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title: "Eine klassische Renaissance"
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updated: 2026-09-28
keywords: Kapitalmärkte im Überblick, Kapitalmarktausblick
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# Eine klassische Renaissance

Dezember 2008 Helaba Volkswirtschaft/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance US\_Kapitalmarktausblick 2009 19.11.2008 10:59 Uhr Seite 1 Herausgeber: Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale Volkswirtschaft/Research Redaktion Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Leitung Research MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-20 24, Telefax 0 69/91 32-22 44 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. US\_Kapitalmarktausblick 2009 19.11.2008 10:59 Uhr Seite 2 Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 3 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Editorial Sehr geehrte Leserinnen und Leser, historisch gesehen war die Renaissance die Übergangsphase vom Mittelalter zur Neuzeit. Im Zentrum stand der Mensch – er war das Maß aller Dinge. Leonardo da Vinci stellte dies im Jahr 1492 anhand des vitruvianischen Menschen dar. Er zeigte, dass natürliche Proportionen von entscheidender Bedeu- tung sind. Vieles ist in den vergangenen Jahren aus den Fugen geraten, angemessene Dimensionen wurden nicht mehr eingehalten. Die Welt war geprägt von übermäßiger Liquidität. Investoren auf der Suche nach Rendite ließen sich auf immer waghalsigere Geschäfte ein. Jedoch wurde das damit verbundene Risi- ko nicht entsprechend gepreist. In der Folge waren nahezu alle Assetklassen von der Verzerrung der Risikoprämien betroffen. Das Jahr 2008 stellt in vielerlei Hinsicht eine Zäsur dar: Die Liquidität versickert durch den Preis- verfall am US-Immobilienmarkt. Der Finanzkrise auf den Kreditmärkten folgt über den Geldmarkt eine Bankenkrise mit anschließender Rezession. Die mehr als 150-jährige Ära der US-Investment- banken war schlagartig beendet. Im Laufe der anstehenden Konsolidierungsphase wird es zu einer Rückbesinnung auf das originäre Bankengeschäft kommen. Gleichzeitig wird das Interesse an komplizierten Anlageformen schwin- den, was den klassischen Assetklassen zugute kommen wird. Jedoch nicht nur klassische Anlageformen erleben eine Renaissance, sondern auch „klassische“ Theorien: Bereits in den 30er Jahren postulierte John M. Keynes die große Bedeutung der Erwar- tungen für die Märkte und Realwirtschaft. Er betonte, dass es im Wirtschaftsleben Situationen gäbe, die nicht zu erklären, geschweige denn zu prognostizieren seien. Bei völliger Ungewissheit und Unbestimmtheit versage nämlich auch die ökonomische Vernunft. Seine Politikempfehlungen zielten insbesondere auf zwei Situationen ab, die von einer Rezession in eine tiefe Depression führen können: die Liquiditäts- und die Investitionsfalle. Im ersten Fall horten die Markteilnehmer Liquidität und hemmen die wirtschaftliche Aktivität. Im zweiten Fall sind die Erwartungen der Unternehmen extrem pessimistisch, so dass sie trotz niedriger Zinsen nicht investieren. Hilfreich ist in diesen Extremsituationen eine expansive Fiskalpolitik, um der Wirtschaft wieder Schwung zu verleihen. Derzeit ist der Vertrauensverlust im Finanzsektor so groß, dass die Banken Geld horten (müssen), anstatt es zu verleihen. Für Investitionszwecke steht kaum Liquidität zur Verfügung. Die derzeit in vielen Ländern eingeleiteten fiskalpolitischen Maßnahmen wirken sowohl einer Liquiditäts- als auch einer Investitionsfalle entgegen. Wir gehen in unserem Basisszenario davon aus, dass die Stabilisierung der Märkte und der Weltwirtschaft gelingen wird. Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt / Leitung Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 4 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Allerdings muss beachtet werden, dass die notwendigen Maßnahmen auch Kosten mit sich brin- gen, beispielsweise in Form höherer Staatsausgaben. So lehrte bereits Keynes, dass diese in guten Zeiten wieder zurückgefahren werden müssen. Aber auch bei der geldpolitischen Steuerung ist es empfehlenswert, nach einer erfolgreichen An- passungsphase sich wieder einen anderen Klassiker ins Gedächtnis zu rufen, damit nicht die nächs- te Blase angelegt wird: Milton Friedman. Das fast vergessene Konzept der Geldmengensteuerung wird dann ebenfalls eine Renaissance erfahren. Am Ende des Prozesses sollte ein angemessener Liquiditätsrahmen dafür sorgen, dass wieder eine dem Risiko entsprechende Rendite am Kapital- markt zu erwirtschaften ist. Ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2009 wünscht Ihre Dr. Gertrud R. Traud Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 5 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Inhalt Seite Editorial 3 Zusammenfassung 7 1 Rückblick 2008 mit Kassensturz 8 2 Helaba Kapitalmarktszenarien und -prognosen 9 2.1 Hauptszenario: U-Rezession (Eintrittswahrscheinlichkeit 70 %) 10 2.1.1 Szenario und Prognosen 10 2.1.2 Kapitalmarktprognosen des Hauptszenarios in Zahlen 11 2.1.3 Asset Allocation 12 2.2 Alternativszenario: L-Depression (Eintrittswahrscheinlichkeit 15 %) 12 2.2.1 Szenario und Prognosen 12 2.2.2 Asset Allocation 13 2.3 Alternativszenario: V-Erholung (Eintrittswahrscheinlichkeit 15 %) 14 2.3.1 Szenario und Prognosen 14 2.3.2 Asset Allocation 15 3 Länderanalysen 16 3.1 USA: Wirtschaft im Formtief 16 3.2 Eurozone: Mittelmeeranrainer mit Strukturproblemen 17 3.3 Deutschland: Trotz Wettbewerbsstärke in Rezession 18 3.3.1 Hessen: Konjunkturmotoren Finanzplatz und Flughafen vor Veränderungen 19 3.3.2 Thüringen: Wachstum behauptet sich 20 3.4 Weitere europäische Länder 21 3.4.1 Großbritannien: Bank of England senkt auf historisches Niveau 21 3.4.2 Schweiz: Franken-Stärke läuft aus 22 3.4.3 Polen: Euro-Einführung 2012? 23 3.4.4 Ungarn: Finanzmarktkrise betont fundamentale Schwächen 24 3.4.5 Tschechien: Solide Eckdaten, innenpolitische Turbulenzen 25 3.4.6 Slowakei: Countdown zum Euro 26 3.4.7 Russland: Ölpreisrückgang belastet 27 3.4.8 Türkei: In Gesprächen mit dem IWF 28 3.5 Asien: Relativ stabil 29 3.5.1 Japan: Höhenflug des Yen neigt sich dem Ende zu 29 3.5.2 China: Globale Dimension 30 3.5.3 Indien: Begrenzter Spielraum der Wirtschaftspolitik 31 3.5.4 Südkorea: Auf dünnem Eis? 32 3.6 Brasilien: Von einer Krise noch deutlich entfernt 33 Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 6 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4 Prognosen im Überblick 34 4.1 Bruttoinlandsprodukt und Inflation 34 4.2 Leistungsbilanz- und Budgetsalden 35 4.3 USA 36 4.4 Europa 36 4.4.1 Deutschland 36 4.4.2 Großbritannien 37 4.4.3 Schweiz 37 4.4.4 Polen 38 4.4.5 Ungarn 38 4.4.6 Tschechien 39 4.4.7 Slowakei 39 4.4.8 Russland 40 4.4.9 Türkei 40 4.5 Asien 41 4.5.1 Japan 41 4.5.2 China 41 4.5.3 Indien 42 4.5.4 Südkorea 42 4.6 Brasilien 43 Redaktionsschluss: 27. November 2008 Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 7 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Zusammenfassung Die Weltwirtschaft befindet sich bereits in einer Rezession, die bis weit ins Jahr 2009 rei- chen wird. Die Nachwirkungen der Banken- und Vertrauenskrise werden die entwickelten Industrienationen hart treffen; auch die Schwellenländer müssen erhebliche Wachstumseinbu- ßen hinnehmen. Im Sog der Bankenkrise erfährt die keynesianische Konjunktursteuerung eine Renaissance: Weltweit stemmen sich die Regierungen mit einer expansiven Geld- und Fiskal- politik gegen die negativen Folgen der Finanzmarktkrise. Je schneller das Vertrauen an den Kapitalmärkten wiederhergestellt werden kann, umso schneller werden sich die Volkswirt- schaften von diesem Schock erholen. Vertrauen lässt sich jedoch nicht auf Knopfdruck erzeu- gen, sondern braucht Zeit, um zu wachsen. Der angestoßene Prozess des Deleveragings be- dingt, dass sich die wirtschaftliche Talsohle überdurchschnittlich lange hinzieht. Die Inflationsraten gehen deutlich zurück. So entlasten die gesunkenen Rohstoff- und Ener- giepreise. Darüber hinaus führt das schwache Wachstum zu einer negativen Outputlücke, zumal die Krise im Finanzsektor wie ein deflationärer Schock wirkt. 2009 ist mit einer kräfti- gen Disinflation zu rechnen. In den USA werden die Inflationsraten temporär unter die Null- linie fallen und damit das Risiko einer Deflation signalisieren. Im Jahresdurchschnitt 2009 ist mit einem Rückgang der Inflation auf 0,4 % nach 3,9 % zu rechnen. Im Euroraum hingegen wird der Anpassungsmechanismus träger verlaufen. Die Inflation der Eurozone wird von 3,3 % auf 1,5 % zurück gehen. Die Eskalation der Bankenkrise hat dem US-Dollar Auftrieb gegeben. Da seitens der EZB weitere Zinssenkungen anstehen, wird sich die transatlantische Zinsdifferenz einengen, was den Euro weiter belastet. Allerdings hält sich das Aufwertungspotenzial für den Greenback in Grenzen, da der wirtschaftliche Ausblick für die USA verhalten bleibt. Der Euro-Dollar- Kurs dürfte sich bis Ende 2009 auf 1,20 zubewegen. Die Rentenmärkte stehen 2009 im Spannungsfeld von rückläufigen Preisen und der Belas- tung, die sich aus dem hohen Finanzierungsbedarf der Staaten ergibt. In der ersten Jahreshälf- te dürften die Rentenmärkte von drei Effekten profitieren: einer rezessiven Realwirtschaft, rückläufigen Inflationsraten bis hin zu deflationären Tendenzen und einer stark expansiven Geldpolitik. So ist mit kräftigen Zinssenkungen der EZB bis auf 1,5 % zu rechnen, während die Fed fast auf eine Nullzinspolitik zusteuert. Deshalb wird im ersten Halbjahr 2009 die Verzinsung 10-jähriger US-Treasuries und 10-jähriger Bunds um ihre historischen Tiefstände notieren (der letzten 60 Jahre). Bis Ende 2009 werden die 10-jährigen Bunds auf 3,7 % an- steigen. Aktienmärkte: Dividendentitel haben inzwischen eine massive Wachstumsschwäche vor- weggenommen. Dafür sprechen das Ausmaß der Kurskorrektur sowie die ausgesprochen niedrigen Bewertungsniveaus. Aktien sind in vielen Wertpapierportfolios massiv unterreprä- sentiert. Dies sollte das Risiko weiterer negativer Überraschungen durch schwache Konjunk- turdaten begrenzen. Der DAX dürfte gegen Ende 2009 die 6.000-Punkte-Marke wieder ins Visier nehmen. Szenario Wahrschein- lichkeit BIP Preise Euro Renten- markt Aktien- markt U-Rezession 70% Autoren: Dr. Gertrud R. Traud Christian Apelt Barbara Bahadori Ulrike Bischoff Marion Dezenter Patrick Franke Ulf Krauss Dr. Stefan Mütze Heinrich Peters Ulrich Rathfelder Markus Reinwand Claudia Windt Telefon: 0 69/91 32-20 24 research@helaba.de Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 8 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 1 Rückblick 2008 mit Kassensturz Das Jahr 2008 wird Kapitalanlegern noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. Alles begann recht harmlos: Die schon in 2007 spürbaren Verspannungen am Interbankenmarkt setzten sich fort, in der Realwirtschaft schien die Welt allerdings noch in bester Ordnung. Rohstoffe, vor allem das Öl, verzeichneten weitere Preisaufschläge und auch Gold war gefragt. Am Aktienmarkt kam es im Januar zu einer ersten Erschütterung. Bis zur Jahresmitte zeigte er sich aber vergleichsweise wi- derstandsfähig und die Rentenmärkte wurden durch steigende Inflationsraten belastet. Ab Mitte September 2008 geriet die Welt mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers jedoch aus den Fugen: Risikoaufschläge am Interbankenmarkt explodierten, und die Bankenbranche wur- de in toto mit Misstrauen belegt. Zuvor quasi sichere Anlagen wie Pfandbriefe und auch Staatsan- leihen von europäischen Mittelmeeranrainern wurden teilweise illiquide. Aktien verloren in hoch- volatilen Märkten dramatisch; kurz: Anleger suchten einen sicheren Hafen und realisierten dafür auch hohe Verluste. Schwieriges Anlagejahr 2008 Index 2008 = 100; alle Werte in € Renten: Aufholjagd im zweiten Halbjahr Performance in % Jan 2008 Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov -1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 -1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Hypothekenpfandbriefe REX Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Liquidität war Trumpf; die Prämie hierfür wurde höher und höher. Da auch Festgelder als nicht sicher betrachtet wurden – zumindest bis zur „Garantie“ der Kanzlerin – blieben nur Rentenpapie- re von höchster Bonität. Vor allem deutsche Staatsanleihen profitierten hiervon, abzulesen an der Performance des REX (deutsche Staatsanleihen) von 8,8 % im Laufe des Jahres 2008; der europäi- sche Vergleichsindex erreichte nur etwa 7 %. Bonitätsunterschiede waren auch bei Pfandbriefen mehr als spürbar. Der deutsche Pfandbriefindex PEX performte bislang mit 7,5 %, das europäische Pendant kommt kaum über 6 %. Beachtlich sind neben den ungewöhnlichen Performanceausprä- gungen auch die zeitlichen Verläufe: Deutsche Pfandbriefe zeigten zur Jahresmitte 2008 noch eine leicht negativer Performance. Innerhalb von nur fünf Monaten verbesserte sich dieses Segment um 8 %-Punkte. Eine negative Performance lieferten die klassischen Spread-Produkte bei den festver- zinslichen Anlagen. Das Segment der Corporate Bonds mit Rating im Investment Grade performt bis dato leicht negativ; High-Yield-Anleihen müssen Verluste im zweistelligen Prozentbereich verkraften. Das Gesamtergebnis für festverzinsliche Anlagen ist somit stark von der gewählten Ratingklassen-Allokation abhängig: Nicht der Anteil der Rentenwerte war 2008 entscheidend, sondern die Mischung. Abschließend der Geldmarkt: Im Sommer lagen Geldmarktpapiere bei Zinsanlagen vorn, doch im Zuge der Deflationsdiskussion sind die Zinssätze seit Ende September rückläufig. Ein Geldmarktinvestor kann sich gleichwohl über eine Rendite von 3,6 % freuen, be- sonders im Vergleich zu Aktieninvestments. Eigentlich war es von untergeordneter Bedeutung, in welchen Aktienmärkten man investiert war. Weltweit brachen die Kurse ein, und gemessen am EuroStoxx50 ist ein Verlust von rund 45 % aufgelaufen. Einzelne Segmente, z.B. Small Caps oder Emerging Markets verloren noch etwas stärker, dagegen federten Währungsgewinne des Yen bzw. US-Dollar die Verluste ein wenig ab. Aktienmärkte brechen ein; nur Währungsentwicklung machte einen Unterschied Rentenmarkt mit großen Performanceunterschieden JFMAMJJASON 50 60 70 80 90 100 110 120 130 50 60 70 80 90 100 110 120 130 MSCI World Gold CRB-Rohstoffindex JPM Broad Government Bond Index Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 9 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 2 Helaba Kapitalmarktszenarien und -prognosen Die Weltwirtschaft befindet sich bereits in einer Rezession, die bis weit ins Jahr 2009 reichen wird. Die Nachwirkungen der Banken- und Vertrauenskrise werden die entwickelten Industriena- tionen hart treffen. Darüber hinaus müssen die Schwellenländer erhebliche Wachstumseinbußen in Kauf nehmen. Die Krise im Finanzsektor ist als Zäsur zu verstehen. Nach den Übertreibungen der letzten Jahre – nicht nur am Kapitalmarkt, sondern auch in der Realwirtschaft – steht die Weltwirt- schaft am Beginn einer Phase der Rückbesinnung und Neuorientierung. Im Sog der Bankenkrise erfährt die keynesianische Konjunktursteuerung eine Renaissance: Welt- weit stemmen sich die Regierungen mit einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik gegen die nega- tiven Folgen der Finanzmarktkrise. Je schneller das Vertrauen an den Kapitalmärkten