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title: "Zahlen und Fakten: Brandenburg"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Bundesländer
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# Zahlen und Fakten: Brandenburg

Helaba Volkswirtschaft/Research REGIONALFOKUS H E L A B A VO LKSWIRTSCHAFT/RESEAR C H · 1 . S E P T E MB E R 20 16 12. OKTOBER 2016 · © H EL A B A 1 1. September 2016 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegen- wärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die An- gaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Voll- ständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- nen Angaben dienen der In- formation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidun- gen verstanden werden. AUTOR Barbara Bahadori Telefon: 0 69/91 32-24 46 research@helaba.de unter Mitarbeit von: Jakob Beuschlein REDAKTION Dr. Stefan Mitropoulos HERAUSGEBER Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt/ Leitung Research Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Zahlen &amp; Fakten: Das Bundesland Brandenburg Die Bundesrepublik Deutschland ist ein föderal aufgebauter Staat, der aus 16 Bundesländern be- steht. Eines davon ist Brandenburg, das im Nordosten Deutschlands liegt und Berlin umschließt. Mit einer Fläche von rund 29.700 km2 zählt es zu den mittelgroßen Bundesländern. Brandenburg im Nordosten Deutschlands Einwohner in Mio., 2015 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Brandenburg hat 2,5 Mio. Einwohner, das sind 3 % der deutschen Bevölke- rung. Bezogen auf die Fläche weist das Bundesland die zweitniedrigste Einwohnerdichte Deutschlands auf. Dabei hat das Bundesland eine turbu- lente Entwicklung hinter sich. Betrug vor der Wiedervereinigung die Ein- wohnerzahl rund 2,7 Mio., sank sie in den Folgejahren aufgrund von Ab- wanderung und Geburtendefizit dras- tisch. 2015 wurden dann die in Deutschland angekommenen Flücht- linge auf alle Bundesländer verteilt; die Brandenburger Bevölkerung ver- größerte sich damit zum zweiten Mal in Folge seit dem Jahr 2000. Die Neuankömmlinge werden von der Wirtschaft gebraucht. Schon jetzt liegt in den Brandenburger Betrieben eine „ältere“ Altersstruktur als in den west- deutschen Unternehmen vor. Dazu ist die Arbeitslosenquote mit 8,5 % (Ja- nuar bis August 2016) niedriger als der ostdeutsche Durchschnitt von 8,8 %. Wirtschaftlich hat Brandenburg enorm aufgeholt. Gestartet mit einer geringen Wirtschaftsleistung – wie alle neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung – erreicht das Land inzwischen 71 % des gesamtdeutschen Bruttoinlandsprodukts pro Einwohner, was fast eine Verdopplung des Pro- Kopf-Outputs darstellt. Auch den internationalen Vergleich muss das Bundesland nicht scheuen. Ausgewählte Kennzahlen Deutschland Brandenburg Fläche (km2) 357.340 29.654 Einwohner (Mio., 2015) 81,6 2,5 BIP (nominal, Mrd. €, 2015) 3.026 65 BIP pro Einwohner (€, 2015) 37.100 26.500 BIP pro Erwerbstätigen (€, 2015) 70.300 60.400 Arbeitslosenquote (%, Ø Januar - August 2016) 6,3 8,3 Quellen: Stat. Bundesamt, Arbeitskreis VGR der Länder, Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Hessen 6,1 Mio. Thüringen 2,2 Mio. Schleswig- Holstein 2,8 Mio. Mecklenburg- Vorpommern 1,6 Mio. Hamburg 1,8 Mio. Nieder- sachsen 7,9 Mio. Bremen 0,7 Mio. Brandenburg 2,5 Mio. Berlin 3,5 Mio. Sachsen- Anhalt 2,2 Mio. Sachsen 4,1 Mio. Bayern 12,7 Mio. Baden- Württemberg 10,8 Mio. Nordrhein- Westfalen 17,7 Mio. Rheinland- Pfalz 4,0 Mio. Saarland 1,0 Mio. ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND BRANDENBURG HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 1 . S E PTEMBER 2016 · © H E L A B A 2 Brandenburgs Wirtschaftsleistung je Einwohner liegt gemessen am EU-Durchschnitt nur 8 % da- runter. Verglichen mit anderen Nachfolgestaaten des ehemaligen Ostblocks wie Tschechien und Polen, die 54 % bzw. 40 % des EU-Niveaus erreichen, ist dies ein hervorragender Wert. Auch große südeuropäische Länder sind in puncto Wirtschaftskraft pro Kopf entweder gleich auf wie Italien mit 93 % oder liegen sogar deutlich niedriger wie Spanien mit 81 %. Brandenburgs Pro-Kopf-BIP so hoch wie in Italien Wirtschaftsstruktur Brandenburgs im Ostdurchschnitt BIP pro Einwohner in % des Durchschnitts EU-28 BIP (nominal) in Bill. €, 2015 Anteil an der Bruttowertschöpfung in %, 2015 Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Eurostat, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Ostdeutschland inkl. Berlin Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Brandenburg hat auf den ersten Blick eine Wirtschaftsstruktur, die dem gesamtdeutschen Durch- schnitt ähnelt: In dem Bundesland werden zu 28 % Güter und Bauten hergestellt, bundesweit sind es 31 %. Bleibt man bei dieser groben Aufteilung, sind Dienstleistungen das Hauptergebnis allen Wirtschaftens sowohl in Brandenburg als auch in den anderen Bundesländern. Abweichungen treten hauptsächlich innerhalb des Dienstleistungsbereichs auf. So ist das Gewicht des staatlich dominierten Sektors „öffentliche und sonstige Dienstleister“ mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung von 28 % höher (Deutschland: 22 %). Die Versorgung der Brandenburger Bürger mit staatlichen Leistungen führt dazu, dass pro Einwohner gerechnet in diesem Bereich ähnlich viel „produziert“ wird wie bundesweit. Dies ist in beiden privatwirtschaftlichen Dienstleis- tungssektoren dagegen nicht der Fall; die pro Kopfwerte liegen hier unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Brandenburger Unternehmen sind nämlich häufig in nationale oder internationale Konzerne eingebunden und fragen deshalb Dienstleistungen an ihren Firmensitzen nach, die aber vielfach in den alten Bundesländern liegen. Zudem haben viele Brandenburger die Wahl, Dienst- leistungen auch im nahe gelegenen Berlin nachzufragen. Da noch nicht feststeht, ob der Flughafen Berlin-Brandenburg Ende nächsten Jahres eröffnet wird, dürften die positiven Effekte für die ent- sprechenden Dienstleistungsbereiche Verkehr, Handel und Gastgewerbe frühsten für 2018 zu erwarten sein. Das Baugewerbe ist vergleichsweise stark vertreten, da öffentliche Infrastruktur und private Bauin- vestitionen in der DDR-Zeit vernachlässigt wurden und es keinen adäquaten Bestand gab, den Behörden, Unternehmen und Privatpersonen nutzen konnten. Dies gilt zum Teil noch, wenn Fir- men in Brandenburg expandieren möchten. Auch sind noch nicht alle Verkehrsprojekte zur Deut- schen Einheit abgeschlossen und in der Bundeshauptstadt Berlin wird weiterhin viel gebaut, was für die Brandenburger Bauunternehmen positiv ist. Der Industriebesatz Brandenburgs (Bruttowertschöpfung pro Kopf) ist mit 43 % des Bundesdurch- schnitts – auch mit Blick auf den ostdeutschen Durchschnitt von 53 % – unterdurchschnittlich. Der Anteil des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) an der Bruttowertschöpfung erreicht mit 20 % somit nicht den gesamtdeutschen Durchschnitt von 26 %. Allerdings war die Dynamik in den ver- gangenen zwei Jahren hier deutlich stärker. Der industriegeprägte Wirtschaftssektor wies Wachs- tumsraten von 2,0 % und 4,2 % auf (Deutschland 1,6 % und 2,0 %). 