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title: "Branchen-Update September 2026"
url: https://www.helaba.com/de/branchen-update-september-2026
type: dd_research
language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Branchen
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# Branchen-Update September 2026

Adrian Keppler | Helaba Research September 2026 (Datenstand: Juli 2026) Branchen-Update Zwischen Krieg, Dürre und Sondereffekten Branchen-Update | 09.09.2026 2 Juli-Daten 2026: Überblick • Die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes sinkt im Juli um 2,3 % gg. Juni (-3,3 % gg. Vj.). • Branchenübergreifend war es ein schwacher Monat. Das Gesamtergebnis wird besonders von der Automobilindustrie belastet (-9,2 % gg. Vm.). • Bei dem Rückgang im Autosektor handelt es sich zum Teil um einen Sondereffekt infolge einer mehrwöchigen Produktionspause eines Werks im Zuge der Umrüstung auf E-Autoproduktion. • Die Auftragseingänge legen um 2,5 % gegenüber dem Vormonat zu (+13,0 % gg. Vj.). Die Entwicklung ist auf eine Reihe von Großaufträgen im sonstigen Fahrzeugbau (Schiffe, Militärfahr- zeuge, Züge etc.) zurückzuführen. Ohne Großaufträge war die Entwicklung rückläufig. • Besonders der Schiffbau konnte durch eine Reihe rüstungsgetriebener Großaufträge ein sattes Auftragsplus verzeichnen. • Nach überraschend robuster erster Jahreshälfte startet die Industrie schwach in das dritte Quartal. Zu den vereinzelt spürbaren Auswirkungen des Irankriegs gesellt sich die anhaltend schwache Inlandsnachfrage Deutschlands. Zudem dürften sich im Juli und den folgenden Monaten die Auswirkungen der niedrigen Rheinpegelstände bemerkbar machen. Branchen-Update | 09.09.2026 3 Produktionsupdate: Schwacher Juli durch Auto-Sondereffekt nochmal schlechter Deutschland: Produktionsindex Juli 2026, saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*WZ 24+25, \*\*WZ 26+27 Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 09.09.2026 4 Auftragsupdate: Großaufträge im sonstigen Fahrzeugbau stützen, Maschinenbau gibt nach Deutschland: Auftragseingänge Juli 2026, saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*WZ 24+25, \*\*WZ 26+27, gewichtet mit Umsatzanteilen Quellen: Macrobond, Helaba Research -0,7 1,5 -8,4 -12,5 5,1 -4,4 2,5 0,3 -8,0 11,1 -11,4 4,2 14,5 13,0 Chemie Pharma Maschinenbau Auto Metall\* Elektro\*\* Verarbeitendes Gewerbe gg. Vm. gg. Vj. Branchen-Update | 09.09.2026 5 Auftragseingänge insgesamt noch aufwärtsgerichtet, Kernaufträge schwächeln erneut Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe, saisonbereinigt, 2021 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 09.09.2026 6 Rüstung treibt Schiffbau – Großaufträge prägen das Gesamtbild der Aufträge Deutschland: Auftragseingang, 2018 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 09.09.2026 7 Dürre dürfte Produktion im Juli belastet haben cm cm Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 09.09.2026 8 Chemie: Niedriger Rhein-Pegelstand ein weiteres Laster Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion in der chemischen Industrie büßt im Juli um 2,9 % gg. Vm. ein (-2,2 % gg. Vj.). • Die Aufträge schwächeln den dritten Monat in Folge und geben um 0,7 % gg. Vm. nach (+0,3 % gg. Vj.). • Das durch den Irankrieg ausgelöste Nachfrageplus der Branche dürfte zwar nicht ewig währen. Angesichts höherer Preissteigerungen bei Chemieunternehmen anderer Länder und anhaltender Spannungen in Nahost dürfte die Sonderkonjunktur aber anhalten. • Belastend wirkt hingegen ein weiterer Faktor: Der niedrige Rheinpegelstand dürfte die Branchenproduktion im Juli behindert haben, da neben Rohstoffen vor allem chemische Erzeugnisse vergleichsweise stark auf die Binnenschifffahrt angewiesen sind. Branchen-Update | 09.09.2026 9 Pharma: Gibt‘s eine Pille gegen niedrige Pegelstände? Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion der Pharmaindustrie gibt im Juli um 5,7 % nach (-6,3 % gg. Vj.). • Bei den Aufträgen gibt es ein leichtes Vormonats- plus von 1,5 %, gegenüber dem Vorjahr liegt die Branche aber 8 % unter dem entsprechenden Monatswert. • In dieser volatilen Branche ist die Interpretation der Monatswerte naturgemäß schwierig. Der Dreimonatstrend kann seine zarte Erholung am aktuellen Rand nicht fortsetzen und in den Folgemonaten könnte sich auch in der Pharmaindustrie die Dürre des Rheins bemerkbar machen. Branchen-Update | 09.09.2026 10 Metall: Unterschiedliche Spartenperformance, schlechtes Gesamtbild Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion des Metallgewerbes sinkt im Juli um 1,7 % gegenüber Juni (-2,0 % gg. Vj.). • Bei den Auftragseingängen gab es etwas Aufwind (+5,1 % gg. Vm. bzw. +4,2 % gg. Vj.). • Die Produktion war sowohl bei der Metallerzeugung und -bearbeitung als auch bei den Metallerzeug- nissen rückläufig. • Das Auftragsplus wurde hingegen einseitig von der Metallerzeugung und -bearbeitung geprägt. Im bisherigen Jahresverlauf schlägt sich diese Sparte damit weiterhin besser als die Schwestersparte der Metallerzeugnisse. • Zusammengenommen steuert die Branche aber weiter auf ein erneut rückläufiges Jahresergebnis zu. Branchen-Update | 09.09.2026 11 Elektroindustrie: Das Positive: Alle wollen Elektro. Das Negative: Alle wollen Elektro. Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Elektroindustrie ist im Juli einer der wenigen Lichtblicke und verzeichnet ein Produktionsplus von 2,1 % gg. Vm. (+5,2 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge haben zwar gegenüber dem Vormonat um 4,4 % nachgegeben. Dank der vor- herigen Rally liegen sie aber 14,5 % über dem Vorjahreswert. • Die Branche profitiert von der global steigenden Elektronachfrage, nicht zuletzt aufgrund des hohen KI-Bedarfs. • Gleichzeitig ergibt sich jedoch die Komplikation, dass im Juli deutlich mehr Unternehmen der Branche über Materialengpässe klagen. Die Lieferketten- probleme infolge des Irankriegs sowie die durch KI bedingt hohe Chipnachfrage dürften sich zunehmend bemerkbar machen. Branchen-Update | 09.09.2026 12 Maschinenbau: Abwarten und Tee trinken Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Maschinenbauproduktion wächst im Juli leicht um 1,1 % gg. Vm., liegt aber 7,7 % unter dem Vorjahresmonat. • Nach einem ordentlichen Großauftragsplus im Juni geben die Aufträge um 8,4 % gegenüber dem Vormonat nach. Der Dreimonatstrend bleibt damit am aktuellen Rand aufwärtsgerichtet. • Die Divergenz zwischen Aufträgen und Produktion setzt sich fort. Ein hoher zeitlicher Verzug ist in dieser Branche normal. • Beachtlich ist weiterhin, dass sich die Auslands- aufträge deutlich besser entwickeln als die Inlandsnachfrage. Branchen-Update | 09.09.2026 13 Automobil: Werksumstellung prägt Monatsergebnis Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Automobilproduktion sinkt im Juni um 9,2 % gegenüber dem Vormonat (-10,9 % gg. Vj.). • Auch die Auftragseingänge rutschen mit -12,5 % gg. Vm. bzw. -11,4 % gg. Vj. deutlich ab. • Das schlechte Ergebnis ist laut dem Branchen- verband VDA auf eine mehrwöchige Produktions- pause während der Umrüstung eines Werks auf die E-Autoproduktion zurückzuführen. Entsprechend dürfte es im August eine Gegenbewegung geben. • Dennoch sind die weiteren Jahresaussichten durch den Irankrieg eher getrübt. Während sich das E-Autogeschäft besser entwickelt, dürften die Spritpreise das ohnehin schwächelnde Verbrenner- geschäft weiter belasten. Branchen-Update | 09.09.2026 14  Die hier verwendeten Daten stammen, falls nicht anders angegeben, aus der amtlichen Statistik von Destatis.  Die Produktionszahlen stützen sich auf den Produktionsindex des Verarbeitenden Gewerbes, der die preisbereinigte Entwicklung des Wertes der Warenproduktion von Industriebetrieben mit 50 oder mehr Beschäftigten widerspiegelt.  Der Produktionsindex ist weitgehend physischer Natur. Außer kleineren Services wie Reparaturen sind produktbegleitende Dienstleistungen und sonstige Umsätze der Betriebe nicht berücksichtigt.  Die hier verwendeten Produktionszahlen dienen daher der groben Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung der Branchen, nicht jedoch der ganzheitlichen Entwicklung der Industrie.  Für die gesamte industrielle Wertschöpfung müsste man auf den Produktionswert und die Bruttowertschöpfung aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zurückgreifen, die jedoch nicht monatlich verfügbar sind.  Die Auftragszahlen stützen sich auf den Auftragseingangsindex des Verarbeitenden Gewerbes. Dieser gibt den Wert aller fest akzeptierten Aufträge auf Lieferung selbst hergestellter Erzeugnisse an.  Die Erhebungseinheiten der Produktions- und Auftragszahlen sind örtlich getrennte Niederlassungen. Sie sind daher auf Deutschland fokussiert und ignorieren weitgehend das Geschäft ausländischer Produktionsstätten deutscher Unternehmen.  Die Branchenabgrenzung erfolgt weitgehend auf Zweistellerebene der Klassifikation der Wirtschaftszweige.  Teilweise werden Zweisteller kombiniert, um eine Branche sinngemäß abzubilden.  Die Daten der amtlichen Statistik werden bei Bedarf – nach expliziter Nennung – durch Produktions- und Auftragszahlen der Branchenverbände ergänzt.  Die Branchenverbände nutzen meist andere statistische Abgrenzungen, wodurch sich die Daten teilweise deutlich unterscheiden. Methodische Hinweise Branchen-Update | 09.09.2026 Helaba Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32-01 F +49 69 / 29 15-17 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt T +49 3 61 / 2 17-71 00 F +49 3 61 / 2 17-71 01 www.helaba.com 15 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Ansprechpartner Adrian Keppler Senior Economist Branchenanalyse Helaba Research Tel.: 069 / 91 32-41 83 adrian.keppler@helaba.de Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos

Schwacher Start ins dritte Quartal: Die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes sinkt im Juli um 2,3 % gegenüber dem Vormonat ist branchenübergreifend rückläufig. Automobilindustrie belastet das Gesamtbild: Die Produktion im Kraftfahrzeugbau geht um 9,2 % zurück, was primär an einer Werksumrüstung auf E-Mobilität liegt. Die Auftragseingänge steigen dank Großaufträgen um 2,5 %. Insbesondere der Schiffbau profitiert von Rüstungsaufträgen.