wiederher- gestellt werden kann, umso schneller werden sich die Volkswirtschaften von diesem Schock erho- len. Die Gefahr einer „klassisch keynsianischen“ Liquiditäts- und Investitionsfalle kann nur mit vertrauensbildenden Maßnahmen von Politik und den wirtschaftlich Verantwortlichen gebannt werden. Vertrauen lässt sich jedoch nicht auf Knopfdruck wiederherstellen, es braucht Zeit, um wieder zu wachsen. Unserem Hauptszenario „U-Rezession“ messen wir mit 70 % eine relativ hohe Eintrittswahr- scheinlichkeit bei. Dabei erwarten wir, dass die wirtschaftspolitischen Maßnahmen greifen und das Vertrauen 2009 wieder an die Finanzmärkte zurückkehrt. Die begonnene Rezession lässt sich damit nicht aufhalten und verglichen mit vergangenen Schrumpfungsphasen wird sich das Durch- schreiten der wirtschaftlichen Talsohle überdurchschnittlich lange hinziehen. Dagegen wollen wir mit der Gewichtung von jeweils 15 % unserer Alternativszenarien „L-Depression“ und „V-Erholung“ hervorheben, dass wir sowohl die Wahrscheinlichkeit eines positiveren als auch negativeren realwirtschaftlichen Ausgangs der Bankenkrise gleich gewichten. Schließlich ist der psychologische Prozess der gesamtwirtschaftlichen Vertrauensbildung komplex und empirisch nicht hinreichend untersucht. Investmentszenarien 2009 Szenario Wahrschein- lichkeit BIP Inflation Euro Renten Aktien U-Rezession 70% L-Deflation 15% V-Erholung 15% Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Vertrauen braucht Zeit Hauptszenario Alternativen Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 10 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 2.1 Hauptszenario: U-Rezession (Eintrittswahrscheinlichkeit 70 %) 2.1.1 Szenario und Prognosen In dem Basisszenario „U-Rezession“ wird unterstellt, dass die wirtschaftspolitischen Maßnahmen greifen und das Vertrauen im Laufe des Jahres 2009 an die Finanzmärkte zurückkehrt. Die Risiko- aufschläge am Interbankenmarkt sollten in diesem Prozess sukzessive abgebaut werden, und eine Halbierung der aktuellen Rekordspreads könnte erreicht werden. In der Folge erhalten Haushalte und Unternehmen ihrer Bonität entsprechend Kredite und horten ihrerseits nicht die zur Verfügung stehende Liquidität. Die Liquiditäts- und die Investitionsfalle schnappen nicht zu. Da die Übertrei- bungen der letzten Jahre insbesondere im Bankensektor abgebaut werden müssen, bleibt das mög- liche Erholungspotenzial begrenzt. Vielmehr muss mit einer langen Nachfrageschwäche in den USA und im Euroraum gerechnet werden. • BIP: Eine Rezession als Folge der Bankenkrise ist für die meisten Industrieländer nicht zu vermeiden. Sie müssen sich 2009 auf ein Schrumpfen der Wirtschaftsaktivität zwi- schen –0,9 % (USA) und –0,5 % (Euroraum und Deutschland) einstellen. Der mit der Fi- nanzmarktkrise angestoßene Prozess des Verschuldungsabbaus (Deleveraging) wird sich vermutlich über mehrere Jahre hinziehen. Für die USA ebenso wie für einige Länder im Euroraum zeichnet sich ein unterdurchschnittlicher Konsum sowie eine höhere Sparnei- gung ab. Deutschland ist von diesem Prozess weniger betroffen. Für Schwellenländer mit einer hohen Außenverschuldung wird es schwieriger werden, an Risikokapital zu kom- men. Die Notenbanken stützen die Realwirtschaft mit Zinssenkungen. Auch die Fiskalpolitik wird sehr expansiv ausgelegt sein. Aufgrund der geld- und fiskalpolitischen Hilfestellun- gen werden sich die konjunkturellen Perspektiven nach einer für Rezessionen überdurch- schnittlich langen Talsohle (U-Verlauf) in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder aufhel- len. Das Potenzialwachstum wird 2009 und 2010 weder in den USA, noch im Euroraum erreicht. • Inflation: Bei der Preisentwicklung zeichnet sich eine spürbare Entspannung ab. Einer- seits entlasten die kräftig gesunkenen Rohstoff- und Energiepreise. Andererseits führt das schwache Wachstum zu einer negativen Outputlücke, zumal die Krise im Finanzsektor deflationär wirkt. Das Geldmengenwachstum in den USA und im Euroraum ist aus die- sem Grunde seit geraumer Zeit rückläufig. Insgesamt ist 2009 mit einer kräftigen Dis- inflation zu rechnen. In den USA werden die Inflationsraten temporär sogar unter die Nulllinie fallen und damit das Risiko einer Deflation unterstreichen. Im Jahresdurch- schnitt 2009 ist mit einem Rückgang der Inflation auf 0,4 % nach 3,9 % zu rechnen. Im Euroraum hingegen dürfte der Anpassungsmechanismus etwas träger verlaufen, doch er- reicht die EZB ihr Inflationsziel von „nahe 2 %“: Die Inflation verlangsamt sich von 3,3 % 2008 auf 1,5 % im kommenden Jahr. Deutschland wird einen Rückgang auf 1,4 % von zuvor 2,7 % verzeichnen. • Euro: Die Eskalation der Bankenkrise hat dem US-Dollar Auftrieb gegeben: Repatriie- rungen sowie eine generelle Risikoscheu sind die entscheidenden Faktoren hinter der Dollaraufwertung. Da seitens der EZB weitere Zinssenkungen anstehen, wird sich die transatlantische Zinsdifferenz einengen, was den Euro tendenziell weiter belastet. Aller- dings hält sich das Aufwertungspotenzial für den Greenback in Grenzen, da der wirt- schaftliche Ausblick für die USA verhalten bleibt. Der Euro-Dollar-Kurs dürfte sich 2009 zwischen 1,35 und 1,20 bewegen. Langsame Rückkehr des Vertrauens Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 11 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba • Rentenmärkte: Die Anleihen stehen 2009 im Spannungsfeld von rückläufigen Preisen und der Belastung, die sich aus dem hohen Finanzierungsbedarf der Staaten ergibt. In der ersten Jahreshälfte dürften die Rentenmärkte von drei Effekten profitieren: einer rezessi- ven Realwirtschaft, rückläufigen Inflationsraten bis hin zu deflationären Tendenzen und einer stark expansiven Geldpolitik. So ist mit kräftigen Zinssenkungen der EZB bis auf 1,5 % zu rechnen, während die Fed quasi auf eine Nullzinspolitik zusteuert. Deshalb wer- den im ersten Halbjahr 2009 die 10-jährigen US-Treasuries und Bundesanleihen ihre his- torischen Tiefstände (der vergangenen 60 Jahre) in Höhe von 3,1 % bzw. 3,0 % testen und um diese schwanken. Wenn sich die Gesamtwirtschaft allmählich stabilisiert, rücken die Belastungen für Ren- tentitel aufgrund der zunehmenden Staatsverschuldung in den Vordergrund. Die Verzin- sung 10-jähriger Staatsanleihen in den USA und im Euroraum bewegt sich bis Ende 2009 auf 3,9 % bzw. 3,7 % zu. • Aktienmärkte: Dividendentitel haben inzwischen eine massive Wachstumsschwäche vorweggenommen. Dafür sprechen das Ausmaß der Kurskorrektur sowie die ausgespro- chen niedrigen Bewertungsniveaus. So ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis bereits berichteter Ergebnisse insbesondere bei europäischen Titeln derzeit deutlich niedriger als während der letzten beiden Rezessionen 2001 und 1991. Inzwischen sind sogar die Ni- veaus der tiefen Rezessionen Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre erreicht. Gleich- zeitig ist die Risikoaversion unter den Anlegern extrem ausgeprägt. Aktien sind in vielen Wertpapierportfolios massiv unterrepräsentiert. Dies sollte das Risiko weiterer negativer Überraschungen durch schwache Konjunkturdaten begrenzen. Aktien, die realwirtschaft- liche Entwicklungen rund sechs Monate vorwegnehmen, sollten vielmehr von einer zu erwartenden Aufhellung der Konjunkturperspektiven in der zweiten Jahreshälfte profitie- ren. Der DAX dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2009 die 6.000-Punkte-Marke wieder ins Visier nehmen. 2.1.2 Kapitalmarktprognosen des Hauptszenarios in Zahlen aktueller Stand\* Q1/2009 Q2/2009 Q3/2009 Q4/2009 Zinsen USA Federal Funds Rate 1,00% 0,25% 0,25% 0,25% 0,50% 3-Monats-US-Libor 2,18% 1,70% 1,50% 1,20% 1,30% 10-jähr. Treasuries 2,98% 2,70% 3,00% 3,40% 3,90% Zinsen Eurozone EZB Mindestbietungssatz 3,25% 1,50% 1,50% 1,50% 1,50% 3-Monats-Euribor 3,88% 2,80% 2,70% 2,50% 2,30% 10-jähr. Bundesanleihen 3,30% 3,00% 3,20% 3,40% 3,70% 10-jähr. Swapsätze 3,91% 3,60% 3,80% 3,90% 4,10% Währungen US-Dollar je Euro 1,29 1,35 1,30 1,25 1,20 Aktien DAX 4657 5400 5700 6000 6200 \* 27.11.2008 Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 12 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 2.1.3 Asset Allocation Umbruchphasen bieten immer auch besondere Chancen an den Finanzmärkten. Die Verteilung der potenziellen Erträge liegt in solchen Zeiten in hohem Maße jenseits der Konsensvorstellungen. So verursacht wahrscheinlich auch gegenwärtig der Angstfaktor eine markante Divergenz zwischen den allgemeinen Erwartungen und den tatsächlichen Ergebnissen. Schließt man die in allen ernste- ren Krisen der modernen Marktwirtschaft beschworene Wiederholung der ,großen Depression’ aus und glaubt an langfristig funktionierende Kapitalmärkte, dann sollte man als Anleger bereits im kommenden Jahr Alternativen jenseits der reinen Geldhaltung und kurzlaufender Staatsanleihen höchster Bonität stärker ins Kalkül ziehen. Wir empfehlen als erste Konsequenz daraus, Liquidität nur in normalem Umfang mit rund 5 % zu dotieren. Portfolioempfehlungen nach Risikoneigung Portfoliostrukturen in % BM PF ∆ BM BM PF ∆ BM BM PF ∆ BM Renten 1-3j. 20,5 14,0 -6,5 16,4 10,5 -5,9 12,3 7,0 -5,3 3-5j. 14,4 19,7 5,3 11,5 14,8 3,3 8,6 10,0 1,4 5-7j. 12,0 15,5 3,5 9,6 11,7 2,1 7,2 7,8 0,6 7-10j. 14,9 12,6 -2,3 11,9 9,5 -2,4 9,0 6,3 -2,7 &gt; 10j. 13,2 8,4 -4,8 10,6 6,3 -4,3 7,9 4,2 -3,7 Aktien Euro Stoxx 50 20,0 24,8 4,8 17,5 20,7 3,2 25,0 29,2 4,2 S&amp;P 500 - - - 7,0 8,6 1,6 10,0 12,2 2,2 Nikkei 225 - - - 3,5 5,3 1,8 5,0 7,5 2,5 FTSE 100 - - - 3,5 3,8 0,3 5,0 5,3 0,3 SMI - - - 3,5 3,8 0,3 5,0 5,3 0,3 Liquidität 3M EUR 5,0 5,0 0,0 5,0 5,0 0,0 5,0 5,0 0,0 Konservativ Risikobewusst Spekulativ BM=Benchmark, PF=Portfolio, ∆BM=Abweichung von der Benchmark Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Zwar ist der genaue Zeitpunkt von Trendwenden an den Finanzmärkten kaum auszumachen, der Eintritt von Wendepunkten durchaus aber mit Wahrscheinlichkeiten zu belegen. Erfahrungen aus früheren Zyklen, insbesondere aus den Jahren 1974/75 zeigen, dass es nach Jahren mit massiven Verschiebungen in der relativen Performance und Bewertung zu deutlichen Gegenbewegungen kommt. Enttäuschungen mögen bei Risikopapieren zunächst zwar noch nachwirken, renditeträch- tigere Anlagemöglichkeiten werden 2009 aber allmählich wieder an Bedeutung gewinnen. Es erscheint aufgrund der Ertragschancen im Basisszenario ratsam, bei Aktien nicht nur den Fuß in der Tür zu haben, sondern mit einer gewissen Übergewichtung zu Lasten von Renten durchaus eine begrenzte Wette einzugehen. 2.2 Alternativszenario: L-Depression (Eintrittswahrscheinlichkeit 15 %) 2.2.1 Szenario und Prognosen Das Alternativszenario „L-Depression“ beschreibt die Auswirkungen einer anhaltenden Vertrau- enskrise auf die Realwirtschaft: Die Situation an den Finanzmärkten entspannt sich nicht, sondern verschärft sich sogar. Das Vertrauen im privaten Sektor erodiert, weil es Notenbanken und Fiskal- politik durch zögerliches Handeln nicht schaffen, die Verspannungen am Interbankenmarkt zu lösen. Die Unternehmen als auch die privaten Haushalte reagieren mit einer extremen Zurückhal- tung; sie verschieben Kauf- und Investitionsentscheidungen in die Zukunft. Die Volkswirtschaften schlittern in eine Investitionsfalle (L-Verlauf). Infolgedessen gelingt es nicht, die Wachstumsraten im Jahr 2009 zu stabilisieren und auch in den Folgejahren bleibt das Wachstum anämisch: So ist Chancen nicht übersehen Anhaltende Vertrauenskrise Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 13 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba zwar mit zyklischen Erholungsphasen zu rechnen, die dann aber nur das temporär begrenzte Er- gebnis einer expansiven Fiskalpolitik oder Lagerzyklen sind. Darüber hinaus dürften viele Schwel- lenländer in Zahlungsschwierigkeiten geraten, was deren Wachstumsperspektiven mittelfristig erheblich eintrübt. • BIP: Die Nachfrage sowohl in den USA als auch in der Eurozone bricht weg und für das Gesamtjahr 2009 zeichnet sich ein Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Aktivität um etwa 2 % in beiden Wirtschaftsräumen ab. Die sozialen Auffangnetze und eine weiter ex- pansive Fiskalpolitik stabilisieren zwar, jedoch fehlt es an Auftriebskräften aufgrund ei- ner schwachen Weltwirtschaft und der anhaltenden Unsicherheit auf Seiten der Konsu- menten und Produzenten. Erschwerend kommt hinzu, dass der Abbau der Verschuldung aufgrund des fragilen gesamtwirtschaftlichen Umfelds verschleppt wird. Die USA schlit- tern in „japanische Verhältnisse“, gefolgt vom Euroraum. • Inflation: Aufgrund der weltweit geringen Kapazitätsauslastung sowie der anhaltend schwachen Binnennachfrage sinken die Preise auf breiter Front. Die Industrieländer gera- ten in eine Deflation. Die Preisentwicklung dürfte für einen sehr langen Zeitraum um die Nulllinie schwanken. Den Notenbanken gelingt es nicht, die Volkswirtschaften aus der Deflationsfalle zu befreien. • Euro: Der US-Dollar profitiert weiter von seinem Status als Safe Haven. Die anhaltende Risikoaversion führt zu Liquidationen von Investitionen in Schwellenländer etc. und da- mit zu Rückflüssen in den Dollar. Aufgrund der schwachen US-Binnennachfrage sinkt das Leistungsbilanzdefizit spürbar, der Kapitalbedarf der USA verringert sich. Außerdem könnten angesichts der schwierigen Wirtschaftslage in Europa die Zweifel an der Wäh- rungsunion wachsen. Dann wird die Währung wieder die Parität ansteuern. • Rentenmärkte: Die Notenbanken verlieren den Kampf gegen die Deflation, Fed und EZB antworten mit einer anhaltenden Nullzinspolitik. In dieser Situation profitieren die Rentenmärkte: Bunds und Treasuries werden als Safe Haven gesucht, so dass die histori- schen Zinstiefs deutlich unterschritten werden. Die Verzinsung 10-jähriger Bunds dürfte um einen Gravitationswert von 2 % schwanken. • Aktienmärkte: Anhaltender Margendruck und fehlende Wachstumsperspektiven führen zu weiteren deutlichen Abschlägen bei den Gewinnerwartungen über das Jahr 2009 hin- aus. Die Risikoaversion verharrt auf hohem Niveau. Der DAX steuert die 3.000-Punkte- Marke an, sogar ein Test der Tiefstände von 2003 ist möglich. 2.2.2 Asset Allocation Schwere Vertrauensverluste und die ausgeprägte Abwärtsdynamik der Wachstums- und Preiser- wartungen lassen die meisten Vermögensarten in der Gunst der Anleger deutlich fallen. Risiko- prämien erreichen überall Extremwerte. Die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung sind erheblich eingeschränkt. Aktienengagements er- scheinen aufgrund anhaltender Kompression der Bewertungsrelationen und der Erosion der Unter- nehmensgewinne wenig erfolgversprechend. Trotz gegen Null tendierender Nominalrenditen un- termauern positive Realzinsen gleichzeitig die Attraktivität qualitativ hochwertiger Staatsanleihen. Festverzinsliche höchster Bonität bilden in diesem Szenario eindeutig den Anlageschwerpunkt. In allen Mischportfolios wird die bei Aktien maximale Untergewichtung ausgeschöpft. Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 14 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Portfolioempfehlungen nach Risikoneigung Portfoliostrukturen in % BM PF ∆ BM BM PF ∆ BM BM PF ∆ BM Renten 1-3j. 20,5 0,0 -20,5 16,4 0,0 -16,4 12,3 0,0 -12,3 3-5j. 14,4 0,0 -14,4 11,5 0,0 -11,5 8,6 0,0 -8,6 5-7j. 12,0 18,0 6,0 9,6 16,5 6,9 7,2 15,0 7,8 7-10j. 14,9 31,5 16,6 11,9 28,8 16,9 9,0 26,3 17,3 &gt; 10j. 13,2 40,5 27,3 10,6 37,1 26,5 7,9 33,7 25,8 Aktien Euro Stoxx 50 20,0 10,0 -10,0 17,5 8,8 -8,7 25,0 12,5 -12,5 S&amp;P 500 - - - 7,0 3,5 -3,5 10,0 5,0 -5,0 Nikkei 225 - - - 3,5 1,8 -1,8 5,0 2,5 -2,5 FTSE 100 - - - 3,5 1,8 -1,8 5,0 2,5 -2,5 SMI - - - 3,5 1,8 -1,8 5,0 2,5 -2,5 Liquidität 3M EUR5,00,0-5,05,00,0-5,05,00,0-5,0 Konservativ Risikobewusst Spekulativ BM=Benchmark, PF=Portfolio, ∆BM=Abweichung von der Benchmark Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Mit dem Übergang zur Deflation sind in der Regel nicht nur außerordentliche Ertragschancen für festverzinsliche Anlagen höchster Bonität verbunden. Vielmehr tritt bei Staatsanleihen auch eine massive Abflachung der Zinsstruktur ein. Die Spreizung der Erträge über die diversen Laufzeiten ist wirklich sehr beachtlich. Der Zinshebel am langen Ende ist enorm. Die Kursgewinne bei Lang- und erst recht bei Ultralangläufern sind ein Vielfaches dessen, was mit Geldmarktanlagen und kurzen bis mittleren Laufzeiten zu erzielen ist. Empfehlenswert ist daher, nahezu die gesamten für die Rentenanlage zur Verfügung stehenden Mittel in langlaufenden Staatsanleihen höchster Quali- tät zu halten. 2.3 Alternativszenario: V-Erholung (Eintrittswahrscheinlichkeit 15 %) 2.3.1 Szenario und Prognosen Der Fiskalpolitik gelingt es, dass Vertrauen der Marktteilnehmer rasch wieder herzustellen. Die Banken werden von ihren faulen Krediten befreit. Infolgedessen bauen sich die Verspannungen am Interbankenmarkt bereits zum Frühjahr deutlich ab. Die Unsicherheiten, die Unternehmen und private Haushalte zuvor noch lähmten, schwinden. Eine konjunkturelle Belebung der Industrielän- der erfolgt bereits im zweiten Quartal, nach einem kurzen aber heftigem Einbruch zum Jahres- wechsel (V-Verlauf). Auch wird die nachhaltige Potenzialschwelle wieder rasch erreicht. Eine Entschuldung und Anpassung der Realwirtschaft an die Finanzmarktkrise erfolgen nur graduell. Dies gilt auch für die Schwellenländer. • BIP: Mit dem zügigen Abbau der Unsicherheiten kann ein Sinken des BIP-Wachstums 2009 im Durchschnitt vermieden werden. Die Nachfragekräfte erholen sich auch dank der expansiven Fiskalpolitik. Die USA und die Eurozone weisen ein kleines Plus auf. • Inflation: Aufgrund von Basiseffekten kommt es 2009 im Durchschnitt zu einer geringe- ren Inflationsrate. Jedoch baut sich der Preisdruck im Jahresverlauf wieder rasch auf, zu- mal auch auf Seiten der Rohstoff- und Energiepreise mit einem Wiedererstarken zu rech- nen ist. Die Notenbanken werden gegen zunehmende Inflationsrisiken vorgehen. • Euro: Wegen der zügigen konjunkturellen Erholung halten die Ungleichgewichte in den USA an, das Leistungsbilanzdefizit verringert sich kaum. Eine wachsende Risikoneigung unter Investoren belastet den US-Dollar. Wegen der relativ niedrigen Zinsen wird der Schnelle Rückkehr des Vertrauens Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 15 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Greenback zunehmend als Verschuldungswährung genutzt, es kommt zu Abflüssen aus der US-Währung. Der Euro-Dollar-Kurs dürfte wieder in Richtung 1,50 und darüber an- steigen. • Rentenmärkte: Die Notenbanken werden bereits im Laufe des Jahres 2009 versuchen, einen Teil der überschüssigen Liquidität wieder einzusammeln. Die Fed dürfte ihren Leit- zins auf wenigstens 1 % anheben, die EZB wird ihren Zinssenkungskurs bei 2 % been- den. Wachsende Inflationsrisiken belasten den Rentenmarkt, die 10-jährigen Bunds dürf- ten dabei zwischen 4 % und 4 ¾ % schwanken. • Aktienmärkte: Die in den Kursen eskomptierten deutlichen Gewinneinbrüche der Un- ternehmen erweisen sich als übertrieben pessimistisch. Mit Aufhellung der mittelfristigen Ertragsperspektiven nimmt der Risikoappetit der Anleger wieder zu. Der DAX nimmt die 7.000-Punkte-Marke in Angriff. 2.3.2 Asset Allocation Die Performance-Erwartungen und die Risikoneigung passen sich aufgrund der schneller als ge- dachten Überwindung der Krise relativ zügig nach oben an. Wie schon während der Mitte des laufenden Jahrzehnts verflüchtigt sich die Deflation als Anlagethema überraschend schnell, Wachstums- und Inflationserwartungen normalisieren sich an den Finanzmärkten wieder. Die Risikoprämien bilden sich deutlich zurück. Gleichzeitig wachsen die Ertragsfantasien jenseits der sicheren Anlage. In diesem Szenario gilt es, die großen Anfangsgewinne eines schnellen Um- schwungs bei Risikopapieren zu sichern. Entsprechend werden Aktien in Mischportfolios generell in dem maximal möglichen Umfang dotiert. Der Anteil der festverzinslichen Anlagen wird mög- lichst gering gehalten. Dabei werden Renten jenseits der Geldmarktanlage und kurzen Laufzeiten aufgrund der abzusehenden Verluste gemieden. Portfolioempfehlungen nach Risikoneigung Portfoliostrukturen in % BM PF ∆ BM BM PF ∆ BM BM PF ∆ BM Renten 1-3j. 20,5 60,0 39,5 16,4 40,4 24,0 12,3 20,5 8,2 3-5j. 14,4 0,0 -14,4 11,5 0,0 -11,5 8,6 0,0 -8,6 5-7j. 12,0 0,0 -12,0 9,6 0,0 -9,6 7,2 0,0 -7,2 7-10j. 14,9 0,0 -14,9 11,9 0,0 -11,9 9,0 0,0 -9,0 &gt; 10j. 13,2 0,0 -13,2 10,6 0,0 -10,6 7,9 0,0 -7,9 Aktien Euro Stoxx 50 20,0 30,0 10,0 17,5 27,4 9,9 25,0 37,5 12,5 S&amp;P 500 - - - 7,0 10,0 3,0 10,0 14,5 4,5 Nikkei 225 - - - 3,5 4,3 0,8 5,0 6,2 1,2 FTSE 100 - - - 3,5 4,1 0,6 5,0 5,8 0,8 SMI - - - 3,5 3,9 0,4 5,0 5,5 0,5 Liquidität 3M EUR 5,0 10,0 5,0 5,0 10,0 5,0 5,0 10,0 5,0 Konservativ Risikobewusst Spekulativ BM=Benchmark, PF=Portfolio, ∆BM=Abweichung von der Benchmark Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 16 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3 Länderanalysen 3.1 USA: Wirtschaft im Formtief Im Frühsommer sah es so aus, als könnte die US-Wirtschaft noch einmal knapp an einer Rezession vorbeischrammen. Doch spätestens der Herbst hat klar gemacht, dass die im Jahr 2001 begonnene Expansion in den USA 2008 zu Ende gegangen ist. Im Rückblick hat die Rezession möglicherwei- se sogar schon zur Jahreswende 2007/2008 eingesetzt. Damit sind die USA Anfang 2009 im Ab- wärtszyklus bereits etwas weiter fortgeschritten als der Rest der Weltwirtschaft. Wird der Auf- schwung deshalb auch schneller einsetzen? Die Wirtschaftspolitik feuert derzeit aus allen Rohren, um die Konjunktur zu stabilisieren. Die Notenbank hat den Leitzins wieder auf das Rekordtief von 1% gesenkt und flutet den Markt mit Liquidität. Der Kongress hat nicht nur ein riesiges Finanzmarktpaket geschnürt, sondern bereitet weitere massive Konjunkturprogramme vor. Der Einbruch im Wohnungsbau sollte 2009 auslau- fen. Dadurch entfällt eine wichtige konjunkturelle Belastung. Schließlich ist der Unternehmens- sektor insgesamt – trotz der vielen negativen Meldungen – heute deutlich besser aufgestellt als in vergangenen Zyklen. Der Verschuldungsgrad ist relativ niedrig und im Aufschwung blieben Ein- stellungen und Investitionen eher verhalten. Deshalb dürften die Unternehmen in der Summe ihre Rolle als wichtiger „Rezessionsbeschleuniger“ diesmal nur unterdurchschnittlich erfüllen. Mit einer schnellen konjunkturellen Wende ist allerdings nicht zu rechnen. Selbst unter der An- nahme, dass die Vertrauenskrise an den Finanzmärkten im Laufe des Jahres 2009 endet, wird sich – gemessen an den Erfahrungen aus vergangenen Krisen – vor allem das angeschlagene Finanzsys- tem als Hindernis für den Aufschwung erweisen. Anpassungsprozesse bei den privaten Haushalten dürften über einen längeren Zeitraum hinweg das Wachstum drücken. In einem Umfeld globaler Konjunkturschwäche werden die Exporte die Nachfrage nicht mehr wie 2008 stabilisieren können. Im gewerblichen Bau ist eine spürbare Korrektur zu erwarten. Per Saldo sollte das Jahr 2009 in den USA im historischen Vergleich eine lange konjunkturelle Schwächephase bringen, aber keine Depression. Ein „verlorenes Jahrzehnt“ wie in Japan in den neunziger Jahren bleibt unwahrscheinlich. Der Bereinigungsprozess im amerikanischen Banken- system läuft viel schneller ab als damals in Japan. Endet die Rezession zur Jahresmitte 2009, wie von uns erwartet, wäre sie schon die längste Schrumpfungsphase seit Anfang der dreißiger Jahre. Für das Jahr 2009 erwarten wir einen Rückgang des realen Bruttoinlandsproduktes von knapp 1 %. Dies wäre das dritte Jahr in Folge, in dem die USA unter ihrem Wachstumspotenzial bleiben. Aus diesem Formtief wird die US-Wirtschaft trotz aller Bemühungen nachhaltig wohl erst im Jahr 2010 herauskommen. Längste Rezession seit 1929? Dauer der Rezessionsphasen in Monaten (2008 Prognose) Binnennachfrage schrumpft fast zwei Jahre lang Reale Binnennachfrage, Veränderung gegenüber Vorquartal in %, Jahresrate 0 10 20 30 40 50 1929 1937 1945 1948 1953 1957 1960 1969 1973 1980 1981 1990 2001 2008 0 10 20 30 40 50 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2006 2007 2008 2009 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 Quellen: NBER, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Schwere Rezession in den USA ...aber keine japani- schen Verhältnisse Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 17 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.2 Eurozone: Mittelmeeranrainer mit Strukturproblemen Die Eurozone befindet sich in einer Rezession, die durch gravierende Strukturprobleme in einzel- nen Mitgliedstaaten wie Spanien, Italien oder Irland verschärft wird. Belastend wirkt vor allem die Entwicklung in Spanien und Italien, die zusammen einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt der Eurozone von knapp 30 % erreichen. Damit wird die Eurozone 2009 ein negatives Wachstum von 0,5 % aufweisen, genauso viel wie Deutschland. Zwar hat Deutschland keine Strukturprobleme, allerdings verfügt die hiesige Wirtschaft über einen hohen Industrieanteil, der die BIP- Schwankungen sowohl nach unten als auch nach oben verstärkt. Frankreich dürfte sich nur gering- fügig günstiger entwickeln als die Eurozone; der traditionell starke französische Konsum verliert deutlich an Dynamik. Spanien leidet unter einer ausgeprägten Immobilien- und Baukrise. So ist der Verkauf von städti- schen Wohnimmobilien deutlich eingebrochen, und die Immobilienpreise sind zumindest in Teil- segmenten wie Ferienimmobilien in Küstenlage rückläufig. Die Hausbaugenehmigungen brechen ein und die Hausbeginne, die bereits im vergangenen Jahr von 760.000 auf 616.000 gesunken waren, dürften sich 2008 auf 370.000 Einheiten nochmals deutlich reduzieren. Dieser Effekt ist für das Wirtschaftswachstum des Landes nicht unerheblich: Der Anteil der gesamten Bauinvestitionen betrug 2007 knapp 18 % des Bruttoinlandsprodukts. Im Vergleich hierzu hatte Deutschland 1995 zu Beginn seiner etwa eine Dekade dauernden Baukrise einen Bauanteil von 14 %. Dieser sank dann bis 2005 auf gut 9 % und ist seitdem nur leicht angestiegen. Dies zeigt nicht nur die quantita- tive, sondern auch die zeitliche Dimension der spanischen Baukrise. Zwar verringert sich die Neu- bautätigkeit relativ schnell. Jedoch dauert es lange, bis die errichteten Überkapazitäten abgebaut bzw. wieder einer neuen Nutzung zugeführt werden. Damit wird eine jahrelange Baukrise wahr- scheinlich. Mittlerweile sind deren Auswirkungen auf die Beschäftigung und den Konsum nicht mehr zu übersehen. Damit muss 2009 trotz fiskalpolitischer Stimulierung mit einem deutlichen BIP-Rückgang von 0,6 % gerechnet werden. Deutschland mit Wachstumsvorsprung in Eurozone 2008 Wachstumsdifferenz Deutschland minus Eurozone in % Deutlicher Beschäftigungsrückgang in Spanien % gg. Vj. 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 -1,75 -1,50 -1,25 -1,00 -0,75 -0,50 -0,25 0,00 0,25 0,50 0,75 1,00 -1,75 -1,50 -1,25 -1,00 -0,75 -0,50 -0,25 0,00 0,25 0,50 0,75 1,00 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 Spanien Frankreich Deutschland Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Italien weist hingegen keinen derartig aufgeblähten Bausektor auf. Allerdings konnte das Land den weltweiten Investitionszyklus kaum für sich nutzen. Dies liegt an der teilweise niedrigen Wettbe- werbsfähigkeit der Industrie sowie der Zusammensetzung der Branchen. Neben der starken Kon- zentration auf den Maschinenbau, der u.a. unter der schwachen Inlandsnachfrage in Italien leidet, hat sich das Land auf Konsumgüter wie Textilien, Bekleidung und Lederwaren konzentriert. Diese Wirtschaftszweige sind wie der Maschinenbau von der ungünstigen Lohnstückkostenentwicklung Italiens betroffen. Auch deswegen wird die Produktion teilweise in kostengünstige Schwellenlän- der ausgegliedert, zumal bei Konsumgütern eine Verlagerung vielfach leichter möglich ist als bei technisch anspruchsvollen Investitionsgütern. Insgesamt hatte Italien aus diesen Gründen bereits am vorausgegangenen Aufschwung nur unterdurchschnittlich partizipiert. 2009 muss mit einem durchschnittlichen BIP-Rückgang von 0,5 % gerechnet werden. Langjährige Baukrise in Spanien wahrscheinlich Italienische Konsumgüter zunehmend im Ausland hergestellt Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 18 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.3 Deutschland: Trotz Wettbewerbsstärke in Rezession Deutschland ist über seinen Außenhandel stark in die Weltwirtschaft integriert. Aufgrund der hohen Exportquote von 47 % führt die drastische Wirtschaftseintrübung bei wichtigen Handels- partnern auch hierzulande zu einer Rezession. 2008 hat nur noch das erste Quartal eine positive Wachstumsrate erbracht. Danach ist das Bruttoinlandsprodukt gesunken. Erst Mitte des Jahres 2009 ist mit einer Besserung zu rechnen. Aufgrund sinkender Investitionen und mangelnder Im- pulse vom Außenhandel wird die deutsche Wirtschaft im Gesamtjahr 2009 um 0,5 % schrumpfen. Unterstützung erfährt die deutsche Konjunktur von dem beschlossenen Fiskalprogramm. Das Maßnahmenpaket enthält unter anderem bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen, mehr öffentliche Verkehrsinvestitionen sowie die steuerliche Förderung von Handwerkerleistun- gen und den zeitlich begrenzten Erlass der Kfz-Steuer für Neuwagen. Mit dem Fiskalprogramm, das die öffentlichen Haushalte in den Jahren 2009 bis 2012 mit 23 Mrd. € belastet, sollen staatliche und private Investitionen von 50 Mrd. € oder 2 % des Bruttoinlandsprodukts angestoßen werden. Hinzu kommen die bereits beschlossenen Maßnahmen, wie die Erhöhung des Kindergeldes und die Senkung der Arbeitslosenbeiträge. In der Summe sind durch diese fiskalpolitischen Maßnahmen nur geringe positive Effekte zu er- warten. Das Programm ist im Volumen zu klein und unterstützt relativ willkürlich einzelne Bran- chen, wobei unklar ist, inwieweit diese Unterstützungsmaßnahmen greifen. Sinnvoller wäre es, durch Steuersenkungen den daniederliegenden Konsum zu fördern. Trotzdem dürfte der deutliche Rückgang der Preissteigerungen bei im Jahresdurchschnitt kaum schlechterem Arbeitsmarkt und moderaten Lohnabschlüssen dazu führen, dass leicht steigende Konsumausgaben die Wirtschafts- entwicklung in Deutschland stabilisieren. Eine noch stärkere Rezession wird hierdurch vermieden. Immer mehr deutsche Exporte gehen in Schwellenländer Anteil an den deutschen Gesamtexporten in % Deutsche Arbeitslosenquote niedriger als in Eurozone harmonisiert in % 0 5 10 15 20 25 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 0 5 10 15 20 25 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0 11,0 12,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0 11,0 12,0 Deutschland Eurozone Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Von der Mitte 2009 langsam beginnenden Erholung wird Deutchland aufgrund der Wettbewerbs- stärke seiner Industrie überdurchschnittlich profitieren können. So haben sich die Lohnstückkosten hierzulande deutlich günstiger entwickelt als im europäischen Durchschnitt. Der Arbeitsmarkt ist in den vergangenen Jahren flexibler geworden und die F&amp;E-Aktivitäten liegen leicht über dem internationalen Durchschnitt. Bei den Patentanmeldungen ist die Situation sogar noch günstiger. Hinzu kommt, dass die deutsche Branchenstruktur stark auf Investitionsgüter ausgerichtet ist. Nach der Rezession werden die Schwellenländer wieder an Dynamik gewinnen. Der Aufbau ihrer Volkswirtschaften erfordert gerade die in Deutschland hergestellten Maschinen, Nutzfahrzeuge und elektrotechnischen Investitionsgüter. Die deutliche Abwertung des Euro-Außenwertes seit Mitte diesen Jahres wird diesen Branchen helfen, ihre Produkte zu günstigen Preisen abzusetzen. 