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title: "Finanzplatz Frankfurt: Standortprofil Frankfurts für Banken und Institutionen schärfen"
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language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Finanzplatz Fokus
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# Finanzplatz Frankfurt: Standortprofil Frankfurts für Banken und Institutionen schärfen

Im Fokus: Finanzplatz 14. Mai 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 14. Mai 2025 1 von 7 Research &amp; Advisory Standortprofil Frankfurts für Banken &amp; Institutionen schärfen Die Main-Metropole hat eine besondere Bedeutung in der Finanzwelt und eine hohe An- ziehungskraft insbesondere auf internationale Banken sowie finanzbezogene Instituti- onen: Über die Jahrzehnte haben sich immer wieder neue hier angesiedelt, so dass Frankfurt einen ansehnlichen Bestand dieser zentralen Akteure aufweist. Deren Perso- nalkapazitäten sind bis Ende 2024 gestiegen, trotz wirtschaftlicher Schwäche und Fach- kräftemangel. Im intensiven Wettbewerb ist es wichtig, Frankfurts Profil als bedeuten- der Banken- und Institutionenstandort fortwährend zu schärfen, statt in zu vielen Berei- chen die Führungsrolle anzustreben. Grundsätzlich gilt es, die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzstandortes zu fördern. Hierzu wurde die neue Finanzplatz-Initiative ins Leben gerufen, die nach einem Policy Paper im Sommer eine Zukunftsstrategie vorlegen wird. Kernkriterien der Helaba für Finanzplatz-Research Im europäischen Finanzplatz- Wettbewerb kommt dem deut- schen Finanzzentrum eine her- vorgehobene Rolle zu. Grund- lage für unser Finanzplatz- Research sind die bereits vor fast 20 Jahren definierten Charakteristika von Finanz- standorten.1 Davon erachten wir sechs als unverzichtbar für eine nachhaltig erfolgreiche Positionierung in der Finanz- welt, die Kernkriterien der Helaba Finanzplatz-Analyse. Alle unsere Finanzplatz-Stu- dien mit ihren wechselnden Schwerpunktthemen lassen sich unter diesen Kernkrite- rien subsumieren. 1 Vgl. Definition der Finanzplatz-Kriterien in „Finanzplatz Frankfurt – Ein Standort bewegt sich“ von Juni 2006 und deren Erweiterung in „Finanzplatz Frankfurt – Mehr als Brexit“ von Oktober 2019. Ulrike Bischoff Senior Economist/ Finanzplatz-Spezialistin T 069/91 32-52 56 Kernkriterien der Helaba für Finanzplatz-Research ..................................................................... 1 Main-Metropole attraktiv für In- und Auslandsbanken ................................................................ 2 Institutionen als zentrale Akteure am deutschen Finanzzentrum ............................................... 3 Förderung der Wettbewerbsposition Frankfurts in der Finanzwelt ............................................. 5 Kernkriterien der Helaba zur Finanzplatz-Analyse Quelle: Helaba Research &amp; Advisory FINANZPLATZ Banken Börsen Finanzbezogene Institutionen Finanzbezogene Bildung &amp; Forschung Standort- spezifische Qualitäten Trends in der Finanzbranche Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 14. Mai 2025 2 von 7 Der Finanzplatz Frankfurt ist in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem bedeutenden Standort gerade für internationale Banken und finanzbezogene Institutionen geworden. Dieses Profil sollte fortwährend geschärft und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands grundsätzlich verbessert werden. Damit kann Frankfurts Stellung in der globalen Finanzarchitektur weiter ausgebaut werden. Schließlich ist es sinnvoller, sich auf Frankfurts zentrales Charakteristikum als wichtiger Banken- und Institutio- nenstandort zu fokussieren statt in zu vielen Bereichen führend sein zu wollen. Flankierend ist eine stringente Vermarktung des deutschen Finanzzentrums wichtig und eine Kräftebündelung aller Finanzplatz-Akteure hierzu- lande. Mit konzertiertem Engagement für den Finanzplatz Frankfurt synonym für den