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title: "Im Fokus Covered Bonds: Das Spread-Paradoxon am Covered Bond-Markt"
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updated: 2026-10-09
keywords: Renten, Marktanalysen, Im Fokus: Credits & Covered Bonds
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# Im Fokus Covered Bonds: Das Spread-Paradoxon am Covered Bond-Markt

Im Fokus: Covered Bonds 17. September 2026 © Helaba | Research | 17. September 2026 1 von 4 Helaba Research Das Spread-Paradoxon am Covered Bond-Markt Während die kurzen Zinsen kräftig zulegen, steigt das lange Ende weniger stark, was zu einer substanziellen Abflachung der Zinskurve führt. Covered Bond-Spreads scheinen von alledem unberührt. Doch diese scheinbare Resilienz am aktuellen Rand täuscht über ein fragiles, technisch getriebenes Gleichgewicht hinweg. Während makroökonomische Be- lastungsfaktoren – allen voran die stark gestiegenen Rohstoffpreise und eine restriktive Geldpolitik – eine deutliche Spreadausweitung nahelegen, stabilisiert eine beispiellose Sai- sonalität den Primär- und Sekundärmarkt. Wie geht es nun weiter? Behält der Markt die Ruhe oder ist dies nur die Ruhe vor dem Sturm? Das Makro-Paradoxon Die Ausgangslage ist klar: Die Zinskurve ist flach. Dies ist das Resultat der restriktiven Haltung der Zentralban- ken, die das kurze Ende kräftig nach oben treibt. Aber auch am langen Ende verharren die Renditen nicht: Getrie- ben durch die Antizipation einer immer höheren Staatsverschuldung sowie zunehmende politische Unsicherhei- ten sind die langfristigen Zinsen spürbar gestiegen – wenn auch weniger stark als am kurzen Ende. Gleichzeitig beobachten wir stabile Bund-Swap-Spreads. In der Theorie führt eine solche Ausgangslage zu einer „Flight to Quality“ und damit zu einer Ausweitung der Bund-Swap-Spreads. Dass diese Bewegung ausbleibt, liegt am massiven Angebot an Neuemissionen in den europäischen Kernstaaten. Dieses treibt die Bondrenditen relativ zu den Swaps nach oben und hält die Spreads eng. In diesem Spannungsfeld zeigten sich Covered Bonds lange Zeit als Fels in der Brandung. Sie bieten im Ver- gleich zu stark unter Druck geratenen SSA-Titeln höhere absolute Nominalrenditen bei durch die Besicherung ver- gleichbarem Risikoprofil. Sie sind daher ein attraktives Investitionsziel, von dem institutionelle Investoren nach der Sommerpause reichlich Gebrauch machten. Florian Hillenbrand, CFA Senior Covered Bond Analyst T 069/91 32-40 79 Benchmark Covered Bonds Benchmark Covered Bonds Monatliche Emissionsdaten isoliert (EUR Mrd.) Monatliche Emissionsdaten kumuliert (EUR Mrd.) Quellen: Bloomberg, Helaba Research Quellen: Bloomberg, Helaba Research Im Fokus: Covered Bonds © Helaba | Research | 17. September 2026 2 von 4 Vorzieheffekte: Better safe than sorry Die immense Emissionstätigkeit seit Mitte August ist aus unserer Sicht das Ergebnis einer bewussten, proakti- ven Strategie der Emissionshäuser. Nach der verhältnismäßig langen Sommerpause nutzten die Emittenten das „W d w f “, m h d fü d s G s m j h ü d Z . W erkennen in diesem Verhalten eine tiefsitzende Risikoaversion mit Blick auf das vierte Quartal:  US-Midterms: Die bevorstehenden politischen Weichenstellungen in den USA bergen das Potenzial für mas- sive Volatilitätsschübe entlang der globalen Govie-Kurven, was unmittelbar auf die europäischen Swap- Märkte durchschlagen könnte.  Deutsche Innenpolitik: Fiskalische Spannungen und veränderte politische Mehrheiten im Nachgang regio- naler Wahlen haben die fiskalischen Risiken für Kern-Emittenten erhöht.  