2009: Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten Leicht positive Effekte vom Konjunkturprogramm Konsum stabilisiert Wirtschaftsentwicklung Keine gravierenden Strukturprobleme in Deutschland Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 19 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.3.1 Hessen: Konjunkturmotoren Finanzplatz und Flughafen vor Veränderungen Mit dem Finanzplatz Frankfurt und dem Frankfurter Flughafen hat Hessen seine ganz eigenen Konjunkturmotoren im Süden des Landes. Damit diese rund laufen, müssen Systeme verändert werden. Die Vertrauenskrise in der Finanzwelt wird zu einer Renaissance klassischer Finanzie- rungsprodukte führen, so dass die Bankhäuser umstrukturieren und Kapazitäten anpassen müssen. Dies wirkt sich auf Hessen besonders stark aus: Trägt hier das Kredit- und Versicherungsgewerbe doch rund 10 % zur Bruttowertschöpfung bei (Deutschland: 5 %). Gewichtiges Kreditgewerbe vor Herausforderungen Hessen: Anteil an der Bruttowertschöpfung in %, 2005 Frankfurter Flughafen: Beschäftigungsmotor für Hessen Mitarbeiter Fraport (ohne Tochtergesellschaften) Industrie 18% Baugewerbe 3% Handel 11% Sonstige 5% Öffentliche u. private Dienstleister 19% Versicherungs- u. Kreditgewerbe 9% Verkehr, Nachrichtenübermittlung 7% Grundstücks-/Wohnungswesen, Unternehmensdienstleister 28% 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 1968 1978 1988 1998 Sep 08 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 Eröffnung Startbahn West Quellen: Stat. Ämter, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Fraport, Helaba Volkswirtschaft/Research Auch der Frankfurter Flughafen ist von großer Bedeutung für das Bundesland. Inzwischen bietet er Arbeitsplätze für rund 73.000 Beschäftigte, arbeitet aber an der Kapazitätsgrenze. Damit seine internationale Position als achtgrößter Airport erhalten bleibt, sind weitere Infrastrukturmaßnah- men unabdingbar. Der Ausbau dient aber nicht nur dem Unternehmen selbst, sondern kann sich äußerst positiv auf die Beschäftigung in der Region auswirken: Als 1984 die Startbahn West eröff- net wurde, verdoppelte sich in den nachfolgenden Jahren allein bei der Fraport AG die Anzahl der Mitarbeiter auf gut 12.000. Hessens Arbeitsmarkt mit weniger Power Arbeitslosenquote in % aller Erwerbspersonen Unterdurchschnittliches Wachstum in Hessen 2009 Reale Veränderung des BIP gegenüber Vorjahr in % 5 6 7 8 9 10 11 Jan 07 Mrz 07 Mai 07 Jul 07 Sep 07 Nov 07 Jan 08 Mrz 08 Mai 08 Jul 08 Sep 08 5 6 7 8 9 10 11 Deutschland Westdeutschland Hessen -1 0 1 2 3 4 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 -1 0 1 2 3 4 Deutschland Hessen Prognose nicht arbeitstäglich bereinigt Quellen: Bundesagentur f. Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Stat. Ämter, Helaba Volkswirtschaft/Research Und Impulse kann der Arbeitsmarkt in Hessen gebrauchen. Schon der industriegetragene Auf- schwung konnte in Hessen aufgrund der Spezialisierung auf Dienstleistungen weniger fruchten, so dass die hessische Arbeitslosenquote im Oktober 2008 mit 6,2 % etwas über dem westdeutschen Durchschnitt lag. Jetzt wird der konjunkturelle Abschwung in Hessen durch die Bankenkrise noch verstärkt. Für das hessische Wirtschaftswachstum heißt das vermutlich, dass nach den leicht unter- durchschnittlichen Jahren 2006 und 2007 zwei weitere folgen werden. Die gesamtdeutschen Raten (nicht arbeitstäglich bereinigt) von 1,6 % und -0,6 % in den Jahren 2008 und 2009 werden vermut- lich in Hessen mit 1,5 % bzw. -0,8 % unterschritten. Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 20 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.3.2 Thüringen: Wachstum behauptet sich Die Thüringer Wirtschaft bekam in der Vergangenheit die kräftigsten Impulse von der Industrie. So stieg im ersten Halbjahr 2008 die Bruttowertschöpfung in diesem Wirtschaftszweig um 7,4 % gegenüber dem Vorjahr. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum dagegen fiel mit 2,4 % deutlich niedriger aus, da sich die übrigen Wirtschaftsbereiche nur schwach entwickelten bzw. wie der Staatssektor wahrscheinlich sogar schrumpften. Dynamische Thüringer Industrie 1. Halbjahr 2008: Reale Veränderung des BIP gegenüber Vorjahr in % Arbeitslosenquote in Thüringen auf Tiefststand Arbeitslosenquote in % aller Erwerbspersonen 7,4% 4,4% 0,8% 1,8% 2,4% 2,4% Thüringen Deutschland BIP Industrie Übrige Wirtschaftsbereiche 7 9 11 13 15 17 Jan 07 Mrz 07 Mai 07 Jul 07 Sep 07 Nov 07 Jan 08 Mrz 08 Mai 08 Jul 08 Sep 08 7 9 11 13 15 17 Deutschland Thüringen Ostdeutschland Quellen: Stat. Landesämter, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Bundesagentur f. Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Dennoch reichte die Schubkraft der Industrie aus, um den gesamten Arbeitsmarkt in Thüringen zu bewegen: Die Arbeitslosenquote sank binnen Jahresfrist von 11,7 % auf 9,9 % im Oktober 2008 und lag damit weiterhin deutlich unter dem ostdeutschen Durchschnitt (11,8 %). Dabei nahm nicht nur die Anzahl der Arbeitslosen kräftig ab (-16 %), sondern die Beschäftigung stieg. Auftragsentwicklung in Thüringen positiv Auftragseingang: Volumenindex, Quartalsdurchschnitt Thüringen 2009: Leicht überdurchschnittliches Wachstum Reale Veränderung des BIP gegenüber Vorjahr in % 100 120 140 160 180 200 220 1. Quartal 2005 3. Quartal 2005 1. Quartal 2006 3. Quartal 2006 1. Quartal 2007 3. Quartal 2007 1. Quartal 2008 3. Quartal 2008 100 120 140 160 180 200 220 Deutschland Thüringen -1 0 1 2 3 4 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 -1 0 1 2 3 4 Thüringen Deutschland Prognose nicht arbeitstäglich bereinigt Quellen: Thür. Landesamt f. Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Stat. Ämter, Helaba Volkswirtschaft/Research Im zweiten Halbjahr 2008 lässt die Dynamik in der Industrie zwar etwas nach, darauf deuten die Daten für das dritte Quartal hin. Gleichwohl wird die Wachstumsrate angesichts der weiterhin positiven Entwicklung der Auftragseingänge spürbar über dem Durchschnitt der gesamtdeutschen Industrie liegen, deren Orderbücher schon die ersten Rückgange verkraften mussten. Für das Ge- samtjahr 2008 zeichnet sich deshalb in Thüringen ein überdurchschnittliches BIP-Wachstum von 1,8 % ab. Auch 2009 hat das Bundesland gute Chancen, wieder überdurchschnittlich abzuschnei- den. Zwar wird auch die Thüringer Industrie konjunkturell abgebremst, aber von einem deutlich höheren Ausgangsniveau aus als in den meisten alten Bundesländern. Die attraktiven Lohnstück- kosten im Verarbeitenden Gewerbe (10 % unter gesamtdeutschen Durchschnitt) sorgen zudem dafür, dass das Land für Investoren interessant bleibt. Auch dürfte Thüringen von der Finanzkrise kaum direkt betroffen sein wie beispielsweise Hessen. Insgesamt scheint 2009 eine Wachstumsrate in Thüringen knapp über der Nulllinie möglich. Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 21 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4 Weitere europäische Länder 3.4.1 Großbritannien: Bank of England senkt auf historisches Niveau Die Finanzkrise erschüttert Großbritannien. Die britische Wirtschaft ist aufgrund der beträchtli- chen privaten Verschuldung und der hohen Bedeutung des Finanzsektors an der Bruttowertschöp- fung besonders anfällig. Der heimische Immobilienmarkt befindet sich in einer scharfen Abwärts- bewegung, die auch 2009 anhalten wird. Nach Rückgängen von 8 % in diesem Jahr dürften die Hauspreise 2009 voraussichtlich um rund 15% fallen. Neben den Vermögensverlusten belasten auch die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken bzw. teurere Konditionen die Konsumenten. Die Abschwächung am Arbeitsmarkt verschlechtert die reale Einkommensentwicklung, was von den rückläufigen Energiepreisen nur teilweise kompensiert werden kann. Die Investitionen werden wegen der Probleme im Kreditverkehr sowie der allgemeinen Unsicherheit spürbar abnehmen. Insbesondere der Wohnungsbau dürfte markant zurückgehen. 2008 wird die britische Wirtschaft trotz der Rezession im zweiten Halbjahr noch voraussichtlich um 0,8 % expandieren. 2009 dürfte das Bruttoinlandsprodukt allerdings um 1,5 % zurückgehen. Das massive Einschreiten der Regierung zur Rettung der Banken könnte, wenn auch sehr zöger- lich, das Vertrauen im Finanzsektor stärken und den Kreditfluss allmählich wieder in Gang setzen. Zur Konjunkturstützung senkt die Regierung die Mehrwertsteuer temporär um 2,5 Prozentpunkte und erhöht die Infrastrukturausgaben. Die Pfund-Abwertung verbessert die britische Wettbe- werbsposition, der Außenhandel dürfte positiv zum Wachstum beitragen. Deshalb dürfte sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr 2009 stabilisieren bzw. leicht erholen. Schmerzhafte Rezession in Großbritannien Index in % gg. Vj. Inflation im freien Fall, BoE senkt auf 1,0 % % 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 0 10 20 30 40 50 60 70 BIP gg. Vj. (rechte Skala) BCC Unternehmervertrauen (Industrie + Service) (linke Skala) 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 -1 0 1 2 3 4 5 6 -1 0 1 2 3 4 5 6 Konsumentenpreise gg. Vj. BoE-Leitzins Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Die britische Notenbank ist zu weiteren Taten gezwungen. Die schwache Konjunkturentwicklung wird merklich auf die Preise drücken. Die Inflation wird auch wegen der sinkenden Energiepreise und der Mehrwertsteuersenkung drastisch zurückgehen. Von der Spitze bei 5,2 % im Jahr 2008 dürfte die Teuerung im Verlauf von 2009 sogar temporär in den negativen Bereich fallen. Nach einer voraussichtlichen Rate von 3,6 % in diesem Jahr wird die Inflation im Jahresdurchschnitt 2009 nur noch 1,1 % betragen. Für die Bank of England ergibt sich nicht nur Spielraum, sondern gemäß ihrem Mandat auch eine Erfordernis, die Geldpolitik weiter zu lockern. So könnte die briti- sche Notenbank ihren Leitzins bis auf 1,0 % und damit auf ein historisches Tief reduzieren. Die trübe Konjunkturlage sowie die Leitzinssenkungen setzen das britische Pfund unter Druck. Der Euro profitiert von seinem Zinsvorteil gegenüber der britischen Währung, der Euro-Pfund- Kurs dürfte zunächst um 0,84 notieren. Mit einer wirtschaftlichen Stabilisierung in Großbritannien wird sich im Jahresverlauf der Malus des Pfunds reduzieren, ein Euro dürfte dann nur noch 0,78 Pfund kosten. Gegenüber dem US-Dollar wird die britische Währung 2009 vermutlich um 1,55 tendieren. Kreditkrise lastet auf Unternehmen und Konsumenten Pfund-Erholung erst im zweiten Halbjahr BIP 2009 schrumpft um 1,5 % Inflation geht zurück, BoE senkt weiter Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 22 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4.2 Schweiz: Franken-Stärke läuft aus Der Schweizer Franken wird seinem Ruf als Fluchtwährung in Krisenzeiten gerecht. Die Auf- wertung gegenüber dem Euro von rund 15 % in der Spitze vom Oktober 2007 bis November 2008 übertraf das Ausmaß in vergangenen Phasen. Die zwangsweise Auflösung von Verschuldungs- positionen im Franken ließen die Schweizer Währung aufwerten. Die fundamentale Entwicklung stützt den Franken allerdings nur begrenzt. Schließlich verlang- samt sich das Wirtschaftswachstum auch in der Schweiz spürbar, eine Rezession ist nicht zu ver- meiden. Die Abwärtsbewegung beschleunigt sich mittlerweile, das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zweiten Halbjahr 2008 wie auch zu Beginn 2009 schrumpfen. Insbesondere der Export zieht das Wachstum nach unten. Neben der nachlassenden Konjunktur der Haupthandelspartner belastet auch die Aufwertung des Schweizer Franken die Ausfuhren. Die Unternehmen dürften in diesem Umfeld ihre Investitionen merklich drosseln. Der private Konsum wird ein stabilisierendes Ele- ment sein. Die Haushaltsausgaben werden vermutlich im kommenden Jahr um 0,5 % expandieren. Die Einkommensdynamik verschlechtert sich zwar. Allerdings ist anzunehmen, dass die Schwei- zer Privathaushalte mangels eines heimischen Immobilien- bzw. Schuldenbooms nur begrenzt unter den direkten Folgen der Kreditkrise leiden. Nach einem voraussichtlichen Wachstum von 1,7 % in diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2009 um 0,3 % schrumpfen. Erst mit einer Stabilisierung der Weltwirtschaft wird sich das Wachstum im zweiten Halbjahr 2009 zaghaft erho- len. Inflation geht spürbar zurück, SNB senkt auf 0,5 % % gg. Vj. Schweizer Franken konsolidiert zum Euro Verhältnis in CHF 2000 2002 2004 2006 2008 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 Inflation Mitte des SNB-Zinszielbandes SNB-Inflationsziel Apr 2007 Aug Okt Dez 2008 Feb Apr Jun Aug Okt 1,425 1,450 1,475 1,500 1,525 1,550 1,575 1,600 1,625 1,650 1,675 1,700 0,00 0,10 0,20 0,30 0,40 0,50 0,60 Carry-to-Risk \* (linke Skala) EUR-CHF (rechte Skala) Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research \* Differenz 3M-Euribor vs. 3M-Libor geteilt durch impl. Volatilität EUR-CHF Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Teuerung in der Schweiz wird sich 2009 merklich entspannen. Dank rückläufiger Rohstoff- preise, der Aufwertung des Franken sowie der nachlassenden Konjunktur dürfte die Inflation im Jahresdurchschnitt 2009 auf 0,7 % zurückgehen. Die Schweizerische Nationalbank ist aufgrund des Wachstums- und Inflationsausblicks auf einen Zinssenkungskurs umgeschwenkt. Nach der drastischen Zinssenkung auf 1,0 % (Mittelwert des Libor-Zinszielbandes) besteht auch noch Spiel- raum für Lockerungen bis auf 0,5 %. Die Renditen 10jähriger Staatsanleihen dürften damit auf 2,0 % zurückgehen. Im späteren Jahresverlauf 2009 ist wegen des internationalen Zinsverbunds mit einen Renditeanstieg auf 2,5 % zu rechnen. Die Einengung der Zinsdifferenzen zur Eurozone wirkt in Richtung einer Franken-Aufwertung. Wenn sich aber das globale Kreditumfeld wieder beruhigt, geht die „unfreiwillige“ Franken- Nachfrage wieder zurück. Mit einer wachsenden Risikoneigung werden sich die Volatilitäten im Wechselkurs verringern. Bei den Kapitalmarktzinsen dürfte sich die Differenz zugunsten des Euro erhöhen. Aus diesen Gründen wird vermutlich der Euro-Franken-Kurs auf 1,58 bis Ende 2009 ansteigen. SNB senkt weiter Rezession auch in der Schweiz Franken wertet gegenüber dem Euro ab Franken als Fluchtwährung Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 23 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4.3 Polen: Euro-Einführung 2012? Auch die polnische Konjunktur wird vom internationalen Trend mitgezogen, so dass sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2009 gegenüber diesem Jahr voraussichtlich nahezu halbie- ren wird (2,7 %). Impulse kommen von einem besonderen „Konjunkturprogramm“: 2012 will das Land gemeinsam mit der Ukraine die Fußball-Europameisterschaft ausrichten. Bis dahin sind weitere Infrastrukturinvestitionen geplant. 