0,0 0,3 0,6 0,9 1,2 1,5 1,8 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 BIP BIP pro Einwohner 20% 20% 26% 8% 6% 5% 18% 19% 20% 25% 25% 26% 28% 30% 22% Brandenburg Ostdeutschland\* Deutschland Baugewerbe Handel, Verkehr,Gastgewerbe, Information/Kommunikation Produzierendes Gewerbe (ohne Bau) Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister Öffentliche und sonstige Dienstleister Land-, Forstwirtschaft Brandenburgs BIP pro Kopf erreicht 92 % des EU-Durchschnitts Industrie in Brandenburg unterdurchschnittlich ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND BRANDENBURG HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 1 . S E PTEMBER 2016 · © H E L A B A 3 Brandenburger Industriestruktur stark diversifiziert Deutsche Industriestruktur: Automobilbau wichtig Brandenburg: Anteil am Industrieumsatz in %, 2014 (Betriebe 20+ Beschäftigte) Deutschland: Anteil am Industrieumsatz in %, 2014 (Betriebe 20+ Beschäftigte) Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die brandenburgische Industriestruktur unterscheidet sich stark von der gesamtdeutschen. Von den großen Branchen haben lediglich die Metall- und die Chemiebranche eine ähnliche Gewich- tung. Maschinenbau, Elektrotechnik/Optik und Kfz/Kfz-Teile spielen dagegen eine vergleichsweise geringe Rolle mit einem Anteil von zusammen 12 % am Industrieumsatz (bundesweit: 43 %). Es dominiert hier zum einen das Ernährungsgewerbe, das nicht nur von der Bekanntheit der Spree- wälder Gurken lebt. Zum anderen tritt der sonstige Fahrzeugbau mit einer hohen Produktion an Luftfahrttechnik deutlich in Erscheinung. Auch die Holzwaren- sowie die Papier- und Pappwarenin- dustrie weisen deutlich höhere Anteile auf als im Rest Deutschlands. Aufgrund der geografischen Lage des Landes um Berlin herum bestehen zudem enge Verflech- tungen mit der Wirtschaft der Hauptstadt. Hier haben sich Cluster rund um die Themen Energie, Gesundheitswirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie, Medien und Kreativwirt- schaft, Optik sowie Mobilität und Logistik gebildet. Forschungszentren kooperieren mit Unterneh- men und kreieren innovative Produkte und Dienstleistungen. Exportquoten auf hohem Niveau Exporte gehen überwiegend nach Europa Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz in % Anteil an Exporten, Januar bis Dezember 2015 \*Durchschnitt Januar bis Juni 2016 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Exportquoten der Industrieunternehmen sind in den vergangenen fünfzehn Jahren kräftig ge- stiegen. Dabei erreicht Brandenburg 2016 (Januar bis Juni) mit einem Anteil von 32 % des Aus- landsumsatzes am Gesamtumsatz zwar eine für Deutschland unterdurchschnittliche Exportquote. Dies dürfte zum Teil jedoch darin begründet sein, dass der Export unterschätzt wird. Viele hoch- technisierte Produkte werden als Bauteile in Exportgütern anderer deutscher Hersteller verwendet und somit nicht in den Brandenburger Ausfuhren erfasst. Die überdurchschnittlich hohe Exportquo- te Berlins deutet darauf hin. In der Wirtschaftskrise 2008/2009 war es zu einem Einbruch der In- und Auslandsnachfrage ge- kommen, sodass in der Summe die Exportquoten nur leicht gesunken waren. Von der weltwirt- schaftlichen Erholung 2010 konnten die brandenburgischen Betriebe profitieren und die Exportquo- Ernährungsgewerbe 15% Elektrotechnik/Optik 4% Glas/Keramik/Verarb. v. Stein. u. Erden 4% Kfz/Kfz-Teile 5% Instandhaltung/Reparatur v. Maschinen 5% Gummi-/Kunststoffwaren 5% Holzwaren (ohne Möbel) 5% Papier-/Pappwaren 6% Chemie 7% Sonst. Fahrzeugbau 11% Metallbranche 12% Maschinenbau 3% Übrige 18% Ernährungsgewerbe 10% Elektrotechnik/Optik 9% Glas/Keramik/Verarb. v. Stein. u. 2% Kfz/Kfz-Teile 21% Instandhaltung/Reparatur v. Maschinen 2% Gummi-/Kunststoffwaren 4% Holzwaren (o. Möbel) 1% Papier-/Pappwaren 2% Chemie 8% Sonst. Fahrzeugbau 2% Metallbranche 12% Maschinenbau 13% Übrige 14% 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Deutschland Brandenburg \* Ostdeutschland Berlin 11% 7% 