Finanzplatz Deutschland kann im internationalen Kontext noch mehr erreicht werden. Vor diesem Hintergrund thematisiert unsere neue Finanzplatz-Publikation das hiesige Standortprofil mit Hinblick auf Banken sowie Institutionen. Main-Metropole attraktiv für In- und Auslandsbanken Frankfurt hat sich über die Jahrzehnte immer mehr als bedeutender Standort für Banken aus dem In- und Aus- land etabliert. Insgesamt waren hier nach Angaben der Deutschen Bundesbank im April 2025 gut 330 Finanzinsti- tute für die Bankenaufsicht registriert, was sich auf verschiedene Bankengruppen verteilt (z.B. rund 100 Kredit- banken, knapp 150 Wertpapierinstitute und Zweigstellen ausländischer Wertpapierfirmen). Innerhalb Deutschlands gibt es einen Konzentrations- trend im Bankwesen auf Frankfurt, der sich zunächst weiter fortsetzen dürfte. Diese seit Jahren zuneh- mende Fokussierung wird auch dadurch begünstigt, dass Frankfurt mit seinen Konzernzentralen nur be- grenzt vom Filialabbau betroffen ist. Während die Bankbeschäftigung in Deutschland seit vielen Jahren rückläufig ist, befindet sie sich in Frankfurt im dynami- schen Aufwärtstrend und weist lediglich eine mode- rate Zyklik auf. Dementsprechend ist die Main-Metro- pole der mit Abstand führende Bankenplatz (über 11 % Beschäftigungsanteil, gefolgt von München mit unter 6 %). Ausländische Institute sind seit langem ein wichtiger Bestandteil des deutschen Finanzzentrums. Gemäß Auflistung der Deutschen Bundesbank gab es Ende 2024 hier- zulande mehr als 190 Auslandsbanken und knapp 60 % davon mit Hauptsitz in der Frankfurter Region, etliche wei- tere wohl mit einer sogenannten Nebenstelle.2 Zumeist handelt es sich hierbei um geschäftstätige Auslandsver- tretungen (Zweigstellen oder im ausländischen Mehrheitsbesitz) sowie einige Repräsentanzen. Im Laufe der letz- ten Jahre sind immer wieder neue Institute ausländischer Herkunft nach Frankfurt gekommen. Viele sind im Ver- band der Auslandsbanken in Deutschland e.V. (VAB) vertreten, der Anfang der 1980er Jahre in der Main-Metropole gegründet wurde und dessen Mitgliedsinstitute schwerpunktmäßig hier angesiedelt sind. Der Erfolg der Auslands- banken resultiert aus oftmals jahrzehntelanger Präsenz und viel Engagement im hiesigen Marktgeschehen. Frank- furt gilt dabei als „Place to be“. Schließlich reichen dessen breitgefächerte Standortqualitäten von einer hohen Konzentration an Akteuren über maßgebliche Wachstumskräfte bis hin zu förderlichen Rahmenbedingungen. Gerade der gute Austausch in der hiesigen Community mit vielen namhaften Playern der Finanzwelt fördert die Anziehungskraft Frankfurts auf Aus- landsbanken. Vornehmlich handelt es sich dabei um international tätige Banken, und viele agieren von hier aus 2 Die definitorische Abgrenzung in dieser Bundesbank-Liste ist nicht identisch mit der obigen des Bundesbank-Registers zur Banken- aufsicht. Im Übrigen bezieht sich die Auslandsbanken-Statistik ausschließlich auf die Hauptniederlassungen bzw. Kopfstellen. Bei- spielsweise ist ein japanisches Institut mit seiner Kopfstelle in Düsseldorf gelistet und hat daneben noch eine Niederlassung in Frank- furt, die dann nicht verzeichnet ist. Zunehmende Fokussierung im Bankwesen Indexiert auf Ende 2008 = 100 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory 86 90 94 98 102 106 110 114 86 90 94 98 102 106 110 114 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 Bankbeschäftigung Frankfurt Bankbeschäftigung Deutschland Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 14. Mai 2025 3 von 7 auch in nahegelegenen Ländern. Bevorzugt sind diese Institute in zentraler Lage des hiesigen Bankenviertels an- gesiedelt, einige wenige auch im nahegelegenen Umland. Im Zuge der Brexit-bedingten Geschäftsverlagerungen haben viele dieser Kreditinstitute bevorzugt die Main- Metropole ausgewählt, einige davon sogar ihr hiesiges Büro zur Europa-Zentrale ausgebaut. Insgesamt hat ein deutlicher Transfer von Vermögenswerten aus London