2007 flossen knapp 18 Mrd. $ an Direktinvestitionen nach Polen. Dies dürfte – auch als Auswir- kung der Finanzkrise – nachlassen. Als eine Gegenmaßnahme will Polen Firmengründungen ver- einfachen und die Bestandsdauer der Sonderwirtschaftszonen über 2017 hinaus verlängern sowie deren Gebiet vergrößern. In diesen Zonen gelten umfangreiche Steuererleichterungen. Das polnische Parlament hat einen Zeitplan für die Euro-Einführung 2012 beschlossen. Die Hoff- nung ist, dass das Land durch die gemeinsame Währung besser vor Währungskrisen geschützt wird. Für die zur Euro-Einführung notwendige Verfassungsänderung ist die Regierungskoalition unter Ministerpräsident Tusk auf die Opposition angewiesen. Und auch Präsident Kaczynski, der dem Euro kritisch gegenübersteht, muss für das Vorhaben gewonnen werden. Im Gespräch ist eine Volksabstimmung Mitte 2009. Präsidentschaftswahlen stehen außerdem 2012 an. Der Aktienmarkt und die polnische Währung sind trotz der insgesamt guten Fundamentaldaten von der Finanzkrise deutlich beeinträchtigt. Denn die Investoren sind gegenüber den osteuropäi- schen Ländern vorsichtig geworden. Der Aufwertungstrend des Zloty kehrte sich Ende Juli 2008 um. Auch die Absicht, angeschlagene Institute durch die Vergabe staatlicher Garantien und Kredi- te vor der Insolvenz zu retten, konnte bislang noch keine Ruhe in den Markt bringen. Die starke Präsenz ausländischer Eigentümer auf dem polnischen Bankenmarkt – früher ein Stabilisierungs- faktor – kann sich heute eher als Problem erweisen, wenn diese Institute stärker von der Krise tangiert werden. Die Zurückhaltung auf dem Interbankenmarkt hat auch in Polen für Engpässe gesorgt. Um diese Liquiditätsknappheit zu überbrücken, hat die Europäische Zentralbank der pol- nischen Notenbank (NBP) eine Kreditfazilität über 10 Mrd. Euro gewährt. Die NBP änderte im November ihren Kurs und senkte – dem allgemeinen Trend folgend – den Leitzins um 25 Basispunkte auf 5,75 %. Der Zloty dürfte zunächst weiter volatil bleiben, zumal die kurzfristigen Auslandsschulden und das Leistungsbilanzdefizit gestiegen sind. Stützend wirkt die vergleichsweise robuste Konjunktur. Wenn 2009 der Zloty wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt, wird die NBP voraussichtlich weitere vorsichtige Zinsschritte vornehmen, die dem Wirt- schaftswachstum zugute kommen sollten. Wird der EU-Beitritt allerdings verschoben, dürfte der Zloty die Verunsicherung der Märkte deutlich widerspiegeln. Zloty noch volatil Indizes, 1.1.2004=100 Keine Entkopplung Aktienindizes, 1.1.2006=100 04 05 06 07 08 65 70 75 80 85 90 95 100 105 110 65 70 75 80 85 90 95 100 105 110 Forint Slk Krone Zloty Cz Krone EU-Beitritt Jan 06 Apr Jul Okt Jan 07 Apr Jul Okt Jan 08 Apr Jul Okt 60 80 100 120 140 160 180 60 80 100 120 140 160 180 Polen (WIG) Deutschland (DAX) Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Zloty weiter volatil Euro-Einführung 2012? Starke Präsenz ausländischer Banken Wachstum halbiert sich Sonderwirtschaftszonen sollen gefestigt werden Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 24 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4.4 Ungarn: Finanzmarktkrise betont fundamentale Schwächen Ungarn ist wirtschaftlich stark von der Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten abhängig. Denn die Verschuldung des Landes gegenüber dem Ausland ist beträchtlich und ent- spricht ungefähr dem BIP. Daher machen die hohen Defizite in Staatshaushalt und Leistungsbilanz das Land verwundbar: Verliert die Währung so massiv an Wert, wie es seit Juli 2008 der Fall ist, wiegt die Schuldenlast schwerer. Zu spüren bekommen dies insbesondere die privaten Kreditneh- mer, die rund zwei Drittel der Auslandskredite halten. Sie waren wegen des günstigeren Zinssatzes häufig auf Kredite in Schweizer Franken ausgewichen. Vorgesehen sind nun entlastende Maß- nahmen für diese Kreditnehmer wie etwa Laufzeitverlängerungen. IWF, EU und Weltbank verständigten sich Ende Oktober 2008 auf ein rund 25 Mrd. $ schweres Hilfspaket für Ungarn, das sowohl die zeitnahe Stabilisierung der Wirtschaft als auch eine lang- fristige Wachstumssteigerung gewährleisten soll. Denn das BIP wird nach 2007 auch in diesem Jahr voraussichtlich nur um gut 1 % wachsen, bevor es 2009 schrumpft. Rund 16 Mrd. $ der Hilfsgelder laufen während der nächsten anderthalb Jahre über den IWF und sind an strikte Aufla- gen gebunden, z.B. für die Haushaltspolitik. Hauptziele sind, die Höhe des staatlichen Schulden- dienstes zu reduzieren und die Handlungsfähigkeit des Bankensektors zu erhalten. Die koordinier- te Unterstützung sollte ausreichen, um das Land vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren, auch wenn ein Beistandskredit des IWF Ungarn in der Wahrnehmung der Investoren weit zurückwirft. Da die Währung immer mehr unter Druck geriet, entschloss sich die Ungarische Nationalbank im Oktober zu einem drastischen Schritt und erhöhte den Leitzins um 300 Basispunkte auf 11,5 %. Im November lockerte sie die Geldpolitik wieder: Sie verringerte den Mindestreservesatz sowie den Leitzins (nun 11 %) und stellte weitere Senkungen in Aussicht. Begründung: der Inflationsdruck lasse nach und die internationalen Finanzhilfen haben die Finanzierungsrisiken des Landes verrin- gert. Die Finanzhilfen lösen Ungarns Probleme nicht grundsätzlich. Aber die unter Aufsicht ge- stellte Wirtschaftspolitik kann etwas von der Verunsicherung aus dem Markt nehmen. Immerhin reduzierte sich die Volatilität des Forint. Aktuell ist er gegenüber dem Euro auf 260 Forint je Euro gesunken. Der Spielraum für wachstumsfördernde Zinssenkungen ist allerdings begrenzt, zumal die Inflation auch 2009 mit voraussichtlich gut 3 % nicht gerade niedrig ausfällt. Die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Gyurcsány hat eine Zusammenarbeit über Par- teigrenzen hinweg angeregt. Dabei sollen insbesondere die Themen Euro-Einführung, mittelfristi- ge Lohnvereinbarung und Umgestaltung der Renten- und Sozialsysteme angegangen werden. Ob sich dies umsetzen lässt, ist fraglich. Doch führt an diesen grundlegenden Themen kein Weg vor- bei. Denn Ungarn ist darauf angewiesen, über eine solide Wirtschafts- und insbesondere Haus- haltspolitik das nachhaltige Vertrauen der Investoren wieder zu gewinnen. Ausländische Investitionen rückläufig Mrd. $ Hohe Auslandsschulden Mrd. $ -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 2007 2008 2009 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 Direkt- investitionen Portfolio- investitionen 0 25 50 75 100 125 150 2007 2008 2009 0 25 50 75 100 125 150 private Gläubiger öffentliche Gläubiger Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research; 2008/09 Prognose Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research; 2008/09 Prognose Hohe Verschuldung Hilfen von EU, IWF und Weltbank Vorsichtige Lockerung nach drastischer Zinserhöhung Vertrauen der Investoren wieder gewinnen Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 25 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4.5 Tschechien: Solide Eckdaten, innenpolitische Turbulenzen Die tschechische Wirtschaft weist insgesamt solide Eckdaten auf, etwa beim Wachstum des BIP, beim Leistungsbilanzsaldo und beim Staatsdefizit. Dennoch kann sich Tschechien nicht von den internationalen Entwicklungen abkoppeln: Deutschland ist mit einem Anteil von rund 30 % an den tschechischen Importen und Exporten der wichtigste Handelspartner des Landes. Bezogen auf die EU sind die Verflechtungen noch deutlicher: Rund drei Viertel der Importe kommen von dort, über 80 % der Exporte werden dorthin geliefert, mit einer besonderen Gewichtung auf Kfz und Kfz-Teile. Dies birgt Risiken für die Handelsbilanz. Daher dürfte das BIP-Wachstum 2009 mit gut 2 % merklich niedriger ausfallen als 2008 (+4,2 %). Dies gilt allerdings auch für die Inflation, die 2008 von Einmaleffekten auf voraussichtlich 6,6 % getrieben wird. Der relativ robusten Wirtschaftsdaten ungeachtet steckt die tschechische Regierung unter Minis- terpräsident Topolanek in der Krise: Bei den Regional- sowie den Senatswahlen im Oktober hat sie empfindliche Verluste erlitten, da sie nach unpopulären Konsolidierungsmaßnahmen stark an Rückhalt eingebüßt hat. Dies schwächt die Regierung, die ohnehin nur über eine minimale Mehr- heit im Parlament verfügt, zusätzlich. Noch erscheint nicht gesichert, ob Tschechien turnusgemäß am 1. Januar von Frankreich die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen kann. Allgemeine Parla- mentswahlen stehen 2010 an. Die tschechische Krone hat sich bis Juli 2008 auf einem Höhenflug befunden. Im Sog der Finanz- krise ist jedoch auch sie deutlich volatiler geworden. Dies dürfte bis ins nächste Jahr spürbar sein, auch wenn die vergleichsweise guten Wirtschaftsdaten die Krone stützen werden. Da die Tsche- chische Nationalbank (CNB) die hohe Inflation als temporär ansieht, senkte sie im August vorsich- tig und im November deutlich die Leitzinsen auf aktuell 2,75 %, den tiefsten Stand in der Region. Da der Inflationsdruck nachlassen sollte, besteht Spielraum für weitere Senkungen. Ein Datum für den Euro-Beitritt gibt es bislang nicht, ein Termin vor 2012 ist aber nicht realistisch. Im tschechischen Bankensystem gehören viele Institute zu europäischen Konzernen. Bislang ist Tschechien von der internationalen Finanzkrise kaum direkt betroffen. Staatsanleihen werden – anders als etwa in Ungarn – nicht in hohem Maße von Ausländern gehalten, so dass die Kapital- bewegungen deutlich maßvoller waren. Auch bei Privat- und Unternehmenskrediten ist das von Währungsschwankungen ausgehende Risiko begrenzt: Zwar ist die Kreditvergabe in den letzten Jahren stark angestiegen, jedoch lauten weniger als 15 % aller Kredite auf ausländische Währun- gen. Hinzu kommt eine vorsichtige Kreditvergabepolitik, so dass der Anteil der Kreditausfälle niedrig ist. Problematisch wären allerdings Schwierigkeiten der ausländischen Banken, die die Kreditvergabe an ihre tschechischen Tochterinstitute einschränken würden. Zur vorsorglichen Sta- bilisierung des Bankensektors hat die Regierung die Garantien zur Einlagesicherung ausgeweitet. Geldmarktsätze und... 3m-Interbankrates in % ...Kapitalmarktsätze am unteren Rand 10y-Gvt.bonds in % Jan 07 Mrz Mai Jul Sep Nov Jan 08 Mrz Mai Jul Sep Nov 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Slowakei Polen Ungarn Tschechien Jan 07 Mai Jul Sep Nov Jan 08 Mrz Mai Jul Sep Nov 3 4 5 6 7 8 9 10 11 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Ungarn Polen Tschechien Slowakei Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Zinssenkung auf 2,75 % Regierung in der Krise Enge Verflechtung mit der EU und Deutschland Stabilisierende Faktoren im tschechischen Bankenmarkt Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 26 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4.6 Slowakei: Countdown zum Euro Die Slowakei ist nach Slowenien sowie Malta und Zypern das vierte der 2004 beigetretenen EU- Länder, die den Euro einführen. Zum 1. Januar 2009 wird die Gemeinschaftswährung die slowaki- sche Krone ersetzen. Der Leitkurs im Europäischen Wechselkursmechanismus II wurde Ende Mai neu festgesetzt, um der bis dato immer stärker werdenden Währung gerecht zu werden. Im Juli wurde dieser Leitkurs (30,126 SKK je Euro) als endgültiger Umrechnungskurs für den Eurostart bestätigt. Seit 2006 regiert die spannungsreiche Koalition dreier Parteien aus dem rechten und linken politi- schen Lager, deren stärkste Kraft die linksgerichtete Smer-Partei von Ministerpräsident Fico ist. Diese Konstellation, respektive die Regierungsbeteiligung der Nationalisten, erschwert eine Lö- sung der schwelenden Krise um die Frage der ungarischen Minderheit in der Slowakei. Bei alledem weist die Wirtschaft gute Fundamentaldaten auf: Für dieses Jahr ist wie schon 2007 abermals das stärkste Wirtschaftswachstum in der EU zu erwarten (6,7 %). Wachstumsträger bleibt die – wenngleich schwächere – Binnennachfrage, während im Außenhandel v.a. ab 2009 die Rezession in der Eurozone spürbar wird. Denn in die EU werden rund 87 % der Exporte geliefert, über die Hälfte der Exportgüter sind Maschinen und Transportausrüstungen (davon wiederum die Hälfte Kfz und Kfz-Teile). Das BIP-Wachstum wird 2009 voraussichtlich bei gut 3 % liegen und dann mit der wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone wieder etwas anziehen. Bei den Direktin- vestitionen wird sich 2008 und 2009 die Vorsicht der Investoren manifestieren. Die Inflation in der Slowakei erfüllt zwar das Maastricht-Kriterium (höchste Inflation der drei preisstabilsten Euro-Länder plus maximal 1,5 Prozentpunkte), ist aber mit rund 4 % aufgrund von höheren Verbrauchsteuern und Energiepreisen in diesem Jahr relativ hoch. Die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank kommen daher für die Slowakei, die ihre Leitzinsen vor dem Beitritt zur Währungsunion an das Euroland-Niveau anpassen muss, zum falschen Zeitpunkt. Bis zum Frühsommer hat die aufwertende Krone Preissteigerungen bei Importen abgefedert. Mit dem Bei- tritt zum Euro entfällt diese Möglichkeit. Die Inflation dürfte 2009 dennoch leicht sinken. Dafür sprechen die im nächsten Jahr niedrigeren Ölpreise und die schwächere Binnennachfrage. Im Hin- blick auf die Parlamentswahlen 2010 wird die Regierung sich außerdem bemühen, über die admi- nistrierten Preise die Teuerung für die Bevölkerung zu begrenzen. Die Bankenkrise tangiert die Slowakei bislang eher indirekt. Allerdings gehören über 90 % der slowakischen Banken zu westeuropäischen Häusern. Wie stark diese Institute von der Krise getrof- fen werden und dies dann an ihre Töchter weitergeben, ist bislang nicht absehbar. Slowakei schleust Zinsen auf Eurolandniveau hinunter Leitzinsen in % 03 04 05 06 07 08 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Ungarn Slowakei Polen Tschechien EU-Beitritt Quellen: EIU, EU-Kommission, Helaba Volkswirtschaft/Research Bankenmarkt von Auslandsinstituten dominiert Euro kommt zum 1.1.2009 Stärkstes Wachstum in Euroland Spannungen in der Koalition und mit Ungarn Euroraum-Zinsen zu niedrig für slowakische Inflation Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 27 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4.7 Russland: Ölpreisrückgang belastet Die wirtschaftliche Schönwetterperiode ging nach der Eskalation der internationalen Finanzkrise und dem starken Ölpreisrückgang im Herbst 2008 jäh zu Ende. Zudem sank auch die Ölförderung 2008 leicht. Die traditionellen Förderstellen in Westsibirien sind zunehmend erschöpft und neue in Ostsibirien erfordern teure Investitionen bei gleichzeitig höheren Förderkosten. Die hohen Export- steuern hemmen generell die Erdölförderung und bringen den Unternehmen seit dem Ölpreisrück- gang Verluste. Die Regierung hat daher Anfang November 2008 die Exportsteuern von 372 $ auf 287 $ pro Tonne gesenkt; sie dürfte diese bald weiter vermindern müssen. Der hohe negative Wachstumsbeitrag der Außenwirtschaft, die eingeschränkte Kreditvergabe der Banken infolge der schlechten Refinanzierungsbedingungen, die leicht fallende Ölförderung, die Ölpreisbaisse auf dem Weltmarkt und die unsicheren Rahmenbedingungen für private Investoren schwächen das Wachstum zunehmend. Einzelne Branchen wie der Bau und die Stahlindustrie befinden sich bereits in der Rezession. Die Immobilienpreise beginnen zu fallen, nachdem sie zuvor ungesunde Spitzen erreicht hatten. Das BIP-Wachstum wird daher bereits 2008 auf gut 6 % zurückgehen. Da die Ölpreise 2009 wahrscheinlich nicht deutlich steigen werden, wird die Wirt- schaft dann mit 3 % voraussichtlich nur noch halb so schnell expandieren. Die staatliche und private Wirtschaft ist in den letzten Jahren stark mit Auslandskrediten, Aktien- emissionen und ausländischen Direkt- und Portfolioinvestitionen gewachsen. Die russischen Aus- landsschulden stiegen bis Mitte 2008 auf 527 Mrd. $ zügig. Einige Kredite sind kurzfristig fällig oder mit Aktien als Sicherheiten unterlegt. Der russische Aktienindex ist allerdings seit Anfang 2008 um 70 % gefallen. Daher müssen diese Kredite nun entweder getilgt oder mit neuen Sicher- heiten unterlegt werden. Die russische Regierung hat der staatlichen Entwicklungsbank VEB 50 Mrd. $ aus ihren Reserven übertragen. Mit diesem Geld können die Unternehmen auf Antrag ihre Fälligkeiten tilgen. Der Rahmen von 50 Mrd. $ wird voraussichtlich ausreichen. 