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title: "Zahlen und Fakten: Das Bundesland Thüringen"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Bundesländer
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# Zahlen und Fakten: Das Bundesland Thüringen

Helaba Volkswirtschaft/Research REGIONALFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 15. JULI 2016 · © H E L A BA 1 15. Juli 2016 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegen- wärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die An- gaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Voll- ständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- nen Angaben dienen der In- formation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidun- gen verstanden werden. AUTOR Barbara Bahadori Telefon: 0 69/91 32-24 46 research@helaba.de REDAKTION Dr. Stefan Mitropoulos HERAUSGEBER Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt/ Leitung Research Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Zahlen &amp; Fakten: Das Bundesland Thüringen Die Bundesrepublik Deutschland ist ein föderal aufgebauter Staat, der aus 16 Bundesländern be- steht. Eines davon ist Thüringen, das in der Mitte Deutschlands liegt und mit einer Fläche von rund 16.200 km2 eher zu den kleineren Bundesländern zählt. Thüringen in der Mitte Deutschlands Einwohner in Mio., 2015 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Thüringen hat 2,2 Mio. Einwohner, das sind 2,6 % der deutschen Bevöl- kerung. Dabei hat das Bundesland eine turbulente Entwicklung hinter sich. Betrug vor der Wiedervereini- gung die Einwohnerzahl rund 2,7 Mio., sank sie in den Folgejahren aufgrund von Abwanderung und Ge- burtendefizit drastisch. 2015 wurden dann die in Deutschland angekom- menen Flüchtlinge auf alle Bundes- länder verteilt, wovon auch Thüringen profitierte; die Thüringer Bevölkerung vergrößerte sich damit erstmalig seit Ende der 1980er Jahre. Die Neuankömmlinge werden von der Wirtschaft gebraucht. Schon jetzt liegt in den Thüringer Betrieben eine „älte- re“ Altersstruktur als in den westdeut- schen Unternehmen vor. Dazu ist die Arbeitslosenquote mit 7,2 % (Januar bis Juni 2016) deutlich niedriger als im Durchschnitt der ostdeutschen Bun- desländer von 9,0 % und kaum noch höher als der Bundesdurchschnitt von 6,3 %. Auch wirtschaftlich hat Thüringen enorm aufgeholt. Gestartet mit einer sehr geringen Wirtschafts- leistung – wie alle neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung – erreicht das Land inzwi- schen 71 % des gesamtdeutschen Bruttoinlandsprodukts pro Einwohner, was mehr als eine Ver- dopplung darstellt. Auch den internationalen Vergleich muss das Bundesland nicht scheuen. Ausgewählte Kennzahlen Deutschland Thüringen Fläche (in km2) 357.340 16.173 Einwohner (2015) 81,6 2,2 BIP (nominal, in Mrd. €, 2015) 3.026 57 BIP pro Einwohner (in €, 2015) 37.100 26.400 BIP pro Erwerbstätigen (in €, 2015) 70.300 54.500 Arbeitslosenquote (in %, Ø Januar - Juni 2016) 6,3 7,2 Quellen: Statistische Landesämter, Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Hessen 6,1 Mio. Thüringen 2,2 Mio. Schleswig- Holstein 2,8 Mio. Mecklenburg- Vorpommern 1,6 Mio. Hamburg 1,8 Mio. Nieder- sachsen 7,9 Mio. Bremen 0,7 Mio. Brandenburg 2,5 Mio. Berlin 3,5 Mio. Sachsen- Anhalt 2,2 Mio. Sachsen 4,1 Mio. Bayern 12,7 Mio. Baden- Württemberg 10,8 Mio. Nordrhein- Westfalen 17,7 Mio. Rheinland- Pfalz 4,0 Mio. Saarland 1,0 Mio. ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND THÜRINGEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 15. JULI 2016 · © H E L A BA 2 Thüringens Wirtschaftsleistung je Einwohner liegt gemessen am EU-Durchschnitt nur 8 % darun- ter. Verglichen mit anderen Nachfolgestaaten des ehemaligen Ostblocks wie Tschechien und Po- len, die 54 % bzw. 40 %des EU-Niveaus erreichen, ist dies ein hervorragender Wert. Auch große südeuropäische Länder sind in puncto Wirtschaftskraft pro Kopf entweder gleich auf wie Italien mit 93 % oder sogar deutlich niedriger wie Spanien mit 81 %. Thüringens Pro-Kopf-BIP so hoch wie in Italien Industriegeprägtes Thüringen BIP pro Einwohner in % des Durchschnitts EU-28 BIP (nominal) in Bill. €, 2015 Anteil an der Bruttowertschöpfung in %, 2015 Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Eurostat, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Ostdeutschland inkl. Berlin Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Thüringen hat auf den ersten Blick eine Wirtschaftsstruktur, die dem gesamtdeutschen Durch- schnitt ähnelt: In dem Bundesland werden zu 32 % Güter und Bauten hergestellt, bundesweit sind es 31 %. Bleibt man bei dieser groben Aufteilung, sind Dienstleistungen das Hauptergebnis allen Wirtschaftens sowohl in Thüringen als auch in den anderen Bundesländern. Abweichungen treten hauptsächlich innerhalb des Dienstleistungsbereiches auf. So ist das Ge- wicht des staatlich dominierten Sektors „öffentliche und sonstige Dienstleister“ mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung von 30 % höher (Deutschland: 22 %). Die Versorgung der Thüringer Bürger mit staatlichen Leistungen führt dazu, dass pro Einwohner gerechnet in diesem Bereich ähnlich viel „produziert“ wird wie bundesweit. Die beiden privatwirtschaftlichen Dienstleistungssek- toren haben dagegen einen geringeren Anteil. Thüringer Unternehmen sind häufig in nationale oder internationale Konzerne eingebunden und fragen deshalb Dienstleistungen an ihren Firmen- sitzen nach, die aber vielfach in den alten Bundesländern liegen. Das Baugewerbe ist ebenfalls vergleichsweise stark vertreten, da öffentliche Infrastruktur und private Bauinvestitionen in der DDR-Zeit vernachlässigt wurden und es keinen adäquaten Bestand gab, den Behörden, Firmen und Privatpersonen nutzen konnten. Dies gilt zum Teil noch, wenn Firmen in Thüringen expandieren möchten. Auch sind noch nicht alle Verkehrsprojekte zur Deut- schen Einheit abgeschlossen. Der Industriebesatz Thüringens (Bruttowertschöpfung pro Kopf) hat mit 72 % des Bundesdurch- schnitts ein Niveau erreicht, das innerhalb der neuen Bundesländer einen Spitzenwert darstellt. Selbst traditionsreiche Industriestandorte wie Sachsen und Sachsen-Anhalt kommen nur auf 65 % bzw. 57 %. Damit werden pro Einwohner mehr Waren in Thüringen erzeugt als im ostdeutschen Durchschnitt. Der Anteil des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) an der Bruttowertschöpfung erreicht mit 26 % den deutschen Durchschnitt. Thüringen ist damit ein Bundesland mit industriel- lem Schwerpunkt. 0,0 0,3 0,6 0,9 1,2 1,5 1,8 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 BIP BIP pro Einwohner 26% 20% 26% 6% 6% 5% 16% 19% 20% 21% 25% 26% 30% 30% 22% Thüringen Ostdeutschland\* Deutschland Baugewerbe Handel, Verkehr,Gastgewerbe, Information/Kommunikation Produzierendes Gewerbe (ohne Bau) Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister Öffentliche und sonstige Dienstleister Land-, Forstwirtschaft Thüringens BIP pro Kopf erreicht 92 % des EU-Durchschnitts Industrieland Thüringen ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND THÜRINGEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 15. JULI 2016 · © H E L A BA 3 Diversifizierte Industriestruktur in Thüringen Deutsche Industriestruktur: Automobilbau wichtig Thüringen: Anteil am Industrieumsatz, 2015 Deutschland: Anteil am Industrieumsatz, 2015 Quellen: Thüringer Landesamt f. Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Mit Kraftwagen/-teile, Metallbranche, Elektrotechnik/Optik und Ernährungsgewerbe gibt es nahezu vier gleich gewichtige Branchen innerhalb der Thüringer Industrie (Anteile zwischen 12 % und 16 %). Gummi-/Kunststoffwaren und Maschinenbau schließen sich mit Anteilen von jeweils 9 % an. Mit dieser diversifizierten Struktur unterscheidet sich Thüringen vom gesamtdeutschen Durch- schnitt. Bundesweit trägt der Automobilbau fast ein Viertel zum Industrieumsatz bei. Vier weitere Branchen (Maschinenbau, Chemie/Pharma, Metallbranche, Elektrotechnik/Optik) weisen deutlich niedrigere Anteile zwischen 9 % und 13 % auf. In der Exportpalette sind die Unterschiede deutlich geringer. Die Beliebtheit deutscher und thüringischer Produkte mit hohem Technikanteil ist interna- tional sehr hoch und so werden diese besonders bei Investitionsvorhaben weltweit nachgefragt. Die Wirtschaftsstruktur des Bundeslandes spiegelt sich in den 25 größten Unternehmen Thürin- gens wider, wobei in dem von uns erstellten Ranking1 auf die Beschäftigten eines Unternehmens in Thüringen abgestellt und nicht seine bundes- oder weltweite Bedeutung gemessen wurde. Rangliste der 25 größten Unternehmen in Thüringen1 Quellen: Helaba Volkswirtschaft/Research, LEG Thüringen Die Exportquoten der Industrieunternehmen sind in den vergangenen fünfzehn Jahren kräftig ge- stiegen. Dabei erreicht Thüringen 2016 (Januar bis April) mit einem Anteil von 34 % des Aus- landsumsatzes am Gesamtumsatz zwar eine für Deutschland unterdurchschnittliche Exportquote. Dies dürfte zum Teil jedoch darin begründet sein, dass der Export unterschätzt wird. Viele hoch- technisierte Produkte werden als Bauteile in Exportgütern anderer deutscher Hersteller verwendet und somit nicht in den Thüringer Ausfuhren erfasst. In der Wirtschaftskrise 2008/2009 war es zu einem Einbruch der In- und Auslandsnachfrage gekommen, sodass in der Summe die Exportquo- ten nur leicht gesunken waren. Von der weltwirtschaftlichen Erholung 2010 konnten die thüringi- schen Betriebe profitieren und die Exportquoten stiegen wieder. Mit dem Erstarken der Binnenkon- 1 Für Thüringen basiert die Rangliste auf dem Jahr 2010. Erfahrungsgemäß ändern sich die Unternehmen und ihre Reihenfolge nur geringfügig. Ernährungs- gewerbe 12% Metallbranche 16% Elektrotechnik, Optik 15% Kraftwagen, Kfz-Teile 16% Gummi-, Kunststoff- waren 9% Maschinen- bau 9% Holz/Papier 6% Sonstige 9% Glas, Keramik, Verarb. v. Steinen/Erden 4% Chemie/Pharma 4% Chemie/ Pharma 11% Kraftwagen, Kfz-Teile 24% Metall- branche 11% Elektrotechnik, Optik 9% Maschinen- bau 13% Ernährungs- gewerbe 9% Gummi-, Kunststoff- waren 4% Sonstige 19% 1 Edeka Handel 2 Deutsche Bahn AG Logistik 3 Deutsche Post AG Logistik 4 Randstad Deutschland Überlassung von Arbeitskräften 5 Bosch Elektrotechnik 6 Helios Kliniken GmbH Krankenhäuser 7 Rewe Markt Region Ost Handel 8 Rhön-Klinikum Krankenhäuser 9 Zeitungsgruppe Thüringen Verlagsgewerbe 10 SWE Stadtwerke Erfurt GmbH Versorger, Verkehr 11 Carl Zeiss AG Optische u. Elektroindustrie 12 Deutsche Telekom AG Telekommunikation 13 Opel Eisenach GmbH Automobilindustrie Rang Unternehmen Branche 14 Continental Gruppe Automobilzulieferer 15 E.ON Thüringer Energie AG Versorger 