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title: "Die größten Banken am Finanzplatz Frankfurt"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Finanzplatz Fokus
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# Die größten Banken am Finanzplatz Frankfurt

Helaba Volkswirtschaft/Research FINANZPLATZ-FOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEAR C H · 8. NOVEMBER 2013 · © HE L A B A 1 8. November 2013 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegen- wärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die An- gaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Voll- ständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- nen Angaben dienen der In- formation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidun- gen verstanden werden. AUTOR: Ulrike Bischoff Helaba Telefon: 0 69/91 32-52 56 research@helaba.de unter Mitarbeit von: Uwe van den Busch HA Hessen Agentur GmbH REDAKTION: Dr. Stefan Mitropoulos HERAUSGEBER: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt/Leitung Research Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Die größten Banken am Finanzplatz Frankfurt Mit dieser Studie liegt nun erstmals ein Ranking der nach Mitarbeiterstärke größten Banken am Finanzplatz Frankfurt vor. Die auf einer Umfrage von Landesbank Hessen-Thüringen und Hes- sen Agentur basierende Rangliste umfasst die zwölf größten Kreditinstitute sowie drei zentrale Finanzinstitutionen. All diese Akteure haben eine signifikante Bedeutung für die Beschäfti- gungsentwicklung am deutschen Finanzzentrum. Zusammen machen sie über drei Viertel der hiesigen Bankbeschäftigung aus – eine breite Basis für unsere Beschäftigungsprognose: Der konsolidierungsbedingte Personalabbau am Bankenplatz Frankfurt dürfte überschaubar bleiben – nicht zuletzt dank personeller Aufstockungen infolge der intensiveren Regulierung. Für Ende 2015 erwarten wir in der Main-Metropole einen Bestand von insgesamt etwa 61.300 Bankmitarbeitern – unter dem Strich lediglich rund 1.000 Stellen bzw. 1 ½ % weniger als im Anfangsquartal des laufenden Jahres. Die kriseninduzierten Personalanpassungen seit Ende 2008 würden sich damit gerade einmal auf ein Minus von 3.500 Stellen belaufen. Banken-Ranking nach Beschäftigten am Finanzplatz Frankfurt Quelle: Hessen Agentur, Helaba Volkswirtschaft/Research; \* Mitarbeiterkapazitäten Frankfurt Hessen Deutschland weltweit 1 Commerzbank AG 13.300 16.000 42.900 53.600 k.A. 2 Deutsche Bank AG\* 9.700 10.300 46.300 98.200 k.A. 3 DZ Bank Gruppe\* 5.900 11.800 25.200 28.600 4 Helaba Konzern 5.000 5.400 6.000 6.300 5 KfW Bankengruppe 3.350 3.350 5.400 5.400 6 DekaBank Dt. Girozentrale 3.000 3.000 3.200 3.700 7 ING-DiBa AG 1.650 1.650 3.050 3.200 8 Frankfurter Volksbank eG 1.400 1.400 k.A. k.A. 9 SEB AG 950 950 1.050 k.A. 10 UBS Deutschland AG 750 k.A. 1.150 62.600 . BNP Paribas 750 750 3.400 200.000 12 BHF-Bank AG 600 950 1.050 1.150 Zentrale Finanzinstitutionen Deutsche Bundesbank 3.650 3.750 10.300 k.A. Europäische Zentralbank 1.650 1.650 1.650 1.650 Gruppe Deutsche Börse 1.600 1.600 1.600 3.700 Rang Frankfurt Kreditinstitut Mitarbeiteranzahl 2012 Ausblick Hessen FINANZPLATZ-FOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 8. NOVEMBER 2013 · © HE L A B A 2 Die globale Finanzkrise hat am Bankenplatz Frankfurt keine massive Kündigungswelle ins Rollen gebracht. Dass sich der Stellenabbau am Main bis dato in Grenzen hält, belegen die Daten für den Arbeitsamtsbezirk Frankfurt sowohl in der alten als auch in der neuen Gebietsabgrenzung.1 „Bankfurt“: Viele Neueinstellungen in letzten Jahren Ähnlicher Verlauf von alter und neuer Datenreihe Bankbeschäftigte Stadt