2009 werden allerdings weitere Kapitalspritzen aus staatlichen Fonds oder den Währungsreserven nötig sein, sollte sich die Risikoaversion nicht wieder rasch legen. Das unterschiedliche Export- und Importwachstum sowie die seit dem Sommer rapide gesunkenen Ölpreise verschlechtern rasch die Leistungsbilanz. Die hohen Ölpreise bis zum Spätsommer be- scheren 2008 zwar nochmals eine überschüssige Leistungsbilanz von fast 100 Mrd. $. Der Aktiv- saldo dürfte 2009 jedoch bei seitwärts tendierenden Ölpreisen vollständig abschmelzen. Die Re- gierung sollte daher gerade in konjunkturell schweren Zeiten die Angebotsseite der Wirtschaft und insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessern, damit sich die Wirtschaftsstruktur mit einem nachhaltigen Wachstum über den Energie- und Rohstoffsektor hinaus verbreitert. Ausländische Investitionen werden zögerlich Mrd. $, netto Auslandsschulden stiegen bis Mitte 2008 zügig Mrd. $ -10 -5 0 5 10 15 2007 2008 2009 -10 -5 0 5 10 15 Direktinvestitionen Portfolioinvestitionen 0 100 200 300 400 500 4.Q.2007 1.Q.2008 2.Q.2008 0 100 200 300 400 500 kurzfristig langfristig Quellen: IWF, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: BIZ, Helaba Volkswirtschaft/Research Leistungsbilanzüber- schuss 2009 in Gefahr Regierung sichert Schuldendienst der Unternehmen Wachstum wird sich mehr als halbieren Rückläufige Ölförderung Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 28 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.4.8 Türkei: In Gesprächen mit dem IWF Die türkische Wirtschaft weist seit Überwindung der Finanzkrise von 2001 ein gutes Wachstum auf. Die Berechnung der Daten wurde im März 2008 an EU-Standards angepasst. Für 2008 ist nochmals mit einem komfortablen BIP-Wachstum von rund 3 % zu rechnen. Allerdings sind be- reits Schwächen beim privaten Verbrauch und den Investitionen spürbar. 2009 ist von einer Redu- zierung des Wachstums auf 1,7 % auszugehen. Dies ist auch auf die engen Handelsbeziehungen mit der EU und insbesondere mit Deutschland zurückzuführen: Rund 40 % der Importe kommen aus EU-Ländern, über 56 % der Exporte werden dorthin geliefert. Mit rund 11 % der Exporte war Deutschland 2007 die wichtigste Ausfuhrdestination. Die Zentralbank hat im November einen Kurswechsel vollzogen und den Basissatz um 25 Basis- punkte auf 16,25 % gesenkt. Damit gab sie konjunkturellen Aspekten den Vorrang vor der Inflati- onsbekämpfung. Denn die Inflation erreicht derzeit zweistellige Werte. Mittelfristig strebt die Zentralbank 4 % an. 2009 wirken gegensätzliche Effekte auf die Preise: Einerseits entlasten nied- rigere Energiekosten, und auch die Inlandsnachfrage lässt nach. Andererseits werden niedrigere Zinsen und die schwächere Lira eher inflationssteigernd wirken. Insgesamt wird dies im Jahres- durchschnitt 2009 voraussichtlich abermals zu einem Preisanstieg von über 10 % führen. Hohe Ölpreise und Dividendenzahlungen ins Ausland tragen 2008 zu einer Verschlechterung des Leistungsbilanzdefizits auf rund 6,5 % des BIP bei. Gleichzeitig ist ein Rückgang der ausländi- schen Direktinvestitionen wahrscheinlich, da die Investoren wegen politischer Unsicherheiten abwarten. Auch nehmen Privatisierungsvorhaben ab. 2009 werden niedrigere Ölpreise zu einer Reduzierung des Leistungsbilanzdefizits beitragen, jedoch bleibt der Finanzierungsbedarf hoch. Die Auslandsverschuldung wird in diesem Jahr knapp 300 Mrd. Dollar erreichen. Die kurzfristige Verschuldung beläuft sich auf rund 50 Mrd. $. Dies ist anteilsmäßig nicht extrem hoch, muss je- doch refinanziert werden. Gleichzeitig erschwert die Finanzkrise die Beschaffung von Mitteln auf den Kapitalmärkten. Das 19. IWF-Beistandsabkommen ist im Mai 2008 ausgelaufen. Gegenüber einer neuen Vereinbarung ist Premier Erdogan mit Blick auf die Wahlen 2009 bislang zurückhal- tend, da die Beistandsabkommen an wirtschaftspolitische Auflagen gekoppelt sind. Eine Überein- kunft könnte jedoch helfen, den Kurs der türkischen Lira zu stabilisieren, der rasch auf über 2 TYR je Euro nachgegeben hat. Ausländische Investoren werden weiter sehr sensibel auf eine Verschlechterung der politischen und wirtschaftlichen Lage in der Türkei reagieren. Der Verbotsantrag gegen die Regierungspartei AKP wurde im Juli 2008 abgelehnt. Ihr wird die Gefährdung des säkularen Staatsprinzips vorgeworfen. Da die Entscheidung des Verfassungsge- richts äußerst knapp war, ist hier weiteres Konfliktpotenzial vorhanden. Dynamik im Osten Inflation und Bruttoinlandsprodukt (BIP), Schätzwerte 2008 Bulgarien Rumänien Slowakei Polen Tschechien Türkei Ungarn Deutschland Euroland EU 0 2 4 6 8 10 12 14 0123456789 Inflation BIP Quellen: EIU, EU-Kommission, Helaba Volkswirtschaft/Research BIP-Wachstum 2009 1,7 % Zinsen überraschend gesenkt Hoher Bedarf an Auslandskapital IWF-Vereinbarung diskutiert AKP unter Beobachtung Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 29 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.5 Asien: Relativ stabil 3.5.1 Japan: Höhenflug des Yen neigt sich dem Ende zu Der japanische Yen erweist sich in der Krise als größter Gewinner unter den Währungen. Der handelsgewichtete Außenwert Japans erhöhte sich von August bis November in der Spitze um rund 30 %. Die globale Verschärfung der Kreditvergabe löste eine Liquidationswelle von Carry Trades aus. Da der Yen in diesen Transaktionen als Verschuldungswährung dient, springt mit den Auflösungen die Nachfrage nach der japanischen Währung exponentiell an. Zudem repatriieren japanische Anleger ihre Auslandsinvestitionen. Trotz der Währungsaufwertung ist Japan keine Insel der Glückseligen, die nicht von der Finanz- krise berührt ist. Das japanische Bankensystem steht zwar im internationalen Vergleich besser dar, da die schmerzhaften Lehren vergangener Krisen gezogen wurden. Dennoch befindet sich die japanische Wirtschaft in einer Rezession. Das Wirtschaftswachstum in Japan ist in hohem Maße vom Außenhandel abhängig. Die zunehmende Abschwächung der globalen Konjunktur und vor allem auch im asiatischen Raum sowie die Aufwertung des Yen belasten den japanischen Export. Die Binnennachfrage kann die Verluste aus dem Außenhandel nicht kompensieren. Der private Konsum wächst nur marginal. Die Unternehmen dürften angesichts trüber Gewinnperspektiven die Investitionen reduzieren. 2008 wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich noch um 0,3 % zule- gen und im kommenden Jahr um 0,5 % schrumpfen. Teuerung rutscht wieder unter Null % Risikoaversion und Euro-Yen-Kurs im Gleichlauf % invertiert Yen je Euro 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 -2,0 -1,5 -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 -2,0 -1,5 -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 CPI gesamt CPI ohne Nahrungsmittel und Energie Jan 2007 Mrz Mai Jul Sep Nov Jan 2008 Mrz Mai Jul Sep Nov 110 120 130 140 150 160 170 180 5 10 15 20 25 30 35 EUR-JPY (rechte Skala) Impl. Volatilität EUR-JPY, inv. (linke Skala) Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Preisverfall an den Rohstoffmärkten und die Aufwertung des Yen werden einen spürbaren Inflationsrückgang auslösen. Nach der diesjährigen vergleichsweise hohen Rate von voraussicht- lich 1,7 % dürfte die Teuerung 2009 nur noch 0,3 % betragen bzw. im Verlauf sogar unter Nullli- nie fallen. Die Bank of Japan lockert ihre Geldpolitik. Nach der Zinssenkung auf 0,3 % dürfte sogar eine Rückkehr zur Nullzinspolitik auf die Agenda rücken. Zudem könnte die Notenbank auch quantitative Maßnahmen vornehmen, d.h. Aufkauf von Staatsanleihen oder Geldmarktpapie- ren. Dank der aggressiven Politik vieler Notenbanken verringert sich zwar die Zinsdifferenz gegenüber dem Yen, der Zinsnachteil der japanischen gegenüber anderen Währungen bleibt aber bestehen. Die Kaufkraftparitäten sind mittlerweile kein Argument mehr für eine anhaltende Stärke des Yen gegenüber dem Euro. Wenn sich 2009 der Sturm an den Finanzmärkten legt und die Risikoaversi- on abnimmt, dürfte die japanische Währung einen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben. So könnte der Euro-Yen-Kurs Ende 2009 bei 135 notieren, ein US-Dollar könnte Ende 2009 113 Yen kosten. Yen-Stärke durch globale Kreditklemme Außenhandel zieht Japan in die Rezession Rückkehr der deflationären Tendenzen Yen gibt gegenüber Euro und US-Dollar nach Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 30 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.5.2 China: Globale Dimension China schöpft seine Expansionsmöglichkeiten nicht mehr aus: Mit voraussichtlich weniger als 8 % wird das BIP-Wachstum 2009 unter dem langfristigen Durchschnitt von 10 % liegen. Die Funda- mentaldaten deuten bislang nicht auf eine Rezession hin, auch wenn sich die Abwärtsrisiken meh- ren. Seine ausfuhrorientierte Wachstumsstrategie hat China anfällig für externe Erschütterungen gemacht (Exporte-BIP-Quote 40 %). Nun kommt es auf die Binnenkräfte an. Die privaten Haus- halte sind prinzipiell weiterhin ausgabefreudig. Aber insbesondere ihre deutlichen Wertverluste am Aktien- und Immobilienmarkt bergen Risiken für das gesamtwirtschaftliche Wachstum und die politische Stabilität. So ist es für die chinesische Regierung ein zentrales Anliegen, das Vertrauen der privaten Haushalte zu stärken und eine robuste Konsumnachfrage zu fördern. BIP-Wachstum nun einstellig % gg. Vj. China als ein Schwergewicht der Weltwirtschaft Anteil am globalen BIP in %, 2007 0 5 10 15 1980 1985 1990 1995 2000 2005 0 5 10 15 Langfristiger Durchschnitt Prognose übrige Welt 54,3 % USA 25,5% China 6,0 % Japan 8,1 % Deutschland 6,1 % Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: IWF, Helaba Volkswirtschaft/Research Peking zeigt sich entschlossen, die eigene Volkswirtschaft tatkräftig zu unterstützen. Nachdem die Fiskal- und Geldpolitik zunächst einzelne Schritte zur gesamtwirtschaftlichen Stimulierung unter- nommen haben, legte China Mitte November ein großvolumiges Konjunkturprogramm vor (knapp 600 Mrd. $) Auch wenn die ersten Maßnahmen des Stimulierungspaketes umgehend eingeleitet werden und die Zentralbank ihren Lockerungskurs nun offensiver verfolgt, dauert es, bis sich eine signifikante Wirkung auf die Binnenwirtschaft entfaltet. Der Erfolg der chinesischen Wirtschaftspolitik ist für Asien und auch für die Weltwirtschaft von Bedeutung: China kommt eine Schlüsselrolle für die Konjunkturentwicklung Asiens zu, da es Dreh- und Angelpunkt der regionalen Handelstätigkeit ist. Bei einigen asiatischen Handelsnatio- nen erfolgte 2007 rund 10 % des Warenaustausches mit „Mainland“ China, bei den Top-Handels- nationen der Region Japan, Südkorea und Taiwan waren es sogar rund 20 %.1 Auch im weltweiten Wirtschaftsgeschehen nimmt China eine prominente Stellung ein – 1,3 Mrd. Einwohner, 3,2 Bill. $ BIP-Volumen, 2,2 Bill. $ Handelsvolumen, 1,5 Bill. $ Währungsreserven im Jahr 2007 sprechen für sich. Mit seinem globalen BIP-Beitrag von rund 6 % rangierte China im vergangenen Jahr bereits auf dem vierten Platz hinter den USA, Japan, Deutschland. 2008 könnte es inmitten der globalen Turbulenzen noch eine Stufe höher rücken. Dass Chinas intensive weltwirtschaftliche Verflechtungen seiner Wirtschaftspolitik eine globale Dimension verleihen, wird auch an Pekings Stellung in internationalen Verhandlungsrunden deut- lich. Zwar kann das Reich der Mitte in diesen schwierigen Zeiten keineswegs die Rolle des globa- len Konjunkturmotors übernehmen. Doch Peking hilft nicht nur sich selbst, wenn es eine nachhal- tige, ernsthafte Wachstumsschwäche abzuwenden vermag. 1 Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong hat mit einer Quote von 50 % eine Sonderstellung. Denn ein Großteil der dort verschifften Waren ist für das dahinter gelegene Festland bestimmt bzw. wurde ursprünglich dort produziert. Wachstum unter Potenzial, Konsum als Schlüsselgröße Prominente Stellung Chinas Globale Auswirkung von Chinas Wirtschaftspolitik Stimulierungsmaßnahmen von Geld- und Fiskalpolitik Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 31 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.5.3 Indien: Begrenzter Spielraum der Wirtschaftspolitik Die globale Finanzkrise verstärkt den zyklischen Abschwung Indiens und trifft die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens an einem wunden Punkt: Ausländisches Kapital hat in den letzten Jahren entscheidend zum Wachstumserfolg beigetragen, was sich nun als problematisch erweist. Zwar birgt die Außenverschuldung mit knapp 20 % des BIP und ihrer größtenteils langfristigen Ausrich- tung überschaubare Risiken. Doch das Versiegen internationaler Kapitalzuflüsse hat das indische Finanzsystem in eine Liquiditätskrise gestürzt: Der heimische Kreditmarkt ist ausgetrocknet. Der Rückzug internationaler Anleger aus den Schwellenländern hat den Aktienmarkt und die Rupie einbrechen lassen. Dies sorgt für Finanzierungsprobleme in der Privatwirtschaft. Gestiegene Außenverschuldung als überschaubares Risiko Mrd. $ in % von gesamt Teuerung rückläufig, aber immer noch hoch % gg. Vj. (Monatsdaten) 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 0 5 10 15 20 25 30 0 50 100 150 200 250 300 geg. privaten Gläubigern (rechte Skala) gesamt (linke Skala) kurzfristig (rechte Skala) 2005 2006 2007 2008 2009 0 2 4 6 8 10 12 14 0 2 4 6 8 10 12 14 Konsumentenpreise Großhandelspreise Quellen: BIZ, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Und damit ist ein anderer wunder Punkt der indischen Volkswirtschaft getroffen – das Wachs- tumshemmnis Infrastruktur: Die unzureichenden Netzwerke im Verkehr und der Energieerzeugung bedürfen eines dringenden Ausbaus. Viele der neuen Infrastrukturprojekte sind als öffentlich- private Kooperationen geplant. Doch die privaten Unternehmen haben Zahlungsengpässe, und die Regierung kann nur begrenzt in die Bresche springen. Die öffentliche Verschuldung ist bereits hoch, im Vorfeld der Wahlen im Frühjahr 2009 betreibt Indien ohnehin eine expansive Fiskalpoli- tik. Ähnlich hat auch die Geldpolitik keinen unbegrenzten Spielraum, da die inflationären Auf- wärtsrisiken nicht gebannt sind. So wird die Zentralbank in den kommenden Monaten vorsichtig agieren. Sie dürfte die Leitzinsen von aktuell 7,5 % kurzfristig noch um 50 Basispunkte senken und bei den Reserveanforderungen für die Geschäftsbanken weiterhin mehr Flexibilität zeigen, um so das Finanzsystem und damit auch die Realwirtschaft mit mehr Liquidität auszustatten. Die expansive Wirtschaftspolitik dämpft den gesamtwirtschaftlichen Abschwung Indiens. Zudem erweist sich der recht geringe Offenheitsgrad der Volkswirtschaft nun als vorteilhaft. Im weltwei- ten Handel von Gütern und Dienstleistungen spielt Indien keine herausragende Rolle, Exporte und Importe machen jeweils knapp ein Viertel seines BIP aus. So sind die negativen Effekte der redu- zierten Weltnachfrage begrenzter als in anderen asiatischen Ländern, zumal die Rupie-Abwertung Entlastung für die indischen Exporteure schafft. Im Finanzwesen hat der verhaltene Liberalisie- rungsprozess die Verbreitung von Innovationen und die grenzüberschreitenden Verflechtungen der Banken gebremst, so dass diese unmittelbar kaum von den globalen Verwerfungen erfasst wurden. Auch gibt es einen binnenwirtschaftlichen „Stabilisator“ – den Monsun: Über die Hälfte der indi- schen Milliardenbevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Das zufriedenstellende Ausmaß der diesjährigen Regenfälle lässt die Bauern eine gute Ernte erwarten. Insofern sollte der private Ver- brauch in den ländlichen Regionen recht robust bleiben, während die urbane Mittelschicht die negativen Vermögenseffekte am Aktien- und Immobilienmarkt verkraften muss und zurückhalten- der mit Konsumausgaben wird. Insgesamt verliert die indische Volkswirtschaft deutlich an Schwung. Mit gut 6 % in diesem und im kommenden Fiskaljahr dürfte das BIP-Wachstum den Potenzialwert von gut 7 % erstmals seit 2002 wieder unterschreiten. ... hemmt Infrastrukturausbau Internationale Verflechtungen von Volkswirtschaft und Finanzsystem begrenzt Kreditklemme... Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 32 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.5.4 Südkorea: Auf dünnem Eis? Südkorea ist spürbar von der weltweiten Finanzkrise betroffen: Die Banken haben ernsthafte Li- quiditätsengpässe in Fremdwährung. Jahrelang haben sie sich ihre Mittel für die heimische Kredit- vergabe auf den internationalen Kapitalmärkten beschafft, was inzwischen schwierig und teuer geworden ist. Obendrein haben ausländische Investoren fast panikartig ihre Gelder aus dem Anlei- he- und Aktienmarkt sowie der Währung Südkoreas abgezogen. So ist der Won unter massiven Abwertungsdruck geraten. Erinnerungen an die Krise von 1997 werden wach: Eine ernstzunehmende Parallele ist die sehr hohe Außenverschuldung, welche durch den Won-Verfall zusätzlich aufgebläht wird. Mit über 380 Mrd. Dollar betrug sie im vergangenen Jahr bereits 39 % des BIP (1996: 28 %). Insbesondere die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland sind deutlich gestiegen und machen mittlerweile 42 % der gesamten Schulden aus (1996: 48 %). Daher kann Südkorea – von externen Schocks angestoßen – recht leicht ins Schlittern geraten. Vergleichbar mit damals ist auch der Leistungsbilanzsaldo, der erstmals seit den 90er Jahren wieder in den negativen Bereich gerutscht ist (2008 BIP-Quote -2,5 %). Dies übt weiterhin Abwertungsdruck auf die koreanische Währung aus. Parallelen zum Vorkrisenjahr 1996 In % des BIP Kurzfristige in % der gesamten Schulden -5 0 5 10 15 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008\* 0 15 30 45 60 Leistungsbilanz (linke Skala) Auslandsverschuldung (rechte Skala) Quellen: EIU, EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research; \* Schätzung Aber anders als im Vorfeld der Asienkrise kann sich Korea heute eher selbst helfen, da es über umfangreiche Devisenreserven verfügt (über 212 Mrd. $ Ende Oktober 2008 versus gut 34 Mrd. $ 1996). Die Zentralbank hat in den letzten Monaten wiederholt darauf zurückgegriffen und zuguns- ten der eigenen Währung interveniert – allerdings bisher ohne nachhaltigen Erfolg. Daneben ver- wendet die Regierung die Währungsreserven auch dazu, den heimischen Kreditinstituten Dollar- Liquidität zur Verfügung zu stellen. Zudem beschafft sich Korea mittels grenzüberschreitender Swap-Abkommen Dollar. Neben dem Rettungspaket für den Finanzsektor (130 Mrd. $) hat die koreanische Regierung verschiedene Stimulierungsmaßnahmen für die Binnenwirtschaft auf ihrer Agenda. Flankierend nutzt die Zentralbank intensiv ihr Instrumentarium und wirft den Rettungs- anker immer weiter aus. Mit seiner weiterhin aktiven Wirtschaftspolitik versucht das exportorientierte Südkorea, die real- wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Finanzkrise abzufangen. Gelingt dies und nehmen die politischen Verspannungen mit dem Norden nicht signifikant zu, ist 2009 ein BIP-Wachstum von 1,1 % zu erwarten. Gestützt von den staatlichen Rettungsmaßnahmen gleitet der OECD-Staat auf der Eisfläche dahin. Diese trägt zwar besser als zu Zeiten der Asienkrise, als Privatwirtschaft und Bankensektor leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen waren. Doch noch hat Korea das sichere Ufer nicht erreicht. Dollar-Liquidität verknappt Erinnerungen an Asienkrise: Hohe Auslandsverschuldung und Leistungsbilanzdefizit Rettungsanker für Finanz- sektor und Binnenwirtschaft BIP-Wachstum 1,1 % 2009 Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 33 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 3.6 Brasilien: Von einer Krise noch deutlich entfernt Brasilien ist für schwankende Kapitalmarktstimmungen verhältnismäßig gut gerüstet. Die meisten Banken sind für eine vorübergehende Baisseperiode ausreichend kapitalisiert. Gleichwohl mussten sie ihre Kreditbedingungen im Oktober schlagartig verschärfen. Die zwei großen Staatsbanken gewähren zudem sensiblen Branchen wie der Landwirtschaft spezielle Kreditlinien und finanzie- ren die brasilianischen Exporte. Die Zentralbank sorgt für ausreichend Liquidität und die US- Notenbank – als Zeichen des Vertrauens – hilft der brasilianischen Zentralbank mit großzügigen Dollar-Linien. Nachdem der Real im Zuge der Carry Trades jahrelang (zu stark) aufwertete, kam er im September 2008 massiv unter Druck. Um ein „Überschießen“ des Kursrutsches nach unten zu begrenzen, hat die Zentralbank zunächst massiv Dollar zur Verfügung gestellt. Der positive Zinsunterschied zum Ausland, die relativ soliden gesamtwirtschaftlichen Daten sowie die nur langsam sinkenden Di- rektinvestitionen werden den Realkurs in 2009 voraussichtlich absichern. Zudem kam die Abwer- tung des Real gerade zur rechten Zeit ab, denn die Leistungsbilanz rutsche 2008 wegen des Roh- stoffpreisrückgangs ins Defizit. Das wird die diversifizierte brasilianische Wirtschaft wettbewerbs- fähiger machen und die Importdynamik bremsen. Die traditionell flexible brasilianische Wechsel- kurspolitik hat der Wirtschaft bisher stets geholfen, exogene Schocks abzumildern und die Passi- vierung des Leistungsbilanzsaldos zu begrenzen. Schließlich schont diese auch die Währungsre- serven der Zentralbank, die nach den Interventionen noch bei 200 Mrd. $ liegen. Der Außenbeitrag wird das Wachstum 2009 wahrscheinlich nicht schwächen, da Ex- und Importe gleichermaßen leicht schrumpfen werden. Investitionen und Konsum werden deutlich langsamer zunehmen, was das Wachstumstempo des BIP dann auf gut 2 % mehr als halbieren sollte. Die Wirtschaft wird sich 2010 voraussichtlich noch wenig beleben. Brasilien ist von einer Krise noch deutlich entfernt. Das Haushaltsdefizit dürfte sich 2009 nur marginal auf 2 % des BIP erhöhen und die Regierung möchte auch den Primärüberschuss (vor Zinszahlungen) im Budget von 4 % des BIP mit Ausgabenkürzungen verteidigen. Aus heutiger Sicht wird der Staat den Finanzsektor nicht mit großen Hilfen stützen müssen. Die Staatschulden sind überwiegend im Inland aufgenommen; gegenüber dem Ausland hat die Regierung sogar eine Netto-Gläubigerposition. Direktinvestitionen werden voraussichtlich weiter mehr als die Hälfte des Leistungsbilanzdefizits finanzieren, so dass der ausländische Finanzierungsbedarf überschau- bar bleiben sollte. Als Notanker wird Brasilien bei weiter steigender Risikoaversion Hilfen des IWF in Anspruch nehmen können. Hohe ausländische Investitionen sind rückläufig Mrd. $, netto Stabile Auslandsschulden (langfristig) Mrd. $ 0 10 20 30 2007 2008 2009 0 5 10 15 20 Direktinvestitionen Portfolio- investitionen 0 50 100 150 200 2007 2008 2009 0 50 100 150 200 private Gläubiger öffentliche Gläubiger Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research Noch ausreichende Liquidität Realabwertung wirkt positiv Schwache Binnenkonjunktur Finanzierbare Defizite in Staatshaushalt und Leistungsbilanz Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 34 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4 Prognosen im Überblick 4.1 Bruttoinlandsprodukt und Inflation Verbraucherpreise real Veränderung gg. Vorjahr in % Veränderung gg. Vorjahr in % 2007 2008s 2009p 2010p 2007 2008s 2009p 2010p Euroland 2,6 1,0 -0,5 1,0 2,1 3,3 1,5 2,4 Frankreich 2,1 0,9 -0,4 1,0 1,6 3,4 1,4 2,3 Italien 1,4 -0,4 -0,5 0,8 2,0 3,6 1,6 2,4 Spanien 3,7 1,3 -0,6 0,4 2,8 4,5 1,7 2,4 Deutschland\* 2,6 1,3 -0,5 1,3 2,3 2,7 1,4 2,4 Großbritannien 3,1 0,8 -1,5 1,3 2,3 3,6 1,1 2,5 Schweiz 3,3 1,7 -0,4 1,1 0,7 2,5 0,7 1,1 Polen 6,7 5,0 2,7 3,5 2,6 4,3 3,3 2,9 Ungarn 1,31,1-1,50,58,06,23,32,2 Tschechien 6,6 4,2 2,3 3,3 3,0 6,6 3,0 2,3 Slowakei 10,4 6,7 3,5 5,3 1,9 4,2 3,8 3,3 Russland 8,1 6,1 3,0 3,5 9,0 14,1 11,4 9,5 Türkei 4,6 3,0 1,7 3,4 8,7 10,6 10,5 7,0 USA 2,0 1,3 -0,9 1,8 2,9 3,9 0,4 3,3 Kanada 2,7 0,6 -0,2 1,6 2,1 2,4 1,0 2,1 Japan 2,1 0,3 -0,5 0,7 0,1 1,7 0,3 0,5 Asien ohne Japan 8,0 6,5 5,0 5,2 4,7 7,2 4,7 4,1 China 11,9 9,6 7,7 8,5 4,8 6,4 3,6 3,8 Indien 9,0 6,3 6,1 6,9 6,4 7,7 6,7 5,0 Südkorea 5,0 4,5 1,2 2,0 2,5 5,0 3,9 2,9 Lateinamerika 5,4 4,2 2,0 3,0 5,3 8,0 7,0 6,0 Brasilien 5,4 5,3 2,4 3,2 3,6 5,8 6,0 4,6 s=Schätzung, p=Prognose; \*Deutschland: arbeitstäglich bereinigt Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Bruttoinlandsprodukt Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 35 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.2 Leistungsbilanz- und Budgetsalden Budgetsaldo in % des BIP 2007 2008s 2009p 2010p 2007 2008s 2009p 2010p Euroland 0,4 -0,3 -0,1 0,0 -0,6 -1,5 -2,3 -2,5 Frankreich -1,2 -1,5 -1,4 -1,2 -2,7 -3,0 -3,7 -3,9 Italien -2,4 -2,6 -2,6 -2,5 -1,6 -2,6 -2,9 -2,9 Spanien -10,1 -10,0 -9,0 -8,5 2,2 -1,8 -3,0 -3,5 Deutschland 7,5 7,2 7,3 7,5 -0,2 0,0 -1,0 -1,3 Großbritannien -3,8 -2,2 -1,2 -1,5 -2,8 -5,0 -7,5 -7,0 Schweiz 13,4 7,5 10,0 11,0 2,0 0,8 -0,2 0,5 Polen -4,7 -5,6 -5,0 -3,9 -2,0 -2,5 -2,5 -2,3 Ungarn -4,9 -4,9 -3,6 -3,8 -5,0 -2,7 -2,6 -2,8 Tschechien -1,8 -2,8 -3,2 -3,3 -1,0 -2,0 -2,3 -2,3 Slowakei -5,3 -5,6 -4,0 -4,3 -1,9 -2,2 -2,5 -2,8 Russland 6,1 6,0 0,1 0,5 5,4 2,5 0,0 0,5 Türkei -5,7 -6,5 -4,5 -4,0 -1,6 -1,6 -2,5 -2,5 USA -5,3 -4,7 -3,5 -3,8 -1,7 -3,7 -5,8 -4,8 Kanada 2,4 1,2 0,4 0,8 0,3 0,3 0,2 0,2 Japan 4,8 3,7 4,2 3,6 -2,4 -3,0 -3,0 -2,4 Asien ohne Japan 5,2 3,6 3,4 2,6 0,3 -0,8 -1,5 -0,9 China 10,7 10,5 9,2 7,3 0,6 0,2 -1,7 -1,5 Indien -1,1 -3,2 -3,8 -3,9 -2,8 -4,3 -4,2 -3,9 Südkorea 0,6 -2,5 -0,3 -0,8 3,8 1,0 -1,2 -0,5 Lateinamerika 0,6 -0,5 -1,0 -0,5 Brasilien 0,1 -1,8 -2,2 -2,0 -2,3 -1,5 -2,0 -2,0 s=Schätzung, p=Prognose Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research in % des BIP Leistungsbilanzsaldo Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 36 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.3 USA 2009p Q1 Q2 Q3 Q4 BIP\* % gg. Vj bzw. Vq JR 2,0 1,3 -0,9 1,8 -1,5 -0,5 0,0 1,0 Konsumausgaben der priv. Haushalte\* % gg. Vj bzw. Vq JR 2,8 0,3 -2,0 0,9 -2,4 -0,8 -0,8 0,4 Konsumausgaben des Staates\* % gg. Vj. 2,1 2,9 3,0 2,4 Anlageinvestitionen\* % gg. Vj 3,9 1,7 -4,3 5,0 Ausrüstungsinvestitionen\* % gg. Vj 1,7 -1,1 -4,3 7,4 Wohnungsbauinvestitionen\* % gg. Vj -17,9 -20,6 -7,8 3,1 Exporte\* % gg. Vj 8,4 7,6 -0,2 0,9 Importe\* % gg. Vj 2,2 -2,9 -3,5 5,5 Haushaltssaldo (Federal) \*\* % am BIP -1,8 -3,6 -5,6 -4,7 Arbeitslosenquote % 4,6 5,7 7,3 7,4 Verbraucherpreisindex % gg. Vj. 2,9 3,9 0,4 3,3 0,8 0,1 -1,1 1,6 ohne Nahrungsmittel und Energie % gg. Vj. 2,3 2,3 1,7 1,1 2,0 1,9 1,4 1,4 s=Schätzung, p=Prognose \* real (in chained Dollars von 2000); \*\* ohne Finanzmarktstützungspakete Quelle: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft /Research 2007 2008s 2009p 2010p 4.4 Europa 4.4.1 Deutschland 2009p Q1 Q2 Q3 Q4 BIP Deutschland % gg. Vj., real 2,5 1,6 -0,6 1,4 Hessen % gg. Vj., real 2,3 1,5 -0,8 Thüringen % gg. Vj., real 2,0 1,8 0,1 BIP Deutschland arbeitstäglich ber. % gg. Vj., real 2,6 1,3 -0,5 1,3 0,1 0,0 0,2 0,3 Konsumausgaben der priv. Haushalte % gg. Vj., real -0,4 0,0 0,2 1,0 0,0 0,2 0,2 0,2 Konsumausgaben des Staates % gg. Vj., real 2,2 2,5 1,5 1,0 Anlageinvestitionen % gg. Vj., real 4,3 3,6 -1,1 1,5 Ausrüstungsinvestitionen % gg. Vj., real 6,9 5,5 -3,0 2,0 Bauinvestitionen % gg. Vj., real 1,8 2,0 0,5 1,0 Exporte % gg. Vj., real 7,5 4,5 2,5 4,0 Importe % gg. Vj., real 5,0 5,0 2,5 3,5 Handelsbilanzsaldo Mrd. $ 195 195 200 220 Leistungsbilanzsaldo % am BIP 7,5 7,2 7,3 7,5 Arbeitslosenquote % 9,0 7,8 8,0 8,4 7,7 7,9 8,1 8,3 Preisindex für die Lebenshaltung aller privater Haushalte % gg. Vj. 2,3 2,7 1,4 2,4 1,2 1,2 1,1 2,2 Saldo der öffentlichen Haushalte\* % des BIP -0,2 0,0 -1,0 -1,3 s=Schätzung, p=Prognose; BIP-Quartalswerte: Veränderung gg. Vorquartal \*ohne Finanzmarktstützungspakete Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft /Research 2007 2008s 2009p 2010p Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 37 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.4.2 Großbritannien 2007 2008s 2009p 2010p Wirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg. Vj. 3,1 0,8 -1,5 1,3 Arbeitslosenrate % 5,4 5,7 7,0 7,2 Budgetsaldo % des BIP -2,8 -5,0 -7,5 -7,0 Inflationsrate % gg. Vj. 2,3 3,6 1,1 2,5 Leistungsbilanzsaldo % des BIP -3,8 -2,2 -1,2 -1,5 Marktprognosen \* aktueller Stand \*\* Q1 2009p Q2 2009p Q3 2009p Q4 2009p USD je GBP 1,53 1,61 1,59 1,56 1,54 GBP je EUR 0,84 0,84 0,82 0,80 0,78 BoE-Leitzins 3,00 1,50 1,00 1,00 1,00 Rendite 10-jähr. Gilts 3,79 3,40 3,60 3,90 4,20 s=Schätzung, p=Prognose \* Periodenende; \*\* 26.11.2008 Quellen: Ecowin, Helaba Volkswirtschaft/Research 4.4.3 Schweiz 2007 2008s 2009p 2010p Wirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg. Vj. 3,3 1,7 -0,4 1,1 Arbeitslosenrate % 2,8 2,6 3,3 3,5 Budgetsaldo % des BIP 2,0 0,8 -0,2 0,5 Inflationsrate % gg. Vj. 0,7 2,5 0,7 1,1 Leistungsbilanzsaldo % des BIP 13,4 7,5 10,0 11,0 Marktprognosen \* aktueller Stand \*\* Q1 2009p Q2 2009p Q3 2009p Q4 2009p CHF je USD 1,20 1,14 1,19 1,25 1,32 CHF je EUR 1,55 1,54 1,55 1,56 1,58 SNB-Leitzins (Mittelwert) 1,00 0,50 0,50 0,50 0,50 Rendite 10-j. Staatsanleihen 2,22 2,00 2,10 2,30 2,50 s=Schätzung, p=Prognose \* Periodenende; \*\* 26.11.2008 Quellen: Ecowin, Helaba Volkswirtschaft/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 38 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.4.4 Polen 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 6,7 5,0 2,7 3,5 BIP pro Kopf $ 11.138 14.175 13.643 14.706 Bevölkerung Mio. 38,1 38,1 38,1 38,1 Arbeitslosenrate % 12,8 9,7 9,2 9,0 Budgetsaldo % des BIP -2,0 -2,5 -2,5 -2,3 Inflationsrate % 2,6 4,3 3,3 2,9 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP -4,7 -5,6 -5,0 -3,9 Auslandsschulden % des BIP 42 44 42 41 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 43,3 64,3 60,4 63,6 Schuldendienst Mrd. $ 34,5 46,4 61,0 52,7 " in % der Deviseneinnahmen % 17,3 18,3 25,3 20,1 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 63,0 73,8 79,4 