16 GeAT Überlassung von Arbeitskräften 17 Jenoptik-Konzern Optische u. Elektroindustrie 18 Metro Group Handel 19 ITT Industrie- und Transport- schutz Thüringen GmbH Wach- und Sicherheitsdienste 20 Bertelsmann Druckgewerbe, Call Center 21 Rege Motorenteile GmbH Autombilzulieferer 22 Stadtwerke Jena Versorger, Verkehr 23 August Storck KG Ernährungsgewerbe 24 Siemens Elektrotechnik 25 K+S Kali GmbH Gewinnung von Rohsalzen Rang Unternehmen Branche Die 25 größten Unternehmen Hohe Exportquote Diversifizierte Industriestruktur ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND THÜRINGEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 15. JULI 2016 · © H E L A BA 4 junktur blieben die Ausfuhrquoten zunächst weitgehend konstant. 2015 und 2016 war erneut ein leichter Anstieg zu beobachten, der auch in Thüringen zu sehen war. Exportquoten auf hohem Niveau Exporte gehen überwiegend nach Europa Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz in % Anteil an Exporten, Januar bis Dezember 2015 \*Durchschnitt Januar bis Februar 2016 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Eurozone war 2015 das Hauptzielgebiet der Exporte, in das 35 % der thüringischen Ausfuhren gesendet wurden, wobei die deutschen Nachbarstaaten und Italien zu den Top-Abnehmern zähl- ten. Europa insgesamt erhielt 72 % der Ausfuhren Thüringens. Asien war die zweitgrößte Zielregi- on (Anteil an den Exporten 15 %), mit China als Hauptimporteur. Für Thüringer Firmen waren die Nachbarn im Osten – Ungarn, Polen und Tschechien – wichtige Abnehmerländer für ihre Produkte. 2015: Wachstum in Deutschland auf Vorjahresniveau Stabiler Arbeitsmarkt Reale Veränderung des BIP gegenüber Vorjahr in % Arbeitslosenquoten in % aller Erwerbspersonen Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Durchschnitt Januar bis Mai 2016 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Nach dem Wirtschaftseinbruch erreichte Thüringen 2010 und 2011 kraftvolle Wachstumsraten. Anschließend kühlte sich die Konjunktur deutlich ab. Die thüringische Wirtschaft war von der Schwächephase zunächst stärker betroffen. Allerdings ließ die Bremswirkung in Thüringen schnel- ler nach und führte schon 2013 zu einer spürbaren Erholung. 2014 und 2015 war das Wirtschafts- wachstum wieder in fast allen Bundesländern im Plus, wobei Thüringen mit 1,3 % bzw. 1,1 % unter dem Bundesdurchschnitt von 1,6 % bzw. 1,7 % lag. In Deutschland ist die Entwicklung derzeit hauptsächlich vom inländischen Konsum getragen, der aufgrund hoher Reallohnsteigerungen und einer sehr starken Zuwanderung dynamisch wächst. Die lockere Geldpolitik sowie die historisch niedrigen Zinsen sollten zudem den konjunkturellen Verlauf etwas unterstützen. Entlastend wirkt sich die bessere Lage in vielen Eurozonenländern aus, das weltwirtschaftliche Wachstum ist dagegen verhalten. Entsprechend nehmen die hiesigen Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen schwach zu. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union dürfte die Wachstumsaussichten nur geringfügig eintrüben. In Thüringen sollte sich aber in diesem Jahr der Abstand zum erwarteten bundesdeutschen Wachstum von 1,7 % (nicht kalenderbereinigt) wieder einengen. 