5% 16% 5% 3% 4% 14% 11% 4% 4% 5% 11% Frankreich Italien Niederlande Tsch. Republik Österreich Übrige Eurozone Großbritannien Übrige EU USA Kanada Asien Sonstige Länder Polen Brandenburg Russland 1,4% Hohe Exportquote Industriestruktur mit eigenen Schwerpunkten 12% 10% 6% 10% 14% 4% 8% 8% 4% 5% 5% 7% 9% Frankreich Italien Niederlande Belgien Österreich Übrige Eurozone Großbritannien Übrige EU USA China Übriges Asien Sonstige Länder Deutschland Russland 1,8% Polen ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND BRANDENBURG HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 1 . S E PTEMBER 2016 · © H E L A B A 4 te stieg drei Jahre in Folge. Mit dem Erstarken der Binnenkonjunktur blieben die Ausfuhrquoten dann zunächst weitgehend konstant. 2015 und 2016 war erneut ein leichter Anstieg zu beobach- ten, der in Brandenburg im letzten Jahr besonders deutlich ausfiel. Die Eurozone war 2015 das Hauptzielgebiet der Exporte, in das 34 % der brandenburgischen Ausfuhren gesendet wurden, wobei die deutschen Nachbarstaaten und Italien zu den Top-Abneh- mern zählten. Europa insgesamt erhielt 67 % der Ausfuhren Brandenburgs. Amerika war die zweitgrößte Zielregion (Anteil an den Exporten 24 %), mit den USA und Kanada als Hauptimpor- teure. Für Brandenburger Unternehmen waren die Nachbarn im Osten – Polen und Tschechien – wichtige Abnehmerländer für ihre Produkte. Asien stand dagegen nicht im Fokus der Exporteure. Knapp 7 % der Exporte hatten diese Destination – nur 2 % der Ausfuhren wurden nach China geschickt (Deutschland 16 % bzw. 6 %). 2015: Wachstum in Deutschland auf Vorjahresniveau Stetige Verbesserung am Arbeitsmarkt Reale Veränderung des BIP gegenüber Vorjahr in % Arbeitslosenquoten in % aller Erwerbspersonen Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Durchschnitt Januar bis August 2016 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Wirtschaftseinbruch 2009 fiel in Brandenburg und Berlin aufgrund des geringeren Industriean- teils weniger heftig aus. Das Ausmaß der Schrumpfung blieb mit 2,8 % bzw. 1,4 % deutlich hinter dem Bundeswert von 5,6 % zurück. Die Erholung 2010 erreichte in Brandenburg mit 2,8 % dann ebenfalls nicht den gesamtdeutschen Durchschnitt, gab es doch weniger wieder aufzuholen. Im Zeitraum von 2011 bis 2013 bewegten sich die Wachstumsraten auf moderatem Niveau zwischen 0,5 % und 0,9 %; die Konjunktur kühlte sich ab. 2014 und 2015 war das Wirtschaftswachstum wieder in fast allen Bundesländern im Plus, wobei Brandenburg mit 1,6 % bzw. 2,7 % den Bun- desdurchschnitt im letzten Jahr von 1,7 % spürbar übertraf. In Deutschland ist die Entwicklung derzeit hauptsächlich vom inländischen Konsum getragen, der aufgrund hoher Reallohnsteigerungen und einer sehr starken Zuwanderung dynamisch wächst. Die lockere Geldpolitik sowie die historisch niedrigen Zinsen sollten zudem den konjunkturellen Verlauf etwas unterstützen. Entlastend wirkt sich die bessere Lage in vielen Eurozonenländern aus, das weltwirtschaftliche Wachstum ist dagegen verhalten. Entsprechend nehmen die hiesigen Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen schwach zu. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union dürfte die Wachstumsaussichten nur geringfügig eintrüben. Ob Brandenburg das Wachstumstempo von 2015 aufrechterhalten kann, ist allerdings fraglich. So stellt das erwarte- te bundesdeutsche Wachstum von 1,9 % (nicht kalenderbereinigt) eher eine Obergrenze dar. . Auf dem brandenburgischen Arbeitsmarkt wirkt das insgesamt hohe Output-Niveau der letzten Jahre. Die Arbeitslosenquote liegt seit längerem unter dem ostdeutschen Durchschnitt und sinkt weiter. Bei der günstigen Entwicklung der Erwerbslosigkeit spielen neben der inzwischen