71,2 " in % der Importe % 29 26 28 25 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 108,4 131,2 140,4 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 45,9 59,2 59,9 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, IWF, BIZ, Helaba Volkswirtschaf/Research 4.4.5 Ungarn 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 1,3 1,1 -1,5 0,5 BIP pro Kopf $ 13.891 15.577 13.848 14.018 Bevölkerung Mio. 10,0 9,9 9,9 9,9 Arbeitslosenrate % 7,3 8,0 8,5 8,3 Budgetsaldo % des BIP -5,0 -2,7 -2,6 -2,8 Inflationsrate % 8,0 6,2 3,3 2,2 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP -4,9 -4,9 -3,6 -3,8 Auslandsschulden % des BIP 100 103 98 86 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 15,7 16,1 14,2 14,2 Schuldendienst Mrd. $ 39,5 44,7 46,2 43,4 " in % der Deviseneinnahmen % 32,2 32,7 33,0 28,5 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 24,0 26,5 27,3 25,0 " in % der Importe % 19 18 19 17 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 77,4 88,9 98,3 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 11,4 14,1 11,3 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, IWF, BIZ, Helaba Volkswirtschaf/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 39 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.4.6 Tschechien 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 6,6 4,2 2,3 3,3 BIP pro Kopf $ 17.108 21.634 20.568 21.569 Bevölkerung Mio. 10,2 10,2 10,2 10,2 Arbeitslosenrate % 6,6 5,5 6,0 5,8 Budgetsaldo % des BIP -1,0 -2,0 -2,3 -2,3 Inflationsrate % 3,0 6,6 3,0 2,3 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP -1,8 -2,8 -3,2 -3,3 Auslandsschulden % des BIP 43 40 39 39 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 23,5 25,6 23,9 24,1 Schuldendienst Mrd. $ 15,3 17,9 21,2 18,4 " in % der Deviseneinnahmen % 10,2 9,8 11,0 8,6 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 34,5 37,6 37,7 36,0 " in % der Importe % 22,5 19,9 19,9 19,0 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 35,5 57,4 61,0 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 21,3 24,8 28,6 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, IWF, BIZ, Helaba Volkswirtschaf/Research 4.4.7 Slowakei 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 10,4 6,7 3,5 5,3 BIP pro Kopf $ 13.739 17.624 17.733 18.265 Bevölkerung Mio. 5,5 5,5 5,5 5,5 Arbeitslosenrate % 8,4 7,4 8,2 7,7 Budgetsaldo % des BIP -1,9 -2,2 -2,5 -2,8 Inflationsrate % 1,9 4,2 3,8 3,3 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP -5,3 -5,6 -4,0 -4,3 Auslandsschulden % des BIP 49 47 46 47 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 20,6 26,2 26,5 26,9 Schuldendienst Mrd. $ 5,6 8,2 9,2 8,1 " in % der Deviseneinnahmen % 8,2 8,9 9,4 7,6 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 18,0 19,0 18,9 ... " in % der Importe % 24,7 19,4 19,3 ... Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 22,0 24,6 27,6 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 4,5 3,9 4,7 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, IWF, BIZ, Helaba Volkswirtschaf/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 40 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.4.8 Russland 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 8,1 6,1 3,0 3,5 BIP pro Kopf $ 9.059 11.423 11.808 12.250 Bevölkerung Mio. 142,3 141,8 141,4 141,0 Arbeitslosenrate % 6,2 6,4 6,4 6,2 Budgetsaldo % des BIP 5,4 2,5 0,0 0,5 Inflationsrate % 9,0 14,1 11,4 9,5 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP 6,1 6,0 0,1 0,5 Auslandsschulden % des BIP 36 31 31 32 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 106,1 115,0 120,0 128,0 Schuldendienst Mrd. $ 36,0 76,2 81,4 90,5 " in % der Deviseneinnahmen % 8,0 13,1 14,8 14,4 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 465,9 498,1 554,5 542,1 " in % der Importe % 125 103 114 112 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 184,6 196,2 208,2 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 232,3 224,4 223,4 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: BIZ, EIU, IWF, Helaba Volkswirtschaft/Research 4.4.9 Türkei 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 4,6 3,0 1,7 3,4 BIP pro Kopf $ 9.205 10.195 8.726 10.764 Bevölkerung Mio. 71,2 71,9 72,6 73,3 Arbeitslosenrate % 9,9 7,9 7,7 7,3 Budgetsaldo % des BIP -1,6 -1,6 -2,5 -2,5 Inflationsrate % 8,7 10,6 10,5 7,0 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP -5,7 -6,5 -4,5 -4,0 Auslandsschulden % des BIP 38 40 44 36 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 41,8 50,4 47,2 46,3 Schuldendienst Mrd. $ 49,1 64,8 71,6 67,0 " in % der Deviseneinnahmen % 32,0 34,9 41,4 35,8 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 73,4 76,6 75,8 76,7 " in % der Importe % 38,5 32,3 31,9 32,3 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 137,0 148,9 153 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 61,1 68,6 68,5 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, IWF, BIZ, Helaba Volkswirtschaf/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 41 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.5 Asien 4.5.1 Japan 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg. Vj. 2,0 0,3 -0,5 0,7 BIP pro Kopf $ 34.335 39.743 43.732 44.941 Bevölkerung Mio. 127,4 127,3 127,1 126,8 Arbeitslosenrate % 3,8 4,2 4,7 4,8 Budgetsaldo % des BIP -2,4 -3,0 -3,0 -2,4 Inflationsrate % gg. Vj. 0,1 1,8 0,3 0,5 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP 4,8 3,7 4,2 3,6 Auslandsguthaben Mrd. $, netto 2.195 ... ... ... Saldo Kapitaleinkommen Mrd. $ 138,5 144,9 132,6 136,5 Marktprognosen \* aktueller Stand \*\* Q1 2009p Q2 2009p Q3 2009p Q4 2009p JPY je USD 96 95 102 106 113 JPY je EUR 123 123 130 132 135 BoJ-Leitzins 0,30 0,10 0,10 0,10 0,10 Rendite 10-jähr. JGB 1,39 1,10 1,20 1,30 1,50 s=Schätzung, p=Prognose \* Periodenende; \*\* 26.11.2008 Quellen: EcoWin, IWF, EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research 4.5.2 China 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 11,9 9,6 7,7 8,5 BIP pro Kopf $ 2.619 3.160 3.566 4.097 Bevölkerung Mio. 1.321 1.329 1.335 1.341 Arbeitslosenrate % 9,2 9,0 9,3 9,4 Budgetsaldo % des BIP 0,6 0,2 -1,7 -1,5 Inflationsrate % 4,8 6,4 2,9 3,5 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP 10,7 10,5 9,2 7,3 Auslandsschulden % des BIP 10 9 8 8 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 197,4 236,4 238,3 261,2 Schuldendienst Mrd. $ 30,7 29,8 31,5 29,2 " in % der Deviseneinnahmen % 2,1 1,7 1,7 1,5 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 1.530,3 1.684,3 1.808,8 1.905,6 " in % der Importe % 140 123 132 139 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 188,8 220,8 234,4 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 281,9 250,5 193,4 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, EcoWin, BIZ, IWF, Helaba Volkswirtschaft/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 42 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.5.3 Indien 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum\* % gg Vj 9,0 6,3 6,1 6,9 BIP pro Kopf\* $ 1.002 1.033 1.070 1.214 Bevölkerung Mio. 1.129,9 1.148,0 1.166,1 1.184,1 Arbeitslosenrate % 6,7 6,8 7,2 7,4 Budgetsaldo % des BIP -2,8 -4,3 -4,2 -3,9 Inflationsrate\* % 6,4 7,7 6,7 5,0 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP -1,1 -3,2 -3,8 -3,9 Auslandsschulden % des BIP 18 19 18 17 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 36,9 46,0 50,2 56,0 Schuldendienst Mrd. $ 19,9 21,4 23,4 24,2 " in % der Deviseneinnahmen % 6,9 6,4 6,9 6,2 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 267,0 299,7 302,9 ... " in % der Importe % 89 81 82 ... Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 121,6 139,8 142,6 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 49,5 41,2 39,3 ... s=Schätzung, p=Prognose \* Fiskaljahr (Beginn 1. April des jeweiligen Jahres) Quellen: EIU, EcoWin, BIZ, IWF, Helaba Volkswirtschaft/Research 4.5.4 Südkorea 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 5,0 4,5 1,2 2,0 BIP pro Kopf $ 19.792 17.520 14.893 17.512 Bevölkerung Mio. 49,0 49,2 49,4 49,5 Arbeitslosenrate % 3,3 3,2 3,7 3,6 Budgetsaldo % des BIP 3,8 1,0 -1,2 -0,5 Inflationsrate % 2,5 5,0 3,9 2,9 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP 0,6 -2,5 -0,3 -0,8 Auslandsschulden % des BIP 39 47 55 48 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 160,3 171,1 155,8 162,5 Schuldendienst Mrd. $ 25,0 29,2 29,8 27,0 " in % der Deviseneinnahmen % 5,3 5,2 5,9 5,0 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 262,2 264,2 258,0 239,7 " in % der Importe % 56 45 44 41 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 228,6 245,1 237,9 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 83,1 77,8 63,4 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, EcoWin, BIZ, IWF, Helaba Volkswirtschaft/Research Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 43 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 4.6 Brasilien 2007 2008s 2009p 2010p Binnenwirtschaft Reales BIP-Wachstum % gg Vj 5,4 5,3 2,4 3,2 BIP pro Kopf $ 6.938 7.913 6.692 7.206 Bevölkerung Mio. 189,3 191,9 194,4 196,8 Arbeitslosenrate % 9,3 8,0 7,9 7,9 Budgetsaldo % des BIP -2,3 -1,5 -2,0 -2,0 Inflationsrate % 3,6 5,8 6,0 4,6 Außenwirtschaft Leistungsbilanzsaldo % des BIP 0,1 -1,8 -2,2 -2,0 Auslandsschulden % des BIP 17 16 17 16 Kurzfristige Auslandsschulden Mrd. $ 33,4 32,8 28,8 28,2 Schuldendienst Mrd. $ 53,3 49,1 46,9 42,9 " in % der Deviseneinnahmen % 26,5 19,5 21,9 18,4 Liquiditätsposition Q4 2007 Q1 2008 Q2 2008 Q3 2008 Währungsreserven Mrd. $ 179,4 194,2 199,8 205,5 " in % der Importe % 90 69 71 73 Schulden bei BIZ-Banken Mrd. $ 157,6 167,8 188,4 ... Guthaben bei BIZ-Banken Mrd. $ 67,0 61,5 69,5 ... s=Schätzung, p=Prognose Quellen: EIU, Helaba Volkswirtschaft/Research ■ Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 44 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Das Research-Team der Helaba Aufgabenbereich Ansprechpartner Telefon Chefvolkswirt / Leitung Research Dr. Gertrud R. Traud 069-9132-2665 Sekretariat Tina Eidam 069-9132-2024 Aktienmärkte Markus Reinwand 069-9132-4723 Technische Analyse (Aktien) Christian Schmidt 069-9132-2388 Rentenmärkte Claudia Windt 069-9132-2500 Ulf Krauss 069-9132-4728 Devisenmärkte Christian Apelt 069-9132-4726 FloorResearch (Devisen und Renten) Ralf Umlauf 069-9132-1891 Ulrich Wortberg 069-9132-1891 Rohstoffe Heinrich Peters 069-9132-4733 Credit Research Thomas Hövelmann 069-9132-1891 Asset Allocation Heinrich Peters 069-9132-4733 Unternehmensanalyse/-bewertung Stefan Rausch 069-9132-4748 Alexander Rasch 069-9132-4751 Erhard Schmitt 069-9132-4755 Branchen Dr. Stefan Mütze 069-9132-3850 Deutschland Dr. Stefan Mütze 069-9132-3850 Eurozone Dr. Stefan Mütze 069-9132-3850 Ulf Krauss 069-9132-4728 USA Patrick Franke 069-9132-4738 Christian Apelt 069-9132-4726 Großbritannien Christian Apelt 069-9132-4726 Osteuropa Marion Dezenter 069-9132-2841 Asien Ulrike Bischoff 069-9132-5256 Emerging Markets Ulrich Rathfelder 069-9132-2032 Länderrating Ulrich Rathfelder 069-9132-2032 Öffentliche Haushalte Barbara Bahadori 069-9132-2446 Regionalanalyse Barbara Bahadori 069-9132-2446 Finanzplatz Frankfurt Ulrike Bischoff 069-9132-52 56 Fax 069-9132-2244 E-Mail research@helaba.de Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance 45 Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Notizen Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba 46 Adressen Landesbank Hessen-Thüringen Hauptsitze Frankfurt am Main MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/29 15 17 Erfurt Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 Niederlassungen Kassel Ständeplatz 17 34117 Kassel Telefon 05 61/7 06-60 Telefax 05 61/7 06-8 65 72 Dublin PO Box 3137 5 George’s Dock IFSC IRL-Dublin 1 Telefon +35 31/6 46 09 02 Telefax +35 31/6 46 09 99 London 3rd Floor 95 Queen Victoria Street GB-London EC4V 4HN Telefon +44 20/73 34-45 00 Telefax +44 20/74 89-03 76 New York 420, Fifth Avenue USA-New York, N.Y. 10018 Telefon +12 12/7 03-52 00 Telefax +12 12/7 03-52 56 Repräsentanzen Madrid (für Spanien und Portugal) General Castaños, 4 Bajo Dcha. E-28004 Madrid Telefon +34 91/39 11-0 04 Telefax +34 91/39 11-1 32 Moskau Naberezhnaya Tarasa Shevchenko 23A Sektor B, 20th Floor 121151 Moskau Telefon +7 495 730-08-01 Telefax +7 495 730-08-02 Paris 40, rue La Pérouse F-75116 Paris Telefon +33 1/40 67-77 22 Telefax +33 1/40 67-91 53 Shanghai German Centre, 88 Keyvan Road, Pudong Shanghai 201203 Telefon +86 21 68 88 06 57 Telefax +86 21 28 98 60 11 Teilrechtsfähige Anstalt LTH – Bank für Infrastruktur Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/91 32-24 83 Auswahl der Beteiligungs- und Tochtergesellschaften Frankfurter Sparkasse Neue Mainzer Straße 47-53 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/26 41-0 Telefax 0 69/26 41-29 00 1822direkt Gesellschaft der Frankfurter Sparkasse mbH Borsigallee 19 60388 Frankfurt am Main info@1822direkt.com Telefon 0 69/9 41 70-0 Telefax 0 69/9 41 70-71 99 Frankfurter Bankgesellschaft AG JUNGHOF Junghofstraße 26 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/1 56 86-0 Telefax 0 69/1 56 86-1 40 Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH JUNGHOF Junghofstraße 24 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/2 99 70-0 Telefax 0 69/2 99 70-6 30 Helaba Trust Beratungs- und Management-Gesellschaft mbH JUNGHOF Junghofstraße 24 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/2 99 70-0 Telefax 0 69/2 99 70-1 94 HANNOVER LEASING GmbH &amp; Co. KG Wolfratshauser Straße 49 82049 Pullach Telefon 0 89/2 11 04-0 Telefax 0 89/2 11 04-2 10 Kapitalmarktausblick 2009: Eine klassische Renaissance Helaba Volkswirtschaft/Research · Dezember 2008 · © Helaba Auswahl der Beteiligungs- und Tochtergesellschaften GWH Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH Hessen Westerbachstraße 33 60489 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 75 51-0 Telefax 0 69/9 75 51-1 50 OFB Projektentwicklung GmbH Myliusstraße 33-37 60323 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 17 32-01 Telefax 0 69/9 17 32-7 07 LB Immobilienbewertungs- gesellschaft mbH MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 20 34-57 00 Telefax 0 69/9 20 34-50 58 LB Immo Invest GmbH Mönckebergstraße 11 20095 Hamburg Telefon 0 40/3 03 77-44 00 Telefax 0 40/3 03 77-44 17 GGM Gesellschaft für Gebäude- Management mbH Neue Rothofstraße 12 60313 Frankfurt am Main Telefon 0 69/77 01 97-0 Telefax 0 69/77 01 97-77 Auswahl der Beteiligungs- und Tochtergesellschaften Helaba Dublin Landesbank Hessen-Thüringen International PO Box 3137 5 George’s Dock IFSC IRL-Dublin 1 Telefon +35 31/6 46 09 00 Telefax +35 31/6 46 09 99 Helaba International Finance plc PO Box 3137 5 George’s Dock IFSC IRL-Dublin 1 Telefon +35 31/6 46 09 01 Telefax +35 31/6 46 09 99 LB(Swiss) Privatbank AG Börsenstraße 16 CH-8022 Zürich Telefon +41 44/2 65 44-44 Telefax +41 44/2 65 44-11 Banque LBLux S.A. 3, rue Jean Monnet L-2180 Luxemburg Telefon +35 2 42/4 34-1 Telefax +35 2 42/4 34-50 99 Investitionsbank Hessen (IBH) Schumannstraße 4-6 60325 Frankfurt am Main Telefon 0 69/13 38 50-0 Telefax 0 69/13 38 50-50 US\_Kapitalmarktausblick 2009 19.11.2008 10:59 Uhr Seite 4 Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-20 24 Telefax 0 69/91 32-22 44 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 www.helaba.de US\_Kapitalmarktausblick 2009 19.11.2008 10:59 Uhr Seite 5