15 20 25 30 35 40 45 50 15 20 25 30 35 40 45 50 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Deutschland Thüringen \* Ostdeutschland 14% 9% 6% 7% 5% 5% 5% 8% 6% 13% 5% 5% 5% 7% Frankreich Italien Spanien Tsch. Republik Österreich Übrige Eurozone Großbritannien Übrige EU USA China Übriges Asien Sonstige Länder Polen Thüringen Ungarn Russland 1,8% -6 -4 -2 0 2 4 6 -6 -4 -2 0 2 4 6 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Thüringen Deutschland 6 8 10 12 14 16 18 20 6 8 10 12 14 16 18 20 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Thüringen Ostdeutschland Deutschland \* Hauptexportziel: Europa BIP-Prognose 2016: Deutschland 1,7 % 12% 10% 6% 10% 14% 4% 8% 8% 4% 5% 5% 7% 9% Frankreich Italien Niederlande Belgien Österreich Übrige Eurozone Großbritannien Übrige EU USA China Übriges Asien Sonstige Länder Deutschland Russland 1,8% Polen ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND THÜRINGEN HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 15. JULI 2016 · © H E L A BA 5 Auf dem thüringischen Arbeitsmarkt wirkt das insgesamt hohe Output-Niveau der letzten Jahre. Die Arbeitslosenquote sinkt in Thüringen weiter und nähert sich dem gesamtdeutschen Durch- schnitt an. Bei der günstigen Entwicklung der Erwerbslosigkeit spielen neben der inzwischen er- reichten Kapazitätsauslastung auch demografische Faktoren eine Rolle – gerade in den neuen Bundesländern. Die Stabilität am Arbeitsmarkt zeigt sich ferner im positiven Beschäftigungstrend bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, der nahezu ununterbrochen seit sechs Jah- ren anhält. Dabei finden nicht nur heimische Arbeitnehmer eine neue Stelle, sondern die Unter- nehmen können den Arbeitskräftebedarf entsprechend ihrem Anforderungsprofil auch aus zuge- wanderten Arbeitssuchenden decken. Verschuldung: Thüringen leicht überdurchschnittlich Verschuldung der Bundesländer pro Einwohner in €, Dezember 2015 Quellen: Bundesfinanzministerium, Helaba Volkswirtschaft/Research Die wirtschaftsstarken Bundesländer erzielen deutlich höhere Steuereinnahmen. So liegt bei- spielsweise in Hessen die Finanzkraft pro Einwohner bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer 22 % über dem Bundesdurchschnitt. Thüringen hingegen erreicht nur 53 % des Durchschnitts. Da Deutschland einerseits ein föderaler Staat ist und andererseits auf die Einheitlichkeit der Lebens- verhältnisse achtet, wird die Umsatzsteuer nach anderen Kriterien verteilt, so dass dann die fi- nanzschwachen Bundesländer aufholen. Der sich anschließende Länderfinanzausgleich zwischen den Bundesländern führt zu einer weiteren Angleichung der Einnahmen pro Einwohner, die durch die allgemeinen Bundesergänzungszuweisungen noch verstärkt wird. So liegt die Finanzkraft je Einwohner in Hessen nach der Verteilung bloß 2 % über dem Durchschnitt, während Thüringen 94 % erreicht. Der enge Finanzverbund zwischen den Ländern sowie die Bestandsgarantie der Bundesländer im Grundgesetz veranlassen die Ratingagentur Fitch zu einer Kopplung der Bundesländer-Ratings an das der Bundesrepublik. Thüringen könnte somit grundsätzlich ein „AAA“- Rating erhalten, wenn es als Emittent eine aktive Ratingbeziehung zu Fitch hätte. Standard &amp; Poor’s bezieht die wirt- schaftliche Leistungsfähigkeit sowie die Verschuldungssituation ein und differenziert entsprechend. Thüringen wird allerdings von dieser Rating-Agentur nicht eingestuft.  6.651 566 1.781 3.791 5.782 6.785 6.978 7.223 7.414 7.753 7.983 8.976 9.423 14.272 Ins- gesamt Sachsen Bayern Baden- Württemb. Mecklb.- Vorp. Brandb. Hessen Thüringen Nieder- sachsen NRW Rheinl.- Pfalz Sachs.- Anhalt Schles.- Holstein Saarland Beschäftigung steigt Rating durch engen Finanzverbund unterstützt

Thüringen mit besonderem Fokus auf die Industrie. Diversifizierte Produktpalette. Hauptexportziel Europa. Wachstum etwa im Bundesdurchschnitt. Steigende Beschäftigung.