heraus zu Niederlassungen an anderen Finanzstandorten wie Frankfurt stattgefunden und sich somit das Geschäftsvolumen einiger hier beheimateter Institute deutlich ausgeweitet. Dementsprechend ist Frankfurt durch den Brexit in seiner Rolle als bedeutender Bankenstandort in Europa weiter gewachsen. Institutionen als zentrale Akteure am deutschen Finanzzentrum Der Finanzstandort Frankfurt hat eine ansehnliche Historie hinsichtlich finanzbezogener Institutionen und in den Bereichen Geldpolitik und Aufsicht sowie Nachhaltigkeit einiges zu bieten: Seit 1957 hat die Deutsche Bundes- bank (BBK) ihren Hauptsitz in der Main-Metropole. Sie erfüllt als unabhängige Zentralbank der Bundesrepublik neben dem geldpolitischen Auftrag weitere Aufgaben und fungiert seit Ende der 1990er Jahre als Teil des Euro- systems. 1998 wurde die Europäische Zentralbank (EZB) als geldpolitische Instanz des Eurosystems hier angesie- delt, 2014 bekam sie zudem die Funktion als europäische Bankenaufsicht. Im Übrigen nimmt die EZB weitere sup- ranationale Aufgaben wahr und beherbergt den EU-Ausschuss für Systemrisiken (European System Risk Board). Als deutsche Allfinanzaufsicht ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) seit 2002 an den Standor- ten Bonn (Banken- und Versicherungsaufsicht) und Frankfurt (Wertpapieraufsicht) verwurzelt. Im Rahmen der ko- operativ durchgeführten Bankenaufsicht besteht ein intensiver Austausch mit der BBK; beide sind auch in interna- tionalen Gremien bzw. Organisationen aktiv. Neben der EZB ist seit 2011 eine weitere Institution der europäischen Finanzaufsicht in der Main-Metropole angesiedelt: die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersvorsorge (EIOPA). Neu hinzugekommen ist zum Jahresbeginn 2025 die EU-Behörde Anti-Money-Laundering Authority (AMLA), nachdem Frankfurt das Wettrennen um die Standortentscheidung in Brüssel für sich entscheiden konnte (vgl. Details S. 5). Finanzinstitutionen in überschaubarem Radius von Frankfurt Institutionen (Zentrale) zur Aufsicht &amp; Regulierung in Cyan und bzgl. Nachhaltigkeit grau markiert; Quelle: Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 14. Mai 2025 4 von 7 Damit gilt der Finanzplatz Frankfurt umso mehr als Hauptstadt des europäischen Aufsichtswesens. Die wach- sende Zahl von Institutionen hat das hiesige Netzwerk verdichtet, was der internationalen Positionierung des deutschen Finanzzentrums zugutekommt. Kommunikation und Zusammenarbeit in der Community werden durch die räumliche Nähe in der Main-Metropole erleichtert und könnten z.B. durch mehr internationale Konferenzen noch weiter gefördert werden. Anders als viele Finanzinstitute sind die Institutionen oftmals nicht im Frankfurter Bankenviertel ansässig, gleich- wohl in angrenzender und damit schnell erreichbarer Lage: Die Zentrale der BBK befindet sich in Ginnheim, wird allerdings derzeit saniert. So lange werden verschiedene andere Büroflächen genutzt, beispielsweise im Frankfur- ter Büro Center oder in der Hauptverwaltung Hessen der BBK. Die EZB ist neben ihrem markanten Hauptgebäude auf dem ehemaligen Großmarktgelände im Frankfurter Ostend gegenwärtig in zwei weiteren Gebäuden in der In- nenstadt vertreten (Eurotower und Japan Center, Umzug des Aufsichtspersonals ins Gallileo geplant). Die BaFin sitzt im Frankfurter Mertonviertel und die EIOPA gegenwärtig noch im Westhafen Tower. Letztere zieht in ein paar Jahren in den Messeturm, wo unlängst die AMLA ihr Büro eröffnet hat. Damit entsteht dort dann ein Aufsichtshub (neben anderen Mietern wie Kanzleien / Wirtschaftsprüfern). Im Bereich Sustainable Finance hat Frankfurt 2022 das International Sustainability Standards Board (ISSB) hinzu- gewonnen, das sich mit globalen Nachhaltigkeitskriterien für Finanzberichte beschäftigt und zur International Fi- nancial Reporting Standards Foundation (IFRS) gehört. Bei der global diversifizierten Standortstruktur kommt dem deutschen Finanzzentrum als ISSB-Hauptsitz am Opernplatz