Frankfurt % Bankbeschäftigung im Arbeitsamtsbezirk Frankfurt, Endquartal 2008 = 100 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Im nun relevanten Frankfurter Stadtgebiet gab es im Anfangsquartal des laufenden Jahres 62.250 Bankbeschäftigte – lediglich 4 % weniger als zu Hochzeiten Ende 2008. In unmittelbarer Reaktion auf die Krise kam es natürlich auch hier zu Entlassungen, die Bankbeschäftigung ging von Ende 2008 bis Mitte 2010 um 2.500 zurück. Dann stellten die Institute jedoch vermehrt neue Mitarbeiter ein – „netto“ 1.500 bis ins letzte Jahr hinein. Im Verlauf von 2012 pendelte die Bankbeschäftigung am Main zwischen knapp 63.700 bis 63.800 Mitarbeitern. Erst zu Beginn des aktuellen Jahres setzte ein signifikanter Personalabbau ein, so dass zuletzt wieder das Beschäftigungsniveau von Mitte 2010 erreicht wurde. Soweit der Blick auf den Frankfurter Bankenstandort insgesamt – wie stellt sich die Personalsituation der größten Institute in der Main-Metropole dar? Umfrage: Mitarbeiter-stärkste Banken am Finanzplatz Frankfurt Die Landesbank Hessen-Thüringen und die Hessen Agentur haben jüngst wieder die Rangliste der 100 größten Unternehmen in Hessen erstellt.2 Dabei ist die Mitarbeiterzahl für das Geschäftsjahr 2012 die entscheidende Messgröße, was in der Unternehmensbefragung für eine hohe Antwortbe- reitschaft sorgte. Als Besonderheit wurden diesmal speziell von den Banken detailliertere Angaben zu ihrer Mitarbeiterzahl erfragt – in Frankfurt, Hessen, Deutschland und weltweit. Auf diese Weise konnten erstmals die nach Mitarbeiterstärke größten Geschäftsbanken am Finanzplatz Frankfurt identifiziert und in eine Reihenfolge gebracht werden. Die Vorarbeiten für dieses Ranking waren vielschichtig: Die Grundlage bildeten zahlreiche Unter- nehmensranglisten. Relevant waren Banken mit mehr als 500 Mitarbeitern (Definition eines Groß- unternehmens gemäß Institut für Mittelstandsforschung). Nach Sondierung des Datenmaterials erfolgte dann eine Kontaktaufnahme zu jedem einzelnen Institut. Wir danken den Banken am Fi- nanzplatz für ihre kooperative Zusammenarbeit! Der Befragungszeitraum erstreckte sich im We- sentlichen von Februar bis September 2013. Als letztes abgeschlossenes Geschäftsjahr stand somit zumeist das Jahr 2012 als Basis zur Verfügung. Letztlich wurden die Angaben gerundet, bei Banken mit 5.000 und mehr Beschäftigen auf Hundert bzw. bei den übrigen auf Fünfzig. Unsere neuartige Rangliste (vgl. S. 1) umfasst die zwölf größten Geschäftsbanken am deutschen Finanzzentrum. Ferner sind die Deutsche Bundesbank, die Europäische Zentralbank und die 1 Nach dem neuen Gebietszuschnitt der Agenturen für Arbeit wurden zum Jahresanfang 2013 nahegelegene Landkreise aus dem Arbeitsamtsbezirk Frankfurt herausgenommen, so dass dieser nun deckungsgleich mit der Stadt Frankfurt ist. Die Gesamtzahl der im Arbeitsamtsbezirk Frankfurt sozialversicherungspflichtig Bankbe- schäftigten liegt somit nun auf geringerem Niveau (Ende 2012: neu 63.690 versus alt 74.277). 2 Vgl. Helaba Volkswirtschaft/Research „Die 100 größten Unternehmen in Hessen“ (Oktober 2013) -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 61.000 61.500 62.000 62.500 63.000 63.500 64.000 64.500 65.000 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Anzahl (linke Skala) gg. Vj. (rechte Skala) 94 96 98 100 94 96 98 100 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 neu alt Novum: Rangliste der größten Kreditinstitute am Finanzplatz Frankfurt FINANZPLATZ-FOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 8. NOVEMBER 2013 · © HE L A B A 3 Deutsche Börse als zentrale Institutionen des Finanzplatzes aufgeführt, die intensiv mit den