erreich- ten Kapazitätsauslastung auch demografische Faktoren eine Rolle – gerade in den neuen Bundes- ländern. Die Verbesserung am Arbeitsmarkt zeigt sich ferner im positiven Beschäftigungstrend bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, der nahezu ununterbrochen seit sechs Jahren anhält. Dabei entstehen nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze in Brandenburg – hier nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Jahr bisher um 1,6 % zu. Von der mit -6 -4 -2 0 2 4 6 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 -6 -4 -2 0 2 4 6 Brandenburg Deutschland Berlin 4 6 8 10 12 14 16 18 20 4 6 8 10 12 14 16 18 20 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Berlin Brandenburg Deutschland Ostdtl. \* Hauptexportziel: Europa Beschäftigung steigt BIP-Prognose 2016: Deutschland 1,9 % ZAHLEN &amp; FAKTEN: D AS BUNDESLAND BRANDENBURG HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 1 . S E PTEMBER 2016 · © H E L A B A 5 einem Plus von 4,2 % noch viel höheren Beschäftigungsdynamik in Berlin profitieren selbstver- ständlich auch die Brandenburger. Die Anzahl der Pendler nach Berlin ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und erreicht inzwischen fast 200.000 Personen mit einer sozialversiche- rungspflichtigen Arbeitsstelle. Entsprechend gut ist die Einkommenssituation in Brandenburg. Das Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer erreicht 88 % des Bundesdurchschnitts, bei bestenfalls 81 % in den anderen neuen Bundesländern. Auch die Sparquote ist mit 7,8 % die höchste in Ost- deutschland (Durchschnitt ohne Berlin: 6,5 %) und entspricht der Berlins. Verschuldung: Land Brandenburg etwa durchschnittlich Verschuldung der Bundesländer pro Einwohner in €, Dezember 2015 Quellen: Bundesfinanzministerium, Helaba Volkswirtschaft/Research Die wirtschaftsstarken Bundesländer erzielen deutlich höhere Steuereinnahmen. So liegt bei- spielsweise in Hessen die Finanzkraft pro Einwohner bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer 19 % über dem Bundesdurchschnitt. Brandenburg hingegen erreicht nur 69 % des Durchschnitts. Da Deutschland einerseits ein föderaler Staat ist und andererseits auf die Einheitlichkeit der Le- bensverhältnisse achtet, wird die Umsatzsteuer nach anderen Kriterien verteilt, sodass dann die finanzschwachen Bundesländer aufholen. Der sich anschließende Länderfinanzausgleich zwi- schen den Bundesländern führt zu einer weiteren Angleichung der Einnahmen pro Einwohner, die durch die allgemeinen Bundesergänzungszuweisungen noch verstärkt wird. So liegt die Finanz- kraft je Einwohner in Hessen nach dieser Verteilung bloß 1 % über dem Durchschnitt, während Brandenburg 95 % erreicht. Der enge Finanzverbund zwischen den Ländern sowie die Bestandsgarantie der Bundesländer im Grundgesetz veranlassen die Ratingagentur Fitch zu einer Kopplung der Bundesländer-Ratings an das der Bundesrepublik. Brandenburg könnte somit grundsätzlich ein „AAA“-Rating erhalten, wenn es als Emittent eine aktive Ratingbeziehung zu Fitch hätte. Moody‘s bezieht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie die Verschuldungssituation ein und differenziert entsprechend. Branden- burg erhält von dieser Rating-Agentur das zweitbeste Rating „Aa1“.  6.651 566 1.781 3.791 5.782 6.785 6.978 7.223 7.414 7.753 7.983 8.976 9.423 14.272 Ins- gesamt Sachsen Bayern Baden- Württemb. Mecklb.- Vorp. Branden- burg Hessen Thüringen Nieder- sachsen NRW Rheinl.- Pfalz Sachs.- Anhalt Schles.- Holstein Saarland Rating durch engen Finanzverbund unterstützt

Industrie stark diversifiziert. Enge Verflechtung der Cluster mit Berlin. Hohe Pendlerquote sorgt für höhere Einkommen und Sparquote. BIP pro Kopf nur 8 % unter EU-Niveau.