eine besondere Rolle hinzu. Darüber hinaus gibt es in der Main-Metropole seit 2018 das Sustainable Finance Cluster (SFC, vormals Green and Sustainable Finance Clus- ter Germany), das als Branchenplattform das Voranschreiten Deutschlands auf seinem nachhaltigen Weg fördert. Neben der operativen Leitung des SFC durch den Geschäftsführer mit seinem Team leisten Mitgliedsinstitute wie Sponsoren tatkräftige Unterstützung. Somit bieten sich dem deutschen Finanzzentrum vielversprechende Per- spektiven als Nachhaltigkeitsstandort, was wiederum positive Auswirkungen auf seine Positionierung im inter- nationalen Finanzplatzkontext haben dürfte.3 Deutlicher Beschäftigungsanstieg in den Institutionen Dass Frankfurt mit Hinblick auf finanzbezogene Institutionen eine besondere Bedeutung zukommt, wird auch an der Beschäftigungsentwicklung deutlich. Die hiesigen Aufsichtsinstitutionen haben eine Vielzahl von Beschäftig- ten – mit steigender Tendenz. Sie wirken gewissermaßen als Jobmotor, und zwar direkt wie indirekt. Schließlich üben diese eine hohe Anziehungskraft auf etliche weitere Finanzplatz-Akteure aus, wie auch Umfragen vom Helaba-Research am hiesigen Standort wiederholt belegt haben.4 3 Vgl. Helaba Im Fokus Finanzplatz: „Deutsches Finanzzentrum nachhaltig vorwärts“ vom 9. Juni 2022 4 Vgl. Helaba z.B. „Finanzplatz Frankfurt – Mehr als Brexit“ von Oktober 2019 Nationale und europäische Zentralbank wachsen, … … ebenso andere zentrale Institutionen am Main Beschäftigte\* bei finanzbezogenen Institutionen in Frankfurt Beschäftigte\* bei finanzbezogenen Institutionen in Frankfurt \* Jahresendstände, Vollzeitäquivalente Quellen: Institutionen, Helaba Research &amp; Advisory \* Jahresendstände, Vollzeitäquivalente bei EIOPA, HeadCounts bei BaFin Quellen: Institutionen, Helaba Research &amp; Advisory 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 2014 2016 2018 2020 2022 2024 BBK EZB 0 200 400 600 800 1.000 0 200 400 600 800 1.000 2020 2021 2022 2023 2024 BaFin EIOPA Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 14. Mai 2025 5 von 7 Bei der Bundesbank (Zentrale, Hauptverwaltung und Filiale) gab es Ende 2024 in Frankfurt insgesamt fast 5.000 und bei der EZB 4.300 Mitarbeitende – ein Anstieg von rund 30 % bzw. 50 % innerhalb der letzten zehn Jahre. Davon entfallen rund 40 % des EZB-Personals auf die Bankenaufsicht. Die BaFin war zuletzt mit 970 Beschäftigten in der Main-Metropole vertreten und die EIOPA mit 190, was einem Stellenzuwachs von etwa 15 % bzw. 10 % über die vergangenen fünf Jahre entspricht. Dagegen haben die beiden „Organisationen“ im Bereich von Sustainable Finance strukturbedingt nur geringe Personalkapazitäten: ISSB rund 40 Beschäftigte und SFC mit einem Kernteam von sechs Personen sowie zusätzlicher Unterstützung der 20 Mitglieder und Sponsoren, die für Cluster-Initiativen Mitarbeiter in Teilzeit abstellen. Dementsprechend hat die Gesamtzahl an Mitarbeitenden in den hiesigen Aufsichtsinstitutionen in den letzten Jahren deutlich zugenommen – und dies zusätzlich zum Aufwärtstrend der Bankbeschäftigung in der Main-Met- ropole.5 Trotz wirtschaftlicher Schwäche und Fachkräftemangel nehmen diese Personalkapazitäten am deutschen Finanzzentrum derzeit noch zu. Ein großer Erfolg mit Signalkraft war die Ansiedelung der AMLA in Frankfurt. Mit konzertiertem Engagement aller relevanten Akteure lässt sich im internationalen Finanzplatzkontext viel erreichen, wie dieses Beispiel mit einer speziell hierfür eingerichteten Arbeitsgruppe von Bund, Land und Stadt belegt. Die neue EU-Behörde hat im Feb- ruar 2025 ihre Räumlichkeiten im Messeturm bezogen und wird weiterhin von öffentlicher Seite in ihrem Aufbau unterstützt (z.B. mehrjährige Anschubfinanzierung, Support am Immobilienmarkt sowie für Familien der Mitarbeitenden). Mit dem sukzessiven Personal- aufbau von rund 430 Beschäf- tigten bis Anfang 2028 intensi- viert sich der Austausch der AMLA mit den anderen Finanz- platz-Akteuren. Im Hinblick