 3,0 3,1 2,6 Österreich -0,8 1,0 0,7 1,3 2,9 3,6 3,2 2,7 Schweden 1,9 1,6 2,5 2,2 2,8 0,7 0,7 2,0 Polen 3,1 3,6 3,5 3,3 3,6 3,6 3,0 2,7 Tschechien 1,1 2,7 2,0 2,5 2,4 2,5 2,2 2,5 Ungarn 0,7 0,4 1,9 2,6 3,7 4,4 1,8 2,7 Großbritannien 1,0 1,3 1,2 1,4 2,5 3,4 3,2 2,7 Schweiz 1,3 1,8 1,7 1,5 1,1 0,2 0,7 1,0 USA 2,8 2,1 2,0 1,8 3,0 2,7 3,4 2,8 Japan 0,1 1,2 0,5 0,7 2,7 3,2 2,0 2,3 Asien ohne Japan 4,7 4,8 4,4 4,1 1,5 0,9 2,0 2,0 China 5,0 5,0 4,5 4,0 0,2 0,0 1,2 1,3 Indien\* 7,2 7,8 7,0 7,2 4,9 2,2 4,9 4,2 Russland 4,9 1,0 0,6 1,0 8,4 8,7 5,5 4,5 Türkei 3,3 3,6 2,7 4,0 58,5 34,9 31,0 23,0 Lateinamerika\*\* 2,0 2,4 2,0 2,4 26,2 7,8 7,2 5,8 Brasilien 3,0 2,6 2,0 2,0 4,8 4,3 4,6 4,3 Welt 3,2 3,1 2,8 2,8 4,4 2,5 3,1 2,7 Welt: gewichtet auf PPP-Basis, ab März 2025 Umstellung auf Basisjahr 2021; Verbraucherpreise Welt ohne Türkei \*Indien: Financial Year; \*\* Lateinamerika wegen Hyperinflation ohne Venezuela; p=Prognose, BIP-Wachstum soweit verfügbar kalenderbereinigt Quellen: Macrobond, LSEG, Helaba Research Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise reale Veränderung gg. Vorjahr, % Veränderung gg. Vorjahr, % Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 10 von 11 Kapitalmarktprognosen aktueller 31.12.2025 Vorwoche\* Stand\*\* Q3/2026 Q4/2026 Q1/2027 Q2/2027 Zinsen % EZB Refi-Satz 50 0 2,65 2,65 2,90 2,90 2,90 EZB Einlagenzins 50 0 2,50 2,50 2,75 2,75 2,75 Tagesgeldsatz €STR 52 0 2,44 2,50 2,75 2,75 2,75 3M Euribor 59 -2 2,61 2,65 2,85 2,90 2,90 6M Euribor 91 5 3,01 2,85 3,05 3,10 3,05 2j. Bundesanleihen 121 10 3,33 3,20 3,20 3,20 3,20 5j. Bundesanleihen 99 14 3,44 3,30 3,30 3,30 3,30 10j. Bundesanleihen 74 12 3,60 3,50 3,50 3,50 3,50 2j. Swapsatz 132 11 3,58 3,45 3,45 3,45 3,40 5j. Swapsatz 105 14 3,62 3,45 3,45 3,45 3,45 10j. Swapsatz 72 13 3,64 3,50 3,50 3,55 3,55 20j. Swapsatz 37 4 3,61 3,55 3,55 3,60 3,60 30j. Swapsatz 18 -1 3,42 3,45 3,45 3,55 3,55 Fed Funds Target Rate 25 0 3,88 3,88 4,13 4,13 4,13 10j. US-Treasuries 103 27 5,20 5,00 5,00 5,00 5,00 Aktien DAX 3,2 -1,8 25.267 26.000 27.000 27.250 27.500 Euro Stoxx 50 8,3 -0,8 6.273 6.450 6.700 6.730 6.760 Dow Jones 6,8 -0,8 51.350 53.500 54.500 54.750 55.000 S&amp;P 500 12,5 0,9 7.704 7.700 7.900 7.980 8.060 Nikkei 225 30,1 2,1 65.514 66.000 68.000 68.500 69.000 Gold und Brentöl Gold €/Unze 2,1 -1,2 3.756 3.652 4.103 4.407 4.333 Gold $/Unze -1,1 -2,0 4.273 4.200 4.800 5.200 5.200 Brentöl $/Barrel 75,2 1,7 107 100 100 97 93 Devisen jeweils gg. Euro US-Dollar 3,2 0,9 1,14 1,15 1,17 1,18 1,20 Japanischer Yen 1,8 -0,9 181 184 181 181 180 Britisches Pfund 1,3 0,0 0,86 0,87 0,86 0,86 0,86 Schweizer Franken -1,2 0,5 0,94 0,94 0,96 0,96 0,97 \* 17.09.2026 \*\* 24.09.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research jeweils gg. Euro, % % Veränderung seit ... Basispunkte Landeswährung, % Wochenausblick © Helaba | Research | 25. September 2026 11 von 11 Neues von Helaba Research Links zu kürzlich erschienenen Analysen → Vertraudlich: Hanau – Eine Stadt schwimmt gegen den Strom → Im Fokus Branchen: Einzelhandel - Schwach, aber robust Wir sind für Sie da: Themengebiete Autoren/-innen Durchwahl 069/9132- Chefvolkswirtin/Head of Research Dr. Gertrud Rosa Traud (rt) 20 24 Leiter Capital Market Research Dr. Stefan Mitropoulos (sm) 46 19 Leiter Economic Research Dr. Stephan Brand (sb) 46 59 Rentenstrategie Ulf Krauss (uk) 47 28 Aktienstrategie Markus Reinwand (mr), CFA 47 23 Devisenstrategie, Großbritannien Samuel Will (sw) 74 88 Gold Claudia Windt (cw) 25 00 Immobilien Paul Richter (pr) 79 58 Rohöl Ralf Umlauf (ru) 11 19 Pfandbriefe, Covered Bonds Florian Hillenbrand (fh) 40 79 Bankanleihen Dr. Susanne Knips (sk) 32 11 Deutschland, Eurozone Simon Azarbayjani (saz) 79 76 Branchen Adrian Keppler (ak) 41 83 USA, China Patrick Franke (pf) 47 38 Nordeuropa, Zentraleuropa Marion Dezenter (md) 28 41 Emerging Markets Lucas Rauschkolb (lr) Viola Julien (vj) 39 47 20 32 Geopolitik Ralf Schuster (rs) 28 88 Finanzplatz Frankfurt Ulrike Bischoff (ub) 52 56 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Mail: research@helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch ledig- lich unverbindliche Analysen und Progno- sen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publika- tion getroffenen Angaben dienen der Infor- mation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen ver- standen werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Ungelöster Iran-Konflikt sorgt für anhaltend hohe Ölpreise. Deutschland: Anpassung der Inflationsprognose. USA: Notenbank in der Defensive. Erhöhter inflationärer Stresslevel - Anpassung der Zinsprognosen. Hessens Wirtschaft wächst bundesweit am stärksten.