hiesi- gen Kreditinstituten verbunden sind. So ist es erstmalig möglich, die Bedeutung der Banken und Finanzinstitutionen für den Frankfurter Finanzstandort anhand ihrer Mitarbeiterzahl zu ermessen. Die größten Akteure am deutschen Bankenzentrum Anzahl Bankbeschäftigte der Geschäftsbank bzw. Finanzinstitution in Frankfurt Text Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research; \* Mitarbeiterkapazitäten Am deutschen Finanzzentrum sind die Commerzbank und die Deutsche Bank die beiden Mitarbei- ter-stärksten Banken, gefolgt von der DZ Bank und der Helaba. Allein die in dieser Hinsicht größ- ten vier Banken kommen am Main zusammen auf einen Personalbestand von rund 34.000 – mehr als die Hälfte der gesamten Frankfurter Bankbeschäftigung. Im Vergleich dazu repräsentieren die vier größten Banken mit ausländischem Hintergrund insgesamt weniger als 10 %. Alle fünfzehn Umfrageteilnehmer machen in der Summe weit mehr als drei Viertel des Frankfurter Gesamtbe- standes aus – eine breite Basis für unsere Beschäftigungsprognose (vgl. S. 6). Hierbei fließt auch der Ausblick für das laufende Jahr mit ein, für welches die meisten der Befragten eine etwa gleich bleibende Entwicklung anvisiert. Anteil Frankfurts an der Mitarbeiterzahl der jeweiligen Bank % Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 Commerzbank AG Deutsche Bank AG\* DZ Bank Gruppe\* Helaba Konzern Deutsche Bundesbank KfW Bankengruppe DekaBank Dt. Girozentrale ING-DiBa AG Europäische Zentralbank Gruppe Deutsche Börse Frankfurter Volksbank eG SEB AG UBS Deutschland AG BNP Paribas BHF-Bank AG 31 21 23 84 62 94 54 90 66 22 59 25 10 21 80 62 81 52 k.A. k.A. 1 0 54 0 25 50 75 100 0 25 50 75 100 Commerz- bank Deutsche Bank DZ Bank Helaba KfW Deka Bank ING- DiBa Frankf. Volksbank SEB UBS Deutschl. BNP Paribas BHF- Bank ... in Deutschland ... global Umfrageteilnehmer machen Gros hiesiger Bankbeschäftigung aus FINANZPLATZ-FOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 8. NOVEMBER 2013 · © HE L A B A 4 Nicht nur die an der Spitze rangierenden Marktteilnehmer haben eine signifikante Bedeutung für die Beschäftigungsentwicklung am deutschen Finanzzentrum: Während bei den drei größten Kre- ditinstituten nur ein Bruchteil (10-30 %) ihres deutschland- und weltweiten Personalbestandes auf den Standort Frankfurt entfällt, haben viele der befragten Geschäftsbanken hier ihren Beschäfti- gungsschwerpunkt. Oftmals ist der Anteil Frankfurts an der deutschen Belegschaft ähnlich hoch wie an der globalen. Zentrale Finanzinstitutionen sind am hiesigen Standort prominent vertreten: Die mit ihrem wach- senden Aufgabenspektrum expandierende Europäische Zentralbank (EZB) konzentriert sich einzig auf die Main-Metropole, was durch den Umzug 2014 in den schon jetzt als Wahrzeichen geltenden Neubau im Frankfurter Ostend symbolisiert wird. Die bereits stark am Main präsente Deutsche Bundesbank befindet sich im anhaltenden Zentralisierungsprozess, und auch die Deutsche Börse hat an keinem anderen Standort auf der Welt nur annähernd so viele Mitarbeiter wie am hiesigen Finanzplatz. Insgesamt zeigt unsere Auflistung die weitreichende Bedeutung der größten Akteure für das deutsche Finanzzentrum und vice versa. Frankfurt mit hoher Anziehungskraft auf In- und Auslandsbanken Ungeachtet des anhaltenden Konsolidierungsdrucks in der Finanzwelt und der damit verbundenen Refokussierung auf den Heimatmarkt zeigen weiterhin zahlreiche Banken am deutschen Finanz- zentrum Präsenz. Die Main-Metropole ist nicht vom europaweiten Langfristtrend einer spürbar sinkenden Institutszahl betroffen. Die hohe Attraktivität als Finanzstandort hat die Frankfurter Ban- kenanzahl nach einer