Allgemeine makroökonomische Situation: Die Kombination aus einer hartnäckigen Rohstoffinflation und der anhaltend restriktiven Geldpolitik der Zentralbanken dämpft die Wachstumserwartungen. Benchmark Covered Bonds: kurze Laufzeiten dominieren Konvergenz ist passé – kommt jetzt das softening? Quellen: Bloomberg, Helaba Research, Bloomberg 5Y Constant Duration Covered Bond Spread Indices Quellen: Bloomberg, Helaba Research Sind wir an einem Kipppunkt? Die Praxis zeigt nun, dass dieses kollektive „Better safe than sorry“ an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Der Markt leidet an akuten Verdauungsproblemen: Nach den massiven Volumina der letzten Wochen sind die Cash-Quoten und vordefinierten Töpfe vieler Real-Mo- ney-Investoren ausgedünnt. Insbesondere das 5-Jahre-Segment scheint überstrapaziert. Die 2,25 Milliarden Euro große Tranche der Royal Bank of Canada war letztlich nur das Sahnehäubchen auf einer 14,25 Milliarden Euro schweren Torte seit Mitte August. Insgesamt wurden in den letzten fünf Wochen gut 40 Milliarden Euro an Bench- mark-Bonds platziert. Gerade die jüngsten Transaktionen zeigten dabei tendenziell niedrigere Überzeichnungs- quoten, geringere Spreads zwischen dem Initial Price Talk und dem finalen Pricing sowie höhere Neuemissions- prämien (NIP). Sekundärmarktseitig wurde diese Entwicklung bis zuletzt relativ gut verkraftet. Doch der Wind scheint sich zu drehen: Es kommt zu einem technisch induzierten Repricing, bei dem bestehende Kurven den ge- stiegenen NIPs der jüngsten Primärmarktdeals folgen zu scheinen. s d G m h ds w d d m Im Fokus: Covered Bonds © Helaba | Research | 17. September 2026 3 von 4 Wie geht’s nun weiter? Zwei Storylines bis zum Jahresende Die weitere Entwicklung des Covered Bond-Marktes wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell die Emittenten ihre Bücher schließen. Das wahrscheinlichste Szenario stützt sich auf die anstehende ECBC-Konferenz in Sevilla, die traditionell den saisonalen Wendepunkt des Emissionsjahres markiert. Szenario A: Die ruhige Spätphase (hohe Wahrscheinlichkeit)  Dynamik im Primärmarkt: Der Primärmarkt tröpfelt nach der Konferenz in Sevilla nur noch vor sich hin, da die Fundingpläne der meisten Institute bereits weitgehend erfüllt sind.  Auswirkung auf den Sekundärmarkt: Mangels neuer Benchmarks und Neuemissionsprämien (NIPs) fehlen die Katalysatoren für ein Repricing. Zufließende Liquidität (z. B. aus Kuponzahlungen) sorgt tendenziell eher für ein leichtes technisches Tightening. Szenario B: Das adverse Stressszenario (bei politischer Eskalation)  Dynamik im Primärmarkt: Politische Schocks blockieren das lange Ende der Kurve. Nachzügler, die funding- seitig noch aktiv werden müssen, sind zur Emission gezwungen und minimieren das Platzierungsrisiko (Exe- cution Risk) durch eine Durationsverkürzung in Richtung des sicheren 3-Jahre- m s („ f P “). nativ nutzen sie die Notausfahrt in Form von Retained Covered Bonds.  Auswirkung auf den Sekundärmarkt: Es kommt zu einer Kurvenverkürzung bei gleichzeitigem negativen Spill-over aus dem Bund- und SSA-Spektrum. Covered Bonds weiten sich gegenüber Swaps leicht aus, kön- nen aber im Vergleich zu Bunds und SSAs eine leichte Outperformance erzielen. Fazit Die letzten fünf Wochen waren angebotsseitig extrem, und eventuell ist nicht jeder Emittent voll und ganz zufrie- den mit der Primär- und Aftermarket-Performance der jüngsten Neuemissionen. Dies sollte jedoch hinter der Tat- sache zurückstehen, dass Haben besser ist als Brauchen – insbesondere angesichts der sich verfestigenden nega- tiven makroökonomischen Trends und der politischen Unwägbarkeiten. Sekundärmarktseitig bleiben wir kon- struktiv. Dies steht allerdings unter der Prämisse einer – im Vergleich zur der Zeit nach der Sommerpause – deut- lich zurückhaltenderen Emissionstätigkeit im Oktober und November. Im Fokus: Covered Bonds © Helaba | Research | 17. September 2026 4 von 4 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Covered-Bond-Spreads scheinen von den jüngsten Zinsbewegungen unberührt. Kurzfristig sehen wir diese Situation als fragil. Ein Durchatmen am Primärmarkt sollte aber die Lage in Q4 wieder stabilisieren.