auf diesen hohen Bedarf an Anti- Geldwäsche-Spezialisten ge- rade in Zeiten des Fachkräfte- mangels wäre eine enge Koope- ration auch mit den Hochschu- len vor Ort sinnvoll. Ähnlich wie bei den anderen Institutionen sind signifikante indirekte Beschäftigungseffekte in der Main-Metropole zu erwarten. Die Präsenz der AMLA ist ein langfristiges Commitment für den Finanzplatz Frankfurt, dessen Willkommenskultur und Lebendigkeit die EU-Behörde schätzt. Förderung der Wettbewerbsposition Frankfurts in der Finanzwelt Der Finanzplatz Frankfurt ist mit seinem ansehnlichen Bestand an internationalen Banken und finanzbezogenen Institutionen gut aufgestellt, wodurch ihm eine besondere Bedeutung in der Finanzwelt zukommt. Im intensiven Standortwettbewerb ist es für die Main-Metropole wichtig, sich auf ihre langfristigen Erfolgsfaktoren zu konzent- rieren und dieses Profil weiter zu schärfen. Insofern sollte der Finanzstandort beständig an sich arbeiten, um seine Attraktivität gerade für Banken wie Institutionen auszubauen. Zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzzentrums in der globalen Finanzarchitektur gibt es grundsätzlich einige Stellschrauben (vgl. Übersicht S. 6). Insbesondere ein konzertiertes politisches Engage- ment (Finanzplatz Frankfurt synonym für Finanzplatz Deutschland) und eine konsequente Vermarktungsstrategie sind hierbei wesentlich. 5 Vgl. Helaba Im Fokus Finanzplatz: „Bankbeschäftigung steigt – trotz Fachkräftemangel“ vom 8. Oktober 2024. Das Gros des Personals bei finanzbezogenen Institutionen ist nicht im Aggregat der Frankfurter Bankbeschäftigung enthalten. Ansiedelungsprozess der AMLA mit positiven Beschäftigungseffekten Quellen: EU-Kommission, AMLA, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 14. Mai 2025 6 von 7 Als Wachstumsbasis des Finanzstandortes fungiert die intellektuelle Infrastruktur, die durch Expansion des Ta- lent-Pools vor Ort und vermehrte Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte in Zeiten des Fachkräftemangels ge- stärkt werden kann. Zudem gilt es die überbordende Bürokratie hierzulande zu verschlanken und die nationale Regulierung bzw. Aufsicht risikoadäquater zu gestalten. Neben einer geringeren Gesamtsteuerlast wären steuerli- che Anreize am Arbeitsmarkt sinnvoll, insbesondere für ausländische und junge Fachkräfte. Ferner sollte die digi- tale und nachhaltige Transformation als Chance zur Weiterentwicklung des Wirtschafts- und Finanzstandortes genutzt werden. Hier gilt es Potenziale zu heben durch gezielte Nachwuchs- und Innovationsförderung sowie eine Regulierung mit Augenmaß. Darüber hinaus gibt es ein breites Spektrum an Maßnahmen, um die Rahmenbedin- gungen des hiesigen Standortes im internationalen Wettbewerb zu verbessern, beispielsweise mehr Willkom- menskultur zu schaffen. Ansatzpunkte zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzzentrums Quelle: Helaba Research &amp; Advisory Die neue Finanzplatz-Initiative, die Ende 2024 unter Federführung des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein ins Leben gerufen wurde, setzt sich für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft des hiesigen Finanzstandortes ein. Zahlreiche wichtige Finanzplatz-Akteure sind hierfür gemeinsam in einer Taskforce aktiv, so auch die Helaba. Nach dem Policy Paper6 vom Februar 2025 wird derzeit eine detaillierte Zukunftsstrategie für den Finanzplatz erstellt, die im Sommer dem Finanzplatzkabinett präsentiert werden soll. 6 Finanzplatzkabinett berät über Zukunft des Standorts Frankfurt | hessen.de Im Fokus: Finanzplatz © Helaba | Research &amp; Advisory | 14. Mai 2025 7 von 7 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. 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Hohe Anziehungskraft der Main-Metropole auf Banken und Institutionen. Beschäftigungsanstieg bei finanzbezogenen Institutionen in Frankfurt. Neue Finanzplatz-Initiative setzt sich für Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ein.