krisenbedingten Delle 2008-2010 sogar wieder merklich ansteigen lassen. Bereinigt um einen statistischen Sondereffekt gab es zur Jahresmitte 2013 insgesamt 223 Haupt- sitze am hiesigen Finanzplatz, rund drei Viertel davon ausländischer Herkunft.3 Interesse am Bankenplatz Frankfurt ungebrochen Bankenanzahl in Frankfurt (Jahresendstände) Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research; \* Hauptsitze und Repräsentanzen; \*\* Jahresmitte 2013 und statistischer Bruch Die hohe Anziehungskraft der Main-Metropole auf Auslandsbanken manifestiert sich in bereinigt 160 ausländischen Hauptsitzen und 36 Repräsentanzen – ein signifikanter Zuwachs an internatio- nalen Akteuren innerhalb der letzten beiden Jahre. Weiterhin kommen zur Hebung von Geschäfts- potenzialen Marktteilnehmer neu nach Frankfurt oder vollziehen die Umwandlung ihres hiesigen Büros in eine geschäftstreibende Niederlassung. Dies spiegelt die wichtige Rolle Frankfurts im weltweiten Finanzgeschehen wider. Schließlich gilt die Main-Metropole vielen als „place to be“, um Geschäfte in Deutschland und den umliegenden Ländern zu betreiben. Trotz der Auswirkungen der globalen Finanzkrise steht die Beibehaltung des hiesigen Büros daher für viele außer Frage. Vielmehr wird an einigen Stellschrauben zur Kostenreduktion gedreht, so auch Personal einge- spart. Wie weit ist dieser mehrjährige Anpassungsprozess in den Frankfurter Bankentürmen schon fortgeschritten, und was ist für die weitere Beschäftigungsentwicklung konkret zu erwarten? 3 Kapitalanlagegesellschaften (KAGs) unterliegen seit 2013 nicht mehr der Bankenaufsicht und sind daher seit dem Jahreswechsel nicht mehr in der Frankfurter Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank enthalten. Ohne diese KAGs betrug die Frankfurter Bankenanzahl zuletzt 190, hiervon 42 in- und 148 ausländische Hauptsitze. 0 50 100 150 200 250 300 0 50 100 150 200 250 300 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013\*\* Auslands- banken\* In-&amp; ausländische Hauptsitze 223 184 196 190 Steigende Bankenanzahl nach krisenbedingter Delle FINANZPLATZ-FOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 8. NOVEMBER 2013 · © HE L A B A 5 Überschaubarer Personalabbau am Bankenplatz Frankfurt Neben unseren Umfrageergebnissen geben auch die Stimmungsindikatoren von Industrie- und Handelskammer (IHK) und Centre for Financial Studies (CFS) Aufschluss über die Personalsituati- on Frankfurter Kreditinstitute. Einhellig signalisieren diese Indikatoren einen schrittweisen Perso- nalabbau am Bankenplatz im Verlauf von 2013. Bei der jüngsten Umfrage im Herbst wendete sich das Blatt aber zum Positiven. Allerdings bleibt abzuwarten, wie nachhaltig diese Stimmungsaufhel- lung ist. Beide Indikatoren befinden sich nun wieder auf dem Niveau, welches für eine unveränder- te Beschäftigung steht (IHK-Beschäftigungssaldo Frankfurter Kreditinstitute: 0; Unterkomponente des CFS-Finanzplatzindex für Bankbeschäftigung: knapp 100). Bemerkenswert ist dabei nicht allein, dass das Gros der Befragten von einem gleich bleibenden Personalbestand ausgeht und immer weniger Entlassungen geplant sind. Mittlerweile ist auch eine leicht zunehmende Einstel- lungsbereitschaft erkennbar. Frankfurter Banken kürzen sukzessive Stellen… … wie zuvor in Beschäftigungsplanung anvisiert IHK-Umfragesaldo % gg. Vj. Unterkomponente des CFS-Finanzplatzindex für Banken Quellen: IHK, Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research ; \*2007 stat. Bruch Quellen: CFS, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Stimmung am Bankenplatz scheint also zu drehen. Diesen Eindruck untermauert summa summarum mittlerweile auch wieder die Finanzpresse, die noch vor einigen Monaten von Schre- ckensmeldungen über umfangreiche Kündigungen im globalen Finanzsektor geprägt war. Zwar wird weiterhin von Stellenstreichungen z.B. in einigen deutschen Großbanken berichtet, die mit einer Bilanzschrumpfung einhergehen. Doch gleichzeitig mehren sich nun positive Meldungen, dass Banken Geschäftsbereiche nach Frankfurt verlagern, ihre Aktivitäten hier ausbauen oder sich gar neu am deutschen Finanzzentrum ansiedeln. Ohnehin steht den konsolidierungsbedingten Stellenkürzungen eine nicht zu vernachlässigende Nachfrage nach hochqualifiziertem Fachpersonal gegenüber. So äußern Geschäftsbereiche mit Wachstumspotenzial im Rahmen der Konjunkturerholung Bedarf. Aber auch die anspruchsvollere Regulierung erfordert mehr Spezialisten: Zum einen benötigen die Geschäftsbanken mehr Mitar- beiter, um der Vielzahl aufsichtsrechtlicher Detailanforderungen Rechnung zu tragen. Dies stellt allerdings zusätzliche Kosten für die Kreditinstitute dar. Zum anderen ist die europäische Bankenaufsicht, die unter dem Dach der EZB eingerichtet wird, ein zentraler Pfeiler der krisenbedingt überarbeiteten Regulierungsarchitektur. So plant die EZB zur Übernahme ihrer neuen Rolle bis Ende nächsten Jahres rund 1.000 weitere Mitarbeiter einzu- stellen, davon etwa 800 speziell für Aufsichtsaufgaben. Dies lässt die Bedeutung der EZB im inter- nationalen Finanzgeschehen noch weiter wachsen und stärkt gleichsam das Profil des deutschen Finanzzentrums als europäische Aufsichtsmetropole. Mit dem signifikanten Image-Gewinn für den Finanzplatz Frankfurt erhöht sich seine Anziehungskraft auf in- und ausländische Akteure, die am Main präsent sein und den unmittelbaren Austausch in der hiesigen „banking community“ pflegen wollen. Zumindest in diesem Sinne ist der Finanzplatz Frankfurt ein Profiteur der globalen Krise. -6 -3 0 3 -60 -30 0 30 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 tatsächliche Bankbeschäftigung\* (rechte Skala) Beschäftigungsplanung Kreditinstitute (linke Skala) 80 90 100 110 120 80 90 100 110 120 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Gesamtindex Frankfurter Bankbeschäftigung Erwartungen aktuelle Lage Nachfrage nach hoch- qualifiziertem Personal Dreht die Stimmung? FINANZPLATZ-FOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 8. NOVEMBER 2013 · © HE L A B A 6 Ende 2015 nur rund 1.000 Bankbeschäftigte weniger Anzahl Bankbeschäftigte in Frankfurt Stadt Text Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research So dürfte sich der Beschäftigungsabbau am deutschen Bankenzentrum unter dem Strich weiterhin in Grenzen halten – nicht zuletzt dank personeller Aufstockungen infolge der intensiveren Regulie- rung. Für Ende 2015 erwarten wir einen Gesamtbestand von etwa 61.300 Mitarbeitern in den Frankfurter Bankentürmen. Ausgehend vom letztverfügbaren Stand (1. Quartal 2013: 62.250) bedeutet dies nur eine Reduktion um „netto“ rund 1.000 Arbeitsplätze bzw. ein Minus von 1 ½ %. Seit Ende 2008 würde die kriseninduzierte Personalveränderung am deutschen Finanzzentrum damit lediglich gut -5 % betragen (-3.500 Stellen). So schlimm dies für die einzelnen Betroffenen ist – der Anpassungsprozess am Frankfurter Bankenplatz vollzieht sich insgesamt in moderatem Tempo und bleibt auch über die Jahre hinweg überschaubar.  60.000 61.000 62.000 63.000 64.000 65.000 60.000 61.000 62.000 63.000 64.000 65.000 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Frankfurt im moderaten Konsolidierungsprozess

Neuartiges Ranking der größten Banken am deutschen Finanzzentrum Prognose für Frankfurter Bankenplatz: Ende 2015 nur rund 1.000 Bankbeschäftigte weniger
